Kater erbricht ständig und leidet stark (akut sehr schlimm!)

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Atari_Amiga

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Die Werte vom großen Blutbild sind da und laut Ärztin soweit sehr gut (keine Hinweise auf Diabetes, Nieren- oder Lebererkrankungen, Entzündungen, Blutarmut etc). Der einzige Wert der deutlich von der Norm abweicht ist in der Tat die Bauchspeicheldrüse mit einem fPLI von 24. Das muss jedoch laut Ärztin nicht unbedingt chronisch sein, sondern könnte z. B. durch eine Futterunverträglichkeit oder auch durch eine Unterkühlung beim Freigang (der war 2 Tage vor dem ersten Schub) kommen. Daher machen wir auf jeden Fall eine Nachuntersuchung vom Blut in ca. 2 Wochen. Sie meinte, man könnte zur Sicherheit Antibiotika geben, muss man aber auch nicht. Bin noch etwas unschlüssig, was das beste für ihn ist, da diese ja auch oft auf den Magen schlagen?

Insgesamt hat sich sein Zustand seit der Futterumstellung extrem verbessert! Er spielt ganz viel, kommt ständig zum kuscheln und sieht insgesamt so viel entspannter aus, als noch vor ein paar Tagen. Meine Güte bin ich erleichtert :love:!! Von Übelkeit, Bauchschmerzen oder gar Erbrechen keine Spur mehr.

Das einzige Problem ist nur, dass die Fütterung mittlerweile zur Ganztagesaufgabe geworden ist. Das Monofertigfutter rührt er überhaupt nicht an und wenn ich ihm frisches oder gekochtes oder gebratenes Fleisch (z. B. Hühnchen oder Ente) gebe, guckt er mich oft an, als wenn ich ihm Steine in den Napf gelegt hätte. Egal ob ganz leicht gesalzen oder pur, ob warm oder kalt, mit Kochwasser oder ohne. Mit gutem Zureden, übertriebenem Anpreisen, nochmal kleiner schneiden, per Hand in Häppchen füttern oder mit nem Schleckstick garnieren, lässt er sich dann manchmal doch überzeugen. Aber wehe ich versuche auch nur minimalste andere Bestandteile, die er ja auch dringend für eine komplette Nährstoffversorgung benötigt, beizumischen. Da bleibt dann wohl erst mal nur sowas wie Feline Complete als Ergänzung und einmal das ganze Sortiment für (Bauchspeicheldrüsen-)Diätfutter durchtesten, ob er davon nicht doch irgendwas ein kleines bißchen mag.... Einmal bin ich schwach geworden und hab ihm ein klitzekleines bißchen Trockenfutter (eine Pur-Sorte komplett ohne Getreide) gegeben, damit er nicht verhungert. Jaa, das liebt er natürlich, genauso wie das andere Sensitive-Trockenfutter, das ihm ja wahrscheinlich überhaupt nicht bekommen ist. Aaaah. Was macht man nur mit so "Feinschmeckern"?
 
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Max Hase

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  • #22
Hast Du mal roh gefüttert?
Gekocht rühren meine auch nicht an.

Als Geschmacksverstärker nutze ich anfangs oft Roastbeef. Man gönnt sich ja sonst nichts. ;) Wenn das genommen wird, mische Ich immer mehr kleingeschnittenes Huhn oder Pute darunter.
 
Atari_Amiga

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  • #23
Krankheitsverlauf der Pankreatitis bei Atari sowie der Einfluss von Ernährung vs. Medis

Nach nun ziemlich genau 8 Monaten würde ich gerne mal ein Update geben, wie es uns ergangen ist seit der Diagnose Pankreatitis. Die Umstellung auf BARF hab ich irgendwann aufgegeben, da er anscheinend rohes Fleisch nur sehr schlecht verdauen kann und sich die Zusatzstoffe mit seiner Mäkelei ja eh überhaupt nicht untermischen ließen. Mit hochwertigem, fettarmen Fertigfutter sind wir nach einer echt laaaangen Umgewöhnungsphase (er war schon ein ziemlicher Trockenfutterjunkie vorher) und viel Disziplin dann aber erst mal ganz gut zurecht gekommen. Ich musste allerdings sehr viel ausprobieren, um herauszufinden, was ihm schmeckt und gleichzeitig gut bekommt, da das definitiv nicht unbedingt im Zusammenhang steht - jedes Tütchen wurde aufgehoben und akribisch beschriftet. Heraus kamen "Unverträglichkeiten" gegen: Reis, Nudeln, Lachs, Leinenöl und spezielle Futtersorten ohne genaue Ursache (evtl. Cassia Gum?).

Leider jedoch wechselten sich die guten Phasen, in denen er komplett gesund erschien, immer wieder mit schlechten Tagen ab und Ende April gab es dann erneut einen sehr heftigen und langanhaltenden Schub. Sein fpli Wert lag zu diesem Zeitpunkt außerhalb des messbaren Bereichs bei über 50 ug/l (!!), außerdem war der Harnstoff-N erhöht mit 46 mg/dl (normal bis 38), die restlichen Werte soweit in Ordnung.

Ihm wurde dann ein Antibiotika und Prevomax gegen Übelkeit gespritzt, außerdem bekam ich bei diesem und folgenden Tierarztbesuchen diverse Medikamente mit nach Hause: u. a. Emeprid, Cerenia, VetGastril, Mirataz und Novaminsulfon. Eine der wohl wichtigsten Erkenntnisse für mich ist jedoch mittlerweile, dass KEINES davon bei Atari viel gebracht hat. Im Gegenteil, besonders das Schmerzmittel und ausgerechnet der Magenschutz lösten bei ihm oft noch mehr Übelkeit, Speicheln und Erbrechen aus. Selbst bei dem Antibiotika hatte ich das Gefühl, dass es oft kurz nach dem Absetzen zu einem noch schlimmeren Rückfall kam. Einmal hatte er sogar wohl so eine Art allergischen Schock auf eine Spritze mit einem Morphinpräparat, wo er über viele Stunden nur noch wie wild am ganzen Körper gezuckt hat und gar nicht mehr zur Ruhe kam - da dachte ich, jetzt gehts wirklich zu Ende und ich bin auch noch Schuld. Insgesamt habe ich so viele ernüchterne Erfahrungen mit den Medikamenten gemacht, dass ich außer dem Prevomax (Wirkstoff von Cerenia zum Spritzen) gar nichts mehr gebe. Das ist dafür aber wirklich ein sehr gutes Notfallmedikament, mit dem ich den Wahn, wenn er sich mal wieder bei nem akuten Schub über 12 Stunden und länger mit Übergeben von Magensäure fast zu Tode zu quälen würde, zuverlässig unterbinden kann.

Sicherlich ist jedes Tier anders, aber bei Atari bin ich mir mittlerweile sicher, dass sich die Erkrankung zu nahezu 100% über die Ernährung steuern lässt. An sich kann ich jeden Ausbruch einer (zum Teil winzigen) Änderung im Futter zuordnen. Ich konnte es selbst manchmal kaum glauben, dass auch nur ein Löffel "falsches" Futter zu so heftigen Abwehrreaktionen führen kann. Das fiese an der Sache ist, dass diese Autoimmunreaktion (?) sehr spät im Verdauungstrakt passiert, so dass er sich nicht mehr durch Übergeben davon befreien kann. Außerdem scheint es, als wenn nach und nach immer neue Proteine auf seiner schwarzen Liste stehen.

So habe ich im Mai, nachdem der Schub einfach nicht weggehen wollte, nochmal komplett auf gekochtes Hühnchen umgestellt, um sämtliche Zusatzstoffe ausschließen zu können - mit der Erkenntniss, dass er anscheinden genau auf die Fleischsorte, die vorher wochenlang kein Problem war, nicht mehr klarkommt. Eine Umstellung auf Pferd führte dann zu einer sofortigen Besserung! Damit habe ich ihn dann über mehrere Wochen relativ stabil bekommen, bis zur Konfrontationsdiät mit einmal Rind (leider etwas aprupt gewechselt) und einige Zeit später mit Hühnchen (über 2 Tage eingeschlichen) - die jeweils mit mehrtägigen Krankheitsschüben bestraft wurden. Danach hat er dann auch das Pferd nicht mehr vertragen. Natürlich kann ich nicht zu 100% sagen, ob es an der Fleischsorte oder einem Zusatz lag und ob er immer genauso heftig darauf reagieren wird, wenn ich es z. B. viiiiiel langsamer einschleiche, aber jedes Experiment das schiefgeht, ist eigentlich eins zu viel für seinen kaputten Verdauungstrakt. Mitterweile bin ich nun mangels Alternativen bei Thunfisch gelandet, was aber natürlich keine Dauerlösung ist (siehe nächsten Beitrag).

Zum Thema Diagnostik vielleicht noch ganz interessant zu wissen: beim Ultraschall vor etwa zwei Wochen wurde festgestellt, dass sowohl Dünndarm als auch Leber unauffällig sind, dafür ist die Bauchspeicheldrüse stark verändert und mit vielen Zysten versetzt. Es besteht definitiv die Gefahr, dass dieses Gewebe tumorös ist, die Ärztin hat daher zu einer Biopsie / OP geraten. Nach längerem Abwägen bin ich jedoch sicher, dass ich das nicht machen lassen möchte, da mir die Risiken einfach zu hoch sind. Die Alternative wäre laut ihrer Aussage eine Langzeitgabe von Cortison und Antibiotika, was ich durchaus noch probieren würde. Vielleicht hat ja hierzu jemand aus dem Forum noch Erfahrungswerte?

Nagut, das war jetzt wie erwartet schon viel zu viel Text, aber da ich selbst in den letzten Monaten unendlich viele Threads gelesen habe, fand ich es immer toll, wenn sich die Themenersteller auch nach längerer Zeit nochmal mit ihren Erfahrungen zurück gemeldet haben :)

Atari gehts derzeit einigermaßen gut eigentlich, außer dass er neuerdings einen Wasserbauch mit sich rumträgt, aber dazu mehr im nächsten Beitrag...
 
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Max Hase

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  • #24
Schön, dass Du Dich meldest.
Da habt Ihr ja mehr als einen Leidensweg durch.

Wasserbsuch? Also Wasser im Bauchraum?
Das würde eher für ein Tumorgeschehen sprechen.

Eine Pankreatitis endet irgendwann in einer endokrinen (Diabetes) oder exokrinen (Durchfall oder Fettstühle mit Elefantenhaufen) Insuffizienz. Wasser im Bauchraum gibt es wenn nur im akuten Schub.

Op würde ich bei der Entwicklung auch nicht machen, den medikamentösen Weg gehen.
 
Atari_Amiga

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  • #25
Eine Pankreatitis endet irgendwann in einer endokrinen (Diabetes) oder exokrinen (Durchfall oder Fettstühle mit Elefantenhaufen) Insuffizienz.
Oha, ja dann wird es wohl am ehesten auf die endokrine hinauslaufen, dazu passt auch, dass er ziemlich viel trinkt (und pinkelt). Sein Kot ist dagegen nach wie vor nicht vom dem seiner gesunden Schwester zu unterscheiden. Daher denke ich auch, dass die Verdauung an sich noch funktioniert und das Essen verwertet werden kann. Nur einmal hatte er Durchfall mit Fieber (das ist noch gar nicht so lange her, so Mitte August rum), aber da das so ungewöhnlich war, vermute ich dort eher einen zusätzlichen Infekt, der übrigens mit Antibiotika sofort wieder weg ging.

Ich kann leider gar nicht so genau sagen, wann das mit dem Wasserbauch anfing. Es ist mir schon ein paar Mal aufgefallen, ging dann aber wieder zurück, so dass ich mir nichts weiter dabei gedacht habe. Seit etwa 2 1/2 Wochen ist es aber extrem und wird eher mehr, als weniger. Der Aszites mit freier Flüssigkeit im Bauchraum wurde auch im Ultraschall bestätigt. Hab mal ein Foto angehängt.

Nun ist natürlich die große Frage nach der Ursache. Angenommen es würde durch einen entzündlichen oder tumorösen Prozess ausgelöst, könnte Cortison in dem Fall etwas bringen? Und was ist mit Punktieren oder Entwässerungstabletten, macht das Sinn, oder ist das Risiko da höher als der mögliche Nutzen? Erstaunlich finde ich ja, dass sein Allgemeinbefinden anscheinend nicht unter dem Ballonbauch leidet und er insgesamt eigentlich ganz gut drauf ist. Beide Tierärzte mit denen ich darüber gesprochen habe (Ultraschall Spezialklinik und Haustierarzt) waren irgendwie auch nicht so davon überzeugt, den Wasserbauch zu behandeln. Allerdings ist er in den letzten Tagen auch noch weiter gewachsen. Wenn schon wieder Tierarzttortour mit Autofahrt und stundenlangem Warten, dann muss ich mir schon vorher ganz genau überlegen, was sie machen sollen, denn sie wissen es sehr oft selbst nicht.

Was mich allerdings ein wenig grübeln lässt, ist der zeitliche Zusammenhang mit dem Auftreten der Aszites etwa 2-3 Wochen nach dem Wechsel auf reines Ergänzungsfutter. Es ist ja bekannt, dass auch ein Eiweißmangel solche Symptome hervorruft. Allerdings sind Thunfisch und Hüttenkäse, also die beiden Sachen die er zur Zeit ausschließlich bekommt (neben Vitamin B Komplex und Sanofor), doch relativ proteinreich? Ich finde auch absolut nichts dazu im Netz und hoffe daher auf ein paar Erfahrungswerte hier aus dem Forum. Fakt ist jedenfalls, dass er von dem Futter derzeit nicht richtig satt wird und ständig bettelt, das heißt ich muss mir sowieso was überlegen. Das Ergänzungsfutter Thunfisch von Miamor (+Gemüse/Calamari/Krebs) hat ja nur 1% Fett. Seit kurzem erst habe ich endlich ein Alleinfuttermittel mit Thunfisch von Moments mit 2,5% Fett gefunden. Seine Bauchspeicheldrüse findet das super, aber eine Dauerlösung ist das definitiv nicht! Nur ist jegliche Futterumstellung immer sehr riskant und muss gut überlegt werden.... ich wüßte grade nicht mal, welche Fleischsorte ich noch wählen sollte, da gefühlt alle schon "verbrannt" oder zu schwer verdaulich sind. Hat da jemand vielleicht noch ein paar Tipps für mich? Auch wie man das am besten durchführt? Habe das Gefühl durchs Einschleichen kann es auch durchaus passieren, dass danach beide Sorten vom Körper abgelehnt werden. Aber komplett nüchtern werden lassen und dann von jetzt auf gleich switchen, ist auf jeden Fall auch sehr riskant. Aaah, immer diese Entscheidungen... :oha:
 

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Max Hase

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  • #26
Aszites punktieren heißt auch Eiweiße mit entfernen. Die halten das Wasser in den Gefäßen. Deshalb punktiert man nur, wenn zusätzliche Symptome vorliegen, z. B. Luftnot.

Wenn ein Diabetes auftritt, sollte man den natürlich behandeln. Und ständig Hunger ist auch nicht schön. Ich verstehe aber Dein Dilemma.
Kortison hilft bei einigen Tumoren und auch Entzündungen gut im Sinne von gewonnener Zeit. Die Krankheit schreitet langsamer fort. Würde ich probieren, vielleicht verträgt er dann auch etwas mehr Futter.
 
Atari_Amiga

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  • #27
Ok, dann frage ich die Ärztin das nächste Mal nach Entwässerungstabletten und nicht nach Punktieren und lasse nochmal ein großes Blutbild machen (sowieso). Beim letzten hatte er keine Anzeichen von Diabetes, aber das kann sich natürlich auch ändern.

Was bleibt sind die Zweifel, ob der Aszitis nicht doch auf die Ernährung zurückzuführen ist. Vielleicht ja sogar von dem Zuviel an Protein durch so viel Thunfisch und Hüttenkäse? Wenn ja, würde ich natürlich eher heute als morgen die Umstellung auf anderes Futter wagen.
 
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Max Hase

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  • #28
Dann müsste er sehr schwer mangelernährt sein. Stichwort Biafrakinder.
 
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  • #29
Ich war nun vor zwei Wochen beim Arzt und hab ein großes Blutbild machen lassen. Ergebnis: der verstärkte Durst ist nicht auf eine Diabetes sondern auf schlechte Nierenwerte zurückzuführen. Pankreas Entzündungswert ist wie erwartet auch immernoch extrem hoch. Hab das Blutbild angehängt, aber in Kurzform hier mal die Werte außerhalb der Norm:

SDMA: 21 (bis 14 ok)
Kreatinin: 3.2 (bis 2.3 ok)
Harnstoff-N: 52 (bis 38 ok)
Erythrozyten: 6.3 (ab 7.1 ok)
Hämoglobin: 8.7 (ab 10.3 ok)
FPLI: 40.6 (bis 3.5 ok)

Zur Unterstützung der Niere hat die Ärztin Semintra verordnet. Außerdem Entwässerungstabletten die ich jedoch nicht gegeben habe, da sich der Aszites von alleine schon etwas zurückgebildet hat (und die ja bei den Nierenwerten auch gar nicht so gut wären). Zusätzlich gebe ich mehrfach täglich Ulmenrinde, was eindeutig Linderung in Bezug auf Bauchschmerzen / Sodbrennen bringt. Gegen starke Übelkeit hilft das jedoch nicht.

Was seit dem passiert ist..... nach dem Tierarztstress hat er ein paar Tage Erholung gebraucht, sich dann aber ziemlich gut entwickelt, so dass ich schon wieder kleine Luftsprünge machen wollte. Bis er dann gefühlt aus dem Nichts letzten Montag Nacht nen Schub bekommen hat, bei dem er wieder überhaupt nicht aufhören konnte, sich zu übergeben. Das ist immer so schrecklich mit anzusehen!! Nicht auszudenken, wie das wohl enden würde, wenn ich mal nicht mit der rettenden Prevomax Spritze um die Ecke kommen könnte. Danach hat er wie immer etwa 24 Stunden gar nichts gefressen (aber getrunken) und dann gaaaaanz langsam wieder häppchenweise. Nun ist es halt so, dass er nach so einer Attacke verständlicherweise keinen Bock mehr auf das gewohnte Futter hat, ich aber derzeit keine Ahnung habe, welche andere Fleischsorte er verträgt, da alle Versuche der Umstellung irgendwie immer schiefgegangen sind. Daher habe ich nun gestern, also eine Woche danach, angefangen langsam ein neues Futter (Ente pur) zum Thunfisch dazuzumischen, obwohl ich ihn noch nicht als super stabil bezeichnet hätte. Aber er frisst wirklich schlecht seit dem Anfall und lechzt nur so nach nem anderen Geschmack. Tja und nun ist es genauso gekommen wie befürchet - heute am Ende des 2. Tages mit der neuen Futtermischung (ca 2/3 Thunfisch und 1/3 Ente) hat er sich wieder übergeben und sitzt seit dem wie ein Häufchen Elend neben mir 😩

Was soll ich nur noch tun?? Ich weiß langsam echt nicht mehr weiter. Bringt Phosphorbinder überm Essen etwas gegen die Übelkeit wegen der Niere? Oder doch noch ne Cortisontherapie versuchen? Außerdem hab ich so Angst, dass er ständig Schmerzen hat. Aber welches Schmerzmittel könnte ich geben? Novalgin Tropfen waren ne Katastrophe, davon hat er sich immer sofort übergeben und gespeichelt wie blöde. Und von dem Opiat ist er damals fast krepiert. Metacam soll ja auch nicht gut sein bei seinem Leiden. Was bleibt noch? Lieber würde ich ja auch weiter an die Ursache ran, anstatt nur ständig Symptome mit Chemie zu unterdrücken. Es ist doch zum Mäusemelken 😿
 

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Max Hase

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  • #30
Warum nicht Kortison?
Wird von Katzen in der Regel gut vertragen und bewirkt manchmal kleine Wunder.
Dann hast Du es probiert.

Ich steh auf Kortison. Hier im Seniorenstift laufen derzeit drei Katzen aus unterschiedlichen Gründen mit Kortison.
 
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  • #31
ich hoffe, dass sich hier noch jemand meldet, der ahnung von nierenerkrankungen hat...
 
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  • #32
Bei einer CNI würde ich persönlich kein Cortison geben.
Wurde der Blutdruck gemessen?
Wurde eine Urinuntersuchung gemacht, spezifisches Gewicht, und den U-PC Test?
Wurden die Nieren geschallt?
Gab es Infusionen um die Giftstoffe aus den Nieren zu spülen?
Gegen die Übelkeit, wenn Ulmenrinde nicht reicht, kann man auch Emeprid geben.
Lese dir bitte die Nierenbibel durch, das ist zwar viel Lesestoff, aber die einzelnen Punke kann man auch im Seitenraster einzeln aufrufen.
Tanya's umfassendes Handbuch über chronisches Nierenversagen bei Katzen - Was ist CNI
 
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  • #33
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  • #34
Danke für die Infos und Links! Tja mit Kortison scheiden sich die Geister, die einen sagen auf gar keinen Fall und die anderen schwören drauf 😅. Wenn gar nix mehr geht sonst, kann ich das natürlich noch probieren, die Ärztin hat das auch nicht ausgeschlossen. Wir wollten nur die Blutwerte abwarten vorher, da ja Diabetes im Raum stand und unklar war, ob es etwas entzündliches ist, das man dann zusätzlich mit AB behandeln würde. Bin aber echt unsicher, ob das nicht nach hinten losgeht nachher...


Wurde der Blutdruck gemessen?
Nein. Was würde man damit herausfinden? Wir gehen jedoch davon aus, dass er einen niedrigen Blutdruck hat, weil ein Röhrchen vollzapfen immer gefühlte 20 Minuten dauert.

Wurde eine Urinuntersuchung gemacht, spezifisches Gewicht, und den U-PC Test?
Noch nicht. Aber das wäre auch eine meiner nächsten Fragen gewesen - kann man ihm damit den von der Ärztin empfohlenen Blutkontrolltermin, um zu sehen wie das Semintra anschlägt, ersparen? Das ist jedes Mal eine krasse Tortur gerade weil sein Blut so extrem langsam fließt.

Wurden die Nieren geschallt?
Ja! Und glücklicherweise waren sie komplett unauffällig im Schall. So wie alle Organe außer der Pankreas - die sieht leider ziemlich übel aus mit vielen Abszessen oder Zysten. Daher frage ich mich ja auch, ob es überhaupt gesichert ist, dass es eine CNI ist? Vielleicht hat auch nur die chronische Entzündung die Niere beeinträchtigt? Kreatinin und Harnstoff waren beim vorherigen Blutbild auch schon erhöht.

Gab es Infusionen um die Giftstoffe aus den Nieren zu spülen?
Nur im akuten Schub und auch nur beim Arzt. Er trinkt aber sehr viel.

Gegen die Übelkeit, wenn Ulmenrinde nicht reicht, kann man auch Emeprid geben.
Das habe ich sogar noch da, weil ich es damals wegen gefühlter Wirkungslosigkeit abgesetzt habe. Gestern konnte ich seine Attacke stillen indem ich erst Ulmenrinde gegeben habe und dann ne Stunde später als ihm immernoch übel war ne halbe Tablette Cerenia. Danach hat er sich nicht mehr übergeben und sogar noch ein bißchen gefressen. Es ging und geht im aber trotzdem irgendwie schlecht. Er kauert ganz viel und sucht meine Nähe.

Hat denn jemand noch nen Tipp zum Thema Schmerzmittel? Ich würd so gerne wissen, ob das sein Kauern und den zusammengekniffen Blick erklärt und man ihm damit zumindest im Akutfall etwas Linderung verschaffen kann.

Die Futterumstellung führe ich übrigens heute trotzdem weiter fort (halb und halb), da er den reinen Thunfisch eh kaum noch frisst. Außerdem ist mir eingefallen, dass ich ihm gestern ein paar Stückchen Käse gegeben habe, weil er sich so irre darüber gefreut hat. Vielleicht erklärt das die Attacke am Abend.
 
Atari_Amiga

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  • #35
Leider hat sich alles sehr schlecht entwickelt. Eigentlich wollten wir nach Absprache mit meiner Ärztin heute die Kortisontherapie anfangen. Es ging ihm aber gestern so schlecht, dass ich ihn heute morgen nochmal in die Klinik gebracht habe für Infusionen. Man muss dazu sagen, dass er vorgestern noch gut gefressen hat (erster Tag mit nur der neuen Sorte Ente) und gestern dann gar nicht mehr. Die Blutwerte von heute sind niederschmetternd und die Ärzte sehen keine Hoffnung mehr.

Es tut so weh, dass es jetzt so schnell gehen soll. Kann es nicht mit dem Kortison nicht doch nochmal besser werden? Hat jemand ähnliche Werte gehabt?

Er ist jetzt zu Hause und hat den Zugang noch drin. Bis morgen muss ich mich entscheiden...
 

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Max Hase

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  • #36
Die Werte sind schlecht, aber passend zur gesamten Entwicklung - leider.

Ich habe in solchen Situationen kein Blut mehr abnehmen lassen sondern nach den Gesamtumständen entschieden.

Es gibt eine Art von point of no return, an dem man eine Entwicklung nicht mehr umkehren kann.

Ich kann Deine Situation gut nachfühlen, habe sie oft erlebt.
 
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Kalli383

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  • #37
Meine Mitzi hatte leider auch die Pankreatitis, durch das Cortison ist sie leider verstorben. Der TA hatte den Fehler gemacht ihr Schmerzmittel + Cortison zu geben so wurde das ende eben schneller gepuscht, leider sieht er bis heute keinen Fehler ein. In der TK wurde mir gezeigt wie ich zuhause eine Infusion gegen ende selber lege so habe ich sie in ihren letzten Tage begleitet. PS die TK gab dem Cortison die schuld für den Tod.
 
Atari_Amiga

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  • #38
Atari hat gestern bei den Infusionen auch Kortison und Vetalgin bekommen. Sein Zustand in dem ich ihn hingebracht habe war schlecht und ist jetzt miserabel, dafür wirkt er nicht mehr schmerzgeplagt. Er trinkt die ganze Zeit, aber da seine Nieren laut Ärzten quasi keine Funktion mehr haben, hilft es ihm nicht. Daher glaube ich auch nicht unbedingt, dass es ohne die Medikation besser verlaufen wäre.
Heute ist nun auch der 3. Tag an dem er gar keine Nahrung zu sich nimmt und auch nicht mehr nehmen wird so wie er aussieht.
Just in diesem Augenblick liegt er auf meinem Kopfkissen neben mir, ganz geschwächt aber friedlich. So unglaublich traurig es auch ist, ich weiß dass dieses unsere letzten Stunden sein werden :(
 
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Yarzuak

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Schmust noch eine Weile schön, ganz in Ruhe ❤️
 
Herminekatze

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  • #40
Das ist so traurig. Aber habt noch ein paar gute Stunden und gut, dass er keine Schmerzen mehr hat. Wünsche euch viel Kraft.
 
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