Hilfe: IBD-Diagnose (wahrscheinlich), dauerhafter Durchfall… brauche Rat und Austausch

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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lauri1996

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Hallo alle, (gleiche vorneweg PART 2 folgt in den Kommentaren, konnte es sonst nicht vollständig abschicken! Sorry für die Länge… aber ich bin so verzweifelt!!)
Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal hier reinschreiben muss, nun ist es doch soweit. Ich bin so verzweifelt, hochschwanger, freuen uns eigentlich auf das was bevorsteht, aber jetzt wird unser Kater Loui plötzlich SO krank. Unsere Leidensgeschichte: Loui, 3 Jahre, männl,. Vater reinrassig BKH, Mutter (leider zu spät erfahren) Scottish Field, lebt seit er 12 Wochen alt ist zusammen mit Neo (reinrassiger BKH) bei uns als Wohnungskatze mit eingezäuntem Außengehege und war immer glücklich. Er hat im Vergleich zu Neo schon immer mehr Probleme was den Kot angeht, oft stark stinkend und Tendenz eher weich.. ich gebe zu, das sind meine ersten Katzen (-erfahrungen) und ich habe anfangs beim füttern vieles falsch gemacht, Sheba, Felix und co. Immer wieder habe ich versucht, sie davon weg zu bekommen und an gesunde Sorten zu gewöhnen, bin aber scheinbar zu schnell vorgegangen oder habe wiederum zu schnell nachgegeben, weil sie da nichts gefressen haben. Nun sind wir aber schon seit einigen Wochen dran, dass wir zumindest dieses ganz ungesunde Zeug weglassen und waren bei Miamor in der Mittelklasse gelandet (z.B. milde Mahlzeit manchmal akzeptiert, etc.; feine Filets waren Highlight für die 2, leider aber nur Ergänzungsfuttermittel). Oben drauf gab es immer (hoffentlich aber denke schon) auch gesundes gefriergetrocknetes Huhn von Thrive als „Snack“ für Umgewöhnung)). Leider hat Loui nun seit einigen Wochen immer wieder Probleme auf Toilette, wir haben es festgestellt, als wir Blut im Kot gefunden haben, dies war stets in einer festen „Wurst“ (sorry für die Beschreibungen), wechselnd mit stark stinkendem!! Durchfall, sodass wir nach ausführlichen Recherchen Giardien vermutet hatten. Tierarztbesuch, ist eine Gemeinschaftspraxis, erst war nur die eine Ärztin da, schaute Durchfall mit Blut an & gab direkt:

Panacur PetPaste (1 Injektion, Rest sollten wir zuhause am nächsten Tag ins Mäulchen spritzen)



Duphamox LA 150 mg/ml: Dosis 0,5 ml



Emex 10 mg/ml 1 ml Dosis: 0,5 ml



Depo-Medrate ad us.vet. 40 mg/ml. Dosis: 0,25 ml



Metrotab vet. flavoured 250 mg (10 Tabletten, morgen und abends ne halbe)



DIARSANYL Plus (OP) 1 OP



Ich habe keine Ahnung, wofür die einzelnen Sachen sind, aber habe versucht, mich so gut wie möglich einzulesen im Internet, jedenfalls war sie direkt der Meinung, es werden Giardien sein und es wird so behandelt. Kot wollte sie nicht extra einschicken und meinte, wir können uns das Geld sparen. Ich war in dem Moment froh als Laie, dass einfach jemand handelt und hatte natürlich nicht darüber nachgedacht, dass es vielleicht doch Sinn gemacht hätte, es erst einzuschicken. Nun gut, zu Hause angekommen ging das Drama los mit der Einnahme von Medikamenten, keine Chance bei ihm, alles probiert, schlussendlich haben wir es geschafft, das Antibiotika zehn Tage zu geben, drei davon (die ersten 3) haben wir versäumt. (Paste als Ergänzungsmittel für den Darm ging auch mit Snacks). Bin zum Tierarzt, habe drei Tabletten nachgekauft und wollte sie nachträglich geben, damit das Antibiotika vollständig ist. Nachdem wir die erste halbe Tablette in ihm drin hatten, hat er ein paar Stunden später alles voll gebrochen, wirkte krank, er wirkte völlig „überfrachtet“, haben schweren Herzens das Antibiotika abgebrochen, auch wenn ich weiß, dass man es zu Ende nehmen muss, aber es blieb ja nichts in ihm drin. Tage später wieder Blut im Stuhl, regelrecht Blutstropfen aus After kommend. Neuer Tierarztbesuch also unumgänglich. Mittlerweile ist er so panisch und verstört (generell ängstlich), was den Arzt angeht, dass er überhaupt nicht behandelt werden konnte, bis er schließlich eine Beruhigungsspritze bekam und „lahmgelegt wurde“, es war SO schlimm. Da er dann keine Kontrolle mehr über seinen Körper hatte, urinierte er natürlich und kotete sich ein (beim TA war der Stuhl fest, blutig, wurde direkt eingeschickt, Durchfallprofil C nannte es sich). Dank der Spritze konnte der Arzt aber zumindest eine Ultraschalluntersuchung, Blut abnehmen und eine generelle Untersuchung vornehmen. Befund: (falls das geht würde ich es gern mal als PDF schicken/hochladen)… keine Kokzididen/Giardien/anderen Bakterien, eindeutige verdickte Darmschlingen, zudem auch noch Kristalle in der Blase/Blasenentzündung, Zufallsbefund (bekommt Antibiotika). Blutwerte und Kotprofil alles unauffällig. Der TA meinte 100 % nur durch Biopsie des Darms feststellbar, würde er aber NICHT machen, zu gefährlich und aufwändig, sehr wahrscheinliche Diagnose: IBD. Sofortiger Rat auf Umstellung des Futters Hills Petfood Z/d (Nass-und Trockenfutter).

Nun geben wir ihm das seit einigen Tagen und mischen es immer wieder in seinem feinen Filet von Miamor oder milde Mahlzeit der gleichen Firma, Tierarzt meinte in optimal zwei Wochen sollte es geschafft sein, in maximal vier Wochen sollten wir komplett bei dem neuen Futter sein. Da er sehr verwöhnt und mäkelig ist, das Futter dann auch mal tagelang stehen lässt, wenn’s nicht passt, ist das umstellen natürlich eine reinste Qual. Neo kriegt das Futter jetzt auch, weil wir sonst gar nicht kontrollieren können, wer was frisst. Trockenfutter hat er hin und wieder schon etwas angenommen, auch etwas Nassfutter, aber wie gesagt, immer in Kombi mit dem alten, jedoch schon große! Anteile von dem neuen. Nun hat er exakt seit dem Tierarztbesuch jeden!! Tag so starken Durchfall, der immer stärker wird und heute Nacht dann den Höhepunkt erreicht hat, in dem er vier mal in der Nacht auf Toilette war, es gar nicht mehr zur Toilette schaffte und unter anderem auch schon zweimal in die Wohnung gemacht hat, riesige Haufen Durchfall und am Tag 7-8 mal auf Toilette geht. Er frisst, auch das gesunde, teilweise, (also das hypoallergene Futter von Hills, siehe oben), legt sich sofort danach in eine dunkle Ecke und will von niemanden etwas wissen, scheinbar Krämpfe oder Ähnliches und geht keine 10 Minuten später zur Toilette und entleert sich wieder komplett. Ich habe so sehr Angst, dass er dehydriert oder weiter stark abnimmt. (Erster TA-Besuch: 4,6 kg, 6 Tage später: 4,4 kg). Habe nun zum aufpäppeln vom Tierarzt auch von Hills a/d bekommen (2 Dosen), wo wohl viele Vitamine etc. drin sein sollen. Das hat er gestern Abend das erste Mal gegessen und es scheint ihm im Vergleich zu dem anderen auch zu schmecken, aber wie gesagt - heute Nacht Durchfall gleich viel viel schlimmer, ob davon, keine Ahnung. Er kann ja gar keine Nährstoffe aufnehmen, wenn er alles immer gleich wieder ausscheidet. Meine Frage ist nun: was kann ich in diesem akuten Schub für ihn tun? Muss man das einfach so hinnehmen oder gibt es Möglichkeiten, den Durchfall vorerst zu stoppen oder ihm zu helfen? Im Internet kann man alles mögliche lesen, aber ich weiß nicht, worauf ich mich wirklich verlassen kann. Bekommen hat er bei der 2. TA-Behandlung bei dem Mann, der dann endlich auch mal sämtliche Untersuchungen als notwendig befand die folgenden Sachen:



Emex 10 mg/ml 1 ml Dosis: 0,47 ml



Depo-Medrate ad us.vet. 40 mg/ml Dosis: 0.57 ml



Cepetor 1 mg/ml, 10 ml Dosis: 0,45 ml

(Zum beruhigen)



Revertor 5mg/ml Dosis 0,45 ml

(Zum aufwachen)



Zwischen dem ersten und dem zweiten Tierarztbesuch lagen genau 13 Tage. Meines Erachtens nach hat er ihm also kein Cortison oder irgendetwas dergleichen gegeben, was wohl erst einmal in akuten Fällen hilft und alles beruhigen lässt, oder? Was ist nun eine Option? Ich habe Prednisolon angesprochen, aber keine direkte Antwort bekommen. Er meinte, das Kortison und Antibiotika würden ja noch wirken. (Von wann? Vom 1. mal oder hat er ihm auch was gegeben und ich verstehe die Fachbegriffe bloß nicht?) …

Warum ist es dann aber SO schlimm geworden und wechselte von blutigem Kot zu diesem Durchfall, der aber mittlerweile nicht mehr so stinkt wie vor dem Antibiotika von der Ärztin? Ich lese in so vielen Foren, dass viele Katzen dann wirklich jeden zweiten Tag etwas bekommen (Cortison o.ä.) und das dann über die Zeit irgendwie ausgeschlichen wird oder so …. Prinzipiell fühlen wir uns bei dem Arzt auch gut beraten, aber das macht mich etwas unsicher. Er meinte wir sollen nun an der Futterumstellung dran bleiben und das erstmal probieren, eventuell würde er den Kot nochmal auf diese Corona-Viren bei Katzen testen lassen, fragte mich, ob ich das jetzt will oder erst später ggfalls … wären auch wieder 160 €, bin aber schon am überlegen, ob ich das noch nachreichen sollte. Jetzt haben sie einmal den Kot oder ich müsste halt Durchfall noch bringen (eingeschickt wurde ja der feste blutige Stuhl). Eine andere Option, sagte er, wären auch noch die ganzen Vitamine (B12 etc.) und spezielle Blutwerte testen zu lassen, die über den großen Check hinausgehen… weil ich das angesprochen hatte, dass er sicherlich einen Mangel hat, verliert schon Fell und wirkt sehr schwach, kein Wunder, wenn man immer alles gleich wieder ausscheidet, aber dafür müssen wir wieder mit ihm zum Tierarzt und es müssten neue Röhrchen abgenommen werden. Ich möchte ihm das gerade ersparen, da er wirklich panisch und seelisch verstört danach ist. Spielt vielleicht auch das mit rein, dass es jetzt gerade so schlimm ist? Arztbesuch ist nun sechs Tage her …

Tausende Fragen in meinen Kopf. Hat er diesen starken Durchfall jetzt eventuell wegen der Umstellung auf das Futter, was wir jeden Tag mehr untermischen oder ist sein Darm von Antibiotika und co. einfach völlig am Ende und kommt nicht zur Ruhe?
 
A

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..denn komischerweise genau nach dem 2. TA-Besuch fing der Durchfall an und der starke blutende Code hörte auf. Beides ist natürlich überhaupt nicht gut und man merkt ihm seine Schwäche an. Ich kann ihm jetzt auch nicht einfach eine Kohletablette oder Ähnliches untermischen. Ich bin sowas von verzweifelt und wünsche mir einfach nur, dass es diesem kleinen Kater besser geht. Man merkt richtig, wie es an seinen Kräften zerrt (& an unseren), ständig auf Toilette zu müssen und es nicht halten zu können, Krämpfe zu haben, dann doch wieder total ausgehungert zu sein, weil er ja alles sofort ausscheidet. Tierarzt meinte, wenn es mit dem Futter gar nicht klappt, dann könnten wir noch auf Vet Concept Sana (Pferd, Känguru, Strauß o.ä.) umsteigen, habe auch schon gelesen, dass das Tier im Schub dann eine Fleischsorte benötigt, die es noch nie gegessen hat. In dem jetzigen ist ja Huhn, was er durchaus schon kennt, allerdings ist das Futter von Hills ja so stark erhitzt, dass es in seine einzelnen Teile (Proteine??) zerlegt wurde, wenn ich das richtig verstanden habe und dadurch für den Darm besser sein soll. Er meinte Hills wäre die erste Wahl. Falls auch VetConcept nicht funktioniert, dann würde noch Insektenfutter infrage kommen. Was meint ihr? Soll ich da jetzt auch wieder durchmischen oder einfach mit Hills ein paar Wochen dran bleiben und den Durchfall akzeptieren mit der Hoffnung auf Besserung?



Bitte um eure Hilfe und um Rat und entschuldigt diese Länge des Textes.
Ich glaube auch, man muss meinen ursprünglichen Text rauslöschen oder einen Teil davon, um darauf antworten zu können, sonst steht immer irgendetwas von „ooops, über 10.000 Zeichen“. …. Sorry!!!
Freue mich auf eure Erfahrungen/Tipps/Hilfen.
Liebe Grüße



Laura
 

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Oh je! :(

Wir hatten bzw. haben zum Teil noch heute auch eine Katze mit Problemen, die nichts mehr fraß und auch keinen Stuhl mehr absetzte, was sich zum Glück stark gebessert hat, aber immer noch besser werden muss. Die Fälle kann man direkt nicht vergleichen, und ich bin auch nur Laie, darum erzähle ich nur was unserer Katze augenscheinlich geholfen hat:

1. Das aller wichtigste! Eine gute TA, die nicht (nur) auf das Geld aus ist. Wie waren bei dreien, und dann auch noch in einer Klinik, und sie haben keinen Befund geliefert trotz der ganze teuren Diagnostik. Das Glück für uns war eine Nachbarin die früher lange Zeit im Tierschutz tätig war, und uns eine gute Praxis empfohlen hat. Es gibt m.E. im Nachgang Merkmale woran man eine gute Praxis erkennen kann, z.B. wenn sie für Tierheime arbeiten, und auch Hausbesuche machen. Einen Befund haben wir zwar immer noch nicht, aber die TA wo wir jetzt sind, hat die Symptome in den Griff bekommen
2. So wie ich das verstanden habe, muss eine Katze unbedingt genügend fressen und auch verwerten, sonst folgen daraus sehr schlimme gesundheitliche Probleme. In Folge man sehr schnell zur TA muss, wenn man meint mit der Energiezufuhr stimmt was nicht
3. In der schlimmsten Phase hat unsere Mitratz für die Fresslust, und zum Aufbau Nutri-Plus-gel bekommen
4. Das Gel bekommt sie noch heute, ich glaube das wäre (nach Rücksprache mit der TA) auch was für Deine Katze. Da kann man nicht so viel verkehrt mit machen

Wünsche dem Tierchen gute Besserung & LG
Lutz
 
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Danke schon mal für diesen ersten Tipp 🙏🏼🙏🏼🙏🏼ich werde mir alle hilfreichen Sachen notieren.
Ja, wahrscheinlich wäre es das Beste, ihn noch einmal komplett woanders vorzustellen, mir werden nur langsam auch die finanziellen Mittel knapp, haben über 600 € ausgegeben und das Thema Tierversicherung kommt erst jetzt infrage, wie immer, wenn man so doof ist und vorher denkt, man benötigt keine. Ob uns jetzt noch einer aufnimmt ist die goldene Frage… Und prinzipiell ist mir für dieses Tier auch kein Geld der Welt zu viel. Allerdings muss man das Geld dann auch halt wirklich haben und ich bin hochschwanger und wir haben bald einen Säugling zu versorgen. Vielleicht schauen wir nochmal bei einem anderen Tierarzt vorbei, aber wie gesagt auch das mag ich prinzipiell ersparen, weil es eine mentale Strapaze für ihn ist und es würde sich wieder so sehr auf sein Gemüt legen, er bräuchte in jedem Fall wieder diese Beruhigungsspritze etc., sonst kann man ihn gar nicht behandeln wegen panischer Angst, Kratzen etc. Wir kriegen ihn manchmal nicht mal in den Korb.
 
Danke schon mal für diesen ersten Tipp 🙏🏼🙏🏼🙏🏼ich werde mir alle hilfreichen Sachen notieren.
Ja, wahrscheinlich wäre es das Beste, ihn noch einmal komplett woanders vorzustellen, mir werden nur langsam auch die finanziellen Mittel knapp, haben über 600 € ausgegeben und das Thema Tierversicherung kommt erst jetzt infrage, wie immer, wenn man so doof ist und vorher denkt, man benötigt keine. Ob uns jetzt noch einer aufnimmt ist die goldene Frage… Und prinzipiell ist mir für dieses Tier auch kein Geld der Welt zu viel. Allerdings muss man das Geld dann auch halt wirklich haben und ich bin hochschwanger und wir haben bald einen Säugling zu versorgen. Vielleicht schauen wir nochmal bei einem anderen Tierarzt vorbei, aber wie gesagt auch das mag ich prinzipiell ersparen, weil es eine mentale Strapaze für ihn ist und es würde sich wieder so sehr auf sein Gemüt legen, er bräuchte in jedem Fall wieder diese Beruhigungsspritze etc., sonst kann man ihn gar nicht behandeln wegen panischer Angst, Kratzen etc. Wir kriegen ihn manchmal nicht mal in den Korb.
Ja! Leider kann schon die Haltung von Kleintieren einem heutzutage finanziell ganz schön zusetzen. An Deiner Stelle würde ich erst mal beim nächsten Tierheim anfragen, ob die einen Rat für Dich haben was die TA Behandlungen anbelangt.
 
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@lauri1996: Hier gibt es Mitschreibende, die sich wesentlich besser auskennen, trotzdem antworte ich dir einmal, da wir auch eine Katze mit chronischen Durchfall-Episoden haben. Bei ihr ist es einem Lymphom geschuldet. Die Symptome und die Befunde wie z. B. verdickte Darmschlingen, sind nicht unähnlich wie bei IBD, die Behandlung ebenfalls. Unsere Katze bekommt täglich eine relativ geringe Menge Prednisolon.

Mir kommt das alles ein wenig willkürlich und unstrukturiert vor, wie beim Tierarzt vorgegangen wurde. Schon allein die Diagnose Giardien, die nicht gesichert war, aber die trotzdem behandelt wurden, finde ich fragwürdig. Das ist doch alles zusätzlich sehr belastend für den sowieso schon angeschlagenen Darm gewesen.

Der muss m. M. n. in erster Linie einmal zur Ruhe kommen, wie du selbst schreibst. Leider stelle ich immer wieder fest, dass viele Tierärzte wenig Ahnung von richtiger Fütterung bei chronischen Erkrankungen (und generell) haben.

Es ist nicht gesagt, dass deine Katze das Spezialfutter verträgt und ich finde es spricht einiges dafür, dass genau das der Fall ist. Es ist nur eine Empfehlung, doch ich würde es nicht weiter geben.

Zwei Fragen: Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist IBD nur eine Verdachtdiagnose, richtig?
Und wenn ich auch das richtig verstanden habe, frisst die Katze doch, oder? Denn dann ergibt die Gabe von Mirataz nämlich gar keinen Sinn. Das gibt man nur bei Inappetenz, ansonsten hat es keinerlei Effekt.
 
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Okeeee.

1. Durchatmen

2. Sortieren

3. Nochmal durchatmen

IBD stabil zu bekommen, braucht Zeit. Das sage ich aus Erfahrung mit einem IBD-Kater, bei dem die Darmerkrankung diverse andere Organe in Mitleidenschaft gezogen hatte. Mehrere OPs, tonnenweise Medikamente. So weit muss es bei euch nicht kommen! Aber ich verstehe sehr gut, wie dein Nervenkostüm gerade davor sein muss.

Gehen wir das mal durch.

1. IBD ist eine Ausschlussdiagnose. Die verdickten Darmschlingen können auch durch Parasiten (im Kotprofil nachweisbar, allerdings braucht es dazu eine Sammelprobe von drei Tagen), an einer Unverträglichkeit (Ausschlussdiät mit einer bisher unbekannten Proteinsorte. Am besten ohne "Beiwerk" wie Gemüse, Eierschale, etc. Hills stehe ich insofern skeptisch gegenüber, als dass, soweit sich das für mich liest, nur das Protein hydrolysiert ist. Es kann aber - mit geringerer Wahrscheinlichkeit, aber möglich, auch auf andere Bestandteile reagiert werden. Und davon sind ne Menge drin, schau mal drauf), an einem Lymphom (wir wollen es nicht hoffen) liegen. Ist es das alles nicht, fällt die Diagnose IBD. IBD und Lymphom sind nur in einer Biopsie des Darms zu differenzieren. Und da es eine Probe aus allen Schichten der auffälligen Darmstellen braucht, muss dazu der Bauch auf. Nix Endoskopie. Entsprechend belastend ist der Eingriff und ich würde auch davon abraten. Denn, das klingt jetzt hart, aber nur für den Menschen, nicht die Katze: IBD und Lymphom werden sehr ähnlich behandelt. Kortison plus ggf. Chemotherapie (bei Katzen wird das nicht so hoch dosiert wie beim Menschen, ist also verträglicher). Was davon es ist, merkt man dann spätestens im Verlauf, denn ein Lymphom ist nicht heilbar, nur verzögerbar. Bedeutet, wenn die Katze trotz Behandlung irgendwann massiv abbaut und stirbt, dann war es das Lymphom. Für das Tier macht es keinen Unterschied, ob wir als Menschen wissen, was es ist. Aber die OP macht für das Tier einen Unterschied, da enorm belastend. Kann man ihm also ersparen. Ein Lymphom wird idR nicht sonderlich alt, man geht von einer durchschnittlichen Überlebensdauer von einem Jahr aus. Eine IBD ist, wenn gut eingestellt, über viele Jahre zu managen. Bei uns sind es jetzt drei und Toby gerade quietschfidel.

2. Da es eine Ausschlussdiagnose ist, stellt sich die Frage nach der richtigen Reihenfolge. Auf jeden Fall zuerst
a) Kotprofil. Wär doof, rumzubehandeln, wenn es Parasiten sind. Ich habe gerade nicht die Zeit, nachzuvollziehen, ob eure Giardienbehandlung auch auf andere Parasiten wirksam wäre, dann könnte man das ausschließen.
b) Ausschlussdiät. Diese sollte ohne Kortison erfolgen, da dieses sonst die Symptome verschleiert und dich die Diät nicht schlauer macht. Das geht aber natürlich nur, wenn es deiner Katze nicht SO schlecht geht, dass sie das Kortison erstmal zur Stabilisierung benötigt. Hat ja niemand was von der AD, wenn er derweil immer weiter massiv abbaut.
c) bringt weder die Suche nach Parasiten, noch die AD was, braucht ein akuter IBD-Schub (oder das Lymphom) Kortison. Das Depo-Medrate ist ein, aber ich fürchte, ein Depotcortison (bitte nachprüfen, gerade Zeitnot). Das bitte nicht. Depotcortison hat ein deutlich höheres Risiko, einen Diabetes auszulösen, bei täglicher, abendlicher Gabe von Tabletten ist das Risiko dagegen sehr überschaubar. Hoch einsteigen (1,5-2mg/kg Katzengewicht), dann laaaaangsam reduzieren, wenn die Symptomatik eingehegt ist und so bleibt! Geht's wieder los, wieder erhöhen, ggf. dabei bleiben. Viele IBD-Katzen brauchen Kortison dauerhaft, das ist ok. Sie vertragen es deutlich besser als wir Menschen. Toby hier futtert seit zwei Jahren durchgehend Prednisolon und ist so fit wie nie.


Frag gerne, wenn du Fragen hast, ich antworte dann wahrscheinlich heute Abend.
 
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Vorneweg: Wenn Du die Namen der Medikamente bei Google eingibst, findest Du, was genau es ist.
Er hat ein Depot-Kortison bekommen. Ob das bei IBD so gut hilft, weiß ich nicht genau, da ist @Motzfussel die absolute Spezialistin, sie hat einen Kater mit IBD, der seit langem Kortison bekommt und dem es damit gut geht.
Diese großen Kotmengen und sein schlechter Allgemeinzustand lassen mich auch an eine Bauchspeicheldrüsenentzündung denken.
Hast Du das Blutbild bekommen? Wurde die Bauchspeicheldrüse angesprochen?

Versuche (ich weiß, es ist furchbar gerade für Euch), ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Es wurde jetzt sehr viel gegeben und gemacht, Medikamente, gleichzeitig Futterumstellung, er hat Kristalle, die wiederum brauchen ein völlig anderes Futter...
Blasenentzündung mit Kristallen kann sehr schmerzhaft sein. Ebenso seine Darmgeschichte. Ich sehe nirgends ein Schmerzmittel, das würde ich auch nachfragen, wieso er keine Schmerzmedikamente bekommt.

Du könntest noch in eine andere Praxis, klar, aber die fangen dann halt auch, wenn's blöd läuft, von vorne an. Die jetzige Praxis "handelt" ja. Manchmal muss man bei Tieren, die ja nicht sagen können, wo genau's zwickt, ein bisschen ausprobieren.
Für mich sieht es nur nach sehr viel auf einmal aus, was da so gemacht wurde. Es kann sein, dass alleine das schon ein bisschen viel für den Kleinen war.

Bitte frage mal nach dem Blutbild, bzw. frage, ob der Bauchspeicheldrüsenwert bestimmt wurde oder wie eine Entzündung dieser ausgeschlossen worden ist.
 
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Ja! Leider kann schon die Haltung von Kleintieren einem heutzutage finanziell ganz schön zusetzen. An Deiner Stelle würde ich erst mal beim nächsten Tierheim anfragen, ob die einen Rat für Dich haben was die TA Behandlungen anbelangt.
Da wird man leider keine Chance haben, denn es ist ja kein freilaufendes Tier, aber lieben Dank! Aber wir schaffen das schon irgendwie, nachdem er jetzt einen Tag gar nichts gegessen hat und dementsprechend auch nicht großartig auf Toilette musste, hatte sein Darm vielleicht schon mal die Möglichkeit, sich ein bisschen zu beruhigen und er hat eben ein paar Stückchen Trockenfutter von dieser neuen Firma gegessen. (Nassfutter kommt er gar nicht ran). Bisher noch kein Toilettengang. Abwarten und Daumen drücken, er wirkt schon ein bisschen fitter & nicht mehr so „zusammengefallen“, obwohl er fast nichts zu sich genommen hat, vielleicht einfach dankbar, dass die Krämpfe und der lästige Durchfall ausbleiben. 🍀
 
  • #10
@lauri1996: Hier gibt es Mitschreibende, die sich wesentlich besser auskennen, trotzdem antworte ich dir einmal, da wir auch eine Katze mit chronischen Durchfall-Episoden haben. Bei ihr ist es einem Lymphom geschuldet. Die Symptome und die Befunde wie z. B. verdickte Darmschlingen, sind nicht unähnlich wie bei IBD, die Behandlung ebenfalls. Unsere Katze bekommt täglich eine relativ geringe Menge Prednisolon.

Mir kommt das alles ein wenig willkürlich und unstrukturiert vor, wie beim Tierarzt vorgegangen wurde. Schon allein die Diagnose Giardien, die nicht gesichert war, aber die trotzdem behandelt wurden, finde ich fragwürdig. Das ist doch alles zusätzlich sehr belastend für den sowieso schon angeschlagenen Darm gewesen.

Der muss m. M. n. in erster Linie einmal zur Ruhe kommen, wie du selbst schreibst. Leider stelle ich immer wieder fest, dass viele Tierärzte wenig Ahnung von richtiger Fütterung bei chronischen Erkrankungen (und generell) haben.

Es ist nicht gesagt, dass deine Katze das Spezialfutter verträgt und ich finde es spricht einiges dafür, dass genau das der Fall ist. Es ist nur eine Empfehlung, doch ich würde es nicht weiter geben.

Zwei Fragen: Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist IBD nur eine Verdachtdiagnose, richtig?
Und wenn ich auch das richtig verstanden habe, frisst die Katze doch, oder? Denn dann ergibt die Gabe von Mirataz nämlich gar keinen Sinn. Das gibt man nur bei Inappetenz, ansonsten hat es keinerlei Effekt.
Auch danke für deine Antwort. Was ist denn dieses Mirataz? Sorry, kann aufgrund der vielen Begriffe etc. mit manchem gar nix anfangen! Update: Nachdem er jetzt einen Tag gar nichts gegessen hat und dementsprechend auch nicht großartig auf Toilette musste, hatte sein Darm vielleicht schon mal die Möglichkeit, sich ein bisschen zu beruhigen und er hat eben ein paar Stückchen Trockenfutter von dieser neuen Firma gegessen. (Nassfutter kommt er gar nicht ran). Bisher noch kein Toilettengang. Abwarten und Daumen drücken, er wirkt schon ein bisschen fitter & nicht mehr so „zusammengefallen“, obwohl er fast nichts zu sich genommen hat, vielleicht einfach dankbar, dass die Krämpfe und der lästige Durchfall ausbleiben. Und wie du sagst, vielleicht bleiben wir dann auch einfach nur bei diesem Trockenfutter, wenn er das irgendwie annimmt und probieren bei dem Nassfutter einfach nochmal dieses VetConcept Sana oder das Futter auf Insektenbasis, alle diese Sorten sollen wohl für die Krankheit gut sein und im Endeffekt muss es nicht zwingend diese eine Firma sein, hoffe ich. Mir war klar, dass er nicht von Anfang an mit Freude dran geht, er ist generell mäkelig was Fressen angeht, aber wenn es ihm so gar nicht schmeckt, ist das für sein ganzes Leben ja auch keine Option.

Darf ich fragen, wie lang eure Katze schon weitestgehend „gesund“ vom Allgemeinzustand her mit dem Lymphom lebt? Das ist ja nochmal ne Ecke schlimmer! Was füttert ihr?

IBD ist ja eine Ausschlussdiagnose & es wurde so gut wie alles getestet, bis auf ganz spezielle Dinge, die wir nachholen, wenn’s jetzt nicht besser wird & der TA meinte, das es das wohl sehr wahrscheinlich sein wird, daher die Futterumstellung. Ja - ich fand das Vorgehen von der ersten Tierärztin auch alles andere als gut, war aber dann umso mehr froh, dass der zweite Tierarzt eben sämtliche Untersuchungen vorgenommen hat. Prednisolon ist jetzt quasi was genau und wofür bei deiner Katze? Aktuell ist er ja relativ voll gepumpt mit Medikamenten, und so wie ich das verstanden hab wirkt das Cortison ja auch noch, also wollen wir ihm ungern jetzt noch mehr geben.
 
  • #11
@lauri1996: Mirataz ist eine Salbe mit dem Wirkstoff Mirtazapin aus der Humanmedizin gegen Depressionen.

Unsere Katze lebt jetzt seit über einem Jahr mit dem Lymphom.

In akuten Phasen, in denen sie breiigen Kot absetzt (*richtigen* Durchfall hat sie sehr selten bis nie) füttere ich gekochtes bzw. im Backofen gegartes Hühnchenbrustfilet. Dann füttere ich etwa zwei, drei Tage Animonda Integra Intestinal bei Durchfall (als Nass- und Trockenfutter) und anschließend mische ich nach und nach wieder das gewohnte Mac's Hühnchen mit Cranberry (und nur das) unter.

Wir wechseln beim Futter ansonsten nicht ab, das bekommt ihr überhaupt nicht und auch mit den Leckerli muss ich vorsichtig sein.

Prednisolon ist Cortison. Es wirkt u. a. entzündungshemmend.
 
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  • #12
Mal ein Tip für kleine "Hasenfüße"....frage bitte nach Gabapentin.
Das kannst du deiner Katze dann 2 Std. vor dem Tierarztbesuch geben. Es entspannt und beruhigt die Katze.
Für den Fall, dass du weiterhin regelmäßig zum Tierarzt gehen musst, wär das für dein Katerchen das Beste.
Die Wirkung lässt nach ca. 12 Std. nach.
 
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  • #13
Prednisolon ist ein Cortison. Ja, das aktuelle Depot muss erstmal raus sein. Es wirkt entzündungshemmend und da es sich bei IBD um eine chronische Darmentzündung handelt (stell es dir grob vor wie Morbus Crohn beim Menschen), brauchen diese Tiere das Cortison, um der Entzündung Herr zu werden. Wenn der Darm entzündet ist, eben erstmal in den von mir genannten hohen Dosen, später ist oft eine niedrigere Erhaltungsdosis dauerhaft nötig. Sozusagen, um den Darm daran zu hindern, erneut Amok zu laufen.

Eine Sache habt ihr noch nicht ausgeschlossen: Eine reine Futtermittelallergie/-unverträglichkeit. Wie gesagt, die Eignung des Hills hierfür halte ich für sehr zweifelhaft, weil es genug nicht zur Unkenntlichkeit zerlegte Bestandteile enthält, auf die auch reagiert werden kann. Wäre es eine reine Unverträglichkeit, würde allein das Weglassen der unverträglichen Futterbestandteile reichen und ihr habt Ruhe.
Ist es eine IBD, macht eine Ausschlussdiät ebenfalls Sinn, denn sie geht oft mit einer zusätzlichen Unverträglichkeit einher. Dann muss man von zwei Seiten ran: verträgliches Futter plus Entzündungshemmung (Cortison). IBD ist ein multifaktorielles Geschehen. Der Darm neigt zu Entzündungen. Aus Autoimmunprozessen heraus, befeuert durch Unverträglichkeiten, Stress (Stress kann aufs Immunsystem gehen), aus Teufelskreisen (Darmentzündung kann Anfälligkeit für Pankreatitis, Gallenprobleme, bakterielle Fehlbesiedlungen insb. von Magen und Darm begünstigen, diese können wiederum mittelbar oder unmittelbar den Darm negativ beeinflussen...)
So betrachtet kommt ihr also um eine ordentliche AD eh nicht herum.
 
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  • #14
Prednisolon ist ein Cortison. Ja, das aktuelle Depot muss erstmal raus sein. Es wirkt entzündungshemmend und da es sich bei IBD um eine chronische Darmentzündung handelt (stell es dir grob vor wie Morbus Crohn beim Menschen), brauchen diese Tiere das Cortison, um der Entzündung Herr zu werden. Wenn der Darm entzündet ist, eben erstmal in den von mir genannten hohen Dosen, später ist oft eine niedrigere Erhaltungsdosis dauerhaft nötig. Sozusagen, um den Darm daran zu hindern, erneut Amok zu laufen.

Eine Sache habt ihr noch nicht ausgeschlossen: Eine reine Futtermittelallergie/-unverträglichkeit. Wie gesagt, die Eignung des Hills hierfür halte ich für sehr zweifelhaft, weil es genug nicht zur Unkenntlichkeit zerlegte Bestandteile enthält, auf die auch reagiert werden kann. Wäre es eine reine Unverträglichkeit, würde allein das Weglassen der unverträglichen Futterbestandteile reichen und ihr habt Ruhe.
Ist es eine IBD, macht eine Ausschlussdiät ebenfalls Sinn, denn sie geht oft mit einer zusätzlichen Unverträglichkeit einher. Dann muss man von zwei Seiten ran: verträgliches Futter plus Entzündungshemmung (Cortison). IBD ist ein multifaktorielles Geschehen. Der Darm neigt zu Entzündungen. Aus Autoimmunprozessen heraus, befeuert durch Unverträglichkeiten, Stress (Stress kann aufs Immunsystem gehen), aus Teufelskreisen (Darmentzündung kann Anfälligkeit für Pankreatitis, Gallenprobleme, bakterielle Fehlbesiedlungen insb. von Magen und Darm begünstigen, diese können wiederum mittelbar oder unmittelbar den Darm negativ beeinflussen...)
So betrachtet kommt ihr also um eine ordentliche AD eh nicht herum.
Was empfiehlst du für Futtersorten für ein Ausschlussdiät und wie gestalte ich die am besten? In seinem Fall radikal direkt damit starten und nichts mehr von dem alten Futter (Miamor Filet oder milde Mahlzeit) untermischen oder was sagst du??
 
  • #15
Okeeee.

1. Durchatmen

2. Sortieren

3. Nochmal durchatmen

IBD stabil zu bekommen, braucht Zeit. Das sage ich aus Erfahrung mit einem IBD-Kater, bei dem die Darmerkrankung diverse andere Organe in Mitleidenschaft gezogen hatte. Mehrere OPs, tonnenweise Medikamente. So weit muss es bei euch nicht kommen! Aber ich verstehe sehr gut, wie dein Nervenkostüm gerade davor sein muss.

Gehen wir das mal durch.

1. IBD ist eine Ausschlussdiagnose. Die verdickten Darmschlingen können auch durch Parasiten (im Kotprofil nachweisbar, allerdings braucht es dazu eine Sammelprobe von drei Tagen), an einer Unverträglichkeit (Ausschlussdiät mit einer bisher unbekannten Proteinsorte. Am besten ohne "Beiwerk" wie Gemüse, Eierschale, etc. Hills stehe ich insofern skeptisch gegenüber, als dass, soweit sich das für mich liest, nur das Protein hydrolysiert ist. Es kann aber - mit geringerer Wahrscheinlichkeit, aber möglich, auch auf andere Bestandteile reagiert werden. Und davon sind ne Menge drin, schau mal drauf), an einem Lymphom (wir wollen es nicht hoffen) liegen. Ist es das alles nicht, fällt die Diagnose IBD. IBD und Lymphom sind nur in einer Biopsie des Darms zu differenzieren. Und da es eine Probe aus allen Schichten der auffälligen Darmstellen braucht, muss dazu der Bauch auf. Nix Endoskopie. Entsprechend belastend ist der Eingriff und ich würde auch davon abraten. Denn, das klingt jetzt hart, aber nur für den Menschen, nicht die Katze: IBD und Lymphom werden sehr ähnlich behandelt. Kortison plus ggf. Chemotherapie (bei Katzen wird das nicht so hoch dosiert wie beim Menschen, ist also verträglicher). Was davon es ist, merkt man dann spätestens im Verlauf, denn ein Lymphom ist nicht heilbar, nur verzögerbar. Bedeutet, wenn die Katze trotz Behandlung irgendwann massiv abbaut und stirbt, dann war es das Lymphom. Für das Tier macht es keinen Unterschied, ob wir als Menschen wissen, was es ist. Aber die OP macht für das Tier einen Unterschied, da enorm belastend. Kann man ihm also ersparen. Ein Lymphom wird idR nicht sonderlich alt, man geht von einer durchschnittlichen Überlebensdauer von einem Jahr aus. Eine IBD ist, wenn gut eingestellt, über viele Jahre zu managen. Bei uns sind es jetzt drei und Toby gerade quietschfidel.

2. Da es eine Ausschlussdiagnose ist, stellt sich die Frage nach der richtigen Reihenfolge. Auf jeden Fall zuerst
a) Kotprofil. Wär doof, rumzubehandeln, wenn es Parasiten sind. Ich habe gerade nicht die Zeit, nachzuvollziehen, ob eure Giardienbehandlung auch auf andere Parasiten wirksam wäre, dann könnte man das ausschließen.
b) Ausschlussdiät. Diese sollte ohne Kortison erfolgen, da dieses sonst die Symptome verschleiert und dich die Diät nicht schlauer macht. Das geht aber natürlich nur, wenn es deiner Katze nicht SO schlecht geht, dass sie das Kortison erstmal zur Stabilisierung benötigt. Hat ja niemand was von der AD, wenn er derweil immer weiter massiv abbaut.
c) bringt weder die Suche nach Parasiten, noch die AD was, braucht ein akuter IBD-Schub (oder das Lymphom) Kortison. Das Depo-Medrate ist ein, aber ich fürchte, ein Depotcortison (bitte nachprüfen, gerade Zeitnot). Das bitte nicht. Depotcortison hat ein deutlich höheres Risiko, einen Diabetes auszulösen, bei täglicher, abendlicher Gabe von Tabletten ist das Risiko dagegen sehr überschaubar. Hoch einsteigen (1,5-2mg/kg Katzengewicht), dann laaaaangsam reduzieren, wenn die Symptomatik eingehegt ist und so bleibt! Geht's wieder los, wieder erhöhen, ggf. dabei bleiben. Viele IBD-Katzen brauchen Kortison dauerhaft, das ist ok. Sie vertragen es deutlich besser als wir Menschen. Toby hier futtert seit zwei Jahren durchgehend Prednisolon und ist so fit wie nie.


Frag gerne, wenn du Fragen hast, ich antworte dann wahrscheinlich heute Abend.
Super lieb, vielen Dank für die lange und ausführliche Antwort. Er hat das Depot auch nur bekommen, weil wir keine Medikamente in ihn reinbekommen. Egal, mit welchem Trick oder welchem Snack, er spuckt alles wieder aus und Tablettenvergabe ist nicht möglich. Wir wollen es jetzt auf jeden Fall mit einem anderen Futter probieren und vielleicht ist ja das schon unsere Lösung und es ist sogar nur eine Futterunverträglichkeit… Wie du sagst IBD ist halt doch nur über die Operation eindeutig feststellbar und diese wollen wir ihm definitiv nicht antun. Er ist psychisch allgemein schon genug gestresst und auch das legt sich ja auf den Magen-Darmtrakt. Hast du Empfehlungen wie wir jetzt mit der Ausschluss Diät beginnen können? Radikal und es direkt geben oder doch wieder in das alte Futter, welches er offensichtlich nicht verträgt, untermischen? Wenn ja, welche Sorte / Firma?

Update übrigens, 24.08.2023:
Er hat gestern bzw. jetzt 2 Tage fast gar nix gefressen, weil wir (leider) radikal sein mussten und sein Filet mal weggelassen haben, um zu sehen, ob eine Besserung eintritt, wenn er nur! das Hills bekommt (trocken und nass). An das Nassfutter z/d ist er so gar nicht zu gewöhnen & insgesamt bin ich mir trotz Rat des Tierarztes, es sei Mittel erster Wahl, nicht mehr sicher, ob es das wirklich für ihn ist. Habe mich sooo viel belesen und man soll ja quasi eine Art Ausschlussdiät machen, d.h. ein Monoprotein geben, was er zuvor noch nie hatte. Gerade in seinen Filets etc. hat er oft Huhn bekommen, im Hills ist zwar hydrolisierte Hühnerleber, aber Huhn ist es insgesamt ja trotzdem…. Was meint ihr? Er hat jetzt zwei Tage lang auch ein ganz kleines bisschen von dem a/d bekommen, wirkt Gott sei Dank!! auch wieder etwas fitter und spielt auch mal nen Moment… liegt nicht nur die ganze Zeit in der dunklen Ecke, als hätte er selbst gesagt, Gott sei dank konnte sich mein Darm jetzt mal zwei Tage beruhigen. Mir hat es so leid getan, weil ich wusste, er hat Hunger, aber der Tipp vom Tierarzt, das Stück für Stück unterzumischen hat uns anfangs wirklich nichts gebracht, denn es wurde jeden Tag schlimmer mit dem Durchfall und so lang immer noch dein altes Futter drunter war, wussten wir nicht, das neue auch wirklich hilft oder in irgendeiner Weise anschlägt.. also hab ich ihm das schneller als es ihm und uns lieb war und wie eine Futterumgewöhnung auch eigentlich stattfinden sollte, nur das Hills reingemacht. Das z/d will er GAR NICHT, daher wird das mit Dauerlösung schwierig oder soll ich es ihm immer wieder hinstellen und durchziehen? Trockenfutter nimmt er dann zur Not, wenn er so richtig ausgehungert ist & hat das quasi dann gestern und vorgestern ein „wenig“ und auch nur das (bis auf 2-3 mal schlecken an dem a/d zum aufpäppeln) gegessen. Trockenfutter ist ja aber leider doch auch keine einzige Dauerlösung, oder? Es scheint aber zu „wirken“, wenn wir das alte Futter weglassen, denn gut einerseits, dass er natürlich fast nichts gegessen hatte, hat er jetzt auch wenig Durchfall/keinen Drang zur Toilette zu gehen und es war heute Morgen ein bisschen besser, gestern war er gar nicht auf Toilette und heute dreimal gleich, keineswegs eine „normale Wurst“ (sorry für den Ausdruck), aber insgesamt ein ganz klein, wenig fester und auch dunkler & auch wieder mit stärkerem Geruch (wahrscheinlich weil das Futter auch mal 24 Stunden in ihm war und verarbeitet werden konnte, sonst hat er es ja wirklich nach 5 Minuten wie Suppe wieder herausgebracht).
Vielleicht liegt die Besserung aber auch daran, dass er so wenig gefuttert hat oder weil die Medikamente mit den Tagen ausschleichen. Ich bin sowas von überfragt. Will nur, dass er was fressen kann, was ihn zumindest ein bisschen! glücklich macht, denn er soll noch ein langes Leben vor sich haben & dass seine Beschwerden sich eben bessern/einstellen.
Vielleicht habt ihr Tipps, Tricks etc. - insbesondere was das Futter nun angeht.
Liebe Grüße und danke.
 
  • #16
Ich würde die Ausschlussdiät auf keinen Fall mit dem Trockenfutter machen, sondern so, wie Du es jetzt auch gelesen hast, mit einem guten Futter in Monoprotein.
Das Problem ist: Wenn er nicht viel frisst und wenn, dann nur Trockenfutter, dann wundert es mich nicht, dass er keinen Durchfall mehr hat oder weniger kotet. Trockenfutter bringt keine Flüssigkeit in den Körper, also steht auch weniger für Durchfall zur Verfügung. Und wenn meine bspw. wie zurzeit, sehr wenig futtern, dann koten die nur einmal am Tag echt wenig und eher hart.
Du machst rein gar nichts falsch, wenn Du ein gutes Futter in Monoprotein z.B. Pferd oder so kaufst, was er noch nie hatte.
Noch besser im Sinne der Ausschlussdiät wären Reinfleischdosen, denn da sind auch keine Zusatzstoffe drin, auf die er genau so reagieren könnte, wie auf ein Tierprotein. Aber dabei würde er dann leider keine Zusatzstoffe wie Taurin etc. erhalten, was auch nicht so dolle ist, weswegen ich eher Monoprotein bestellen würde.
 
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  • #17
Ich würde die Ausschlussdiät auf keinen Fall mit dem Trockenfutter machen, sondern so, wie Du es jetzt auch gelesen hast, mit einem guten Futter in Monoprotein.
Das Problem ist: Wenn er nicht viel frisst und wenn, dann nur Trockenfutter, dann wundert es mich nicht, dass er keinen Durchfall mehr hat oder weniger kotet. Trockenfutter bringt keine Flüssigkeit in den Körper, also steht auch weniger für Durchfall zur Verfügung. Und wenn meine bspw. wie zurzeit, sehr wenig futtern, dann koten die nur einmal am Tag echt wenig und eher hart.
Du machst rein gar nichts falsch, wenn Du ein gutes Futter in Monoprotein z.B. Pferd oder so kaufst, was er noch nie hatte.
Noch besser im Sinne der Ausschlussdiät wären Reinfleischdosen, denn da sind auch keine Zusatzstoffe drin, auf die er genau so reagieren könnte, wie auf ein Tierprotein. Aber dabei würde er dann leider keine Zusatzstoffe wie Taurin etc. erhalten, was auch nicht so dolle ist, weswegen ich eher Monoprotein bestellen würde.
Ganz lieben Dank für den guten Rat! Firma ist egal oder gibt’s Empfehlungen?
 
  • #18
Was empfiehlst du für Futtersorten für ein Ausschlussdiät und wie gestalte ich die am besten? In seinem Fall radikal direkt damit starten und nichts mehr von dem alten Futter (Miamor Filet oder milde Mahlzeit) untermischen oder was sagst du??
Untermischen: Kommt drauf an. Im Idealfall stellt man direkt um, weil es (unwahrscheinlich, aber möglich) sein kann, dass der akut mit Immunantwort beschäftigte Darm das neue Protein gleich mit als gefährlich verbucht. Aber das geht halt nur, wenn Katz das auch mit macht, ggf. bleibt dir nur untermischen übrig.

Bzgl. AD womit: Was @Mel-e sagt. Wobei ein paar Wochen Reinfleisch schon gehen, die Frage ist halt, wann es kribbelig wird. Da bin ich selbst nicht ganz sattelfest, im Zweifel helfen da gerne auch die netten Menschen in Barf-Foren.
Wenn du dich für ein Alleinfutter entscheidest, ist das immer ein Kompromiss, weil immer Zusätze drin sind. Die sind an sich auch der Gesundheit durchaus dienlich, sie sind ja dazu da, den Nährstoffbedarf abzudecken. Leider kann aber eben auch auf Eierschale, die oft als natürlicher Calciumlieferant drin ist, reagiert werden. In diesem Fall wäre also glatt ein Futter, das nicht so explizit auf "alles natürlich" setzt und einfach einen Nährstoffmix reinwirft, glatt die bessere Wahl. Aber: Ein gar nicht so seltener Auslöser von Darmgerumpel, gerade bei IBD, sind Bindemittel im Futter. Und die müssen nicht deklariert werden, du kannst es also nicht auf der Zutatenliste sehen. Futter, die auf Binder verzichten, kommen oft aus der äh... "Supergesund und natürlich"-Ecke. Dagegen ist nichts zu sagen, wenn das nicht auch heißen würde, dass Zusätze besonders gerne über Algen, Eierschale, Bierhefe, Knotenrang... beigefügt werden.

In anderen Worten: Da gibt's nicht das perfekte Futter. Rein aus Wahrscheinlichkeitsgründen (es ist am ehesten das Protein. Dann die Binder. Am unwahrscheinlichsten der Knotentang;) ) würde ich ein bindemittelfreies Futter ohne Eierschale nehmen (nicht auf die Schale wird reagiert. Aber bei ner ordentlichen Reaktion auf Huhn kann anhaftendes Hühnerprotein ein Problem sein).

Da es am wahrscheinlichsten das Protein ist, kannste natürlich all das auch ignorieren und irgendein Monoproteinfutter unbekannter Sorte nehmen. Wenn's klappt, super. Ist es nicht das Protein, fängst du halt aber von vorne an, das ist dann der Nachteil.

Also, bindemittelfreie Marken ohne Ei ;):
- Herrmanns
- Strayz
- Terra Felis
- Katzenliebe (außer Lachs) (nicht 100% sauber bedarfsdeckend, für ne Weile AD aber absolut in Ordnung)
- Tasty Cat Terrine
- Mjamjam Soßenschmaus

Bei den letzten Beiden handelt es sich im Fleischbrocken in Soße. Ggf. Wegen der Akzeptanz interessant.

Hab bestimmt was vergessen.
 
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  • #19
Ganz lieben Dank für den guten Rat! Firma ist egal oder gibt’s Empfehlungen?
Ich würde an Deiner Stelle in ein größeres Tierbedarfsgeschäft gehen, wenn das geht und dort verschiedene Marken kaufen. Wichtig ist ja, dass er es frisst :)
Wenn Du auf den Dosen hinten die Deklaration anschaust, sollte da so ausführlich wie möglich aufgeschlüsselt sein, was drin ist.
Aber im Grunde darfst Du Dich darauf verlassen, dass, wenn da "Monoprotein" drauf steht, es auch drin ist :)
Es ist so, dass in günstigerem Futter gerne alles mögliche mit drin ist. Schwein hatte er also ganz sicher schon einmal. Huhn, Pute und Rind natürlich auch. Dann musste halt mal überlegen, was Ihr schon für Fleischsorten gefüttert habt. Ihr könntet Kaninchen oder Lamm ausprobieren, das gibt es recht häufig. Sowas wie Pferd, Strauß, Känguru ist ziemlich sicher nie in anderen Dosen beigemengt gewesen, je exotischer, desto unwahrscheinlicher. Andererseits würde ich es wohl mit einem Tier versuchen, das hier in Deutschland auch zuverlässig bekommen werden kann und nicht um den halben Globus geschippert werden musste. Das ist aber meine persönliche Einstellung zu der Sache.
 
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  • #20
Ich würde an Deiner Stelle in ein größeres Tierbedarfsgeschäft gehen, wenn das geht und dort verschiedene Marken kaufen. Wichtig ist ja, dass er es frisst :)
Wenn Du auf den Dosen hinten die Deklaration anschaust, sollte da so ausführlich wie möglich aufgeschlüsselt sein, was drin ist.
Aber im Grunde darfst Du Dich darauf verlassen, dass, wenn da "Monoprotein" drauf steht, es auch drin ist :)
Es ist so, dass in günstigerem Futter gerne alles mögliche mit drin ist. Schwein hatte er also ganz sicher schon einmal. Huhn, Pute und Rind natürlich auch. Dann musste halt mal überlegen, was Ihr schon für Fleischsorten gefüttert habt. Ihr könntet Kaninchen oder Lamm ausprobieren, das gibt es recht häufig. Sowas wie Pferd, Strauß, Känguru ist ziemlich sicher nie in anderen Dosen beigemengt gewesen, je exotischer, desto unwahrscheinlicher. Andererseits würde ich es wohl mit einem Tier versuchen, das hier in Deutschland auch zuverlässig bekommen werden kann und nicht um den halben Globus geschippert werden musste. Das ist aber meine persönliche Einstellung zu der Sache.
Vielen vielen Dank! 🙏🏼
 

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