Der Traum von der Katze - Tipps für die Planung gesucht

Kewa71

Kewa71

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  • #41
Ich habe leider gerade nicht die Zeit für den ganzen Thread. Da ich mich vor längerer Zeit auch einmal mit der Anschaffung einer (zwei!) Bengalkatzen beschäftigt habe, habe ich noch diesen Link hier

http://bengalen-in-not.de/heim_gesucht.html

:pink-heart:

Es sind wunderschöne Tiere aber wirklich sehr anspruchsvoll.
 
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Aine

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  • #42
Jaboticaba

Jaboticaba

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  • #43
@TE

Entspanne dich. Bitte nimme es mir nicht übel, aber du machst auf mich den Eindruck, als wärst du Perfektionistin. Du willst die perfekten katzen und du willst eine perfekte Katzenhalterin sein.

Die perfekte Katze gibt es nicht. Ich dachte, ich hätte sie erwischt, aber sie mäkelt. Bzw. er, es ist ein Kater. Jede Katze hat Vorzüge und eben auch Nachteile. Gute und schlechte Seiten. Damit muss man leben können. Ein bisschen sind Katzen wie Kinder. Da bekommt man so ein Windelpaket von der Hebamme in den Arm gedrückt, da sieht man auch erst mal nur ein Schreischnütchen und ein paar flaumige Haare. Und mit jedem Tag, der vergeht, entdeckt man dann, was in diesem Windelpaket noch so alles versteckt ist. Das kann man sich dann auch nicht aussuchen. Geh mal so andie Sache heran.

Du wirst deinen Katzen begegnen, und du wirst wissen, dass ihr füreinander bestimmt seid. Und da sind dann das Aussehen und der Charakter völlig egal.

Bitte bereite dich innerlich darauf vor, dass deine Katzen krank werden und du vielleicht lange Zeit Medis geben oder immer wieder beim TA auflaufen musst. In menschlicher Obhut gehaltene Katzen können dreimal so alt werden als von der Natur vorgesehen. Das bedeutet Organverschleiß. Genau wie beim Menschen. Die Katzen, die bis zu ihrem Ableben in hohem Alter ohne Zipperlein davonkommen, sind höchstselten. Prüfe dich in einer stillen Stunde, ob du dazu bereit bist. Du kannst sie dann nicht umtauschen.

Bitte setze dich auch nicht so unter Druck. Es darf in deinem Katzenhaushalt drunter und drüber gehen. Du darfst auch Fehler machen. Erziehungsfehler. Auch mal Ernährungsfehler. Solange du in deinen Fehlern nicht beharrst und darauf bestehst, sie seien das einzig Wahre, werden deine Katzen daran nicht sterben.

Katzen sind zähe Burschen. Die verkraften viel und passen sich an. Was nicht heissen soll, dass man es ihnen das Leben nicht so artgerecht wie möglich gestalten soll. Aber mach dich nicht schon jetzt verrückt. Lies dich ein, hege deinen Traum, aber ohne Druck. Ich finde es übrigens ganz toll, dass du dich vorher erkundigst!

Bengalen würde ich mir auch nicht holen. Es sind total anspruchsvolle Tiere. Du wirst ihnen mit deiner Berufswahl nicht gerecht. Ausserdem spielt es schon eine Rolle, warum eine Rasse gezüchtet wurde. Da gäbe es einige, die für mich ein No Go wären. Alles, was irgendwie das Bedürfnis nach Prestige befriedigt zu Lasten eines Tieres, ist für mich ein No Go. Es ist für keine rollige Katzendame ein Spass, mit einem Wildkater in ein Gehege gesperrt zu werden, auf dass eine neue und geldbringende Rasse entstehe. Egal wie lange das zurückliegt.

Ich habe hier einen stinknormalen Hauskater. Er ist superagil, verspielt, neugierig und trotzköpfig. Eigentlich ein Freigänger. Er kann sich aber allein nicht beschäftigen, so wie seine Kumpels. Glaube mir, es IST anstrengend und so toll man das finden mag, es kommt der Moment, da wünscht man sich nur noch, aufs Sofa zu sinken, aber der Kater sitzt vor einem und mauzt und man rafft sich noch mal auf und schwingt die Federangel bis der Arm abfällt. Die ersten Monate fand ich das auch total niedlich, aber mittlerweile ist er drei, und das jeden Tag! Manchmal hat man davon die Nase voll und wünscht den Kater sonstwohin. Da braucht man ganz schön viel Selbstlosigkeit. Sagt dir hiermit eine ehrliche Dosenöffnerin. Vielleicht 6, 7, 8 Jahre, jeden Tag mindestens eine Stunde von der kargen Freizeit mit den Katzen herumtoben, obwohl man vor Müdigkeit fast aus den Latschen kippt? Da wünschst du dir irgendwann, wenigstens ab und zu mal, zwei Schlaftabletten. Zwei Bengalen, das wäre für mich der absolute Supergau.

Ich fände eher das problematisch. Wofür hält man sich sonst Tiere, wenn man sehr oft länger weg ist?
Ich hätte da voll das schlechte Gewissen. Ich konnte es nicht mal ertragen damals bei meinem Ex nebenan ein paar Tage zu verbringen und immer mal kurz rüber zu ihnen bin. Das tat mir im Herz weh:(
Aber ich liebe meine eigenen Katzen (wenn ich welche hab) wohl dafür einfach viel zu sehr als weg zu fahren:oops:

Genau. Für mich ist es schon ein Drama, meine Jungs jeden Tag allein zu lassen und auf Arbeit zu gehen.
 
C

cyber-cat

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  • #44
Hättest Du die Möglichkeit, in der Nachbarschaft oder Freundeskreis ab und zu Katzensitter zu machen? Z.B. am Anfang nur mal einen Nachmittag oder ein Wochenende mit telefonischer Erreichbarkeit des Katzenhalters für Notfälle.

Dann ist die Gefahr des "Verliebens" gering, denn die Katzen haben ein gutes Zuhause. Und Du kannst Dich allgemein dem Thema Katzenhaltung nähern und das Zusammenleben mit Katzen erleben.

So ähnlich hat es bei uns auch angefangen, und jetzt haben wir zwei eigene Katzen aus dem TH.
 
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newroM

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  • #45
Hilfeeee :omg: ihr seit ja klasse, so viele Antworten und überhaupt. Wie soll man denn da hinterherkommen? :D Danke euch allen nochmal ganz herzlich, hätte nie gedacht, dass da so viel Input kommt :muhaha:
Ich versuchs mal:

Hallo,

ich finde Bengalen auch wunderschön, würde aber eher davon abraten. Bei Hybridzüchtungen bin ich sehr skeptisch, zudem sollten solch sehr temperamentvollen Tiere meiner Meinung nach einer sehr große Wohnung oder eigentlich sogar mindestens gesicherten Freigang haben.
Hi Carry,
okay, ich denke mal, da herrscht hier ein beeindruckender Konsens. Ich nehme eure Warnungen da sehr ernst und werde das keinesfalls wieder vergessen. Wer weiß auch, wo es uns dann hinverschlägt. Vielleicht ziehen wir ja gezwungenermaßen aufs Land und da gibts all das. Wer weiß? Noch ist nicht alles verloren und schon gar nix entschieden. Was ich aber, egal wie, denke ich tun werde, is Züchter besuchen und mir wenigstens mal welche angucken, und wenns aus Neugier is und ich mir vom Züchter das selbe sagen lasse, was ihr auch sagt. Den Traum kann man sich ja für später aufbewahren, wenn alles nix hilft und wenn man sie in live auch so toll findet, dann werden wir das sicher nicht so schnell vergessen.

Um mal etwas anderes vorzuschlagen: Hast Du mal bei Orientalen geschaut, speziell bei Thai (Siam)? Die sind meist auch temperamentvoll, sehr lange verspielt, extrem Menschenbezogen, mit Mensch und untereinander Stapelkatzen und das Gegenteil von "ruhig auf dem Sofa". Sie brauchen aber auch entsprechend viel Beschäftigung.... und quatschen gerne und viel :aetschbaetsch1:
Also Siamesen? Hmm, hab ich bisher nie in Erwägung gezogen, muss ich gestehen. Vielleicht müsste man auch die Live erleben. Werd ich jetzt gesteinigt, wenn ich gestehen muss, dass mich grad die, und andere, die diesen schmalen Kopf haben (grad die afrikanischen Arten), immer irgendwie latent an ägyptische Katzenmumien erinnern? (sorry, bin beruflich vorgeschädigt) Da gruselts mich bissl... bin mir nich so sicher, ob wir da so Freunde würden...
Ich mein, blöd gefragt, wie sucht man sich ne Sorte Katze am Bildschirm aus? Guck: Hübsch, guck: hmm, ne nich mein Fall, guck: Oh ganz nett, hübsche Zeichnung, guck: Oh zu viel Fell usw, wenn man dann was gefunden hat, was einen anspricht, guckt man weiter, was tut es denn so? Was is das denn so fürn Typ? Is vermutlich (nich, dass ichs je versucht hätte) ähnlich, wie wenn man auf Partnerbörsen unterwegs is... da ist das Internet ja garstig, dass es eben einem immer die Vorauswahl übers Optische anbietet. Da merkt man dann gar nich, was man alles so verpasst. Ohne damit jetzt aussagen zu wollen, dass man dem Optischen den höchsten Stellenwert zumisst, aber ich glaub kaum einer kann sich dem komplett entziehen. Ich würde auch lügen, wenn ich behaupten würd, die Optik der Bengalen zieht mich nich an. Dann hab ich weitergelesen und las "lebhaft, menschenbezogen und intelligent". Klang perfekt... :rolleyes:, heißt offenbar auch nich, dass es das is. Wie gesagt, es muss auch wirklich nich ne Rassekatze sein oder so, schon gar nich aus Prinzip. Ich würde mir eine wünschen, die eben lebhaft, intelligent und menschenbezogen is, und mir wenigstens ein bisschen gefällt. Wenn sies nich tut, ich sie aber trotzdem lieb habe (was ja mehr als oft genug auch so passiert), dann findet man es dann trotzdem schön, egal was man vorher theoretisch dazu gesagt hätte. Vielleicht is die Idee der Rassekatze von mir auch ein Schaden aus der Pferdegeschichte. Da is auch immer, nie beim Vermehrer, schon gar keine Mixe, auf gar keinen Fall (würd ich auch nie machen, auch wenn das wohl nie passieren wird), ordentlicher Züchter, ordentliche Ausbildung etc pp. Allerdings ist da der Fall ja auch durch die "artfremde" Nutzung des Reitens ja massiv anders gelagert und es geht dabei ja letztlich um physische Belastbarkeit und nicht um die Optik. Da auf Katzen keiner draufsitzt, wird das wohl nur in wesentlich geringerem Maße der Fall sein und man darf da nich verallgemeinern. Aber da muss man sich dann wohl einfach dran gewöhnen, sich einlesen und entsprechend schlau machen um dann für die Tierart die richtige Lösung zu finden. Vermutlich rede ich mich hier grad eh im Kopf und Kragen... :rolleyes:
Schau mal in meine Vorstellung, da sind Fotos von meinen.

Liebe Grüße aus Köln!

Mache ich gerne, muss noch irgendwie rauskriegen, wo hier die persönlichen Themen sind... aber finde ich bestimmt.
 
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newroM

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  • #46
Wenn du hier im Forum erst mal fleißig mit liest, bei den Anfängern, Verhaltensproblemen, Krankheiten u.s.w., dann kannst du sicherlich vieles gut einschätzen.
Jaa, das mach ich auch, is ja auch noch genug Zeit bis es dann Ernst wird. Auch wenn ich im Moment überlege, mir nich für Krankheiten oder so, besser nen nettes Übersichtsbuch anzuschaffen, ich glaub das is einfacher und klarer als sich durch Haufen von Fallbeispielen zu wühlen. Ich denke grad irgendwie, dass das alles noch so unübersichtlich ist, für mich, dass ich mir zu allem besser mal nen gewisses Grundwissen anlese (komprimiert) und dann mir angucke, wie die Leute das erkennen oder die Probleme lösen und was dann passiert.
Ich möchte dir gerne etwas von meinen 2 Pflegekatzen erzählen, 2 siebenmonate alte Siammixe. Nix da, das Katzen auch mal schlafen. Die hingen praktisch den gesamten Tag an mir dran und hatten Energie ohne Ende. Wenn ich Futter in die Näpfe gefüllt habe, musste ich die 2 gefühlte 100 mal wieder runtersetzen. Sie sind beide an mir hoch geklettert, auf die Hochschränke geklettert, auf der offen stehende Tür balanciert, von dort in die Gardinen oder auf mich gesprungen, mit lautem Rufen verkündet, sie sind in Not und müssen befreit werden, z.B. oben an der Gardinenleiste. Und das nicht mal ein paar Minuten am Tag, sondern fast den ganzen Tag haben sie irgendwelchen Unsinn getrieben und waren nonstop in Bewegung. Sobald ich mich hingesetzt habe, wurde ich beschmust, ich konnte nichts schreiben, nichts handarbeiten, die zwei haben mitgeholfen.
Sie haben Schubladen aufgemacht, alles ausgeräumt, besonders Nachts, irgendwie haben die auch kaum geschlafen. Anfänger Katzen waren das auch, sehr selbstbewusst und auch sehr lieb, wenn mein Kater mal gefaucht und gegrollt hat, war das nur ein Zeichen, oh da ist was los, da müssen wir hin.
Das klingt toll, aber ich sehe langsam auch ein wenig ein, dass das durchaus anstrengend sein kann... Ich weiß echt nich, wie ich dadrauf dann reagiere, wenn das Ewigkeiten so weitergeht. Ich glaub das kann man sich gar nich vorstellen, oder? Ich glaub das wäre genauso möglich, dass ich dann da Stunden vorsitze und mir das mit verschleierten verliebten Augen angucke und mich köstlich amüsiere, wie dass es mir auf die Nerven geht. Hängt natürlich aber auch davon ab, wie die Gesamtbelastung ist. Aktuell is sie so, dass es sicher gar nicht ginge, dafür komm ich abends völlig gerädert heim und dann is absolut dicht und Sense. So will/kann ich aber mein Leben nicht ewig weiterleben, das geht noch nen Jahr so, aber dann muss damit Schluss sein, sonst gibts keine Katze, sondern Psychopharmaka... Ich denke das wird dann sicher auch alles auf den Prüfstand kommen. Sollte ich dann aber tatsächlich nur halbtags oder sowas arbeiten und viel hier allein zuhause sein, dann ist mir rasend schnell langweilig und dann wären so irre Wusels absolut das, was ich auch brauche, sonst turne ich hier auf den Türen rum. Nun, we´ll see, würd ich mal sagen. In beide Richtungen informieren und sorgsam drüber nachdenken und Situation evaluieren... Ich lass mich aber sicher von so Wildwuchs auch sehr schnell fangen, da muss man dann auch aufpassen. Vor allem muss man das ja langfristig einschätzen können...
Ach so, ich würde dir zu Katzen von einer Pflegestelle raten, die kennen ihre Katzen sehr genau und würden dir bei Fragen auch immer sehr gerne weiterhelfen. Es soll da auch schwarze Schafe geben, kenne ich persönlich aber nicht. Im Tierheim benehmen sich Katzen oft anders, als in einem häuslichen Umfeld. Und wenn es wirklich nicht passt, nimmt die Tierschutzorga die auch wieder zurück, ungern, aber im Interesse der Katzen schon.
Ein anerkannter Züchter ist auch ok, aber ich denke dann auch immer an die vielen wunderbaren Katzen die schon da sind und auch ein schönes Zuhause
möchten. Aber natürlich wäre das deine Entscheidung, kann ich auch verstehen.


Viel Erfolg wünsche ich dir

Ich denke, wir gucken echt dann ergebnisoffen. Solang wir die nötigen Haltungsbedingungen garantieren können, is alles erlaubt, was in die Wohnung passt und mit uns klar kommt. Wo sich dann was findet, da bin ich jetzt schon gespannt :D. Warum gibt es nur so viel Auswahl?

Ja, das mit deinem Job ist natürlich ein Problem, wenn da so viel offen ist.
Jow :( gab neulich im Spiegel nen sehr amüsanten Artikel über die Promotion in die Arbeitslosigkeit. Der akademische Mittelbau ist in diesem Land skandalös unterversorgt, grad in den Geisteswissenschaften und in einigen (nicht grad wenigen, Biologie zB) Naturwissenschaften. Entweder man gibt sein Leben ganz auf und hat unfassbares Glück und die richtigen Connections oder man kann gleich Hartz IV anmelden, lebenslang dann. Das kommt dann auch jedes Jahr aufs Neue die Gefahr, die grade durch die Anwendung des Wissenschaftszeitarbeitsgesetzes auf BA-Absolventen nochmal extrem verschärft wurd... Nu kann dich die Uni mit Pech nichmal anstellen, wenn du deinen MA oder Dr fertig hast, weil du seit dem BA (zB als Hiwi) zu lang beim Land angestellt warst... Absolut lächerlich. Erzählt einem vorher in der Form auch keiner... Es gibt in meinem Fach auch diverse andere Optionen als die Uni, aber das bleibt dann auch abzuwarten. Wenn sowas kommt, dann wird man brav und nen normaler Arbeitnehmer. Das Ausland gibts auch noch... Israel wäre eventuell ein günstiges Betätigungsfeld für mich, da kann man sich dann die Katze von der Straße aufsammeln, tun die da auch alle, da gibts genug. Vielleicht finde ich auch was gutes zum wechseln, und hab dann ne Chance aus dieser Schleife rauszukommen, aber auch da will einen dann keiner mehr (zu teuer und so). Mal sehen, es ist echt alles offen und völlig unplanbar. Aber nu genug OT...
Ansonsten, wenn es soweit ist, fahr einfach dahin, wo Katzen zu vermitteln sind. In die Tierheime, auf Pflegestellen, die du erreichen kannst, besuch Züchter deiner Wahl.
Irgendwo macht es dann Klick. Und in dem Moment ist es egal, wenn es eine Katze ist, wo man doch einen Kater wollte, wenn die Katze schwarz anstatt getigert ist oder wenn sie schon 2 Jahre ist, obwohl man doch ein Kitten haben wollte.

Oft trifft der Spruch zu, die Katze sucht sich ihre Menschen aus.
Jaaa, ich fürchte, genau so wird es kommen :yeah:, aber das macht ja auch nix, dann sollte man sich vorher so informiert haben, dass man das, was einem da grad auf dem Schoß rumspringt und Herzchen in die Augen zaubert auch ausreichend einschätzen kann.
Bei unserem Aparium, mein Mann hat immer an die Scheibe geklopft, bevor er gefüttert hat. Dann sind die Fische alle gekommen.
Und wenn die Katzen gegen die Scheibe gepatscht haben, sind sie auch gekommen.:D
Jaa, Fische sind sehr lernfähig, was das anbelangt. Die von meinem Vater sind immer bei blauem Fernseher gekommen, weil die immer zur Tagesschau was zu futtern bekommen haben...
Aber gegen die Scheibe klopfen is nich sehr nett, ne? Muss ich jetzt ja auch mal auspacken und ne Lanze für die Fische brechen, das tut denen ganz gut weh. Sollte man eigentlich von Abstand nehmen.
Aber wegen extrem temperamentvollen Katzen in reiner Wohnunghaltung überdenk auch mal das:
Du weißt jetzt noch nicht, wohin dich dein Beruf führt. Aber es kann auch sein, das du einen recht stressigen Job erwischst, der dich schon gut fordert. Da ist man abends müde, vor allem, wenn man ein bisschen älter ist. Wenn man nach Hause kommt, möchte man gerne ein bisschen ausspannen.
Klar, es ist toll, mit den Katzen zu spielen. Aber nicht immer und nicht unbedingt stundenlang. Aber je lebhafter deine Katzen sind, desto mehr davon werden sie fordern. Und auch brauchen, so lebhafte Katzen haben oft sehr viel andere Ideen von toller Beschäftigung als die Besitzer. Und je weniger ausgelastet sie sind, desto mehr Unsinn fällt ihnen ein.
Ich verstehe dich gut und beginne da auch langsam meine Begeisterung zu überdenken. Wenn ich so drüber nachdenke, bin ich aktuell tatsächlich eher auf Ruhe aus (vor allem, da ich schlecht schlafe). Mag aber auch wirklich ein Produkt des aktuellen Lebens sein, eigentlich bin ich nich so. Ich denke, dann sollte ich sogar besser noch abwarten, was aus meinem Leben wird und nich gleich mit Abgabe der Diss ne Katze anschaffen und dann steh ich nachher da. Ach mennooooo :(

Ich habe auch kein Problem damit, wenn mal was abgeräumt wird, auch wenn es mal Scherben gibt, oder eine Klopapierrolle geschreddert und verteilt wird.

[...]
Ja, ich sehe dein Argument... macht nachdenklich. Ich danke dir auch für die lebhafte Schilderung, da kann man sich das doch bissl besser vorstellen. Hätte ich ein Sofa, wäre ich da auch sehr gerne zu finden und würde mich an bissl Ruhe, nem guten Buch und ner Katze auf meinem Bauch erfreuen... Das wäre sogar ziemlich perfekt...
"Normale" Katzen drehen auch auf, spielen verrückt und haben ihre total irren 5 Minuten.
Aber dann irgendwann haben sie genug. Und kommen, um miteinander zu chillen. Mir ist diese Variante lieber.

Und, bei Kitten kann man nur vermuten, wie sie als erwachsene Tiere sind. Da kann sich am Verhalten noch sehr viel ändern.

Hmm ja, ich glaub on and off Katzen wären dann wohl tatsächlich ne reizvollere Option. Aber bissl irre bitte trotzdem sein und lustige Dinge machen und so, ja?? Nich nur rumliegen...?
 
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newroM

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  • #47
Ja Bengalen gehören für mich zu den Rassen die sich Menschen nur holen sollten, die sich mit Katzen auskennen und sich sehr stark damit beschäftigt haben.

Verantwortungsvolle Züchter würden keinem Anfänger ein Tier geben, doch es gibt leider auch bei Züchtern welche die nicht so verantwortungsvoll sind.
Okay, ja ich seh den Punkt. Ich gucke mir das mal an, und bin mal gespannt, was die so sagen, hab ich ja schon oben geschrieben. Einmal welche kennenlernen würd ich aber trotzdem zuu gern. Das kann man ja quasi sich immer noch erfüllen. Auch wenn es sich dann irgendwie komisch anfühlt... is dann eine nicht-Bengalkatze dann ein Versuchskaninchen? Irgendwie fies der Gedanke... :confused:
Darum geht es doch, du hast noch nie mit einer Katze zusammengelebt, kennst noch nicht die ganzen Eigenheiten von Katzen und wie das zusammenleben mit Ihnen ist. Zum Wohl des Tieres und auch für Dich wäre es deswegen besser , sich erst zwei Tiere zu holen, die lebhaft aber trotzdem im Zusammenleben etwas einfacher sind. Das ist doch gerade so, als wenn jemand der noch nie ein Hund hatte sich jetzt gleich einen Kangal holt.

Was is ein Kangal? :D Kenn ich nich. Hätte gedacht, wär eher wie wenn sich einer nen Border Collie als erstes holt. Kenn ich aber, um mal fies zu sein, einige Beispiele, wo das wunderbar geklappt hat. Aber is sicher nich vergleichbar. Aber ich verstehe und beginne auch langsam an der Idee zu zweifeln. Also nich, dass ichs euch nich geglaubt hab, aber da stand doch eher noch, aber das will ich doch genau haben, im Vordergrund. Da knabberts grad son bissl, eventuell will ich das ganz soo extrem dann doch nich haben... Aber Unsinn solls schon machen....

Ich kann dir keine Bengalen bieten. Aber eine Maine Coon Mix auf 40qm. Bin auch Anfängerin. Wohne in Köln und du kannst gern mal vorbeikommen. :D

Mache ich sehr gerne :) wollen wir das per PN besprechen. Wäre doch auch sehr neugierig, was die Katze dazu sagt. Muss ich ja doch gestehen :D

So viele Kölner hier :)
Schon, voll lustig :D
Wohnen da ebenfalls mit einem Kater (EKH Mischling) + Katze (deutsche Waldkatze / German Angora) und am 23. Dezember kriegen wir noch 2 Snowshoe Babies dazu. Die Rasse ist der Siam entsprungen ! :)

Ohh Babies...? :pink-heart: Meinst du, die, die, die... könnte man auch fotografieren? :pink-heart:

Hallo,

schon so viel Input :)
Allerdings, inzwischen sicher noch mehr... hier is echt was los, bei euch!

Ein paar Dinge möchte ich einfach noch als Überlegungen in den Raum stellen:

- Krankheiten/ Erkennen von Krankheiten: Wie schon geschrieben, dürfte das bei Kitten leichter sein. ABER: Das liegt auch daran, dass Kitten anfälliger sind bzw. schneller abbauen. Das heißt nicht, dass sie bei jedem Niesen dem Tod von der Schippe springen, aber gerade bei jungen Katzen ist es wichtig, schnell zu reagieren.
Okay, macht eindeutig Sinn, ja. Hätte ich auch so in etwa erwartet...
- Erwachsene Katzen neigen sehr dazu, Schmerzen und Schwäche zu verstecken. Das dürfte der Hauptgrund sein, warum du es dir nicht so zutrauen würdest, Krankheiten zu erkennen?
Ja genau, bzw auch die Option, dass sie eben unerkannte Krankheiten haben, die ich erkennen müsste, das aber nicht kann, weil ich es als Normalzustand ansehe...
Aber das merkt man mit der Zeit und entwickelt auch ein Gespür für seine Katzen, wenn man sich erstmal kennt. Bei manchen ist einmal die Woche kotzen vollkommen normal - bei uns kommt es so selten vor, dass ich denjenigen dann erstmal mit Argusaugen beobachte, ob da mehr dahintersteckt. Allerdings: Bei einer erwachsenen Katze hat man in der Regel aber auch etwas mehr Spielraum, um zu reagieren.
Ja, auch klar. Die Frage ist, wie schnell kennt man es, dass man es auch erkennt. Dieser Übergangsbereich is ja der Gefährliche. Oder eben, wie schon gesagt, wenn die Katze was mitbringt, was man dann gar nich erkennt, weil man das Tier gar nich anders kennt. Wenns erst mal gesund ist, ne Zeit lang (wie ich jetzt bei Kitten vom Züchter erwarten würde, bzw für wahrscheinlich halten würde, Ausnahmen immer möglich), dann is ja gut, dann merkt mans.
- Du schreibst, du findest Bengalen wegen ihrer Aktivität so toll. Gegenfrage: Hast du "normale" Hauskatzen in Wohnungshaltung schon einmal längere Zeit erlebt?
Nein, hab ich nicht. Das ist es ja... ich muss zugeben, so langsam kommen mir da auch Zweifel. Einmal 2 oder 3 (?) Tage in ner Wohnung wo ne Katze drin war, die mochte aber keine Fremden und blieb mir fern. War mehr oder minder unsichtbar/nicht vorhanden/hat geschlafen. Das war doof...
Ansonsten würde ich es ganz schwer finden zu beurteilen, ob dieses Level an Aktivität nicht schon ausreicht. Wohnungshaltung ist immer eine anspruchsvolle Angelegenheit, die den Halter fordert - wenn man es richtig machen will. Dazu braucht es keine Bengalen ;) Ich finde es gut, dass du mal bei Katzenhaltern vorbeischauen möchtest. Sieh dir erstmal an, wie viel Unsinn ganz gewöhnliche Katzen anrichten. Eine glückliche Katze schläft nicht 20 Stunden am Tag - das sind diejenigen, die gelangweilt und perspektivlos sind.
Ich glaub auch, das is die cleverste Variante. Ich denke, da habt ihr mich überzeugt.
 
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newroM

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  • #48
- Bei deinen Vorstellungen ging mir auch schon, wie andere schrieben, durch den Kopf, ob Orientalen/ Siamesen was für dich wären. Die habe ich selbst noch nicht live erlebt, höre nur aus Erzählungen, dass sie aktive, lebhafte Zeitgenossen sind, die viel erzählen und immer dabei sein wollen. Ich empfehle also auch einen Besuch bei Dosis von Orientalen :D

- Wohnungsgröße bei Bengalen: Vorweg, ich habe nie reinrassige Bengalen live erlebt. Ich stütze meine Meinung also a) auf Berichte von anderen und b) auf die Erfahrungen mit einem Bengal-Mix, den ich ab und an besuche. Ein wunderschönes Tier und echt beeindruckend! Während andere Katzen noch zum Küchenschrank schauen und eine Aufstiegsroute suchen, ist der mit einem Satz schon oben. Der klettert mühelos eine vertäfelte Wand hoch bis zur Decke :eek: Aber so toll er ist... bei der Vorstellung, dieses Tier auf 80 m² zu sperren, dreht's mir den Magen um. Der lebt jetzt in einem Riesenhaus und nutzt es voll. Meine Wohnung - die in der Tat so um die 80 m² hat - würde ihm niemals reichen, da kann ich noch so viele Catwalks und Kratzbäume aufstellen. Es gibt Leute, die die Wohnungsgröße für Bengalen ok finden würden. Ich finde aber, da ist eher der Wunsch Vater des Gedanken. Wenn eine Katze nicht weiß, dass es mehr gibt, kann sie sich damit arrangieren. Aber "arrangieren" klingt nicht nach einem glücklichen Leben.

Kurz gesagt: Meiner Meinung nach ginge für Bengalen nichts unter Haus mit gesichertem Garten, den Tieren zuliebe.
Okay, danke dir nochmal für die sachliche und präzise Auflistung und Erklärung. Verstehe, sehe das Problem... ich denke da muss ich mal ganz in Ruhe in mich gehen, auch dann nochmal und nochmal überlegen was ich eigentlich will...
- Züchter vs. Tierheim: Hier im Forum sind viele Leute im Tierschutz aktiv oder sind jedenfalls der klaren Meinung PRO-Tierschutz. Von daher wundere dich nicht, wenn die Diskussion aufkommt oder warum du ein bisschen zu Tierschutzkatzen gedrängt wirst ;) Ich spreche mich davon auch nicht frei. Lies dich ein - wie schon jemand schrieb, gerade in Bezug auf Bengalen auch zu Hybridzucht, deren Hintergründe und ob du es mit deinem Gewissen vereinbaren kannst. Aber auch hier noch eine Stimme, die sagt: Katzen aus dem Tierschutz haben nicht alle ein Päckchen zu tragen, falls das eure einzige Sorge ist.
Wundert mich nich, habe ich ehrlich gesagt erwartet :). Ich werte da aktuell nicht, dafür hab ich vom einen, wie vom anderen keine Ahnung. Das war tatsächlich die Hauptsorge ja, bzw eigentlich, das was ich oben zum Erkennen von Krankheiten geschrieben habe und dann zur sachgerechten Behandlung/Vermeidung der Krankheiten, auch in dem Gedanken, dass sie vielleicht anfälliger sind, bzw vielleicht was mitbringen.
Ich tu mich da auch einfach so schwer mit. Ist sicher auch mein privates Problem, muss ich gestehen. Weiß nich, wieweit ich das hier notwendigerweise ausführen muss, aber vielleicht ein bisschen, damit ihr mich etwas versteht. Ich war viel in Afrika, in Ostafrika auf dem "Land". Da sieht man Dinge, Tiere, Menschen in einem derart jenseitigen Zustand, ich denke, das kann man sich kaum vorstellen. Ich rede übrigens nicht von verhungert. Geschwüre, Elefantenfüße, Polio, Schafe, Ziegen mit gebrochenen Beinen, Esel auf drei Beinen, Pferde zum Skelett abgemagert und komplett durch, etc. Das gleiche im Nahen Osten, auch wenn die meist besser aussehen, aber brutaler behandelt werden. Da ist die hungrige Katze im Mülleimer eins der glücklichsten Tiere. Und alles nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus Hilflosigkeit, die Kinder sehen auch nicht besser aus. Ja, man kann niemals Tierleben gegen Menschenleben aufwiegen und es is nich der eine weniger schützenswert, weil es dem anderen auch schlecht geht. Alles klar, keine Diskussion. Aber es schafft, hmm, Verhältnismäßigkeiten. Hier ist das Problem keins das aus unserer Hilflosigkeit geboren ist (man also "Helfen" müsste), sondern eins von Dummheit, Unwissenheit und Gier und mangelnden Strukturen. All dies liegt quasi in unserer eigenen Hand (ergo: auch für mich: Beim Züchter kaufen und nicht beim Vermehrer). Dem Individuum muss natürlich weiterhin geholfen werden, denn das verdient jederzeit uneingeschränkten Schutz. Aber man sollte sich dann vielleicht eher systemisch engagieren, zB Haustierhaltung jeglicher Art mit "Führerschein", Artunabhängig. Es ist schwierig, vielleicht tue ich mich dann auch einfach mit dem Rest im Hinterkopf schwer, auf die Leute zuzugehen und mir dann todernst (ist es natürlich auch, im Vergleich aber eben nicht) sagen zu lassen, wie schlecht es denen allen geht, und mir ne wohlgenährte Katze in die Hand drücken zu lassen. Ich glaub ich wäre dann indifferent, bzw unbeeindruckt, je nach Auftreten eventuell sogar amüsiert und dann wären sie beleidigt und würden es nicht verstehen. Wie gesagt, damit will ich nicht und niemals kleinreden, was da geleistet wird und auch nicht den Schutz des Individuums bestreiten. Ich kann mich da immer nur noch an die vier schwarzweißen Welpen, frischgeboren, auf der Müllkippe in Addis Ababa erinnern, die blind und orientierungslos übereinander krabbelten. Ich konnte nichts für sie tun, und wenn, wäre es nur eine Symptombekämpfung gewesen, die vier von Millionen gerettet hätte, falls überhaupt... Die Enormität des Problems wächst, je weiter man von seiner Haustür wegguckt. Vielleicht kapituliert man dann irgendwann und schwört sich nur, es selber richtig zu machen. Die Welt kann man nich retten. Aber vielleicht kann man es doch, ich weiß es nich...
Dir wurde schon vorgeschlagen, Katzen von Pflegestellen auszusuchen. Da hast du bei seriösen Stellen (wie sie z.B. die Userin Taskali hier aus dem Forum betreibt) ebenso wie beim Züchter jemanden, der dir mit Rat und Tat zur Seite steht und im schlimmsten Falle seine Tiere auch wieder zurücknimmt. Da muss man halt im Vorfeld sprechen. Gute Pflegestellen können ihre Tiere auch sehr gut einschätzen, was bei euch ein wichtiger Punkt sein dürfte.
Das wird sicher dann noch ne bessere Sache sein, als das Tierheim, aber vielleicht stehen die ja auch alle in Kontakt.
Typisches Beispiel für Tierschutzkatzen, ganz ohne Päckchen: Ozzy und Krümel wurden als Kitten angeschafft. Nach ein paar Monaten wurden sie wohl zu anstrengend: Sie sollten aufgrund Umzugs der Besitzer vorübergehend auf eine Pflegestelle. Tja, die Besitzer haben sich nie wieder gemeldet. Beide absolut unkompliziert, Ozzy liebt Menschen über alles und Krümel hat das niedlichste Gesicht, das ich je gesehen habe. Trotzdem hat es über ein Jahr gedauert, die beiden zu vermitteln, da Ozzy "langweilig" schwarz ist und ihn keiner haben wollte. Wenn man so will, war seine Fellfarbe das einzige Päckchen, das beide zu tragen hatten.
Bei langweilig schwarz wär mein Freund sofort Feuer und Flamme :D
Aber ich sehe, die armen Dinger... Vielleicht war mein erster Eindruck da auch schlecht und sie hatten ungewöhnlich viele Problemfälle da grad da. Da war hier nur entweder verhaltensauffällig oder krank zu haben, oder beides.
Es ist absolut richtig, dass Mitleid kein Entscheidungskriterium sein darf. Aber auch im Tierschutz gibt es ganz normale, auch für Anfänger geeignete Katzen jeden Temperaments.

Wir gucken uns da um, versprochen. Und wenn die nich sofort welche haben, die uns aussuchen, dann kommen bestimmt irgendwann welche. Da gehe ich vorher nochmal sehr tief in mich und überlege und mache es von der Situation abhängig...
Danke dir sehr herzlich für deinen ausführlichen und sachlichen Beitrag. Das hat mir viele Denkanstöße gegeben.

@Margitsina, Kewa71, Aine, Jaboticaba und all die jenigen, die seitdem noch geschrieben haben:
Ich schreib morgen weiter, bin todmüde. Ich glaub ich schreib eh schon zunehmend nur Mist. Sorry Leute, kommt.
Ja, Jaboticaba, du hast recht, ich bin manisch perfektionistisch, hast du hervorragend erkannt :D, aber das gibt sich, wenns dann da is, dann is das Tier spannender als darüber zu lesen. Solang kann man die Energie und Sehnsucht in Infos sammeln kanalisieren, kommt nachher allen zugute :D
So, Rest morgen, hoffe, ich hab nich zu viel Müll geschrieben, habs jetzt nich nochmal durchgelesen... :dead: Wenn doch, nehm alles zurück und behaupte das Gegenteil :massaker:
 
Raja

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  • #49
..und so sollte es nicht sein. Ein einzelnes Tier in einer viel zu kleinen Wohnung .

Wir sind hier ein kleiner Sonderfall und es ändern sich auch bald die Umstände. Bei Interesse in unserem Thread nachzulesen. :) Das ist natürlich kein Optimalzustand und sollte bestimmt nicht absichtlich erstrebt werden. Hätte ich direkt dazuschreiben sollen.
 
Neokaiju

Neokaiju

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  • #50
Herzlich willkommen
Als wir uns entschieden hatten, dass 2 Schmusis bei uns einziehen sollten, war auch die grosse Frage was für welche. Meine Vorstellung war ein Knuddlbärchen, nicht zu agil am liebsten ein BKH.:pink-heart:
Mein Mann, der mit Katzen aufgewachsen ist, wollte gerne mal einen roten Kater anstatt der Kuhkatzen oder was ganz schwarzes und agiles. Auch fand er Bengalen toll, aber diese waren für uns echt ne Nummer zu hoch.

Ich bin seit letztem Jahr Anfängerin und musste mich erst mal durchlesen, was Katzen brauchen und war überrascht auf was man alles achten muss und sollte.:oha:
Ich war Katzentante bei meiner Freundin, dies war der erste engere Kontakt zu Katzen. Ehrlich gesagt fand ich die immer doof, weil ich mit ihnen nichts anfangen konnte. Daher dachte ich immer ich bin ein Hundetyp, weil ich mal selber einen besass. Ausserdem hatte ich Angst vor den Krallen.:eek:

Nun Allergietest war gemacht, die Vorbereitungen liefen, was fehlte waren die Katzen und ja es ist nicht einfach.
Es gibt bei uns eine Sendung im Regionalfernsehen“Plätzli gsucht“, dort werden Tiere aus dem Tierheim vorgestellt und so besuchten wir die Homepage des Tierheims, welches ja auch Kitten hatte.
Durch meine Unwissenheit dachte ich, es ist besser Katzen von klein auf bei sich zu haben wegen der Bindung und so.:cool:
Jetzt weiss ich, Humbug, Katzen im Alter von 3 – 4 gehören noch nicht zum alten Eisen und Vorteil von ihnen ist, sie sind keine Wundertüten mehr.

In meinem Kopf waren immer noch diese BKH, dennoch machten wir einen Termin im Tierheim. Die Aufregung wuchs und an dem Samstag kurz bevor wir loswollten, kam der unfreundlicher Anruf von einem Mitarbeiter aus dem Tierheim, der uns aus den Latschen kippte, ok wir nahmen einen 2. Termin wahr.:dead:
Aber am Sonntag kam der Anruf von einem Freund mit der Frage, ob wir immer noch an Katzen interessiert sind oder schon welche haben.:yeah:

So kam es zu unseren Schmusis, die wir an diesem besagten Dienstag besuchten und die uns aussuchten und ihre Mutter zufrieden dreinschaute und den Rückzug zu den anderen 2 antrat.:D
( Ich möchte euch bitten nicht gleich wieder anzufangen mich zu verurteilen, das hab ich schon hinter mir, aber diese Kitten wären im Tierheim gelandet und so haben wir es ihnen erspart. Wir haben kein Geld bezahlen müssen und die Kastration und Arztbesuche wollte man uns auch bezahlen, was wir ablehnten. Diese Familiengeschichte ist sehr tragisch also bitte, lasst es. Lieben Dank!)

Da wir danach Urlaub hatten, kamen die Schmusis mit 18 Wochen zu uns und wir lieben sie über alles. Es sind 2 Tigerhauskatzen, marmoriert mit Bengalltupfen auf dem Bauch ;)
Ein Mädchen ist sehr agil und brauch viel Beschäftigung ( wir sagen immer sie hat nen bengalischen Einschlag) und ihre Schwester ist so mehr british, bequem und voll die Diva :omg::pink-heart:

Du siehst, es kommt meist anders als man denkt, wir hatten 4 Fotos gesehen und waren nur zum Watching da und dann sassen je ein Kitten auf uns und wollte nicht mehr weg.:yeah:

Vergiss nicht daran zu denken, ob es jemanden gibt, der dich in der Urlaubszeit daheim vertritt und die Schmusis versorgen kann. Es ist ein herrliches Gefühl zu wissen man hat Urlaub, aber es ist grausam, wenn man weiss man fährt weg. Es waren bei uns knapp 2 Tage und wir waren noch nicht mal aus der Haustür, da hatten wir schon Heimweh.

Für mich sind es die tollsten Wesen überhaupt, ein Leben ohne Schmusis unmöglich!!!

In Kurzform unsere Geschichte wie wir zu unseren Schmusis kamen. Und ja ich gebe zu ich hatte in der Vorbereitung vorher den Test gemacht "Welche Katze passt zu mir":p:omg:

Liebe Grüsse
Neo
 
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  • #51
Soo, sorry Leute, war ne volle und anstrengende Woche.
Nu aber :)

..und so sollte es nicht sein. Ein einzelnes Tier in einer viel zu kleinen Wohnung .
Naja, sie hats mir erklärt, bald kommt das Katzi da raus. Grad unter dem Aspekt finde ich es interessant (und da sich die Situation bald ändert auch vertretbar) mal zu gucken, was denn so eine Katze auf 40m² so macht. Hilft uns sicher sehr dabei, bei unserer gefassten Entscheidung zu bleiben :)

Ich habe leider gerade nicht die Zeit für den ganzen Thread. Da ich mich vor längerer Zeit auch einmal mit der Anschaffung einer (zwei!) Bengalkatzen beschäftigt habe, habe ich noch diesen Link hier

http://bengalen-in-not.de/heim_gesucht.html

:pink-heart:

Es sind wunderschöne Tiere aber wirklich sehr anspruchsvoll.

Danke dir herzlich, da hab ich gleich mal durchgeguckt. Interessant, wieviele davon als Einzelkatzen angeboten werden.
Ich frage mich langsam, ob der Grund dafür, dass ihr hier Bengalen so negativ seht und so viele solche Probleme haben, eventuell sein könnte, dass so viele sie haben wollen, daher so viele sie auch mies züchten und dann schlecht sozialisieren. Also quasi ob der Schindluder, der mit so teuren Tieren getrieben wird, eventuell für ihren schlechten Ruf verantwortlich ist. Vielleicht stammt die Mehrheit an problematischen Tieren aus solchen Zuchten und dann landen die Leute hier und suchen sich Rat. Ich kann da wieder nur von Pferden sprechen, Bengalen sollen ja ungewöhnlich intelligent sein. Bei Pferden ist es so, dass zB im allgemeinen Vollblüter sehr intelligent sind. Intelligente Tiere "vertragen" aber im Allgemeinen "Misshandlung" schlechter, da sie eben denken und entsprechend eher reagieren, zB auf Ungerechtigkeit, das merken sie meist deutlich schneller. Dafür kann man mit ihnen Pferde stehlen, wenn man sie gut behandelt. Ich frage mich, ob das bei Katzen nicht eventuell ähnlich ist.

Als Buch würde ich dir dieses empfehlen:
http://www.amazon.de/Miez-miez-Artg...=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1448294935&sr=1-1

ich besitze schon etliche Katzenbücher, auf diese Autorin wurde ich durch das Forum aufmerksam, und Sie kann ich empfehlen.

Es gibt hier auch einen Bengalen thread, aber den finde ich gerade nicht.
Der hier klingt auch ganz interessant.
http://www.katzen-forum.net/zuechterbereich/200944-macht-zuechter-besser.html
Sehr spannend, danke dir! Da werd ich mich gleich mal umhorchen :)
Infooos, gebt mir Infooos :D

@TE

Entspanne dich. Bitte nimme es mir nicht übel, aber du machst auf mich den Eindruck, als wärst du Perfektionistin. Du willst die perfekten katzen und du willst eine perfekte Katzenhalterin sein.
Ich nehm dir das absolut nicht übel, du hast vollkommen recht :rolleyes: :D
Ich würde es aber ein wenig einschränken. Ja ich bin nen ziemlicher Perfektionist, steh ich zu, aber grad im Bereich der Tierhaltung bezieht sich das meist auf das Infos einholen und setzt sich im allgemeinen Umgang mit dem Tier eher seltener fort. Dennoch fühle ich mich im hohen Maß moralisch verantwortlich für das Tier mit dem ich umgehe und möchte also sicherstellen, dass mein "hobbygesteuerter" Umgang mit ihm auch moralisch vertretbar ist. Im Fall meiner eigenen Fische (und auch im Fall meiner zukünftigen Katzen) bin ich alleinverantwortlich derartige Bedingungen zu schaffen. Dafür muss ich nur erst mal gesichert herausfinden, wie derartige Bedingungen denn auszusehen haben. In dem Fall, dass dies nicht in meinem Verantwortungsbereich liegt und ich nichts daran ändern kann (zB bei Pferden, die nicht mir gehören, die ich aber reite) führt es dann dazu, dass ich mich abwende (und das Reiten aufgebe, so geschehen vor ein paar Jahren, bisher habe ich noch nicht wirklich eine Lösung gefunden). Im Fall meiner Fotoambitionen, muss die Tierhaltung des entsprechenden Tierbesitzers zumindestens ansatzweise meinen Ansprüchen genügen und eventuelle Einschränkungen erklärbar sein. Sonst gehe ich da nicht mehr hin.

Die perfekte Katze gibt es nicht. Ich dachte, ich hätte sie erwischt, aber sie mäkelt. Bzw. er, es ist ein Kater. Jede Katze hat Vorzüge und eben auch Nachteile. Gute und schlechte Seiten. Damit muss man leben können. Ein bisschen sind Katzen wie Kinder. Da bekommt man so ein Windelpaket von der Hebamme in den Arm gedrückt, da sieht man auch erst mal nur ein Schreischnütchen und ein paar flaumige Haare. Und mit jedem Tag, der vergeht, entdeckt man dann, was in diesem Windelpaket noch so alles versteckt ist. Das kann man sich dann auch nicht aussuchen. Geh mal so andie Sache heran.
Mache ich, keine Sorge, wie gesagt, der Perfektionismus bezieht sich weniger auf das spezifische Individuum, sondern eben auf die äußerem Umstände. Meine Frage bezüglich der Lebhaftigkeit war allerdings eben darauf gemünzt, dass man, wenn man ein "lebhaftes" Tier haben möchte (was ja bei mir leider der Fall ist) eben höllisch aufpassen muss, nicht ein "zu" lebhaftes Tier zu erwischen, dass dann unter den, wie auch immer, eingeschränkten Haltungsbedingungen leiden muss. Denn das fällt dann wieder in den o.g. Bereich der Verantwortung für eine artgerechte Haltung. Da muss man quasi auf der Hut vor seinem eigenen Wunsch sein, dass der sich nich ins Gegenteil für das Tier verkehrt. Dass man dann eventuell etwas anderes bekommt, als man sich gedacht hat, is mir klar, und gehört auch ehrlich gesagt zur Faszination der Angelegenheit mit dazu. Nur grade dann muss man eben so planen, dass egal was man dann in die Finger kriegt, die allgemeinen Haltungsumstände trotzdem vertretbar sein müssen. Aber nachher entspannt neben einer durchdrehenden Katze zu sitzen und mit den Schultern zu zucken und zu sagen, tjoa, war halt nen Überraschungspaket, wusste nich, dass es so wild is und eigentlich mehr Platz braucht, gehört eben zu den - für mich - moralisch nicht vertretbaren Dingen.
Du wirst deinen Katzen begegnen, und du wirst wissen, dass ihr füreinander bestimmt seid. Und da sind dann das Aussehen und der Charakter völlig egal.
Da gehe ich auch von aus :D :pink-heart:
Aber auch hier ist eine gewisse Vorsicht vonnöten: Aufpassen, dass man das, woran man grad sein Herz verliert, auch ordentlich unterbringen kann. In dem Moment ist das nämlich vermutlich eher nebensächlich, aber genau da liegt ja die Gefahr. Deswegen, vorher ausführlich informieren, damit man, egal was einem dann übern Weg läuft, dieses auch einschätzen kann. Oder? Bevor man nachher verliebt was nach Hause trägt, was kreuzunglücklich wird.
Bitte bereite dich innerlich darauf vor, dass deine Katzen krank werden und du vielleicht lange Zeit Medis geben oder immer wieder beim TA auflaufen musst. In menschlicher Obhut gehaltene Katzen können dreimal so alt werden als von der Natur vorgesehen. Das bedeutet Organverschleiß. Genau wie beim Menschen. Die Katzen, die bis zu ihrem Ableben in hohem Alter ohne Zipperlein davonkommen, sind höchstselten. Prüfe dich in einer stillen Stunde, ob du dazu bereit bist. Du kannst sie dann nicht umtauschen.
Das ist mir klar und ist auch okay. Auch damit rechne ich natürlich :). Auch wenns in dem Zusammenhang blöd klingt, wenn ein Fisch unheilbar krank ist, muss der Halter alleinverantwortlich für die Erlösung sorgen (da gibt es verschiedene Mittel und Wege). Ein Tierarzt macht das nicht und ist auch nicht vertretbar einen so kranken Fisch dem Stress des Transportes auszusetzen. Die Alternative wäre ihn einfach verrecken zu lassen. Auch das können wir und mussten es auch schon, leider, manchmal machen. Ich bin da allerdings ein eher fimschiger Mensch, der "mit-leidet" und sich damit schwer tut. Mein Freund ist da aber erheblich abgebrühter und zusammen haben wir es bisher immer gut gelöst bekommen. Bis auf ein "missratenes" Experiment ist uns nie etwas schiefgelaufen zum Leidwesen des Tieres.

Aber auch das hat wieder zwei Ebenen: Einerseits psychisch zu akzeptieren, dass das Tier krank werden kann, sterben kann und Pflege bedürfen wird, ist das eine. Damit auch umgehen zu können und sich nicht zu drücken oder innerlich daran zusammenzubrechen oder zu erkalten eine zwingende Notwendigkeit, völlig klar.
Die zweite Ebene liegt aber eben darin, sich zu informieren, wie krank es werden kann, wovon es krank werden kann und wie man Krankheiten erkennt und pflegt. Damit es a) nicht dazu kommt, dass ein Fehler von meiner Seite zu einer vermeidbaren Krankheit führt, b) dem Tier im Falle der Krankheit schnellstmöglichst geholfen wird und c) es möglichst gut versorgt wird, damit es möglichst zügig gesund wird und keine Folgeschäden davonträgt. Dafür braucht es aber wiederum die Infos vorher.
 
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  • #52
Bitte setze dich auch nicht so unter Druck. Es darf in deinem Katzenhaushalt drunter und drüber gehen. Du darfst auch Fehler machen. Erziehungsfehler. Auch mal Ernährungsfehler. Solange du in deinen Fehlern nicht beharrst und darauf bestehst, sie seien das einzig Wahre, werden deine Katzen daran nicht sterben.
Das is ja eben der Witz, das is ja komplett unvermeidbar, dass dies passieren wird! So gut kann man sich einfach nich informieren, dass sowas ausgeschlossen ist. Das ist eben auch der Grund warum ich für den Anfang kein Tier haben möchte, das solche "Anfängerfehler" eventuell nicht wegsteckt, zB eins mit behandlungsbedürftigen Vorerkrankungen oder psychischen Problemen. Denn diese Fehler werden unvermeidlich kommen, nur möchte ich nicht, dass das Tier davon eventuell langfristige psychische oder physische Schäden davonträgt, weil ich, als Anfänger, es nicht ordentlich versorgen kann. Das ist ja ganz genau mein Punkt!
Katzen sind zähe Burschen. Die verkraften viel und passen sich an. Was nicht heissen soll, dass man es ihnen das Leben nicht so artgerecht wie möglich gestalten soll. Aber mach dich nicht schon jetzt verrückt. Lies dich ein, hege deinen Traum, aber ohne Druck. Ich finde es übrigens ganz toll, dass du dich vorher erkundigst!
Ich mach mir keinen Druck :) das macht mir tierisch viel Spaß und ich bin furchtbar neugierig. Daher frage ich euch so viele Löcher in den Bauch. Der einzige Druck liegt eventuell darin dann auch müde und platt nach der Arbeit noch zu antworten :rolleyes:, hab ich Anfang der Woche noch versucht, dann aber aufgegeben. Also bitte verzeiht es mir :D.
Bengalen würde ich mir auch nicht holen. Es sind total anspruchsvolle Tiere. Du wirst ihnen mit deiner Berufswahl nicht gerecht. Ausserdem spielt es schon eine Rolle, warum eine Rasse gezüchtet wurde. Da gäbe es einige, die für mich ein No Go wären. Alles, was irgendwie das Bedürfnis nach Prestige befriedigt zu Lasten eines Tieres, ist für mich ein No Go. Es ist für keine rollige Katzendame ein Spass, mit einem Wildkater in ein Gehege gesperrt zu werden, auf dass eine neue und geldbringende Rasse entstehe. Egal wie lange das zurückliegt.
Das ist schon richtig, ich muss mich da nochmal genauer informieren, irgendwo is mir glaub ich übern Weg gelaufen, dass da auch der Zufall im Spiel war, aber das muss ich mir in Ruhe angucken, bisher noch nich die Zeit dafür gehabt und auch noch keine wirklich umfassende Quelle gefunden. Ich denke aber, nicht, dass 30 Jahre zurückliegende Misshandlung notwendigerweise ein Grund ist, sich von der Rasse als solche abzuwenden, solang derartige Einkreuzungen heute nicht mehr stattfinden. Da kommt wieder mein Job ins Spiel: Jede Haustierrasse hat sowas durch, vielleicht nicht in der Form etc, aber jede Art hat eine ziemlich grausame Geschichte, nur liegt die meist so weit zurück, dass die meisten davon einfach nix wissen. Als Vorgeschichtler habe ich das aber gelernt, und zB gebrochene Pferde-Dornfortsätze bei den Römis halten mich heute auch nicht vom Reiten ab, solang mein Pferd keine Schäden an den Dornfortsätzen hat. Heute sollte man es besser wissen und solche Experimente lassen, aktuell neu geschaffene Rassen in der Form sollten boykottiert werden, um die Züchter von solchen Experimenten im Hier und Jetzt abzuhalten. Die Vergangenheit ist aber schon passiert und ändern kann man sie durch kein heutiges Verhalten mehr, dennoch sollte man dann eben so ein Verhalten nun vermeiden. Man könnte(!) sogar soweit gehen und sagen, wenn man die heutige, unter so viel Leid geschaffene, Rasse boykottiert und quasi ausrottet, dann war das Leid der damals involvierten Tiere umsonst und noch sinnloser, als es eh schon war. Ich bin mir da noch nicht so sicher, wie ich dazu stehe, dafür habe ich noch zu wenig Ahnung davon, wie das tatsächlich abläuft und was da passiert ist. Steht aber auf der Agenda mich darüber schlau zu machen, und dann werde ich mir sorgsam eine Meinung dazu bilden und danach handeln. Ich habe eure Ablehnung registriert und werde mich eingehend mit den Hintergründen beschäftigen.
Ich habe hier einen stinknormalen Hauskater. Er ist superagil, verspielt, neugierig und trotzköpfig. Eigentlich ein Freigänger. Er kann sich aber allein nicht beschäftigen, so wie seine Kumpels. Glaube mir, es IST anstrengend und so toll man das finden mag, es kommt der Moment, da wünscht man sich nur noch, aufs Sofa zu sinken, aber der Kater sitzt vor einem und mauzt und man rafft sich noch mal auf und schwingt die Federangel bis der Arm abfällt. Die ersten Monate fand ich das auch total niedlich, aber mittlerweile ist er drei, und das jeden Tag! Manchmal hat man davon die Nase voll und wünscht den Kater sonstwohin. Da braucht man ganz schön viel Selbstlosigkeit. Sagt dir hiermit eine ehrliche Dosenöffnerin. Vielleicht 6, 7, 8 Jahre, jeden Tag mindestens eine Stunde von der kargen Freizeit mit den Katzen herumtoben, obwohl man vor Müdigkeit fast aus den Latschen kippt? Da wünschst du dir irgendwann, wenigstens ab und zu mal, zwei Schlaftabletten. Zwei Bengalen, das wäre für mich der absolute Supergau.
Ich verstehe auch das Argument, das wird sicher das härteste sein, da irgendwie im Vorfeld an eine ordentliche Einschätzung zu kommen, hab ich ja schon paar mal geschrieben. Ich weiß noch nicht, wie ich das Problem lösen soll.
Genau. Für mich ist es schon ein Drama, meine Jungs jeden Tag allein zu lassen und auf Arbeit zu gehen.

Naja, aber man muss ja arbeiten, bei aller Freundschaft mit den Tieren. Irgendwo hilft es nichts und ich denke kaum einer kann sich den Luxus erlauben nicht zu arbeiten oder hat die Chance zuhause zu arbeiten. Ich denke, da muss man der Realität ins Auge sehen. Wie gesagt, wenn wir so viel weg sind, dass eine ordentliche Versorgung der Tiere nicht gewährleistet ist, dann steht die Anschaffung außer Frage.

Hättest Du die Möglichkeit, in der Nachbarschaft oder Freundeskreis ab und zu Katzensitter zu machen? Z.B. am Anfang nur mal einen Nachmittag oder ein Wochenende mit telefonischer Erreichbarkeit des Katzenhalters für Notfälle.

Dann ist die Gefahr des "Verliebens" gering, denn die Katzen haben ein gutes Zuhause. Und Du kannst Dich allgemein dem Thema Katzenhaltung nähern und das Zusammenleben mit Katzen erleben.

So ähnlich hat es bei uns auch angefangen, und jetzt haben wir zwei eigene Katzen aus dem TH.

Ne im Moment leider nicht, vielleicht findet sich da ja noch was. Wäre jedenfalls eine tolle Lösung.
 
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  • #53
Wir sind hier ein kleiner Sonderfall und es ändern sich auch bald die Umstände. Bei Interesse in unserem Thread nachzulesen. :) Das ist natürlich kein Optimalzustand und sollte bestimmt nicht absichtlich erstrebt werden. Hätte ich direkt dazuschreiben sollen.
Hast es mir ja ausreichend erklärt, find ich okay. Hab ich dir ja schon geschrieben, es ändert sich ja bald und ich kann mir auch gut vorstellen, dass diese etwas langsamere Entwicklung der Sache für deine Katze sicher auch freundlicher ist, als wenn sie gleich mit allen Veränderungen auf einmal konfrontiert wird.

Herzlich willkommen
Danke dir :)
Als wir uns entschieden hatten, dass 2 Schmusis bei uns einziehen sollten, war auch die grosse Frage was für welche. Meine Vorstellung war ein Knuddlbärchen, nicht zu agil am liebsten ein BKH.:pink-heart:
Mein Mann, der mit Katzen aufgewachsen ist, wollte gerne mal einen roten Kater anstatt der Kuhkatzen oder was ganz schwarzes und agiles. Auch fand er Bengalen toll, aber diese waren für uns echt ne Nummer zu hoch.

Ich bin seit letztem Jahr Anfängerin und musste mich erst mal durchlesen, was Katzen brauchen und war überrascht auf was man alles achten muss und sollte.:oha:
Ich war Katzentante bei meiner Freundin, dies war der erste engere Kontakt zu Katzen. Ehrlich gesagt fand ich die immer doof, weil ich mit ihnen nichts anfangen konnte. Daher dachte ich immer ich bin ein Hundetyp, weil ich mal selber einen besass. Ausserdem hatte ich Angst vor den Krallen.:eek:

Nun Allergietest war gemacht, die Vorbereitungen liefen, was fehlte waren die Katzen und ja es ist nicht einfach.
Es gibt bei uns eine Sendung im Regionalfernsehen“Plätzli gsucht“, dort werden Tiere aus dem Tierheim vorgestellt und so besuchten wir die Homepage des Tierheims, welches ja auch Kitten hatte.
Durch meine Unwissenheit dachte ich, es ist besser Katzen von klein auf bei sich zu haben wegen der Bindung und so.:cool:
Jetzt weiss ich, Humbug, Katzen im Alter von 3 – 4 gehören noch nicht zum alten Eisen und Vorteil von ihnen ist, sie sind keine Wundertüten mehr.

In meinem Kopf waren immer noch diese BKH, dennoch machten wir einen Termin im Tierheim. Die Aufregung wuchs und an dem Samstag kurz bevor wir loswollten, kam der unfreundlicher Anruf von einem Mitarbeiter aus dem Tierheim, der uns aus den Latschen kippte, ok wir nahmen einen 2. Termin wahr.:dead:
Aber am Sonntag kam der Anruf von einem Freund mit der Frage, ob wir immer noch an Katzen interessiert sind oder schon welche haben.:yeah:

So kam es zu unseren Schmusis, die wir an diesem besagten Dienstag besuchten und die uns aussuchten und ihre Mutter zufrieden dreinschaute und den Rückzug zu den anderen 2 antrat.:D
Haha, das is geil. Adoption mit Billigung der Mama :D
( Ich möchte euch bitten nicht gleich wieder anzufangen mich zu verurteilen, das hab ich schon hinter mir, aber diese Kitten wären im Tierheim gelandet und so haben wir es ihnen erspart. Wir haben kein Geld bezahlen müssen und die Kastration und Arztbesuche wollte man uns auch bezahlen, was wir ablehnten. Diese Familiengeschichte ist sehr tragisch also bitte, lasst es. Lieben Dank!)

Da wir danach Urlaub hatten, kamen die Schmusis mit 18 Wochen zu uns und wir lieben sie über alles. Es sind 2 Tigerhauskatzen, marmoriert mit Bengalltupfen auf dem Bauch ;)
Ein Mädchen ist sehr agil und brauch viel Beschäftigung ( wir sagen immer sie hat nen bengalischen Einschlag) und ihre Schwester ist so mehr british, bequem und voll die Diva :omg::pink-heart:

Du siehst, es kommt meist anders als man denkt, wir hatten 4 Fotos gesehen und waren nur zum Watching da und dann sassen je ein Kitten auf uns und wollte nicht mehr weg.:yeah:

Vergiss nicht daran zu denken, ob es jemanden gibt, der dich in der Urlaubszeit daheim vertritt und die Schmusis versorgen kann. Es ist ein herrliches Gefühl zu wissen man hat Urlaub, aber es ist grausam, wenn man weiss man fährt weg. Es waren bei uns knapp 2 Tage und wir waren noch nicht mal aus der Haustür, da hatten wir schon Heimweh.
Zugegeben haben wir seit 6 Jahren keinen Urlaub mit Wegfahren mehr gehabt, aber im Falle dessen werden wir natürlich dafür sorgen.
Für mich sind es die tollsten Wesen überhaupt, ein Leben ohne Schmusis unmöglich!!!

In Kurzform unsere Geschichte wie wir zu unseren Schmusis kamen. Und ja ich gebe zu ich hatte in der Vorbereitung vorher den Test gemacht "Welche Katze passt zu mir":p:omg:

Liebe Grüsse
Neo
Danke dir für deine Beschreibung. Ich kann mir sehr sehr gut vorstellen, dass es bei uns auch so kommen wird. Will ich ja gar nich abstreiten. Mir gehts hier im Moment tatsächlich eher um die Informationssammlung vorher. Freut mich jedenfalls sehr, dass ihr so glücklich mit euren Schmusis seit.
 
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  • #54
Darf ich mal fragen, was du arbeitest? Ich habe nach dem ersten Post schon vermutet, dass du Archäologin bist. Und sogar Vorgeschichte? :eek: Ich muss dazu sagen, dass ich mich privat total für Vor- und Frühgeschichte interessiere. Ich habe gerade jetzt wieder gleich 6 Bücher bestellt, dreizehntes Gehalt ist ja eingetroffen. :D

Wenn es dir lieber ist, kannst du gerne per PN antworten. Also, du würdest mir eine Riesenfreude machen, wenn wir mal über dieses Thema uns austauschen könnten.
 
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  • #55
Darf ich mal fragen, was du arbeitest? Ich habe nach dem ersten Post schon vermutet, dass du Archäologin bist. Und sogar Vorgeschichte? :eek: Ich muss dazu sagen, dass ich mich privat total für Vor- und Frühgeschichte interessiere. Ich habe gerade jetzt wieder gleich 6 Bücher bestellt, dreizehntes Gehalt ist ja eingetroffen. :D

Wenn es dir lieber ist, kannst du gerne per PN antworten. Also, du würdest mir eine Riesenfreude machen, wenn wir mal über dieses Thema uns austauschen könnten.

Ganz genau :D Nagel und Kopf und so :D
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  • #56
Zur Domestikation von Wildtieren: Ich glaube, da gibt es einen grundlegenden Unterschied zu den Bengalen und Savannahs. Bzw. zu allen anderen Katzenrassen. Oder vielleicht sogar zwei. Und das würde für mich schon eine Rolle spielen.

Ich sage es mal salopp: Die Menschen damals hatten die Nase voll, auf die Jagd zu gehen, unsicherer Jagderfolg etc. Also haben sie lieber lebende Vorratshaltung betrieben. Für sie waren es Nutztiere. Man kann die Neolithische Revolution mit gespaltenen Gefühlen betrachten, den Menschen ging es damals hauptsächlich um die Abdeckung ihrer Grundbedürfnisse. Und den Tieren ging es bestimmt besser als den Nutztieren heute.

Die Bengalen wurden einzig und allein dafür gezüchtet, Prestigebedürfnisse zu befriedigen. Da sind Menschen, die sagen, ich will keine 0815-Katze, sondern eine, die nach etwas aussieht. Wildlook im Wohnzimmer. Bei den Savannahs ist das noch extremer. Und es ist auch nicht die letzte Hybridzucht, die versucht wird. Da gibt es Leute, die versuchen, Hauskatzen mit dem Karakal zu kreuzen. Da ist die Karakat dabei herausgekommen. Weil wir Menschen ja immer was neuese und Trendiges brauchen. Wenn alle einen Bengalen haben, muss man sich ja wieder von der Allgmeinheit abheben.

Wenn es immer wieder Interessenten gibt, hört der Kreislauf nie auf. Das heisst, wenn du keine Bengalen nimmst, bewahrst du vielleicht einen Karakal oder eine andere exotische Wildkatzenart davor, als Ausgangsart für eine neue Prestigerasse missbraucht zu werden.

Der zweite Punkt wäre für mich: die Menschen damals wussten noch nicht, was wir heute wissen. Sie haben einfach mit der Natur experimentiert. Wenn irgendetwas danebenging, sie z.B. ihr Ackerland kaputtgewirtschaftet hatten, brauchten sie nur eine Tagesreise weiterzumarschieren, einmal über den nächsten Berg und einbiegen ins nächste Tal, und schon konnten sie von vorne beginnen. Das können wir heute nicht mehr, und darum haben wir ehute ein anderes Verhältnis zur Natur, ein anderes Bewusstsein. Das betrifft dann halt auch das Züchten von irgendwelchen Tieren. Wir gehen da heute mit einem anderen Bewusstsein heran als die Menschen damals. Und wenn wir heute sehen, wie Menschen ganz offensichtlich diesem Bewusstsein zuwiderhandeln, und auch noch per Gesetz geschützt werden, dann kommt das nicht gut an.

Ich nenne dir mal ein ganz anderes Beispiel. Es wird gerade grosse Mode, Flughörnchen zu domestizieren. Ist der letzte Schrei, seit Frettchen normale Haustiere geworden sind. Flughörnchen sind nachtaktiv und leben in den höchsten Wipfeln in Australiens Wäldern. Sie werden in Käfigen gehalten, die allerhöchstens Zimmerhöhe haben. Sie werden den ganzen Tag wachgehalten zum Kuscheln, weil mensch ja tagaktiv ist. Und das Allerbekloppteste: es gibt Klamotten für sie. Was soll das? Was soll dieses krankhafte Bedürfnis, etwas Exotisches zu Hause sitzen zu haben?

Was den Charakter bei Katzen betrifft, gibt es zwei grundlegende Unterschiede, die man den verschiedenen Katzenrassen zuschreiben kann. Und die kann man anatomisch begründen:

Es gibt die vielbefellten Moppelrassen, wie Perser, Birmchen, BKH whatever. Und es gibt die schlanken windschnittigen, die alle in Richtung Siam bzw. Afrikaner gehen. Die Möppis sind eher gemütlich, die windschnittigen eher agil. Den Moppels ist es aufgrund ihres Körperbaus zu mühsam, lange herumzutoben. Ist doch logisch, oder?

Alle anderen Charaktereigenschaften trefffen auf ALLE Katzenrassen zu und sind Ergebnis von Sozialisierung und Vorerfahrungen. Nimm dir mal ein Katzenrassenbuch zur Hand und vergleiche die Eigenschaften der einzelnen Rassen. Du wirst staunen, wie oft dasselbe wiederholt wird, vielleicht nur mit anderen Worten. Ich sehe nämlich z.B. keinen inhaltlichen Unterschied, wenn bei der einen Rasse "menschenbezogen" steht, und bei der anderen "verschmust und liebevoll".

Davon mal abgesehen, schlafen ALLE Katzen ca. 18 Stunden am Tag, die restliche Zeit verbringen sie mit Putzen, Fressen, Revier beobachten und Jagen, bzw. Herumtoben. Die Lebhaftigkeit beschränkt sich dann bevorzugt auf die Abend- bzw. Morgendämmerung, und je nach Wochentag bzw. Jahreszeit bevorzugen wir Menschen dann doch eher, noch oder schon im Bett zu liegen.

Bei normalen Hauskatzen findest du superagile wie meinen Max, verschmuste Zuckerpuppen wie meinen Zeca, Schlaftabletten wie meinen Siam Freddy (völlig aus der Art geschlagen), Tobewutze, Sofakissen, du findest die ganze Bandbreite an Charakterzügen. Ich habe hier drei grundverschiedene Charaktere sitzen und trotzdem sind es Katzen.

Und es gibt noch viele andere Rassen, die mehr oder wenig natürlich entstanden bzw. naturnah erhalten sind. Bzw. relativ alt, wie die Tempelkatzenrassen. Die meisten Katzenrassen sind nämlich nicht älter als 50 Jahre, und vor 50 Jahren wussten die Menschen schon ziemlich gut, was sie taten.
 
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  • #57
Zur Domestikation von Wildtieren: Ich glaube, da gibt es einen grundlegenden Unterschied zu den Bengalen und Savannahs. Bzw. zu allen anderen Katzenrassen. Oder vielleicht sogar zwei. Und das würde für mich schon eine Rolle spielen.
Hmm, ich schreib jetzt mal bissl was dazu, würde aber sagen, dass diskutieren wir lieber an nem anderen Platz weiter, oder? Ich denke das ufert hier sonst ein wenig aus, hmm?

Ich sage es mal salopp: Die Menschen damals hatten die Nase voll, auf die Jagd zu gehen, unsicherer Jagderfolg etc. Also haben sie lieber lebende Vorratshaltung betrieben. Für sie waren es Nutztiere. Man kann die Neolithische Revolution mit gespaltenen Gefühlen betrachten, den Menschen ging es damals hauptsächlich um die Abdeckung ihrer Grundbedürfnisse. Und den Tieren ging es bestimmt besser als den Nutztieren heute.
Hmm, das würde ich glaube ich grundlegend anders sehen. Ich denke die da passierten Prozesse sind eine lange Reihe an Ausprobieren und auch teilweise natürlichen Entwicklungen (Getreide) und Ausweitung vermutlich bekannter Praktiken (Hund) gewesen, insgesamt ein hochkomplexer und organischer Prozess. Ich würde da mit einer Wertung extremst vorsichtig sein. Allen meinen Informationen zufolge haben sich für die Menschen die Lebensbedingungen nachher deutlich verschlechtert, was zumindest anhand der Pathologien sichtbar wird. Für die Tiere war es jedenfalls mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein höchst unerfreulicher Prozess, der viel Schmerz und Leid verursacht hat. Ob es denen besser ging, will ich mal dahingestellt lassen. Letztlich hinkt der Vergleich auch bei mir schon, mir ging es eigentlich eher darum, dass eben in dem Fall der Bengalen durch eine relativ frisch zurückliegende Züchtung das egal wie vorhandene Problem einfach im Bewusstsein noch existiert, bei anderen Arten dies aber quasi als gegeben hingenommen wird.
Die Bengalen wurden einzig und allein dafür gezüchtet, Prestigebedürfnisse zu befriedigen. Da sind Menschen, die sagen, ich will keine 0815-Katze, sondern eine, die nach etwas aussieht. Wildlook im Wohnzimmer. Bei den Savannahs ist das noch extremer. Und es ist auch nicht die letzte Hybridzucht, die versucht wird. Da gibt es Leute, die versuchen, Hauskatzen mit dem Karakal zu kreuzen. Da ist die Karakat dabei herausgekommen. Weil wir Menschen ja immer was neuese und Trendiges brauchen. Wenn alle einen Bengalen haben, muss man sich ja wieder von der Allgmeinheit abheben.
Ja, das habe ich gelesen. Ich würde ja auch nicht behaupten, dass man solche Experimente notwendigerweise weiterführen muss, bzw noch weitere Rassen produzieren muss.
Wenn es immer wieder Interessenten gibt, hört der Kreislauf nie auf. Das heisst, wenn du keine Bengalen nimmst, bewahrst du vielleicht einen Karakal oder eine andere exotische Wildkatzenart davor, als Ausgangsart für eine neue Prestigerasse missbraucht zu werden.

Der zweite Punkt wäre für mich: die Menschen damals wussten noch nicht, was wir heute wissen. Sie haben einfach mit der Natur experimentiert. Wenn irgendetwas danebenging, sie z.B. ihr Ackerland kaputtgewirtschaftet hatten, brauchten sie nur eine Tagesreise weiterzumarschieren, einmal über den nächsten Berg und einbiegen ins nächste Tal, und schon konnten sie von vorne beginnen. Das können wir heute nicht mehr, und darum haben wir ehute ein anderes Verhältnis zur Natur, ein anderes Bewusstsein. Das betrifft dann halt auch das Züchten von irgendwelchen Tieren. Wir gehen da heute mit einem anderen Bewusstsein heran als die Menschen damals. Und wenn wir heute sehen, wie Menschen ganz offensichtlich diesem Bewusstsein zuwiderhandeln, und auch noch per Gesetz geschützt werden, dann kommt das nicht gut an.
Auch da würde ich einiges anders sehen, die wussten schon sehr genau, was sie da taten :). Das unterschätzen wir nur immer, die wussten das wohl besser als wir das teilweise wissen.
Die relevantere Frage wäre eigentlich: Ist es in Deutschland nach dem Tierschutzgesetz erlaubt derartige Verpaarungen vorzunehmen und wenn dem so ist, warum ist es erlaubt? Ich denke, das wäre der interessantere Ansatzpunkt.
Ich nenne dir mal ein ganz anderes Beispiel. Es wird gerade grosse Mode, Flughörnchen zu domestizieren. Ist der letzte Schrei, seit Frettchen normale Haustiere geworden sind. Flughörnchen sind nachtaktiv und leben in den höchsten Wipfeln in Australiens Wäldern. Sie werden in Käfigen gehalten, die allerhöchstens Zimmerhöhe haben. Sie werden den ganzen Tag wachgehalten zum Kuscheln, weil mensch ja tagaktiv ist. Und das Allerbekloppteste: es gibt Klamotten für sie. Was soll das? Was soll dieses krankhafte Bedürfnis, etwas Exotisches zu Hause sitzen zu haben?
Das ist ja wieder ein anderer Fall, hier geht es ja um die Domestikation eines bereits existierenden Tieres. Bitte versteh mich nicht falsch, ich verstehe deine Prestige-Argumentation schon und weiß auch, was du damit ausdrücken willst. Aber vom Tierschutzaspekt ist das hier ja wieder etwas anders gelagert.
Was den Charakter bei Katzen betrifft, gibt es zwei grundlegende Unterschiede, die man den verschiedenen Katzenrassen zuschreiben kann. Und die kann man anatomisch begründen:

Es gibt die vielbefellten Moppelrassen, wie Perser, Birmchen, BKH whatever. Und es gibt die schlanken windschnittigen, die alle in Richtung Siam bzw. Afrikaner gehen. Die Möppis sind eher gemütlich, die windschnittigen eher agil. Den Moppels ist es aufgrund ihres Körperbaus zu mühsam, lange herumzutoben. Ist doch logisch, oder?

Alle anderen Charaktereigenschaften trefffen auf ALLE Katzenrassen zu und sind Ergebnis von Sozialisierung und Vorerfahrungen. Nimm dir mal ein Katzenrassenbuch zur Hand und vergleiche die Eigenschaften der einzelnen Rassen. Du wirst staunen, wie oft dasselbe wiederholt wird, vielleicht nur mit anderen Worten. Ich sehe nämlich z.B. keinen inhaltlichen Unterschied, wenn bei der einen Rasse "menschenbezogen" steht, und bei der anderen "verschmust und liebevoll".

Davon mal abgesehen, schlafen ALLE Katzen ca. 18 Stunden am Tag, die restliche Zeit verbringen sie mit Putzen, Fressen, Revier beobachten und Jagen, bzw. Herumtoben. Die Lebhaftigkeit beschränkt sich dann bevorzugt auf die Abend- bzw. Morgendämmerung, und je nach Wochentag bzw. Jahreszeit bevorzugen wir Menschen dann doch eher, noch oder schon im Bett zu liegen.

Bei normalen Hauskatzen findest du superagile wie meinen Max, verschmuste Zuckerpuppen wie meinen Zeca, Schlaftabletten wie meinen Siam Freddy (völlig aus der Art geschlagen), Tobewutze, Sofakissen, du findest die ganze Bandbreite an Charakterzügen. Ich habe hier drei grundverschiedene Charaktere sitzen und trotzdem sind es Katzen.

Und es gibt noch viele andere Rassen, die mehr oder wenig natürlich entstanden bzw. naturnah erhalten sind. Bzw. relativ alt, wie die Tempelkatzenrassen. Die meisten Katzenrassen sind nämlich nicht älter als 50 Jahre, und vor 50 Jahren wussten die Menschen schon ziemlich gut, was sie taten.

Ich versteh auch was du damit sagen willst. Ich denke hier haben wir wirklich eine ganze Latte an verschiedenen Dingen zu diskutieren, ich mag halt eher die Sorte 1, im Grundsatz aber, geht mir mit anderen Tierarten nicht anders muss ich zugeben. Ich glaube ich würde bei keiner Tierart die behäbige Variante der agilen vorziehen. Rassezucht is übrigens bei keiner Tierart sonderlich alt :D hab noch so ein paar lustige Paper zur Zuchtgeschichte des Arabers (seit taaaaausenden von Jahren in Reinzucht bla bla bla pp, nöö glatte 300 sinds...). Ich denke Katzen sind da historisch gesehen etwas anders gelagert, da sie eben quasi keinen "Zweck" erfüllten und damit normal nicht auf bestimmte Funktionen außerhalb der Mäusejagd, die sie ja sowieso machen, hin gezüchtet wurden. Und wenn, dann sind eben optische Kriterien maßgebend für die Zuchtauswahl.
Aber ich denke diese ganzen historischen Dinge diskutieren wir mal wo anders weiter, hab da auch noch son paar Dinge aufm Rechner schlummern, die dich da sicher interessieren würden, wenn auch nichts mit Katzen soweit ich mich erinner :). Menschen haben aber schon immer die verrücktesten Dinge mit Viechern angestellt, die alten Araber haben mit Geparden aufm Pferd gejagt, wie mit Falken. Häubchen auf, Maunzi aufs Pferd gepackt und dann auf. Geparden sind ja recht einfach zu zähmen (Domestiziert ist es übrigens erst wenn ne genetische Veränderung passiert ist), frage mich bitte nur nicht, wie die ihren Pferden beigebracht haben nicht auszurasten, wenn man denen nen Geparden aufn Rücken packt... :rolleyes:


@all
Hab euch mal eine kleine Verschnaufpause besorgt :aetschbaetsch1:
 

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Jaboticaba

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  • #58
Hmm, ich schreib jetzt mal bissl was dazu, würde aber sagen, dass diskutieren wir lieber an nem anderen Platz weiter, oder? Ich denke das ufert hier sonst ein wenig aus, hmm?

OK

Hmm, das würde ich glaube ich grundlegend anders sehen. Ich denke die da passierten Prozesse sind eine lange Reihe an Ausprobieren und auch teilweise natürlichen Entwicklungen (Getreide) und Ausweitung vermutlich bekannter Praktiken (Hund) gewesen, insgesamt ein hochkomplexer und organischer Prozess. Ich würde da mit einer Wertung extremst vorsichtig sein.

Ich habe es nicht gewertet. Ich habe nur versucht nachzuvollziehen, warum Jäger und Sammler umsteigen auf Ackerbau und Tierzucht. Die Menschen haben damals wohl nehr oder weniger unbewusst zur Verbesserung der Arten beigetragen, da sie vermutlich eh nur die grössten Früchte sammelten und diese z.B. dann als Saatgut verwendeten. Der Hund ist dann tatsächlich ein extra komplexer Prozess.

Allen meinen Informationen zufolge haben sich für die Menschen die Lebensbedingungen nachher deutlich verschlechtert, was zumindest anhand der Pathologien sichtbar wird.

Korrekt. Die Steinzeitdiät war gesünder. Sie bekamen Karies und Rachitis und starben früher. Aber ich glaube nicht, dass sie das mit ihrer neuen Lebensweise in Verbindung brachten. Die Prozesse liefen ja über Generationen ab.

Für die Tiere war es jedenfalls mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein höchst unerfreulicher Prozess, der viel Schmerz und Leid verursacht hat. Ob es denen besser ging, will ich mal dahingestellt lassen.

Jein. Sie waren nicht mehr frei. Aber die Hirten schützten sie vor Raubtieren und sorgten für sie im Winter. Ich glaube, denen war es relativ egal, ob man sie abends irgendwo zusammentrieb und morgens melkte, solange sie ihr Futter bekamen. Die Leute taten ja nix anderes als die besonders kräftigen Tiere zur Zucht zu verwenden. Den Tieren ging es auf jeden Fall besser als den Nutztieren heute, die nur im Stall stehen und Silage zu fressen kriegen.

Letztlich hinkt der Vergleich auch bei mir schon, mir ging es eigentlich eher darum, dass eben in dem Fall der Bengalen durch eine relativ frisch zurückliegende Züchtung das egal wie vorhandene Problem einfach im Bewusstsein noch existiert, bei anderen Arten dies aber quasi als gegeben hingenommen wird.

In der freien Natur würde sich eine 4kg Hauskatze never mit einem 12kg Wildkater paaren. Die kämen gar nicht auf so eine Idee! Selbst bei unserer Wildkatzenpopulation gibt es nur 4% Hybriden und die kannst du als Laie gar nicht auseinanderhalten. Auf so eine bekloppte Idee kommt nur der Mensch. Er packt eine Hauskatze mit einem Wildkater zusammen in einen Käfig, wo sie sich nicht ausweichen können und guckt, was passiert. Nicht selten endet das für die Lady tödlich: Oh Schätzchen, sorry, mein Genickbiss war wohl etwas heftig.

Ansonsten ist das Hybridenkreieren zumindest unter Tieren relativ neu. Ich kenne jetzt eigentlich nur das Maultier. Bei Zierfischen soll es auch so sein. Wie lange das bei Pflanzen schon gemacht wird, weiss ich nicht.

Auch da würde ich einiges anders sehen, die wussten schon sehr genau, was sie da taten :). Das unterschätzen wir nur immer, die wussten das wohl besser als wir das teilweise wissen.

Naja, die wussten das durch Learning by doing. Wissenschaftlich/genetisch erklären konnten sie das nicht. Das können wir auch erst seit Mendel.

Die relevantere Frage wäre eigentlich: Ist es in Deutschland nach dem Tierschutzgesetz erlaubt derartige Verpaarungen vorzunehmen und wenn dem so ist, warum ist es erlaubt? Ich denke, das wäre der interessantere Ansatzpunkt.

Das deutsche Tierschutzgesetz ist leider sehr lasch und bietet viele Schlupflöcher. Du darfst hier z.B. manche Rassen nicht züchten, aber niemand hindert dich, dir so ein Tier im Ausland zuzulegen. Da gibt es Länder, wo das Tierschutzgesetz sehr viel konkreter ist.

Ich denke Katzen sind da historisch gesehen etwas anders gelagert, da sie eben quasi keinen "Zweck" erfüllten und damit normal nicht auf bestimmte Funktionen außerhalb der Mäusejagd, die sie ja sowieso machen, hin gezüchtet wurden. Und wenn, dann sind eben optische Kriterien maßgebend für die Zuchtauswahl
.

Exakt. Keine Katzenrasse hat einen bestimmten Zweck zu erfüllen, ausser eine Augenweide zu sein.

Aber ich denke diese ganzen historischen Dinge diskutieren wir mal wo anders weiter, hab da auch noch son paar Dinge aufm Rechner schlummern, die dich da sicher interessieren würden, wenn auch nichts mit Katzen soweit ich mich erinner :).

Gerne. Ich freu mich.

Menschen haben aber schon immer die verrücktesten Dinge mit Viechern angestellt, die alten Araber haben mit Geparden aufm Pferd gejagt, wie mit Falken. Häubchen auf, Maunzi aufs Pferd gepackt und dann auf. Geparden sind ja recht einfach zu zähmen (Domestiziert ist es übrigens erst wenn ne genetische Veränderung passiert ist), frage mich bitte nur nicht, wie die ihren Pferden beigebracht haben nicht auszurasten, wenn man denen nen Geparden aufn Rücken packt... :rolleyes:

Ja, leider.
 
Louisella

Louisella

Forenprofi
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Beiträge
10.263
  • #59
Ich les hier schon die ganze Zeit mit, eigentlich wurde schon alles gesagt...

Ich finde es auch super, dass Du Dir im Vorfeld richtig Gedanken machst. Das erinnert mich sehr an uns - wir haben auch mehrere Jahre immer wieder mal mehr mal weniger über die Anschaffung von Katzen nachgedacht. Und auch bei uns standen Bengal mal ziemlich weit oben auf der Liste (zusammen mit Lackfellchen) - sie sind halt einfach faszinierend.

Meine Katzenerfahrung war auch nicht sooooo riesig, aber schon als ich noch Kind war gab es im Freundes- und Bekanntenkreis die unterschiedlichsten Katzen die auch völlig unterschiedlich gehalten wurden. Ich war von jeder einzelnen fasziniert und habe auch immer gerne gesittet.
Später habe ich dann während meiner Studentenzeit 6 Jahre in einer WG zusammen mit Siam (alten Schlags)* gewohnt - es war toll, eine echte "Erleuchtung" für mich. Und ein sehr angenehmer Weg das Zusammenleben mit Katzen zu "erlernen" ohne dabei wirklich viel Verantwortung übernehmen zu müssen. Natürlich habe ich sie auch gefüttert, das Katzenklo geputzt usw. - aber ich hatte eben nicht die Verantwortung dafür, was sie zu fressen kriegen, welches Katzenstreu ins Klo kommt und schon garnicht bezüglich der medizinischen Versorgung (und ja klar, die wurden auch mal krank - wenn ich auch im Rückblick finde dass das eigentlich selten vorkam).
Nach der WG-Zeit kam die erste eigene Wohnung - winzig, aber einigermaßen zentral. Eine Katzenhaltung wie ich sie mir vorstelle wäre da nicht möglich gewesen. Und es hat danach leider noch viele Jahre gedauert bis ich mir sicher war dass ich Katzen das Umfeld bieten kann, dass ich mir für Katzen wünsche - das bedeutet in meinem (unseren) Fall eben auch Freigang.

Bei uns wurde es dann ein Geschwisterpärchen (Kater und Katze) von einer Pflegestelle des "Freundeskreis Katze und Mensch" (die sind bundesweit aktiv, gibt's garantiert auch in Köln, außer ihrem eigentlichen Thema gegenseitiges Katzensitting gibt's da eben auch Pflegestellen).
Ich kann Dir das mit den Pflegestellen nur wirklich ganz, ganz dringend ans Herz legen. Wenn Du eine ernstzunehmende "Einschätzung" der einzelnen Tiere bekommen willst, dann kriegst Du sie am ehesten von einer Pflegestelle, bei der sie im ganz normalen Haushalt "mitlaufen". Da kannst Du sie auch vorher mehr als einmal besuchen. Und Du bekommst auf jeden Fall ganz tolle Hilfe - zumindest haben wir das so erfahren dürfen.

Und jetzt liegt hier eine Bonsai-Pantherin auf der Fensterbank...
Lackfellchen sind toll, hör auf Deinen Freund.
Auch wenn sie schwer zu fotographieren sind.
Bengal sind bei uns übrigens vor allem deshalb ausgeschieden, weil ich eben auch Bedenken hatte ob wir ihnen gerecht werden können - trotz freistehendem Haus mit Garten und schon ein bisschen Erfahrung mit einer "agilen" Rasse (und Spass daran). Das Thema Hybrid-Zucht ist mir erst so richtig bewusst geworden als wir uns schon gegen Bengal entschieden hatten.

Ich bin überzeugt Du wirst die richtige Entscheidung treffen.

ABER: Bitte lass Dir den Zahn ziehen, dass man eine Katze wirklich aufgrund Rasse, Herkunft etc. tatsächlich ganz konkret einschätzen könnte. Du hast viel geschrieben, und das mit der "Einschätzung" ist Dir zurecht wichtig, aber da musst Du auf den Wunsch nach Perfektion in sofern verzichten, als dass Du letztendlich die Risiken, die falsche Wahl zu treffen, nur minimieren kannst, aber niemals ganz ausräumen.
Sie sind alle Individuen.
Und eine ganz normale Hauskatze egal welcher Farbe kann Dir die Bude genauso zerlegen wie eine Bengal oder eine BKH. OK - die Bengal können höher springen, das erfordert evtl. zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.
Selbstverständlich zu jeder beliebigen Tages- UND Nachtzeit.
Mit Bengalkatzen hast Du eine recht hohe Chance darauf, mehr Unterhaltungsprogramm zu bekommen als Du eigentlich haben willst.

Schmusig sind sie auch nicht alle zwingend. Andere sind dafür schon fast lästig wie Du ja hier auch schon lesen konntest.



* Siam "alten Schlags":
Mittlerweile hab ich gelernt dass diese Art heute "Thai" heisst. Der für mich wesentlichste Unterschied zu den heutigen Siam liegt in der damals noch deutlich runderen Kopfform. Die damaligen (in den 90ern) WG-Siam hatten zwar auch schlanke Gesichter, aber eben nicht diese langen Nasen.
Ansonsten als Orientalen eben auch eher schlank, hochbeinig, immer interessiert, sehr agil bis ins hohe Alter (eine wurde 23 Jahre alt - von den anderen weiss ich es nicht) und vor allem: Seeeeeehr gesprächig und sangesfreudig (ja, so 'ne Siam kann Dir schon mal 'ne Arie singen - in Opernqualität, zumindest was die Lautstärke angeht).
Das kenn ich sonst von keiner anderen Rasse. Nicht in so einer Lautstärke.
Aber jede einzelne der drei (ein vergleichsweise großer Kater, zwei vergleichsweise kleine Katzen) hatten einen völlig unterschiedlichen und eigenwilligen Charakter. Wie eigentlich jede einzelne Katze die ich in meinem Leben kennengelernt habe.
 
N

newroM

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23
  • #60
Sorry Leute, habs schon länger nich mehr geschafft hier reinzugucken, aber nu komm ich mal dazu. Weiter gehts :D
OK



Ich habe es nicht gewertet. Ich habe nur versucht nachzuvollziehen, warum Jäger und Sammler umsteigen auf Ackerbau und Tierzucht. Die Menschen haben damals wohl nehr oder weniger unbewusst zur Verbesserung der Arten beigetragen, da sie vermutlich eh nur die grössten Früchte sammelten und diese z.B. dann als Saatgut verwendeten. Der Hund ist dann tatsächlich ein extra komplexer Prozess.
Ja, wie gesagt, der Prozess ist sehr kompliziert. Im Bezug auf Getreidehaltung läuft die Theorie meines Wissens darüber, dass sie eventuell die Stücke gesammelt haben, bei denen die Körner an den Ähren verbleiben, und jene dann wieder ausgesäht haben und somit unbewusst die Arten verändert haben. Normal wäre bei Wildgetreide nämlich, dass die Körner von selber aus den Ähren fallen und sich somit selbst vermehren. Domestizierte Getreide tun das nicht.
Korrekt. Die Steinzeitdiät war gesünder. Sie bekamen Karies und Rachitis und starben früher. Aber ich glaube nicht, dass sie das mit ihrer neuen Lebensweise in Verbindung brachten. Die Prozesse liefen ja über Generationen ab.
Auch sehr kompliziert, ich denke allerdings schon, dass sie das gemerkt haben. Meine persönliche Idee wäre, dass hier die Geschichte von Adam und Eva herkommt, Vertreibung aus dem Paradies und nu müssen sie schuften. Das sie sich dann eventuell selber vertrieben haben, ist vielleicht dabei nicht überliefert, aber ich denke man unterschätzt wohl schnell die Masse an oraler Überlieferung, die sie hatten.
Jein. Sie waren nicht mehr frei. Aber die Hirten schützten sie vor Raubtieren und sorgten für sie im Winter. Ich glaube, denen war es relativ egal, ob man sie abends irgendwo zusammentrieb und morgens melkte, solange sie ihr Futter bekamen. Die Leute taten ja nix anderes als die besonders kräftigen Tiere zur Zucht zu verwenden. Den Tieren ging es auf jeden Fall besser als den Nutztieren heute, die nur im Stall stehen und Silage zu fressen kriegen.
Ob sie die kräftigsten genommen haben, will ich mal bezweifeln, dagegen spricht eigentlich die Entwicklung des domestizierten Rindes, das bis weit in die Bronzezeit hinein immer kleiner wurd, bis es nur noch runde 1,20 Stockmaß hatte. Ich würde tippen, sie haben die verträglichsten Kandidaten erst mal genommen. Mit so einem Auerochsen ist ja nicht zu spaßen.
In der freien Natur würde sich eine 4kg Hauskatze never mit einem 12kg Wildkater paaren. Die kämen gar nicht auf so eine Idee! Selbst bei unserer Wildkatzenpopulation gibt es nur 4% Hybriden und die kannst du als Laie gar nicht auseinanderhalten. Auf so eine bekloppte Idee kommt nur der Mensch. Er packt eine Hauskatze mit einem Wildkater zusammen in einen Käfig, wo sie sich nicht ausweichen können und guckt, was passiert. Nicht selten endet das für die Lady tödlich: Oh Schätzchen, sorry, mein Genickbiss war wohl etwas heftig.

Ansonsten ist das Hybridenkreieren zumindest unter Tieren relativ neu. Ich kenne jetzt eigentlich nur das Maultier. Bei Zierfischen soll es auch so sein. Wie lange das bei Pflanzen schon gemacht wird, weiss ich nicht.
Dazu schreib ich gleich nochmal was, da habe ich mich ein bisschen versucht schlau zu machen.
Naja, die wussten das durch Learning by doing. Wissenschaftlich/genetisch erklären konnten sie das nicht. Das können wir auch erst seit Mendel.



Das deutsche Tierschutzgesetz ist leider sehr lasch und bietet viele Schlupflöcher. Du darfst hier z.B. manche Rassen nicht züchten, aber niemand hindert dich, dir so ein Tier im Ausland zuzulegen. Da gibt es Länder, wo das Tierschutzgesetz sehr viel konkreter ist.

.

Exakt. Keine Katzenrasse hat einen bestimmten Zweck zu erfüllen, ausser eine Augenweide zu sein.



Gerne. Ich freu mich.



Ja, leider.
 
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