Tierheimkater hassen uns und lassen sich nicht anfassen, wir sind frustriert - Retraumatisierung?

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Rickie

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  • #41
Aber 6 Wochen sind wirklich nicht lange.

Nein, 6 Wochen ist gar nichts für Scheuchen.
6 Wochen würde ich sogar einplanen, um eine an Menschen gewöhnte Katze sich einleben zu lassen, also daß sie innerhalb von 6 Wochen aus ihrem Versteck heraus kommt, sich ansprechen läßt und einen bis auf eine gewisse Distanz herankommen läßt. Streicheln oder gar Hochnehmen muß auch bei einem Nicht-so-direkt-Scheuchen nicht unbedingt nach 6 Wochen schon unbedingt möglich sein.
 
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Cat Fud

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  • #42
Wie kommst Du zu diesem Erachten? Weiß Doch niemand wie sie dort beraten wurden

Erlaube ich mir aus dem Eingangsposting zu mutmaßen. Klingt nicht so, als hätte das TH klar gemacht, dass Scheuchen "die Königsdisziplin" (!) (GroCha) sind und die Enttäuschung der TE ist nachvollziehbar ...
 
Paty

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  • #43
Unser Samsi - leider seit 2 Jahren verstorben - wurde als Kitten mit 5 Brüdern in einem Müllsack neben einem Glascontainer gefunden, er und seine Brüder waren Handaufzucht des TH's, er kam mit 13 Wochen zu uns und hat dann trotz super sozialem 2. Kater (Hobbes) 4 Monate unter oder hinter dem Sofa gewohnt.

Er war dann der liebste und anhänglichste und verschmusteste Kater den ich in meinem Leben hatte. Gib nie eine Scheukatze auf, sie werden es dir danken - ich hatte/habe bis auf einen Kater alle meine Kater aus dem Tierschutz. Domi ist in einer super BKH Zucht in Moskau geboren, Vorfahren waren World Champions und das war sein Schicksal - er wurde an eine Zucht in D verkauft, lebte dann dort 2 Jahre mit ca. 15 anderen potenten Katern in einem Keller bis die Zucht mit 97 Tieren aufgelöst wurde.

Er kam dann vor knapp 8 Jahren aus dem TH zu uns - die Tiere wurde über ganz D verteilt. Er ist so auf mich fixiert, ich muss ihm tatsächlich sagen dass ich "einkaufen" gehe wenn ich das Haus verlasse, sonst schreit er die die ganze Nachbarschaft voll und das nach so langer Zeit, keiner - weder mein Mann, noch meine Söhne noch seine Kumpels können ihn dann beruhigen wenn er mich nicht findet.

Als mein damaliger TA sagte wenn sie Interesse haben, im TH sitzen ein paar Briten ... ich bin dann ins TH gefahren, dort haben sie mir gesagt: den grauen am Fenster können sie nicht anfassen, der beißt und schaut nur zum Fenster raus - das war mein Domi :love:

gebt auch "Unterdogs" eine Chance - das sind, sobald sie eine Verbindung aufgebaut haben - die tollsten Tiere die man sich vorstellen kann
 
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Luilu92

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  • #44
Was man braucht ist bei solchen Katzen sehr sehr viel Geduld und auch wenn es schwer fällt - Zurückhaltung
[/QUOTE]
Hallo Luilu92,

als ich deine Geschichte gelesen habe, wurde ich instintiv an meine erinnert. Im Sommer hatten mein Mann und ich den Wunsch Katzen aufzunehmen. Zwei sollten es sein und ich wollte auch keine typischen Kuschelkatzen, sondern Katzen aufnehmen die sonst keiner haben wollte.

Entschieden hatten wir uns für zwei 3-Beinchen (Straßenkatzen) aus dem Ausland. Den beiden wurde nach einem Unfall jeweils ein Beinchen amputiert. Auf der Straße hätten sie keine Chance gehabt. Mir war klar, dass es nicht einfach werden würde. Kurz bevor sie zu uns kamen musste eine Katze eingeschläfert werden (inoperabler Tumor). Somit kam nur das Katerchen zu uns. Das war Mitte August. Die ersten zwei Wochen war er alleine und hat gefühlt jeden Tag 18 Stunden unter dem Bett verbracht. Da wir ihn nicht alleine lassen wollten haben wir sofort nach einem zweiten Kater gesucht. Der zweite Kater war natürlich auch kein "einfacher" Kater. Der TSV hat ihn als absolutes Scheuchen bezeichnet. Und das war er wirklich. Seit Anfang September ist er bei uns. Er hat die erste Zeit freiwillig in einer Lade verbracht, die hinten ausgeschnitten war. Die hatte er nur in der Nacht verlassen um ein wenig zu fressen und aufs Klo zu gehen. Tagsüber habe ich nichts von ihm mitbekommen.

Mir war bewusst dass es schwierig ist. Ich habe mir aber auch viele Sorgen gemacht ob es gesund ist für die Katzen sich stundenlang nicht zu bewegen und nur nachts aufs Klo zu gehen. Aber man muss es akzeptieren. Ich wollte ihnen nie etwas aufdrängen. Fips der 3-beinige ist dann ab und zu schon mal rausgekommen. Aber immer auf 2 Meter Abstand. Irgendwann war es dann so, das Fips die Tage sogar im Wohnzimmer im Katzenbettchen verbracht hat und Muck das Scheuchen unters Bett gezogen ist. Manchmal war seine Angst so schlimm dass er sich im Bettkasten komplett verkrochen hatte.Oft über Stunden.

Wenn er sich dann mal heraustraute, dann wurde Fips aggressiv und hat Muck gehauen. Das hat den kleinen Muck natürlich noch mehr eingeschüchtert. Es hat Tage gegeben da war ich echt verzweifelt und habe meine Entscheidung angezweifelt. Ich konnte keinen der beiden irgendwie berühren oder streicheln. Fips hat den Straßenkater voll raushängen lassen und war immer öfter aggressiv Muck gegenüber. Wenn sich Muck mal in den Abendstunden aus seinem Versteck rausgetraut hatte, bekam er wieder eine gewischt von Fips. Und Muck hatte sich nie gewehrt. Er hat denke ich still gelitten. Ich glaube beide haben gelitten.

Vor allem hatte ich auch immer öfter den Eindruck das Fips unglücklich in der Wohnung war. Mir gegenüber ist Fips ein klein wenig aufgetaut nach ungefähr 6-8 Wochen. Streicheln konnte ich ihn nicht, aber er war immer in meiner Nähe wenn es Futter gab. Mein Mann konnte keine Beziehung zu ihm aufbauen. Kaum hatte Fips ihn gesehen, war er ganz schnell weg.

Wir haben uns dann schweren Herzens entschieden Fips zu den Tierschützerinnen zurückzugeben. Das Verhältnis zwischen beiden Katzen wurde immer schlechter und er hat wirklich in der Wohnung gelitten. Das hat mir sehr wehgetan und gleichzeitig habe ich mich als Versagerin gefühlt. Ich wollte einer Katze mit Handicap ein zu Hause geben und es hatte nicht funktioniert.

Muck hat sich aber seitdem stark verändert. Er ist regelrecht aufgeblüht. Und als er das erste Mal vor dem Futter geben um meine Beine gestrichen ist habe ich geheult weil ich glücklich war. Aber er ist eben immer noch ein Scheuchen. Und dass muss man respektieren.

Noch ein Wort zum Spielen: ich hatte extrem viel verschiedenes Spielzeug gekauft. Bei Fips hatte damals gar nichts funktioniert. Wahrscheinlich weil er es nicht kannte. Muck lässt sich in letzter Zeit immer wieder animieren ein bisschen zu spielen.

Meine Erfahrung ist: es ist extrem schwer sich zurückzunehmen und die Katze nicht zu streicheln auch wenn man es gerne möchte. Man muss für sie da sein und für sie sorgen, aber die Katzen entscheiden selbst ob sie dich in ihre Nähe lassen oder nicht. Und ja, oft hat man das Gefühl als hätte man Geisterkatzen zu Hause und man denkt sich - wofür das alles. Es ist zeitweise wirklich frustrierend. Und es ist mir nicht einmal so ergangen. Aber wenn du das erste Mal unvermutet das weiche Fell an deinen Beinen spürst, das wiegt alles auf. Das ist mit Worten nicht zu beschreiben.

Und ich würde mich wieder für schwer vermittelbare Katzen entscheiden. Haben wir auch. ;) Vor einer Woche ist Mucks neue Gefährtin eingezogen und es ist sehr schwierig derzeit. Aber mit viel Geduld werden wir das hinkriegen.

Und ich bin sicher, wenn ihr die beiden Katzen wirklich bei euch haben wollt, dann bekommt ihr das hin. Ihr müsst euch nur ganz sicher sein. Katzen sind so sensibel, die spüren einfach wenn sich der Mensch nicht 100% sicher ist. Zeit und Geduld ist ein wichtiger Faktor. Wer weiß was die beiden erlebt haben.

Ich wünsche euch alles gute.


Ooooh, danke fürs Teilen deiner Geschichte! Ja das klingt wirklich sehr ähnlich .. und auch, dass man sich fühlt wie ein Versager, denn man weiß ja worauf man sich einlässt (zumindest denkt man das vorher), und dann merkt man dass es doch nicht geht. Toll, dass ihr den Katzis und Fips eine große Chance gegeben habt, aber noch schöner dass es Muck so viel besser geht seit der andere weg ist. Muck ist echt ein schöner Name :) Jaaaa ich hoffe irgendwann werden sie uns auch um die Beine streichen.. das wäre unbeschreiblich :giggle:. Euch weiterhin viel Kraft!
 
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Luilu92

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  • #45
Ich kann dich sehr gut verstehen. Bei mir sind im Frühling 2 Katzen eingezogen. Es hieß zwar, die sind scheu und man braucht Geduld, aber ich hab mir gedacht, ach, das wird schon. Mina ließ sich immerhin im TH von mir kraulen und hat sogar für ein Leckerli laut geschnurrt. Wär bei meinen Kindheitskatzen bei Fremden undenkbar gewesen.

Als sie dann da waren, kam ziemlich bald die Ernüchterung. Die sind ja wirklich scheu. So extrem wie bei euch nicht, aber deutlich scheuer als gedacht. Ich kann nur sagen: Geduld ist gefragt. Wie man richtig mit so extrem scheuen Katzen umgehen, da haben andere User hier mehr Erfahrung. Aber ich war zwischenzeitlich auch kurz davor, sie zurückzugeben: Sie müssen unglücklich sein, Fee rührt sich den ganzen Tag nicht, sie sind bei mir unsauber geworden, etc. Aber ich hab's nicht übers Herz gebracht. Also sind sie noch immer da. Fee streicht mir mittlerweile um die Beine, wenn's Futter gibt und dreht Rückwärts-Saltos, wenn ich mit der Spielangel ankomme. Beide lassen sich voller Hingabe kraulen und Mina hüpft sogar manchmal ins Bett.

Klar, stinknormale Kuschelkatzen sind sie (noch) nicht. Aber das Eis ist gebrochen und es wird immer besser. Ich möchte euch also gut zureden. Habt Geduld, lest euch ein in die Scheuchen-Thematik.

Evtl. wären auch Zylkene oder Anxitane eine Idee. Ich hab damit keine Erfahrung, aber das sind Mittelchen gegen Stress. Wird anscheinend von den allermeisten Katzen gut angenommen. Auch Bachblüten und CBD-Tropfen könnten helfen, wobei ich bei CBD die Erfahrung gemacht habe, dass sie nicht gefressen werden. Aber einen Versuch ist es wert. Es gibt auch noch Gabapentin, das ist ein Schmerzmittel aus der Humanmedizin, was bei Katzen beruhigend wirkt. Das kann anscheinend auch längerfristig gegeben werden, aber da musst du auf alle Fälle mit einem TA Rücksprache halten, das ist verschreibungspflichtig.


Hi, danke für die Tipps und die ganzen Produktnamen, da habe ich was zu recherchieren und werde es auf jeden Fall mit Mitteln probieren wenn es längerfristig nicht besser wird. Aber erst mal Geduld und warten :) wie lange hat es gedauert bis sie dir um die Beine gestrichen ist? Dann noch weiterhin viel Freude!
 
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Luilu92

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  • #46
Hallo an alle,

viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiielen Dank für jede einzelne Antwort und die ganzen kleinen Anekdoten von euren Katzen und Katern, ich bin echt ein bisschen überwältigt, hätte nicht damit gerechnet. Ist ja eine tolle Community hier!
Ich habe mich entschlossen eine große Antwort zu schreiben anstatt jede zu kommentieren.

Ihr habt uns ganz viel Mut gemacht! Nach all dem lesen merke ich wo unsere (oder besonders meine) Fehler lagen. Ungeduld und in folge dessen Überforderung der beiden. Schön, dass wir nicht alleine sind und es noch mehr gibt die wissen wie unglaublich hart es ist, wenn da dieses weiche flauschige Wesen liegt und man darf es nicht berühren :cry:.
Viele haben geschrieben dass es ihnen geholfen hat, dass sie bereits einen entspannten menschenbezogenen Kater hatten, an dem die Scheuchen sich orientieren konnten. Den "Luxus" haben wir leider nicht. Vielleicht müssen wir den beiden Katzenvideos anmachen :)

Thema Tierheim Beratung ... die Dame war sehr nett und wir waren öfter dort. Wir haben auch mit anderen Katzen geliebäugelt, die wollte sie uns aber nicht geben sondern hat uns schon sehr zu den beiden gedrängt und uns sehr bestärkt a la "ihr seid die richtigen, das passt, gebt ihnen eine Chance und Geduld und ihr werdet reich belohnt".
Das Wort "Scheuchen" war völlig neu für mich, hätte ich es vorher gekannt hätte ich sicher auch mehr bei google gefunden.
Danke auch für die ganzen Links zu dem Star der Szene Teskali, ich werde mir alle verlinkten Artikel durchlesen und stöbern. Das macht wirklich viel Mut. Und ich habe jetzt verstanden, dass sie uns nicht hassen ... sie wollen einfach in Ruhe gelassen werden. Ignorieren ist echt schwer, aber ich werde es versuchen. Mein Freund ist damit schon besser als ich hehe.

Und um noch ein paar Fragen zu beantworten ... das Feli Spray hat nicht so viel genützt. Das Steckdosengerät wollte ich nicht nehmen, sondern das Pumpspray.
Die beiden waren 8 Monate im Tierheim, und lebten davor 2,5 bis 3 Jahre draußen, wurden aber an einem Bauernhof gefüttert, aber nicht tierärztlich versorgt.
Ich hatte auch Sorge, dass die Gelenke von Johnny verkümmern wenn er die ganze Zeit im Regal hockt.

Und wir machen uns schon Gedanken wie wir sie im Frühjahr zum Tierarzt bringen sollen für ihre Folgeimpfung, wenn sie sich dann auch noch nicht anfassen lassen ... das würde sie vermutlich wieder zurück werfen. Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit und ich habe gesehen es gibt dafür schon viele Beiträge. :)

Also, herzlichen Dank nochmal, eure Antworten haben uns Mut gemacht und wir werden es noch länger versuchen und ihnen mehr Zeit geben. Das Geduldslevel hat sich wieder erhöht :) . Ich werde bestimmt öfter ins Forum schauen und auch mal updaten wie es so läuft. Lektüre habe ich jetzt genug.
Euch einen schönen ersten Advent und eine schöne Weihnachtszeit mit euren flauschigen Tierchen :) - :giggle:
P.S. ein Foto der beiden ist leider zu groß zum hochladen
 
Circe

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  • #48
Hallo an alle,

viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiielen Dank für jede einzelne Antwort und die ganzen kleinen Anekdoten von euren Katzen und Katern, ich bin echt ein bisschen überwältigt, hätte nicht damit gerechnet. Ist ja eine tolle Community hier!
Ich habe mich entschlossen eine große Antwort zu schreiben anstatt jede zu kommentieren.

Ihr habt uns ganz viel Mut gemacht! Nach all dem lesen merke ich wo unsere (oder besonders meine) Fehler lagen. Ungeduld und in folge dessen Überforderung der beiden. Schön, dass wir nicht alleine sind und es noch mehr gibt die wissen wie unglaublich hart es ist, wenn da dieses weiche flauschige Wesen liegt und man darf es nicht berühren :cry:.
Viele haben geschrieben dass es ihnen geholfen hat, dass sie bereits einen entspannten menschenbezogenen Kater hatten, an dem die Scheuchen sich orientieren konnten. Den "Luxus" haben wir leider nicht. Vielleicht müssen wir den beiden Katzenvideos anmachen :)

Thema Tierheim Beratung ... die Dame war sehr nett und wir waren öfter dort. Wir haben auch mit anderen Katzen geliebäugelt, die wollte sie uns aber nicht geben sondern hat uns schon sehr zu den beiden gedrängt und uns sehr bestärkt a la "ihr seid die richtigen, das passt, gebt ihnen eine Chance und Geduld und ihr werdet reich belohnt".
Das Wort "Scheuchen" war völlig neu für mich, hätte ich es vorher gekannt hätte ich sicher auch mehr bei google gefunden.
Danke auch für die ganzen Links zu dem Star der Szene Teskali, ich werde mir alle verlinkten Artikel durchlesen und stöbern. Das macht wirklich viel Mut. Und ich habe jetzt verstanden, dass sie uns nicht hassen ... sie wollen einfach in Ruhe gelassen werden. Ignorieren ist echt schwer, aber ich werde es versuchen. Mein Freund ist damit schon besser als ich hehe.

Und um noch ein paar Fragen zu beantworten ... das Feli Spray hat nicht so viel genützt. Das Steckdosengerät wollte ich nicht nehmen, sondern das Pumpspray.
Die beiden waren 8 Monate im Tierheim, und lebten davor 2,5 bis 3 Jahre draußen, wurden aber an einem Bauernhof gefüttert, aber nicht tierärztlich versorgt.
Ich hatte auch Sorge, dass die Gelenke von Johnny verkümmern wenn er die ganze Zeit im Regal hockt.

Und wir machen uns schon Gedanken wie wir sie im Frühjahr zum Tierarzt bringen sollen für ihre Folgeimpfung, wenn sie sich dann auch noch nicht anfassen lassen ... das würde sie vermutlich wieder zurück werfen. Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit und ich habe gesehen es gibt dafür schon viele Beiträge. :)

Also, herzlichen Dank nochmal, eure Antworten haben uns Mut gemacht und wir werden es noch länger versuchen und ihnen mehr Zeit geben. Das Geduldslevel hat sich wieder erhöht :) . Ich werde bestimmt öfter ins Forum schauen und auch mal updaten wie es so läuft. Lektüre habe ich jetzt genug.
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Wenn der Geduldsfaden mal wieder droht zu reißen, gerne melden! Ich finde es gut, dass ihr weitermacht und allen noch eine Chance gebt :smile:
 
Paty

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  • #49
Obwohl ich - als Benji kam - 2 sehr verschmuste Kater hatte war es für mich sehr sehr schwer da Benji eben nicht nur scheu sondern auch richtig panisch war. Ich war auch kurz davor aufzugeben. Obwohl ich schon viele viele Jahre immer 2-3 Kater habe war ich kurz davor hin zu schmeißen. Aber das durchhalten hat sich gelohnt. Benji ist so ein lieber und verschmuster Kater geworden :love:
 
16+4 Pfoten

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  • #50
Ich finde es toll, dass ihr die Flinte nicht ins Korn werft, sondern den beiden weiterhin Zeit gebt. 👍

Und ich bin sicher, eure Geduld und Bereitschaft, euch den Scheuchen anzupassen und die beiden das Tempo bestimmen zu lassen, wird irgendwann belohnt werden, in der einen oder anderen Form.

Eine Idee noch (wahrscheinlich eine ziemlich blöde, aber ich sprech sie dennoch aus und die anderen User sollen dann sagen, was sie davon halten):

Wie wäre es, einen dritten Kater zu adoptieren und zwar einen explizit menschenbezogenen, sehr gut sozialisierten in einem ähnlichen Alter? Damit die beiden Schüchtis sich an ihm orientieren können?

Natürlich wäre das die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, denn er sollte wohl auch FIV positiv sein?

Wie gesagt, wahrscheinlich eine blöde Idee. Aber wäre es grundsätzlich möglich?
 
Paddelinchen

Paddelinchen

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  • #51
Ich finde die Idee von 16 Pfoten gar nicht schlecht. Ob zwei oder drei macht ja keinen Riesen Unterschied.

Wir haben auch zwei scheue, ehemalige wilde (Bonny und Pasha) die sich nicht anfassen lassen und echt Zeit brauchen. Pasha hat die ersten drei Tage in der Couch gelebt. Hätte ich ihn nicht aus der Box sprinten sehen - ich hätte nicht sicher gewusst das er da ist. Bonny war von Anfang an mutiger aber auch sie hat allein 14 Tage gebraucht sich einmal hinter der Couch raus zu trauen während ich im Raum war und gelesen habe.

Und wir haben Samson. Unseren absoluten Schmusebär. Ich kann ganz oft beobachten wie Pasha zuguckt während wir Samson durchkraulen und er fängt dann an die umliegenden Möbelstücke zu beschmusen. Ich bin mir sicher irgendwann platzt bei ihm der Knoten.

Bonny und Pasha sind FIV positiv und Samson negativ. Bei sozialen Katzen ist das absolut möglich.
 
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GroCha

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  • #52
Wie gesagt, wahrscheinlich eine blöde Idee. Aber wäre es grundsätzlich möglich?
Ich hatte den Gedanken auch schon...
Ja, normalerweise hilft ein zahmes Tier an dem sich das Scheue orientieren kann.
Hier ist es so, dass die beiden Kater sich im TH gefunden haben. Wenn da schon kein weiteres Tier dazu kam... hmm...

Mega schwierig aus der Ferne einzuschätzen.
 
Circe

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  • #53
Ich denke auch, dass ein dritter zutraulicher Kater helfen könnte. Cassy hat sich sehr an ihrer Schwester orientiert als sie unter der Couch raus musste. Sie hat dann recht schnell festgestellt, dass Sora sich auf unserem Schoß wohlfühlt und wir sie nicht fressen.

Und vielleicht fällt der TE das Beobachten aus der Ferne dann auch etwas leichter.
 
Quilla

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  • #54
Also, herzlichen Dank nochmal, eure Antworten haben uns Mut gemacht und wir werden es noch länger versuchen und ihnen mehr Zeit geben. Das Geduldslevel hat sich wieder erhöht :) . Ich werde bestimmt öfter ins Forum schauen und auch mal updaten wie es so läuft. Lektüre habe ich jetzt genug.
Das finde ich jetzt so RICHTIG TOLL von euch.
(y)
Wenn ihr in einem Jahr zurück schaut und lest, was ihr jetzt erlebt habt, dann grinst ihr wahrscheinlich und lacht über eure Ungeduld. ;)

Was ich euch noch ans Herz legen kann
:
Sedarom für Katzen (von almapharm)
Das kenne ich aus dem Tierheim für traumatisierte Katzen (ist nicht verschreibungspflichtig), löst aber Blockaden und macht etwas "gechillter".
Könnt ihr ja mal nachlesen.

Und - wenn eure auf Leckerli's stehen - kauft so "Snackbälle" ... das sind (meist aus Plastik) große Bälle, die man befüllen kann mit Leckerlis. Die haben eine Öffnung, da fällt dann eines raus, wenn man es anschubst oder zum rollen bringt.
Die kann man prima für die Nacht mal "stehen lassen".
Ich hab immer 2-3 Leckerli drum herum gelegt, damit sie überhaupt ran gehen und mal gucken, was das ist.
Vielleicht ist das was, das nachts spannend sein kann.

Oder das "klassische" Fummelbrett .... das ist " bestückt für die Nacht" auch ne' super Idee. :)
 
Paty

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  • #55
Baldriankissen können auch helfen - gerade Katzen die das nicht kennen fahren voll drauf ab und werden mutiger :D
 
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Lukrezia

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  • #56
Hallo Luilu92,

erst mal ein Dankeschön, dass Ihr Euch den zwei "Ladenhütern" angenommen habt!

Ich habe fast die selbe Situation, 2 Katzen vom (taubstummen) Animalhoarder, 32 Stück auf 30 qm, 1 Jahr im Tierheim (da waren sie schon 3 und 4 Jahre alt). Sie leben jetzt seit 3 Jahren bei uns und streicheln ist immer noch nicht.

Ich weiß ganz genau, was Du durchmachst und wie Du Dich fühlst. Du machst alles, nimmst jeden Tipp mit und trotzdem rennen Sie vor Dir davon und verstecken sich. Du fühlst Dich mies und denkst, die Katzen passen nicht zu Dir. Vergiss es, die sind überall so :). Es gibt so absolute Härtefälle, da sitzt das Trauma einfach wahnsinnig tief.

Meine habe ich jetzt soweit, dass sie nicht ständig vor mir davonlaufen. Sie liegen bei mir im Bett wenn ich lese. Sie haben nicht dauernd diese riesengroßen Panikaugen. Sie fressen mir Leckerlies aus der Hand (Franzi kann ich sogar manchmal ein bisschen angrabschen dabei :pink-heart: ), sie streichen mir um die Beine wenn's Essen gibt ABER vom Kuscheln sind wir noch Lichtjahre entfernt.

Ich kenne Deinen Frust nur zu gut, man denkt das muss doch irgendwann mal werden. Und dann geht's einen Schritt vorwärts und bumms ist irgendwas und man geht zwei wieder zurück.

Meine Tipps mit Scheuchen sind:

1. Ignorieren, auch wenn es noch so schwer fällt. Schau sie nicht an, wenn Du vorbeigehst, Tu so, als wären sie gar nicht da. Die entspannen sich dann echt :) . Und nicht rumschleichen, mach einfach Dein Ding. Irgendwann merken sie, dass da nix passiert.

2. Wenn Dich mal eine anschaut, blinzeln. JA Blinzeln, so richtig offensichtlich die Augen zukneifen und wieder aufmachen (heißt unter Katzens "ich bin total harmlos". Wenn Du ein Blinzeln zurückbekommst ist das schon ein großer Schritt.

3. Mach Dich klein. Die meisten Sachen (Spielen, Leckerlies...) haben wir im Bett angefangen, erstens bin ich auf Augenhöhe und zweitens sind die gefährlichen Extremitäten unter der Decke. Das Bett ist auch der Ort, an dem sie Euch zuerst beobachten (sollten sie nachts in's Schlafzimmer dürfen, was auch sehr wichtig ist). Da schleichen sie sich rein und gucken sich die komischen 2-beinigen Nacktkatzen mal genauer an.

Gespielt habe ich Anfangs mit Federwedeln, die habe ich unter der Bettdecke durchgeschoben, bis nur noch der Wedel rausguckt (schau zu, dass Du Bettwäsche hast wo's Dir wurscht ist, wenn was kaputt geht ;-)). Das Rascheln animiert sie dann schon irgendwann. Wenn einer reinhüpft, blinzeln! Wenn Du sie anguckst, sind sie gleich wieder weg.

In den anderen Räumen am Boden sitzen, wenn Du Dich mit ihnen beschäftigen willst. Kannst dich auch hinsetzen und Blödsinn quatschen oder was vorlesen.

4. Nicht anfassen, nicht probieren! Das ist das Schwerste von allem, ich weiß, aber die müssen echt selber kommen. Die Geschichte mit dem Wedel von Taskali kann man probieren, wenn sie erst mal relativ entpannt in Wedelreichweite sind. Vorher macht das keinen Sinn.

5. Entspann Dich! Die hassen Dich nicht :), die haben Angst, die sind unsicher, das Fauchen ist auch nur eine Warnung "Du bist mir zu nah!". Blinzeln und weggehen. Ich hab' mich die ersten 1 1/2 Jahre verrückt gemacht, hab' auch gedacht, dass die sich bei mir total unwohl fühlen. Seit ich mir klar gemacht habe, dass ich auch damit leben kann, wenn ich sie nicht streicheln kann ist das auch in winzigen Schritten besser geworden. Ich fühl mich wohl, wenn sie bei mir im Zimmer auf dem Kratzbaum liegen und pennen, das ist schon so ein großer Vertrauensbeweis.

6. Nicht ärgern. Wenn es Dir tierisch auf den Zeiger geht (und ja, das wird es), dass sie wieder mal grundlos wegrennen, geht einfach aus dem Zimmer. Die merken das sofort und können das nicht zuordnen, die wissen nur, dass irgendwas nicht passt.

7. Hilfsmittel: Feliway Stecker sind ganz gut, braucht aber eine Zeit und man weiß erst was er leistet, wenn er leer ist und man hat es nicht gemerkt ;-). Ganz gut soll auch Anxitane S (für Katzen) sein, probiere ich derzeit mit dem Mädel (die frisst sie wie Leckerlies, scheinen ganz gut zu schmecken). Sind jetzt nur aus und ich habe sie noch nicht lange genug gegeben um über eine eventuelle Wirkung zu berichten.

Ich hatte auch mein Leben lang Katzen und gedacht, das krieg ich schon hin mit den Scheuchis. Aber auch für mich war es mitunter sehr schwer, die beiden nicht anfassen zu können. Ich weiß nicht, ob's noch was wird, aber ich habe mich inzwischen damit abgefunden, wenn's nie klappt.

Allerdings ist bei uns aus anderen Gründen (Kater/Katze Problem, hab' ein Pärchen) ein sehr zutraulicher Kater als Raufkumpel für Franz eingezogen. Die Zwei waren nach kürzester Zeit ein Herz und eine Seele und Sissi ist vor Raufattacken sicher. Der Mestan ist so eine Schmusebacke und nachdem er ständig mit dem Scheukater abhängt tut sich bei dem auch ein bisschen was. Da hab' ich jetzt echt wieder Hoffnung, dass der Franzi uns Menschen gegenüber doch noch so richtig auftaut :giggle:. Von einem Zutraulichkatz gucken sich die Scheumietzen doch eher was ab. Mal sehen, bin sehr zuversichtlich.

Ich wünsche Euch echt von Herzen alles Gute mit den Beiden, Geduld und Durchhaltevermögen. Auch wenn man sie nicht streicheln kann, geht einem doch das Herz mit jedem kleinen Schrittchen auf, dass die beiden machen. Und ich möchte sie nicht missen! Möge es bei Euch nicht so lange dauern wie bei uns :)
 
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  • #57
Hallo Luilu92,

erst mal ein Dankeschön, dass Ihr Euch den zwei "Ladenhütern" angenommen habt!

Ich habe fast die selbe Situation, 2 Katzen vom (taubstummen) Animalhoarder, 32 Stück auf 30 qm, 1 Jahr im Tierheim (da waren sie schon 3 und 4 Jahre alt). Sie leben jetzt seit 3 Jahren bei uns und streicheln ist immer noch nicht.

Ich weiß ganz genau, was Du durchmachst und wie Du Dich fühlst. Du machst alles, nimmst jeden Tipp mit und trotzdem rennen Sie vor Dir davon und verstecken sich. Du fühlst Dich mies und denkst, die Katzen passen nicht zu Dir. Vergiss es, die sind überall so :). Es gibt so absolute Härtefälle, da sitzt das Trauma einfach wahnsinnig tief.

Meine habe ich jetzt soweit, dass sie nicht ständig vor mir davonlaufen. Sie liegen bei mir im Bett wenn ich lese. Sie haben nicht dauernd diese riesengroßen Panikaugen. Sie fressen mir Leckerlies aus der Hand (Franzi kann ich sogar manchmal ein bisschen angrabschen dabei :pink-heart: ), sie streichen mir um die Beine wenn's Essen gibt ABER vom Kuscheln sind wir noch Lichtjahre entfernt.

Ich kenne Deinen Frust nur zu gut, man denkt das muss doch irgendwann mal werden. Und dann geht's einen Schritt vorwärts und bumms ist irgendwas und man geht zwei wieder zurück.

Meine Tipps mit Scheuchen sind:

1. Ignorieren, auch wenn es noch so schwer fällt. Schau sie nicht an, wenn Du vorbeigehst, Tu so, als wären sie gar nicht da. Die entspannen sich dann echt :) . Und nicht rumschleichen, mach einfach Dein Ding. Irgendwann merken sie, dass da nix passiert.

2. Wenn Dich mal eine anschaut, blinzeln. JA Blinzeln, so richtig offensichtlich die Augen zukneifen und wieder aufmachen (heißt unter Katzens "ich bin total harmlos". Wenn Du ein Blinzeln zurückbekommst ist das schon ein großer Schritt.

3. Mach Dich klein. Die meisten Sachen (Spielen, Leckerlies...) haben wir im Bett angefangen, erstens bin ich auf Augenhöhe und zweitens sind die gefährlichen Extremitäten unter der Decke. Das Bett ist auch der Ort, an dem sie Euch zuerst beobachten (sollten sie nachts in's Schlafzimmer dürfen, was auch sehr wichtig ist). Da schleichen sie sich rein und gucken sich die komischen 2-beinigen Nacktkatzen mal genauer an.

Gespielt habe ich Anfangs mit Federwedeln, die habe ich unter der Bettdecke durchgeschoben, bis nur noch der Wedel rausguckt (schau zu, dass Du Bettwäsche hast wo's Dir wurscht ist, wenn was kaputt geht ;-)). Das Rascheln animiert sie dann schon irgendwann. Wenn einer reinhüpft, blinzeln! Wenn Du sie anguckst, sind sie gleich wieder weg.

In den anderen Räumen am Boden sitzen, wenn Du Dich mit ihnen beschäftigen willst. Kannst dich auch hinsetzen und Blödsinn quatschen oder was vorlesen.

4. Nicht anfassen, nicht probieren! Das ist das Schwerste von allem, ich weiß, aber die müssen echt selber kommen. Die Geschichte mit dem Wedel von Taskali kann man probieren, wenn sie erst mal relativ entpannt in Wedelreichweite sind. Vorher macht das keinen Sinn.

5. Entspann Dich! Die hassen Dich nicht :), die haben Angst, die sind unsicher, das Fauchen ist auch nur eine Warnung "Du bist mir zu nah!". Blinzeln und weggehen. Ich hab' mich die ersten 1 1/2 Jahre verrückt gemacht, hab' auch gedacht, dass die sich bei mir total unwohl fühlen. Seit ich mir klar gemacht habe, dass ich auch damit leben kann, wenn ich sie nicht streicheln kann ist das auch in winzigen Schritten besser geworden. Ich fühl mich wohl, wenn sie bei mir im Zimmer auf dem Kratzbaum liegen und pennen, das ist schon so ein großer Vertrauensbeweis.

6. Nicht ärgern. Wenn es Dir tierisch auf den Zeiger geht (und ja, das wird es), dass sie wieder mal grundlos wegrennen, geht einfach aus dem Zimmer. Die merken das sofort und können das nicht zuordnen, die wissen nur, dass irgendwas nicht passt.

7. Hilfsmittel: Feliway Stecker sind ganz gut, braucht aber eine Zeit und man weiß erst was er leistet, wenn er leer ist und man hat es nicht gemerkt ;-). Ganz gut soll auch Anxitane S (für Katzen) sein, probiere ich derzeit mit dem Mädel (die frisst sie wie Leckerlies, scheinen ganz gut zu schmecken). Sind jetzt nur aus und ich habe sie noch nicht lange genug gegeben um über eine eventuelle Wirkung zu berichten.

Ich hatte auch mein Leben lang Katzen und gedacht, das krieg ich schon hin mit den Scheuchis. Aber auch für mich war es mitunter sehr schwer, die beiden nicht anfassen zu können. Ich weiß nicht, ob's noch was wird, aber ich habe mich inzwischen damit abgefunden, wenn's nie klappt.

Allerdings ist bei uns aus anderen Gründen (Kater/Katze Problem, hab' ein Pärchen) ein sehr zutraulicher Kater als Raufkumpel für Franz eingezogen. Die Zwei waren nach kürzester Zeit ein Herz und eine Seele und Sissi ist vor Raufattacken sicher. Der Mestan ist so eine Schmusebacke und nachdem er ständig mit dem Scheukater abhängt tut sich bei dem auch ein bisschen was. Da hab' ich jetzt echt wieder Hoffnung, dass der Franzi uns Menschen gegenüber doch noch so richtig auftaut :giggle:. Von einem Zutraulichkatz gucken sich die Scheumietzen doch eher was ab. Mal sehen, bin sehr zuversichtlich.

Ich wünsche Euch echt von Herzen alles Gute mit den Beiden, Geduld und Durchhaltevermögen. Auch wenn man sie nicht streicheln kann, geht einem doch das Herz mit jedem kleinen Schrittchen auf, dass die beiden machen. Und ich möchte sie nicht missen! Möge es bei Euch nicht so lange dauern wie bei uns :)
Super Beitrag!!!(y):love:
 
Circe

Circe

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  • #58
Hallo Luilu92,

erst mal ein Dankeschön, dass Ihr Euch den zwei "Ladenhütern" angenommen habt!

Ich habe fast die selbe Situation, 2 Katzen vom (taubstummen) Animalhoarder, 32 Stück auf 30 qm, 1 Jahr im Tierheim (da waren sie schon 3 und 4 Jahre alt). Sie leben jetzt seit 3 Jahren bei uns und streicheln ist immer noch nicht.

Ich weiß ganz genau, was Du durchmachst und wie Du Dich fühlst. Du machst alles, nimmst jeden Tipp mit und trotzdem rennen Sie vor Dir davon und verstecken sich. Du fühlst Dich mies und denkst, die Katzen passen nicht zu Dir. Vergiss es, die sind überall so :). Es gibt so absolute Härtefälle, da sitzt das Trauma einfach wahnsinnig tief.

Meine habe ich jetzt soweit, dass sie nicht ständig vor mir davonlaufen. Sie liegen bei mir im Bett wenn ich lese. Sie haben nicht dauernd diese riesengroßen Panikaugen. Sie fressen mir Leckerlies aus der Hand (Franzi kann ich sogar manchmal ein bisschen angrabschen dabei :pink-heart: ), sie streichen mir um die Beine wenn's Essen gibt ABER vom Kuscheln sind wir noch Lichtjahre entfernt.

Ich kenne Deinen Frust nur zu gut, man denkt das muss doch irgendwann mal werden. Und dann geht's einen Schritt vorwärts und bumms ist irgendwas und man geht zwei wieder zurück.

Meine Tipps mit Scheuchen sind:

1. Ignorieren, auch wenn es noch so schwer fällt. Schau sie nicht an, wenn Du vorbeigehst, Tu so, als wären sie gar nicht da. Die entspannen sich dann echt :) . Und nicht rumschleichen, mach einfach Dein Ding. Irgendwann merken sie, dass da nix passiert.

2. Wenn Dich mal eine anschaut, blinzeln. JA Blinzeln, so richtig offensichtlich die Augen zukneifen und wieder aufmachen (heißt unter Katzens "ich bin total harmlos". Wenn Du ein Blinzeln zurückbekommst ist das schon ein großer Schritt.

3. Mach Dich klein. Die meisten Sachen (Spielen, Leckerlies...) haben wir im Bett angefangen, erstens bin ich auf Augenhöhe und zweitens sind die gefährlichen Extremitäten unter der Decke. Das Bett ist auch der Ort, an dem sie Euch zuerst beobachten (sollten sie nachts in's Schlafzimmer dürfen, was auch sehr wichtig ist). Da schleichen sie sich rein und gucken sich die komischen 2-beinigen Nacktkatzen mal genauer an.

Gespielt habe ich Anfangs mit Federwedeln, die habe ich unter der Bettdecke durchgeschoben, bis nur noch der Wedel rausguckt (schau zu, dass Du Bettwäsche hast wo's Dir wurscht ist, wenn was kaputt geht ;-)). Das Rascheln animiert sie dann schon irgendwann. Wenn einer reinhüpft, blinzeln! Wenn Du sie anguckst, sind sie gleich wieder weg.

In den anderen Räumen am Boden sitzen, wenn Du Dich mit ihnen beschäftigen willst. Kannst dich auch hinsetzen und Blödsinn quatschen oder was vorlesen.

4. Nicht anfassen, nicht probieren! Das ist das Schwerste von allem, ich weiß, aber die müssen echt selber kommen. Die Geschichte mit dem Wedel von Taskali kann man probieren, wenn sie erst mal relativ entpannt in Wedelreichweite sind. Vorher macht das keinen Sinn.

5. Entspann Dich! Die hassen Dich nicht :), die haben Angst, die sind unsicher, das Fauchen ist auch nur eine Warnung "Du bist mir zu nah!". Blinzeln und weggehen. Ich hab' mich die ersten 1 1/2 Jahre verrückt gemacht, hab' auch gedacht, dass die sich bei mir total unwohl fühlen. Seit ich mir klar gemacht habe, dass ich auch damit leben kann, wenn ich sie nicht streicheln kann ist das auch in winzigen Schritten besser geworden. Ich fühl mich wohl, wenn sie bei mir im Zimmer auf dem Kratzbaum liegen und pennen, das ist schon so ein großer Vertrauensbeweis.

6. Nicht ärgern. Wenn es Dir tierisch auf den Zeiger geht (und ja, das wird es), dass sie wieder mal grundlos wegrennen, geht einfach aus dem Zimmer. Die merken das sofort und können das nicht zuordnen, die wissen nur, dass irgendwas nicht passt.

7. Hilfsmittel: Feliway Stecker sind ganz gut, braucht aber eine Zeit und man weiß erst was er leistet, wenn er leer ist und man hat es nicht gemerkt ;-). Ganz gut soll auch Anxitane S (für Katzen) sein, probiere ich derzeit mit dem Mädel (die frisst sie wie Leckerlies, scheinen ganz gut zu schmecken). Sind jetzt nur aus und ich habe sie noch nicht lange genug gegeben um über eine eventuelle Wirkung zu berichten.

Ich hatte auch mein Leben lang Katzen und gedacht, das krieg ich schon hin mit den Scheuchis. Aber auch für mich war es mitunter sehr schwer, die beiden nicht anfassen zu können. Ich weiß nicht, ob's noch was wird, aber ich habe mich inzwischen damit abgefunden, wenn's nie klappt.

Allerdings ist bei uns aus anderen Gründen (Kater/Katze Problem, hab' ein Pärchen) ein sehr zutraulicher Kater als Raufkumpel für Franz eingezogen. Die Zwei waren nach kürzester Zeit ein Herz und eine Seele und Sissi ist vor Raufattacken sicher. Der Mestan ist so eine Schmusebacke und nachdem er ständig mit dem Scheukater abhängt tut sich bei dem auch ein bisschen was. Da hab' ich jetzt echt wieder Hoffnung, dass der Franzi uns Menschen gegenüber doch noch so richtig auftaut :giggle:. Von einem Zutraulichkatz gucken sich die Scheumietzen doch eher was ab. Mal sehen, bin sehr zuversichtlich.

Ich wünsche Euch echt von Herzen alles Gute mit den Beiden, Geduld und Durchhaltevermögen. Auch wenn man sie nicht streicheln kann, geht einem doch das Herz mit jedem kleinen Schrittchen auf, dass die beiden machen. Und ich möchte sie nicht missen! Möge es bei Euch nicht so lange dauern wie bei uns :)

Ich möchte gerne mehr Daumen vergeben können! :grin:
 
Chaos Menschin

Chaos Menschin

Erfahrener Benutzer
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Beiträge
578
  • #59
wie lange hat es gedauert bis sie dir um die Beine gestrichen ist?
So 7 Monate ca. Ist ganz neu. Ich musste sie mal hungern lassen, weil sie mehrmals an einem Abend gekotzt hat, seitdem ist sie biem Fressen total schmusig.
 
Rickie

Rickie

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28 Mai 2012
Beiträge
30.298
  • #60
Eine Idee noch (wahrscheinlich eine ziemlich blöde, aber ich sprech sie dennoch aus und die anderen User sollen dann sagen, was sie davon halten):

Wie wäre es, einen dritten Kater zu adoptieren und zwar einen explizit menschenbezogenen, sehr gut sozialisierten in einem ähnlichen Alter? Damit die beiden Schüchtis sich an ihm orientieren können?

Natürlich wäre das die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, denn er sollte wohl auch FIV positiv sein?

Ich greife den Gedanken noch mal auf, weil genau diese Konstellation bei uns der Fall war.
Also Prissy war schon da, bevor die Wildchen einzogen, und Prissy war eine zwar sehr selbstbewußte, souveräne Katze, hatte aber auch ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten anderen Katzen gegenüber und war gleichzeitig sehr menschenbezogen, konnte also gut als Fels in der Brandung agieren.
Die Drittkatze muß nicht FIV+ sein, solange alle kastriert sind und es nicht zu Prügeleien bis aufs Blut kommt.
Die Drittkatze (ob Kater oder eine gestandene Katze) kann meines Erachtens auch ruhig etwas älter sein als die beiden Kater.
 
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