Nacktkatzen und Devon Rex

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Nacktkatzen und Devon Rex 1/2

Das wichtigste vorab: In manchen Ländern und Bundesländern gelten Nacktkatzen und Devon Rex bereits als Qualzucht aufgrund ihrer fehlenden Vibrissen (Tast- oder Schnurrhaare). Somit ist in diesen Ländern oder Bundesländern die Zucht mit einer solchen Katze verboten
(Deutschland: https://www.erna-graff-stiftung.de/qualzucht-nacktkatzen/, Schweiz: http://www.tierschutz.com/publikationen/heimtiere/infothek/katzen_hunde/mb_katzen_extremzucht.pdf, Österreich: https://www.tieranwalt.at/de/Projekte/Qualzucht/Qualzucht-bei-Katzen.htm)

Beachte auch den Flyer der Bundestierärztekammer im Anhang.

Obwohl die Rasse Devon Rex über Fell verfügt, habe ich nach mehreren Überlegungen beschlossen, diese Rasse hier mit zu vertreten, da auch hier das Problem der fehlenden Vibrissen vorliegt.

Zucht:
Grundsätzlich wird Zucht einer Katzenrasse dazu betrieben, ein oder mehrere optische Merkmale hervorzuheben. Oftmals handelt es sich dabei ursprünglich um eine natürliche Mutation eines Gens, welches weiter gezüchtet wird. Manche davon sind gesundheitlich und ethisch unproblematisch, andere wiederum sind bedenklich oder gar verboten.

Da es verschiedene Rassen gibt, gehe ich kurz auf die verschiedenen Rassen ein. Ausnahmsweise nehme ich hier auch den Charakter mit ein, bitte beachte aber das spätere Kapitel zu dem Thema Charakter.

- Peterbald
Fellvarianten: haarlos (nackt, besitzen keine oder abgebrochene Schnurrhaare), mit Flaum (sehr dünnes, feines ca. 1mm langes Fell), Velourfell (ca 3mm langes Haar), bürstenartiges Fell (kurzes, krauses und dichtes Haar), Kurzhaar-Fell (nomales Fell, diese Katzen haben nicht das Gen für Nacktheit).
Charakter: Energiebündel, sozial, gesprächig.
(https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzenrassen/peterbald)
- Don Sphynx
Fellvarianten: haarlos, leichter Flaum, brush (stärkere Behaarung). Schnurrhaare sind meistens vorhanden, brechen aber nach wenigen Millimetern ab.
Charakter: anhänglich, verschmust.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Don_Sphynx)
- Kohona-Katze
Fellvarianten: Kohona-Katzen besitzen keine Haarfollikeln. Ihre Haut ist entsprechend runzelig und gummiartig. Diese Katze besitzen unter keinen Umständen Schurrhaare und sind somit als Qualzucht verboten.
Charakter: intelligent, verschmust, energisch.
(https://deinetiere.com/rassen/katzen-rassen/kohana-oder-auch-hawaian-hairless-katze/)
- Canadian Sphynx
Fellvarianten: Leichter Flaum auf dem gesamten Körper. Schnurrhaare sind bei einem seriösen Züchter vorhanden.
Charakter: liebevoll, anhänglich, sozial.
(https://www.fressnapf.de/magazin/katze/rassen/sphynx-katze/)
- Ukrainische Levkoy
Diese Katzenrasse wurde ursprünglich mit einer Scottish Fold Kreuzung gezüchtet. Heute wird wohl Wert darauf gelegt, dass dieser genetische Defekt aus der Rasse verschwindet. Wenn ich mir aber teils Bilder davon ansehe, bin ich mir persönlich nicht sicher. (mehr zu Scottish Fold: https://www.katzen-forum.net/threads/scottish-fold-bkh-mix.243229/)
Fellvarianten: Flaum, kurzes Fell. Die Schnurrhaare sind kurz und gelockt.
Charakter: Gesellig, extrovertiert
(https://deinetiere.com/rassen/katzen-rassen/die-ukrainische-levkoy-katze/)
- Bambino-Katze
Da dies eine sehr neue Zucht ist, erst seit 2015, entsprechend gibt es wenig Informationen. Es wurde hierbei eine Kreuzung zwischen Munchkin und Sphynx vorgenommen. (mehr zu Munchkin: https://www.katzen-forum.net/threads/munchkin.247894/)
Fellvarianten: Kurzhaarig, Flaum. Kaum oder gar keine Schnurrhaare vorhanden auf den Bildern, die ich finden konnte.
Charakter: aktiv
(https://www.omlet.de/breeds/katzen/bambinokatze/)
- Elfenkatze (Kreuzung zwischen Sphynx und American Curl)
Ebenfalls eine sehr neue Zucht, deswegen auch hier nicht zu viele Informationen vorhanden.
Fellvarianten: kahl oder kaum bemerkbaren Flaum. Auch hier konnte ich auf den Bildern keine oder kaum vorhandene Schnurrhaare ausmachen.
Charakter: intelligent, freundlich, umgänglich, extrovertiert, liebevoll.
(https://deinetiere.com/rassen/katzen-rassen/elfenkatze-die-kahle-mieze-mit-den-gebogenen-ohren/)
- Devon Rex
Devon Rex gehören nicht zu den sogenannten Nacktkatzen, wie oben bereits erwähnt.
Fellvarianten: Die Dichte des Fells ist von der Jahreszeit und der Körperregion abhängig. Ihr Fell ist leicht gelockt. Die Schnurrhaare sind ebenfalls gekräuselt und verkürzt.
Charakter: anhänglich, verschmust.
(https://www.zooplus.ch/magazin/katze/katzenrassen/devon-rex)
(Liste Nacktkatzenrassen von: https://www.animals-digital.de/katzen/katzenrassen/nacktkatzen/)

Zusätzlich lässt sich sagen, dass es sich bei Nacktkatzen meistens um sogenannte orientalische Rassen handelt, welche eine auffällig lange dreieckige Schnauze, flache Wangenknochen und lange weit auseinanderstehe Ohren.
(https://www.zooplus.ch/magazin/katze/katzenrassen/devon-rex)

Gesundheitliche Bedenken
Ich möchte hier unterscheiden zwischen Nacktkatzen mit und ohne Vibrissen. Die Bedenken bezüglich Nacktkatzen tritt auf alle zu, bis auf die Devon Rex, während die Bedenken auf die fehlenden Schnurrhaare zwar auf alle Rassen zutreffen kann, aber nicht muss.

Nacktkatzen allgemein:
-Aufgrund des fehlenden oder nicht zureichend vorhandenen Fells, brauchen Nacktkatzen externe Wärmequellen um nicht auszukühlen.
-Nacktkatzen sind anfällig für Sonnenbrand und Hautkrebs. Deswegen muss man schauen, dass sie nicht zulange an der Sonne liegen und eingecremt werden mit entsprechender Sonnencreme.
-Die Nacktkatzen tendieren dazu, eine fettige Haut zu haben, welche man regelmässig zu waschen hat.
(https://www.zooroyal.de/magazin/katzen/katzenrassen/sphynx-katze/)
-Das Fell hat auch eine Schutzfunktion in Kämpfen, zum Beispiel Revierkämpfen. Dieser Schutz fällt bei Nacktkatzen weg.
-Auch besitzen Katzen wie wir Menschen Wimpern, welche das Auge vor Schmutz und kleinen Partikeln schützt. Dieser Schutz ist bei Nacktkatzen nicht vorhanden.
- Der angeborene Instinkt sich selbst zu putzen kann eine Nacktkatze nicht in dem Maß ausführen, wie eine Katze mit Fell
- Fällt eine Katze, nutzt sie ihren "Fallschirm", Katzen plustern im Fall ihr Fell auf um so die Fallgeschwindigkeit zu reduzieren
- Das Fell dient auch zur Kommunikation, Flaschenbürste und gesträubtes Fell zur Signalisierung an das Gegenüber sind Beispiele dafür.

Man kann rauslesen, dass auch bei Nacktkatzen mit Schnurrhaaren eine Liste an Dingen zusammenkommen, welche zeigen, dass die Katze ohne Hilfe des Menschen in der Natur nicht überlebensfähig wäre.

Nacktkatzen ohne Schnurrhaare:
-Die Vibrissen sind für Katzen ein sehr wichtiges Sinnesorgan. Die Katze braucht dies nicht nur zur Orientierung in dunklen Lichtverhältnissen sondern auch als Kommunikationsmittel. Auch das Abschneiden von Schnurrhaaren gilt als Tierquälerei, entsprechend ist das Wegzüchten davon natürlich dem ebenbürtig.
-Auch verkürzte oder verkümmerte Tasthaare sind bereits problematisch und schränken das Tier in seinem Leben ein.
-Katzen besitzen nicht nur im Gesicht Tasthaare, sondern auch an den Beinen. Auch diese fehlen Nacktkatzen.
Katzen ohne Schnurrhaare sind eine Qualzucht und die Zucht solcher Katzen verboten.
(https://www.erna-graff-stiftung.de/qualzucht-nacktkatzen/)



Charakter und Allergien
Manchmal wählt man auch eine Katzenrasse, da man gewisse Charakterzüge dieser Rasse bevorzugt. Wenn das die Gründe sind, warum du eine Nacktkatze willst, dann kannst du gut darauf verzichten. Charaktere von Katzen sind nicht alleine von der Rasse abhängig. Wenn dir ein bestimmter Charakterzug wichtig ist, dann suche in Tierheimen oder Pflegestellen, dort kennt man seine Tiere meistens gut und kann dir dann ein Tier empfehlen.
Wenn du gelesen hast, dass die Nacktkatzen aufgrund der fehlenden Haare geeignet sind für Menschen mit Katzenhaarallergien, muss ich dich auch enttäuschen... Man ist nicht auf das Fell sondern auf die Spucke der Katze allergisch. Dies mag sich weniger verteilen, weil keine oder weniger Haare rumliegen, aber ändert nichts an der Tatsache, dass auch Nacktkatzen Spucke produzieren und sich damit ablecken.
Um eine Katze zu finden, auf die du nicht allergisch reagierst, empfehle ich erwachsene Tiere, welche du eine Zeit lang kennen lernen kannst, kuscheln kannst um zu merken, ob du allergisch reagierst oder nicht.
 

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Nacktkatzen und Devon Rex 2/2

Fazit
Das Thema Nacktkatze ist sehr umstritten. Einig sind sich jedoch alle, das Fehlen von Tasthaaren gilt als Qualzucht und ist verboten (sowohl in Deutschland, der Schweiz und Österreich). Somit ist es sehr wichtig, dass beim Kauf auf das Vorhandensein von Tasthaaren beim Kitten aber auch der Elterntiere geachtet wird.
Nacktkatzen mit Tasthaaren gelten laut Tierschutzgesetz wohl noch nicht als Qualzucht. Allerdings könnten die Tierschutzgesetze entsprechend ausgelegt werden, um die Nacktkatzen als Qualzucht anzuerkennen. Dies aufgrund der oben genannten gesundheitlichen Bedenken.
Auch hier ist es wieder eine Kontroverse: Züchter sagen, es ist eine natürliche Mutation und somit unbedenklich, Tierschützer argumentieren, dass das fehlende Fell und die Abhängigkeit zum Menschen, welcher sie wärmt und eincremt, eine Zuordnung zur Qualzucht rechtfertigen.
Ich persönlich habe mit dem Argument der natürlichen Mutation grosse Mühe. Auch Krebs und angeborene Behinderungen sind Formen natürlicher Mutationen. Als jemand mit einer angeborenen Behinderung, kann ich sagen, dass Behinderungen eben das sind, was das Wort sagt: Behindernd im Alltag.
Da die Tierschutzgesetze teils keine klaren Grenzen setzen, ist es für uns wichtig, selbst zu informieren und den Verstand einzusetzen. Es ist absolut notwendig, dass Katzenhalter und Züchter ihren Wunsch nach Extravaganz, nach optischen Merkmalen und ähnlichem nicht über das Wohl des Tieres stellen.
Für mich sind die Kriterien einer Qualzucht bei kompletten Nacktkatzen, welche auf eine vom Menschen gesteuerte Wärmeregulation angewiesen sind, vorhanden und entsprechend würde ich diese Rasse nicht unterstützen. Bei der Devon Rex würde ich natürlich Wert auf komplett ausgebildete Vibrissen legen.

Wenn dein Herz an Nacktkatzen hängt, du aber Skrupel hast oder unsicher bist, ob du damit etwas falsches unterstützt, dann würde ich empfehlen, im Tierheim und Tierschutz zu suchen und nicht Züchter zu unterstützen, welche diese Art von Zucht betreiben.
 

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Rickie

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@FindusLuna,
beeindruckendes Werk und sehr hilfreiche Recherche.

Gerade, was die Tasthaare, nicht nur im Gesicht, sondern auch an den Pfoten betrifft, bin ich wohl doch sehr empfindlich.
Wenn ich nämlich so den blinden Bruno beobachte, wie er durch die Wohnung sprintet und sich voll auf seine Tasthaare verlassen kann, und blinde Katzen sind ja auch nicht sooo selten, wir hatten ja mal zeitweise 2 Blindchen, frage ich mich, warum man Katzen ohne oder mit verkrüppelten Tasthaaren züchten muß. :(

Selbst das Mäusefangen ist bei diesen Rassen ja ein Problem; ist die Maus erst mal zum Teil im Maul, muß sich die Katze bei der weiteren Bewältigung komplett auf die Tasthaare verlassen können. Oder steckt sie ihren Kopf in einen Bau, ist es auch zappeduster und sie braucht dann zum Beuteaufstöbern ihre Tasthaare.

Büxt eine Nackt- oder Rexkatze aus und wird nicht innerhalb kurzer Zeit gefunden, hat sie kaum Überlebenschancen, die der Nacktkatzen sind gleich Null.

Vielen Dank für all Deine Mühe; diese Qualzuchtzusammenfassungen werden sicher dem einen oder anderen hilfreiche Einblicke und Entscheidungshilfen geben. :)
 
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Gerade, was die Tasthaare, nicht nur im Gesicht, sondern auch an den Pfoten betrifft, bin ich wohl doch sehr empfindlich.
Wenn ich nämlich so den blinden Bruno beobachte, wie er durch die Wohnung sprintet und sich voll auf seine Tasthaare verlassen kann, und blinde Katzen sind ja auch nicht sooo selten, wir hatten ja mal zeitweise 2 Blindchen, frage ich mich, warum man Katzen ohne oder mit verkrüppelten Tasthaaren züchten muß. :(

Selbst das Mäusefangen ist bei diesen Rassen ja ein Problem; ist die Maus erst mal zum Teil im Maul, muß sich die Katze bei der weiteren Bewältigung komplett auf die Tasthaare verlassen können. Oder steckt sie ihren Kopf in einen Bau, ist es auch zappeduster und sie braucht dann zum Beuteaufstöbern ihre Tasthaare.

Büxt eine Nackt- oder Rexkatze aus und wird nicht innerhalb kurzer Zeit gefunden, hat sie kaum Überlebenschancen, die der Nacktkatzen sind gleich Null.

Vielen Dank für all Deine Mühe; diese Qualzuchtzusammenfassungen werden sicher dem einen oder anderen hilfreiche Einblicke und Entscheidungshilfen geben. :)

Ich habe noch ergänzt, dass es auch Tasthaare an den Beinen gibt, da ich dies nicht drin hatte :) Danke für den Hinweis und das vorab durchlesen :)
 
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Mir fällt auch immer alles nur bröckchenweise ein, war halt doch recht umfangreich.
Danke fürs Ergänzen. :)
 
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Mir fällt auch immer alles nur bröckchenweise ein, war halt doch recht umfangreich.
Danke fürs Ergänzen. :)
Wenn dir noch was einfällt, nur her damit. Gilt übrigens auch für alle anderen ;-)
 
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Mitunter kommt noch was spontan.
Woran ich bei Rassen als solche, also nicht als Individuen, denke, ist, kann diese Katze eigenständig draußen überleben?
Oder kann diese Rasse mal mit einem Handicap noch mit Lebensqualität leben?
 
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@FindusLuna
Ich habe keine Quellen und dem was ich bislang zum Thema Qualzucht der Nacktkatzen gelesen habe, wurde diese beiden Aspekte nicht genannt. Nach meinem bisherigen Katzenwissen erfüllt das Fell noch weitere Funktionen:
- Der angeborene Instinkt sich selbst zu putzen kann eine Nacktkatze nicht in dem Maß ausführen, wie eine Katze mit Fell
- Fallschirm, Katzen plustern im Fall ihr Fell auf um so die Fallgeschwindigkeit zu reduzieren
- Kommunikation, Flaschenbürste und gesträubtes Fell zur Signalisierung an das Gegenüber
 
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Ich habe keine Quellen und dem was ich bislang zum Thema Qualzucht der Nacktkatzen gelesen habe, wurde diese beiden Aspekte nicht genannt. Nach meinem bisherigen Katzenwissen erfüllt das Fell noch weitere Funktionen:
- Der angeborene Instinkt sich selbst zu putzen kann eine Nacktkatze nicht in dem Maß ausführen, wie eine Katze mit Fell
- Fallschirm, Katzen plustern im Fall ihr Fell auf um so die Fallgeschwindigkeit zu reduzieren
- Kommunikation, Flaschenbürste und gesträubtes Fell zur Signalisierung an das Gegenüber
Deswegen habe ich auch selbst teils Sachen unter der Quelle hinzugefügt :) Ich ergänze das sehr gerne von dir, danke!
 
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  • #10
Das Fell trägt zumindest zum Luftwiderstand bei, dass das Fell aufgeplustert wird wurde mMn mal in einer Doku gesagt.
Der Begriff „Fallschirm“ stammt von mir.

Zitat Stellreflex der Katze, Stellreflex der Katze – Wikipedia
»Da Katzen im Verhältnis zum Luftwiderstand ihres Fells und ihrer Querschnittsfläche leicht sind, liegt ihre maximale Fallgeschwindigkeit bei nur rund 100 Kilometern pro Stunde. Sie tragen auch selber durch das Ausstrecken von Beinen und Schwanz nach der Stabilisierungsphase dazu bei, ihren Luftwiderstand beim Fall zu erhöhen. Wenn die Grenzgeschwindigkeit von 100 km/h erreicht ist, kompensiert der Luftwiderstand die Gewichtskraft und der Fall wird nicht weiter beschleunigt. Die genaue Grenzgeschwindigkeit hängt auch von Größe und Gewicht der Katze ab und wird bei einem Fall nach etwa 30 Metern erreicht.[3] Stürze aus größerer Höhe (etwa von Hochhäusern) erhöhen das Verletzungsrisiko also nicht mehr.«
 
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  • #13
Ok, hatte ich überlesen😊.... bei meinen Katers fällt mir sowas zuerst ein 😁
 
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  • #14
Ob Fell zur Duftmarkierung des Reviers beiträgt?
Zur Erforschung der europäischen Wildkatze werden sogenannte Lockstöcke verwendend, an den Stöcken bleiben auch immer Haare hängen, die dann auf die DNS untersucht werden. In der Natur bleiben die Haare dann eben an Ästen und Rinde hängen. Hier zu Hause an Liegeplätzen und Mobiliar.

Zur Produktion des Fells dürften im Körper einer Katze einige Stoffwechselfunktionen in Gang sein. Die Haare, die ich hier wöchentlich einsauge machen schon fast eine 3. Katze aus. :unsure:
 
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  • #15
Wenn ich nochmal darüber nachdenke:
Über die Vibrissen hinaus, kann dem gesamten Fell eine Tastfunktion zugeschrieben werden. Katzen können mithilfe des Fells am Rücken spüren, ob sie irgendwo anstoßen. Kann gut beobachtet werden, wenn sich die Fellnasen unters Bett oder Sofa quetschen. Ebenso zeigen meine Katzen eine Reaktion, wenn mit einem Finger nur ganz leicht über die Haarspitzen des Fells gestrichen wird.
 
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  • #16
Bei unseren Hauskatzen bestimmt zu vernachlässigen, dient Fell über Farbe und Zeichnung auch der Tarnung.
 
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  • #17
Ob Fell zur Duftmarkierung des Reviers beiträgt?

Es hat zumindest eine Funktion in Bezug auf den "Gruppengeruch". Dh. Katzen vermischen dadurch, dass sie sich gegenseitig putzen ihren Geruch und erkennen sich so als "Freunde". Kann gut sein, dass das reiben an Stellen an denen sich bereits eine andere Katze gerieben hat eine ähnliche Funktion hat. So nach dem Motto: Ich will Dir nix böses...
 
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  • #18
Es ist zwar nicht mein Faden, aber ich bin mal so frei und gebe meinen Senf dazu, ja?

- Der angeborene Instinkt sich selbst zu putzen kann eine Nacktkatze nicht in dem Maß ausführen, wie eine Katze mit Fell

Interessanter Aspekt. Meines Wissens leiden Nacktkatzen oft an Mitessern und unreiner Haut, müssen ja auch regelmäßig gebadet werden, weil der produzierte Talg nicht über das Fell abgeleitet wird. Verstopfte, entzündete Talgdrüsen sind sicher nicht nur ein ästhetisches Problemchen. Daß mangelnder Putzinstinkt auch dazu beiträgt, darüber habe ich noch nie nachgedacht.

- Kommunikation, Flaschenbürste und gesträubtes Fell zur Signalisierung an das Gegenüber

Jep, Nacktkatzen können übers Fell so gar nicht kommunizieren, bleiben zwar noch Ohren- und Schwanzhaltung, Körperhaltung, Kommunikation übers Gesicht und akustisch, aber das bedrohliche Aufplustern fehlt ihnen. :(

Ob Fell zur Duftmarkierung des Reviers beiträgt?
Zur Erforschung der europäischen Wildkatze werden sogenannte Lockstöcke verwendend, an den Stöcken bleiben auch immer Haare hängen, die dann auf die DNS untersucht werden. In der Natur bleiben die Haare dann eben an Ästen und Rinde hängen. Hier zu Hause an Liegeplätzen und Mobiliar.

Zur Produktion des Fells dürften im Körper einer Katze einige Stoffwechselfunktionen in Gang sein. Die Haare, die ich hier wöchentlich einsauge machen schon fast eine 3. Katze aus. :unsure:

Nacktkatzen könnten mit Hautschuppen und Talg markieren, die Duftstoffe sind ja darin. Aber ob sie so gut einen Gruppengeruch annehmen können, glaube ich nicht.
Andererseits sind sie draußen sowieso nicht überlebensfähig, so daß es darauf wohl auch nicht mehr ankommt. :cry:

Wenn ich nochmal darüber nachdenke:
Über die Vibrissen hinaus, kann dem gesamten Fell eine Tastfunktion zugeschrieben werden. Katzen können mithilfe des Fells am Rücken spüren, ob sie irgendwo anstoßen. Kann gut beobachtet werden, wenn sich die Fellnasen unters Bett oder Sofa quetschen. Ebenso zeigen meine Katzen eine Reaktion, wenn mit einem Finger nur ganz leicht über die Haarspitzen des Fells gestrichen wird.

Das sehe ich an Bruno, wie gut er sich über Reize übers Fell orientiert. Federangel? Unglaublich geschickt geht er damit um. Die Haare des Fells fangen mit Sicherheit jeden kleinsten Luftzug besser ein, als nackte Haut es kann.

Bei unseren Hauskatzen bestimmt zu vernachlässigen, dient Fell über Farbe und Zeichnung auch der Tarnung.

Nööö, keineswegs zu vernachlässigen, denn für Freigänger ist das schon ein Vorteil, für verwilderte Katzen erst recht.
 
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  • #19
Es ist zwar nicht mein Faden, aber ich bin mal so frei und gebe meinen Senf dazu, ja?
Danke für deine Kommentare. In Deutschland ist ja lediglich das Züchten ohne Vibrissen verboten und das auch nur, weil ein Gericht darüber entschieden hat.

Ich hoffe, dass @FindusLuna nichts dagegen hat, wenn man mal mit etwas gesundem Menschenverstand überlegt, was Fell für eine Katze noch bedeutet.
 
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  • #20
Danke für deine Kommentare. In Deutschland ist ja lediglich das Züchten ohne Vibrissen verboten und das auch nur, weil ein Gericht darüber entschieden hat.

Ich hoffe, dass @FindusLuna nichts dagegen hat, wenn man mal mit etwas gesundem Menschenverstand überlegt, was Fell für eine Katze noch bedeutet.
Ich finde das wunderbar :) Und @Rickie alle dürfen hier ihren Senf dazugeben :) Dafür sind die Threads ja da, um zu sammeln und zu ergänzen und zu informieren.
 
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