Amylase-Wert

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Sassii

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Liebe Forum-Mitglieder,

ich bin neu hier und habe mich schon ein bisschen im Archiv durchgewühlt, bin aber auf eher ältere Beiträge gestoßen - deswegen dachte ich mir ich eröffne ein neues Thema. Es geht um folgendes:

Unsere Katze Daisy ist 9 Jahre und war bis dato immer vollkommen gesund. Sie ist Freigänger und liebt es draußen zu sein, alles zu erkunden und Mäuse zu fangen. Sie lebt mit ihren zwei tierischen Mitbewohnern seit gut 6 Jahren in sagen wir mal "Akzeptanz" aber es funktioniert mit Abstand relativ gut.

Am Mittwochmorgen habe ich bemerkt dass sie sich komisch verhält, sie hatte große Pupillen und starrte auf eine Stelle. Trotzdem nahm sie Futter zu sich und schlief tagsüber relativ ruhig in ihrem Bettchen, Abends ging sie draußen ihr gewohnte Runde erzählte mir mein Mann. Als ich von der Arbeit nach Hause kam war sie gewohnt vor der Türe um mich mit Schmuseeinheiten zu begrüßen - ich hob sie auf und da knurrte sie das erste Mal. Sofort merkte ich, dass sie Schmerzen hatte wusste aber nicht woher und warum.
Ich lies keine Minute vergehen, schnappte sie und fuhr zu unserer langjährigen, wirklich sehr guten Tierärztin.
Sie wurde abgetastet und abgehört, die Augen, Ohren und die Flüssigkeitsaufnahme wurden geprüft - alles im grünen Bereich bis auf ein Knurren wenn die Ärztin die Schilddrüse/Bauchspeicheldrüse abtastete. Es wurde eine Entzündung vermutet und daher ein Mittel gegen die Entzündung verabreicht.
Ein Kontrolltermin wurde ursprünglich für heute angesetzt.

Am Donnerstag Morgen hat sie dann ein bisschen Futter gefressen, Abends kam sie mich wie gewohnt abholen und auch mein Mann meinte sie sei vitaler. Plötzlich (von einer Minute auf die andere) begann sie den Kopf komisch zu drehen (eine Art Schwanenhals wie es der TA nannte), ihre Pupillen weiteten sich und sie torkelte durch die Gegend. Sofort schnappte ich sie und fuhrt wieder zum TA.
Diesmal wurde ein Blutbild gemacht (die Befunde in der Beilage).
Die Blutwerte sind alle ok, bis auf der AMYL-Wert ist erhöht - das heißt, so wurde mir erklärt, kommen ihre Schmerzen von der Schilddrüse.
Das Verhalten mit dem Schwanenhals, den erweiterte Pupillen und das Torkeln wurde auf einen Elektrolyten Mangel zurückgeführt.
Der Zuckerwert (GLU) ist nur leicht erhöht und kann stressbedingte Ursachen haben, meinte die TA.

Wieder wurde ihr Entzündungshemmendes gespritzt (was genau kann ich leider nicht wiedergeben, da ich die Rechnung noch nicht habe).
Ihr wurden Elektrolyte und Wasser in Form von Infusionen verabreicht - sie war enorm schwach und konnte kaum stehen.
Zum Schluss wurde ihr noch eine geringe Dosis Morphium gegen die Schmerzen gespritzt, dass sie die Nacht in Ruhe schlafen konnte.

Zuhause angekommen lag sie fast regungslos am Boden, sie bewegte sich nur wenig und war vollkommen fertig. Futter und Wasser verweigerte sie, lies aber 2 Mal Hahn was mir zeigte, dass sie genug Wasser hat (ich habe auch mehrmals den Test am Fell/Haut gemacht).
Geschlafen hat sie kaum, genau so wie ich. Alle halbe Stunde habe ich nach ihr gesehen, sie hatte es ruhig und keiner ihrer tierischen Mitbewohner störte sie. Sie lag einfach nur mit offenen Augen da...
Heute morgen sah ich dass sie etwas Nassfutter gefressen hatte (das Trofu habe ich entfernt da es lt. meinen Recherchen nicht förderlich ist bei solchen Erkrankungen). Sie kam mir etwas vitaler vor, sie stand auf und wollte schmusen ... doch kaum stand sie einige Minuten fing dieses komische Kopfdrehen wieder leicht an und sie sank zusammen. Ich lies sie in Ruhe rasten und bat meine Mutter auf sie aufzupassen während wir in der Arbeit sind.
Grundsätzlich füttere ich nur Getreide- und zuckerfreies Futter (MAC´s, Carny, Feringa usw). Die TA meinte aber ich solle ihr geben was sie am liebsten frisst, damit sie überhaupt irgendetwas zu sich nimmt, deswegen stellte ich ihr ein Schälchen Gourmetperle hin, das es normal nur Sonntags als "Guzi" gibt.

Heute um 10:00 fährt mein Mann gleich wieder los zum TA, dieses mal soll ein Ultraschal und/oder Röntgen gemacht werden.
Er solle nochmal nachfragen (obwohl ich das schon x-mal gemacht habe und mir immer wieder gesagt wurde es wird ausgeschlossen) ob ein Schlaganfall oder eine Vergiftung wirklich ausgeschlossen werden kann.
Sie hat keinen Durchfall und erbricht auch nicht mehr (am Mittwoch hat sie sich 4-5 leicht übergeben und Schaum gekotzt).

Bitte entschuldigt den Roman aber ich weiß einfach nicht weiter...
wie lange kann es dauern dass eine Entzündung in der Bauspeicheldrüsengegend abschwillt? und ist dieses komische Verhalten mit dem Kopf drehen eine mögliche Reaktion auf die Schmerzen?
Habt ihr Erfahrungsberichte die mir vielleicht Mut machen?


Ich bin am Ende, es zerreißt mir das Herz sie so zu sehen und nicht helfen zu können.
Ich habe Angst sie könnte an dieser Entzündung versterben, wir sind von ihr immer ein vitales, gesundes Wesen gewöhnt gewesen und jetzt liegt sie vollkommen matt am Boden und bewegt sich kaum .. :cry:

Über euer Feedback, Hilfestellung, Tipps, Erfahrungsberichte wäre ich unglaublich dankbar.

Liebe Grüße
Sassi
 

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tiha

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Bei einer symptomatischen Katze in diesem Alter sollte grundsätzlich ein geriatrisches Blutbild gemacht werden, wo auch der T4 für die Schilddrüse drin ist. Außerdem ist Kalium wichtig und auch der Fructosamin. Wenn Verdacht auf Pankreatitis besteht, sollte der spec. fPLI für die Pankreas mitgemacht werden.

Ich glaube nicht, dass diese Erhöhung der A. auf eine echte Pankreatitis hindeutet, aber um sicherzugehen sollte der TA unbedingt den spec. fPLI nachordern.

Und wenn die TÄin schon vermutet, dass mit der Schilddrüse was ist, dann frage ich mich ernsthaft, warum sie den SD-Wert nicht ermittelt = T4.

Irgendwie hat das hier mE weder Hand noch Fuß und sollte vernünftig gemacht werden mit allen wichtigen Werten.

Inwieweit hier ein Vestibularsyndrom auch noch mit dabei sein könnte, weiß ich nicht sicher, das ist so nicht mein Thema, aber dieses Kopfdrehen etc. ist schon sehr seltsam und hat nichts mit Pankreas oder SD zu tun.
 
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Sassii

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Irgendwie beruhigt es mich ein bisschen dass du nicht glaubst, dass aufgrund des erhöhten AMYL-Wert eine Pankreatitis vorliegt.
Diesen Begriff hat die TA mir gegenüber nie erwähnt muss ich erwähnen, das sind alles nur Dinge die ich im Internet gelesen habe.

Mein Mann fährt in diesem Moment zur nächsten Tierklinik mit ihr, unsere TA hat uns gerade dazu geraten, da diese dort mehr Untersuchungsmöglichkeiten haben. Sie wird nun alle Befunde und Infos an die Klinik weitergeben und die weitere Behandlung dann der Klinik überlassen.
Daisy stand gerade eben mauzend vor der Haustüre und wollte raus. Ist ein gar nicht so schlechtes Zeichen, die letzten Tage wollte sie sich gar nicht bewegen.

Ich hoffe so sehr es ist nichts lebensbedrohliches... ich bin von Kopf bis Fuß am Zittern und vollkommen fertig.
Bin froh dass mein Mann die Nerven behält und warte auf seinen Anruf. Die Fahrt in die Klinik dauert 55Min. - eine Strapaze für unsere Maus. Aber was sein muss, muss sein...

Danke für deine Antwort!
Sarah
 
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tiha

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Die Amylase wird normalerweise mit der Lipase zusammen interpretiert. Sie sind bei Katzen meist nur dann einigermaßen aussagefähig in Richtung Pankreatitis, wenn sie massiv erhöht sind, und das sind sie bei euch ja nicht.
Aber selbst wenn es eine Pankreatitis sein sollte, geht die Welt nicht gleich unter, das bekommt ihr schon wieder in den Griff. Es ist ja wirklich ein gutes Zeichen, dass sie schon wieder agiler ist.

Dass dein Mann jetzt in die TK fährt ist sehr gut, auch, dass eure TÄin dazu geraten hat. Er soll bitte - falls die nicht alleine auf die Idee kommen - eine Infusion ansprechen!

Alles Gute für deinen Schatz. Ihr schafft das! :)
 
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Vielen Dank für deine Einschätzung und deinen guten Zuspruch!
Ich habe ihm noch eine Nachricht geschickt dass er darum bitten soll den T4 Wert austesten zu lassen und dass sie nochmals Infusionen bekommt (wobei ich davon ausgehe, dass dies das erste sein wird was sie machen werden).

DANKE! Wir geben unser bestes und wenn ich mein letztes Hemd dafür gebe oder bis an´s Ende der Welt fahren muss....
sie muss stark bleiben, sie weiß dass wir sie brauchen ❤️
 
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Unsere Daisy musste 1 Nacht stationär in der TK bleiben, dort bekam sie die ganze Nacht Infusionen und wurde vollkommen durchgecheckt. Blutwerte, Organe, Bewegungsablauf, Ultraschal, Röntgen,...

AMYL-Wert ist wieder in Ordnung (auch der T4 und fPLI wert passen), auch alle anderen Organe samt Blutbild sind unauffällig. Es wurden also keine Tumore o.ä. gefunden.
Ein TA spezialisiert auf Orthopädie, hat sich ihren Bewegungsapparat genau angesehen und auch hier ist alles in Ordnung.
Ein Schlaganfall wurde glücklich weise ebenfalls ausgeschlossen.
Es wurden ein paar angestaute Gase in ihrem Darm entdeckt, die mittlerweile aber verschwunden sind.

Ihr geht es jedoch schon viel besser, sie isst zwar mehr oder weniger noch zaghaft und hat auch immer nach dem Essen Bauchschmerzen aber mit Magenschutz, Schmerzmittel ist es in kurzer Zeit wieder vorbei. Das Schonkostfutter der TK mag sie nicht sonderlich gerne, jetzt wird ab heute Putenfleisch gekocht und mit etwas Cottage-Cheese serviert.

Gestern hat sie das erste mal nach 5 Tagen wieder Kot abgesetzt, er war steinhart. Ich habe sofort etwas davon eingesammelt, wir wollen den Kot von 3 Klogängen noch einschicken und untersuchen lassen.
Die TÄin vermutet es könnte sie um Koliken handeln und da sie den Kot aufgrund der Schmerzen zurückhält, kann dieser die Schmerzen zusätzlich verstärken.

Sie schmust sehr viel, kratzt wieder an ihrem Kratzbäumchen und isst den ein oder anderen Happen. Sie trinkt Wasser & möchte schon wieder nach draußen. Natürlich hat sie vorerst noch Hausarrest aber es geht bergauf.
Ich bin so erleichtert und dankbar...

Ich hoffe, die Beschwerden gehen bald ganz weg. Die Ärztin in der Klinik meinte, der Magen braucht nun einige Tage um sich zu beruhigen. Wir sollen beobachten dass sie genug trinkt und isst und die Medikamente nun zu Ende geben.

Heute bekommt sie ihre auffrischende Entwurmung, auch Parasiten können nicht ausgeschlossen werden (obwohl sie regelmäßig entwurmt wird).
Riesig erleichtert darüber dass es nichts "schlimmes" ist und doch noch etwas beunruhigt woher diese extremen Schmerzen in ihrem Bauch kamen...

Danke dass ich meine Hysterie hier niederschreiben durfte, es war wirklich schrecklich für mich nicht zu wissen was mit unserer Fellnase los ist.

Liebe Grüße
Sassi
 
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In einen geschwächten Organismus gehört keine Wurmkur! Jetzt lasst sie doch erstmal erholen. Gerade bei Wohnungskatzen ist eine regelmäßige Entwurmung einfach nur Gift pur ohne Sinn und Verstand - ausgenommen natürlich Befunde, die nachweislich Parasiten zeigen bzw hochgradig darauf hindeuten.
 
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Sie ist keine Wohnungskatze sondern ein Freigänger!
 
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Ah ok, sorry!

Trotzdem würde ich da im Moment kein Gift einwerfen, sondern einfach dem kleinen und sich gerade erst regenerierenden Organismus ein bisschen Zeit geben.
 
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Sassii

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Ah ok, sorry!

Trotzdem würde ich da im Moment kein Gift einwerfen, sondern einfach dem kleinen und sich gerade erst regenerierenden Organismus ein bisschen Zeit geben.
Dann warte ich noch ein paar Tage, aktuell hat sie sowieso Hausarrest.
 
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