Katze gut drauf, aber Blutwerte extrem schlecht: TA vermutet FELV oder FIV

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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ChrisB

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2. September 2023
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Moin und hallo,

ich mache mir leider seit zwei Tagen riesige Sorgen um meine Katze und hoffe, ihr könnt mir mit eurem Wissen vielleicht etwas helfen oder Ratschläge geben. Bereits im Voraus vielen, vielen Dank für jede Antwort. Nun zur Situation:

Patientin ist Gary, eine 12-jährige Freigängerin, die für ihr Alter eigentlich noch richtig gut drauf ist und bisher keine gesundheitlichen Beschwerden hatte. Sie ist lediglich schon immer etwas phlegmatisch, pennt etwas mehr als andere Katzen und ist eher ein schüchterner, schreckhafter Typ. Am Montag ist mir aufgefallen, dass ihr Hals etwas dicker aussah als gewöhnlich. Ich habe zwei Tage abgewartet, aber die beidseitige Schwellung wurde schnell größer. Also bin ich vorgestern mit ihr zum Tierarzt meines Vertrauens gefahren.

Es wurde nach kurzer Untersuchung ein Blutbild angefertigt. Die Ergebnisse haben wir nach kurzer Wartezeit bekommen - leider sehen die Werte garnicht gut aus. (Siehe Bilder) Ich selber kann mit den Werten nur wenig anfangen, mir fehlt die Erfahrung. Mein Tierarzt meinte dann zu mir, es sieht sehr schlecht aus. Seine Erfahrungswerte sagen, dass es vermutlich FELV oder Katzenaids, also FIV im ziemlich fortgeschrittenen Stadium ist...gegebenenfalls auch FIP. Laut seiner Aussage "können wir nicht mehr viel tun. Die Lebenserwartung liegt irgendwo zwischen 1 Woche und 1 Jahr, da diese Krankheiten alle in Schüben verlaufen". Ich habe zwei Medikamente erhalten. Zum einen Kortison, um die heftige Schwellung der Lymphknoten am Hals zu bekämpfen. Dazu ein Schmerzmittel. Auf meine Frage nach einem Mittel zur Stärkung des Immunsystems habe ich dann auch noch ein Nahrungsergänzungsmittel erhalten. Ich muss sagen, dass ich in der Situation so geschockt war, dass mir in dem Moment keine weiteren Fragen eingefallen sind.

Dann bin ich nach Hause gefahren und nach der ersten Trauer und vielen Tränen ging die Recherche im Netz los. Mir wollte nicht einleuchten, warum sie noch so gut drauf ist, wenn die Blutwerte so schlecht aussehen. Zudem wollte ich mehr über die genannten Krankheiten wissen. Ich fand heraus, das FIP unter Umständen mit einem nicht zugelassenen Medikament behandelbar ist. Hoffnungsschimmer! Direkt zwei große Selbsthilfegruppen kontaktiert und sofort von einer Antwort erhalten. Nach Schilderung der Situation und Sichtung des Blutbildes durch diese FIP-Profis lautete deren Meinung: Eher keine FIP, aber zur Sicherheit testen.

Daraufhin las ich mehr über FIV und FELV. Ich fand heraus, dass Kortison in diesen Fällen eigentlich nicht verabreicht werden sollte und wurde total unsicher, denn das hatte ich erhalten. Dann habe ich auch noch irgendwo gelesen, dass bei FIV immununterstützende Mittel auch eine gegenteilige Wirkung entwickeln können und mehr schaden als helfen. In der Folge habe ich die vom TA erhaltenen Medikamente am ersten Tag nicht gegeben und war stattdessen heute mit vielen Fragen dort erneut in der Sprechstunde. Er erklärte mir, dass er der Meinung sei, bei den Blutwerten und aufgrund der Tatsachse, dass FELV und FIV nicht heilbar wären, eine weitere Diagnose oder Tests keinen Sinn machen würden. Auf die Frage nach dem Kortison sagte er, dass dieses zwar bei FIV und FELV auch negative Auswirkungen haben könnte, aber nur in Verbindung mit einer viralen Infektion. Er drückte es zum besseren Verständnis dann so aus: "Hat die Katze einen Schnupfen oder Durchfall, Kortison weglassen. Sonst ist es kein Problem und ist das beste, was wir gegen die Lymphknotenschwellung am Hals machen können." So habe ich es zumindest verstanden. In der Folge endete auch der zweite Besuch mit der Aussage, dass wir nichts mehr machen können als die aktuellen Beschwerden bestmöglich zu lindern.

Obwohl ich meinem Tierarzt eigentlich blind vertraue und auch mit meinem anderen Kater und meinem Hund oft dort bin, frage ich mich, ob ich nicht noch eine zweite Meinung einholen sollte und alles richtig mache. Auf der einen Seite möchte ich alles für mein Mädchen tun, was ich noch kann - andererseits möchte ich nicht, dass sie ihre letzten Tage, Wochen oder Monate mit quälenden Arztbesuchen zubringen muss. Das wäre nur bei Hoffnung auf Heilung eine Option, die es nach meinem jetzigen Verständnis aber ja nicht gibt. Trotzdem ist da irgendwie noch eine Hoffnung, weil sie vom gesamten Verhalten her noch richtig gut drauf ist - eigentlich wie immer. Sie frisst normal. Sie ist gepflegt. Sie bewegt sich wie immer, schnurrt und lässt sich keine Krankheit anmerken. Laut dem Blutbild ist sie aber fast tot.

Nun habe ich viel geschrieben ohne genau zu wissen, was ich mir eigentlich von euch erhoffe. Wie würdet ihr weiter vorgehen? Mache ich alles richtig, wenn ich die Meinung von meinem TA so annehme und keine weiteren Test veranlasse? Kann ich noch irgendwas für mein Mädchen tun? Gibt es speziellen Futter das ihr aus Erfahrung empfehlen könnt? Ich glaube so in die Richtung gehen die Fragen, die ich aktuell im Kopf habe.
 

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Es tut mir leid das du solche Nachrichten bekommen hast.
Mit dem Blutbild kenne ich mich leider nicht aus. Wurde es in der Praxis oder in einem externen Labor gemacht.
Ich würde auf jeden Fall einen Test auf Fiv und Felv machen lassen.
 
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Vielleicht mit den bisherigen Befunden mal eine Zweitmeinung bei einem anderen Tierarzt einholen?
 
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Hi
Ich schließe mich der Frage von @rassekatze an. Wurde auf FIV und FELV überhaupt getestet, und zwar nicht nur mit einem Schnelltest?

Für die Interpretation des Blutbildes rufe ich mal @ferufe.

Ebenso würde ich nach diesen Aussagen des TA ebenfalls eine Zweitmeinung einholen.

Für deine Katze alles Gute!
 
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Moin und hallo,

nein, es wurde ganz sicher kein Test durchgeführt. Nicht gegen FIV, nicht gegen FELV. Die Blutwerte wurden in der Praxis erstellt, nicht in einem Labor. Auch beim zweiten Besuch erklärte mir der Doktor, dass die Blutwerte so schlecht seien, dass eine weitere Diagnose keinen Sinn mehr machen würde. Welche Krankheit es nun genau sei, sei insofern egal, als dass man nur noch die aktuellen beschwerden lindern könne. Und dazu würden ihm die Blutwerte reichen...daraus könne er sehen, was meine kleine aktuell an Medikamenten benötigt.

Meine dringendste Frage ist gerade: Kann ich ohne Test und Klarheit über FIV oder FELV-Infektion mit dem erhaltenen Kortison auch Schaden anrichten oder stimmt die Aussage meines Arztes, dass Kortison nur bei gleichzeitiger Viraler-Infektion ein Problem wäre?

Randnotiz zum TA: In der Vergangenheit hat er schon oft Recht gehabt, durchweg gute Bewertungen und ist zugleich seit Jahrzehnten Amtstierarzt in der Region und betreut in der Funktion auch so gut wie alle Tierheimtiere. Der hat wirklich schon ne Menge Erfahrung...umswo weniger verstehe ich das aktuelle Vorgehen. Aber ja...aktuell tendiere ich auch stark zu einer zweiten Meinung.
 
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Auf die Tests würde ich bestehen. Auch eine Zweitmeinung einholen.
Ich ruf mal @Max Hase
Kennt sich mit Blutbild auch super aus.
 
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Vom Labor her würde ich sofort den Tierarzt wechseln.
Aber wie Du sagst, der hat die Erfahrung, deshalb hat er ein Gespür für Krankheitsverläufe und kann auch ohne konkrete Diagnose raten.

Bist Du sicher, dass er von FeLV oder FIV gesprochen hat?
Kann es auch Lymphom oder Leukämie gewesen sein? Wäre bei der Halsschwellung eher meine Idee. Und würde zur Kortisontherapie passen. -
Und wer weiß, ob der Doktor noch mehr Veränderungen / Schwellungen z. B. im Bauchbereich getastet hat.

Im Labor sehe ich eine Anämie, eine Lymphopenie und eine hohe Lipase. Die ist bei Katzen nicht so aussagekräftig, da braucht man die DGGR-LIPASE oder den Fpli. Bauchspeicheldrüse macht aber keine Schwellung am Hals.
Anämien gibt es bei vielen Erkrankungen, chronischen Entzündungen und Tumoren.
Lymphopenien können bei Infekten auftreten, weil mehr verbraucht wird als neu produziert werden kann. Aber sie sind auch Zeichen von Tumoren.
Die Histogramme der Unterfraktionen kann ich nicht sicher bewerten.

Wenn Du so schwimmst, aber mit dem Doktor bisher gut gefahren bist, sprich Montag nochmal mit ihm.
In so schwierigen Situationen hört man ja immer nur die Hälfte.
 
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Meine dringendste Frage ist gerade: Kann ich ohne Test und Klarheit über FIV oder FELV-Infektion mit dem erhaltenen Kortison auch Schaden anrichten oder stimmt die Aussage meines Arztes, dass Kortison nur bei gleichzeitiger Viraler-Infektion ein Problem wäre?
Öhmm, verstehe diese Aussagen des TA nicht.
FIV und FELV SIND Virusinfektionen!

Ich tendiere noch mehr zum Rat eines TA-Wechsels wo dann auch ein komplettes Blutbild in einem auswärtigen Labor gemacht wird.
 
Vom Labor her würde ich sofort den Tierarzt wechseln.
Aber wie Du sagst, der hat die Erfahrung, deshalb hat er ein Gespür für Krankheitsverläufe und kann auch ohne konkrete Diagnose raten.

Bist Du sicher, dass er von FeLV oder FIV gesprochen hat?
Kann es auch Lymphom oder Leukämie gewesen sein? Wäre bei der Halsschwellung eher meine Idee. Und würde zur Kortisontherapie passen. -

Im Labor sehe ich eine Anämie, eine Lymphopenie und eine hohe Lipase. Die ist bei Katzen nicht so aussagekräftig, da braucht man die DGGR-LIPASE oder den Fpli. Bauchspeicheldrüse macht aber keine Schwellung am Hals.
Anämien gibt es bei vielen Erkrankungen, chronischen Entzündungen und Tumoren.
Lymphopenien können bei Infekten auftreten, weil mehr verbraucht wird als neu produziert werden kann. Aber sie sind auch Zeichen von Tumoren.
Die Histogramme der Unterfraktionen kann ich nicht sicher bewerten.

Wenn Du so schwimmst, aber mit dem Doktor bisher gut gefahren bist, sprich Montag nochmal mit ihm.
In so schwierigen Situationen hört man ja immer nur die Hälfte.
Hallo Max,

vielen, vielen Dank für deine ausführliche Antwort - das hilft mir gerade enorm!

Zu deinen Fragen:

Beim ersten Besuch war die Aussage nach dem Sichten des BBildes: Das sieht sehr, sehr schlecht aus. Könnte FIV, FeLV oder auch FIP sein.

Beim zweiten Besuch sagte er das gleiche. Er vermutet am ehesten FeLV oder FIV. Ja, auch von Leukose war die Rede, aber ich dachte bis eben gerade FeLV=Leukose / Leukämie? Er sagte, ich solle mich auf schlechte Wundheilung einstellen....falls das irgendwie hilft.

Zur Schwellung: Beidseitig noch immer stark geschwollen. Die starke Umfangszunahme kam aber innerhalb weniger Tage.....keine Ahnung ob das für ein Lymphom typisch ist?!

Ansonsten ist die Katze ganz normal und wie immer. Frisst normal und hat keine erkennbaren Probleme.

Ich bin echt verzweifelt, traurig und hart verunsichert. Noch einen Besuch beim gleichen TA halte ich für nicht zielführend. Ich kann auch nicht verstehen, warum nicht weiter getestet wurde - zumal ich beim zweiten Besuch explizit nach dem Sinn gefragt habe und er daraufhin weiter verneint hat.

Nun zu meinen dringendsten Fragen:

1. Würdest du bei diesen Blutwerten noch eine zweite Meinung einholen, dem Tier Stress zumuten oder kann ich ohnehin nichts mehr für sei tun? Könnte es nur den Blutwerten nach auch irgendetwas anderes sein, dass behandelbar wäre und nicht zum Tode führt? Ich will mich an keine Strohhalme klammern, die nicht da sind, meiner Gary die letzten tage mit Arztbesuchen versauen und viel Geld ausgeben, das nicht ohne weiteres da ist. Genausowenig möchte ich irgendetwas unversucht lassen, wenn es Grund zur Annahme gibt, dass ich ihr besser helfen könnte als ich es aktuell tue.

2. Ich habe jetzt 1x Kortison verabreicht. Kann ich ihr damit auch schaden, wenn die aktuelle Diagnose nicht richtig ist? Würdest du es aktuell verabreichen oder bis zur Einholung einer zweiten Meinung weglassen?

Nochmal Danke für deine Hilfe!!!!!
 
  • #10
Öhmm, verstehe diese Aussagen des TA nicht.
FIV und FELV SIND Virusinfektionen!

Ich tendiere noch mehr zum Rat eines TA-Wechsels wo dann auch ein komplettes Blutbild in einem auswärtigen Labor gemacht wird.
Und ich komme mir blöde vor...bin aber sicher, dass er das gestern so gesagt hat. Als Erklärung kam dann noch: "Also wenn sie Schnupfen oder Durchfall oder sowas hat, Kortison weglassen."
 
  • #11
Habe gerade nochmal die Unterlagen gesichtet. Habe noch einen dritten Zettel vom BBild gefunden. Dazu steht auf der Rechnung der Hinweis: Verdacht auf Leukose.

Jetzt nochmal für mich zum Verständnis: FeLV steht doch für Feliner Leukämievirus....das ist doch das gleiche wie Leukose, oder etwa nicht? Weil oben die Nachfrage von Max kam, ob ich mit der FeLV-Aussage vom TA sicher sei, oder es auch Leukämie gewesen seien könne!? Das verwirrt mich gerade etwas🙈
 

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  • #12
Leukose ist der alte Begriff für Leukämien und für Infektionen mit dem felinen Leukämievirus / FeLV. Wenn Dein Tierarzt älter ist, hat er vielleicht die alten Begrifflichkeiten genutzt. Deshalb würde ich ihn fragen.

FeLV ist ein Chamäleon, nicht immer nachweisbar.
Es erreicht auf seinem Weg durch den Körper das Knochenmark und kann dort mit einer Latenz von einigen Monaten / Jahren Leukämien auslösen.
Auch ohne dieses Virus nachzuweisen (zu haben), kann Katz aber Leukämie bekommen.
Da das Leukämievirus das blutbildende System schädigt, schädigt es auch das Immunsystem indirekt. Somit sind auch andere Tumoren und natürlich Infektionen möglich.

FIV ist AIDS vergleichbar, hat gleiche Infektionswege, irgendwann bricht auch hier das Immunsystem zusammen. Auch hier können FIV-chen unabhängig vom FIV Tumoren oder andere Erkrankungen entwickeln.
Ich hatte einen FIV-positiven Ex-Stallkater hier, der schon länger schlecht war, möglicherweise im Rahmen eines schon länger bestehenden Tumors oder auch akut ausbrechender FIP verstarb. Das ging rasend schnell.

FIP entsteht durch eine bestimmte Mutation des felinen Coronavirus. Viren - wissen wir seit Corona - mutieren bekanntlich immer. FIP entsteht an einer Art Sollbruchstelle des Virus. Dann geht es schnell. Oder man gibt ein nicht zugelassenes Medikament. Viele Tierärzte begleiten inoffiziell die Behandlung, dürfen es aber nicht offen, weil sie dann ihre Approbation verlieren.

Jetzt nochmal zu den Symptomen.
Deine Katze hat Schwellungen am Hals, ist sonst munter und unauffällig. Sie ist zwölf.
Zeigt sie Auffälligkeiten beim Fressen oder Kotabsatz?
Hat der Doktor beim Abtasten noch was gesagt? Vielleicht weitere Lymphknotenschwellungen getastet oder Veränderungen im Bauch?

Die weißen Blutwerte sind niedrig, die Lymphozyten unterirdisch. Die roten Blutwerte sind ebenfalls zu niedrig.
Da er Dir Kortison mitgegeben hat, gehe ich davon aus, dass er eine ausgebrochene Leukämie vermutet. Das ist nach den Laborwerten und dem Tastbefund am Hals (den ja der Doktor genauer erhoben hat) leider sehr gut möglich.

Wenn Du bisher mit dem Doktor reden konntest, würde ich das auch nochmal tun. Stichwort: es lässt mir keine Ruhe.
Dann siehst Du wie er reagiert, und ob Du mit dem, was Du jetzt gelesen / verstanden hast, seinen Ausführungen besser folgen kannst.

Wenn Dir das dann nicht reicht, würde ich ihn bitten, nochmals Blut abzunehmen (sofern die Katze dabei halbwegs kooperativ ist), dabei das, was so als geriatrisches Profil gilt mit Leber, Niere, Blutbild / Hämatologie, Bauchspeicheldrüse und Fpli. Auf die erneute Bestimmung des T4 kann man grundsätzlich verzichten, aber oft ist das Gesamtprofil kostengünstiger als die Einzelwerte. Dazu die typischen Katzeninfektionskrankheiten (FIV / FIP bzw. Coronatiter / FeLV).
Und dann würde ich nochmal mit ihm sprechen.

Was hier im Forum immer zu kurz kommt, ist die Erfahrung, die ein langjährig tätiger (Tier-)Mediziner einfach hat. Da gehen oft Blickdiagnosen.

Als mein Wallach mit Spat erkrankte, hat mir der Beinspezi alles wunderbar mit Befunden aufgedröselt.
Mein Hausdoktor hat nach einer klinischen Lahmheitsuntersuchung (Vortraben und Beugeprobe) nichts anderes gesagt, aber nicht belegen können. Seine Erfahrung mit solchen Untersuchungen hat ihn zu dem gleichen Schluss geführt.

Deshalb ist hier immer mein Rat: vor der zweiten Meinung mit dem Hausdoktor zu reden, wenn das bisher gepasst hat.
Vielleicht hat der viele Eindrücke / Befunde aus der Untersuchung mitgenommen, die er so gar nicht alle aufdröseln konnte.
 
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  • #13
Hallo,
dein Gedanke eine zweite Meinung einzuholen ist aus meiner Sicht sehr gut. Die Erklärungen deines TAs halte ich für fragwürdig, sorry.
Sicher sinmd ihm bei FeLV schon verdickte Lymphknoten untergekommen, seine Aussage bzgl. FIV in deinem Anfangsbereitbleibt fragwürdig.
Es liegt eine deutliche Anämie vor - warum lässt sich nicht sagen, ganz viele wichtigen Werte fehlen und bei der Blutwertebestimmung lag eine Lipämie vor: Folge sind falsche Werte die nicht eindeutig interpretierbar sind. Beispiel ist die Amylase, die bei Katzen nicht aussagefähig ist jedoch einen Hinweis auf eine Pankreasbeteiligung geben kann. Es könnte, weil sie bei einer Lipämie erniedrigt sein müsste und somit auch deutlich höher liegen könnte, eine akute Pankreatitis vorliegen. Dies könnte auch im Zusammenhang mit der Anämie liegen, es wird z.B. nicht genügend/keine B-Vitamine aufgenommen mit Auswirkungen verschiedenster Art wie auch Blutbildungsstörungen. Damit schliesse ich die "Einschätzung und Aussage" deines TAs nicht aus, bin aber sehr skeptisch.
Es passiert einfach viel zu häufig, dass Erkrankungen wie Leukose, Lymphom oder ähnliches diagnostiziert wird - hier im Forum. Und nein was Erfahrungen von (Tier-)Medizinern angeht: viele sind auf dem Stand des Studiums stehengeblieben, auch heute noch wenn sie frisch aus dem Studium kommen und man annehmen sollte sie freuen sich neues zu lernen, über Tellerrand zu schauen.
Ich rate dir unbedingt zu einer anderen Praxis zu gehen, ein umfassendes geriatisches Blutbild in einem externen Labor machen zu lassen - das vieliegende Blutbild scheint mir gar nicht eindeutig und es fehlen wichtige Werte.
VG
 
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  • #14
Noch eine Stimme für eine Zweitmeinung und möglichst schnell.

Dicke Lymphknoten, können auch bei eine Entzündung vorliegen und gemäss BB habt ihr eine Entzündung und eine Anämie.
 
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  • #15
Leukose ist der alte Begriff für Leukämien und für Infektionen mit dem felinen Leukämievirus / FeLV. Wenn Dein Tierarzt älter ist, hat er vielleicht die alten Begrifflichkeiten genutzt. Deshalb würde ich ihn fragen.

FeLV ist ein Chamäleon, nicht immer nachweisbar.
Es erreicht auf seinem Weg durch den Körper das Knochenmark und kann dort mit einer Latenz von einigen Monaten / Jahren Leukämien auslösen.
Auch ohne dieses Virus nachzuweisen (zu haben), kann Katz aber Leukämie bekommen.
Da das Leukämievirus das blutbildende System schädigt, schädigt es auch das Immunsystem indirekt. Somit sind auch andere Tumoren und natürlich Infektionen möglich.

FIV ist AIDS vergleichbar, hat gleiche Infektionswege, irgendwann bricht auch hier das Immunsystem zusammen. Auch hier können FIV-chen unabhängig vom FIV Tumoren oder andere Erkrankungen entwickeln.
Ich hatte einen FIV-positiven Ex-Stallkater hier, der schon länger schlecht war, möglicherweise im Rahmen eines schon länger bestehenden Tumors oder auch akut ausbrechender FIP verstarb. Das ging rasend schnell.

FIP entsteht durch eine bestimmte Mutation des felinen Coronavirus. Viren - wissen wir seit Corona - mutieren bekanntlich immer. FIP entsteht an einer Art Sollbruchstelle des Virus. Dann geht es schnell. Oder man gibt ein nicht zugelassenes Medikament. Viele Tierärzte begleiten inoffiziell die Behandlung, dürfen es aber nicht offen, weil sie dann ihre Approbation verlieren.

Jetzt nochmal zu den Symptomen.
Deine Katze hat Schwellungen am Hals, ist sonst munter und unauffällig. Sie ist zwölf.
Zeigt sie Auffälligkeiten beim Fressen oder Kotabsatz?
Hat der Doktor beim Abtasten noch was gesagt? Vielleicht weitere Lymphknotenschwellungen getastet oder Veränderungen im Bauch?

Die weißen Blutwerte sind niedrig, die Lymphozyten unterirdisch. Die roten Blutwerte sind ebenfalls zu niedrig.
Da er Dir Kortison mitgegeben hat, gehe ich davon aus, dass er eine ausgebrochene Leukämie vermutet. Das ist nach den Laborwerten und dem Tastbefund am Hals (den ja der Doktor genauer erhoben hat) leider sehr gut möglich.

Wenn Du bisher mit dem Doktor reden konntest, würde ich das auch nochmal tun. Stichwort: es lässt mir keine Ruhe.
Dann siehst Du wie er reagiert, und ob Du mit dem, was Du jetzt gelesen / verstanden hast, seinen Ausführungen besser folgen kannst.

Wenn Dir das dann nicht reicht, würde ich ihn bitten, nochmals Blut abzunehmen (sofern die Katze dabei halbwegs kooperativ ist), dabei das, was so als geriatrisches Profil gilt mit Leber, Niere, Blutbild / Hämatologie, Bauchspeicheldrüse und Fpli. Auf die erneute Bestimmung des T4 kann man grundsätzlich verzichten, aber oft ist das Gesamtprofil kostengünstiger als die Einzelwerte. Dazu die typischen Katzeninfektionskrankheiten (FIV / FIP bzw. Coronatiter / FeLV).
Und dann würde ich nochmal mit ihm sprechen.

Was hier im Forum immer zu kurz kommt, ist die Erfahrung, die ein langjährig tätiger (Tier-)Mediziner einfach hat. Da gehen oft Blickdiagnosen.

Als mein Wallach mit Spat erkrankte, hat mir der Beinspezi alles wunderbar mit Befunden aufgedröselt.
Mein Hausdoktor hat nach einer klinischen Lahmheitsuntersuchung (Vortraben und Beugeprobe) nichts anderes gesagt, aber nicht belegen können. Seine Erfahrung mit solchen Untersuchungen hat ihn zu dem gleichen Schluss geführt.

Deshalb ist hier immer mein Rat: vor der zweiten Meinung mit dem Hausdoktor zu reden, wenn das bisher gepasst hat.
Vielleicht hat der viele Eindrücke / Befunde aus der Untersuchung mitgenommen, die er so gar nicht alle aufdröseln konnte.


Vielen, vielen Dank Max....wirklich. Ich bin echt baff wie viel Mühe du dir mit deinem Beitrag gegeben hast. Dankeschön!!! Ich verstehe jetzt einiges besser. Zu deinen Fragen:

Katze, Freigängerin, 12 Jahre ist korrekt. Richtig - Schwellungen am Hals, beidseitig. Laut TA die Lymphknoten. Innerhalb weniger starke Vergrößerung, nun steht es gefühlt seit 2 Tagen still. Heute zum zweiten Mal Kortison verabreicht. Sonst hat der TA keine Schwellungen festgestellt. Auch von Wasser im Bauch nix zu spüren oder sehen.

Allgemeinbefinden sonst total unauffällig und wie immer. Sie hat Appetit wie immer, frisst normal, sieht nicht abgeschlagen oder platt aus, trinkt genug und zeigt keine erkennbaren Anzeichen einer Krankheit - außer eben das Blutbild und die Schwellungen am Hals. Kot kann ich leider nicht kontrollieren, aber übergeben muss sie sich quasi nie. Alles wirkt "normal".

Kleine Anmerkung am Rande. Sie hatte vor gut einem Jahr starke Entzündungen an fast allen Zähnen. Diese wurden daraufhin bis auf wenige alle gezogen. Es hieß damals beim gleichen TA, das sei alter und zahnsteingeschuldet. Sind sogar schon von selbst abgebrochen. :(( Ansonten war mein Mädchen immer schon eher der inaktive, etwas schläfrige typ....aber das ist schon seit einigen Jahren so, nicht erst seit der Schwellung am Hals.
 
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  • #16
Hallo,
dein Gedanke eine zweite Meinung einzuholen ist aus meiner Sicht sehr gut. Die Erklärungen deines TAs halte ich für fragwürdig, sorry.
Sicher sinmd ihm bei FeLV schon verdickte Lymphknoten untergekommen, seine Aussage bzgl. FIV in deinem Anfangsbereitbleibt fragwürdig.
Es liegt eine deutliche Anämie vor - warum lässt sich nicht sagen, ganz viele wichtigen Werte fehlen und bei der Blutwertebestimmung lag eine Lipämie vor: Folge sind falsche Werte die nicht eindeutig interpretierbar sind. Beispiel ist die Amylase, die bei Katzen nicht aussagefähig ist jedoch einen Hinweis auf eine Pankreasbeteiligung geben kann. Es könnte, weil sie bei einer Lipämie erniedrigt sein müsste und somit auch deutlich höher liegen könnte, eine akute Pankreatitis vorliegen. Dies könnte auch im Zusammenhang mit der Anämie liegen, es wird z.B. nicht genügend/keine B-Vitamine aufgenommen mit Auswirkungen verschiedenster Art wie auch Blutbildungsstörungen. Damit schliesse ich die "Einschätzung und Aussage" deines TAs nicht aus, bin aber sehr skeptisch.
Es passiert einfach viel zu häufig, dass Erkrankungen wie Leukose, Lymphom oder ähnliches diagnostiziert wird - hier im Forum. Und nein was Erfahrungen von (Tier-)Medizinern angeht: viele sind auf dem Stand des Studiums stehengeblieben, auch heute noch wenn sie frisch aus dem Studium kommen und man annehmen sollte sie freuen sich neues zu lernen, über Tellerrand zu schauen.
Ich rate dir unbedingt zu einer anderen Praxis zu gehen, ein umfassendes geriatisches Blutbild in einem externen Labor machen zu lassen - das vieliegende Blutbild scheint mir gar nicht eindeutig und es fehlen wichtige Werte.
VG
Vielen, vielen Dank auf dir für deine Meinung und die ausführliche Begründung. Hilft mir wirklich so viel Beistand hier zu bekommen
 
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  • #17
Bin so stolz auf mein Mädchen wie tapfer sie das Kortison einnimmt. Sie hat es mit etwas Leberwurstpaste einfach weggeschlabbert. Und das schmerzmittel gestern hat sie mit etwas Überredungskunst auch problemfrei eingenommen. Die tropfen habe ich ihr in katzenmilch aufgelöst.....
 
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  • #18
Kleine Anmerkung am Rande. Sie hatte vor gut einem Jahr starke Entzündungen an fast allen Zähnen. Diese wurden daraufhin bis auf wenige alle gezogen. Es hieß damals beim gleichen TA, das sei alter und zahnsteingeschuldet. Sind sogar schon von selbst abgebrochen. :(( Ansonten war mein Mädchen immer schon eher der inaktive, etwas schläfrige typ....aber das ist schon seit einigen Jahren so, nicht erst seit der Schwellung am Hals.
Das heisst sie hat noch Zähne? Wurde damals, insbesondere weil auch welche abgebrochen waren, dental geröngt? Denn dies spricht für FORL und hier könnnte das Problem liegen und das kann dramatisch werden? Da ist dann nix mit FIV, FeLV geschweige irgendein Lymphom! Und wenn es so ist gehe davon aus, dass sie leidet.
VG
 
  • #19
Dass Zähne dicke Lymphknotenpakete machen, ist - wie alles - nie völlig ausgeschlossen aber unwahrscheinlich.
Zähne machen wenn eher diffuse Schwellungen in die umliegenden Weichteile rund um den Kiefer. Kennt jeder von der berühmten dicken Backe.

Die Diagnose steht und fällt tatsächlich mit dem tastbaren Untersuchungsbefund. Das Labor und auch das scheinbar unauffällige Verhalten sind nur eine Bestätigung des Befundes.
Wenn Du es genau wissen willst, müsste man in die Lymphknoten reinstecken und eine Probe untersuchen. Dabei gibt es leider keine Garantie auch Tumorzellen zu erwischen, oft muss man mehrfach punktieren, bis man ein eindeutiges Ergebnis bekommt.

Hier gibt es alle Pillen in Leberwurstpralinen. Sozusagen die Variante mit Füllung.
 
  • #20
Dass Zähne dicke Lymphknotenpakete machen, ist - wie alles - nie völlig ausgeschlossen aber unwahrscheinlich.
Das ist völlig neu! Wenn FORL tatsächlich vorliegen sollte, und auch bei weiteren Zahnentzündungen, gibt es vielfach verdickte Lymphknoten. Ob es dann hier die Ursache ist muss sich zeigen. Aber die Schwellung zu verneinen, zumindest in Frage zu stellen, ist schon fahrlässig aus meiner Sicht.
VG
 

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