Kater anderer Katze zu liebe abgeben?

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vsmaus

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Hallo zusammen,

ich habe ein Geschwisterpärchen, einen Kater und eine Katze, knapp 6 Jahre alt, Wohnungskatzen mit Balkon und selbstverständlich kastriert.

Ein bisschen zur Vorgeschichte:
Als Kinder haben sich die beiden noch super verstanden. Je älter sie wurden desto dominanter(die Katze wurde zunehmend von Plätzen vertrieben) wurde der Kater und umso mehr hatte die Katze keine Lust mehr auf das "rabaukenhafte" Spielen des Katers. Trotzdem hatten sich die beiden lieb und haben gekuschelt.
Als die beiden ca 1,5 Jahre alt muss irgendetwas vorgefallen sein als ich nicht zuhause war, jedenfalls hatte ich dann den absoluten Katzenkrieg zuhause. Interessanterweise war es aber die Katze die den Kater einschüchterte und der dann ca. eine Woche unterm Bett verbrachte. In den darauffolgenden Wochen drehte sich das Blatt und der Kater "eroberte sich sein Revier" zurück und die Katze verbrachte dann sehr viel Zeit unterm Bett. Über viele Monate relativierte sich die Situation jedoch. Allerdings scheint irgendein Bruch zwischen den beiden entstanden zu sein. Die Katze lässt den Kater nicht in ihre nähe, also Kuscheln o.ä. ist nicht drin. Sie ist auch in der untergeordneten Rolle geblieben. Heißt, dass er sie oft vertreibt und man merkt das sie wenn sie sich in der Wohnung bewegt immer auf der Hut vor ihm ist. Von meinen Beobachtungen aus würde ich sagen, dass er sie manchmal aus Spieltrieb angreift, manchmal aber auch als Ventil(?). Als Beispiel wenn er etwas macht was er nicht darf, z.B. auf die Küchenzeile springen und dafür angemeckert wird und sie in der Nähe ist bekommt sie einen Drauf.
Als er letztens krank war hat man richtig gemerkt wie die Katze aufgeblüht ist. Sie war viel aktiver und hat sich offener in der Wohnung bewegt und hatte mehr Lust zu spielen.

Nun ist es so, dass im Gespräch mit Freunden die Idee aufgekommen ist, dass sie den Kater bei sich aufnehmen könnten. Und ich frage mich im Moment was rein aus Sicht der Katzen die beste Option ist. (Natürlich wäre ich ungemein traurig und es fällt mir schon schwer das hier auch nur zu tippen)

Den Vorteil den ich daran sehen würde, wäre zum einen für sie und zum anderen auch für ihn, da im neuen Zuhause "immer" jemand zuhause wäre, da die Frau arbeitsunfähig ist. Das wäre natürlich gut, weil mein Kater ziemlich schlau ist und ständig gefordert werden möchte, weil ihm sonst schnell langweilig ist.

Ich frage mich nur wie das ist mit der Einzelhaltung, da man ja sagt, dass Katzen eigentlich nicht alleine gehalten werden sollen... Aus Sicht meiner Katze, was ist besser unterdrückt zu werden oder alleine zu sein? Aus menschlicher Sicht kann ich das beantworten aber ich kann mich schwer in ihre Lage versetzen wie sehr die Rangfolge ihre Lebensqualität mindert...
Aus Sicht meiner Katers: Da er ja immer wieder versucht mit meiner Katze zu spielen glaube ich, dass er gerne einen Raufkumpel hätte, was mit meiner Katze natürlich nicht drin ist. Wobei es bei meinem Freunden die Option gäbe früher oder später nach einem geeigneten Kumpel zu schauen, wenn sich herausstellt dass er alleine nicht glücklich ist. Was natürlich auch positiv wäre denn ich kann ihm keinen Raufkumpel anschaffen, weil drei Katzen hier zuviel wären und ich Angst hätte, das nachher zwei Kater auf meiner Katze rumhacken.

Jedenfalls würde ich mich über eure Einschätzung und Meinungen freuen rein aus Katzensicht gesehen. Jetzt mal außer Acht gelassen, dass das für mich natürlich sehr traurig wäre.
Vielen Dank schon mal :)

Achja noch was: ein Umzug steht bei mir/uns leider bald eh an... Um eine Revierveränderung kommen also beide nicht drum rum
 
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Margitsina

Margitsina

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Geschwister verstehen sich oft nachdem sie aus den Kinderschuhen entwachsen sind mehr. Das liegt ganz klar an dem unterschiedlichen Spielverhalten zwischen Kater und Katze. Die Kater sind oft unterfordert und die Mädels genervt.

Es ist schön, dass du dir dazu Gedanken machst und das ganze beobachtest.
Ich würde den Kater zu einem passenden Kumpel möglichst mit Freigang geben.

Für deine Katze solltest du dann eine charakterlich passende Freundin im gleichen Alter suchen.

Einzelhaltung ist keine gute Idee.
 
P

Piepmatz

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Auch wenn es drauf hinaus laufen sollte das einer der beiden ein neues Heim bekommt - ist Einzelhaltung eigentlich ein NoGo.

Kein Mensch kann eine Katze/Kater 24 Std am Tag bespaßen. Es ist und bleibt nicht artgerecht. Der Kater braucht einen Raufkumpel und das Mädel eine Freundin zum schmusen und kuscheln.

Möchtest Du immer wieder zu mit dem Kater raufen bis deine Hände blutig verkratzt sind? Willst du ihm das Fell sauber lecken oder mit ihm durchs Zimmer rollen, verkeilt ineinander weil man sich prügelt?

Oder kannst Du der Katze das Fell ablecken oder mit ihr im Körbchen kuscheln?

Kannst du dich über Körpersprache nonverbal mit den beiden kommunizieren?

Kurz um: egal wer wo hin ziehen wird: Jeder der beiden braucht vorallem einen Charaktergleichen (am besten auch das gleiche Geschlecht, aber kommt auf en Charakter der Katzen ansich dann an) Spiel/Raufkumpel....

Aber von wem Du dich am besten trennen solltest kann Dir wohl keiner raten...

Aber normalerweise sollte man immer gleichgeschlechtlich halten weil Kater meist immer mehr zum Raufer werden und Katzen eher mehr der Kuschler sind...

Ist natürlich nicht wirklich ausschliesslich bei jedem Tier so - es kommt schon auch auf den einzelnen Charakter des jeweiligen Tieres an...
 
V

vsmaus

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3 Januar 2015
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Vielen Dank für eure Antworten. Das hab ich mir gedacht, das Einzelhaltung keine gute Option ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es aber wesentlich einfacher wird einen passenden Charakter für den Kater zu finden als für die Katze(die ist irgendwie etwas komplexer gestrickt).

Würdet ihr denn sagen, dass unterm Strich meine Katzen profitieren?

Ich finde es sehr schwer aus menschlicher Sicht einzuschätzen wie die jetzige Situation die Lebensqualität meiner Katzen beeinflusst. Ich mein natürlich gibts bei uns ja auch Rangordnungen aber da wird man in der Regel nicht verkloppt oder verscheucht. :D Wobei der Umkehrschluss aus menschlicher Sicht eher nachzuvollziehen ist nämlich, dass man gerne was mit jemanden unternehmen(spielen) würde, der jenige aber keine Lust darauf hat...

Es ist für mich einfach sehr schwer einzuschätzen, ob der Profit für meine Katzen so hoch ist, dass ich diese schwere Entscheidung treffen kann. :(

Aber von wem Du dich am besten trennen solltest kann Dir wohl keiner raten...

Ich würde den Kater abgeben, weil er.. wie soll man das ausdrücken.. umgänglicher ist?! ;) Ne er ist lässt sich sehr schnell kuscheln auch von fremden und ihn kann man ohne Probleme rumtragen. Ich bin die einzige Person die meine Katze hochnehmen kann und dann auch nur kurz und wann gekuschelt wird bestimmt sie, er ziert sich da nicht ;) Sie ist einfach wählerischer was Menschen angeht.
 
S

Starfairy

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Ja, davon würden auch deine Katzen profitieren. Deiner Katze geht es nicht wirklich gut, möchtest du immer aufpassen müssen, das nicht irgendwo so ein Rambotyp auf dich lauert?
Und ja, viele Katzen hassen das typische Katerspielverhalten regelrecht.

Ich habe einen Kater abgegeben, der einfach nicht in die Gruppe gepaßt hat. Er hat die anderen Katzen allerdings teilweise sogar tierarztreif gebissen.

Hier konnte man deutlich sehen, wie die anderen Katzen entspannter waren, als sie begriffen hatten, das er nicht mehr hinter irgendeiner Ecke lauert. Vorher wollten die teilweise den Flur gar nicht mehr betreten.

Heute gerade hat mich seine neue Besitzerin angerufen. Er wohnt dort als Einzelkater, aber mit Freigang.
Und dort ist er zum absoluten Schmusekater mutiert (hier hat er sich immer nur kurz und sehr bedingt anfassen lassen), schläft mit im Bett und verträgt sich draußen problemlos mit den anderen Katzen in der Gegend.:eek:

Deine Katze ist ja Gesellschaft gewöhnt. Ich denke, das sie sich mit einer freundlichen, aber nicht aufdringlichen Kätzin durchaus anfreunden könnte.
2 Katzen, die sich erst als erwachsene Tiere kennenlernen, werden selten so dicke Freunde, das sie miteinander kuscheln und sich putzen.
Aber ein freundliches Zusammenleben, ohne den Stress, den sie jetzt mit dem Kater hat, warum soll das nicht gehen?
 
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