Haarballen Problem- OP?

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
HeidiR

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Hallo guten Morgen, ich bräuchte mal eure Einschätzung. Meine Katze Lina fing vorgestern Abend plötzlich an, Komisch da zu sitzen und weniger zu essen. Da es gestern Morgen immer noch so war, bin ich zu einer Tierärztin gefahren (die ich allerdings nicht kannte). Diese hat sie eigentlich recht gründlich angeschaut und gesagt, dass sie sehr, sehr dicke rote Mandeln hätte. Sie hat ihr dann Metacam gespritzt und mir auch welches mitgegeben.

Am Nachmittag bemerkte ich allerdings, dass es nicht besser wird sondern eher schlechter. Außerdem fing sie plötzlich an, ganz schlimm zu Speicheln. Versuchte auch zu erbrechen, das ging aber nicht.

Also habe ich die Katze gepackt und bin zu einer größeren Praxis hier in der Nähe gefahren. Die haben sie dann ebenfalls untersucht und sie geröntgt. Dabei haben sie gesehen, dass vermutlich ein Haarballen im Magen liegt.

Allerdings könnte aufgeweichtes Futter wohl auch so aussehen.

Sie haben ihr dann eine Spritze gegeben, die sie Erbrechen ließ. Es kam ein riesiger Schwall raus, insbesondere Trockenfutter (das mind. 18 Stunden alt sein müsste).
Leider kein Haarballen.
Danach ging es ihr aber besser.
Sie haben dann noch einen Ultraschall gemacht und auch da waren die Haare zu sehen- wenn es welche sind. Allerdings weniger.
Am Abend hat sie gefressen und in der Nacht ganz lieb bei uns geschlafen.

Heute morgen dann dasselbe Bild wie vorher. Sie hockt da, mag nicht angefasst werden, dann knurrt sie, frisst nix und ist unentspannt.

Um 10:45 habe ich wieder einen Termin, sie wollte die Katze heute wieder sehen.

Was haltet ihr davon?
Meint ihr das war das Futter?
Nun ist wieder welches drinnen (da sie ja abends gefressen hat) und ihr ist wieder schlecht?
Speichel rinnt ihr ein wenig raus.
Sie sieht aus wie ein Bild des Jammers.

Die TÄ sprach auch von einer OP zwecks Entfernung des Haarballesn.
Aber wenn es nun was anderes ist?
 
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Samra

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Hallo,

das es deiner Katze zur Zeit so schlecht geht tut mir leid. Leider kann ich dir nicht helfen, hoffentlich melden sich noch andere User.

Wie geht es Lina jetzt? Was hah der TA gesagt?
 
Usambara

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Hallo,
eine Halsentzündung kann durchaus solche Symptome hervorrufen...eine Gastritis ebenso.

Wie ist der Stand heute?:confused:
 
HeidiR

HeidiR

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Gestern wurde ein weiteres Röntgenbild angefertigt. Dieses war ein himmelweiter Unterschied zum vorigen.
Der Haarballen an sich war nicht mehr zu sehen. Wahrscheinlich war es keiner.
Diese Ausbeulung des Magens war weg und man sah förmlich wie das Futter langsam wieder den Darm entlang rutscht und die Luft nach hinten gedrückt wird.
Offenbar ein Infekt- sie meinte die Praxis sei aktuell voll solcher Fälle.
Frage mich zwar, wie sich eine Wohnungskatze einen Mageninfekt einfangen kann- aber es scheint so zu sein. Denn meine andere Katze fängt nun mit ähnlichen Symptomen an.

Lina geht es heute aber viel besser, sie frisst und ist fast die Alte.

Mich erschreckt es aber so, dass innerhalb weniger Stunden aus einer augenscheinlich gesunden Katze ein Häufchen Elend wird.
 
Usambara

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Hallo,

das klingt doch schon viel besser.:)

Oh das kann schon sein, schon eine Haarwurst kann zB zu einer Gastritis führen.
Ich hatte das hier auch schon und mein Kater war in ebenso einem erbärmlichen Zustand...mit Schaum vorm Mäulchen und es ging ihm ganz elend.:(

Alles Gute für deine Lina.:zufrieden:
 
HeidiR

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Vielen Dank.
Leider fressen beide Katzen keine Maltpaste oder ähnliches. Höchstens mal Sahne.
Ich weiß einfach nicht, wie ich es künftig verhindern kann.
Außer viel kämmen- aber das ist ein Fass ohne Boden.
 
HeidiR

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So, nachdem wir nun einige Monate Ruhe hatten, geht es schon wieder los.

Lina seit einigen Tagen Wechsel zwischen Hunger und keinen Hunger und Fröhlich und Zurückgezogen. War es 3 Tage nicht so gut, dann kam meist vorne oder hinten ein Haarballen raus und sie war ca. 1-2 Tage prima drauf - bis das Spiel von vorne los ging.

Gestern saß sie dann mittags wie ein Häufchen Elend in der Wohnung und knurrte, wenn man sie anfasste.
Ich also zum TA gedüst.

Bauch war sehr schön weich, nichts hart, aber der Magen extrem empfindlich. Man könne röntgen und ein Narkosemittel geben, damit sie kotzt.
Allerdings haben wir das das letzte Mal auch gemacht und sie hat zwar daraufhin gekotzt, es kam aber kein Haarballen. Dafür hing das Mittel noch 12 Stunden nach und sie schwankte ewig.
Und auf dem Röntgen kann man einen Haarballen nicht 100 % erkennen, nur einen Verdacht - nun, den haben wir ja ohnehin.

Also sah ich das kritisch und holte am Abend nochmal meine Haustierärztin (mobil), die ich tagsüber nicht erreicht hatte.
Sie kam, untersuchte und sagte ebenfalls: Bauch total weich. Magen empfindlich.
Der Ballen, sofern vorhanden, sei vermutlich nun nur noch nach hinten herauszubringen, dazu müsste sie aber was fressen, was sie nicht tat, weil ihr kotzübel war (dazu brauchts kein Narkosemittell....)
Sie spritzte ihr ein Antiemetikum und flößte ihr Futter ein.

20 Minuten später spazierte Lina zum Napf und fraß.
Es ging ihr zunehmend besser und heute morgen war sie zumindest fast die Alte, wenn auch noch etwas zurückhaltend.
Ebenso kam dann, wie prophezeit, hinten ein kleiner Haarballen heraus (wobei das vermutlich noch nicht alles war)

So.
Nun, wo es ihr besser geht, putzt sie sich natürlich auch wieder und nimmt WIEDER die Haare auf.
Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.
Fürs Kämmen habe ich pro Tag ca. 20 Sekunden, danach ist ihre Geduld am Ende. Sie hat es nie gelernt.
Malzpaste mag sie nicht.

Was kann ich vorbeugend tun?
Es ist eine Birmakatze.
Sie nimmt durchaus Schleck-Tütchen die angeblich "Anti-Hairball" sind, aber die sind auch nicht effektiv.
Sie frisst ungern Nassfutter. Wäre das besser, jetzt mal in Bezug auf die Haarballen? Dass es generell besser ist, weiß ich.

Habt Ihr Tipps? Es ist jedesmal so schlimm für uns alle.
UND: es kommt jedesmal exakt 6 Tage, bevor ich in den Urlaub fahre. Immer. Jedesmal. Aber das ist wohl Zufall. :rolleyes:
 
Sel1981

Sel1981

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Hallo,

ich gebe meinen Butter.
Allerdings sind sie noch recht klein (8 Monate) und verlieren noch nicht sooooo viel Fell. Sie haben seit Oktober nie Haarballen (immer was anderes :rolleyes::eek:) ausgekotzt.

Im Moment schaffen sie es, die Haare zu verdauen.

Diesen Text hab ich noch im Internet gefunden:

Haarballen
Speiseöl. Wenn Ihre Katze zu würgen beginnt, können Sie versuchen,
ihr einen halben Teelöffel Speiseöl einzugeben. Mit etwas Glück geht
der Haarballen dann über den Verdauungstrakt ab, anstatt auf Ihrem
Teppich zu landen. Wenn die Katze das Öl nicht mit dem Futter frißt,
träufeln Sie es ihr auf die Pfote, von der sie es ablecken wird. Wieder-
holen Sie die Behandlung etwa vier Tage lang einmal täglich.
Butter als leckere Alternative. Eines der wirksamsten Mittel gegen
Haarballen ist Butter, die alle Katzen gern fressen. Sie wirkt nicht nur
als Gleitmittel, sondern sorgt auch dafür, daß sich die Gallenblase zu-
sammenzieht und Galle, ein mildes Abführmittel, in den Verdauungs-
trakt abgibt. Dadurch werden die Haarballen ausgeschieden, bevor sie
zum Problem werden können. Geben Sie bis zu eine Woche lang täg-
lich einen halben bis ganzen Teelöffel voll Butter. Auf die Dauer sollten
Sie aber keine Butter verfüttern, wenn Sie nicht wollen, daß Ihre Katze
zur Kugel wird.

Faserreiches Futter. Manchmal reicht schon ein Futter mit höherem
Faseranteil aus, um den Haarballen durch die Därme zu befördern.
Achten Sie beim Einkauf auf einen Faseranteil von 3,5 bis 10 Prozent.
Helfen Sie beim Putzen. Tägliches Kämmen und Bürsten wirkt Wun-
der bei der Vorbeugung von Haarballen. Katzen geben jeden Tag Hun-
derte von Haaren ab, vor allem im Frühjahr und Sommer. Wenn Sie
diese Haare auskämmen, wird die Katze nicht mehr so viele von ihnen
schlucken.
Nachpolieren. Nach dem Kämmen wischen Sie das Fell mit einem
feuchten Waschlappen ab - er nimmt auch die losen Haare mit, die
Ihrem Kamm entgangen sind.
Sorgen Sie für Unterhaltung. Es gibt Katzen, die kaum etwas anderes
tun, als sich zu putzen. Das kann an ihrer Persönlichkeit liegen, aber
auch streßbedingt sein. Zur Ablenkung sollten Sie viel mit Ihrer Katze
spielen. Wenn es Ihnen gelingt, ihre Aufmerksamkeit von der über-
steigerten Fellpflege abzulenken, müßte auch das Haarballenproblem
verschwinden.

Viel Glück! :)

LG
 
dieMiffy

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Mein Tipp wäre auch Butter, das funktioniert bei meiner Sissi gut. Wichtig wäre aber, dass Du wirklich Butter nimmst, keine Margerine. Ansonsten Katzengras? Das liebt z. B. Pepi. Franz nimmt weder Katzengras, noch Malzpaste, noch Butter, dementsprechend kotzt er viel öfter Haarballen aus als die anderen 2. Aber regelmäßiges Kämmen schafft auch schon Abhilfe.
 
HeidiR

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  • #10
Ganz lieben Dank für eure Antworten. Butter werde ich besorgen (habe keine). Hoffentlich frisst sie ist. Ja, Kämmen lässt sie sich ja nur leider nicht wirklich. Wie gesagt, ich habe 20 Sekunden allerhöchstens.
Katzengras nimmt sie gerne, sie grast wie ein Pferd.
Aber offensichtlich hilft das auch nicht immer.

Mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob sie wirklich einen weiteren Haarballen hat.
Klar kamen Haaren raus. Aber ich glaube, die Symptome sind einfach so ähnlich wie die Symptome ihrer Mama Emily, die eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung hat.

Vielleicht hat sie auch eine… Dieses auf und ab, diese Druckempfindlichkeit am Magen, dass reagieren auf Schmerzmittel und so weiter. Die Übelkeit. Irgendwie glaube ich das langsam. Denn wenn ich sie so behandle, wie Emily, wird es besser.
 
dieMiffy

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  • #11
Dann lieber doch nochmal beim TA abklären lassen.
Wegen Kämmen: Hast Du schonmal probiert, sie langsam mit Belohnung daran zu gewöhnen? Dass sie z. B. immer nach dem Kämmen ein Leckerlie bekommt? Das hat bei unseren Puscheln gut funktioniert. Gerade wenn sie Butter dann z. B. mag, könntest Du das als neues Belohnungs-Leckerlie nach dem Kämmen etablieren. Anfangs natürlich nur ganz kurz kämmen, eben ihre 15 Sekunden Schmerzgrenze ;) Aber nach und nach kann man das dann ausdehnen.
 
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keeza

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  • #12
Meine Kurzhaarkatze mit Allergieproblem nimmt auch sehr viele Haare auf. Das letzte Jahr hatte sie eigentlich nur noch Magenprobleme und hat mindestens eine Haarwurst pro Tag gekotzt. Oft sind ja besonders Langhaarkatzen betroffen. Der Magen war entsprechend dauergereizt und das Gewicht auch eher absteigend, weil der Appetit entsprechend war.
Ich hab diverse Sachen ausprobiert und viel gelesen.
Ich suche dir nachher einige interessante Links dazu raus;)

Letztendlich habe ich mich für eine Paste entschieden, die alle erforderlichen Inhaltsstoffe (Ballastfasern, Flohsamen, Ulmenrinde) hat, dazu ohne Zucker und Mineralöl. Es gibt diverse Pasten bei TÄ, aber oft mit Zucker und Mineralöl) Butter, Malzpaste und Co sind für "normale" Katzen oft ausreichend. Bei starker Haarproblematik reicht das keinesfalls aus.
Seit dem ersten Tag hat Kabisa nicht einmal mehr Haarballen gekotzt. allerdings bekommt sie die Paste täglich, statt einmal wöchentlich. Da muß man schauen was zur eigenen Katze paßt. Eine Freundin hatte die gleichen Erfolge bei ihrer alten Katze.
Problem: die Paste ist kein Leckerli und freiwillig frißt das hier nur eine Katze. Ich schmiere es aufs Bein und sie lutscht es ab. Aber wie gesagt, viele Katzen mögen es nicht, aber es hilft super!
Paste: https://www.zooplus.de/shop/katzen/katzenfutter_ergaenzung/haarballen/futterergaenzung/705900?rrec=true&pr=subsubcategory1_rr&slot=1&exprienceid=5850&strategyid=81002

Interessantes Wissen zu Haarballen und Verdauung
Uni München https://edoc.ub.uni-muenchen.de/6696/1/Ludolph_Aline.pdf
Ich hab noch ne interessante Doktorarbeit (2007) mit Versuchsreihe gefunden
.....hätte nicht gedacht, dass mich das Thema Verdauung so in den Bann ziehen wird :D

Einfluß von Rohfasern auf die Verdauung incl. Versuchsreihe (Verfütterung von Rohfasern)

Zitat:
9.3. Trichobezoare bei der Katze

Die Bildung von Trichobezoaren bei Katzen wird üblicherweise als eine Folgeerscheinung von routinemäßiger Fellpflege betrachtet (Barrs et al., 1999). Einzelne Haare können durch peristaltische Kontraktionen nicht ausgeschieden werden, bleiben an der Schleimhaut haften und können zu Konglomeraten aus solider Masse im Magen oder Verdauungstrakt anwachsen. Normalerweise können Katzen dieses Problem durch Auswürgen der Trichobezoare vermeiden (Wilkinson, 1984), gelegentlich können die Trichobezoare jedoch auf ein lebensbedrohliches Ausmaß anwachsen (Dann et al., 2004). Aufnahme von Gras kann hilfreich beim Erbrechen der Trichobezoaren sein. Besonders reinen Wohnungskatzen, die keine Möglichkeit der Faseraufnahme bei Freigängen haben, sollte stets Katzengras ad libitum zur Verfügung stehen (Barrs et al., 1999; Dann et al., 2004). Beobachtungen in der Katzenhaltung am Lehrstuhl für Tierernährung und Diätetik der Ludwig Maximilians Universität München belegen die Aufnahme von langfaserigen Blättern oder Gras durch die Katzen, um Erbrechen herbeizuführen. Sehr häufig werden jedoch nur kleine Haarknäule mit etwas Magensaft erbrochen, was vermuten lässt, dass alleiniges Erbrechen in einigen Fällen nicht ausreicht, um die Entstehung von Trichobezoaren zu verhindern. Durch wiederholtes Auswürgen kann es jedoch auch zu Verstopfungen der Speiseröhre oder zu Verstopfungen verschiedenster Areale im Magen-Darm-Trakt kommen (Van Stee et al., 1980). Die Folgen sind Kotabsatzprobleme, Darmverschluss, Darmentzündung und Erstickungstod.

Barrs et al. (1999) berichten von fünf klinischen Fällen mit Obstruktionen durch Trichobezoare zwischen 1997 und 1999. Vier der fünf Katzen waren Langhaarzüchtungen und drei waren älter als 10 Jahre. Alle fünf Tiere präsentierten sich mit einer palpierbaren, abdominalen Masse und klinischen Anzeichen wie Abmagerung, Aufgasung des Darms, Untertemperatur, Veränderungen im Blutbild und Elektrolythaushalt, blassen Schleimhäuten, verzögerter kapillärer Rückfüllung und gehäuftem Erbrechen. Vier Tiere hatten einen einfachen Darmverschluss, ein Tier einen abschnürenden. Auf den Röntgenaufnahmen stellte sich die Trichobezoare als röngendichtes Material dar.
Magen und Darm waren gas- und flüssigkeitsgefüllt. Bei den drei älteren Katzen wurden abdominale Neoplasien vermutet und bei zweien wurde eine Therapie aufgrund schlechter Prognose von den Besitzern abgelehnt. Bei den anderen drei Katzen wurden die Trichobezoare chirurgisch entfernt. Es trat bei allen drei Katzen eine vollständige Genesung ein. Im Fall einer Devon Rex Katze wird von einem zeitweise symptomlosen Trichobezoar berichtet. Das Tier zeigte überwiegend normalen Appetit, geringgradiger Mattigkeit und intermittierende Koliken. Die Elimination des Trichobezoars erfolgte durch Erbrechen und nach kurzer Zeit war das Tier vollständig genesen (Malik & Hunt, 2005).
Schrifttum 18
Insgesamt sind wenige Fälle von Trichobezoaren bei Katzen in der Literatur beschrieben (Ryan & Wolfer, 1978; Worwood & Jones, 1979) und
bei unklaren abdominalen Befunden wird das Vorhandensein eines Trichobezoars in den seltensten Fällen in Betracht gezogen. Darmverschlüsse, Tumore (Lymphosarkome, Adenokarzinome, Mastzelltumore), Fremdkörper, Invagination, Darmverschlingung- und drehung, intramurale Abszesse und angeborene Missbildungen können ähnliche Symptome hervorrufen und treten in der Klinik insgesamt weitaus häufiger auf (Sherding, 1994). Bemühungen zur Trichobezoarprophylaxe verstärken jedoch den Eindruck, dass diese Erkrankung weitaus häufiger ist als bisher angenommen.
Präventative Maßnahmen erstrecken sich auf die regelmäßige Fellpflege, besonders von langhaarigen Katzen. Gelegentliches Scheren sollte in Betracht gezogen werden. Zugang zu Gras mag hilfreich sein, seitdem das Erbrechen von Trichobezoaren mit nichtverdaulichen Pflanzenfasern in Verbindung gebracht wird (Barrs et al., 1999). Die Gabe von Laxantien wie Paraffinöl kann eventuell angesammelten Haaren die Passage durch den Magen-Darm-Trakt erleichtern. Vitaminsupplementierung, regelmäßige Floh- und Ungezieferkontrollen sowie milchinduziertes Erbrechen wird ebenfalls beschrieben (Barrs et al., 1999). Zusätzlich sollte ein spezielles Futter zur Vermeidung von Trichobezoaren gefüttert werden.
10. Ernährung zur Prävention von Trichobezoaren Vereinzelt haben wissenschaftliche Studien den positiven Einfluss von diätetischer Rohfaser zur Vermeidung der Bildung von Trichobezoaren postuliert (Fisher, 2003). Es werden jedoch keine detaillierten Angaben über die jeweilige verwendete Rohfaser gemachtEinige Veröffentlichungen beschreiben Zusätze von Flohsamenschalen und Ulmenrinde, überwiegend wird jedoch von Rohfaserzusätzen oder „Feline-Fiber-Systems“ ohne genauere Klassifizierung berichtet. Eine wissenschaftliche Untersuchung mit genauer Angabe der verwendeten Faserart, Faserlänge und Fasergewicht ist bis dato nicht publiziert.
Überwiegend sind es Veröffentlichungen von Futtermittelherstellern, die den positiven Effekt der Rohfaser auf die Haarausscheidung mit dem Kot bei Katzen beschreiben, wobei die Daten zum größten Teil auf Besitzerangaben basieren. Hohe Gehalte an pflanzlicher Faser sollen unterstützend auf den Abtransport der aufgenommenen Haare durch den Verdauungstrakt wirken und so die Zusammenlagerung von Haaren zu Trichobezoaren sowie das anschließende Hochwürgen oder Erbrechen reduzieren. Die Zusammensetzung der verschiedenen „Anti-Hairball-Formeln“ basiert überwiegend auf hohen Rohfasergehalten ohne genauere Deklaration sowie verschiedenen Pflanzen- und Fischölen zur Förderung der Verdauung.
Dann et al. (2004) untersuchten in einer Placebostudie an 24 Katzen mit erhöhter Trichobezoar-Problematik die Wirkung eines Trichobezoar-Präventivums mit aktiven Komponenten aus Flohsamenschalen und glatter Ulmenrinde. Der Rohfasergehalt lag sowohl im Placebo als auch im Präventivum bei 2%. Die klinischen Anzeichen für TrichobezoarSymptomatik (Brechen, Würgen, Husten) sanken betrachtet über einen Zeitraum von 14 Tagen um 29%.
englisch http://https://catfriendly.com/cat-care-at-home/routine-caregrooming/hairballs/?fbclid=IwAR16YpHG4K5ObPAvhqN5ruKDgM95cDrWpKrHFClghdPNC2vj-bs6kwT1rXQ
 
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  • #13
Vielen Dank!
Also leider frisst sie keine Butter. Natürlich kann ich ihr auch eine Paste auf die Pfoten schmieren, das Problem ist leider, dass sie ja nicht blöd ist und mittlerweile genau weiß, wann ich sie fangen will. Das Vertrauen ist schon ziemlich gestört mittlerweile, weil ich ihr ohnehin diverse Medikamente geben muss.

Was ich nicht verstehe: wieso können Katzen an einem Haarballen ersticken, wenn er im Darm fest sitzt? Seit wann atmen sie mit dem Darm?

Im Moment geht es ihr relativ gut, leider fliege ich am Dienstag in den Urlaub und hoffe einfach nur, dass sie ein paar Tage durch hält. Ich werde ihr wohl am Montag noch mal mit Gewalt Malzpaste einflößen.
 
keeza

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  • #14
Was ich nicht verstehe: wieso können Katzen an einem Haarballen ersticken, wenn er im Darm fest sitzt? Seit wann atmen sie mit dem Darm?
Die Antwort hab ich ja im Zitat oben gepostet. Lesen hilft:p
Durch wiederholtes Auswürgen kann es jedoch auch zu Verstopfungen der Speiseröhre oder zu Verstopfungen verschiedenster Areale im Magen-Darm-Trakt kommen (Van Stee et al., 1980). Die Folgen sind Kotabsatzprobleme, Darmverschluss, Darmentzündung und Erstickungstod.
 
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