Zwei neue Katzen zu zwei älteren?

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GroCha

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Die Betreuerin in der Pflegestation versucht nämlich die Katzen an die Menschen zu gewöhnen, indem sie ihnen Essen hinstellt, dieses aber weg nimmt, wenn sie den Raum verlässt.
Das würde ich nicht generell mit dem Futter machen, sondern mit Leckerlie.
Die Logik leuchtet mir ein. Aber mir wäre lieber, wenn die Katze versteht: Neues Zuhause = IMMER Futter.
Je nachdem wie scheu ein Katzi is, kann das sonst dazu führen, dass sie nur hungert.
Bei uns hat es ein paar Wochen gedauert, bis man auch nur im selben Raum sein konnte, wenn Irmi sich zum Futter getraut hat. Aber sie war auch wirklich extrem scheu. Is also kein Maßstab für jede scheue Katze.

Sie kannte anfangs keine Leckerlie. Es hat ziemlich lange gedauert, bis sie ihre Leidenschaft dafür entdeckt hat. Deswegen bin ich auf rohes Fleisch zum aus der Hand füttern umgestiegen.
Damit hat sie sich dann Stück für Stück immer näher ran getraut.
Und natürlich ist sie immer fleißig im Säusel-Ton gelobt worden, wenn sie sich ein Stück geholt hat - selbst wenn es erst mal nicht gleich aus der Hand war sondern auf Armeslänge neben mir lag.
Man sieht ihnen das an, bei welcher Entfernung sie sich wohl fühlen. Und nachdem wir alle Zeit der Welt hatten, sie zahm zu bekommen, hab ich mich da voll nach ihr gerichtet.
Bestimmt hätte ich sie schneller dazu bringen können, sich anfassen zu lassen und aus der Hand zu fressen. Aber ich wollte sie das alles selbst bestimmen lassen.
Dafür hab ich dann aber auch Rotz und Wasser geheult, als sie sich zum allerersten Mal von sich aus an meine Beine geschmiegt hat.

Man muss da auch nach seinem Bauchgefühl gehen. DIE Methode zum Anzähmen gibt es nicht. Manche brauchen nen Schubbser zu ihrem Glück, bei anderen siegt schnell die Neugier, manche wären auch keine Schoßkatzen geworden, wenn sie in Menschenobhut aufgewachsen wären, jede hat was anderes erlebt, einige wissen schon Mensch = Futter, manche kennen nur Mensch = Fußtritt, und und und...
 
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  • #22
Zum Tehma Katzen und Rituale. Unsere sind aber auch daran gewöhnt, dass am WE eben etwas später aufgestanden wird. Geht mit der Zeit alles...
 
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  • #23
Hallo,
ich wollte mal ein kurzes (oder wahrscheinlich längeres :cautious: ) Update schreiben. Gestern haben wir Iskra geholt. Die Pflegestation für die Tiere aus Moskau befand sich in einen Einfamilienhaus, die Betreuerin war eine ältere Dame. Es gab da ziemlich viele Hunde und auch noch ein paar Katzen. Das "Katzenzimmer" selbst war im Keller, aber wegen einigen Fenstern an der Decke recht hell. Iskra war gerade im unterem "Fach" einer Kratztonne. Dort hat sie die Betreuerin am Nackenfell rausgezerrt, das sehr verängstigte Tier (Schwanz zwischen den Füßen) mit dem Kopf nochmal an ihr Gesicht gedrückt und sie dann in unsere senkrecht aufgestellte Transport fallen lassen.
Während mein Mann die Box im Auto verstaut hat, hat mir die Frau erklärt, dass es ganz wichtig sei, dass sie nur Essen bekommt, wenn sie zum Napf geht, da sie ja sonst keine Not hätte, zutraulich zu werden. Sie würde schon nicht verhungern.
Und dass Iskra mit ihren zwei Geschwistern in einem Müllsack auf einer Baustelle in Moskau aussetzt wurde. Glücklicherweise wurde der "Beutel" gleich entdeckt, die Tiere kamen in den Tierschutz und nachdem Iskras beiden Geschwister ziemlich zutraulich waren, wurden diese zuerst nach Deutschland gefahren und die schüchterne Iskra erst jetzt.
Im Auto habe ich dieses Bild hier von ihr gemacht
Iskra_Box.jpg
Danach habe ich die Transportbox mit einer Decke bedeckt und wir sind eine Stunde nach Hause gefahren. Ich habe in ihren Zimmer die Box in Richtung Katzenklo auf gemacht und sie erst Mal in Ruhe gelassen. Als ich dann eine halbe Stunde später ins Zimmer kam um ihr etwas zu Essen zu geben, hatte sie sich unter dem Schreibtisch versteckt (Bild ist leider sehr unscharf), später dann auch noch hinter den Schreibtisch-Schränkchen eingeklemmt.
Iskra_Schreibtisch.jpg

Aber das ist auch o.k., ich habe jetzt nichts anderes erwartet. Als ich ihr nachts, bevor ich schlafen gegangen bin, nochmal was zu Essen gegen habe, war das bisherige Essen noch unberührt: Aufgeschnittenes Hühnchenfilet, Dreamies (ja, nicht so gut, aber zur Eingewöhnung) und Katzenmilch. Ich glaube auch das Trockenfutter und das Wasser hat sie nicht angerührt.
Blöderweise hatte ich vergessen, dass ich ihr ja die Schranktüren eine spaltbreit auf machen wollte bevor sie kommt, damit sie sich da drin verstecken kann. Das habe ich dann noch gemacht.
Heute Nacht habe ich sie dann aber doch im Zimmer rum gehen gehört. Heute morgen hatte sie dann immerhin das Katzenklo benutzt, das Essen aber wieder nicht angerührt. Aber o.k., ich habe ja gelesen, das Katzen nach der Ankunft erst Mal nichts essen. Außerdem hat sie anscheinend den Kleiderschrank etwas "umgeräumt" und liegt jetzt da:
Iskra_Schrank.jpg
So ist jetzt der Stand und ich hoffe, dass sie sich dann doch traut und etwas isst - sie ist jetzt dann einen Tag bei uns und so langsam mache ich mir doch Sorgen.
Aber vielleicht ist sie auch noch etwas von der PS paralysiert und verbindet Essen mit etwas, bei dem sie etwas machen muss was sie nicht will. Aber ich weiß jetzt auch nicht, ihr Futterplatz ist momentan auf der anderen Seite des Zimmers. Soll ich das Essen vielleicht etwas näher zu ihr stellen? Allerdings will ich auch nicht zu sehr in ihren Schutzbereich eindringen... Ich habe auch so Leckerli-Paste - soll ich ihr das vielleicht hinstellen? Feliway-Stecker sind heute mit Verspätung eingetroffen, den habe ich jetzt in ihrem Zimmer.

Noch ein Wort zu der PS, in der sie war: Ich bin gerade nicht so "amused" über einen kleinen Fehler, der sich da eingeschlichen hat. Ich habe ja Iskras Pass mit bekommen und der schaut so aus:
Iskra_Pass_ano.jpg
Da steht, dass sie Ende Juli 2020 geboren wurde und ihr der Chip genau ein Jahr später, als0 26.7.2021, eingesetzt wurde. Geimpft wurde sie im August dieses Jahres. In ihrer Anzeige stand, dass sie im Juli 2020 geboren wurde, darum dachte ich, sie wäre knapp gleich alt mit der 1,5 Jahre alten Lily. Ich vermute aber, dass das Ganze ein Fall von Schlamperei ist und Iskra erst ein halbes Jahr alt ist. Hoffentlich kommt sie mit der um ein Jahr älteren Lily trotzdem zurecht. Ich möchte das Tier nicht noch mehr rum zerren, sie kann da ja nichts dafür.
 
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  • #24
mach dir nicht zuviele sorgen, sie wird schon futtern :)

und wenn sie jetzt schon im raum herumläuft udn auch das klo nutzt, würd ich ihr auch das futter nicht näher heranstellen.
 
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  • #25
und wenn sie jetzt schon im raum herumläuft udn auch das klo nutzt, würd ich ihr auch das futter nicht näher heranstellen.
Seh ich auch so.
Wer das Klo findet, findet normalerweise auch den Napf.
Vielleicht war nur noch nicht das passende dabei.

Wenn sie heute Nacht immer noch nichts frisst, stell ihr mal Thunfisch hin (aber nur um zu testen, ob sie was frisst. Thunfisch soll man nicht zu oft geben! - Auch nicht das Thunfisch-Katzenfutter).

Welche Daten stehen denn in dem Pass zu den Impfungen?
Da würd ich mir jetzt aber nicht so große Sorgen machen, vielleicht haben die sich da einfach mal vertan, oder es wurde was nachträglich eingetragen und man war sich über die genauen Daten nicht so sicher. Vielleicht machen die solche Papiere auch erst fertig, resp. setzen den Chip, wenn die Katzen ausreisen, kostet ja alles Geld, und deswegen is was schief gelaufen.
Ob sie wirklich erst ein halbes Jahr alt sein könnte, könnte ich jetzt auf den Bildern nicht sagen. Da müsste man sie in voller Pracht sehen.

Viel mehr ärgere ich mich über den Nackengriff, mit dem die arme Maus aus ihrem Versteck auf der PS gezogen wurde. Das macht man nicht!
Als wir unseren (angeblichen) Fauch-Spucki damals ausm TH geholt haben, haben die Ladies ihn eine Stunde lange beschwatzt, um ihn aus seinem Verstock zu holen und haben das möglichst sanft gemacht.
Nackengriff macht man als Laie generell nicht. Wenn, dann is der nur zum Fixieren gut, wenn das Tier aufm Tisch vom TA liegt. Aber nicht um das Tier damit zu transportieren. Damit kann man ordentlich Schaden zu fügen. Wir sind keine Katzenmütter und unsere Katzen wiegen mehr als 200 Gramm.
Aber das nur am Rande, dafür kannst Du ja schließlich nix.

Und zu dem Rat, dem Tierchen Futter nur zu geben, wenn man dabei is, hab ich ja meinen Senf schon gegeben. Den halte ich einfach nur für sinnlos, wenn das Kätzle grad so verstört is, dass sie net mal ganz allein was verputzt.


ne hübsche, kleine Katze is sie :love:

Ansonsten bedanke ich mich für das Update und die Fotos und wünsche Euch noch ganz viel Freude mit der Hübscherina :)

Wann kommt Lily? Morgen?
 
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  • #26
Lily, die wir eigentlich Winky nennen wollten, weil sie auf dem Foto vom Inserat wie Dobby von Harry Potter aussah, dessen weibliche Partnerin eben Winky heißt, ist heute Nachmittag gebracht worden. Nachdem wir seit meinem Kennenlern-Besuch bei ihr wissen, dass sie nicht wie eine Hauselfe ausschaut, belassen wir es erst mal bei Lily ;)
Lily ist in allen Belangen das komplette Gegenteil von Iskra. Sie ist ja, als sie ein halbes Jahr alt war, in der kroatischen Hafenstadt Zadar als ausgesetzte Streunerin gefunden worden und sie benimmt sich, wie mein Mann sagt, auch wie eine echte Touristen-Hafen-Göre :LOL: Sie wurde in ihr Zimmer gebracht, hat sich alles angeschaut, hat mit ihren neuen Menschen geschmust und hat dann den noch leeren Futternapf entdeckt. Eigentlich wollte ich mit dem Füttern noch warten, bis sie richtig angekommen ist, aber ihre Betreuerin meinte, man könne ihr schon was zum Essen geben. Also habe ich ihr eine halbe Packung Mac's gegeben. Wir sind dann alle ins Wohnzimmer gegangen und haben die Formalitäten erledigt, da haben wir sie schon mauzen gehört. Ihre Betreuerin meine, dass sie nicht gerne eingesperrt und alleine ist. Und außerdem war ihre halbe Packung Futter bereits weg - was soll das für ein neues Zuhause sein, wenn man nicht genug zum Essen bekommt ;)
Inzwischen wechseln wir uns ab mit Schmusen und Spielen und sie hat bereits die zweite Packung Mac's verdrückt. Fotografieren ist schwierig, weil sie eigentlich immer in Bewegung ist und wenn man sich zu ihr hockt, klettert sie einen auf den Schoß. Die Fotos hier konnte ich nur machen, weil mein Mann mit ihr gespielt hat.
Lily_1.jpg Lily_2.jpg Lily_3.jpg

Dass meine beiden Oldies draußen an der Türe kratzen findet sie interessant, aber wir lassen uns noch ein bisschen Zeit, diese beiden Parteien zusammen führen. Nicht mal wegen Lily, ich habe da eher Angst um meine beiden Kater :cautious:

Damit habe ich meine beiden Kater, die nicht so ganz verstehen, dass nicht mehr alle Zimmer für sie zugänglich sind und die sehr neugierig sind. Eine sehr ängstliche Prinzessin, die ich immer suchen muss, weil sie immer wieder neue Verstecke findet und bei der ich Angst habe, dass sie verhungert und eine überdynamische Katze, die am liebsten ständig jemanden um sich hätte.

Ich bin tatsächlich gespannt, wie meine Idee "wir wollen zwei junge Katzen aus dem Tierschutz retten" ausgeht....
 
GroCha

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  • #27
Ich glaube, das geht alles gut.
Und wahrscheinlich schneller als gedacht.
Lily und die Oldies wollen sich anscheinend schon kennenlernen und wenn Lily dann merkt, dass da noch ein junger Hüpfer is, mit dem man viel mehr Action haben kann, als mit den Uris, wird sie sicher auch noch Iskra aus ihrem Loch locken.

Könnte höchstens sein, dass Iskra ein wenig überfordert ist, weil alles neu is und ihr Lily vll ein bisschen zu mutig und stürmisch is. Aber wenn Iskra auch so sozial is, wie die Oldies und Lily es erscheint, dürfte alles halb so wild werden.
Es klingt und sieht schon super bei Euch aus 👍🏻

Da habt Ihr Euch ja echt zwei absolut reizende Damen ins Haus geholt!
 
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Wie steht es heute früh?
 
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  • #30
Aber hier ist keiner neugierig!! 😊
Ich glaube, "Katzenmenschen" haben einfach die selben Eigenschaften wie ihre Tiere ;)
Darum bin ich auch Nachtmensch, sofern man mich lässt :)

Erst Mal: Hurra, Iskra hat gegessen :D Zwar nicht viel, eine Packung Miamor Katzenpaste und einige getrocknete Hühnchen-Leckerlies mit Dreamies, aber die beiden Näpfe waren heute morgen leer. Allerdings waren das auch die Schälchen, die ich unterhalb des Schranks, in den sie jetzt eingezogen ist, gestellt habe. Vielleicht traut sie sich wirklich nicht etwas zu essen, was zu weit von ihrer Zuflucht entfernt ist. Ich entferne mich gerade mal von den "Regeln" und taste mich nach Bauchgefühl ran und ich habe ihr jetzt ein Schale mit gekochten und rohen Hühnchenfilet (an Thunfisch habe ich blöderweise nicht gedacht und habe keinen da) nah an sie dran gestellt, so dass sie sich nur vorbeugen muss, um zu essen.
Das nächste ist, dass ich jetzt zwei Mal einen "Regelverstoß" begangen habe und ich sozusagen in ihr Versteck zu nahe eingedrungen bin. Das eine Mal wollte ich einen Blumentopf, den sie runter gestoßen hat, wieder aufs Fensterbrett stellen, das hinter einem runter gelassenen Rollo verborgen ist. Da saß sie dann und hat gefaucht. Das zweite Mal war vorhin. Da war ich etwas beunruhigt, weil sie nicht mehr in dem gewohnten Schrankfach saß, vor dem sie die Jacke als "Sichtschutz" drapiert hat. Allerdings ist die Jacke auch bei ihren nächtlichen Aktivitäten runter gefallen. Ich habe sie eine Etage höher entdeckt - dort hängen von oben Jacken bis zu dem Fach, in dem sie jetzt sitzt. Als ich die Jacken leicht zur Seite schieben wollte, habe ich sie entdeckt und wir haben uns beide erschrocken, was sie wieder durch Fauchen quittiert hat. Ich habe mich sehr geschämt, hab mich entschuldigt und bin sofort weg gegangen.
Aber, so blöd das jetzt klingt, ich empfinde dieses Fauchen als positives Signal. Sie ist nicht mehr in Schockstarre, sondern sie reagiert. Trotzdem hoffe ich, dass ich nichts "kaputt" gemacht habe, indem ich - wenn auch nur ganz kurz - in ihr Schutznest eingedrungen bin. Neugierde, aber auch Besorgnis von meiner Seite halt...

Dann zu unserer ADHS-Katze Lily: Ich habe gestern Nacht um 2 Uhr den Fehler gemacht, dass ich nochmal in ihr Zimmer gegangen bin, weil da das Futter ist, dass ich mal bei Iskra versuchen wollte. Ich weiß nicht wie Lily das macht, aber sobald ich die Zimmertüre auch nur einen Spalt öffne, ist sie schon da und drängt raus. Die Türe schließen ist übrigens genauso schwer: man muss sie irgendwie ablenken, weil sie mit will.
Kurz darauf habe ich sie mauzen gehört. Also bin ich wieder zu ihr hin, weil ich das Gefühl hatte, dass sie Heimweh hat - sie ist schließlich die erste Nacht von ihrer gewohnten Umgebung weg - und habe versucht, sie zum schlafen zu bewegen (ich habe sie übrigens noch nie irgendwo liegen sehen). Wir haben sehr viel geschmust, sie hat immer ganz leicht auf meine Fingerkuppen gebissen und darauf rum gehaut. Und sie ist mir auf die Schultern und auf den Kopf gestiegen und hat mich halb skalpiert - aber das ist o.k., eine meiner leider schon länger verstorbenen Katzen hatte auch diese Eigenschaft. Und tatsächlich hat sie Anstalten gemacht, sich in ihr Kuschelkissen zu legen und zu treteln, als Mockie an die Tür gekratzt hat. Sie ist natürlich hoch geschossen und sofort zur Tür gerannt.
Nun muss man wissen, dass Mockie die Liebe auf vier Füßen ist. Mit jeder Katze wird sofort geköpfelt und abgeleckt. Sein Liebling war Arnie, der leider im März gestorben ist. Leider war die Liebe sehr einseitig - Mockie war Arnie eher lästig und er hat ihn auch ab und zu weg gejagt, woraufhin Mockie sehr geweint hat und man ihn trösten musste. Als Arnie gestorben ist, hat sich Mockie an Klaus als letzten verbliebenen Kater im Haus gehängt. Nun ist Klaus eher der Freche. Er faucht und knurrt nicht, aber er tatzelt schon ganz gerne, wenn er auf einem Stuhl liegt und eine andere Katze geht unterhalb vorbei. Und es war dann fast schon tragisch-lustig, als Mockie versucht hat, das BadBoy-Image von Klaus zu imitieren. Das ist auch einer der Gründe, warum ich eine neue Katze aufnehmen wollte, damit Mockie mehr Alternativen hat.
Aber zurück: Probehalber habe ich die Türe einen Fingerbreit aufgemacht, so dass Mockie rein schauen konnte und Lily raus. Lily wurde als sehr sozial verträglich beschrieben, allerdings sagte ihre Betreuerin beim Abliefern gestern, dass sie am Anfang mit fremden Katzen schon etwas "gach" ist, sich das aber auch schnell gibt und sie dann Kontakte knüpft. O.k, Lily, als echte Straßenkatze, hat Mockie erst mal furchtbar angefaucht und geknurrt, weil das ja vermeintlich ihr Revier ist. Mockie ist vor Schreck erst Mal zurück gehüpft. Ich bin dann zu ihm raus und habe ihn getröstet und er hat mich mit dem Blick "Hat es diese olle Zicke jetzt gebraucht"?" angeschaut.

Also, ich denke wir kommen in kleinen Schritten weiter. Iskra ist heute abend zwei Tage bei uns, ich denke, wir werden dann mal mit den "Vorlese-Sessions" beginnen, um über Stimme und Präsenz Kontakt her zu stellen. Außerdem lerne ich sie langsam kennen: Sie versteckt sich gerne hinter etwas, was runterhängt und wenn ich sehe, wo sie überall was runter schmeißt, will sie nach oben. Leider habe ich ihr nur eine halbhohe Kratztonne besorgt, die sie auch ignoriert. Ich überlege mir gerade, ob ich irgenetwas kontruieren könnte, mit dem sie zu einem hoch gelegenen, verhängten Versteck kommen könnte.

Und mit unseren Oldies und Lily werden wir evtl. die nächsten Tage mal "Zimmertausch" machen, allerdings noch getrennt. Gittertüre haben wir leider keine, vielleicht kann ich meinen Mann überreden eine zu bauen. Allerdings ist es auch so, dass Lilys Zimmer am Ende eines Flurs im oberen Stockwerk liegt. Klar schauen da meine beiden Kater momentan aus Neugierde ab und zu vorbei. Aber sie müssen halt gezielt hin gehen.
 
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  • #31
Erst Mal: Hurra, Iskra hat gegessen :D
Jippie!!!
Geht doch! Braves Mädchen (y)

Da war ich etwas beunruhigt, weil sie nicht mehr in dem gewohnten Schrankfach saß, vor dem sie die Jacke als "Sichtschutz" drapiert hat.
Die is mehr unterwegs als meine Irmi anfangs...
Die saß zuverlässig die ersten Wochen nur in der Kratzbaumhöhle.

Trotzdem hoffe ich, dass ich nichts "kaputt" gemacht habe, indem ich - wenn auch nur ganz kurz - in ihr Schutznest eingedrungen bin.
Nee. Noch is ja gar nix da zum kaputt machen.
Und fauchen is völlig okay, das heißt ja nur "Bitte weng Abstand".

Dann zu unserer ADHS-Katze Lily
Sehr ungewohnt, wenn man ältere Katzen im Alltag hat... Man fühlt sich, als hätte man sich wieder Kitten geholt 😁

man muss sie irgendwie ablenken, weil sie mit will.
Mal mit ner Kartonage probieren. Damit kann man sie sanft wegdrücken. So als flexible Mauer praktisch.

Kurz darauf habe ich sie mauzen gehört. Also bin ich wieder zu ihr hin [...]
Kann ich absolut nachvollziehen, aber lass Dich da net zu sehr einlullen. Die hat schneller raus, dass Du immer angerannt kommst, als Du "Ey, die Katze verarscht mich doch nur!" denken kannst.

Lily, als echte Straßenkatze, hat Mockie erst mal furchtbar angefaucht und geknurrt,
Völlig legitim, nichts besonderes, das darf sie. War wahrscheinlich mehr Schreck als echte Abneigung.
Wer rechnet schon mit nem Mitbewohner, wenn man grad übt, alle nach seiner Pfeife tanzen zu lassen? 😆

Ich überlege mir gerade, ob ich irgenetwas kontruieren könnte, mit dem sie zu einem hoch gelegenen, verhängten Versteck kommen könnte.
Im Zweifelsfall: Kartons.
Die Supermärkte haben viele dieser Bananenkartons o.ä. Da kann man fragen, ob sie einem welche aufheben. Innerhalb einer Woche dürfte man da genug zusammen kriegen, um nen schönen Aufgang zu bauen. Mit Klebeband verstärken, schauen, ob Katzi es annimmt. Evtl. noch zum Kratzen bisserl alten Teppich drauf tackern. Katzen lieben solche Eigenbauten.

Und mit unseren Oldies und Lily werden wir evtl. die nächsten Tage mal "Zimmertausch" machen, allerdings noch getrennt.
Bei unserem letzten Neuzugang sah der Zimmertausch so aus:
Hoppala, Tür nen Spalt zu weit aufgelassen, Neuzugang raus gerannt, Uri schaut blöd hinterher, geht aber lieber ins Zimmer schnuppern, Neuzugang mehr interessiert an Wohnung als an Uri, Uri fertig mit schnuppern, schaut wo Neuzugang is, aha, Neuzugang schnuppert, is ungefährlich, gut, Tür aufgelassen, Neuzugang läuft seit dem mit 🤷‍♀️
So kann ne Vergesellschaftung auch laufen...


Also, klingt immer noch super bei Euch.
Iskra is auch schon verhältnismäßig viel on tour für ein Scheuchen, Lily, ja, was soll man sagen zu solchen Hummeln im Hintern?
Und die suveränen Oldies werden das schon rocken (y)
 
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  • #32
Na, wie schauts aus bei Euch? 🙂
 
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sMuaterl

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  • #33
Sorry, ich wollte schon länger schreiben, aber ich muss schon sagen, dass die letzte Woche mit Arbeit nebenher ziemlich anstrengend war.
Aber ich geh die Themen mal systematisch durch:

Eingewöhnung von Lily:

Lily_Kratztonne.jpg

Was für eine Eingewöhnung? Lily ist einfach eine Traumkatze. Zu jeden zutraulich, und man hat das Gefühl, dass sie immer gefällig sein will. Sie ist inzwischen auch ruhiger geworden. Und sie frisst nicht mehr so gierig alles in sich rein. Anscheinend hat sie verstanden, dass genug da ist und ihr keiner was weg essen will. Nur ab und zu kommt die Straßenkatze aus Zadar noch in ihr durch, wenn sie einem das Brot vom Teller klaut und damit weg läuft. Sie ist auch sehr "kommunikativ" - d.h. sie hat verschiedene Maunztöne und so langsam verstehe ich sie auch. Da gibt es ein Jammern, wenn der Fressnapf leer ist und sie Hunger hat. Ein Protest-Laut, wenn sie irgendwo hin will, und man sie zurück bringt und ein ängstliches Maunzen, wenn man sie dahin lässt, wo sie hin will, und sie Angst bekommt.
Ihr Zimmer ist ihr eindeutig zu klein, weswegen ihr, wann immer es geht, ein neues Zimmer vorgestellt wird, dass dann ausgiebig erkundet wird. Und wenn sie es kennt sitzt sie am Fenster und schaut sehnsüchtig raus.
Manchmal tut sie mir ein bisschen leid, weil ich mir ja mit ihr mein Home-Office teile und es ihr da oft schon langweilig ist. Ein bisschen gleichaltrige Gesellschaft oder Freigang würde ihr schon gut tun

Vergesellschaftung von Lily mit unseren Katern:
Die Fauch-Knurr-Attacke von Lily durch den Türspalt hat Mockie ihr anscheinen doch etwas übel genommen. Einen Tag später wollte er wieder ins Lily-Zimmer (das eigentlich das Zimmer meines Sohn bzw. mein Homeoffice ist), als ich gerade mit Lily gespielt habe. D.h. Lily war diesmal mitten im Zimmer und Mockie ist ganz langsam rein gekommen. Ich habe gleich versucht, mit den beiden zu spielen und hab Leckerli verteilt. Das hat die beiden aber nicht interessiert. Mein Schmuse-Kater hat Laute von sich gegeben, die ich von ihm noch nie gehört habe, ein kurzes Mauzen und leises Fauchen - das war es dann aber schon. Man hat sich dann auf Abstand taxiert, Lily war diesmal devot zurück haltend, Mockie hat dann eine Runde Bällchen mit mir gespielt und hat Lily vom Sofa aus zuschauen lassen, nach dem Motto "das ist mein Mensch und mit dem spiele ich". Seitdem ist Ruhe. Wobei ich Mockie schon anmerke, dass ihm diese neue Katze im Haus nicht so recht ist. Er geht weg, wenn sie in seine Nähe kommt und ist etwas verstimmt. Zu uns ist er aber immer noch liebevoll, er springt uns auf den Schoß und lässt sich ausgiebig streicheln. Das machen wir auch und versuchen ihm das Gefühl zu geben, dass er einfach der liebste Kater im Haus ist. Aber ein bisschen Sorgen mache ich mir da schon.

Bei Klaus war es anders:

Lily_Klaus_Tunnel.jpg

Auch er wollte ins Zimmer und ich habe ihn unter Spielen und Leckerli verfüttern rein gelassen. Klaus hat sich schon dafür schon interessiert, hat die ganzen Spielsachen entdeckt und findet dieses Zimmer seit dem super-toll. Dass da auch noch Lily drin ist, ist o.k. für ihn, solange sie nicht seine Leckerli wegfrisst oder ihn stört.

Aber insgesamt ist es so, dass man diese drei Katzen ohne weiteres allein in einem Zimmer lassen kann. Fauchen und Knurren gab es so gut wie gar nicht (na gut, Lily mag es nicht so, wenn Klaus ihr Hinterteil beschnüffelt ;)), Kämpfe schon gar nicht. Kuscheln tun sie jetzt allerdings nicht unbedingt. Speziell Klaus und Lily kommen in einem friedlichen Nebeneinander gut mit einander aus - bei Mockie muss ich noch schauen, dass er sich irgendwie an sie gewöhnt und nicht mehr eingeschnappt ist.

Eingewöhnung Iskra:

Iskra_Kopf.jpg Iskra_Bett_spielt.jpg

Dieses Kapitel ist am anstrengendsten, aber auch am interessantesten. Und es kann auch sein, dass der Stand schon veraltet ist, während ich schreibe, weil sich da so viel bewegt. Hätte ich das hier vor zwei Stunden geschrieben, hätte es noch ein bisschen anders ausgeschaut.

Gut, zuletzt hatten wir den Stand, dass Iskra noch in der "ersten Eingewöhnungsphase" war, kaum was gegessen hat und sich eigentlich nur im Schrank versteckt hat. Ich habe gemerkt, dass sie gerne weiter nach oben wollte und da habt ihr mir den Tipp gegeben, was aus Kartons zu basteln. Nun ist es so, dass ich ein leidenschaftlicher Karton-Sammler bin und mein Mann die Teile gerne weg haben will. In diesem Fall also eine Win-Win-Situation - er hat eine Art Karton-Treppe für Iskra gebastelt. Dass mein Mann kein Statiker ist haben wir am nächsten Tag gemerkt, als das Teil umgefallen im Zimmer lag - kein vertrauensfördernde Maßnahme :cautious: . Ich habe mir schon die größten Vorwürfe gemacht und geglaubt, dass damit alles zunichte gemacht ist, aber inzwischen hat sich raus gestellt, dass Iskra gar nicht so nachtragen ist und manche Fehler nicht so schlimm sind bei ihr.

Iskra_Schrank_oben.jpg

Auf alle Fälle hat sie, nachdem wir die Karton-Konstruktion etwas fixiert haben, diese dann doch angenommen und sie schläft ganz gerne im obersten Fach des Kleiderschranks - und schmeißt da auch gerne alles raus.

Trotzdem hat sie uns überrascht, als sie nach den zwei Tagen mit totaler Ruhe doch plötzlich auf dem Bett oder den Fensterbrett lag.

Iskra_Bett.jpg Iskra_Fensterbrett.jpg

Näher kommen durfte man ihr aber nicht. Damit bin ich dann in die Phase "an Stimme und Präsenz gewöhnen" über gegangen, habe mich mehrmals am Tag in Abstand zu ihr gesetzt und habe ihr mit ruhiger Stimme etwas erzählt.
Manchmal mit zu ruhiger Stimme - das sah dann anfangs so aus

Iskra_Bett_angespannt.jpg
und währen meiner Geschichte dann so
Iskra_Bett_schlafend.jpg

Meine Kinder meinten schon, dass es gut ist, dass ich nicht Lehrer oder Pfarrer geworden bin :D

Nach drei Tagen habe ich dann Iskra anscheinend so gelangweilt, dass sie mir entgegen gekommen ist, als ich mich an der Tür angekündigt habe (nach dem Tipp hier sage ich ihr immer durch die Tür, dass ich jetzt rein komme und sie keine Angst haben muss, bevor ich die Tür langsam öffne).
Das kam jetzt unerwartet schnell - ich hatte zwar einen Feder-Wuschel da, aber kein Kissen zur Hand, um meine Hand zu verdecken. So habe ich dann halt angefangen, mit ihr zu spielen, ohne die Hand groß zu bewegen. Und nachdem sie zuerst misstrauisch geschaut hat, hat sie voller Euphorie und immer wilder drauf gehaut. Es war eigentlich schon ziemlich spät und ich war sehr müde, drum wollte ich die Gute-Nacht-Geschichte mit ihr eigentlich kurz halten, aber so haben wir eben noch eine Stunde gespielt, bis sie Hunger bekommen hat und aufs Klo musste.

Danach ging alles sehr schnell vorwärts. Sie kam mir immer freudig entgegen, wenn ich ins Zimmer gekommen bin, wir haben gespielt und ich habe immer mehr gemerkt, dass sie gerne gestreichelt werden würde. Sie hat sich an Gegenstände geschmiegt, auch an den Stab des Feder-Wuschels, hat getrippelt und getretelt, auch ein bisschen an meiner Hand geschnuppert, aber vor den letzten Schritt ist sie immer noch zurück geschreckt. Und ich wollte ihr nichts aufzwingen.
Aber als ich jetzt vor zwei Stunden in ihr Zimmer gekommen bin, hat sie sich plötzlich an meine Hand geschmiegt und es zugelassen, dass ich sie streichle und kraule. Und seitdem haben wir eine Mega-Schmusekatze hier, die gar nicht genug bekommen kann :D

Und damit zu meinen letzten Problemen:
Iskra frisst inzwischen auch einigermaßen, allerdings nur Miamor Cat Cream. Davon aber so ca. acht Stück am Tag. Sie hat aber nichts gegen Kauen - Miamor "Sensible Snacks" ist das andere, was sie mag (und die sind meinen Katern oft zu groß und zu hart), bzw. auch Dreamies und ab und zu ein bisschen Trockenfutter.
Das ist natürlich jetzt so, als ob sich ein Mensch nur von Pralinen ernährt. Ich bin sowas von froh, dass sie was isst, aber gesund ist etwas anderes.
Parallel habe ich schon folgendes bei ihr probiert:
  • Macs, Mjamjam, Herrmanns
  • Purina One, das Junk-Futter, das Klaus am liebsten isst
  • Thunfisch in Saft oder in Öl - das ist das einzige, wovon sie einmal zumindest gekostet hat
  • Thunfisch-Katzenfutter
  • Hühnchenfilets - roh und gekocht
  • Hühnchenleber
  • Hipp Babynahrung, püriertes Hähnchen
Keine Chance, sie beachtet das nicht mal. Nun möchte ich sie nach all den Fortschritten, die wir in so kurzer Zeit gemacht haben, nicht durch konsequente Nahrungsumstellung vergrätzen. Ich könnte mir nur vorstellen, dass ich vielleicht nach und nach normales Futter unter die Cat Cream mische und schaue, ob sie es annimmt. Oder gibt es noch einen Tipp für "normales" Futter, dem keine Katze widerstehen kann?

Die andere Frage, die sich mir stellt ist, wann ich sie mit Lily zusammen lasse. Der Gedanke war ja, zwei gleichaltrige Katzen zu haben, die miteinander spielen können. Und auch, dass Lily Iskra mit ihrer Offenheit etwas ansteckt. Allerdings ist Lily - auch wenn es jetzt nicht mehr so schlimm ist - eine Futtervertilgerin. Wenn ich die mit Iskra zusammen lasse, bleibt für diese nichts mehr übrig. Außerdem ist Iskra immer noch etwas ängstlich. Z.B. faucht sie, trotz aller Fortschritte, schon noch, wenn mich mich voll aufrichte und normal durchs Zimmer gehe.

Und dann eben noch meine Angst, dass ich meinen sanftmütigen Mockie noch mehr verletze, wenn er merkt, dass da noch eine zweite neue Katze ist, wo er schon mit Lily so unglücklich ist. Dabei habe ich mir bei unserem sozialen Mockie eigentlich am wenigsten Sorgen gemacht...
 

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Ich muss Mal ganz ehrlich sagen, ich bin etwas neidisch... 😉
Dein Scheuchen is jetzt schon auf dem Stand, der bei uns über ein Jahr gedauert hat (ja, Irmi hat auch ne ganz andere und vor allem längere Vorgeschichte) und das bissle Fauchen und Knurren von Mockie (das hab ich heute noch täglich und viel energischer ;))... Ich denk, das gibt sich noch.

Ihr seid jetzt gerade in der Phase, in der die Katzen begreifen, dass die Veränderung bleibt und beginnen das zu akzeptieren. Da muss man natürlich ausloten, wie das zukünftig mit den Ressourcen (Futter, Mensch, Spiel, Schlafplätze, Streicheln, etc.) aussieht.
Ihr macht das schon ganz richtig: Keiner darf zu kurz kommen, aber die Uris sind natürlich die Tollsten und Besten und müssen auf keinen Fall Angst haben, dass die Neuen ihnen irgendwas wegnehmen.
Aber auch nicht zu sehr betüdeln, denn: Was denn? Is doch alles ganz normal. Was die Neuen? Hä, keine Ahnung wovon Du redest, das is alles gar nix besonderes, musst Dich net aufregen und Dir keinen Kopf machen, alles gut. Wer ich? Nein, ich Mensch bin auch gar nicht anders, alles wie immer. Aufgeregt? Ich? Wie kommstn dadrauf?

Natürlich isses auch ein Unterschied, ob man nen Kumpel von draußen freiwillig mit rein bringt oder ob man so ne quietschfiedele Meute ungefragt vor die Nase gesetzt bekommt. Aber ich geh davon aus, dass Mockie, so sozial wie er eigentlich is, da noch drauf klar kommt.
Wie gesagt, Ihr seid erst noch in der "Verdammt, die Neuen bleiben jetzt echt hier"-Phase und das dauert einfach bisserl.

Maaaaaan, ISKRA!!!!
Wahnsinn!!!
Die hat ihre Sieben-Meilen-Stiefel wohl in Eurem Kleiderschrank gefunden und marschiert ja voll los! DAS hätte ich jetzt echt net gedacht, dass das SO schnell geht.
Man sieht das auch total an ihrem Blick. Schlafen beim Vorlesen - das war ja schon klasse! Und jetzt ist sie schon ein Schmuser. Freut mich echt für die Kleine, dass sie das so schnell raus hat.

Zum Futter: Was meiner Erfahrung nach ne ganz gute Akzeptanz hat, is Leonardo. Das liest man auch hier im Forum oft. Betrifft also nicht nur meine Katzen, sondern es wird wohl generell ganz gern gefuttert.
Wenn Iskra wirklich gar nichts anderes anrührt, gibt es zwei Methoden einer Futterumstellung.
1.) Die Radikale: Einfach nur hochwertiges Nassfutter hinstellen und ansonsten GAR NICHTS. Gar nichts heißt aber leider wirklich gar nichts anderes, ergo auch keine Leckerlie. Und ich denke mal, das wollt Ihr in der momentanen Phase nicht machen.
2.) Die Sanfte: Löffelweise (in richtig harten Fällen tatsächlich Messerspitzenweise) das gewünschte Futter unter die normale Portion des ungewollten Futters mischen.
Habt Ihr schon mal probiert, ob Iskra rohes Fleisch frisst? Putenfilet is bei meinen ganz hoch im Kurs oder Rindergulasch. Wenn sie das frisst, ist sie vielleicht ne BARF-Katze. Allerdings darf man rohes Fleisch nicht ausschließlich geben. Wenn sie da Fan von is, müsstet Ihr für den Anfang mindestens sowas wie Felini Complete zusetzen und Euch dann ins BARFen einlesen. Das nur, falls sie Dosenfutter völlig verweigert und man sie mit BARF besser ernähren könnte. Ich selbst BARFe nicht, das is ne richtige Wissenschaft.

Zu Vergesellschaftung Lily/Iskra:
Habt Ihr die Möglichkeit die beiden in Räume zu setzen, die nebeneinander sind? Dass sie sich schon mal hören und riechen können?
Am besten wäre natürlich, die beiden Räume mit einer Gittertür zu trennen. Da könnten sie sich auch noch sehen, sich aber im Ernstfall nicht an die Kehlen gehen. Ich möchte Euch aber jetzt auch nicht zur Gittertür anstiften, denn bei Euch klingt es bisher wirklich so, als würde man die gar nicht zwingend brauchen. Am Ende habt Ihr dann n Haufen Kohle für ne Türe ausgegeben, die Ihr nur für fünf Minuten braucht. Sollten die Begegnungen zwischen Iskra und Lily allerdings aggressiver ausfallen (es sind beides Katzen mit Vergangenheit, die evtl. mehr um ihre neuen Ressourcen bangen und kämpfen als die Uris) rate ich Euch unbedingt zur Gittertür.
Aber fürs erste würde ich jetzt erst mal schauen, wie die beiden Mädels sich verhalten, wenn sie sich mal anschnuppern können.
Also schon mal Bettchen tauschen und schauen, wie sie auf den jeweiligen Geruch der anderen reagieren und dann muss man einfach individuell weiter sehen. Wenn sie sich zueinander so verhalten wie Klaus und Lily, muss man sie vielleicht gar nicht viel länger getrennt halten.

Dabei habe ich mir bei unserem sozialen Mockie eigentlich am wenigsten Sorgen gemacht...
Das ist oft so, dass man seine Tiere da falsch einschätzt.
Es ist ein großer Unterschied, wie sich Katzen dem Menschen gegenüber verhalten und wie sie sich unfreiwilligen, neuen Rudelmitgliedern gegenüber zeigen.
Wir hatten mal nen Kater, der der liebste Schmusekater zu Menschen is. Ein ganz Toller. Super zutraulich, der Liebling jedes Tierarztes.
Aber zu Katzen?? Ein Wort: Killer. Kein Witz. Der kommt so in einen Blutrausch, dass er nicht mal merkt, wenn er selbst schwer verletzt ist.

Ich denke, Mockie braucht einfach noch bisserl mehr Zeit. Aber sobald er merkt, dass die Neuen ihm nichts streitig machen und ihm auch nicht ungebührlich aufn Keks gehn, wird das werden.
Fauchen und knurren darf katz. Das darf katz auch später noch. Wenn man mit jemandem unter einem Dach lebt, gibt es zwangsläufig mal Zoff. Aber das heißt ja nicht, dass man sich nicht leiden kann. Man is nicht immer einer Meinung, das gehört einfach dazu.


Und in eigener Sache: Ich freu mich total, dass Du so viele Tipp von hier mitgenommen und umgesetzt hast und die auch noch geholfen haben. Das is echt schön zu lesen :)
Da kommt man sich nicht vor, als würde man sich sinnlos die Finger wund schreiben, was hier leider auch sehr häufig vorkommt und teilweise echt frustrierend ist.


EDIT:
Vergessen... Manchmal hilft es, wenn eine Katze sieht, wie die andere frisst. Klar, es gibt auch den negativen Futterneid, das wär bei Euch dann blöd. Aber es gibt auch den positiven Effekt, wie bei uns, dass die eine Katze auf einmal ganz scharf auf das gute Futter der anderen is.
Mein Kater is ein elender Aldi-Junkie. Voll nervig. Aber die Mädels fressen gutes Futter. Bei uns steht ja 24/7 Nassfutter rum und das nutzt mein Aldi-Junkie tatsächlich auch mal, um sich an den Näpfen der Mädels zu vergreifen. Was mich natürlich total freut und was er ohne Katzengesellschaft nicht gemacht hat. Da hab ich so oft und so viel gutes Futter hinstellen können, wie ich wollte. Er hat es nicht angerührt. Aber in den Näpfen der Mädels scheint es besser zu schmecken als im eigenen 🤷‍♀️
 
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Minibär

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  • #35
Sorry, ich wollte schon länger schreiben, aber ich muss schon sagen, dass die letzte Woche mit Arbeit nebenher ziemlich anstrengend war.
Aber ich geh die Themen mal systematisch durch:

Eingewöhnung von Lily:

Anhang anzeigen 162175


Vergesellschaftung von Lily mit unseren Katern:
Die Fauch-Knurr-Attacke von Lily durch den Türspalt hat Mockie ihr anscheinen doch etwas übel genommen. Einen Tag später wollte er wieder ins Lily-Zimmer (das eigentlich das Zimmer meines Sohn bzw. mein Homeoffice ist), als ich gerade mit Lily gespielt habe. D.h. Lily war diesmal mitten im Zimmer und Mockie ist ganz langsam rein gekommen. Ich habe gleich versucht, mit den beiden zu spielen und hab Leckerli verteilt. Das hat die beiden aber nicht interessiert. Mein Schmuse-Kater hat Laute von sich gegeben, die ich von ihm noch nie gehört habe, ein kurzes Mauzen und leises Fauchen - das war es dann aber schon. Man hat sich dann auf Abstand taxiert, Lily war diesmal devot zurück haltend, Mockie hat dann eine Runde Bällchen mit mir gespielt und hat Lily vom Sofa aus zuschauen lassen, nach dem Motto "das ist mein Mensch und mit dem spiele ich". Seitdem ist Ruhe. Wobei ich Mockie schon anmerke, dass ihm diese neue Katze im Haus nicht so recht ist. Er geht weg, wenn sie in seine Nähe kommt und ist etwas verstimmt. Zu uns ist er aber immer noch liebevoll, er springt uns auf den Schoß und lässt sich ausgiebig streicheln. Das machen wir auch und versuchen ihm das Gefühl zu geben, dass er einfach der liebste Kater im Haus ist. Aber ein bisschen Sorgen mache ich mir da schon.

Aber insgesamt ist es so, dass man diese drei Katzen ohne weiteres allein in einem Zimmer lassen kann. Fauchen und Knurren gab es so gut wie gar nicht (na gut, Lily mag es nicht so, wenn Klaus ihr Hinterteil beschnüffelt ;)), Kämpfe schon gar nicht. Kuscheln tun sie jetzt allerdings nicht unbedingt. Speziell Klaus und Lily kommen in einem friedlichen Nebeneinander gut mit einander aus - bei Mockie muss ich noch schauen, dass er sich irgendwie an sie gewöhnt und nicht mehr eingeschnappt ist.

Näher kommen durfte man ihr aber nicht. Damit bin ich dann in die Phase "an Stimme und Präsenz gewöhnen" über gegangen, habe mich mehrmals am Tag in Abstand zu ihr gesetzt und habe ihr mit ruhiger Stimme etwas erzählt.
Manchmal mit zu ruhiger Stimme - das sah dann anfangs so aus

Anhang anzeigen 162183
und währen meiner Geschichte dann so
Anhang anzeigen 162184

Meine Kinder meinten schon, dass es gut ist, dass ich nicht Lehrer oder Pfarrer geworden bin :D

Und dann eben noch meine Angst, dass ich meinen sanftmütigen Mockie noch mehr verletze, wenn er merkt, dass da noch eine zweite neue Katze ist, wo er schon mit Lily so unglücklich ist. Dabei habe ich mir bei unserem sozialen Mockie eigentlich am wenigsten Sorgen gemacht...
Bis auf kleine Unsicherheiten ist das doch toll gelaufen mit den beiden neuen Mädels und deinen beiden Jungs.
Ich hatte richtig Spaß, deinen Bericht zu lesen, weil du das so nett beschrieben hast, wie die Eingewöhnung läuft. Lily ist ja ganz schnell aufgetaut und hat ihr neues Zuhause für sich entdeckt. Dass Iskra beim Vorlesen eingeschlafen ist, spricht für eine sanfte Stimme bei dir und wenig Angst bei Iskra. Ich glaube, dass du dir um Mockie keine Sorgen machen musst, vom Temperament her könnte es vielleicht zwischen ihm und Iskra gut laufen. Das wird schon werden, dass dein sanftmütiges Katerchen doch noch eine Kuschelpartnerin findet. 🥰
 
GroCha

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  • #36
Soooo, das Wochenende is rum, ich war geduldig, aber: Wo is das Update??
Was gibts Neues, wie läufts, als was waren die Katzen zu Helloween verkleidet, steht die Kartonburg noch, haben sich die Mädels beschnuppert, hat Mockie sich gefangen, was gabs Sonntagmittag zu essen?
*liebfrag 😊
 
Agila

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  • #37
Frisst Iskra Trockenfutter? Dann würde ich beginnen, mit ihr zu clickern mit Target. Wenn der Clicker zu laut ist, einwickeln. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr das gut tut.

Zum Futter kann ich leider nicht viel beitragen, was hat sie vorher gekriegt? Versuch es vielleicht mal mit einem Miamor Trinkfein. Wenn sie das mag, kannst du darin dann auch ein bisschen Nafu versenken. Rohes Huhnfilet hat sie ja nicht genommen, aber versuch es mal mit Gulaschwürfeln oder Hühnerflügeln, vielleicht auch Hühnerherzen. Mit ihrer Vorgeschichte könnte ich mir vorstellen, dass sie damit mehr anfangen kann. Wenn es roh nicht geht, vielleicht leicht angebraten?

Katzen sind ja immer für eine Überraschung gut, aber ich würde die Kätzinnen noch auf keinen Fall zusammenlassen. Meine persönliche Erfahrung gerade mit Kätzinnen, besonders, wenn sie noch keine Bindung aneinander haben, ist leider, dass sie gerne zueinander in Konkurrenz gehen. Und Straßenkatzen sind sowieso durch den Überlebenskampf darauf geeicht, sich tendenziell aggressiv zu verhalten. Ich hätte Sorge, dass Lily Iskra komplett an die Wand spielt und sie noch verstörter wird. Als Model zu fungieren, ist schon gut, aber so wie du die Kätzinnen beschreibst, sind sie noch zu weit voneinander entfernt. Ich würde erst darauf hinarbeiten, dass Iskra eine gewisse Bindungssicherheit zu dir hat. Gerüche austauschen kannst du ja schon mal.

Agila
 
Agila

Agila

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  • #38
Und dann eben noch meine Angst, dass ich meinen sanftmütigen Mockie noch mehr verletze, wenn er merkt, dass da noch eine zweite neue Katze ist, wo er schon mit Lily so unglücklich ist. Dabei habe ich mir bei unserem sozialen Mockie eigentlich am wenigsten Sorgen gemacht...

Kommt mir irgendwie bekannt vor. Gerade sie super sanften, gutmütigen Katzen können das aggressive Verhalten überhaupt nicht verstehen. Das wird alles ein bisschen dauern, fürchte ich. Für Lily fühlt es sich vermutlich an, als sei sie im 7. Himmel gelandet. Das ist jetzt alles ihrs das und wird vehement verteidigt. Das will sie keinesfalls teilen.

Mit gemeinsamer positiver Aktivität kannst du vermutlich schon etwas erreichen und ich würde Lily durchaus klar machen, dass ihr Verhalten unerwünscht ist, um sie etwas einzugrenzen. Damit stärkst du auch Mockie.

Agila
 
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sMuaterl

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  • #39
So, jetzt traue ich mich mal, den neuesten Stand zu beschreiben. Denn immer, wenn ich in letzter Zeit über eine tolle neue Entwicklung schreiben wollte, war ich am nächsten Tag wieder etwas frustriert, weil halt alles doch noch nicht so optimal war :confused:

Aber ich fange erst Mal mit dem Positiven an:
Meine Tochter ist seit letztem Sonntag zur Unterstützung bei der "Katzeneingewöhnung" hier. Das ist zum einen eine große Erleichterung, weil sie doch einige "Schichten" beim Kuscheln / Bespaßen / Beaufsichtigen übernimmt. Und zum anderen ist sie in manchen Punkten nicht so übervorsichtig wie ich und macht manches, an das ich mich noch nicht ran getraut hätte.

Lily:
Weil Lily einfach nicht mehr eingesperrt sein wollte - egal ob es sich um ihr Zimmer oder das Wohnzimmer oder irgendeinen anderen Raum mit Tür gehandelt hat - und weil sie auch immer voller Vertrauen zu uns gelaufen ist, lassen wir sie jetzt im ganzen Haus rumlaufen wie sie will. Dadurch ist sie noch entspannter - und sitzt jetzt immer an einem Fenster, um da raus zu schauen :D
Neue Räume, wie zum Beispiel der Wintergarten, faszinieren sie und sie hat eigentlich nie Angst.

Lily_Wintergarten_01.jpg Lily_Wintergarten_03.jpg Lily_Wintergarten_02.jpg

Sie hat sich inzwischen auch in unsere Katzen-Community vollkommen integriert. Mit Klaus, der ein ähnliches Temperament hat wie sie, hatte sie ja nie Probleme. Aber selbst Mocki und sie "näseln" inzwischen freundschaftlich, wenn sie sich treffen und sie können auch problemlos an zwei nebeneinander stehenden Futternäpfen fressen. Aber, ja, Mocki bekommt sehr viele Streicheleinheiten und wird viel gelobt, wenn er ihre Nähe zulässt, wobei wir da auch kein Drama drum machen.
Der nächste Schritt hier ist nur noch, dass sie nach draußen darf. Laut Katzen-Schutzstelle sollen wir damit aber acht Wochen warten. D.h. sie dürfte dann Mitte Dezember das erste Mal raus. Was auch deshalb gut ist, weil es da bei uns bestimmt ungemütlicher als in Zadar ist und es sie hoffentlich bald wieder ins Haus treibt ;) . Ach ja, den Kurs "Wie klappt das mit der Katzenklappe" muss sie vorher noch absolvieren. Ein paar Versuche haben wir schon mit ihr gemacht (das geht auch zu zweit besser - der eine schiebt das Tier durch die Klappe, der andere nimmt es entgegen und wiederholt es von der anderen Seite :D ), aber so ganz traut sie dem Ganzen noch nicht.
Wir müssen nur ein bisschen aufpassen, weil ihre Straßenkatzen-Vergangenheit doch immer wieder durchkommt. So kann es schon vorkommen, dass sie einem das Brot aus der Hand klaut und damit wegrennt oder sie plötzlich im Kühlschrank sitzt, wenn man den auf macht :LOL:

Iskra:
Hier herrscht eben noch einiges auf und ab.
Was überraschend gut gelaufen ist, ist die Vergesellschaftung mit den anderen Katzen. Ich habe mit meiner Tochter über eure Ratschläge gesprochen und meine Tochter kam auf die Idee, dass wir die Zusammenführung über den Balkon machen könnten, der vor dem Iskra-Zimmer und dem Nebenzimmer verläuft und von jedem Zimmer einen Zugang hat. Weil uns unser Streuner Flitzi allerdings schon mal demonstriert hat, wie man von diesem Balkon im ersten Stock über das angrenzende Vordach problemlos in den Garten kommt, hat meine Tochter ihn "gesichert". Mangels fehlenden Material und Erfahrung ist diese Sicherung aber genauso professionell, wie die Karton-Treppe zu Iskras oberen Schrankfach und ich habe darauf bestanden, dass da keine Katze unbeaufsichtigt hin darf.
Das Ende vom Lied war, dass keine der "Zusammenführungen" über diesen Balkon statt gefunden hat, aber Iskra diesen Balkon total toll findet.

Iskra_Balkon.jpg

Die bisherigen Vergesellschaftungen sind bisher so abgelaufen:
  • Wir haben Lily, die in Iskras Zimmer wollte (weil ihr jetzt ja das ganze Haus gehört und sie damit das Anrecht hat, jedes Zimmer zu betreten ;) ) rein gelassen, haben sie aber noch etwas festgehalten. Iskra saß gerade am Fensterbrett und als Liliy sie gesehen hat, hat sie furchtbar gefaucht und geknurrt. Wie @Agila richtig schreibt - da hat die Straßenkatze eine Konkurrentin entdeckt. Noch dazu war Lily ja im Revier der Konkurrentin und das hat sie bestimmt nochmals verunsichert. Also, Zusammenführung sofort beendet. Während Lily fauchend und spuckend am Boden saß und von uns an größeren Unsinn gehindert wurde, saß Iskra seelenruhig auf ihrem erhöhten Fensterbrett und hat sich geputzt. Nun weiß ich schon, dass Putzen bei Katzen auch eine Stressreaktion ist. Aber irgendwie hat sie so ruhig gewirkt, dass man meinen konnte, sie wolle sich für ihren ersten Katzenbesuch schön machen.
  • Zweiter Versuch: wir spielen mit Iskra in ihrem Zimmer, das mal das Zimmer meiner Tochter war, die jetzt aber ins Lily-Zimmer, das mal das Zimmer meines Sohns war, umsiedeln musste, als Klaus durch Kratzen an der Tür deutlich gemacht hat, dass er rein will. Schließlich waren da seine Menschen drin und Geheimnisse darf es da einfach nicht geben. Nun wussten wir ja schon von der Zusammenführung mit Lily, dass Klaus der totale Gemüts-Kater ist und keinerlei Probleme mit anderen Katzen hat, solange er deren Futter bekommt und die Spielsachen dort benutzen darf. Also haben wir ihn rein gelassen. Und dann kam die große Überraschung für uns: Iskra ist sofort freudig zu ihm hingelaufen und hat ihn neugierig beschnüffelt. Da war selbst unser souveräner Kater etwas überrascht, aber gut, Fressen und Spielsachen waren da und die beiden haben keinerlei Probleme miteinander.
  • Zusammenführung mit Mocki: Ehrlich gesagt, hatte ich davor am meisten Bammel. Nicht wegen Iskra - aber Mocki war ja schon wegen Lily leicht verschnupft, wie würde er auf noch eine Katze im Haus reagieren? Auch Mocki wollte ins Iskra-Zimmer, in dem gerade Iskra zusammen mit Lily drin war. Denn inzwischen können wir Iskra und Lily auch zusammen lassen. Lily ist da ähnlich wie Klaus: solange Fressen und Spielzeug da sind, ist auch die Konkurrenz-Kätzin egal. Und wir haben gelernt, dass Katzen, die man festhält oder an irgendetwas hindert oft aggressiver reagieren, als wenn man sie einfach machen lässt (siehe die Begegnung von Lily und Mocki durch den Türspalt oder Lily, die festgehalten wird). Wir machen also die Tür auf, Mocki sieht die beiden und dreht sich sofort um und geht wieder. Kein guter Start :( Den Tag drauf will Mocki doch wieder rein - diesmal ist nur Iskra drin. Mocki geht rein, schaut sich alles an, während Iskra sich ganz ruhig im Hintergrund hält. Im Gegensatz zur Begegnung mit Lily ist auch Mocki ganz ruhig. In der Zwischenzeit hat sich Iskra auf Bett gelegt, um von da aus alles zu beobachten, als Mocki auch auf das Bett springt und sich neben sie legt. Am Ende sah das so aus:

    Mocki_Iskra.jpg

    Gut, anfangs ohne das hyperaktive Tier im Hintergrund, dass die Idylle gestört hat und erst raus gegangen ist, als sie Iskras Leckerlies gefressen hatte. Aber am Ende war ich glatt in einer Zwickmühle, weil ich nicht wusste, ob ich die beiden einfach über Nacht zusammenlassen kann, weil Mocki auch keinerlei Anstalten gemacht hat, da jemals wieder raus zu wollen.
    Klingt jetzt albern, aber ich hätte vor Erleichterung heulen können.
Fazit für mich:
Iskra hat mit anderen Katzen überhaupt kein Problem. Oder - wie meine Tochter sagt - sie hat mit anderen Katzen, in Gegensatz zu Menschen, noch keine schlimmen Erfahrungen gemacht. Und, Iskra war keine Straßenkatze. Sie hat als Welpe irgendwo gelebt, bis sie im Müllbeutel weggeworfen wurde und ist dann anschließend gleich ins russische Tierheim gekommen. Da war es bestimmt auch kein Zuckerschlecken. Aber anscheinend ist sie dadurch sozialer und weniger auf Krawall gebürstet wie Lily. Das entspricht eher dem Naturell von Mocki.
Und dann kommt noch eine ziemlich an den Haaren herbei gezogene Theorie von mir, wie sie nur Menschen haben können: Iskra sieht mit ihrem halblangen roten Fell Mockies verstorbenem Freund Arnie sehr ähnlich. Vielleicht findet er es toll, wenn er jetzt eine weibliche Version von Arnie wieder bekommt?
Egal, was auch immer - Mocki mag Iskra. Er beschnüffelt sie freundlich und liegt gerne zusammen mit ihr in ihrem Zimmer.
Das gilt übrigens auch für Klaus und Lily, die hier gerade auf meiner Tochter in ihrem Bett liegen und leichte Probleme aufwerfen, wie sie denn heute schlafen soll :LOL: . Wobei bei uns der Grundsatz herrscht, dass sich der Mensch nach der Katze zu richten hat und sie nicht stören darf:

Klaus_Lily.jpg
Übrigens:
ich befürchte, dass hier einige kritisieren werden, weil unsere Katzen Halsbänder tragen. Das stimmt leider und ist ein Kompromiss bei uns. An diesen Halsbändern sind nämlich die Sender vom Loc8tor befestigt, mit dem wir die Möglichkeit haben, unsere Katzen zu finden, wenn wir sie suchen. D.h. Katze kann sich frei bewegen, so lange sie den Loc8tor trägt. Das hat Lily davor bewahrt, dass sie letztens ewig in der Speisekammer eingesperrt war, weil sie mir nachgelaufen ist - da war schließlich was Essbares drin - was ich nicht gemerkt habe und die Tür geschlossen habe. Und unsere anderen Katzen haben wir dadurch schon aus den Garagen, Kellern und - das war Mockis schlimmstes Erlebnis - aus der Lebendfalle des Nachbarn gerettet. Wir achten aber penibel darauf, dass die Halsbänder richtig sitzen und sich bei Zug leicht selbst öffnen. Weswegen wir öfters Mal nicht die Katze, sondern das Halsband mit Sender mit dem Loc8tor suchen :confused:

Ich splitte hier mal auf, weil es sonst zu lang wird...
 
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  • #40
...und mach dann hier weiter:

Ansonsten geht es in kleinen Schritten voran:
Iskra isst jetzt (bzw. schleckt ihre Paste auf :cautious: ), wenn jemand von uns im Zimmer ist. Und sie leckt uns auch - nach anfänglichen Zögern - Paste vom Finger.
Außerdem dürfen wir bei ihr im Zimmer inzwischen aufrecht gehen und es ohne Federwedel in der Hand betreten. Bisher wurden Verstöße dagegen mit Grollen von ihrer Seite quittiert.

Und damit komme ich zu den Punkten, die mich wieder etwas verzweifeln lassen:
Iskra ist durch den Balkon auf den Geschmack der Freiheit gekommen und sieht nicht ein, dass sie da nicht immer hin kann. D.h. meine liebe, ruhige Katze kann jetzt plötzlich miauen und an der Scheibe der Fenstertür hoch springen, weil sie nicht raus darf. Und sie ist unzufrieden mit uns, weil sie das nicht immer darf.
Und, noch schlimmer, sie will jetzt endlich, wie Lily auch, aus dem Zimmer raus. Nun ist nebenan ein Zimmer, in das sie erst Mal gar nicht darf, weil da sehr viele Versteckmöglichkeiten sind. Vor allem ein Schrank, hinter den Katze leicht schlüpfen kann und wo man sie evtl. erst wieder raus bekommt, wenn man den Schrank abbaut. In dem Zimmer ist aber auch eine Couch, die sich der Streuner Flitzi als Schlafplatz auserkoren hat, weswegen hier immer offen ist. Nun ist Iskra noch flinker beim Ausbrechen als Lily und das Öffnen der Tür vom Iskra-Zimmer hat jetzt schon öfter zu einem Aufschrei und heftigem Haschen nach ihr geendet. Also, absolute No-Gos beim Vertrauensaufbau mit ängstlichen Katzen. Das hat jetzt dazu geführt, dass Iskra nicht mehr so schmusig ist und sich auch nicht mehr so oft streicheln lassen will, wie zuvor. Und zu totalen Gewissenbissen bei mir.
Nun ist aber Iskra halt noch sehr viel ängstlicher als Lily und kommt nicht auf einen zugelaufen, wenn man in die Nähe kommt - es ist eher das Gegenteil der Fall. Und so wirklich verstecksichere Zimmer sind bei uns nur das Lily-Zimmer und das Iskra-Zimmer. Nachdem sich Iskra inzwischen doch kleine Strecken tragen lässt haben wir sie ab und zu mal ins Lily-Zimmer (ohne Lily drin) verfrachtet. Aber das hat sie auch bald gelangweilt. Auch sie will keine Beschränkungen mehr durch Türen.
Nun hat meine risikofreudige Tochter heute den Versuch gestartet, sie in einer Guided-Tour durch die nicht so riskanten Zimmer gehen zu lassen. Das hat dann mit einem Happening fast aller unserer Katzen (Mocki hat irgendwo gepennt) im verschlossenen Wintergarten geendet und ist fast komplikationsfrei - einmal hat Iskra hinter einem Sofa gesteckt und sich schwer überreden lassen, da wieder raus zu kommen - über die Bühne gegangen:

Katzen_Wintergarten.jpg

In den Bereichen, die Iskra schon kennt, also den Gang vor ihrem Zimmer und dem Lily-Zimmer, ist Iskra inzwischen schon relativ relaxt, aber beim Rest ist sie doch noch etwas verängstigt. Aber seit heute sehe ich es etwas optimistischer, dass wir ihr nach und nach den Rest des Hauses vorstellen können, um ihr dann letztendlich das ganze Haus frei zugänglich zu machen. Denn ich befürchte, dass sie nie so offen wie Lily werden wird und wir können sie deswegen ja nicht ewig einsperren.

Und dann ist da immer noch ihre Fress- bzw. Nicht-Fress-Angewohnheit.

Ich habe gleich Leonardo besorgt und meine anderen Katzen finden es auch toll. Iskra rührt es nicht an. Ich mixe es ihr ganz fein zerdrückt in ihre Paste. Sie schafft es trotzdem, um die mikroskopisch kleinen Leonardo-Fragmente herum zu lecken. Ich habe auch den Drink von Leonardo gekauft. Den hat sie einmal aufgeschleckt (die gröberen Teil blieben natürlich in der Schale), aber es ist bei dem einen Mal geblieben. Paste, Dreamies und getrocknete Hühnchen-Würfel. Sonst geht nichts. Ich habe ihr alle möglichen anderen Leckerlies besorgt. Die gefriergetrockneten Hühnchenherzen von catz finefood hat sie sogar einmal gegessen, als ich sie ihr einzeln hin gelegt habe, aber auch das war nur eine Einmal-Aktion. Heute habe ich ihr viel Plastikmüll erzeugende, zerlegte Premium Hühnchen Filets von Vitakraft angeboten. Hat zu höflichen Schnuppern, aber nicht zum Fressen geführt. Ich habe es mit total zermantschtem Kitten-Mousse versucht - keine Chance.
Trockenfutter isst sie. Ein bisschen. Ich habe ihr letztens abgezählt neun Trockenfutter-Teilchen hin gelegt, davon hat sie über Nacht tatsächlich vier gefressen.

Rohes Huhnfilet hat sie ja nicht genommen, aber versuch es mal mit Gulaschwürfeln oder Hühnerflügeln, vielleicht auch Hühnerherzen. Mit ihrer Vorgeschichte könnte ich mir vorstellen, dass sie damit mehr anfangen kann. Wenn es roh nicht geht, vielleicht leicht angebraten?
Ganz klein geschnittenes Hühnchenfilet mochte sie ja weder roh noch gekocht, Hühnchenleber haben wir nur roh versucht - natürlich auch ohne Erfolg. Aber vielleicht versuche ich es nochmal mit Herzen (roh und gekocht) oder Flügeln (soll ich sie die ganz geben? Ich habe etwas Angst wegen der Knochen, nachdem ich mal einer meiner Katzen ein Knochenteil aus dem Schlund ziehen musste). Oder vielleicht sind wir ja tatsächlich zu Geflügel-lastig und ich versuche es mal mit Fisch oder Rind. Gut, dass wir die ewig hungrige Lily haben, die sich über alles freut, was Iskra nicht will.
Frisst Iskra Trockenfutter? Dann würde ich beginnen, mit ihr zu clickern mit Target. Wenn der Clicker zu laut ist, einwickeln. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr das gut tut.
Das mit dem Clicker habe ich gerade erst gelesen. Damit habe ich eigentlich gar keine Erfahrung, aber ich mache mich da mal schlau.
Nun wirkt Iskra jetzt nicht gerade mager. Vielleicht braucht sie einfach nicht viel.
Mein Problem bei dem Thema ist halt: Wie soll ich das denn machen, wenn sie sich im ganzem Haus bewegt? Wir haben eine Katzen-Fress-Station in der Küche und wenn ich da Iskras Paste und Leckerlies hin stelle, freuen sich alle anderen, aber Iskra bekommt nichts.

Obwohl jetzt der "Bericht der Woche" wieder ewig lang geworden ist und wahrscheinlich keiner bis zum Ende durchhält noch ein Wort zu den Ratschlägen:

Ich finde eure Tipps total toll und ohne sie wäre die ganze Geschichte wahrscheinlich ziemlich den Bach runter gegangen. Manche kann ich nicht so einfach umsetzte, wie die Gittertür, aber dann suchen wir entsprechende Alternativen. Ich bin hier, weil ich oft wirklich nicht weiter weiß und natürlich nehme ich alles dankbar auf. Ich wäre ja blöd, wenn ich es nicht so machen würde...
 
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