Wie konnte ich bloß?

Brickparachute

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Eine Bekannte, der auffiel,daß "unsere Katzen so anders aussehen",sprach mich drauf an und so erfuhr sie, daß wir diesen April die zwei aus dem Katzenhaus bekommen haben.

Unser geliebtes Katerchen wäre im August 20 geworden, aber Ende April mußten wir ihn gehen lassen. Es hatte sich schon abgezeichnet, ich wußte es, er wußte es auf jeden Fall, besser als ich. Und so hatten wir Zeit, uns voneinander zu verabschieden und in langen Gesprächen mit Worten und ohne Worte es unter uns auszumachen, daß sein Platz (und der seiner Freundin, die davor nach einem Schlaganfall eingeschläfert werden mußte und die keinen Nachfolger bekommen hatte, weil es um das Katerchen schon schlecht stand. Es waren keine Voraussetzungen mehr für eine neue Vergesellschaftung....) wieder von Jemandem besetzt werden würde. Er würde immer ein Teil sein von mir und ich von ihm, die gemeinsame Zeit konnte uns keiner nehmen und wir würden immer beieinander sein im Geiste und im Herzen.

Ich verstehe gut, daß nicht ein Jeder auf dieselbe Art trauert. Der eine bringt es einfach nicht übers Herz, sich schon bald wieder ein Tier zu nehmen, der andere ist zwar todtraurig, aber sagt sich "ein neues Tier hilft wenigstens ein wenig hinweg über die schwere Zeit". Ein Tier kann nie das andere ersetzen, aber es ist ein Neuanfang und es gibt soviele Tiere, die ein Zuhause brauchen, wo man sie liebt. Ich finde, beide Ansichten sind verständlich auf ihre jeweils eigene Art.

Meine Überlegungen waren, daß es eine Schande wäre, Platz zu haben für zwei Katzen und wegen meiner Befindlichkeiten keine mehr zu nehmen, oder zuzuwarten und zuzuwarten, bis es mir mal halbwegs recht wird. Bitte nicht falsch verstehen, ich kann so gut nachvollziehen, wenn ein Mensch sagt: "Nein. Ich bringe es einfach noch nicht übers Herz. Es ist meine Art zu trauern und ich muß da auf meine Art durch. Und danach kann ich mich vielleicht wieder mehr öffnen für einen Neuanfang. Es dauert einfach so lange,wie es dauert."

Okay. An einem Donnerstag wurde unser Katerchen dann in meinen Armen eingeschläfert. Wir haben ihn begraben. Und wie es einem dabei geht, muß ich keinem erklären. Es gibt nicht mal Worte für dieses Gefühl. Aber ich habe die Fühler ausgestreckt und ein Gesuch telefonisch beim Katzenhaus abgegeben. Wollte alte oder behinderte Katzen, die eben aus diesen Gründen nicht mehr vergeben werden können. Was soll ich sagen? Sie hatten nicht eine einzige alte oder behinderte Katze. Aber zwei junge Scheuchen, die schon Einiges hinter sich hatten.

Nächster Tag. Freitag. Am Abend zogen die zwei bei uns ein. Nur einen Tag nach dem Verlust unseres Katerchens. So war das. Ich brachte es nicht übers Herz, noch "zu warten", bis es mir quasi paßte. Die zwei brauchten dringend einen Fixplatz, um einmal zur Ruhe zu kommen. Und ich habe es noch keine Sekunde bereut.

Aaaaaber.....der Bekannten ging gleich der Hut hoch. Ich wäre ja ziemlich herzlos, wenn ich den Kater gleich so "vergessen" hätte einen Tag nach seinem Ableben und diverse andere bluminge Ausführungen. Sogar der Begriff "das Tier verraten" fiel. Fand ich nicht angebracht. Interessanterweise ist sie nicht die Einzige, die das sagt. Nicht daß es mich kümmert, denn ich kenne die Wahrheit. Aber man wird da unter Umständen ganz schön angegangen, wenn jemand um Details fragt und man wahrheitsgetreu antwortet.

Wie also konnte ich bloß?
 
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realykee

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Du hast Carla & Foxy ein liebevolles Zuhause gegeben und lässt Foxy alle Zeit der Welt :pink-heart:
 
Tiffy 06

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Jeder muss auf SEINE Art trauern, und jeder sollte so tolerant sein, anderen ihre Art des Trauerns zu lassen und auch zu gönnen.

ICH finde es gut so, wie du es gemacht hast. Ich würde auch nicht einsehen, warum "meine" neuen Katzen, so ich sie schon gefunden hab, noch warten sollen.

Ich kann sehr gut trauern und mich trotzdem schon wieder um neue Lieblinge kümmern, das eine schließt bei mir das andere nicht aus.
 
Leela

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Lass dich nicht verunsichern.

In diesen Zeiten gibt es kein richtig oder falsch.

Ich verstehe dich sehr.
Ich habe viele Tiere verloren, diese Stille kann unerträglich werden und einem anderen Fellchen ein Zuhause zu geben, kann unendlich helfen.

Man spürt aus deinen Zeilen, dass du dein Katerchen sehr geliebt hast.

Ich finde, dass du so schnell zwei anderen Fellschnuten ein Heim gegeben hast, zeugt von unglaublicher Stärke und Nächstenliebe.

Jeder muss einen Weg finden, mit seiner Trauer umzugehen.
Nichts ist hier "verwerflich" oder "herzlos".
 
Brickparachute

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Danke, ich bin froh, daß Du das sagst. Auch wenn Du gegenteiliger Meinung gewesen wärst, hätte ich es akzeptiert. Für einen Moment stockt einem da halt der Atem, wenn man so eine auf den Detz bekommt. (Hab ich dem Katerchen schon verpetzt. Ich hab in Gedanken zu ihm gesagt "du glaubst nicht, was mir die xxx grade unterstellt hat" :rolleyes:.)

Jeder muss auf SEINE Art trauern, und jeder sollte so tolerant sein, anderen ihre Art des Trauerns zu lassen und auch zu gönnen.

ICH finde es gut so, wie du es gemacht hast. Ich würde auch nicht einsehen, warum "meine" neuen Katzen, so ich sie schon gefunden hab, noch warten sollen.

Ich kann sehr gut trauern und mich trotzdem schon wieder um neue Lieblinge kümmern, das eine schließt bei mir das andere nicht aus.
 
jasmine

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Ich persönlich finde, man muss diese Dinge trennen.

Die Trauer um deine zwei Tiere hat nichts mit deinen Neuzugänge zutun.

Jede Tier ist ein Idividuum für sich und somit nicht ersetztbar. Die Trauer um deinen Kater hat ja schon vorher bekonnen, da du ja gespürt hast, daß Ihr euch bald trennen müsst. Auf der anderen Seite waren gerade jetzt zwei Tiere die ein neues und gutes Zuhause gesucht haben und wenn es für dich klar war, daß du wieder Tiere haben möchtest , warum dann nicht diese Zwei aufnehmen ?

Ich selbst habe dieses Jahr meinen Kater Gismo verlorenen und obwohl ich persönlich noch hätte warten können, so habe ich für meinen zweiten Kater Eddie bereits nach 5 Wochen wieder eine Mitbewohnerin aufgenommen. Gismo wird immer in meinem Herzen und immer wenn ich an Ihn denke rollen noch die Tränen, trotzdem bin ich froh daß jetzt das Äffchen Nikita bei uns lebt.
 
Brickparachute

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Danke Dir, Leela. Ich weiß, Du hast ja grad sowas Schlimmes mitgemacht. :( Wünsche Dir ganz herzlich, daß es Dir besser geht. Wie uns immer wieder ganz richtig gesagt wird, gehört das Sterben zum Leben. Aber das macht es echt nicht leichter zu verkraften. Alles Liebe!



Lass dich nicht verunsichern.

In diesen Zeiten gibt es kein richtig oder falsch.

Ich verstehe dich sehr.
Ich habe viele Tiere verloren, diese Stille kann unerträglich werden und einem anderen Fellchen ein Zuhause zu geben, kann unendlich helfen.

Man spürt aus deinen Zeilen, dass du dein Katerchen sehr geliebt hast.

Ich finde, dass du so schnell zwei anderen Fellschnuten ein Heim gegeben hast, zeugt von unglaublicher Stärke und Nächstenliebe.

Jeder muss einen Weg finden, mit seiner Trauer umzugehen.
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Brickparachute

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Das finde ich toll, daß Du das Wohl Deines Eddie über Deine eigene -vermutlich damals noch nicht verarbeitete- Trauer gestellt hast. Mir geht es auch nicht anders, ich kann aus dem Stand zu heulen anfangen, wenn ich an mein Katerchen denke, wir waren so ein Dream Team. Aber das Leben muß weiter gehen, auch so ein doofer Spruch, der halt leider stimmt. (Ich werf 'ne Mark ins Phrasen-Schwein.)

Aber ich gebe zu.....einen Tag später war vielleicht ein wenig krass bei mir. Naja. Nun haben wir die zwei Süsswürste und das ist gut so.

Ich persönlich finde, man muss diese Dinge trennen.

Die Trauer um deine zwei Tiere hat nichts mit deinen Neuzugänge zutun.

Jede Tier ist ein Idividuum für sich und somit nicht ersetztbar. Die Trauer um deinen Kater hat ja schon vorher bekonnen, da du ja gespürt hast, daß Ihr euch bald trennen müsst. Auf der anderen Seite waren gerade jetzt zwei Tiere die ein neues und gutes Zuhause gesucht haben und wenn es für dich klar war, daß du wieder Tiere haben möchtest , warum dann nicht diese Zwei aufnehmen ?

Ich selbst habe dieses Jahr meinen Kater Gismo verlorenen und obwohl ich persönlich noch hätte warten können, so habe ich für meinen zweiten Kater Eddie bereits nach 5 Wochen wieder eine Mitbewohnerin aufgenommen. Gismo wird immer in meinem Herzen und immer wenn ich an Ihn denke rollen noch die Tränen, trotzdem bin ich froh daß jetzt das Äffchen Nikita bei uns lebt.
 
Leela

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  • #10
Danke dir.

Ich finde es super, dass du "gepetzt" hast ;)
Das zeigt, dass du eigentlich ganz genau weißt, dass du alles richtig gemacht hast.
 
Brickparachute

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  • #11
:p Ja, ich bin da wohl auch etwas albern. Aber der Kater ist mir noch so präsent,ich sag auch oft beim Vorbeigehen an dem Fenster, vor dem er unterm Apfelbaum begraben ist "Schlaf gut, mein Schöner" und dann bin ich sehr zufrieden und froh, daß ihm nichts mehr Schlimmes blühen kann. Er hat für immer Frieden,nichts tut ihm mehr weh, nichts Übles, das ihm sonst vielleicht noch bevorgestanden hätte.

Ich sag auch "guck das halbe Hemd an! Den Korb hast du allein ausgefüllt!", wenn ich die süße kleine Carla in seinem Lieblingskorb liegen seh und mir wieder der Größenunterschied bewußt wird. An genau dem Fenster.

Naja, Katzenleute sind halt etwas verschroben. Zumindest die, die ich kenne. :oops:



Danke dir.

Ich finde es super, dass du "gepetzt" hast ;)
Das zeigt, dass du eigentlich ganz genau weißt, dass du alles richtig gemacht hast.
 
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Miausüchtel

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  • #12
Unsere Mandy ging am 8.9.2014 über den Regenbogen. Am 11.9 zogen unsere Kitten Ronja und Filou ein.
Wir hätten es ohne Samtpfoten nicht ausgehalten denn da war ein riesiges Loch ohne Katzen.

Unsere Mandy liegt auch bei uns im Garten unter einem Baum. Jeden Tag sehe ich ihr Grab und oft halte ich im Stillen Gespräche mit ihr. Ich trauere immernoch, denn fast 17 Jahre wischt man nicht weg, selbst wenn man wieder Freude an den neuen Kätzchen hat.

Du hast es richtig gemacht und ich habe auch kein schlechtes Gewissen.
 
Leela

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  • #13
Naja, Katzenleute sind halt etwas verschroben. Zumindest die, die ich kenne. :oops:

Davon habe ich gehört ... ;)
Freaks, die ein Häufchen zum Highlight des Tages hochstilisieren können ... völlig verrückt :p

... ich finde es einfach nur schön, wie liebevoll du deinen Schönen integrierst :oops:
 
huckelberry

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  • #14
Ich habe auch nach dem Tod meiner Cleo (18), zwei kleine Kater aus dem Tierheim geholt.
Meine Familie meinte warum ich den schon wieder drei Kater habe, und mehr willste ja wohl nicht, na ja und Felix stirbt ja eh bald,:( dann holst du dir aber nicht wieder eine dritte Katze.
Meine Antwort darauf wahr, natürlich werde ich einem dritten Kater ein Zuhause geben.
Ich finde nur jeder kann für sich entscheiden, ich hätte es genauso getan wie du.
 
FrauK

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  • #15
Ich kann dich gut verstehen und hab auch schon solche Anfeindungen ab bekommen im Bezug auf meine Hündin. Die Leute fragen: "Wenn Cora mal nicht mehr ist, holst du dir dann wieder einen Hund?" Ich antworte Ja und dann kommen die Vorwürfe...
Ich sage dann immer dass niemand Cora ersetzen wird, aber dass Cora ein Erbe zu vergeben hat. Platz, Zeit, Geld und ein trauerndes Frauchen, dass immer noch so viel Liebe zu geben hat. Dann frage ich wieso, dass keinem andern Vierbeiner zu Teil werden sollte der das alles so dringend brauchen könnte. Nun verstehen die Meisten und die anderen sind mir egal.

Du hast alles richtig gemacht. Dein Heim stellst du zwei anderen Fellnasen zur Verfügung, aber ein ganz besonderer Platz in deinem Herzen und in deinen Gedanken gehören für immer deinem Schönen.
 
Ronjakatze

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  • #16
Na und.... !!

Bei mir ziehen auch immer sofort neue Vierpfoter ein, ich brauche einfach die Ablenkung.

Aber ich war sogar schon noch krasser...

Ende 2007 habe ich auf Mal begonnen, mich genauer auf Hunde-TS-Seiten umzuschauen...
Zum Jahreswechsel sagte ich zu einer Freundin, das ich das Gefühl habe, das das das letzte Silvester ist, das wir mit Sandy feiern.
Meine Freundin erklärte mich für verrückt, denn Sandy war zu diesem Zeitpunkt noch keine fünf Jahre alt.
Am 10. Januar 2008 bekamen wir die Diagnose "Spondylose der Halswirbelsäule", auf dem Röntgenbild sah das so aus, als wenn ein 40Tonner ungebremst in ein Stauende von Minis gerast wäre....:(
Am 8. Februar war unser gemeinsamer Weg dann zu Ende....

Vorher hatte ich mich quasi aber schon für Polly entschieden und am 6. Februar, an dem Tag, an dem ich Sandy's Termin ausgemacht habe, habe ich meine Bewerbung abgegeben.
Ich konnte ich anders, ich bin einfach so.

Am 10. Feb., also zwei Tage nach Sandy's Tod, sind wir vormittags mit Polly "Probe gelaufen" und nachmittags zog sie bei uns ein.

Am Tag von Ronja's Abschied sind wir nachmittags z.B. ins Münchner TH gefahren, Kennel war im Auto.
Das wir "ohne" heimkamen, lag einfach daran, das dort nichts "Passendes" war.
Hubs zog dann knapp eine Woche später von der "privaten Katzenhilfe" bei uns ein.

Für mich sind und waren die Entscheidungen so einfach richtig und wer's nicht versteht, dem kann ich nicht helfen. Sein Problem.

Mach wie Du meinst, denn Du musst damit leben !!
 
S

Schnurrhaar01

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  • #17
So, oder anders zu entscheiden sollte wie ich finde, jedem selbst überlassen sein und sollte auch von Anderen respektiert werden. Bei mir war es anders. Ich habe nach Fleckys Tot über zwei Jahre gebraucht um mich wieder auf eine neue Katze einzulassen.
Wir waren 18 Jahre zusammen, das ist, wie ich finde schon eine ganz schöne Hausnummer. Und wie schon jemand schrieb, da gibt es kein Richtig oder Falsch. Du hast nun mal so entschieden, wie es für dich am besten ist, andere mögen anders entscheiden,... auch gut.
 
J

Jessue

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  • #18
Ich seh das so wie du und alle anderen heir.. jeder muss selbst seinen Weg finden aus der Trauer raus zur Erinnerung..

Und wenn es dreien morgens schlecht geht und abends allen dreien ein wenig besser, wer maßt sich an, das zu verurteilen? Das ist doch genau richtig so und für alle drei dann ein Segen.

Ich gehör auch zu den Leuten, die nicht lang warten können... das war schon bei den Frettchen so und vermutlich wird das (in hoffentlich 20 Jahren... ) auch bei den Katzen so sein... Und bei den Mäusen überleg ich sogar jetzt schon, wo ie Altertümchen noch zu dritt sind, wer als Nachfolger einziehen darf. Nicht, weil die mir nichts wert wären, sondern weil cih denke, dass es hier besser ist als im Tierheim und dass ich nicht trauriger bin, nur weil dort kein leerer Fleck mehr in der Wohnung ist sondern ganz m Gegenteil...
 
Demotivation

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  • #19
Brick, da lass dir mal von keinem reinreden. Mir gefällt deine Einstellung dazu auch.

Eine neue Katze kann die alte nicht ersetzen - mir ist das höchstens suspekt, wenn jemand nach einer neuen Katze sucht, die der alten so ähnlich wie möglich ist. Einfach deshalb, weil die "neue" dem Bild, das man von der "alten" im Kopf hat, nie gerecht werden kann.

Unsere Sternchen liegen auch im Garten meiner Mutter begraben. Felicitas unter dem Apfelbaum, sie war eine begnadete Jägerin und hätte ihre Freude an den vielen Vögeln ;) unser Thaddi daneben unter Sonnenblumen. Er war ein solches Sonnenscheinchen. Vom Küchenfenster aus schaut man runter auf die Stelle im Garten, und vergessen sind sie ohnehin niemals. (Und allein bei dem Gedanken daran muss ich mir die Tränen wieder verkneifen. Wer könnte die geliebten Tiere schon vergessen?)

Ich glaube einfach, unsere Tiere sind da sehr viel pragmatischer als wir, leben viel mehr in der Gegenwart. Ich finde dieses oft verbreitete "Vermächtnis einer Katze" (oder so ähnlich) sehr schön, glaube aber, dass es unseren Vierbeinern herzlich egal ist, wie lange und auf welche Art wir trauern oder wer nach ihnen einzieht. Von daher finde ich es albern zu sagen, man wäre ihnen eine bestimmte Trauerzeit "schuldig" oder etwas in der Art. Geschuldet hat man ihnen ein gutes Leben, und das haben sie gehabt. Alles andere interessiert doch die Katzen nicht.

(Ist nur meine Ansicht - ich will unsere Tierchen nicht rein auf Instinkt reduzieren, aber der Mensch neigt doch dazu, viel zu verkopft zu sein. Unsere Katzen würden uns sicher nur auslachen dafür.)

In dem Sinne wäre es dann ja auch makaber, sich im Vorfeld Gedanken für den Ernstfall zu machen. Aber das ist ja auch nicht verwerflich.
 
Brickparachute

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  • #20
Ich bin überrascht, daß doch viele derselben Fraktion hier sind, bin auf jeden Fall auch auf Gegenwind gefaßt.

Unsere Mandy ging am 8.9.2014 über den Regenbogen. Am 11.9 zogen unsere Kitten Ronja und Filou ein.
Wir hätten es ohne Samtpfoten nicht ausgehalten denn da war ein riesiges Loch ohne Katzen.

Unsere Mandy liegt auch bei uns im Garten unter einem Baum. Jeden Tag sehe ich ihr Grab und oft halte ich im Stillen Gespräche mit ihr. Ich trauere immernoch, denn fast 17 Jahre wischt man nicht weg, selbst wenn man wieder Freude an den neuen Kätzchen hat.

Du hast es richtig gemacht und ich habe auch kein schlechtes Gewissen.

Genau so ist es. Diese (in diesem Fall sogar sehr lange) Zeit wischt man nicht weg, nur weil man wieder neue Katzen hat. Schön, daß Ihr Eure Mandy auch noch bei Euch habt. Ich wurde auch mal gefragt (als letzten Winter es mal nicht gut stand um unser Katerchen, er sich dann aber nochmal wirklich gut erholte), ob ich ihn denn, wenn's mal soweit ist, zur Tierkörperverwertung karren würde, um ihn in den Container zu schmeißen, wo doch im Winter der gefrorene Boden nicht aufgrabbar wäre. Ich weiß, das ist praktisch gedacht. Aber es gibt schon so Leute! :oops:

Ich habe auch nach dem Tod meiner Cleo (18), zwei kleine Kater aus dem Tierheim geholt.
Meine Familie meinte warum ich den schon wieder drei Kater habe, und mehr willste ja wohl nicht, na ja und Felix stirbt ja eh bald,:( dann holst du dir aber nicht wieder eine dritte Katze.
Meine Antwort darauf wahr, natürlich werde ich einem dritten Kater ein Zuhause geben.
Ich finde nur jeder kann für sich entscheiden, ich hätte es genauso getan wie du.

Jawoll, genau. Wenn für drei Platz ist und es für Dich gut ist, warum denn nicht? Ich hätte auch gern Platz für mehr, aber muß vernünftig sein und den Tieren gerecht werden. Du mußt eine tolle Truppe haben!

Ich kann dich gut verstehen und hab auch schon solche Anfeindungen ab bekommen im Bezug auf meine Hündin. Die Leute fragen: "Wenn Cora mal nicht mehr ist, holst du dir dann wieder einen Hund?" Ich antworte Ja und dann kommen die Vorwürfe...
Ich sage dann immer dass niemand Cora ersetzen wird, aber dass Cora ein Erbe zu vergeben hat. Platz, Zeit, Geld und ein trauerndes Frauchen, dass immer noch so viel Liebe zu geben hat. Dann frage ich wieso, dass keinem andern Vierbeiner zu Teil werden sollte der das alles so dringend brauchen könnte. Nun verstehen die Meisten und die anderen sind mir egal.

Du hast alles richtig gemacht. Dein Heim stellst du zwei anderen Fellnasen zur Verfügung, aber ein ganz besonderer Platz in deinem Herzen und in deinen Gedanken gehören für immer deinem Schönen.

Ohje, hörst Du auch solche Kommentare.:oops: Man muß vermutlich nachsichtig sein mit Menschen, die den Umgang mit Tieren nicht gewohnt sind. Die haben eine ganz andere Einstellung dazu und halten einen oft für plemplem. ;) Aber schade ist es für sie, denn sie vermissen wirklich viel. Man sollte vielleicht wirklich so sagen wie Konrad Adenauer "die einen kennen mich und die anderen können mich".

Na und.... !!

Bei mir ziehen auch immer sofort neue Vierpfoter ein, ich brauche einfach die Ablenkung.

Aber ich war sogar schon noch krasser...

Ende 2007 habe ich auf Mal begonnen, mich genauer auf Hunde-TS-Seiten umzuschauen...
Zum Jahreswechsel sagte ich zu einer Freundin, das ich das Gefühl habe, das das das letzte Silvester ist, das wir mit Sandy feiern.
Meine Freundin erklärte mich für verrückt, denn Sandy war zu diesem Zeitpunkt noch keine fünf Jahre alt.
Am 10. Januar 2008 bekamen wir die Diagnose "Spondylose der Halswirbelsäule", auf dem Röntgenbild sah das so aus, als wenn ein 40Tonner ungebremst in ein Stauende von Minis gerast wäre....:(
Am 8. Februar war unser gemeinsamer Weg dann zu Ende....

Vorher hatte ich mich quasi aber schon für Polly entschieden und am 6. Februar, an dem Tag, an dem ich Sandy's Termin ausgemacht habe, habe ich meine Bewerbung abgegeben.
Ich konnte ich anders, ich bin einfach so.

Am 10. Feb., also zwei Tage nach Sandy's Tod, sind wir vormittags mit Polly "Probe gelaufen" und nachmittags zog sie bei uns ein.

Am Tag von Ronja's Abschied sind wir nachmittags z.B. ins Münchner TH gefahren, Kennel war im Auto.
Das wir "ohne" heimkamen, lag einfach daran, das dort nichts "Passendes" war.
Hubs zog dann knapp eine Woche später von der "privaten Katzenhilfe" bei uns ein.

Für mich sind und waren die Entscheidungen so einfach richtig und wer's nicht versteht, dem kann ich nicht helfen. Sein Problem.

Mach wie Du meinst, denn Du musst damit leben !!

Da haben Polly und Hubs ja ihr Glück gemacht bei Euch,wie schön! Ich verstehe das wirklich gut, daß man die Leere gar nicht erst einkehren lassen will. Und ich habe den Verdacht, daß manche Leute das vergleichen mit "morgens den Mann begraben und abends schon den Neuen im Bett, treulose Tomate". Da kann man dann nix machen, Meinungsfreiheit.
 
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