Streit unter 2 Kater

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connyo

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Hallo liebe Katzenfreunde,
ich bin ganz neu hier und mich beschäftigt seit August letzten Jahres ein Thema ganz besonders, meine beiden Tierheimkater Alfred (5J.) und Johann, kurz Johnny (ca. 4 J.), beide kastriert.
Nachdem unsere Jana leider mit fast 19 Jahren letztes Jahr im Juni eingeschläfert werden musste, haben wir uns die beiden Kater Anfang August aus dem Tierheim geholt. Dort waren sie zusammen in einem Zimmer. Es gab dort keine Probleme. Es war wenig über die vorherigen Besitzer bekannt, kurz, angeblich 2 unproblematische Kater. Alfred ist sehr menschenbezogen und aufgeschlossen, sehr verschmust aber auch leicht beleidigt. Johnny ist primär sehr ängstlich und meiner Meinung nach nicht so gut sozialisiert. Er liebt mich und meine beiden Töchter (14 und 11 J.) abgöttisch, ist uns gegenüber auch sehr verschmust und verspielt, vor meinem Mann hat er trotz über einem Jahr Zusammenleben, panische Angst. Freunde der Kinder kann er nach kurzer Zeit gut akzeptieren. Aber vor fremden Erwachsenen (auch Familie) rennt er panisch weg. Das Schlimmste aber ist, dass sich die beiden Kater untereinander nicht sonderlich mögen. Alfred faucht oder knurrt Johnny oft an wenn sich ihre Wege kreuzen. Johnny fängt dann meist an ihn zu jagen. Oft lauert Johnny Alfred auch auf. Richtig schlimm verletzt haben sie sich nie. Höchstens mal ein Kratzer auf der Nase. Allerdings schaut sich Alfred oft nervös und unentspannt um. Beim Fressen gibt es keine Probleme, da verstehen sie sich.
Im Juni diesen Jahres wurde Alfred sehr krank. Er wäre fast verstorben. Seine Blutwerte waren extrem schlecht, Anämie unklarer Genese (vermutlich autoimmunbedingt). Tagelang wurde er in einer Tierklinik behandelt, bekam 3 Bluttransfusionen, viele Wochen Antibiotika, bis heute muss er Cortison und Immunsuppressiva bekommen. Er hat sich von den Werten her völlig stabilisiert, Gott sei Dank. Ich habe Angst, dass die Ganze Erkrankung durch den Stress mit Johnny hervorgerufen wurde.
Ich war bereits bei einer TÄ die viel mit Homöopathie arbeitet (vor der Erkrankung), was leider nicht viel geholfen hat. Feliway blieb auch ohne Erfolg.
Ich möchte noch ein bisschen was zu Johnny erzählen. Er ist sehr auf mich fixiert. Ich würde ihn Alfred gegenüber als eher dominant bezeichnen wobei ich mir da nicht so sicher bin. Er ist auch sehr verspielt und manchmal denke ich, er möchte nur mit Alfred spielen, nur hat der da überhaupt keinen Bock drauf. Außerdem markiert Johnny regelmäßig im Haus (zum Glück meist „nur“ im Keller). Es sind 3 Toiletten vorhanden. Außerdem können die beiden jederzeit durch eine Katzenklappe rein und raus (was Alfred direkt verstanden hat, hat bei Johnny über 1 Jahr gedauert > Katzenklappe).
Es nervt einfach, fast täglich eine Pfütze wegzuputzen.
Alfred schläft mittlerweile nachts im verschlossenen Badezimmer (dahin geht er abends schon freiwillig), damit er zumindest nachts Ruhe vor Johnny hat. Tags bin ich meist zuhause (mache nur Nachtdienst) und habe die beiden im Blick und kann eingreifen (3 Punkte Regel). Nun wollen wir aber über Weihnachten zu meinen Eltern fahren (über 300km Entfernung) und es graut mit jetzt schon davor da ich weiß, dass hier wahrscheinlich immer mal wieder die Fetzen fliegen.
Kann mir jemand vielleicht Tipps geben, dass Zusammenleben zu verbessern?!? Ich habe in den letzten Tagen mit Klickertraining angefangen, habe von der 3 Punkte Regel gelesen und setze diese ein.
Ich habe schon so oft mit dem Gedanken gespielt, Johnny wieder ins TH zu geben aber da er so ein Schisser ist, und auch das Problem mit dem markieren hat, würde er woanders nicht glücklich werden da er wahrscheinlich wieder direkt zurückgebracht werden würde. Ich hänge ja auch an ihm. Und die Kinder. Und er an uns. Ich bringe es nicht übers Herz.
Kann mir jemand wertvolle Tipps geben??? Ich bin ziemlich verzweifelt.
LG Conny
 
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bootsmann67

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Guten Morgen!
Anscheinend hast du so eine aehnliche Konstellation wie wir hier:
Zu Chelsea und Paul haben wir ja im Januar noch Baloo geholt.
Da Paul auch ein sehr verspielter Kater ist, hatten wir an einen Raufkumpanen fuer Paul gedacht.

Nun ist Baloo super sozialisiert, mit raufen hat er es allerdings ueberhaupt nicht.

So entsteht dann hier natuerlich auch immer mal wieder dieses Missverstaendnis unter den Katern:
Paul lauert oder schleicht sich an Baloo ran, um eine zuenftige, verspielte Keilerei anzuzetteln. Baloo fuehlt sich bedroht, faucht oder schreit "wie am Spiess" - voll die Drama Queen :) (im unseren Thread in meiner Signatur gibt es ein Video dazu)

Wie wahrscheinlich auch noch Andere antworten werden, steckt die Loesung vermutlich in einem 3. Kater.

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Charaktere und Beduerfnisse deiner Beiden, koennte man damit vermutlich eine Loesung herbeifuehren.
Wenn Johnny einen Kumpel hat, mit dem er (Kater-Like) ueber den Boden kullern kann und spielerisch raufen, ist Johnny ausgelastet und gleichzeitig ist Alfred ENTLASTET. Vermutlich hoert dann auch die Wild-/Stresspinkelei auf....

Trotzdem sollte man Alfred nochmals untersuchen lassen, ob die Pinkelei keine medizinische Ursache hat.

Olaf - der jetzt zur Arbeit muss und hofft das jemand anderes einen Hinweis auf das "Unsauberkeits-Formular" gibt.
 
Poldi

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Grinch2112

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Für mich hört sich das sehr stark nach Mobbing an. Das passiert öfter Mal, wenn ein Tier krank ist. Wahrscheinlich hatte dein Alfred das vorher schon, es machte sich aber erst jetzt bemerkbar, da Katzen ihre Schmerzen und ihr Leiden ja nicht zeigen.

Wenn es tatsächlich Mobbing ist, dann solltest du anfangen gut zu beobachten. Denn das fängt oft schon beim Starren an. FeliWay Friends wäre hilfreich. FeliWay bewirkt keine Wunder. Es wirkt nur unterstützend, aber genau das würde ich ausnutzen und FeliWay Friends Stecker besorgen. Sobald diese ausreichend verteilt sind, das kommt auf die Quadratmeter eures Zuhauses an, dann solltest du anfangen Johnny zu ermahnen, sobald er anfängt Alfred an zu starren. Denn da fängt das Mobbing an und geht dann weiter in hinter her jagen und in die Enge treiben.
Bei uns haben wir es so gemacht, dass wenn der Mobbende anfing die Gemobbte anzustarren, dass wir ihn mit einem festen, bestimmenden Ausruf seines Namens ermahnt haben, wenn er nicht sofort reagierte nochmal, wenn er dann nicht reagierte sind wir aufgestanden, dann hörte er immer auf und haute ab.
Wenn man das Mobbing schon dort wo es anfängt unterbindet, dann geht es erst gar nicht weiter.
Und ansonsten solltet ihr evtl mal Clickertraining beginnen mit beiden. Das lastet sie Kopftechnisch aus und unterbindet das Mobbing möglicherweise auch noch zusätzlich und es stärkt eure Bindung.

Edit: das du schon Clickertraining machst hatte ich überlesen. Sorry.
 
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GroCha

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Ich habe dieselbe Vermutung wie Olaf.
Für mich liest sich das nach Unterforderung und Spielaufforderungen. Weniger nach Mobbing.
Johnny lauert von der Beschreibung her in Spielmanier und Alfred kann oder will dem nicht nachkommen.

Wir hatten hier die softere Variante dieses Problems. Unser Kater is allerdings ein Musterbeispiel eines Mädchenkaters. Er will also nicht raufen, sondern wie die Mädels fangen spielen.
Deswegen hat er auch letztes Jahr ne Freundin bekommen und keinen Freund.
Das Problem war, dass Irmi aber auch genervt von seinen Spielaufforderungen ist. Das artete dann auch in lautem kreischen, fauchen und knurren aus.
Charles will ihr nichts tun, „der will nur spielen“ ;)
Bei uns hat dann die berühmte dritte Katze den Wendepunkt gebracht. Malika is genau auf Charles Wellenlänge und es hat sich tatsächlich alles gefügt, wie wir es uns wünschten: Charles hat endlich wen zum spielen, geht Irmi weniger aufn Keks und alles ist viiiel entspannter.
Irmi is ein Scheuchen. Sprich: von der Straße und ohne Menschenkontakt aufgewachsen.
Seit Malika hier wohnt, macht sie riesige Fortschritte auch mit uns Menschen. Nach 20 Monaten darf ich meine Katze jetzt sogar anfassen!
Das wäre noch vor zwei Monaten absolut undenkbar gewesen. Sie traut sich mehr raus. Hat sogar viel engeren Kontakt zu Charles. Die beiden anderen Katzen nerven sie zwar beide, wenn sie den Kontakt zu ihr suchen, aber sie schnuppert jetzt immerhin mal gelegentlich an den anderen Fell-Hinterteilen.

Lange Rede kurzer Sinn: ist Johnny unausgelastet, wäre ein Raufkumpel für ihn evtl. eine Lösung. EVENTUELL. Eine dritte Katze muss gut ausgewählt werden und es gibt nie eine Garantie.
Probier mal, Johnny so richtig auszupowern. Das könnte einen Anhaltspunkt geben, ob es daran liegt. Wenn er richtig platt gespielt wird und er dann weniger Interesse an Alfred hat, is das ein Hinweis.
Wie sieht’s aus mit Fummelbrettern? Mag er sowas?

Zu der Mobbing-Theorie: wie sieht es denn mit Klogang aus? Kann Alfred in Ruhe aufs Klo?
Wo schlafen die beiden? Hat Alfred Plätze an denen er safe is?
Lauert Johnny nur auf ihn, wenn er sich bewegt oder isser immer hinter Alfred her?
Fressen hast Du geschrieben, klappt mit den beiden. Das is ja immerhin was :)
 
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connyo

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Vielen Dank schonmal für die zahlreichen Antworten!
GroCha: Also Klogänge erledigt Alfred selten auf den beiden Toiletten im Keller, da geht Johnny abwechselnd drauf und ich erlebe Alfred sehr selten darauf. Er kann auch superlange einhalten hab ich das Gefühl. Er bekommt nachts ein Katzenklo ins Bad gestellt wo er ja auch sicher schlafen kann da die Tür zu ist. Das Klo nutzt er öfter mal. Sonst geht er wohl draußen. Das kann ich nicht nachvollziehen.
Sichere Schlafplätze hat er im Bad, klar, tagsüber liegt er gerne auf dem Esszimmerstuhl. Dort ist er relativ sicher wobei er auch da schon von Johnny aufgescheucht wurde. Aber das ist eher die Ausnahme.
Meist lauert Johnny Alfred auf wenn er sich bewegt. Mir macht es auch eher den Eindruck, als wolle er spielen. Johnny ist wahnsinnig ausdauernd was das Spielen betrifft. Und da ich ehrlich gesagt nicht stundenlang mit ihm spielen kann, ist er in dieser Hinsicht vielleicht wirklich Unterfordert. Anfangs hat er sogar Papierbällchen apportiert.
An eine Drittkatze die zu Johnny passt, habe ich auch schon gedacht aber das scheitert wohl an meinem Mann. Da ist er dagegen.
Aber eure Tipps geben mir Mut, es weiter zu versuchen. Vielen Dank!
 
GroCha

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Das Problem mit dem sturen Dreibein kenne ich nur zu gut!!!
Ich hab fast ein Jahr gebraucht bis mein Mann endlich geschnallt hat, dass ich keine dritte Katze will sondern wir eine dritte Katze brauchen.

Malika is seit Anfang Oktober hier... mittlerweile vertritt mein Mann die Ansicht, dass es „eine gute Entscheidung war, Malika zu holen“. FAST wär ihm „von uns“ rausgerutscht...
Hätte es nicht die gewünschte Harmonie gebracht, hätte ich’s natürlich verbockt - aber das kennen wir ja ;)
Jetzt isser voll happy mit unseren drei süßen Schätzen und am meisten freut ihn, dass er ne überglückliche Ehefrau hat und besonders eine nicht mehr „dritte Katze“ jammernde Ehefrau :D

Womit ich ihn übrigens letztendlich überzeugt hab, war das Wort „Pflegekatze“. Hab ihm erklärt, wir geben nem armen Seelchen erstmal ein Zuhause, sie bleibt aber in der Vermittlung und wird weiter vermittelt, wenn es net klappt. Wenn’s aber klappt, bleibt sie einfach da. Fertig.

Ich muss aber dazu sagen, dass wir mit Malika ausgesprochen großes Glück hatten!
Entgegen der Faustregel „selbes Geschlecht, ähnliches Alter“ passt bei uns einzig der Charakter. Der Charakter muss echt passen!
Bei Euch also ein Kater, der gern mal rauft, aber die Grenzen von anderen akzeptiert und dennoch durchsetzungsfähig is, wenn er mal keinen Bock hat.
 
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aminas

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habe noch ergänzende Ideen, da ich hier auch so eine Kombi habe.
Wenn das Bad als sicherer Ort für Alfred ist, wäre das als dauerhafter Rückzugsort eine Idee? Wir haben hier einen Raum mit zusätzlicher Chipklappe, in die dann nur eine Katze reinkann. Dort hat sie dann ihre Ruhe vor der anderen Katze und auch vor dem Trubel des Haushalts. Das hat hier sehr entlastet.

Geht Jonny denn viel raus? Bei uns hat Freigang die Sache auch sehr entspannt, da unser "Mobber" nun viiel Zeit draussen verbringt und weniger die Katze drin nervt.

Wegen Spielen und Unterforderung, mit was und wie spielt ihr denn? Ich hab hier inzwischen einen Petpointer und eine 2m Katzenangel aus Draht. Damit kann ich die Katzen in kurzer Zeit sehr stark auspowern, da ich viel schneller bin als sie ohne dass ich mich mega bewegen muss. Damit spiele ich zb abends zwei bs drei mal eine viertelstunde und sie sind platt (und unser Kater ist sehr ausdauernd bei anderem Spielzeug).
 
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connyo

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Da habe ich auch schon daran gedacht eine Chipklappe in die Badtür zu bauen. Aber mein Mann macht das nicht mit. Das ist ein bisschen schwierig mit ihm. Er hätte am liebsten eine Katze, die sich lautlos und unsichtbar verhält. Er mag Katzen ja schon, besonders Alfred. Aber ich hab in seinen Augen Zuviel Getue mit den beiden. Na egal. Diesen Punkt kann ich leider auch nicht umsetzen.

Johnny geht zwar raus aber nicht übermäßig viel. Bei dem Wetter momentan fast gar nicht. Alfred ist öfter draußen. Somit ist allemal genug Energie in den beiden.

Ich dachte immer, so ein Pointer sei frustrierend für Katzen da sie ja nicht wirklich ein Erfolgserlebnis haben. Aber vielleicht wäre es für Johnny doch etwas.

Ich versuche es jetzt erstmal konsequent mit der 3 Punkt Regel und werde weiter Klickern (wie oft macht man das am Tag?). Und dann hoffe ich, dass sich die beiden, wenn wir über Weihnachten weg sind, irgendwie zusammenreißen. Irgendwann möchte ich auch gerne mal wieder in den Urlaub oder spontan mal ein paar Tage weg.

Dank‘ euch für eure Hilfe und bin weiterhin für Ratschläge und Tipps offen.
 

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