Scheue Katze, Fortschritte bleiben aus

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Luckilein

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Hallo Leute, habe ja schon vor einiger Zeit von meiner scheuen kleinen berichtet. Nachdem meine beiden jetzt ja erfolgreich die Giardien überstanden hatten, habe ich gehofft ihre Panik würde sich langsam mal legen. Aber Pustekuchen, wenn ich den Raum betrete dann flieht sie vor mir als würde ich sie mit der Kreissäge verfolgen. Manchmal nehme ich das so hin, aber an Tagen wie heute regt es mich einfach nur auf, dass sie nach Monaten in denen ich mich so um sie bemühe und ihr ja wirklich auch ihren Freiraum lasse immer noch davonrennt als würde ich ihr nach dem Leben trachten.
Dabei hatten wir schon Fortschritte, durfte 30 cm neben ihr auf der Couch sitzen, einmal durfte ich sie sogar kurz anfassen (ok, was heißt dürfen, sie hat gepennt) und ich durfte mich auch teilweise schon etwas nähern. Aber in den letzten Tagen ist sie wieder völlig verängstigt und ich habe keine Ahnung warum.

Was mach ich denn mit der Maus noch? Alles spielen bringt nicht wirklich was, sie hat ihre kurzen Momente wo sie dann sogar mal nach meinen Fingern angelt, aber 10 min später bin ich dann wieder die bitterböse Kettensägenfrau. Besonders morgens ist es immer so als hätte sie mich noch niemals vorher gesehen.

Und es stinkt ihr ja ganz offensichtlich wenn Klein-Kater auf meinem Schoss hockt und sich streicheln lässt, da kuckt sie immer rüber und ihre Beine zucken. Man merkt wie sie überlegt ob sie jetzt kommen soll oder nicht, entscheidet sich aber immer dagegen.

Aktuell kriegt sie Globoli zur Beruhigung, hat aber leider noch ned wirklich angeschlagen. Ich weiß, Geduld, Geduld, Geduld, aber ich muss mir des jetzt kurz von der Seele schreiben weil man sich einfach manchmal mies fühlt wenn man sich anstrengt wie blöde und es kommt einfach nicht an.

Ich hoffe so sehr dass die kleine Süsse es irgendwann mal kapiert dass sie sich hier vor nichts fürchten muss. War ein paarmal schon kurz davor sie Zwangszukuscheln. Manchmal denk ich echt es wär besser ich zeig ihr einfach dass nichts passiert wenn ich sie packe, dann Leckerlie geben und wieder loslassen. Aber ich hab Angst sie noch mehr zu verstören.

Was meint ihr dazu? LG
 
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seven

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Hallo Luckilein,

also ich würde nicht zwangskuscheln, aber einfach weiter dranbleiben. Wie lange ist sie denn schon bei dir?

Um dir ein bisschen Mut zu machen erzähle ich dir von meinen Erfolgen. Ich habe auch zwei ziemlich scheue Katzen aus dem Tierheim geholt. Die sind jetzt seit 1 1/2 Jahren bei uns und ich bemerke immernoch, wie das Vertrauen schrittweise wächst. Oft sind das so kleine Schritte, dass ich es im Alltag gar nicht wirklich merke. Beide genießen es nun schon lange, gestreichelt zu werden. Aber heute hat sich Fee zum ersten Mal schnurrend auf meinem Schoß zusammengerollt!

Meine Uschi ist auch so ein wahnsinniges Angsthäschen und das hat sich in all der Zeit nicht komplett gelegt. Es gibt immernoch Momente, in denen sie vor mir erschrickt und davonläuft als ob ich die Kettensägenfrau wäre :D
Und doch merke ich, wie ihr Vertrauen insgesamt wächst.

Sorry für den langen Text, was ich eigentlich sagen möchte: Bleib dran, es lohnt sich!
 
bluesue71

bluesue71

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Nach meinem ganz oberflächlichen Eindruck bemühst Dich zu sehr um ihre Zuneigung, strengst Dich viel zu viel an. Das spürt sie. Wie beim Menschen, den man mit seiner Zuneigung verfolgt, löst das das Gegenteil aus. Entspann Dich. Versorg sie gut, zeig ihr, dass Du sie magst und willst, dass es ihr gut geht, aber hör auf, um ihre Nähe und Aufmerksamkeit zu buhlen. Sie spürt Dein Angestrengtsein und das stresst sie.. Katzen sind hochsensibel. Sie hat irgendwelche Gründe für ihr Verhalten, das wir nicht verstehen können. Für mich klingt es, als ob sie eine Konstante braucht, um zu vertrauen. Und Du bist nur theoretisch konstant, Du sitzt zappelig in der Warteschleife ;-) Du tust alles für sie, schon lange.. und Du möchtest so gerne jetzt mal die Früchte ernten.. Ist verständlich, aber führt nicht zum Ziel. Da hilft nur eine andere Betrachtungsweise und ein entspannter Umgang mit der Situation.
Katzen wollen von selber kommen - irgendwann. Und wann, das muss Katze entscheiden. Lass ihr Freiraum. Wenn sie das so möchte, dann lass sie scheu neben Dir herleben, bis sie es anders haben will. Auch wenn es 3 Jahre dauert! Sie wirds Dir irgendwann danken und dem Ausdruck verleihen. Dann, wenn Du gar nicht mehr damit rechnest ;-) Sei präsent, sorge für sie.. aber leb Dein ganz normales Leben. An dem sie teilhaben darf, aber nicht muss. Du und Katzi, ihr müsst beide relaxt miteinander oder nebeneinander her leben können. Sonst wird das nix! Ich glaube übrigens nicht, dass es 3 Jahre dauert ;-)
 
C

Conny87

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Ich erzähle mal von meinem Hörnchen, weil sie auch eine sehr scheue Katze war.
Als sie zusammen mit unserem Kater hier eingezogen ist, hab ich sie erstmal eine Woche nicht gesehen, weil sie sich versteckt hat. Nur ganz langsam ist sie rausgekommen.
Nachdem ich sie 4 Monate lang "nur" gefüttert habe, hat sie sich das erste Mal von mir streicheln lassen. Wichtig war (natürlich ist das jetzt nur meine Erfahrung), dass ich sie nie irgendwie hoch genommen, festgehalten oder sonst wie bedrängt hab. Sie ist halt, wie sie ist.

Von da an ging es langsam Berg auf. Sie ist NIE zu mir kuscheln gekommen, aber wenn sie im anderen Zimmer lag und ich zu ihr rübergangen bin und sie gestreichelt hab, dann hat sie sich gefreut. Sie wollte nicht ankommen, aber das ich zu ihr gegangen bin und sie gestreichelt hab, dass mochte sie.

So ging das fast ein Jahr. Nach einem Jahr rund, ist sie das erste Mal von sich aus zu mir gekommen und wollte gestreichelt werden. Nichts mit auf den Schoss springen, aber schon alleine, dass sie um mein Bein gestreift hatte, fand ich fantastisch :pink-heart:.

Nach 1 1/2 Jahre ist sie das erste Mal zu mir aufs Bett gekommen. Sie hat sich hingelegt und ist fast sofort wieder aufgesprungen. Das wurde von mal zu mal besser, bis sie sich irgendwann (nach knapp 2 Jahren) so "fallen lassen" konnte, dass sie mir ihr Bäuchlein gezeigt hat.

Das hat unglaublich viel Geduld gebraucht. Ich hab ihr angemerkt, dass sie eigentlich gerne wollte, aber es einfach nicht konnte, weil sie sich nicht getraut hatte. Ich war nie genervt oder so, sondern sie tat mir immer leid, dass sie nicht so konnte, wie sie wollte. Vielleicht ist das bei deiner Katze auch so?

Aber weißt du was? Die Tatsache, dass diese unglaublich schüchterne, zurückhaltende Katze freiwillig zu mir gekommen ist (wenn auch nach langer Zeit), weil sie mir endlich vertrauen konnte, war das schönste, beste und überwältigenste Erlebnis für mich. Weil so was (zumindestens war das immer mein Eindruck) muss man sich verdienen und ich denke, ich hab mir das auch verdient. Man kann sich noch so sehr um die Zuneigung einer Katze bemühen, im Endeffekt entscheidet sie, wann sie wem vertraut.

Was ich damit sagen will:
Sei einfach geduldiger. Ob sie nun dieses Jahr oder nächstes Jahr das erste Mal kommt, was spielt das für eine Rolle? Sie ist halt, wie sie ist. Lass sie machen und beobachte sie und reagiere nur auf ihre Signale, ohne was von ihr zu wollen oder zu erwarten. Es ist schön, dass du dich bemühst, aber du kannst es eben nicht erzwingen. Sie muss selbst lernen, dass sie dir Vertrauen kannst. Das Einzige, was du machen kannst, ist für sie da zu sein, wenn sie endlich anfängt dir zu Vertrauen und du geduldig mit ihr bist. Aber glaub mir: Es lohnt sich :).
 
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So, ich gleich nochmal :)

Was bluesue zur Erwartunghaltung schreibt, kann ich nur unterstützen. Da Fee sich im Tierheim in 5 Monaten gar nicht hat anfassen lassen, habe ich immer gedacht: Kann sein das ändert sich noch und wenn nicht, dann habe ich eben eine Katze, die ich beobachten kann. Und da ich sie wunderschön finde, ist es halt eine "Dekokatze" ;)

Mit dranbleiben, meinte ich jetzt auch nicht verbissen um Körperkontakt ringen, sondern sich weiter um ihr Vertrauen bemühen. Zum Beispiel in dem du halt nicht versuchst, zwangszukuscheln. Aber mit Leckerlis bestechen, lohnt sich bestimmt. :D
 
Catyra

Catyra

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Ich möchte nur kurz sagen, dass ich hier bei der sehr scheuen Maus in der Anfangszeit auch nur Erfolge durch konsequentes Ignorieren verzeichenen konnte. Du hast ja zum Glück noch eine zutrauliche Katze, wie du schreibst.. ;) Lass sie einfach im Alltag mitlaufen und versorg sie gut. Das wars. Irgendwann wird sie dann von selbst kommen. Gylfie mag es heute noch nicht, wenn ich von mir aus ankomme, um sie zu streicheln. Wenn sie allerdings selbst ankommt, schnurrt sie wie verrückt und genießt es, bis sie keine Lust mehr hat und wieder verschwindet. :)
Weiterhin gute Nerven :oops:
 
M

marieplus2

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Ich habe meine 1jährige aus schlechter/gleichgültiger Haltung und bin wahrscheinlich die 3. ( und letzte!!!) Station in ihrem Leben.
Sie war nicht wirklich richtig scheu, aber sie tut sich sehr schwer mit dem Vertrauen. Seit 2 Monaten ist sie bei mir und alle paar Tage könnte ich vor Glück heulen( und tu´s teils auch) wenn wieder eine kleine Geste des Vertrauens kommt.

Dräng sie nicht, aber bezieh sie mit ein indem du einfach mit ihr spricht.
Und wenn du wirklich das Gefühl hast sie ist etwas neidisch auf den Kater wenn er kuscheln kommt, halt ihr die Hand hin, biete sie ihr einfach an..irgendwann klappt es bestimmt.

Entspann dich! Hab Geduld! Es lohnt sich so sehr!

LG
 
Doodele

Doodele

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Was für Globuli - wofür/wogegen?

Du hast sie gestreichelt während sie geschlafen hat - also quasi ohne Zustimmung.
Fang vorsichtig von vorne an mit Blickkontakt - blinzeln - wegsehen. Gähn sie auch mal an wenn sie in den Raum kommt.
Lass mal leise klassische Klaviermusik laufen.
Vertrauen braucht seine Zeit bei Katzen - bei dem/der einem/einen schneller oder langsamer.
 
Blume Anna

Blume Anna

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  • #10
Hat sie noch ihren eigenen Raum? Ich würde einfach jeden Tag ein getragenes T-shirt von Dir auf dem Sofa liegen lassen.... etwas was sie anschnuppern kann, wenn sie alleine ist und sich unbeobachtet fühlt.
Ich wünsche Dir viel Geduld.:)
 

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