Fundkatze-wie verhalten?

Bea

Bea

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Hallo,

nicht alles wissen wie sich bei einer Fundkatze verhalten sollten/müssen.

Es gibt einmal die rein rechtlichen Aspekt, dann aber auch die moralischen Aspekte.

Hier alle Dinge im Detail aufzuführen wäre zu aufwendig. Sehr gute und ausführliche Tipps zum Thema Fundkatzen gibt es hier:

http://www.tierschutzverzeichnis.de/su/ts_tipps_katze_zugelaufen.html

Nochmal extra zu den rechtlichen Aspekten möchte ich hervorheben:

Die 6-monatige Frist fängt ab dem Zeitpunkt an zu laufen, ab dem das Tier ordnungsgemäß als Fundtier gemeldet wurde.
Für gewöhnlich ist dies das Fundbüro der entsprechenden Gemeinde.
ACHTUNG: Nicht überall reicht eine Fundmeldung bei dem örtlichen Tierschutzverein zur gesetzlichen Absicherung aus!
Es kommt darauf an, ob das zuständige Fundbüro alle Rechte und Pflichten welche die Fundtiere betreffen vertraglich auf den ortsansässigen Tierschutzverein übertragen hat.

Diese Information habe ich von der KHWW auf Nachfrage erhalten. Die KHWW hat zum Beispiel keinen Vertrag mit einer Behörde und eine Fundmeldung nur an die Katzenhilfe würde in diesem Fall nicht ausreichen.
Also bitte sicherheitshalber ganz genau nachfragen , bzw. gleich eine Meldung an das örtliche Fundbüro machen.(Die Gemeinden nehmen übrigens auch "Vermisstenmeldungen" auf, bei unserer Gemeinde habe ich das bezüglich Sonny gemacht).

Eine Fundmeldung an das örtliche Fundbüro könnte so aussehen (Zitat aus der Antwort von der KHWW):

"Nach § 965 BGB ff. melden wir nachstehendes Fundtier. Das Tier ist derzeit bei uns artgerecht untergebracht und wird betreut. Anfallende Fütterungs-, Tierarzt- u. Kastrationskosten f. d. Aufbewahrungszeit von 6 Monaten (nach § 973 BGB) werden von uns in Rechnung gestellt (§ 2, § 3 Nr. 3, § 6 Nr. 5 TierSchG). Dann kommt Beschreibung d. Tieres etc.
Es wird Anspruch
- auf Eigentumserwerb erhoben (§ 973 BGB )
- auf Finderlohn geltend gemacht
- ein Aufwendungsersatz geltend gemacht (§§ 970, 971 BGB)

Wir bitten Sie, uns die Fundanzeige zu bestätigen."

Dies erstmal zur rein rechtlichen Seite bezüglich Fundkatzen.

Bei dem o.g. Link gibt es viele gute Tipps was ihr sonst noch tun könnt/solltet,um einen etwaigen Besitzer zu finden.

Bitte stellt Fundtiere, auch tot aufgefundene Katzen, wenn irgendmöglich mit Bild auch auf folgenden Seiten rein:

www.katzensuchdienst.de und www.tierschutzverzeichnis.de

Bitte, geht niemals sofort davon aus, das eine Katze ausgesetzt oder ohne Besitzer ist nur weil sie abgemagert, verzeckt, verfloht usw. ist.
Bedenkt, die Maus könnte auch schon länger unterwegs sein.

Zu dem Thema gechipt und/oder tätowiert und nicht registriert:

1.Nicht alle Katzen sind bei Tasso registiert, so einige Tiere sind auch "nur" beim deutschen Tierschutzbund registriert.

2. Bei einer gechipten, jedoch nicht registrierten Katze ist es so gut wie unmöglich über die Chipnummer einen Besitzer zu finden.

3. Bei einer tätowierten und nicht registrierten Katze ( evtl. ist auch das Tätoo nicht mehr gut lesbar), bitte nicht nur einmal bei Tasso anrufen.
Bei Tasso sitzen auch nur Menschen, manche sind neu und/oder kommen mit dem Programm nicht so gut zurecht. Bei Tasso wird im Schichtdienst gearbeitet. Zu einer anderen Zeit "erwischt" man dann vielleicht einen fixeren Mitarbeiter.
Tasso-Mitarbeiter können auch anhand des Tätoos evtl. den tätowierenden TA nennen.
Manche Besitzer melden ihre Tiere leider auch erst später bei Tasso als vermisst.
Bei Tasso sind auch nicht gekennzeichnete Tiere registriert.
Bitte bei Tasso anrufen - keine Mails. Mit den Mails tut sich Tasso schwer.

Selbst wenn Tasso nicht weiterhelfen kann: mit vielen Tätoos kann man doch noch den Besitzer finden.
Das Tiere nicht registriert wurden, liegt leider häufig an schlechter Information, viele denken der TA würde die Registrierung automatisch machen.
Es gibt leider auch genügend Besitzer, die bei einem Chip davon ausgehen, das beim einlesen die Halterdaten abzulesen sind.
Dies hat mit mangelnder Information, nicht mit mangelnder Liebe zu dem Tier zu tun.

Wieviel ein Finder macht um einen evtl. Besitzer zu finden liegt im Ermessen jedes Einzelnen.
Eine Überlegung sollte dabei jedoch sein: Was würde ICH mir von einem Finder wünschen, wenn MEIN Tier vermisst wird.

Da nicht alles so einfach ist wie es manchmal scheint, kurz meine Beweggründe weshalb ich mich so für die Fundtiergeschichte einsetze:

Unsere Sonny ist tätowiert und registriert. Ebenso als vermisst gemeldet.
Die Tätowierung ist nicht mehr gut lesbar. Ein Finder der "nur" (wenn überhaupt) bei Tasso angerufen hat, kann sehr gut die Auskunft bekommen haben: nicht registriert.:(
Ich habe hier genau die Situation hier bei einem Fundkater erlebt. Nur eine Ziffer schien falsch. Bei Tasso hieß es nicht registriert. Wir haben dann mit rumprobieren über TÄe den Besitzer gefunden. Der Kater war sehr wohl bei Tasso registriert.:eek:
 
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NellasMiriel

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Tolle Idee!
lg Heidi
 
Bea

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Aus aktuellem Anlass noch eine Ergänzung:

1. Fundkatzen nicht nur bei einem , nächstgelegenen, TH melden.
Gibt es mehrere TSV vor Ort, sollte das Fundtier bei jedem TH gesondert ge-
meldet werden! Es sollte nicht davon ausgegangen werden, dass ein TH/TSV die Fundmeldung an die weiteren TSV weitergibt.

2. Fundmeldung an TASSO nur telefonisch, eine direkte Nachfrage, machen.
Tasso bekommt täglich sehr viele Vermissten- und Fundmeldungen, da scheinen Mails leider etwas unterzugehen.
 
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Melli77

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Das finde ich mal eine gute Idee.
 
Barbarossa

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Aus aktuellem Anlass noch eine Ergänzung:

1. Fundkatzen nicht nur bei einem , nächstgelegenen, TH melden.
Gibt es mehrere TSV vor Ort, sollte das Fundtier bei jedem TH gesondert ge-
meldet werden! Es sollte nicht davon ausgegangen werden, dass ein TH/TSV die Fundmeldung an die weiteren TSV weitergibt.

Richtig. Das ist ganz wichtig! In Frankfurt z. B. wird nicht miteinander gearbeitet. Zwei der drei großen Vereine haben feste, innerstädtische Grenzen. Wenn eine Katze 200 Meter nach dieser aufgegriffen wird, heißt es schon "da sind wir nicht mehr zuständig!". Als ob Katzen sich über idiotische, menschliche Bürokratie Gedanken machen :mad:! Zum Glück habe ich keine Probleme, mein Gegenüber auch richtig anzuherrschen, so dass auch beim denkfaulsten "Tierschützer" der Groschen fällt. Also niemals abwimmeln lassen, wie es gerne gemacht wird, sondern im Interesse des Fundtieres und deren Besitzer auf Aufnahme in die Vermisstendatei bestehen!
 
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Bea

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Fundsachen, dazu zählen auch Fundtiere, und die Gesetzeslage laut BGB:

§ 965
Anzeigepflicht des Finders


(1) Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, hat dem Verlierer oder dem Eigentümer oder einem sonstigen Empfangsberechtigten unverzüglich Anzeige zu machen.

(2) Kennt der Finder die Empfangsberechtigten nicht oder ist ihm ihr Aufenthalt unbekannt, so hat er den Fund und die Umstände, welche für die Ermittlung der Empfangsberechtigten erheblich sein können, unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen. Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so bedarf es der Anzeige nicht.

§ 966
Verwahrungspflicht


(1) Der Finder ist zur Verwahrung der Sache verpflichtet.

(2) Ist der Verderb der Sache zu besorgen oder ist die Aufbewahrung mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden, so hat der Finder die Sache öffentlich versteigern zu lassen. Vor der Versteigerung ist der zuständigen Behörde Anzeige zu machen. Der Erlös tritt an die Stelle der Sache.

§ 967
Ablieferungspflicht


Der Finder ist berechtigt und auf Anordnung der zuständigen Behörde verpflichtet, die Sache oder den Versteigerungserlös an die zuständige Behörde abzuliefern.

§ 970
Ersatz von Aufwendungen


Macht der Finder zum Zwecke der Verwahrung oder Erhaltung der Sache oder zum Zwecke der Ermittlung eines Empfangsberechtigten Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so kann er von dem Empfangsberechtigten Ersatz verlangen.


§ 971
Finderlohn


(1) Der Finder kann von dem Empfangsberechtigten einen Finderlohn verlangen. Der Finderlohn beträgt von dem Werte der Sache bis zu 500 Euro fünf vom Hundert, von dem Mehrwert drei vom Hundert, bei Tieren drei vom Hundert. Hat die Sache nur für den Empfangsberechtigten einen Wert, so ist der Finderlohn nach billigem Ermessen zu bestimmen.

(2) Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der Finder die Anzeigepflicht verletzt oder den Fund auf Nachfrage verheimlicht.


§ 973
Eigentumserwerb des Finders


(1) Mit dem Ablauf von sechs Monaten nach der Anzeige des Fundes bei der zuständigen Behörde erwirbt der Finder das Eigentum an der Sache, es sei denn, dass vorher ein Empfangsberechtigter dem Finder bekannt geworden ist oder sein Recht bei der zuständigen Behörde angemeldet hat. Mit dem Erwerb des Eigentums erlöschen die sonstigen Rechte an der Sache.

(2) Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so beginnt die sechsmonatige Frist mit dem Fund. Der Finder erwirbt das Eigentum nicht, wenn er den Fund auf Nachfrage verheimlicht. Die Anmeldung eines Rechts bei der zuständigen Behörde steht dem Erwerb des Eigentums nicht entgegen.

§ 975
Rechte des Finders nach Ablieferung


Durch die Ablieferung der Sache oder des Versteigerungserlöses an die zuständige Behörde werden die Rechte des Finders nicht berührt. Lässt die zuständige Behörde die Sache versteigern, so tritt der Erlös an die Stelle der Sache. Die zuständige Behörde darf die Sache oder den Erlös nur mit Zustimmung des Finders einem Empfangsberechtigten herausgeben.
 
Huntresss

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NAja, was mache ich denn wenn hier ein halbverhungertes etwas schon länger rumstreunt, und einfach kein Bild machbar ist :mad:.. Sobald ich auf dem Balkon erscheine ist die Katze/ Kater verschwunden...
 
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NAja, was mache ich denn wenn hier ein halbverhungertes etwas schon länger rumstreunt, und einfach kein Bild machbar ist :mad:.. Sobald ich auf dem Balkon erscheine ist die Katze/ Kater verschwunden...

Einen eigenen Thread dazu auf? :D
 
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ich finde den thread sehr gut!
ich hatte bis jetzt das problem zwar nicht, aber gut wissen, wenn etwas ist. hab ihn direkt abonniert.


@huntress: futter hinstellen & damit ablenken? scheint ja sehr scheu zu sein.
 
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  • #10
@huntress: futter hinstellen & damit ablenken? scheint ja sehr scheu zu sein.
HAbe ich versucht, und zwar so das ich von oben ein Bild machen "könnte "!..
Wenn das Tier nicht so schreckhaft wäre *seufz*...Inzwischen habe ich das Fellchen wenigsten sowei das es nicht mehr Nachts um halb Eins kommt, sondern um 22:00 Uhr rum :rolleyes:
 
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  • #11
Wichtig!

Wichtig für alle die Fundkatzen mit schlecht lesbarer Tätowierung haben, oder evtl. im Bekanntenkreis etwas mitbekommen.

Die Datenbank von Tasso ist nicht für alle Möglichkeiten eingerichtet, leider.

Wir konnten von der Tätowierung nur die letzten 3 von insgesamt 5 Stellen lesen, und sind damit an Tasso rangetreten. Die sagten uns am Tel. das nur eine Suche nach eine vollständigen Nr. oder der ersten 3 Zeichen möglich wäre, nicht aber nach den letzten 3 Zeichen.

Dies Meldung bekam ich heute - der Kater konnte Dank Einsatz der Finder trotzdem gefunden werden.

Sind also die ersten Ziffern unlesbar, schlecht lesbar - hat Tasso keine Möglichkeit "auszuprobieren" ob irgendeine andere Ziffer evtl. stimmt.:(

Alle die tätowierte Katzen haben: schaut in die Öhrchen. Wenn einer der ersten Ziffern irgendwie auch nur ein bißchen undeutlich scheint: zusätzlich chippen lassen!
 
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Emmy

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  • #12
Danke Ihr seid klasse. So viele gute Ratschläge und Informationen.:)

Ich hoffe ja grundsätzlich noch sehr, dass der Kater hier irgendwo in der Nachbarschaft lebt und ein Abendfreigänger ist.

Aber warum will er dann unbedingt zu uns rein?

Egal, wir werden jetzt systematisch versuchen etwas herauszufinden.
Ich bekomm zu viel, wenn der arme Kerl im tiefsten Winter immer noch jede Nacht bei uns vor der Tür sitzt. Bis dahin wissen wir hoffentlich mehr!

Ich halt Euch auf dem Laufenden!
 
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  • #14
Noch gefunden:

So, wie Katzen immer wieder mal verschwinden, tauchen auch einige irgendwo auf.

Wenn jemandem eine Katze zuläuft, sollte er an die Menschen denken, die den Tiger schmerzlich vermissen. Viele Tipps, die ich für "Suchende" gesammelt habe, können natürlich auch von "Findenden" aufgegriffen werden. Also schaut bitte auch auf die Seite Katze entlaufen, wo ich diese Tipps aufführe.

Bevor Ihr eine vermutlich streunende Katze aufnehmt, versichert Euch bitte, dass sie wirklich ohne Zuhause ist. Füttert bitte keine Katzen an, die einfach nur so ein wenig rumstromern. Wartet erst mal beobachtend ab, ob sie nicht vielleicht doch ein Zuhause hat.
Rechtliche Tips findet Ihr z.B. bei Felidae unter "Fundtier - was tun?". Besonders wichtig ist übrigens, dass Ihr den Tiger bei der Polizei als Fundsache meldet. Sonst ist das Fundunterschlagung (strafbar)

Quelle: http://www.christelw.de/katzen/tierschutz/gefunden.html

Weitere Infos:

http://www.katzennothilfe.de/felidae/pinboard/gesundheitstipps/fundtier.html
 
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  • #15
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  • #16
Aus aktuellem Anlass möchte ich mich nochmal selbst zitieren :oops::
3. Bei einer tätowierten und nicht registrierten Katze ( evtl. ist auch das Tätoo nicht mehr gut lesbar), bitte nicht nur einmal bei Tasso anrufen.
Bei Tasso sitzen auch nur Menschen, manche sind neu und/oder kommen mit dem Programm nicht so gut zurecht. Bei Tasso wird im Schichtdienst gearbeitet. Zu einer anderen Zeit "erwischt" man dann vielleicht einen fixeren Mitarbeiter.
Tasso-Mitarbeiter können auch anhand des Tätoos evtl. den tätowierenden TA nennen.
Manche Besitzer melden ihre Tiere leider auch erst später bei Tasso als vermisst.
Bitte bei Tasso anrufen - keine Mails. Mit den Mails tut sich Tasso schwer.

Selbst wenn Tasso nicht weiterhelfen kann: mit vielen Tätoos kann man doch noch den Besitzer finden.

......
Ich habe hier genau die Situation hier bei einem Fundkater erlebt. Nur eine Ziffer schien falsch. Bei Tasso hieß es nicht registriert. Wir haben dann mit rumprobieren über TÄe den Besitzer gefunden. Der Kater war sehr wohl bei Tasso registriert.:eek:

Diese schwarze Fundkatze wurde beim Katzensuchdienst reingesetzt ( ganz unten, aus Frankfurt):
http://www.katzensuchdienst.de/Bundesland/Hessen05.html

Die Inserentin wurde von mir angemailt und schickte mir das vermutliche Tatoo.
Auf einer Seite waren Ziffern unklar, allerdings schien es eine der vielen PLZ von Frankfurt. Auf der anderen Seite wurde mir mit "ziemlich sicher" ein Buchstabe und vier Ziffern angegeben.
Meine Vermisstenliste gab nichts her, Tierärzte gibt es in FFM viele und zunächst passte nichts.
Dann ein vager Verdacht: das so ziemlich sichere Tatoo auf der einen Seite könnte doch falsch sein und plötzlich passte die unsichere PLZ.

Ein Anruf bei Tasso: registriert, nicht vermisst gemeldet.
Farbe passte, Wohnort und Fundort lagen mal gerade 300 mtr. voneinander entfernt.

Warum war die Katze nicht vermisst gemeldet worden?

Die Besitzer waren ziemlich erstaunt, die "Fundkatze" ist eine Freigängerin mit sehr viel Freiheitsdrang. Da sie sich öfter mal für ein paar Tage nicht blicken ließ war keine Fundmeldung aufgegeben worden.
Die Finderin wiederum bekam nicht mit das ihre "Fundkatze" wohl doch mal ab und an in ihrem Zuhause vorbeischaute, vermutete sie doch durch die Zutraulichkeit sogar eine Wohnungskatze.

Die Finderin hat eigentlich alles richtig gemacht: Tasso angerufen, im Katzensuchdienst inseriert.

Jeder kann sich jetzt so seine eigenen Szenarien ausdenken.

Fundkatzen sind eine heikle Angelegenheit und vielleicht oftmals auch eine Gradwanderung zwischen sich kümmern, oder doch lieber erstmal abwarten.

Dosis von vermissten Katzen kann ich nur raten: kontrolliert regelmäßig ob die Tätowierung noch gut und eindeutig lesbar ist.
 
Bea

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  • #17
Mir ist aufgefallen , nicht nur hier auch in anderen Foren,dass bei Fundtieren oftmals darauf hingewiesen wird auf die HP von Tasso zu schauen ob ein Tier vermisst wird.

Achtung: nichtmal die Hälfte ( ich schätze, könnte ich auch ausrechnen, ca.nur 35 %) aller als vermisst gemeldeten Katzen erscheinen auf der HP als Suchmeldung!

Selbstverständlich sollte man auf der HP nachschauen, aber zusätzlich bei Tasso anrufen (auch nicht gekennzeichnete Tiere sind bei Tasso registriert, wenn auch in geringerer Anzahl).

Nur weil ein Tier nicht auf der HP erscheint, heißt das noch lange nicht das es nicht bei Tasso als vermisst gemeldet worden ist!
 
Leila

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  • #18
§ 973
Eigentumserwerb des Finders


(1) Mit dem Ablauf von sechs Monaten nach der Anzeige des Fundes bei der zuständigen Behörde erwirbt der Finder das Eigentum an der Sache, es sei denn, dass vorher ein Empfangsberechtigter dem Finder bekannt geworden ist oder sein Recht bei der zuständigen Behörde angemeldet hat. Mit dem Erwerb des Eigentums erlöschen die sonstigen Rechte an der Sache.

(2) Ist die Sache nicht mehr als zehn Euro wert, so beginnt die sechsmonatige Frist mit dem Fund. Der Finder erwirbt das Eigentum nicht, wenn er den Fund auf Nachfrage verheimlicht. Die Anmeldung eines Rechts bei der zuständigen Behörde steht dem Erwerb des Eigentums nicht entgegen.

@ Bea Muss man die Vermißtenanzeige alle 6 Monate wiederholen?. Empfehlenswert ist es sicher, aber ist es auch zwingend notwendig, um seine Rechte zu behalten? Bezieht sich dieser Satzteil ... ein Emfangsberechtigter "... sein Recht bei der zuständigen Behörde angemeldet hat" konkret auf eine Fundmeldung, was aber, wenn der empfangsberechtigte Besitzer gar keine Kenntnis von dem Fund erlangen konnte, weil weder Benachrichtigung noch Veröffentlichung? Muss er vorsorglich alle 6 Monate sein Recht auf alle zurückliegenden und künftigen Fundkatzen anmelden, von denen eine seine sein könnte? Ich bin bis jetzt immer davon ausgegangen, dass die Sechsmonatsfrist erst mit dem Zeitpunkt beginnt, ab dem der Besitzer von dem Fund erfahren kann. Der Amtsschimmel wiehert, es könnte alles so einfach sein:alien:
 
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  • #19
@ Bea Muss man die Vermißtenanzeige alle 6 Monate wiederholen?. Empfehlenswert ist es sicher, aber ist es auch zwingend notwendig, um seine Rechte zu behalten? Bezieht sich dieser Satzteil ... ein Emfangsberechtigter "... sein Recht bei der zuständigen Behörde angemeldet hat" konkret auf eine Fundmeldung, was aber, wenn der empfangsberechtigte Besitzer gar keine Kenntnis von dem Fund erlangen konnte, weil weder Benachrichtigung noch Veröffentlichung? Muss er vorsorglich alle 6 Monate sein Recht auf alle zurückliegenden und künftigen Fundkatzen anmelden, von denen eine seine sein könnte? Ich bin bis jetzt immer davon ausgegangen, dass die Sechsmonatsfrist erst mit dem Zeitpunkt beginnt, ab dem der Besitzer von dem Fund erfahren kann. Der Amtsschimmel wiehert, es könnte alles so einfach sein:alien:

Gute Frage - Nächste.

Ich bin kein Jurist und kann das eigentlich nur versuchen von meinem Verständnis her zu erklären.

Angenommen mir läuft eine Katze zu, ich würde diese Katze auch aufnehmen und ggf. behalten wollen. Diese Katze melde ich als "Fundsache" dem örtlichen Fundbüro.Ab diesem Datum läuft dann die Frist von 6 Monaten in der die Besitzer dieser Katze einen Anspruch auf die Rückgabe haben.
Melden sich die rechtmäßigen Besitzer nicht innerhalb dieser 6 Monate beim Fundbüro gehört die Katze mir.
Ob die Gemeinde/das örtliche Fundbüro verpflichtet ist Fund"sachen" zu veröffentlichen ist mir nicht bekannt.
Ich habe aber ja als Besitzer einer verlorenen "Sache" immer die Möglichkeit bei dem örtlichen Fundbüro nachzufragen, ob Diese beim Fundbüro als Fund gemeldet wurde.

Problematisch wird es natürlich dann, wenn das Fundtier beim Fundbüro der Gemeinde A als Fund"sache" gemeldet wurde - das Tier aber einige Kilometer weiter weg "verloren" gegangen ist. Dann nutzt es den Besitzern reichlich wenig, wenn sie ihr Tier bei dem Fundbüro der Gemeinde B als verloren "Sache" gemeldet haben.:(

Wenn ich meine Katze einmal als verlorene "Sache" dem örtlichen Fundbüro als verloren gemeldet habe, brauche ich diese Meldung meiner Meinung nach nicht nach 6 Monaten zu wiederholen.

Grundsätzlich sehe ich die Meldung einer Fundkatze als Fundsache bei einem örtlichem Fundbüro als reine rechtliche Absicherung, falls ich die Katze bei mir aufnehmen und wenn sich kein Besitzer findet auch behalten möchte.Also eine reine Formalität.

Als meine Pflicht würde ich es aber ansehen, diese Fundkatze bei allen Tierschutzvereinen der Umgebung, sowie Katzensuchdienst und Tierschutzverzeichnis als Fundkatze zu melden. Ebenso ggf. Fundzettel auszuhängen und die umliegenden Tierärzte zu informieren.
Katzensuchdienst und Tierschutzverzeichnis deswegen, weil Katzen auch immer wieder in kilometerweiter Entfernung wiedergefunden wurden.
Auch nicht gekennzeichnete Tiere ( aus Unwissenheit) könnten sehnlichst vermisst werden.
 
Quasy

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  • #20
Huhu^^ aus aktuellem Anlass habe ich auch noch ein "Anliegen" (meine Erfahrung:)
Uns sind bereits desöfteren Katzen zugelaufen. Glücklicherweiße fanden sich die Besitzer recht schnell (die Bewährteste Methode: In der Umgebung Zettel aushängen! Fundbüro muss sein, half mir aber bisher nie weiter). Mir selbst ist auch schon eine echte Schönheit entlaufen (Gechipt, registriert usw.), jedoch nichtmehr aufgetaucht. Desöfetern werden hier sogar Katzen -angeblich- gestohlen. Ich denke, wenn beide Parteien (Suchender/Finder) nicht an einem Strang ziehen, stehen die Chancen oft schlecht (?).
Zurück zum Thema:
Vor knappen 5 Monaten haben wir eine uns zugelaufene Katze dem Fundbüro usw. gemeldet. Ebenso viele Interent-Anzeigen geschalten, Flugblätter verteilt, Zettel aufgehängt, Anzeigen in Zeitungen usw. gesetzt...kurzum: Viel Geld, wenig Erfolg. Vor zwei Tagen habe ich dann den Entschluss gefasst, die Katze in mein Haus aufzunehmen (der Kater vertrug sich leider recht wenig mit meiner bisherigen, die wir neulich einschläfern mussten). Die Katze ist weder gechipt noch tätowiert.
Was ich wirklich dreißt fande, als manche Menschen meinten, dadurch anscheinend kostenlos an eine gute Katze zu kommen (?)...ich musste viele Anrufe entgegennehmen, wovon die meisten kamen um sich die Katze anzusehen (und zum Glück wieder gingen). Vor wenigen Wochen war eine Familie da (mit kleinen Kindern), die sich auch überzeugen wollten. Schon fertig zum >Abtransport "nach Hause" durfte ich aber -zufällig durch einen Versprecher- gerade solche Unverschämtheit feststellen. :grummel: Seitdem bin ich ehrlich gesagt etwas Passiv geworden und warte nun nurnoch die 5 Wochen ab, bis er -rechtlich gesehen- endlich mein eigen ist.:stumm:
vlg
 
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