EU will weitreichendes Antibiotikaverbot für Tiere

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
tiha

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  • #41
Nochmal ...

Petition unterschreiben

Bitte teilt es doch mit allen, die ihr kennt, die Tiere haben oder ansonsten grundsätzlich sehr engagiert sind ...
 
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Vitellia

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  • #43
Naja, soweit ich das verstanden habe, ist es eben sehr fraglich, ob diese geforderte Ausnahmeregelung noch rechtzeitig durchkommt. Da scheinen auch Europarechtler starke Zweifel dran zu haben.

Hier ein Artikel vom BR dazu (siehe dazu vor allem den letzten Abschnitt "Vorhaben könnte am Gesetz scheitern".

Antibiotikaverbot: Ist das Leben von (Haus-)tieren in Gefahr?
 
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Kayalina

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  • #45
Den habe ich gestern auch gelesen. Sehr schade finde ich, dass das Thema mit der rechtzeitigen Umsetzung und der diesbezüglichen Einschätzung von Europarechtlern nicht zur Sprache kommt, das ist ja der Kern des Ganzen und essentiell für den Vorwurf an die Tierärzte. Andersrum finde ich es auch schade, dass der BPT das nicht von Anfang an sauber kommuniziert hat. Ein "Da ist zwar was im Entwurf, aber..." hätte viel der Verwirrung erspart.
 
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Birgitt

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  • #46
Die Frage für mich ist,warum das nicht bzw.erst zum jetzigen Zeitpunkt"öffentlich" gemacht wird?

Auch das jetzige"öffentlich"machen,ist doch kaum so zu nennen.

In den Medien wird da doch sehr wenig komuniziert was unsere Politik da plant,ja eigentlich schon mehr oder weniger beschlossen hat.

Und es ist ja nicht so das mann unseren Politikern immer alles glauben kann.
Wie viele Versprechen werden vor den Wahlen gemacht und hinterher nicht mehr eingehalten.
 
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Motzfussel

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  • #47
Die Frage für mich ist,warum das nicht bzw.erst zum jetzigen Zeitpunkt"öffentlich" gemacht wird?

Auch das jetzige"öffentlich"machen,ist doch kaum so zu nennen.

In den Medien wird da doch sehr wenig komuniziert was unsere Politik da plant,ja eigentlich schon mehr oder weniger beschlossen hat.

Und es ist ja nicht so das mann unseren Politikern immer alles glauben kann.
Wie viele Versprechen werden vor den Wahlen gemacht und hinterher nicht mehr eingehalten.

Ganz einfach: Weil die eigentliche Verordnung total unproblematisch ist und Häusling kurz vor Inkrafttreten der selbigen diese Ergänzungen beantragt hat. Das konnte also kaum früher bekannt werden.
 
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Birgitt

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  • #48
Wenn das ganz so unproblematisch währe,hätte man das nicht so "heimlich"machen müßen.
 
Vitellia

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  • #49
Zitat aus dem Artikel de BR (Hervorhebungen durch mich):

"Tatsächlich bietet aber die Tierarzneimittelverordnung, die den Einsatz von Antibiotika bei Tieren regelt, bis jetzt keine Möglichkeit, zwischen Massenvergabe an ganze Bestände und Einzelbehandlungen von kranken Tieren zu unterscheiden.

Dazu müsste der Gesetzestext für die Tierarzneimittelverordnung angepasst werden. Dass die EU-Kommission das noch rechtzeitig in die Wege leitet, ist laut Europarechtlern jedoch unwahrscheinlich. Der neue Gesetzentwurf müsste dann wieder zurück an die Mitgliedsstaaten gegeben werden. Juristisch ist das zwar problemlos möglich, aber es könnte zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Die europäische Tierarzneimittelverordnung soll bereits nächstes Jahr in Kraft treten.

Ob es also tatsächlich deutliche Einschränkungen beim Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin geben wird, hängt zunächst davon ab, ob das EU-Parlament Mitte September sich tatsächlich hinter das Votum des Umweltausschusses stellt. Und falls ja, wird die EU-Kommission entscheiden müssen, ob sie in Zukunft zwischen kranken Einzeltieren und Behandlung von großen Tierbeständen unterscheiden will."


Klingt für mich jetzt nicht komplett unproblematisch ... :unsure:
 
Kayalina

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  • #51
Heimlich finde ich in dem Zusammenhang etwas deplatziert. Nur weil es der normale Bürger nicht mitbekommt, ist es doch nicht heimlich. Die Sitzungen sind öffentlich, es gibt sogar Livestreams dazu. Und ne Pressemeldung von Häusling gabs auch, als er den Antrag eingebracht hat. Es ist halt schwierig die Relevanz zu erkennen bei der Vielzahl an Ausschüssen und Sitzungen, die da stattfinden.

Die Kampagne kam erst ca. einen Monat später zustande.
 
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Motzfussel

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  • #52
Heimlich finde ich in dem Zusammenhang etwas deplatziert. Nur weil es der normale Bürger nicht mitbekommt, ist es doch nicht heimlich. Die Sitzungen sind öffentlich, es gibt sogar Livestreams dazu. Und ne Pressemeldung von Häusling gabs auch, als er den Antrag eingebracht hat. Es ist halt schwierig die Relevanz zu erkennen bei der Vielzahl an Ausschüssen und Sitzungen, die da stattfinden.

Die Kampagne kam erst ca. einen Monat später zustande.

Eben. Als ob auch nur 10% der Bürger ne Ahnung hätten, was da gerade so an Inhalten abgestimmt wird.

Häuslings Antrag irritiert mich insofern, als dass er kurz vor Torschluss damit daher kam. Das hinterlässt einen Nachgeschmack und ist ja gar keine so seltene Strategie. Hat mein Lieblingsminister Spahn auch schon mit der Psychotherapie versucht. Kurz vor knapp in ein bereits abgestimmtes Gesetz noch einen Passus gewaltiger Tragweite einschleusen. Gab in der Therapiewelt ein ganz ähnliches Echo wie die Nummer jetzt.
 
Vitellia

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  • #53
Ich weiß jetzt nicht, als wie seriös und wissenschaftsbasiert "Ein Herz für Tiere" anzusehen ist, aber Zitat:

" [...] Aktuell ist eine Differenzierung zwischen Tieren aber offenbar nicht möglich. Denn für eine Ausnahmeregelung, die die Behandlung einzelner Tiere mit den verbotenen Antibiotika ermöglichen würde, müsste zuerst die Verordnung 2019/6 geändert werden.

„Verfahren zur Änderung von EU-Verordnungen sind sehr langwierig. Selbst wenn die EU-Kommission einer entsprechenden Änderung zustimmen und den Prozess in Gang setzen würde, würde es voraussichtlich noch mehrere Jahre dauern, bis […] diese Ausnahme dann tatsächlich in Kraft tritt“, erklärt die Bundestierärztekammer in einem Informationsschreiben an Tierhalter. Zudem sei es sehr unwahrscheinlich, dass eine Änderung der neuen und lang diskutierten Verordnung überhaupt in Angriff genommen werde, „zumal eine solche Ausnahme in den damaligen Verhandlungen bereits diskutiert wurde und nicht mehrheitsfähig war“, so die Bundestierärztekammer."


Geplantes Antibiotikaverbot für Tiere: Können Haustiere in Zukunft nicht mehr richtig behandelt werden?

Mensch oder Tier? Neue EU-Regel soll vor Antibiotika-Resistenzen schützen - Tierärzte laufen Sturm

Auf der Seite der Bundestierärztekammer ist das auch noch mal erklärt. Für mich geht daraus hervor, dass die nachgeordnete Verordnung, die von verschiedenen Institutionen aus verschiedenen Fachbereichen (u. a. der WHO) ausgearbeitet wurde, unproblematisch gewesen wäre, nicht aber die übergeordnete Verordnung 2019/6. Die sieht eine Differenzierung nicht vor.
 
tiha

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  • #54

Offener Brief zur Pressmitteilung vom 10. September an Herrn Häusling​


Peter Enzenhofer
Weiler-Simmerberg, Deutschland
15. Sep. 2021 —

Sehr geehrter Herr Abgeordneter Häusling,
mit Erstaunen haben wir Ihre Pressmitteilung vom 10.09.2021 zur Kenntnis genommen. Sie beziehen sich darin auf ein Factsheet der EU-Kommission zum in der Diskussion stehenden Delegierten Rechtsakt (DR), der antimikrobielle Mittel für die Humanmedizin reservieren soll, und suggerieren der Öffentlichkeit, die aufgeführten Fakten seien ein Novum, obgleich Sie es als verantwortlicher Berichterstatter des EU-Parlaments besser wissen sollten.

Denn das Factsheet fasst doch lediglich die Inhalte des ursprünglich von der Kommission vorgelegten, wissenschaftlich fundierten Entwurfs der Europäischen Arzneimittelbehörde für die Kategorisierung der Antibiotika zusammen, der in der Sitzung des EU-Umweltausschusses am 13. Juli auf Ihre maßgebliche Initiative hin abgelehnt wurde, weil er Ihnen nicht weit genug geht. Im Gegensatz zur Kommission haben Sie ein komplettes Anwendungsverbot von Fluorchinolonen, Cephalosporinen der 3.und 4. Generation, Polymyxinen und Makroliden in der Tiermedizin gefordert, von dem alle Tierarten mit dramatischen Auswirkungen für ihre Therapie betroffen sind, sofern die Einzeltierbehandlung nicht in das zugrundeliegende Gesetz, die EU-Tierarzneimittelverordnung 2019/6, aufgenommen wird. Sie selbst weisen in Ihrer Pressemitteilung sogar darauf hin, dass die Kommission dieses Gesetz explizit nicht ändern will, abgesehen davon, dass dafür auch keine Mehrheit bei den Mitgliedsstaaten und wohl auch nicht im EU-Parlament vorhanden ist.

Die o.g. Antibiotika-Wirkstoffklassen sind jedoch essenziell für die Tiermedizin, sodass ein Verbot eben genau nicht dem dritten Kriterium im DR der Kommission entspricht (essenziell für Human- und Tiergesundheit). Sie unterstellen uns Fake-News zu verbreiten und rufen uns allen Ernstes auf, wir sollten Schadensbegrenzung betreiben, weil wir sonst endgültig bewiesen hätten, dass uns die Belange der Kleintierpraxen unterm Strich weniger wichtig sind als die Interessen einiger weniger Praxen, die ihr Geld vor allem in der Geflügelindustrie und Schweinehaltung verdienen? Das ist mehr als grotesk und erinnert an die erfolglose Schlammschlacht ihres Spitzenkandidaten Jürgen Trittin im Wahlkampf 2013, der uns Tierärzte/innen pauschal als ‚Drogendealer‘ diskreditiert hat.

Nochmal zur Erinnerung: Wohlwissend um die u. U. strengeren Regelungen hat sich der bpt von Anfang an für den wissenschaftlich ausgewogenen One-Health-Ansatz der EU-Kommission ausgesprochen, weil wir uns der Verantwortung für die Gesundheit von Mensch und Tier
bewusst sind. Und, sehr geehrter Herr Häusling, wie oft sollen wir es noch sagen: Wir Tierärzte/innen sind nicht für die Haltungsformen in der Nutztierhaltung verantwortlich. Sie als Politiker schon. Als Politiker können sie das ändern, wir Tierärzte/innen sind Kraft unserer Berufsordnung hingegen primär dazu verpflichtet, Krankheiten bei Tieren zu verhindern oder zu heilen. Das ist unser Auftrag, für den wir uns einsetzen. Darin unterstützen uns auch mehr als 600.000 Tierhalter/innen mit Ihren Unterschriften. Das ist ein großer Vertrauensbeweis in unsere medizinische Kompetenz.

Sie dagegen versuchen seit Wochen mit der Verbreitung nebulöser Informationen und der Verquickungen unterschiedlicher Themen unseren Verband zu diskreditieren. Das alles hätte leicht verhindert werden können, wenn Sie in den letzten Wochen das Gespräch zu uns gesucht oder Ihre Parteivorsitzenden Frau Baerbock und Herr Habeck unser Dialogangebot vom 25. August angenommen hätten. Das war aber ganz offensichtlich nicht gewollt.

Mit freundlichen Grüßen
Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.
Präsident
Dr. Siegfried Mode


Quelle
 
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mariannelegner

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  • #56
in den news steht nur anti biotika 3te und 4te generation, aber makrolide haben doch keine 3te und 4te generation
was ist also mit azythromycin
das wäre für die augen tödlich , dieses wundermittel mit azyter will ich nicht mehr missen, das ist das beste mittel in wenigen stunden, augen geheilt,
ich gehe mal davon aus, das es verboten wird, weil ich dafür immer ein rezept bekomme, viele tierärzte kennen das auch nicht,
 
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Motzfussel

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  • #58
teufeline

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  • #59
Und faselt weiter was von Tierarzt- und Massentierhaltungslobby. Der Typ ist offenbar komplett kritikunfähig und besitzt keinerlei Fehlerkultur.
Dafür dürfen alle weiter antibiotikaverseuchtes Fleisch essen :rolleyes:
 
Vyshr

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  • #60
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