Dominanz?

Maiglöckchen

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Hallo Miteinander,

ich hätte da mal eine Frage zur Dominanz unter Katzen, vielleicht tummelt sich ja hier der eine oder andere "Verhaltensforscher". Gibt es in Katzengemeinschaften eigentlich grundsätzlich ein dominantes Tier? Oder können die auch völlig gleichrangig sein? Bei meinen beiden kann ich nämlich nicht feststellen, dass eine die stärkere Position hat.
Mal läßt Merlin den Macker raushängen, dann hat Hexe wieder das Kommando...oder übersehe ich da einfach die kleinen, aber feinen Signale zwischen den beiden?

LG Silvia
 
shila2

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Also bei uns noch nicht. Aber meine zwei sind noch zu klein denke ich, die versuchen Shilas mutterautorität noch nicht zu untergraben:D
 
Maiglöckchen

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Meine beiden sind ja auch seit der Geburt zusammen. Vielleicht ist es deshalb so ausgeglichen?

LG Silvia
 
K

KittyNelli

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Hallo Silvia, unsere Madels waren schon als Ziehgeschwister zuammen, da gab es keine Rangordnung. Kitty ,der kleine rote Teufel wurde nur immer sehr wütend, wenn Nachbarskatze auftauchte. Dann griff sie sofort heftig die Nelli an.
Erst als Toni dazukam, macht Nelli auf "Chefin", indem sie ihm ohne Grund Ohrfeigen gibt und ihn ständig massregelt (kurz anfaucht), das gesamte Revier und alle Bewegungen darin (auch der Menschen) immer im Auge behält.

Interessanterweise verkloppt Kitty nun nicht mehr die Nelli, im Gegenteil, sie wird oft vom Toni gejagt, weil er als Kater natürlich raufen will und Nelli nie mitrauft. Da bleibt ihm ja leider nur Kitty.
Möchte zu gerne wissen, wie es bei der nächsten Katze aussieht....Sicher verändern sich die Gruppenstrukturen.

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Maiglöckchen

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Hallo Evi,

ist wirklich interessant, wie sich das verändern kann. Ich habe ja momentan keinen Platz für Nr. 3, vielleicht ist das bei unserem harmonischen Miteinander auch besser so. Obwohl es bei Dir ja auch eher lustig als dramatisch klingt.

LG Silvia
 
Barbarossa

Barbarossa

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Hallo,

bei meinen Geschwistern ist es ähnlich. Moritz läßt zwar gerne den Chef raushängen, aber wenn Maxi, die zierlicher ist als er, dann wirklich böse wird, zieht er den Kopf ein. Das kommt selten vor, aber wenn sie dann doch mal vor ihm mit angelegten Ohren sitzt und der Schwanz wild peitscht, eine Pfote bereits leicht angehoben, kann es passieren, dass er, nur durch diese "bedrohliche" Situation bedingt, anfängt, ganz laut zu schreien :eek:! Der große Kater duckt sich dann und schaut mit eingezogenem Kopf nach oben und jammert laut :D...

Auf ihr Essen paßt sie auch gut auf. Sie werden getrennt gefüttert. Maxi bekommt NaFu in der Küche, Moritz TroFu im Keller. Wehe, Moritz will schnuppern, bevor Maxi satt ist. Sie drückt ihn mit aller Kraft zur Seite und ißt in aller Seelenruhe... Umgekehrt ist es aber ähnlich.

Andererseits passiert es häufig, dass Maxi irgendwo liegt und schläft und Moritz just in diesem Moment einfällt: Da will ich jetzt gerne liegen... Also springt er seiner Schwester in den Nacken, beißt ordentlich zu, so dass sie kreischend die Flucht ergreift und der freche Kater macht sich augenblicklich breit. Er schaut mich dann immer ganz lieb an: "Ich habe nichts gemacht, wirklich nicht!" und aus seinem Mundwinkel hängen noch Maxis schwarze Fellflusen :D ...

Ich mußte bisher noch nie eingreifen und werde das auch künftig tunlichst vermeiden. Ich will dieses Gleichgewicht auf keinen Fall stören. Beide Katzen werden lediglich nach einer Streiterei abwechselnd ganz dolle von mir gestreichelt.

Fazit: Bei uns ist es ein "Nehmen und Geben", die meiste Zeit vertragen sie sich sehr gut und leben einträchtig miteinander.
 
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Pumo

Pumo

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Interessant zu lesen, wie unterschiedlich das ist.

Whisky war ja zuerst da - und Whisky und Chancie sind keine Geschwister, sondern leben erst seit 2 Monaten zusammen bei uns. Aber soweit ich das überblicken kann, ist Whisky mittlerweile "Chef".
Anfangs war er sehr verunsichert, hat Chancie ganz genau beobachtet, wie sie Stück für Stück sein Revier erobert und ganz selbstverständlich eingenommen hat. Nach einiger Zeit wurde ihm das zu doof und er hat sie gründlich z.B. aus dem Bett vertrieben.

Mittlerweile ist sein Gerangel glaub ich eher als Spiel zu sehen. Ich musste heute morgen so lachen. Chancie stand neben dem Sofa, Whisky hat sich davor ums Eck versteckt und ist halb auf's Sofa und dann auf Chancie hinunter gesprungen. Sie hat ihn angemeckert, sich aber nicht vom Fleck gerührt. Also - das gleiche Spiel von vorne - bis Chancie entnervt gegangen ist. :D

Beim Futter gibt es auch keinen Streit. Whisky will zwar immer von dem Napf fressen, von dem Chancie frisst, aber sie lässt es entweder nicht zu oder geht dann zum anderen Napf. :rolleyes:
 
M

Momenta

Gast
Hallo Silvia,

m.E. gibt es durchaus immer eine gewisse "Rangordnung", manchmal ist sie ganz offensichtlich, manchmal eher dezent.

Grundsätzlich kann man dazu nichts pauschal sagen, weil jedes Tier anders ist.

Ein Teil der "Machtkämpfe" oder Rangeleien wird offen ausgetragen, dass sind die offensichtliche Kämpfe und Jagdszenen, die man sieht.

In vielen Fällen läuft es aber eher im Hintergrund ab, für den Menschen erst sehr viel später erkennbar.

Katzen sind (leider) sehr anpassungsfähig, so daß ein Ungleichgewicht sehr oft nicht so schnell erkennbar ist. Das ranghörere Tier ist sehr präsent im Raum, das rangniedrige Tier verlässt dann den Platz und geht weg. Das ist eher harmlos.
Es gibt durchaus "Kämpfe", auf einer anderen Ebene und damit sehr viel schlimmer für das unterlegene Tier....das Anstarren, das Aussitzen und all die vermeintlich harmosen Verhaltensweisen.

Ein ranghöheres Tier kann ein unterlegenes Tier mit dem Anstarren auf eine sehr böse Art und Weise fesseln und starr, unbeweglig machen. Es ist dann so präsent, daß sich das unterlegene Tier nicht mehr wagt durch den Raum zu gehen bzw. bestimmte Plätze einzunehmen.

Solche psychologischen Kämpfe können furchtbare Formen annehmen z.B. setzt sich das dominantere Tier an eine strategisch günstige Stelle im Flur und verhindert damit jegliche Bewegungsfreiheit des unterlegenen Tieres. Wenn das unterlegene Tier schlimmst eingeschüchtert ist, wagt es sich nicht mehr zum Katzenklo, nicht zum Futter, nicht in den anderen Raum, es "äussert" sich auch nicht mehr.
Für den Menschen sieht es aus, als wenn eine Katze völlig unbeteiligt und zufällig im Raum sitzt und die andere halt nicht auftaucht.
Für die Katzen ist das schon ein "Kampf" auf einer sehr schlimmen Ebene.

Solche Auseinandersetzungen sind für den Menschen nicht offensichtlich und können über lange Zeit schon vorhanden sein.


Diese Fälle sind glücklicherweise nicht so häufig, sollten aber auch keinesfalls verharmlost werden.


Plautzen-Elli ist keineswegs dominant, nur konsequent. Nervt sie was ab, bekommt der Katermann eins auf die Mütze und gut ist.
Der Katermann sieht das aber völlig anders. Bedingt durch die schlimmen Erfahrungen der Vergangenheit, ist er sehr sensibel und schreckhaft.
Plautzen-Elli sitzt sinnlos in der Gegend herum und macht absolut garnichts, ausser Löcher in die Luft starren.
Für Katermann ist aber genau das schoneine Bedrohung und er versucht dann immer im grooooßen Bogen um diese Dame mit dem großen schwarzen Mantel herumzugehen. Er verhält sich ganz offensichtlich unsicher, legt die Ohren defensiv an.
Was passiert?? Plautzen-Elli, bis dato absolut harmlos, ist vollkommen irritiert und verunsichert, warum der Katermann so staksig vorbeigeht und zuckt zusammen, der Katermann zuckt zusammen, weil sie zuckt und beide denken "DER ANDERE WILL WAS!!"

Während Katermann vor Ehrfurcht vor der großen Dame mit dem schwarzen Mantel erstarrt, geht Plautzen-Elli nach vorn und haut ihm eins auf die Mütze.....Dumm gelaufen ;)


Ein so unsicheres Tier in einer größeren Katzengruppe kann dazu führen, daß die ganze Gruppe völlig verunsichert wird. Sein Verhalten ist nicht typisch kätzisch und eindeutig, sondern wird völlig fehlinterpretiert und das kann zu haarsträubenden Missverständnissen führen.

In unserem Fall schleichen beide Katzen davon.
Plautzen-Elli verunsichert, weil der Katermann "sie ja evt. hätte angreifen können" und der Katermann ist zutiefst verunsichert, weil "sie ihm ja was böses wollte". *augenroll*


Deshalb wiederhole ich mich gerne:
Wenn Katzen ein gutes Sozialverhalten haben, kommen o.g. Missverständnisse i.d.R. nicht vor, weil alle Tiere sich ganz klar und eindeutig verhalten.
Sobald ein Tier ein großes Defizit im Sozialverhalten aufweist, kann es in einer Gruppe unruhig werden. Mehrere Katzen dieser Art verkomplizieren das Problem um ein Vielfaches.


LG
Momenta
 
Maiglöckchen

Maiglöckchen

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Wirklich interessante Beiträge...

Kai+Sarah, solche Szenen sehe ich bei meinen beiden auch häufiger. Manchmal sieht es richtig gefährlich aus, wenn Merlin der Hexe im Nacken sitzt...Sie lässt sich das eine Weile geduldigt gefallen, aber dann gibt es Ohrfeigen.
Häufig gibt es auch kleine "Scheinkämpfe", aber das sieht immer ziemlich ausgewogen aus.

Danke Momenta, für Deine ausführliche Erklärung. Das mit dem Anstarren war mir noch gar nicht so bewußt. Bei meinen beiden kann ich zum Glück ausschlließen, dass sich eine Katze nicht mehr wo hin traut, weil sie so subtil gemobbt wird.
Aber die beiden sind auch sehr gut sozialisiert, wie man auch an ihrem Verhalten uns gegenüber sehen kann.

LG Silvia
 
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