Diskussionsfaden zu "Cortison bei Katzen"

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Barbarossa

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  • #21
Hallo Eva,

bei Moritz waren es 10 mg über gute 2 Wochen. Meine TÄ wollte auf ihre bewährte Art ausschleichen: Tag 1 - kein Cortison, Tag 2 - 10 mg, Tag 3 - kein Cortison - bis Tag 5 oder 6 im Wechsel " - Sie können auch etwas reduzieren, dann ist genug ausgeschlichen. Mein Misstrauen gebot mir eine Zweitmeinung. Dieser TA war über diese für ihn bedrohlich scheinende "Schaukelpartie" wiederum entsetzt. Er empfahl mir die langsame Methode. Eine Humanmedizinerin ebenfalls. Und zu guter letzt beschwor mich meine THP unabhängig der anderen Meinungen, die sie nicht kannte, ebenfalls auf die langsame Vorgehensweise.

Vor Jahren hatte ein TA bereits über Cortisolmangel und Cortison refereriert, weil ich dieses strikt ablehnte. Mir ist seither klar, dass die Nebennierenrinde Cortisol produziert. Beim Menschen sieht man einen Mangel eher. Ich erinnere mich noch an seine Worte: "Was sieht der Mann aber immer gesund aus, so schön gebräunt. Was für ein schöner Teint. War bestimmt erst im Urlaub. - Nein, der leidet unter unerkanntem Cortisolmangel!"

Ich bin aufgrund drei völlig unabhängiger Meinungsäußerungen auf Nummer Sicher gegangen. Ohne Studie.
 
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Eva

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  • #22
Hallo Kai,

langsam ausschleichen schadet ja nicht und im Zweifel würde ich auch lieber auf Nummer sicher gehen und langsam ausschleichen. Aber es gibt Situationen, in denen es von Vorteil ist, wenn man nicht über Wochen ausschleichen muss. Und für solche Fälle hätte ich gerne einen Anhaltspunkt, welche Dosis über welchen Zeitraum verabreicht werden kann, ohne dass die Produktion des körpereigenen Cortisols eingestellt wird, man also in der Regel einfach absetzen kann ohne über einen langen Zeitraum auszuschleichen (wenn z.B. Ciri aus irgendeinem Grund mal Cortison haben muss, wird das Thema für mich aktuell, da würde ich, wenn es zu verantworten ist, immer lieber schnell absetzen). In 4 Wochen muss ich mit Yana wieder in die Tierklinik, da werde ich nachfragen.
 
Delora

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  • #23
Mal eine Frage: Ist es möglich, dass eine Schnupfeninfektion wegen einer Langzeitdepotcortisongabe ausbricht? Auch vier Wochen nach der Cortisongabe?
 
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  • #24
Hallo Kai,

langsam ausschleichen schadet ja nicht und im Zweifel würde ich auch lieber auf Nummer sicher gehen und langsam ausschleichen. Aber es gibt Situationen, in denen es von Vorteil ist, wenn man nicht über Wochen ausschleichen muss. Und für solche Fälle hätte ich gerne einen Anhaltspunkt, welche Dosis über welchen Zeitraum verabreicht werden kann, ohne dass die Produktion des körpereigenen Cortisols eingestellt wird, man also in der Regel einfach absetzen kann ohne über einen langen Zeitraum auszuschleichen (wenn z.B. Ciri aus irgendeinem Grund mal Cortison haben muss, wird das Thema für mich aktuell, da würde ich, wenn es zu verantworten ist, immer lieber schnell absetzen). In 4 Wochen muss ich mit Yana wieder in die Tierklinik, da werde ich nachfragen.
Da streiten sich selbst die Gelehrten ;) Ich hab auch Stimmen gefunden, die bei bis zu zweiwöchiger Gabe noch gar kein Ausschleichen empfehlen.
Kommt halt auf Dosis und Dauer an und nicht zuletzt auch auf die individuelle Katze, da gibts sicher Tiere die empfindlicher reagieren als andere.
Grundsätzlich aber immer besser zu langsam als zu schnell.

Mal eine Frage: Ist es möglich, dass eine Schnupfeninfektion wegen einer Langzeitdepotcortisongabe ausbricht? Auch vier Wochen nach der Cortisongabe?
Indirekt schon möglich - kann ja z.B. sein, dass zu dem Zeitpunkt des Ausbruchs neue Erreger oder Stress oder sonstwas dazukamen, das zusammen mit dem Cortison dann zu viel war und es deswegen gekippt ist.
 
consti

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  • #25
Man muss aber nicht wegen der Niere ausschleichen sondern weil (vereinfach gesagt) unter Cortisontherapie die Nebenniere kein Cortisol mehr produziert. Cortisol ist aber lebenswichtig für den Körper. Damit der Körper nicht plötzlich ohne Cortison da steht, weil die körpereigene Produktion noch nicht in Gang gekommen ist, muss ausgeschlichen werden. Das hat aber nichts mit der Niere zu tun.
Meine Tierärztin sagte mir, dass es daher von Wichtigkeit ist, dass man nicht jeden Tag Cortison gibt, sondern nur alle 48 Stunden, damit die Produktion des körpereigenen Cortisols durch die Nebenneirenrinde erhalten bleibt.

Aber ich weiß, dass es da auch ganz unterschiedliche Meinungen zu gibt.
 
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Eva

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  • #26
Da streiten sich selbst die Gelehrten ;) Ich hab auch Stimmen gefunden, die bei bis zu zweiwöchiger Gabe noch gar kein Ausschleichen empfehlen.
Kommt halt auf Dosis und Dauer an und nicht zuletzt auch auf die individuelle Katze, da gibts sicher Tiere die empfindlicher reagieren als andere.
Grundsätzlich aber immer besser zu langsam als zu schnell.
Ich denke schon, dass es eine "sichere" Dosis gibt, bei der die körpereigene Cortisolproduktion noch nicht supprimiert ist. Das wird in einem Endokrinologiebuch oder Pathophysiologiebuch stehen, ich habe aber keines.
Wenn ich Peggy nur 2 Wochen alle 2 Tage 2,5 mg Prednisolon gebe, dann schleiche ich auch nicht aus.
Das macht jeder Tierarzt anders. Es gibt zig verschiedene Schemata zum Ausschleichen. Mich interessiert halt Pathophysiologie dahinter und dazu habe ich bisher noch keine befriedigende Antwort erhalten. Aber ich bleibe dran.
 
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  • #27
Eine exakte Dosisangabe pro Wirkstoff hab ich bisher nicht gefunden (hab aber natürlich auch nicht jedes Buch auf dem Markt gelesen, kann gut sein, dass irgendwo was steht). Einig waren sich lediglich alle, dass bei einer Woche Gabe auf jeden Fall nicht ausgeschlichen werden muss.
Wenn du was findest, stell das gerne hier ein, dann würden wir das evtl. auch im Thread noch ergänzen.
 
Barbarossa

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  • #28
Hier waren es gute 2 Wochen und da möchte ich kein Risiko eingehen. Mut kann ich an anderer Stelle beweisen. ;)

Und genau für dieses Risiko möchte ich sensibilisieren. Nur wenigen Katzenhaltern ist bekannt, dass Cortison nach einer kurzen Dauer (das sind gute 2 Wochen durchaus) nicht abrupt abgesetzt werden sollte. Und wenn doch, dann sollte klar sein, dass es zu schweren Komplikationen kommen kann.
 
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J.R. 1981

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  • #29
Meine Tierärztin sagte mir, dass es daher von Wichtigkeit ist, dass man nicht jeden Tag Cortison gibt, sondern nur alle 48 Stunden, damit die Produktion des körpereigenen Cortisols durch die Nebenneirenrinde erhalten bleibt.

Aber ich weiß, dass es da auch ganz unterschiedliche Meinungen zu gibt.
Das ist definitiv richtig. Aber was macht man wenn Katze das Cortison täglich braucht und mit dem Intervall alle zwei Tage nicht zurecht kommt? Man hat leider nicht immer die Wahl.

Cortison sollte man niemals einfach so abesetzen, vor allem nicht nach Langzeitbehandlung. Aber was macht man in einem absoluten Notfall wo es zb keine andere Möglichkeit gibt weil die Katze sich in einer akuten Situation befindet und evtl verstirbt?
 
Moomin

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  • #30
Meine Luna hat EG und bekommt daher bei jedem "Ausbruch" (also sobald sich ein neues Granulom andeutet) sofort ein Cortison Depot. Das hält dann zwei Wochen und dann is es auch meistens wieder komplett abgeschwollen. Bei Luna muss das (seitdem wir das richtige hypoallergene Futter gefunden haben) etwa alle 1 1/2 Monate gemacht werden und das nun seit etwa zwei Jahren. Bis auf das EG ist Luna gesund und das Cortison bewahrt sie vor Antibiotika.
Sobald das Granulom bei ihr schlimm wird entzündet es sich nämlich sofort (ihr Immunsystem is echt schwach) und dann läuft es auf Cortison, Antibiotikum und Schmerzmittel raus. Da ist mir das Cortison allein doch lieber :zufrieden:
 
Regine

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  • #31
Aber was macht man in einem absoluten Notfall wo es zb keine andere Möglichkeit gibt weil die Katze sich in einer akuten Situation befindet und evtl verstirbt?
Ich habe sowas hier. Prednisolon 100mg als Pulver zu mischen mit Flüssigkeit (beides in Ampullen). Es ist gedacht, falls mal eine Katze von einer Biene oder Wespe ins Maul gestochen wird und der Hals zuschwillt, weil so schnell kann ich gar nicht in die nächste Praxis oder TK wie das Tier dann erstickt ist.
Ich soll dann 0,1ml pro Kilo spritzen. Das ist so hoch dosiert, dass die Schwellung sofort zurückgehen müßte. Bei einer so einmaligen Gabe würde ich aber nicht ausschleichen.
Bei 14 Tagen sehe ich persönlich das wieder anders, da würde ich auf jeden Fall ausschleichen.
 
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Prexioc

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  • #32
Die meiste Zeit wird Cortisone für feline Krankheiten gegeben, die Allergien und Asthma-Krankheit umfassen. In manchen Fällen können wir auch eine kurzwirkende Injektion verschreiben. Es wird Steroidbehandlung für Katzen genannt.
 
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D_Christine

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  • #33
Vorsicht mit Cortison bei CNI Katzen!
 
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tobi1978

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  • #34
Ja, es gibt die Tabletten auch in 1 mg.
Ich kenne das auch, dass sehr vorsichtig und kleinschrittig ausgeschlichen wird.
Hallo.
Ich bin neu im Forum und wollte fragen, ob ich hier mal unseren Fall darstellen darf. Cortison bzw. Prednisolon und die Folgen bei langfristiger Gabe wären hier (ebenso) das Thema, oder soll ich einen neuen Thread eröffnen? Danke...
 
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kleine_Tiffi

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  • #35
Hallo, kann ich Cortison einfach so auf Verdacht bei Atemproblemen zum testen geben oder kann die Katze daran verenden? Ich habe Angst es zu geben, die Tierärzte geben sich leider keine Mühe mehr.
 
Poldi

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  • #36
Meine Katzen haben bei bestätigen Tumoren, und auch bei Verdacht auf einen Tumor Prednisolon bekommen.
Rusty, mit dem Tumor in der Nasenneben und Augenhöhle, ist an einer Aortenthrombose verstorben. Vermutlich ging der Tumor schon Richtung Gehirn.
Seine Schwester Lily, 15 Jahre, hat schon sehr lange Verdauungsprobleme, IBD, und im letzten Herbst wurden verdickte Lymphknoten am Darm entdeckt, Verdachtsdiagnose Lymphom.
Sie bekam ca 10 Monate hochdosiertes Prednisolon, und lebt immer noch gut. Allerdings fangen wir bald an das Cortison auszuschleichen.
 
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Max Hase

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  • #37
Mein Mausi (11) bekommt seit ca. 1 1/2 Jahren wegen einer Thrombozytopenie Prednisolon. Aktuell sind wir bei täglich 2,5 mg (zu Beginn über 10 mg) und eine Kapsel Atopica.

Die Tierklinik München versucht jedesmal das Predni weiter zu reduzieren, wenn die Blutwerte stabil geblieben sind. Der Blutzuckerwert bzw. das Fructosamin sind gottseidank sehr gut.

Da die Ursache trotz aller Diagnostik (incl. Knochenmark Biopsie) nicht herausgefunden wurde, gehe ich inzwischen davon aus, dass sie es ihr Leben lang nehmen muss :sad:

Ja, und fett ist Mausi leider auch. Sie ist sehr bewegungsfaul geworden. Spielen mag sie auch nur sehr kurz und in den Garten geht sie eigentlich nur, wenn ich mitgehe bzw. sie rauslocke. Wir drehen dann brav 2 bis 3 Runden um das Beet und dann reicht es ihr auch schon. Leider :sad:
Werden die Werte denn wirklich besser?
Und hat sie Symptome durch die Thrombopenie?

Ich kenne zwei Menschen, die ihr Lebtag unterirdische Thrombozytenzahlen hatten. Komplett durchgecheckt, in jedem Krankenhaus, bei jedem Hausarzt wieder. Nix gefunden. Die haben damit beide die 80 Jahre geknackt.
Bei beiden war das offensichtlich eine Normvariante, mit der sie problemlos durchs Leben gingen.

Gerinnung läuft ja nicht nur über die Thrombos sondern auch über den anderen Arm der Gerinnungskaskade mit den Gerinnungsfaktoren.
 
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Max Hase

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  • #38
Hallo, kann ich Cortison einfach so auf Verdacht bei Atemproblemen zum testen geben oder kann die Katze daran verenden? Ich habe Angst es zu geben, die Tierärzte geben sich leider keine Mühe mehr.
Das kommt darauf an. Wenn es das Herz ist, das die Atemprobleme macht, wirst Du mit Kortison nicht viel erreichen.
Und verschreibungspflichtig ist es auch.

Trotzdem kann man, wenn man sonst nichts findet, auch einen Behandlungsversuch mit Kortison machen. Muss man mit dem Tierarzt besprechen, Dosis, Zeitraum und Behandlungsziel festlegen.
 
petras

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  • #39
Werden die Werte denn wirklich besser?
Und hat sie Symptome durch die Thrombopenie?

Ich kenne zwei Menschen, die ihr Lebtag unterirdische Thrombozytenzahlen hatten. Komplett durchgecheckt, in jedem Krankenhaus, bei jedem Hausarzt wieder. Nix gefunden. Die haben damit beide die 80 Jahre geknackt.
Bei beiden war das offensichtlich eine Normvariante, mit der sie problemlos durchs Leben gingen.

Gerinnung läuft ja nicht nur über die Thrombos sondern auch über den anderen Arm der Gerinnungskaskade mit den Gerinnungsfaktoren.
Das ist ein alter Beitrag. Leider ist Mausi 2018 an Darmkrebs verstorben.
 
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Max Hase

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  • #40
Ups, sorry.
Liegt noch an der veränderten Optik des neuen Forums. Da habe ich die Jahreszahl übersehen.
 
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