Wie rechtfertigen wir, Fleisch zu verfüttern?

  • Themenstarter Hagebutti
  • Beginndatum
  • Stichworte
    ernährung trocken und nassfutter ernähung tierquälerei tierschutz
Hagebutti

Hagebutti

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
30. April 2021
Beiträge
439
Hallo!

ich hätte gerne eure Meinung zu einer eher allgemeinen, ethischen Frage.
Als allgemein tierwohlinteressierter Mensch macht es mir etwas Bauchschmerzen, jeden Tag hunderte Gramm Fleisch, dazu von Tieren deren Haltungsbedingungen ich auch bei hochwertigem NaFu nicht nachvollziehen kann, zu verfüttern.
Keine Sorge, ich habe nicht vor, meine Katzen fleischlos zu ernähren, aber trotzdem ist es etwas, das mir im Kopf herumspukt. Immerhin finde ich es etwas spezizistisch, meine eigenen Tiere zu umsorgen und mich um die Kühe, Hühner und Puten, die ich verfüttere, nicht zu kümmern.
Könnt ihr die Überlegung nachvollziehen und wie geht ihr mit einem eventuellen Gewissenskonflikt um?

Ich bin schon teilweise auf Futter aus Insekten umgestiegen, weil ich das ethisch und ökologisch vertretbarer finde, mein Kater ist davon aber leider nicht begeistert. :D
Außerdem hört man ja schon mal, dass billiges Nassfutter von Lebensmittelkonzernen als „Nebenprodukt“ der Menschennahrung hergestellt wird. Wäre es nicht deshalb eigentlich aus Tierschutzsicht besser, dieses Futter zu kaufen, weil die Tiere sowieso schon gestorben sind?
Oder kennt jemand einen Hersteller von hochwertigem Nassfutter, der transparent bezüglich Haltungsbedingungen der Tiere ist? Vielleicht Bio?

Ich fände es sehr spannend eure Gedanken dazu zu lesen!
 
Werbung:
Christian89

Christian89

Forenprofi
Mitglied seit
11. April 2020
Beiträge
1.004
Ort
NRW
Meine Katzen brauchen Fleisch und kriegen es von mir und da habe ich auch keinerlei schlechtes Gewissen. Die haben für mich auch ehrlich gesagt erstmal Priorität vor anderen, da ich für sie verantwortlich bin.

Wenn man was tun will, kann man sich gegen unsinniges Vermehrertum einsetzen und versuchen, möglichst viele Leute aufzuklären. Vermehrer und Leute, die ihre Katzen nicht kastrieren sind verantwortlich, dass es so viele Katzen gibt.

Und man kann natürlich beim eigenen Fleischkonsum anfangen und den zumindest gering halten.

Und beim Futterkauf achte ich darauf, dass das Futter gut für meine Katzen ist, wo es herkommt ist mir erstmal weniger wichtig.
 
Hagebutti

Hagebutti

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
30. April 2021
Beiträge
439
Meine Katzen brauchen Fleisch und kriegen es von mir und da habe ich auch keinerlei schlechtes Gewissen. Die haben für mich auch ehrlich gesagt erstmal Priorität vor anderen, da ich für sie verantwortlich bin.

Wenn man was tun will, kann man sich gegen unsinniges Vermehrertum einsetzen und versuchen, möglichst viele Leute aufzuklären. Vermehrer und Leute, die ihre Katzen nicht kastrieren sind verantwortlich, dass es so viele Katzen gibt.

Und man kann natürlich beim eigenen Fleischkonsum anfangen und den zumindest gering halten.

Und beim Futterkauf achte ich darauf, dass das Futter gut für meine Katzen ist, wo es herkommt ist mir erstmal weniger wichtig.
Danke für deine Antwort!
Natürlich steht die Gesundheit meiner Katzen für mich an oberster Stelle, das ist keine Frage und auch der Grund warum ich selbstverständlich weiter Fleisch füttere, obwohl ich selbst seit Jahren keins mehr esse. Aber wenn ich welches Essen würde wäre mir ja wichtig zu wissen, woher das kommt, und das finde ich leider selbst bei hochwertigem Katzenfutter immer sehr undurchsichtig. Klar wäre da vielleicht barfen eine Verbesserung, das traue ich mich aber nicht so zu :(

Ich denke einfach, dass wir durch unsere Kaufentscheidung wahrscheinlich den größten individuellen Einfluss auf Tierwohl haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Rickie

Rickie

Forenprofi
Mitglied seit
28. Mai 2012
Beiträge
31.647
Meine Katzen kommen alle von der Straße. Statt sie da verhungern und verrecken zu lassen, futtere ich sie zu Hause artgerecht.
Woher kommt das Futter?
Filet, Schnitzel, alles muß ein perfektes Maß haben. Dünne Ränder, zu nahe am Knochen, es gibt in Schlachtereien so viel richtig gutes Fleisch, das von der Form und den Maßen her nicht restaurant- und EU-normgerecht ist, daß es Abfall ist. Also Tierfutter im besten Falle. Seit Corona ist nichts mehr mit teuren Restaurants. Ist das schon mal aufgefallen? Darum wandert das wirklich richtig gute Fleisch, auch und vor allem Wild, ins Tierfutter, und zwar in so richtig teures und gutes, das schießt wie Pilze aus dem Boden. Denn die Tiere sind ja da, die Wildschweinpopulationen in den Städten z.B. explodieren ja seit etlichen Jahren, das Fleisch nimmt jetzt kein Gastronomiegewerbe ab.
Ich hab es mir abgewöhnt, solche Fragen zu stellen. Ich frag mich eher, warum es nötig ist, sinn- und hirnlos Katzen zu vermehren, warum Züchter (!!!) sogar schreiben, sie beschädigen kein Tier mit Kastra. Da sollte man mal ansetzen, also bei Kater auf Katze drängen. Wie man dann Schadensbegrenzung betreibt, sollte nicht verurteilt werden.
 
-Malina-

-Malina-

Forenprofi
Mitglied seit
20. Februar 2016
Beiträge
1.482
Darum wandert das wirklich richtig gute Fleisch, auch und vor allem Wild, ins Tierfutter, und zwar in so richtig teures und gutes, das schießt wie Pilze aus dem Boden.
Hast du dafür eine Quelle?
 
Rickie

Rickie

Forenprofi
Mitglied seit
28. Mai 2012
Beiträge
31.647
Eine wissenschaftliche Studie? Dazu ist die Zeitspanne noch zu kurz; vom Schreiben bis zum Veröffentlichen dauert es da immer ein wenig, und Coronazeit, neue Tierfutter und deren Preise, das schlägt sich da rein terminfristbedingt noch nicht nieder.
 
Vitellia

Vitellia

Forenprofi
Mitglied seit
28. März 2019
Beiträge
3.825
Ort
Südmittelhessen
Ich hatte diese Gedanken durchaus auch.
Aber soweit ich weiß, dürfen zumindest in Deutschland keine Tiere extra für Tierfutter geschlachtet werden (?) Das hat dann auch nichts mit Billigfutter oder nicht zu tun. (Man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege. Im anderen Ländern mag das auch anders aussehen).
Da denke ich mir dann auch, dass das getötete Tier so wenigstens noch sinnvoll genutzt wird. Und wenn ich ein Problem damit habe , Fleisch zu verfüttern, hätte ich mir keine Fleischfresser anschaffen dürfen. Ganz pragmatisch gedacht ...

Was ich aber versuche ist, bei Dosen und TroFu (wir barfen eigentlich, aber manchmal brauchen wir es doch) eher Produkte zu nehmen, die regional gefertigt sind bzw. Made in Germany. Und keine Produkte aus Kanada z.B. , auch wenn die Zusammensetzung etwas besser sein mag. Das finde ich aus Umweltsicht nämlich auch etwas fragwürdig.
 
-Malina-

-Malina-

Forenprofi
Mitglied seit
20. Februar 2016
Beiträge
1.482
Eine wissenschaftliche Studie? Dazu ist die Zeitspanne noch zu kurz; vom Schreiben bis zum Veröffentlichen dauert es da immer ein wenig, und Coronazeit, neue Tierfutter und deren Preise, das schlägt sich da rein terminfristbedingt noch nicht nieder.
Ich habe nachgefragt, woher du das weißt. Das interessiert mich auch immer noch.
 
biveli john

biveli john

Forenprofi
Mitglied seit
27. März 2011
Beiträge
6.995
Ort
Steiermark
  • #10
Meines Erachtens möchte sich der Tierhalter einreden dass das Fleisch das für die fleischfressenden
Tiere produziert wird Schlachtabfälle sind.
Und beruhigt damit sein eigenes Gewissen.
Die Rechnung geht aber so nicht auf, je mehr die Populationen der Tiere zu nimmt
desto mehr Fleisch wird gebraucht und geschlachtet. Das muß aber im Gegenzug nicht zwingend heißen dass auch die Menschen
mehr Fleisch brauchen. Jeder gute Metzger macht auch aus Nebenprodukten Ware wie Wurst u.v.m.
Auf meinem Katzenfutter steht z.B. Hühnchenfilet im eigenen Saft gegart.
Muskelfleisch vom Schlachttier ist ein hochwertige proteinreiches Fleisch das nicht zu den Schlachtabfällen
gehört. Und in einem hochwertigen Katzenfutter meistens enthalten ist.
Dass die Zulieferer der Gastronomie, zu denen auch die Fleischproduzenten gehören,
eingeknickt sind ist eine Tatsache. Tiere müssen im Vorfeld gemästet werden um reif für die
Schlachtung zu sein. Durch den Lockdown gab es einen Überschuß und die Tiere wurden anderwertig
verarbeitet.
Ich persönlich verdränge diese Tatsache und versuche das Leid des Schlachtviehs zu minimieren
indem ich teilweise Barfe und auf die Herkunft des Fleisches achte.
Auch das hochwertige Dosenfutter ist oft doppelt so teuer wie die minderwertigen
Produkte und nicht für jedermanns Geldbeutel geeignet.
 
Zuletzt bearbeitet:
W

Wally87

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
28. Mai 2015
Beiträge
4.560
  • #11
Katzen sind nunmal reine Fleischfresser und wenn ich mir eine Katze zulege, bin ich dafür verantwortlich, sie artgerecht zu ernähren und zu halten. <- das zu Deiner Frage :D Und dann: Es gibt ein Demeter-Futter (bestimmt auch noch mehr in dieser Art). Das ist zwar schweinisch teuer, aber es ist auf jeden Fall eine Alternative zu anderem hochwertigem Nassfutter bei dem die Herkunft des Fleisches meist ziemlich unklar ist. defu Bio Futter: Bio Hundefutter, Bio Katzenfutter & Bio Hühnerfutter
 
Werbung:
Christian89

Christian89

Forenprofi
Mitglied seit
11. April 2020
Beiträge
1.004
Ort
NRW
  • #12
Meines Erachtens möchte sich der Tierhalter einreden dass das Fleisch das für die fleischfressenden
Tiere produziert wird Schlachtabfälle sind.
Und beruhigt damit sein eigenes Gewissen.

Müssten nicht Schlachtabfälle auch als "Tierische Nebenerzeugnisse" deklariert sein?

Bei Grau werben sie auf der Dose sogar damit, dass Fleisch in Lebensmittelqualität verarbeitet wird.
 
biveli john

biveli john

Forenprofi
Mitglied seit
27. März 2011
Beiträge
6.995
Ort
Steiermark
  • #13
racoon20

racoon20

Forenprofi
Mitglied seit
23. Juli 2020
Beiträge
1.210
Ort
Österreich
  • #14
Ich esse ja selbst (noch) Fleisch, also muss ich hier bezüglich Futter gar nichts rechtfertigen. Aber ich schaue schon, wo mein Fleisch herkommt und mäßige mich auf ein (für mich) vertretbares Niveau.

Und das versuche ich auch bei Katzenfutter. Ich achte darauf, dass es soweit möglich wenigstens frei von Tierversuchen ist und schaue, dass so wenig wie möglich weggeworfen werden muss.

Nächster Schritt wäre vermutlich 100% barfen, mit Fleisch aus einer nachvollziehbaren Quelle, selber züchten wäre auch eine Möglichkeit, aber ich befürchte, dass ich weder Rind noch Huhn artgerecht auf meinem Balkon unterbringen könnte. Aber zum Glück gibt es ja auch fertiges Katzenfutter aus einer nachvollziehbar artgerechten Haltung.

Tiere fressen Tiere, Menschen (fr)essen Tiere. Diese Tatsache an sich alleine ist ja nicht unser Grundproblem.

OT: Ich kenne Veganer, die sich extremst gegen Tierhaltung aussprechen, aber sich ja für Jahr auf (Fern-)reisen mit Flugzeug und Schiff begeben und darüberhinaus auch in "Verschwendung" leben, bzw. Bequemlichkeiten, die unser (Konsum-)leben so bereithält nicht scheuen. Macht sie das tatsächlich zu besseren Menschen?
 
biveli john

biveli john

Forenprofi
Mitglied seit
27. März 2011
Beiträge
6.995
Ort
Steiermark
  • #15
Diese Tatsache an sich alleine ist ja nicht unser Grundproblem.
Irgendwo schon, da durch den stetig größer werdenden Fleischkonsum Regenwälder gerodet werden
um die Schlachttiere z.B. mit Soja mästen zu können.
 
biveli john

biveli john

Forenprofi
Mitglied seit
27. März 2011
Beiträge
6.995
Ort
Steiermark
  • #19
Auch Vegetarier leben in dem Irrglauben was Gutes für die Tiere zu tun.
Die Essenskultur verlagert sich, es werden mehr Milchprodukte wie z.B. Käse geordert
und gegessen. Die Turbokühe müssen mehr Milchleistung erbringen.
Wo landen diese Tiere wenn sie alt sind und diese Leistungen nicht mehr erbringen können?
Im Schlachthof wo sie weiter verarbeitet werden.
Ich bin Fleischesser, habe diesen Konsum aber drastisch eingeschränkt und schaue genau wo das Fleisch herkommt.
Nicht die Menge macht es sondern das Tierwohl und die Qualität der Produkte.
 
Vitellia

Vitellia

Forenprofi
Mitglied seit
28. März 2019
Beiträge
3.825
Ort
Südmittelhessen
  • #20
Übrigens hat niemand behauptet, dass das Fleisch, was fürs Katzen- oder Hundefutter verwendet wird, nur aus Schlachtabfällen besteht. Das enthaltene Muskelfleisch ist nur nicht "schön genug " für uns verwöhnte Wohlstandsmenschen. Deswegen werden aber - noch meinen Informationen und auf DE bezogen - keine Tiere extra für Tierfutter geschlachtet. Und ich finde es immer noch besser, wenn "gutes " Fleisch im Magen meiner Katzen landet , als wenn es weggeworfen wird.

Der ökologische Fußabdruck von Fleischfresserhaltern ist sicherlich nicht toll, da muss man sich nichts vormachen. Aber ohne Fleisch geht es bei Katzen nun mal nicht. Also wäre die konsequente Alternative, keine Katzen (und Hunde) mehr zu halten. Und was passiert dann mit den ganzen Streunern ....? Es ist und bleibt ein Dilemma, für das ich auch keine patente Lösung habe. Aber ich kann immerhin versuchen darauf zu schauen, woher das Futter bzw. das Fleisch dafür stammt. Oder auch das Katzenstreu .....
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:

Über uns

Seit 2006 stehen dir in unserem großen Katzenforum erfahrene Katzenhalter bei Notfällen, Fragen oder Problemen mit deinem Tier zur Verfügung und unterstützen dich mit ihrem umfangreichen Wissen und wertvollen Ratschlägen.
Oben