War eine Zweitkatze die falsche Entscheidung? Unsauberkeit vermeintlich ohne körperliche Ursache

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vente

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  • #21
Es gab keine Ursachen aus medizinischer Sicht.
eine sogenannte
Idiopathische Blasenentzündung der Katze

Blasenentzündung der Katze (Feline Idiopathische Cystitis)
Klinische Symptome für eine Erkrankung der unteren Harnwege sind: Harnabsatzstörungen, erhöhte Harnabsatzfrequenz, Harnabsatz an ungewöhnlichen Stellen, blutiger Urin, Unruhe und Schmerzäußerungen bei dem Versuch, Harn abzusetzen.
Die Diagnose der idiopathischen Cystitis erfolgt nach Ausschluß aller anderen Ursachen. Betroffene Katzen haben typischerweise einen konzentrierten sterilen Urin; Röntgen und Ultraschalluntersuchung der Harnblase (ggf. Kontrastmitteldarstellung der Blasenwand) liefern keine Auffälligkeiten. Die Erkrankung tritt häufig bei übergewichtigen Katzen jungen bis mittleren Alters auf, die überwiegend als Wohnungskatze gehalten und mit Trockenfutter ernährt werden. Oft bestehen Antipathien zu anderen Katzen, die im gleichen Haushalt leben. Eine Häufung der Krankheitsfälle findet sich in Frühling und Herbst.
Man nimmt an, daß Streß eine wichtige Rolle als Auslöser eines Krankheitsschubes gilt. Betroffene Katzen reagieren anfälliger auf chronischen Streß als andere. Sie haben eine erhöhte Anzahl an Schmerzrezeptoren im Blasenepithel, eine veränderte Glucosaminoglucan-Konzentration im Urin nebst veränderter Mucusschicht, die die Blasenschleimhaut überzieht.
Das Management von FIC beinhaltet eine Streßminderung, eine Ernährungsumstellung und eine medikamentöse Therapie. Damit kann eine Reduzierung des Schweregrades und der Häufigkeit der Krankheitsschübe, jedoch nur selten eine Heilung der FIC erreicht werden. Bei 60% der Katzen kommt es trotz Therapie zu rezidivierenden Krankheitsschüben.
Streßminderung in der Umgebung
  • Bestehen Spannungen mit anderen Katzen in der Nachbarschaft? -> Sichtkontakte durch halbblickdurchlässige Abdeckungen einschränken; Zugang ins Haus absichern, z.B. durch eine Mikrochip-Katzenklappe
  • Bestehen in Mehrkatzenhaushalten genügend sichere Fluchtwege, Versteckmöglichkeiten und Ruheplätze? Ggf. kann eine besonders aggressive „Zweitkatze“mit Glöckchen am Halsband markiert werden, so daß die anderen Katzen ihr leichter aus dem Weg gehen können.
  • Erhöhung des subjektiven Wohlbefindens einer Katze durch ein „Wohlfühl-Pherhormon“ (Feliway)
  • Intensivierung der spielerischen Aktivität der Katze durch mehr Beschäftigung mit dem Tier und Gestalten einer abwechslungsreichen Umgebung
  • Jede Katze sollte in der Lage sein, jederzeit frei und ungestört fressen zu können. Mehrere separate Futterplätze; bei Futterumstellung ggf. parallel Napf mit bekanntem Futter anbieten.
  • Regen Sie ihre Katze an, so viel wie möglich zu trinken: Ausreichende Zahl an Wasserquellen, Futter und Wasser nicht direkt nebeneinander anbieten, Behälter unterschiedlicher Form mit einer großen Wasseroberfläche verwenden, Wasserschüssel immer bis zum Rand füllen, ggf. Zimmerbrunnen aufstellen (bewegtes Wasser ist interessanter als unbewegtes)
  • Katzentoiletten in ausreichender Anzahl (Zahl der Katzen + 1) an verschiedenen ungestörten Plätzen im ganzen Haus zur Verfügung stellen, kein parfümiertes Streu verwenden, ggf. verschiedene Einstreu ausprobieren, nur eine große Menge Einstreu bietet ausreichend Möglichkeit zum Scharren und Vergraben
  • Wo möglich besser Nassfutter als Trockenfutter. Einige Futter erhöhen durch gesteigerten Salzgehalt die Wasseraufnahme der Katzen. Durch hohe Wasseraufnahme kann das spezifische Gewicht des Urins verringert werden und so einer Übersättigung entgegengewirkt werden.
 
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Teaspoon

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  • #22
Ich habe gestern nun die Untersuchungsergebnisse per E-Mail erhalten. Es sind einige Werte, die (soweit ich das sehe) nicht in Ordnung sind. Die Ärztin hatte mir nur gesagt, dass der Urin wohl besonders leicht wäre, aber ansonsten nichts auffällig wäre. Ich bin etwaas verunsichert.

Auffälige Werte Blut:
• Hämoglobin (HGB): 17,7 (Normalwert: 9,8 – 16,2 mmol/l)
• Erythrozytenverteilungsbreite: 8,933 (Normalwert 5 – 9 µm^3) → das ist noch "normal" aber grenzwertig
• Basophile (Anzahl) (BASO): 0 (Normalwert 0,01 – 0,26 G/l)
• HCT$R: 55 (Normalwert 30,3 – 52,3 %)
• GLOB: 56 (Normalwert: 28 – 51 g/L)
• TP: 93 (Normalwert: 57 – 89 g/L)

Urin:
• Sonstige Epithelien: ++
• Organismen: Kokken: ++

Wird daraus eventuell jemand schlau? Sind die letzten beide Werten "normal"? Sollten sich Kokken und Epithelien im Urin befinden?

Ich möchte die "Diagnose" (die ja keine ist) der Ärztin nicht in Frage stellen, da ich sie vor allem im Umgang mit Phoebe als sehr kompetent empfand (Phoebe lässt sich nicht so leicht untersuchen). Aber jeder Mensch macht ja mal Fehler, hat einen schlechten Tag, übersieht etwas, usw.

Falls jemand noch einen Hinweis hat, freue ich mich darüber sehr. Ich würde Phoebe ungerne nochmal in der nächsten Zeit vorstellen müssen, außer es ist natürlich notwendig. Sie ist nach dem letzten Besuch immer noch ziemlich verstört und zieht sich sehr zurück :(
Das mit den Zähnen behalte ich aber auf jeden Fall im Kopf.
 

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  • #23
Bei den Blutwerten bin ich nicht der Crack aber mir scheinen die Abweichungen zu gering um da Alarm zu schlagen.
Das würde ich mal in einiger Zeit wiederholen wenn sie wieder fitt ist, vielleicht in drei Monaten.
Und dann bitte gleich ein geriatrisches Profil, da sind mehr Werte drin. Oder wurde das gemacht?

Wie ist denn das spezifische Gewicht vom Urin? (das ist der Wert zu leicht)
Dabei geht es darum wie weit der Urin konzentriert ist.
Wenn er zu "dick" ist, heißt zu sehr konzentriert kann das daran liegen daß zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wird und der Urin zu lange in der Blase bleibt.
Bei einem Urin der zu "leicht" ist wird er relativ weit verdünnt. Das kann ok sein oder auch auf eine Erkrankung der Niere hindeuten. Deshalb würde ich da die Nierenwerte im Blut, Stichwort geriatrisches Profil, noch mal checken.

Kokken sind nun aber nicht näher definiert?
Das können verschiedene Arten von Streptokokken oder Staphylokokken sein die zusätzlich zur Kapselbildung neigen, heißt sie sind nur durch ganz bestimmte Antibiotika zu erreichen weil sie sich gegen andere schützen indem sie sich "verbergen".
Ein Antibiogram ist in dem Fall unbedingt erforderlich um zu sehen welche Erreger da vorliegen und welches Antibiotikum dagegen wirkt.
Das ganze kann auch schon eine längere Zeit vorliegen, eben wegen diesen verkapselten Erregern die vielleicht bisher nicht angemessen behandelt wurden.

Bei den Epithelzellen wäre auch wichtig gewesen zu erfahren um was für Epithelien es sich handelt.
Meist ist das normal und hat keine medizinische Bedeutung, je nach Art der Zellen aber eben doch.
Urinbefunde: Epithelien

Die Leukozyten sind auch erhöht was auf eine Entzündung hindeutet, das ist wahrscheinlich der "Entzündungswert" der dir genannt wurde.

Das alles aber nur mit Stick, hier wäre eine genauere Untersuchung unter dem Mikroskop sinnvoll.

Die Frage noch, du hattest geschrieben sie hätte einen Entzündungshemmer bekommen.
Was genau wurde da gegeben, bitte den Namen des Medikamentes, war es eine Spritze oder Tabletten?
Tierärzte geben da in der Regel (auf Verdacht) entweder ein Antibiotikum oder Cortison.
Wenn ein Antibiotikum gegeben wurde nützt eine erneute Urinuntersuchung erst 5-7 Tage nach Absetzen des AB.
Wenn Cortison gegeben wurde wirkt es auch gegen die Entzündung, wirkt aber nicht gegen den Auslöser der noch gefunden werden sollte.

Bleib da bitte mal dran, frag alles genau nach, schreib alles sofort auf.
Laß dir alle Namen von verabreichten und verordneten Medikamenten immer geben, schreib auch das auf, mit Datum und Dosierung. Nur so kannst du einen Überblick bekommen und evtl. später nachvollziehen was richtig war und was nichts gebracht hat. Auch für einen Arztwechsel ist das wichtig damit der sieht was bisher unternommen wurde.
 
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Poldi

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  • #24
Petra-01 ist ein PH Wert von 7 nicht zu hoch?
 
Petra-01

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  • #25
Nein, 7 ist perfekt.
Der normale Wert liegt zwischen 6.5 und 7,2
 
Poldi

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Danke 👍. Ich hatte gestern auf dieser Seite, im letzten Abschnitt, gelesen, das der PH Wert nicht über 6,2 kommen soll.
 
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  • #27
"Und dann bitte gleich ein geriatrisches Profil, da sind mehr Werte drin. Oder wurde das gemacht?"
→ Ich glaube das ist schon so ein Profil. Es sind zumindest wirklich sehr viele verschiedene Parameter aufgelistet. Ich hatte der Ärztin auch gesagt, sie soll bitte alles testen was nur irgendwie möglich ist. Nur die Blutauswertung hat alleine 120€ gekostet, kommt das hin für so eine Untersuchung?

"Wie ist denn das spezifische Gewicht vom Urin? (das ist der Wert zu leicht)
Bei einem Urin der zu "leicht" ist wird er relativ weit verdünnt. Das kann ok sein oder auch auf eine Erkrankung der Niere hindeuten. Deshalb würde ich da die Nierenwerte im Blut, Stichwort geriatrisches Profil, noch mal checken."
→ Der genaue Wert ist "1,011" (aber ohne Referenzwerte). Die Ärztin meinte er wäre zu leicht, was aber auch daran liegen kann dass das Tier an dem Tag nicht viel getrunken hat. Die Nierenwerte wurden mitgemacht, da ist alles im grünen Bereich.

"Kokken sind nun aber nicht näher definiert?"
→ Leider nein. Danke aber für die ausführliche Erläuterung! Das ist schon mal gut zu wissen. Mich hat es sehr gewundert, dass dazu nichts weiter gesagt wurde. Ich werde morgen nochmal anrufen und nachfragen, warum dieser Wert nicht weiter beachtet wurde.

"Die Frage noch, du hattest geschrieben sie hätte einen Entzündungshemmer bekommen.
Was genau wurde da gegeben, bitte den Namen des Medikamentes, war es eine Spritze oder Tabletten?"
→ Vor Ort wurde ihr nichts gegeben, wir haben das Medikament "meloxoral" mit nach Hause bekommen, das sie jetzt 1x täglich eine Woche lang bekommt. Ist flüssig (Dosierung nach Gewicht) und wird übers Essen gegeben. Das soll entzündungshemmend wirken. Ich finde es nicht gut, "auf gut Glück" Medikamente zu geben ohne die Ursache zu kennen und zu bekämpfen, möchte aber natürlich dass es meiner kleinen Maus einfach schnell besser geht :/ Und wenn es hilft, ist das ja auch irgendwie gut.

"Bleib da bitte mal dran, frag alles genau nach, schreib alles sofort auf.
Laß dir alle Namen von verabreichten und verordneten Medikamenten immer geben, schreib auch das auf, mit Datum und Dosierung. Nur so kannst du einen Überblick bekommen und evtl. später nachvollziehen was richtig war und was nichts gebracht hat. Auch für einen Arztwechsel ist das wichtig damit der sieht was bisher unternommen wurde."

→ Vielen Dank für Deine Tipps und Hinweise ♡ Das werde ich tun.
 
Petra-01

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  • #28
→ Der genaue Wert ist "1,011" (aber ohne Referenzwerte). Die Ärztin meinte er wäre zu leicht, was aber auch daran liegen kann dass das Tier an dem Tag nicht viel getrunken hat. Die Nierenwerte wurden mitgemacht, da ist alles im grünen Bereich.

Genau anders herum wird ein Schuh daraus.
Wenn viel getrunken wurde ist der Urin verdünnt und dann eben dieser Wert niedrig, "leicht"
Wenn wenig getrunken wird oder viel geschwitzt (eher für den Menschen gültig) ist der Wert höher, der Urin dichter, dicker, mehr gelöste Inhaltstoffe im Urin.
Auch sagt dieser Wert aus wie gut die Nieren arbeiten, wie viele Stoffe sie aus dem Harn konzentrieren können die dann im Urin ausgeschieden werden. Alles vereinfacht ausgedrückt, denn Niere und Harnsystem ist ein kompliziertes. :cool:

Und das Mittel ist gegen Schmerzen und Entzündung, da bitte darauf achten es vor Gebrauch immer sehr gut zu schütteln.
Ganz ok denke ich daß kein Antibiotikum ohne Antibiogramm gegeben wurde und mal kein Cortison.
Wenn es hilft ist es gut, länger als ein paar Tage würde ich es aber nicht geben.
Und es spricht dann auch nichts dagegen ein Antibiotikum wenn es nötig ist danach zu geben.
Also ich würde als nächstes noch die Kokken genauer bestimmen und eben schauen ob eine Antibiotikagabe nach Antibiogram nicht doch Sinn macht.
 
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