Plötzliche Verhaltensänderung nachts

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Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Bibi_n_Mink

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24. Januar 2023
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Ich bin gerade ein bisschen ratlos ob einer plötzlichen Verhaltensänderung einer meiner Katzen.

Bibi (4 Jahre, kastriert) reagiert seit zwei Nächten mit heftigem Knurren, Fauchen und teilweise Schreien auf Annäherung der zweiten Katze (Minki, 2,5 Jahre, kastriert). Beide leben seit Dezember 2022 bei mir; die Zusammenführung war anfangs schwierig, weil Bibi viel Angst hatte. Mit Tipps aus dem Forum und seit Mitte 2023 allerdings läuft es richtig toll; die beiden sind ein Herz und eine Seele und insbesondere Bibi liebt ihre Adoptivschwester wirklich sehr. Sie spielen super viel miteinander (fangen, manchmal auch kleine lautlos Raufereien, aber auch mit mir zusammen, z.B. mit der Federangel oder Klickern - das läuft immer super harmonisch!), beide liegen gern und häufig sehr eng beieinander, putzen sich und wenn eine mal "aus dem Blickfeld" ist, dauert es oft nicht lang, bis die andere nach ihr ruft oder sucht. Bilder aus den letzten Tagen habe ich mal angehängt (Bibi ist die braune, Minka die helle von beiden) - das ist hier der Standardzustand.

Normalerweise schlafen beide Mäuse mit mir im Schlafzimmer. Nach unserem Abendritual (langes Spielen und dann "Abendessen" - sie bekommen AYCE, also dann wird nochmal für die Nacht nachgelegt) schlafen die beiden i.d.R. bei mir: Minka auf der Kommode auf einem Kissen, Bibi bei mir im Bett an meinen Beinen.
Seit zwei Nächten (tagsüber ist alles normal!) reagiert Bibi aber plötzlich mit heftigen Reaktionen auf Minkas Präsenz oder Annäherung: Sie kommt nicht mehr ins Schlafzimmer, sondern wirkt irgendwie verschreckt und angespannt. Beim Spielen ist sie aber noch völlig normal. Wenn ich ins Bett gehe, "versteckt" sie sich und zieht sich so zurück, dass sie mit "Rücken zur Wand" sitzt (z.B. unter der Couch, auf ein Regal) und sobald Minka sich nähert, knurrt und faucht sie. Das Knurren und Brummen ist richtig laut. Die legt dabei die Ohren an, schreit teilweise richtig und scheint unfassbare Angst zu haben. In der ersten Nacht hat sie unter der Couch sogar Kot abgesetzt (das macht sie manchmal, wenn sie in Panik gerät). Auch, wenn Bibi Minka im Dunkeln auf dem Flur begegenet, faucht sie sie an, knurrt und wartet mit gesträubtem Fell, bis Minka das Feld räumt, flieht dann in eins ihrer "Verstecke".

Minka reagiert meistens erstmal mit "Stehenbleiben und sich die Darbietung ansehen" (was Bibis Reaktion noch verstärkt), dann in aller Regel aber deeskalierend: weggucken, weggehen, sich putzen, auf den Boden legen und strecken, Bibi ignorieren - jedenfalls in 99% der Fälle nicht aggressiv! Aber sobald sie sich nach einiger Zeit wieder nähert - es reicht schon, wenn sie an Bibi mit Abstand vorbeiläuft - oder Blickkontakt aufbaut, geht Bibi wieder total in den Verteidigungsmodus (?). Das geht die ganze Nacht so und ich habe die letzten zwei Nächte kaum geschlafen, weil Bibi so laut knurrt und faucht.
In der ersten Nacht habe ich Minka mit mir ins Schlafzimmer geholt (hier sind normalerweise zu jedem Zeitpunkt alle Türen offen, die Katzen dürfen also in jeden Raum) und die Tür geschlossen, um für Bibi die Situation zu entspannen, was dafür sorgte, dass beide jeweils auf ihrer Seite der Schlafzimmertür ein Katzenjammerkonzert gestartet haben, bis ich sie wieder geöffnet habe. Im ersten Moment schien Bibi das auch gut zu finden, dass Minki "wieder da" ist: sie haben sich an Nase und Popo beschnüffelt und Bibi ist mit locker erhobenem Schwanz entspannt ins Wohnzimmer getrabt, Minka hinterher. Nach 10 Minuten ging das Drama dann in den nächsten Akt.

Sobald ich aufstehe, das Licht anmache und mich mit beiden beschäftige, ist der Spuk sofort vorbei! Dann läuft Bibi fröhlich "mrppph" machend mit locker erhobenem Schwanz auf ihre Schwester zu, beschnuppert sie, legt sich zu ihr und alles ist, wie immer. Jetzt gerade hat Bibi sich aktiv zu ihrer Schwester auf die Kommode gekuschelt und lässt sich putzen.

Ich bin echt ratlos. Mein erster Gedanke ist natürlich, dass Bibi vielleicht Schmerzen hat oder in der Dunkelheit plötzlich nicht mehr gut sieht und deshalb Angst bekommt. Ich werde deshalb so schnell wie möglich mit ihr zur Tierärztin gehen, um das abklären zu lassen. Fressen, Kot- und Urinabsatz sind normal, beim Anfassen zeigt sie erstmal keine Anzeichen von Schmerz (aber das heißt ja nix).
Hat jemand von euch noch eine Idee, was dahintersteckt und was ich tun kann? Sollte ich beide nachts voneinander trennen, z.B. mit der Gittertür aus der Zusammenführung? Ich habe Sorge, dass die Beziehung darüber vielleicht auch grundsätzlich leidet, weil Bibi das so stresst, und das möchte ich wirklich nicht.

Vielleicht hat ja jemand schon mal was ähnliches erlebt und einen Tipp für mich. 🙂

Ergänzung: Es gab zwei Veränderung hier im Haushalt an dem Tag, bevor das Ganze angefangen hat (Mittwoch):
1. Ich bin das erste Mal seit 3 Wochen wieder arbeiten gegangen und war mehrere Stunden außer Haus. Vorher war ich wegen einer Lungenentzündung fast ausschließlich zuhause. Die beiden Mäuse haben mir sehr viel Gesellschaft geleistet, wir haben viel gekuschelt und gespielt in dieser Zeit.
2. Die beiden haben, weil DHL unsere Katzenstreubestellung verloren hat, ein neues Streu als Zwischenlösung bekommen, das sie bis dato noch nicht kannten. Es wird aber problemlos angenommen.
 

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Ich habe auch keine Idee, aber ich schubse dich mal nach oben.
 
Probleme mit dem Sehvermögen im Dunkeln war auch mein erster Gedanke. Um das abzuklären, könntest Du mal Nachtlichter einstecken und schauen, ob sich das Verhalten dann bessert. Das wäre dann ein deutlicher Hinweis, daß Bibi im Dunklen schlecht sieht.
 
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Reaktionen: Bon ClyMo
Ich wollte mal ein Update geben (vielleicht hilft es ja jemandem weiter, der in einer ähnlichen Situation steckt):

Nachdem ich im Dezember mit beiden Katzen bei der Vertretungs-TÄ (wegen Urlaub unserer TÄ) vorstellig geworden bin, hieß es: organisch alles unauffällig. Trotzdem wurde es zuhause immer schlimmer: es kam auch zunehmend auch tagsüber zu Streitereien, die teilweise in Kämpfe oder Flucht über Stühle und Bänke ausgeartet ist. Ich hab Zylkene, Feliway und Nachtlichter ausprobiert, aber jede Nacht sind die beiden eskaliert. Im Februar hat sich B zweimal eingepieselt und Kot abgesetzt, als ich jeweils kurz aus dem Haus war. Sie muss unheimliche Panik gehabt haben.

Daraufhin war klar, dass ich die beiden unbeaufsichtigt nicht mehr zusammen lassen kann. Also Gittertür installiert, die beiden getrennt und mit beiden separat und nebeneinander gespielt, geklickert, etc.. Minki hat ein Laufrad zum Auspowern bekommen, Bibi Tryptophan-Tabletten und viel Selbstbewusstseinstraining. Aber die Interaktionen wurden nicht entspannter.

Im März bin ich dann nochmal bei unserer Haus-TÄ vorstellig geworden, die dann noch einmal sehr gründlich beide Katzen auf den Kopf gestellt hat und - tada - an einem von Bibis Zähnen ein Loch entdeckt hat!

Also gings schnell zum Zahnarzt, der Zahn wurde entfernt, alles gründlich untersucht (alles okay, bisher kein FORL - phew!) und nach weiteren 1,5 Monaten Wiederzusammenführung mit nächtlicher Trennung hat sich die Stimmung deutlich entspannt. Seit Juni ist hier schließlich wieder kompletter Frieden eingekehrt. Die beiden sind wieder die allerbesten Freundinnen. Sie spielen, schmusen, putzen, raufen, fangen, toben, kuscheln. Nachts liegen sie zusammen auf ihrem Sessel oder der Kommode und schlafen wie kleine Steine. Bibi ist wieder der Schatten ihrer Schwester, der sie schon immer war und lässt sich auch nicht mehr von Minkis zeitweiser Penetranz einschüchtern.

Sie hatte wahrscheinlich richtig dolle Zahnschmerzen und war - verständlicherweise - einfach scheiße drauf! 🥹

In diesem Sinne: Lasst euch beim TA nicht abspeisen! Besteht auf eine gründliche (!!) Untersuchung. Und lasst euch nicht entmutigen, wenn es Zeit braucht - das kommt bestimmt wieder ins Lot!

Viele Grüße vom Team Double Trouble. 🙂
 

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