Phosphatbinder in jedem Fall bei CNE geben?

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Ayleen

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Hallo liebe Foris

Habe heute erfahren, dass meine 15-Jährige CNE hat und bin gerade etwas durch den Wind... :sad:

Der Crea-Wert ist bei 281 (Referenzwert bis 180), Harnstoff 17.9 (Ref. unter 13). Habe vergessen nach dem Phosphatwert zu fragen.

Wühle mich nun durch Tanyas Info-Seiten, während mir eine Bekannte mit CNE-Katzen dringend geraten hat, auf jeden Fall Phosphatbinder zu geben.

Die TAE empfahl Fortekor, was meine Heilige Birma bereits verschmäht hat, sowie wenn möglich Diätfutter (Birmchenbesitzer wissen wovon ich spreche...)

Meine Frage: Kann ich ihr das geliebte, hochwertige NaFu und Teilbarf weiter geben und dabei einen Phosphatbinder untermischen bzw. ist ein Phosphatbinder zwingend nötig, auch falls der Phos.-Wert noch nicht bedenklich hoch ist? (einen solchen hätte die TAE sicher berücksichtigt).

Meine Süsse wirkt (jetzt noch) recht agil, zwar mit einem (auch altersmässig) erhöhtem Schlafbedürfnis und grossen Pupillen (BD?, laut TA keine Netzhautablösung) Auch frisst sie täglich ihre zig kleinen Futtermengen.

Danke für Tipps!
 
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Agash

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Kein Barf mehr. Fisch auf keinen Fall.Wichtig wenig Protein und wenig Phosphat reiche kost.Kommst um Nierenfutter nicht herum.
Ist zwar schon älter aber um sich mal einzulesen.
http://www.felinecrf.info/was_passiert_bei_cni.htm
Man kann die Nierenfunktion nur versuchen aufzuhalten aber nicht heilen.
Wird nicht einfach auf Nierenfutter umzustellen denn es ist echt bähh.
Noch ist es Zeit denn dein Kater ist auf Stufe 2 und noch einiges machbar.
Drück Dir die Daumen und viel Kraft.
 
Labahn

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Kein Barf mehr. Fisch auf keinen Fall.Wichtig wenig Protein und wenig Phosphat reiche kost.Kommst um Nierenfutter nicht herum.

Magst du bitte genauer erklären, weswegen du dich hier so vehement gegen Barf aussprichst?

Natürlich ist bei CNI die (je nach Stadium mehr oder weniger) reduzierte Phosphataufnahme ein Grundpfeiler der Palliativbehandlung. Aber auch diese kann man mit Barf erreichen. Und man darf nicht vergessen, dass dem Tier auch das beste Diätfutter nicht hilft, wenn es dieses nicht frisst.

@TE Wann ist denn das nächste Blutbild geplant? Oder gibt es aus jüngerer Vergangenheit welche zum Vergleich? Gab es auch eine zusätzliche Urinuntersuchung? Ich hoffe hier melden sich mal noch ein paar User/innen mit mehr Erfahrung bei CNI und Blutwerten, daher push ich deinen Beitrag einfach mal mit meinem Post.
 
Catsnbooks

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Phosphatreduktion ist das A und O. Ob Proteinreduktion notwendig ist, ist bei Veterinärmedizinern umstritten - es gibt keine klaren wissenschaftlichen Daten dazu, ich habe mir die Studien selbst angeschaut - und ich würde die Ablehnung von barf deswegen so nicht unterschreiben. Meine persönliche Erfahrung: bei meinem Kater ist vor knapp einem Jahr eine CNI festgestellt worden, da daneben zahlreiche Unverträglichkeiten vorliegen, die Diätfutter ausschließen, habe ich danach erst angefangen Kochbarf und inzwischen auch barf mit Phosphatbinder zu füttern. Seitdem sind der Crea und auch der Phosphatwert wieder schön im Referenzbereich, Harnstoff ist moderat erhöht.

Also, Phosphatbinder auf jeden Fall (ich gebe Aluminiumhydroxid wie auf Tanya's Seite empfohlen - und zwar reines Aluminiumhydroxid aus der Apotheke, schmeckt nach nichts und stört den Kater nicht), Diätfutter nicht unbedingt, barf ist auch nicht unbedingt auszuschliessen.
 
Maiglöckchen

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Hallo Ayleen,

du kannst durchaus mit Phosphatbinder arbeiten. Bei CNI ist unumstritten, dass eine Phosphatreduktion notwendig ist (selbst bei normalem Phosphat im Blutbild), ob eine Proteinreduktion was bringt, ist hingegen durchaus umstritten.

Was heißt bei Dir Teilbarf? Wenn Du das Fleisch nicht supplementierst, ist das für die Nieren nicht so günstig. Zumindest Calcium solltest Du zusetzen, um das Ca-Ph-Verhältnis auszugleichen.

Inwieweit ist die CNI-Diagnose denn gesichert, bzw. sicher gestellt, dass keinen anderen Gründe für die erhöhten Nierenwerte sorgen? Ist der Urin untersucht worden (auf spezifisches Gewicht und den Protein-Kreatinin-Quotienten)? Gab es einen Ultraschall? Zeigt sie den nierentypische Symptome wie verstärkten Durst, morgendliches Erbrechen etc.?

Sollte sie einen erhöhten Blutdruck haben, gibt es neben Fortekor noch andere Möglichkeiten die Nieren zu entlasten. Mehr dazu findest Du auf den Seiten von Tanya.
 
Ayleen

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Hallo und vielen Dank für eure Antworten und Agash fürs Daumendrücken :)

@Maiglöckchen und Labahn: Zwecks ganz sicherer Diagnose steht der US noch aus, sowie der Urinstatus (Miez hatte beim Untersuch eine leere Blase). Beides erfolgt in ca. 3 Monaten inkl. erneuten Bluttest.

Äussere Merkmale (s. oben) und das Alter (15) sprechen leider schon für eine CNI. Bis dato war die Kätzin abgesehen von einem Darmvirus/Infekt, den alle meine Katzen vor ca. 5 Jahren hatten, stets gesund. Auch im regelmässigen Blutbild/Check waren nie Auffälligkeiten zu sehen.

Auf eure Hinweise hin habe ich die TAE auf das Phosphat angesprochen. Es sei noch knapp in der Norm. PS: Wie lautet eigentlich die Abkürzung auf dem Laborbefund? - kanns nicht eruieren.
Habe nun Pronefra bekommen, einen sog. Phosphorfänger.

Widerwillig zwar wegen der Zusammensetzung, gebe ich nach Abspache mit der TAE Diätfutter. GsD hat's die Kleine nicht abgelehnt ;), es reicht am Kampf mit der Fortekorgabe. Schlimmstenfalls versuch ich's dann mit Semintra.

Teilbarf heisst bei mir: Die 4. und kleine Mahlzeit pro Tag besteht aus rohem Huhn oder Rind. Das mögen sie alle und ist gut für die Beisserchen. Werde ich vorläufig mal weiter geben, auch damit nicht der ganze gewohnte Ablauf für die Kätzin geändert wird (frisst ja eh nur in Häppchen).

Eine neue Unklarheit für mich ist das laut TAE "etwas erhöhte" Kalzium, 3.79 mmol/L im Befund :confused:

Uff, muss da noch viel aus Tanyas Seite studieren. Hoffe, bin auf dem richtigen Weg…

PS: an die Modds: Könnt ihr diesen Thread bitte ins Unterforum "Nierenkrankheiten" verschieben? Danke!
 
Catsnbooks

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Auf eure Hinweise hin habe ich die TAE auf das Phosphat angesprochen. Es sei noch knapp in der Norm. PS: Wie lautet eigentlich die Abkürzung auf dem Laborbefund? - kanns nicht eruieren.
Habe nun Pronefra bekommen, einen sog. Phosphorfänger.


Hallo, laut Tanya's Seite ist bei CNI-Katzen, und bei älteren Katzen überhaupt, wichtig, dass der Phosphatwert eher in der Nähe der unteren Grenze des Referenzbereichs ist. Sie zitiert auch Studien dazu. Wenn er also fast an der oberen Grenze ist, ist er zu hoch.

Ich hatte mich letztes Jahr damit intensiv auseinandergesetzt und mich entschieden, Aluminiumhydroxid zu geben, weil bei dem Produkt, was mir die TÄ geben wollte, ich glaube (bin aber nicht mehr zu 100% sicher) es war auch Pronefra, auch noch andere Stoffe außer dem eigentlichen Phosphatbinder dabei waren und es außerdem wahrscheinlich auch den Magnesiumspiegel erhöht hätte, was auch wieder kontraproduktiv sein kann. Im Detail kann ich es jetzt nicht mehr erklären, aber ich kann Dir empfehlen, den Teil von Tanya's Seite zur Phosphatkontrolle ganz genau durchzulesen und evtl. auch die Auswahl der TÄ zu hinterfragen. Reines Aluminiumhydroxid bekommt man in der Apotheke, ist geschmacksneutral und wird bei uns anstandslos mitgefressen. Du brauchst allerdings ein Feinwaage (ca 10 Euro bei Amazon), weil es ziemlich wichtig ist, nicht überzudosieren.
 
Ayleen

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Vielen Dank Catsnbooks für deine ausführliche Antwort :)

Nachdem ich eeeeendlich mit dem untersuchenden, kompetenten TA sprechen konnte (nachdem seine Vertreterin durch Ignoranz betr. eruiertem Phosphatwert glänzte), riet auch er mit grenzwertigen Phosphatwerten unbedingt zu Phosphatbinder - wozu ihr auch geraten hattet! Werde mir das Aluminiumhydroxid besorgen (in der Hoffnung, dass meine Mäklerin es bestimmt nicht riechen wird). Ferne werde ich einen Homöopathen beiziehen.

Habt ihr übrigens entsprechende Erfahrungen gemacht?

Schon krass, die Meinung des ersten TAs nach 50 minütigem Ausharren mit Katz im Wartezimmer, dass ein geriatrischer Blutcheck bei einer 15-jährigen (!) Katze nicht notwendig sei, wenn sie keine Auffälligkeiten zeige. Soll sie denn bereits leidend in einer Ecke liegen?!! Und die Vertreterin des 2. aufgesuchten TAs hat null Ahnung von aussagekräftigen Befunden... :(

Puhhhh, wie soll man als Dosi so seine Katze unterstützen können :confused:

Bitte an die Mods, das Thema in die Rubrik "Nierenerkrankungen zu verschieben. Danke!
 
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