18-jähriger Kater wird heute operiert

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Felini

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Hallo liebes Katzen-Forum,

ich habe mich eben in diesem Forum angemeldet, da es mir momentan gar nicht gut geht und ich mir einfach alles, was mir gerade durch den Kopf geht, von der Seele schreiben möchte.

Es geht um den Senioren-Kater meiner Eltern, der nach einem schweren Unfall in ein paar Stunden (um 18 Uhr) operiert werden wird.

„Lutzie“ ist 1996 im Alter von ca. 10 Wochen zu uns gekommen. Damals war ich 8 Jahre alt und habe natürlich noch bei meinen Eltern gewohnt. Mittlerweile ist Lutzie fast 19 und ich lebe schon seit geraumer Zeit in einer eigenen Wohnung mit meinen eigenen bezaubernden Kätzchen. Natürlich habe ich Lutzie in den letzten Jahren nicht mehr regelmäßig gesehen und unser „Verhältnis“ ist nicht mehr ganz so eng wie früher. Trotzdem habe ich riesige Angst um ihn und kann die Stunden der Ungewissheit kaum ertragen.

Lutzies Unfall ereignete sich vor zwei Tagen - der Verursacher selbst war meine Mutter. Sie wollte wohl rückwärts aus der Hauseinfahrt ausparken und hat Lutzie dabei erwischt (ich mache meiner Mutter natürlich keine Vorwürfe; ihr geht es mit den Schuldgefühlen noch weitaus schlechter als mir. Wie sich der Unfall genau abspielte und wie es überhaupt dazu kommen konnte, weiß ich gar nicht im Detail). Der Kater wurde sofort zu unserem Tierarzt gebracht, der fast schon eine kleine Tierklinik betreibt. Es stellte sich noch am selben Tag spät abends heraus, dass die Hüfte beidseitig gebrochen ist. An diesem Abend meinte der Tierarzt auch, dass die Nerven der Hinterläufe vermutlich durchtrennt sind, da Lutzie nicht auf entsprechende neurologische Tests ansprach. Als Konsequenz wäre nur das Einschläfern in Frage gekommen. Am nächsten Tag gab es dann einen kleinen Lichtblick – Lutzie hatte abschwellende Medikamente bekommen und dieses Mal konnte der Tierarzt feststellen, dass seine Nerven im rechten Hinterbein noch funktionsfähig sind, während das linke Bein nur wenig – aber immerhin etwas – auf die Tests ansprach. Daraufhin meinte der Tierarzt, dass man unter diesen Umständen doch eine Hüftoperation in Erwägung ziehen könnte. Meine Eltern haben sofort zugestimmt. Natürlich wurde auch ein Blutbild gemacht, welches den Tierarzt zuversichtlich stimmte. Seine Nierenwerte sind für sein Alter offensichtlich auch noch im Normalbereich. Lunge und Herz sehen auf den Röntgenaufnahmen ebenfalls in Ordnung aus. Kurz und gut, der Tierarzt meinte, dass es keine Sicherheit geben wird, dass er jemals wieder mit allen vier Beinen laufen kann. Die Chance, dass er die Operation übersteht, soll angeblich bei 70% liegen.

Nichtsdestotrotz habe ich furchtbare Angst um Lutzie. Mit seinen fast 19 Jahren hat er ein stolzes Alter erreicht, was sich in den letzten Jahren auch deutlich bemerkbar gemacht hat. Er ist mittlerweile vollkommen taub, das Herz ist etwas schwach, weswegen er täglich Fortekor bekommt und außerdem ist er furchtbar dünn geworden, obwohl er Unmengen frisst. Gleichzeitig ist er aber unheimlich anhänglich und liebesbedürftig geworden.

Die letzten drei Tage haben wir ihn täglich besucht. Sein Zustand hat sich nach dem Schock vom Unfall von Mal zu Mal gebessert und er machte gestern und heute einen sehr wachen Eindruck. Wir haben ihm Laktose-freie Sprühsahne (schon immer seine Lieblingsmahlzeit) und Käse-Rollis mitgebracht. Er hat sich so sehr darüber gefreut und ganz gierig gefressen und immer mehr verlangt. Heute Vormittag hat er, als wir ihn besuchten, ununterbrochen und lauthals geschnurrt und gemaunzt (er hört sich ja selber nicht und ist daher immer sehr laut). Man hat richtig gemerkt, wie er sich gefreut hat und wie er unsere Anwesenheit und die Streicheleinheiten genossen hat. Aber das Bild, wie er da in dem Käfig mit drei einbandagierten Beinchen lag, vollkommen unfähig sich vom Kopf ab zu bewegen, hat mich gleichzeitig so unfassbar traurig gemacht.

Lutzie war immer schon so ein außergewöhnlich lieber, gutmütiger und lebensfreudiger Kater. Ich kann den Gedanken, dass ihm in diesem Alter noch ein Unfall inkl. aller möglichen Folgen widerfahren ist, einfach nicht ertragen. Auch wenn ich ihn in letzter Zeit nicht mehr oft gesehen habe und mich natürlich mehr auf meine eigenen Katzen konzentriert habe, verspüre ich immer noch eine unheimlich starke Zuneigung zu ihm. Er hat mich immerhin durch meine ganze Kindheit und Jugend begleitet.

Ich hoffe so sehr, dass er die Operation gut überstehen wird. Aber ganz tief im Inneren habe ich ein ungutes Gefühl und rechne unweigerlich mit dem Schlimmsten. Dabei wünsche ich es ihm (und natürlich auch meinen Eltern und mir) so sehr. Ich bin sehr traurig und fühle mich der Situation ausgeliefert. Ablenkung funktioniert nicht, die Gedanken kommen immer wieder – „Warum? In diesem Alter? Wie unfair…“
 
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Jubo

Jubo

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Liebe Felini,

ich drück' eurem Lutzie ganz, ganz fest die Daumen und wünsche ihm und euch, daß er die OP gut übersteht und wieder gesund wird. Katzen sind echte Kämpfer.

Ich kann deine Gedanken sehr gut verstehen. Man ist völlig hilflos und legt das Schicksal des geliebten Tieres in die Hände von Fremden. Man kann nur warten und hoffen.

Alle guten Gedanken für Lutzie!
 
Maiglöckchen

Maiglöckchen

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Es tut mir sehr leid, dass Euch das passiert ist.

Unfair ist es aber immer, wenn es einer Katze nicht gut geht, wenn sie krank wird oder einen Unfall hat. Versuche, Dich nicht zu sehr durch Dein ungutes Gefühl herunterzuziehen zu lassen. Katerchen zeigt doch jede Menge Lebenswillen und wenn nach so einem Unfall die Leckerchen so gut schmecken, dann ist das ein mehr als gutes Zeichen. Ich drücke jedenfalls ganz fest die Daumen, dass alles gut geht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Rickie

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Liebe Felini,
auch hier werden alle Daumen und Pfoten gedrueckt, dass Lutzie die OP gut uebersteht.
Wie es Dir momentan geht, kann ich nachvollziehen.
Da Lutzie in recht stabiler Verfassung ist, sollte man doch Hoffnung haben, dass er alles gut uebersteht.
 
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Felini

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Liebe(r) Jubo, Maiglöckchen und Rickie,

vielen Dank für eure Nachrichten, für euer Mitgefühl und für das Daumen- und Pfotendrücken. Es hilft zu wissen, dass jemand nachvollziehen kann, wie es einem in so einer Situation geht. Viele meiner Freunde und Bekannten haben selber keine eigenen Haustiere und daher nur bedingt Verständnis dafür, wie sehr man an seinen Tieren hängt und welchen Kummer sie einem auch bereiten können. Natürlich ist es immer sehr schlimm, wenn ein geliebtes Tier krank oder verletzt ist. Es erschreckt mich selber, wie sehr mich Lutzies Schicksal mitnimmt, obwohl wir ja in letzter Zeit nicht mehr allzu viel Kontakt hatten. Ich kannte das so noch nicht. Aber ihr habt Recht, ich sollte vielleicht nicht so pessimistisch sein.

Viele Grüße!
 
Annemone

Annemone

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Liebe Felini,
auch hier sind alle Daumen für die Lutzie gedrückt. Ich hoffe, dass sie die OP gut übersteht. Ich kann verstehen, dass Du Dich sehr sorgst und wünsche euch, dass alles gut wird.
 
Daisy

Daisy

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Auch wir hoffen und bangen mit Dir.
 
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Hallo liebes Forum,

hier ein kleines Update:

die OP verlief laut Tierarzt gut. Am Samstag um 22 Uhr bekamen wir den lang ersehnten Anruf. Die gebrochenen Knochen wurden mithilfe einer Metallplatte fixiert und ansonsten scheint es keine weiteren inneren Verletzungen zu geben. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass das Schlimmste überstanden ist.
Heute habe ich Lutzie in der Praxis besucht. Er ist immer noch sehr schwach und möchte momentan nicht fressen. Dabei wäre genau das essentiell, um wieder zu Kräften zu kommen. Angeblich geht es ihm aber schon besser als gestern.

Habt ihr entsprechende Erfahrungen? Wie lange dauert die Regeneration nach einer OP bei einem so alten Tier im Durchschnitt?

Ich hoffe so sehr, dass er sich wieder erholt.

Vielen Dank auch nochmals für eure Unterstützung und ganz liebe Grüße!
 
Maiglöckchen

Maiglöckchen

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Gut, dass Katerchen die OP überstanden hat. Bekommt er denn Schmerzmittel?

Und wird er in der Klinik "zwangsernährt", wenn er nicht fressen mag?
 
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Felini

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  • #10
Hallo Maiglöckchen,

ich konnte aus zeitlichen Gründen leider nicht lange bleiben und habe auch selber nicht mit dem Tierarzt geredet.
Ich gehe schwer davon aus, dass er Schmerzmittel bekommt, habe aber nicht explizit nachgefragt.
Er bekommt wohl regelmäßig Infusionen (welcher Art auch immer) und es wurde versucht, ihn mit einer Spritze zu füttern. Begeistert war er davon offenbar nicht.
 
Maiglöckchen

Maiglöckchen

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  • #11
Davon ist wohl keine Katze begeistert, aber es nützt ja nichts, sie müssen ja was im Bäuchlein haben. Wie geht es dem Patienten denn heute?
 
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Crazynic

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  • #12
Alles Gute!

Auch hier sind alle Daumen gedrückt, dass Lutzie bald wieder wohlauf ist und sein hoffentlich noch langes Leben genießen kann! Das wird schon wieder, er ist sicher auch zäh, sonst wäre er gar nicht erst so alt geworden!! *daumendrück*

Ich kann auch sehr gut mitfühlen, da mein Kater (auch Freigänger) ebenfalls 18 Jahre alt ist. Ich würde auch alles für ihn tun, wenn etwas passieren würde!!
 
Tilawin

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  • #13
Gute Besserung dem alten Herrn! :)

Für Nichttierbesitzer ist es oft schwer nachzuvollziehen wie sehr man an einem Tier hängen kann... Aber wir hier, wir wissen das. Hier ist man gut aufgehoben, wenn man Sorgen um ein Fellchen hat.

Ich wünsche eine schnelle Genesung und noch etliche glückliche Freigängerjahre!
 
Jubo

Jubo

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  • #14
Ich freu' mich sehr, daß euer Lutzie die OP gut überstanden hat. Das sind wirklich schöne Nachrichten. Ich hoffe, daß er inzwischen seinen Appetit wieder gefunden hat und nun fressen mag.

Weiterhin von Herzen gute Besserung für den alten Kämpfer :).
 
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Felini

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  • #15
Hallo liebes Forum,

leider habe ich es heute zeitlich nicht geschafft, unseren Kater in der Praxis zu besuchen. Ich habe mir aber ausführlich Bericht erstatten lassen.

Heute morgen war Lutzie offenbar den Umständen entsprechend ganz gut beieinander. Er hat die ersten Stehversuche gewagt, hat zur Freude des Tierarztes ein Häufchen gemacht und anscheinend relativ viel gefressen. Leider hat er aber kurze Zeit später alles wieder ausgespuckt.
Als meine Eltern am frühen Abend bei Lutzie zu Besuch waren, war er aber offenbar wieder sehr müde und schlapp. Er hat bis auf eine Kleinigkeit Laktose-freier Sprühsahne alle möglichen Leckereien verweigert. Nach Besserung seines Zustands sah das offensichtlich überhaupt nicht aus.

Gegen die Schmerzen bekommt er übrigens Morphium.

Er macht also - wenn überhaupt - nur sehr kleine Schritte in Richtung Genesung. Vor allem diese Ungewissheit ist für mich sehr anstrengend. Ich versuche jedes noch so kleine Detail zu analysieren und zu interpretieren. Auch wenn ich versuche optimistisch zu bleiben, habe ich immer noch (oder wieder?) dieses ungute Gefühl.

Liebe Grüße und nochmal vielen Dank für euren Zuspruch!
 
Maiglöckchen

Maiglöckchen

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  • #16
Kleine Schritte und auch Rückschritte sind nach so einer Operation bei einem älteren Tier aber normal. Möglicherweise haben ihm auch die Medikamente bzw. hat ihm die Narkose etwas auf den Magen geschlagen. Deine Eltern sollten ihm einfach alles zum Futtern anbieten, was er sonst besonders lecker findet, auch wenn es ungesund ist. Im Moment ist das egal. Vielleicht mag er ja Lachs oder Thunfisch, Dreamies oder Knuspertaschen, hier gehen bei kranken Katzen auch das Gourmet Eiersoufflee und die Felix-Tütchen sehr gut
 
Antje.

Antje.

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  • #17
Ich drücke Lutzie ganz fest die Daumen, und dass er bald wieder Appetit bekommt ;) :oops:
 

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