Kitten scheu - mit 7 Wochen normal?

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RomyTherese

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Hallo Zusammen,
wir sind absolute Neulinge in der Katzenwelt und haben uns heute 7 Wochen alte Kitten angeschaut. Sie waren wirklich scheu - anfangs war die Mama kurz fressen, da haben sie sich nur versteckt und als sie dann da war, haben sie wild gespielt, jedoch mit Abstand zu uns Menschen. Nun meinte der Besitzer, dass es gerade von Tag zu Tag besser wird mit der Scheuheit - so dass es sicher bis zur Abgabe in 5 Wochen schon geht.
Nun aber unsere Frage: Ist das wirklich normal, dass die Kitten in dem Alter so scheu sind oder sollten sie schon mehr Vertrauen zu Menschen haben?
Ganz lieben Dank
Therese
 
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Herzlich Willkommen im Forum!

Für Kitten, die in einem normalen Haushalt aufgewachsen sind und täglichen Kontakt zu Menschen haben, halte ich dieses Verhalten eher für ungewöhnlich. Wir haben aktuell einen Wurf vier Wochen alter Pflegekitten, die bei uns geboren wurden, und obwohl die Mutter auf der Straße aufgewachsen ist und immer noch sehr ängstlich ist, sind die Kleinen durch den Kontakt Menschen gegenüber extrem aufgeschlossen und zutraulich. Das Verhalten, das du hier beschreibst, kenne ich in der Art eher von jungen Katzen, die draußen geboren wurden und in den ersten Wochen keinen Kontakt zu Menschen hatten. Wir hatten beispielsweise letzten Herbst fünf Kitten, die im Alter von ca. 6 Wochen ohne Mutter draußen gefunden worden sind und in den ersten Tagen ähnlich scheu gegenüber Menschen waren.

Ich persönlich würde euch sehr ans Herz legen, lieber nach zwei Kitten aus dem Tierschutz zu suchen. Dort zahlt ihr pro Kitten eine Schutzgebühr zwischen 50-150€ (je nach Tierheim/Region) und für diesen Preis sind die Kleinen dann sowohl mehrfach entwurmt, geimpft als auch gechipt. Und im besten Fall sogar kastriert und FIV/FeLV getestet.

Die Kitten, die ihr euch angesehen haben, scheinen der Beschreibung nach nicht aus einer seriösen Zucht zu stammen.
Vermehrer (also Menschen, die Katzen vermehren ohne Zuchtverein und Stammbäume) sparen grundsätzlich an der medizinische Vorsorge der Elterntiere, so dass Erbkrankheiten unbemerkt an Dutzende wenn nicht Hunderte von Kitten weitergegeben werden oder Kitten direkt nach der Geburt an Blutgruppenunverträglichkeiten sterben. Meistens wird auch an anderen Stellen wie beispielsweise der medizinischen Grundversorgung der Kitten (Entwurmung, Impfungen, FeLV/FIV Tests, etc.) so wie der Ernährung gespart und viele Vermehrer geben ihre Kitten bewusst viel zu früh ab, um sich dadurch Kosten (Futter, Streu, Tierarzt) zu sparen.
Viele dieser Kitten haben schwerwiegende gesundheitliche Probleme und verursachen in den ersten Wochen und Monaten im neuen Zuhause horrende Kosten für ihre neue Familie.
Das Argument, mit dem ein solcher Kauf oftmals gerechtfertigt werden soll, ist "Aber sonst nimmt sie doch jemand anders!". Das ist aber leider etwas kurz gedacht: Möglicherweise "hilft" man dieses eine Kitten, aber viel entscheidender ist leider, dass man durch den Kauf einer solchen Katze eine riesige Maschinerie der Ausbeutung unterstützt. Mit jedem verkauften Kitten steigt der Gewinn für den Vermehrer und der Antrieb noch mehr "Ware" zu produzieren. Die Leidtragenden hierbei sind dann am Ende die Mutterkatzen, die einen Wurf nach dem anderen austragen müssen, die Deckkater, die unter sexuell übertragbaren Krankheiten leiden und oftmals weggesperrt leben müssen, weil sie ansonsten in der Wohnung markieren, und natürlich auch all die Kitten, die entweder direkt nach der Geburt sterben oder ihr Leben lang unter den Folgen dieser unkontrollierten Vermehrung leiden müssen.
Nachfrage reguliert das Angebot.
Erst wenn die Vermehrer reihenweise auf ihrer Kitten sitzenbleiben, ist es für sie nicht mehr lukrativ sondern sogar eher eine finanzielle Belastung ihre Katzen weiterhin decken zu lassen.
Solange sich aber immer und immer wieder Abnehmer für die Kitten finden, wird auch weiter produziert. Wieso auch nicht? Man kann ja immer behaupten, dass alle Kitten in "gute Hände" gekommen sind.

Gleichzeitig ist die Kapazität des Tierschutzes bereits jetzt, so früh im Jahr, vollkommen ausgeschöpft. Ich musste in der letzten Woche mehrfach Anfragen für die Übernahme von trächtigen Katzen, Katzenmüttern mit Kitten und mutterlose Kitten ablehnen, weil wir keinen Platz für weitere Pflegekatzen mehr haben.
Solange sich an dieser Situation nichts ändern und Abertausende von Katzen in Deutschland und den Nachbarländern ohne Zuhause auf der Straße sitzen und die Tierheime ihre Aufnahmekapazitäten regelmäßig überschreiten müssen, kann man es nur als absolut unverantwortlich bezeichnen, bewusst Katzen zu vermehren.
 
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Perron

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Das kommt immer drauf an, wie die Lütten aufgewachsen sind. Waren sie schon die ganze Zeit in der Wohnung und wie verhält sich das Muttertier gegenüber Menschen?
Ihr seid ja auch fremd und riecht anders, aber der Besitzer sollte dann schon an die Kleinen ran können.
Klingt jetzt nicht unbedingt nach seriösem Züchter. Ich würde mich lieber im Tierschutz umschauen und auf alle Fälle zwei Katzen nehmen.
 
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RomyTherese

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Erstmal lieben Dank für die schnellen Antworten.
Die Kitten wachsen im Haus bei den Besitzern auf. Diese sind Bekannte von uns und haben die Mama verwahrlost und trächtig bei sich aufgenommen. Die Kitten gehen zum Tierarzt, werden geimpft und entwurmt. Die Mama ist auch schon kastriert.
Wir sind halt nun nur verunsichert, wenn sie so scheu sind.
Liebe Grüße
 
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Margitsina

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Das kann ich auch nochmal betonen: geht ins Tierheim.
Bitte denkt an die Kater-Katzen Problematik. Wenn es unbedingt Kitten sein müssen, dann immer 2 Katzen oder Zweimaster aufnehmen.
 
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teufeline

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Erstmal lieben Dank für die schnellen Antworten.
Die Kitten wachsen im Haus bei den Besitzern auf. Diese sind Bekannte von uns und haben die Mama verwahrlost und trächtig bei sich aufgenommen. Die Kitten gehen zum Tierarzt, werden geimpft und entwurmt. Die Mama ist auch schon kastriert.
Wir sind halt nun nur verunsichert, wenn sie so scheu sind.
Liebe Grüße
Also alles gut. Die Kätzchen müsst ihr dringend anfassen, täglich, stündlich!
Das ist ein häufiges Missverständnis, das man die Kätzchen nicht anfassen darf!
 
rassekatze

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Herzlich Willkommen ,
Ist die Mama noch sehr scheu?
Vielleicht schauen die kleinen von der Mama die zurück Haltung ab.
Da hilft nur sich viel mit den kleinen beschäftigen.
Schön das deine Bekannten die Mama aufgenommen haben und ihr die Chance gegeben haben ihre Babys in Sicherheit zu bekommen. (y)
 
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GroCha

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Diese sind Bekannte von uns und haben die Mama verwahrlost und trächtig bei sich aufgenommen.
Dann sind es ja gar keine Vermehrer-Kitten, sondern im weitesten Sinne ausm privaten TS. Danke an dieser Stelle an die Bekannten, die sich dem Muttertier angenommen haben!

Dann wird das zurückhaltende Verhalten der Kitten auf das Verhalten der Mutter zurück zu führen sein.
Keine Panik, das kriegt man mit der Zeit raus.
Bei uns wohnen zwei ehemalige Straßenkatzen. Beide sind schon erwachsen gewesen, als sie bei uns einzogen und beide sind absolut zutraulich und schmusig geworden. Bei Kitten geht das viel schneller.
 
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Rickie

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Aus dem Tierheim kenne ich es so und so.
Wildlingsmamas, die uns nur anfauchen und sich nur verstecken, prägen ihre Babys schon auch zu kleinen Fauchis, aber man kann da mit zunehmendem Alter der Kleinen recht gut gegensteuern, vor allem, wenn die Mutterkatze nicht mehr bei den Kleinen ist. Und es hilft sehr viel, wenn man sich auch viel mit den kleinen Fauchi-Babys beschäftigt.

Wir hatten 2 Straßenkater aufgenommen, die waren da schon ca 1.5 Jahre, und die sind die Oberschmuser vor dem Herrn geworden, ebenso unser erblindeter Straßenkater, der zu Beginn nur geschlagen und gekratzt hat (kam auch als erwachsener Kater zu uns).

Den Bekannten mein Respekt, daß sie die verwahrloste Katze aufgenommen haben. :)
Ich kann Euch nur Mut zusprechen, daß das mit den Kleinen schon wird. :)
 
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Margitsina

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  • #10
Große Klasse von de8nen Bekannten.

Anfassen, hoch nehmen, rum tragen……oft öfter…noch mehr.

Nehmt ihr zwei Kater oder zwei Mädels? Wieviele Kitten sind es denn ?
 
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RomyTherese

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  • #11
Hallo 😊
Nochmal riesigen Dank für die ganzen Antworten und das Mut machen.

Es sind vier Kitten (3 Mädels und ein Kater) und wir interessieren uns für zwei wunderschöne Mädels. Nach wie vor habe ich aber Respekt, ob solche ängstlichen Kitten zu uns als Familie mit kleinen Kind (5 Jahre) und Hund (akzeptiert alles im Haus, was wir mitbringen 😅) passt ☹️
 
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  • #12
Hallo 😊
Nochmal riesigen Dank für die ganzen Antworten und das Mut machen.

Es sind vier Kitten (3 Mädels und ein Kater) und wir interessieren uns für zwei wunderschöne Mädels. Nach wie vor habe ich aber Respekt, ob solche ängstlichen Kitten zu uns als Familie mit kleinen Kind (5 Jahre) und Hund (akzeptiert alles im Haus, was wir mitbringen 😅) passt ☹️

Kitten sind halt immer kleine Wundertüten und man weiß nie, wie sie sich entwickeln.
Wenn ihr Bedenken habt, würde ich empfehlen, lieber nach einem älteren Katzenpärchen (ab 2 Jahren) zu suchen, das bereits Kinder- und Hundeerfahrung hat. Am besten von einer erfahrenen Pflegestelle, auf der ihr die Katzen vorab kennenlernen und abschätzen könnt, ob sie charakterlich in euren Haushalt passen.
 
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tigerlili

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  • #13
Kitten sind halt immer kleine Wundertüten und man weiß nie, wie sie sich entwickeln.
Wenn ihr Bedenken habt, würde ich empfehlen, lieber nach einem älteren Katzenpärchen (ab 2 Jahren) zu suchen, das bereits Kinder- und Hundeerfahrung hat. Am besten von einer erfahrenen Pflegestelle, auf der ihr die Katzen vorab kennenlernen und abschätzen könnt, ob sie charakterlich in euren Haushalt passen.
Das könnte in Eurem Fall die bessere Wahl sein. Kitten sind auch wahnsinnig anstrengend. Aber auch zuckersüß!
 
PonyPrincess

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  • #14
Ich kann nur empfehlen, dass die Kleinen viel angefasst werden - also jetzt schon. Vielleicht kannst Du das auch nochmal an Deine Bekannten ran bringen.
Es gibt leider immer noch viele Menschen, die die Kitten nicht anfassen.

Wenn es Bekannte von Euch sind, wäre es doch auch sicher möglich, dass Ihr vor
der Abgabe nochmal hin geht/fahrt um z.B. mit den Kleinen zu spielen und etwas
mehr Kontakt aufzubauen.
Sowas kenne ich zum Beispiel auch von Züchtern, dass sie es anbieten wenn man sich schon entschieden hat, vor der Abgabe noch 1-2x zu kommen.
Nur mal so eine Idee - vielleicht passt das ja bei Euch auch.
 
Flitzebacke

Flitzebacke

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  • #15
Hallo....

das Verhalten der Kitten ist völlig normal! Das wird sich mit Sicherheit geben, sobald die Kleinen bei euch sind.

Wahrscheinlich verhält sich die Mutter der Kleinen gegenüber Fremden auch zurückhaltend, was bei Freigängern häufig der Fall ist. Wäre ja auch ungünstig, wenn Freigänger zu jedem hingehen würden. -Dieses Verhalten gegenüber Fremden gucken sich die Kitten meist von der Mutter ab und zeigen sich deshalb nur in ihrer Gegenwart, weil sie sich dann sicher fühlen. Aber das wird mit der Zeit auch besser, um so älter sie werden. Mehr und mehr fassen sie dann auch Vertrauen zu Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung.

Die Mutter ist für die Kleinen im Moment die Welt. Wenn die Kleinen auch gegenüber der Katzenbesitzerin Scheu zeigen, heißt dass also nicht zwangsläufig, dass diese die Kleinen nicht in die Hand nimmt oder sich unzureichend kümmert.

Ich habe in der letzten zwei Jahren drei Würfe bis zur zwölften Woche begleitet, bei uns im Haus. -Alle Kitten waren anderes, trotzt täglichen Kontakt zu mir und meinen Kindern. Im zweiten Wurf waren nur 2 kleine Katerchen sehr anhänglich und haben ständig von sich aus den Kontakt zu mir gesucht, sich auf mich gelegt, meine Beine gewärmt usw. Andere hatten fast nur Augen für ihre Mutter und die Geschwister. So unterschiedlich können die Kleinen sein, obwohl alle aus einem Wurf stammen und man sie von Anfang an gleich behandelt.

Aus den ersten Wurf (2 Mädchen)unserer Katzenoma (jetzt kastriert) haben wir die schüchternste behalten. Kaum war ihre die selbstbewusstere Schwester mit 13 Wochen in Ihrem neuen Heim, hing sie bei mir am Rockzipfel und wich fortan nicht mehr von meiner Seite.

Ich habe auch alle meine beiden Katzendamen bei der Geburt begleitet und sie ließen mich auch von Anfang an die Kleinen anfassen, um sie zu wiegen u.ä. Sie haben also in mich ganz, ganz viel vertrauen. -Und dennoch gilt dies nicht automatisch für jedes ihrer Kitten. Aber das liegt ja eigentlich auch in der Natur der Sache!

Ich bin noch mit allen neuen Besitzern meiner Kitten in Kontakt. Auch diejenigen, die einer schüchternen Katze ein neues Zuhause gegeben haben, beschwerten sich bis jetzt nicht, dass dies auch so blieb. Die Kleinen werden sich eingewöhnen und auf ihre neuen Besitzer geprägt. Manchmal braucht es aber ein paar Tage Geduld: Die einen kommen in ihr neues Zuhause und verhalten sich von Anfang an so, als wäre dies schon immer so gewesen und die anderen verkriechen sich erstmal 2 Tage, bevor sie plötzlich und ganz unerwartet auf deinem Schoß Platz nehmen.

Lange Rede kurzer Sinn! - Die Katzen verhalten sich normal!
 

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