Katzen vertragen sich nicht mehr richtig

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Mr. Ozelot

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Ich versuche, es kurz zu halten. Wir haben eine Katze, und einen Kater (beide Geschwister).

Spät im Jahr 2011 hatte der Kater einen Tumor, dieser wurde wegoperiert. Der Katze gefiel der Geruch des TA natürlich nicht, als der Kater zurück war. Kurz darauf: Der Nachbar überfährt die Katze, ein Bein muss sofort amputiert werden.

Als wir sie verletzt fanden und in den Käfig steckten, war der Kater auch da und schaute zu und drehte sich nur, als wäre nichts passiert. Er hat aber gesehen, dass ihr ein Bein schon quasi fehlte. Aber er reagierte irgendwie nicht richtig darauf, schaute nicht mal richtig bzw. ignorierte es. Als würde es ihn nicht interessieren, oder als hätte er es nicht realisiert.

Sie war mehrere Wochen beim TA. Als sie zurückkam, war das für ihn auch komisch. Als dachte er, sie wäre tot, und da war sie, plötzlich zurück, das passte nicht zu seinen Gedanken.

Seit diesen zwei Geschichten habe ich das Gefühl, beide hätten sich gefreut, dass der andere endlich weg gewesen wäre. Das kann aber glaub ich nicht wirklich sein, denn ich kann folgendes beobachten:

- Sie legt sich gerne manchmal auf seinen Platz, wenn er gerade wo anders liegt (er tauscht alle paar Wochen den Platz). Es ist als ob sie seine Nähe suchen würde, und ihm folgen wollte
- Wenn sie spät abends noch draußen ist, geht er nicht auf seinen Platz schlafen, und macht sich noch sorgen, bis sie zurück ist. Er will auch unbedingt raus und eventuell lassen wir ihn auch, denn er spürt sie auf und "jagt" sie rein ins Haus. Dann ist er ruhig und kann schlafen gehen.
- Auf diese Art schützt er sie auch, wenn sie auf die Straße gehen will (eine sehr ruhige Straße, aber dennoch) - die Straße meiden sie aber jetzt generell. Wenn irgendwo ein Krach draußen zu hören ist, werden seine Ohren spitz und er fängt wieder an sie zu suchen oder ins Haus zu jagen als wolle er sie beschützen
- Manchmal geben sie sich Bussis auf die Lippen oder riechen aneinander
- Selten liegen sie nebeneinander, aber wenn scheinen sie sehr glücklich


Mir fallen aber auch viele Provokationen von beiden Seiten auf, ich weiß nur nicht bei wem es begonnen hat. Geht die eine manchmal einfach vorbei, schlägt sie die andere. Ich weiß aber, dass das eine "Rache-Aktion" ist, denn meistens passierte es kurz davor genauso nur umgekehrt. Und so geht das dann weiter, wo und wann das begonnen hat, weiß ich nicht…

Auch scheint viel Eifersucht hier zu herrschen. Liegt sie bei mir im Bett, weigert er sich, ebenfalls ins Bett zu kommen. Er schaut sogar sehr geschockt. In letzter Zeit habe ich es geschafft, dass er es dennoch tut. Aber das wird wohl so bald nicht wieder vorkommen: Als er ins Bett stieg, schlug sie plötzlich auf ihn ein und fauchte, er sprang voller Angst weg. Als wäre es "ihr" Platz. (Die Eifersucht kann auch beim Spielen vorkommen)

Um genau zu sein, ist er öfters sie, die auf ihn einschlägt. Es sieht weniger nach Spiel aus, sondern mehr nach einem Ernsten Problem aus. Vor nicht allzu lange war es noch schlimmer und sie bissen sich richtig stark und es lagen noch überall Katzenhaare. So schlimm ist es nicht mehr.

Ich habe fast das Gefühl, seitdem sie ihr Bein verloren hat, dass sie - weil sie Anfangs einige Privilegien hatte - jetzt denkt, sie wäre die Göttin schlechthin und hätte noch immer diese Privilegien und könne somit tun und lassen was sie wolle.

Er dagegen ist der Nazi unter allen Katzen, spielt gerne den Matcho, oft selbst feig, wäre er ein Mensch wäre er vermutlich frauenfeindlich, ist aber gutaussehend und muskulös, betrachtet jedoch das Weibchen mit ihren 3 Beinen vermutlich als nichts weiteres als ein armes Krüppel und deswegen habe ich oft das Gefühl er würde sie aufgrund ihres Schicksal total ablehnen.


Vielleicht könnt ihr mir helfen, diese Beziehung unter Geschwistern wieder in Schwung zu bringen. :) Ich hätte gerne wieder beide Katzen in meinem Bett!

Danke!! Mit dem "kurz halten" war's wohl dann doch nichts! Ach was mache ich mir vor, das wusste ich sowieso. :)
 
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Na dann schreibe ich mal was dazu. ;)

Ich denke du schätzt einiges völlig falsch ein.
Du beurteilst vieles sehr menschlich, gehst davon aus sie denken so wie du denkst.
Daß sie wie du Situationen beurteilen oder Dinge einschätzen.
Aber Katzen "ticken" völlig anders.

Ich suche mal einige Beispiele aus deinen Beschreibungen raus um es deutlich zu machen:
Er hat aber gesehen, dass ihr ein Bein schon quasi fehlte. Aber er reagierte irgendwie nicht richtig darauf, schaute nicht mal richtig bzw. ignorierte es. Als würde es ihn nicht interessieren, oder als hätte er es nicht realisiert.

Wie soll eine Katze darauf reagieren? Mit jammern und wehklagen, oh man hat meiner Freundin ein Bein abgefahren, sicher ist sie nun lange im Krankenhaus, wie wird es nur weitergehen?
Nein, er hat gemerkt daß etwas nicht stimmt aber eine Katze kann nicht einschätzen was ein Unfall ist und was so eine Verletzung bedeutet.
Mitleid mit verletzten Mitkatzen ist eher unüblich, oft wird eine verletzte katze eber noch gemobbt oder vertrieben.

Als dachte er, sie wäre tot, und da war sie, plötzlich zurück, das passte nicht zu seinen Gedanken.

:D Das ist fast lustig, entschuldige. Aber das hat der Kater sicher nicht gedacht.
Sicher hat er sie erst einmal gesucht und vermisst. Dann hat er sich daran gewöhnt und sie vergessen, je nach dem wie lange sie weg war.
Als sie zurück war hat er sich erinnert und sie bestimmt wieder erkannt.
Mehr nicht. Mehr hat er auch nicht gedacht.

geht er nicht auf seinen Platz schlafen, und macht sich noch sorgen, bis sie zurück ist.

Katzen machen sich keine Sorgen. :)


Ich habe fast das Gefühl, seitdem sie ihr Bein verloren hat, dass sie - weil sie Anfangs einige Privilegien hatte - jetzt denkt, sie wäre die Göttin schlechthin und hätte noch immer diese Privilegien und könne somit tun und lassen was sie wolle.

Nein, das DENKT sie nicht. Sie ist einfach Katze, eine ganz normale Katze.
Oft sind Katzenmädels ein bischen zickig, ein bischen dominanter als Kater, einfach gerne der Chef im Team. :)


Er dagegen ist der Nazi unter allen Katzen, spielt gerne den Matcho, oft selbst feig, wäre er ein Mensch wäre er vermutlich frauenfeindlich, ist aber gutaussehend und muskulös, betrachtet jedoch das Weibchen mit ihren 3 Beinen vermutlich als nichts weiteres als ein armes Krüppel und deswegen habe ich oft das Gefühl er würde sie aufgrund ihres Schicksal total ablehnen.

Das ist auch total lustig wie du es beschreibst, das aussehen spielt aber in Katzenkreisen nicht so sehr eine Rolle. Und eine Katze lehnt keine andere wegen ihres Schicksals ab.

Deine Katzen sind ganz normal, sie sind Katzen.
In gemischt geschlechtlichen Gruppen ist die Katze oft der Boss.
Leider spielen Katzen und Kater ganz anders, deshalb kann es Streß geben.
Ein anfauchen ist normal. Ein Hieb im Vorbeilaufen kann eine Spielaufforderung sein. Wenn der andere aber lieber anders spielt reagiert er oft nicht so wie gewünscht und dann gibt es wieder neuen Zoff.

Spiel mit ihnen, schau wie du beide gemeinsam beschäftigen kannst, mit Federangeln oder Bällen oder ähnlichem.
Ansonsten laß sie machen wenn es keinen massiven Streit gibt.
Falls doch könnte man Bachblüten probieren um sie zu unterstützen.
 

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