Freigänger evtl. gesünder und glücklicher als eine reine Hauskatze? Wer hat Erfahrungen mit beiden Haltungsformen?

Froschn

Froschn

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  • #21
Kommt auf die Katze ein. Meine beiden Katers könnte ich nicht einsperren, die gehen mir die nackten Wände hoch.
Ich hatte aber auch einen (ehemaligen) Streuner, der hat das Haus nie wieder verlassen. 16 Jahre lang nicht. (Außer zwangsweise per Kiste zum Tierartz) Trotz Katzenklappe und im Sommer offener Tür. Und freilaufendem Kumpel. Balkon war toll, raus *NEIN*
 
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  • #22
Wir haben Freigänger, von den zumindest die beiden Älteren im Winter nahezu zu Wohnungskatzen mutieren und nur selten raus gehen. Unsere Katze davor war auch recht häuslich, wie es sich bei unserem jüngsten Neuzugang entwickelt, müssen wir noch sehen. Derzeit streunt sie aber auch nicht übermäßig, sondern bleibt eher in der Nähe.

Es sind also keine Hardcore-Freigänger. Was ich aber definitiv feststelle, ist, dass ihnen irgendwann die Decke auf den Kopf fällt, wenn sie zu lange nicht raus können/wollen. Dann werden sie irgendwann unleidlich oder im Fall unserer älteren Kätzin (einer Schönwetter-Freigängerin par excellence) auch tendenziell depressiv.

Zudem sind die Temperamente der beiden älteren gegenüber der 3. jüngeren Katze schon recht unterschiedlich. Die Kleine hat einfach deutlich mehr Hummeln im Hintern. Trotzdem funktioniert das hier (wir haben auch das Glück drei sehr soziale Katzen zu haben, die das Leben in der Gruppe gewohnt sind), ich bin aber der Überzeugung, dass das zum großen Teil auch am Freigang liegt, weil sich das Ganze einfach deutlich entzerrt und die Kleine draußen viel Energie loswerden kann.
Ich bin mir nahezu sicher, dass wir in reiner Wohnungshaltung deutlich mehr moderieren oder der Kleinen aber eine/n Kumpeline mit etwa gleichwertigem Energielevel an die Seite stellen müssten. Von daher meine ich schon, dass der Freigang da eine positive Auswirkung hat.

Aber das ist natürlich wieder nur ein Einzelbeispiel. Wie andere schon schrieben. Es kommt immer auf die einzelnen Katzen an, eine allgemeingültige Aussage kann man daraus nicht ableiten.
 
M

Motzkatze

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  • #23
Und wie ist nun deine Erfahrung zum Unterschied Freigang/Hauskatze?
Furia konnte ich nicht drinhalten, sie war eine ehemalige Strassenkatze. Es hängt von der Katze ab, ob sie drinnen oder draussen glücklicher sind.
Mein Kater Patches sollte, laut Tierschutzorganisation, Freigang bekommen.
Also habe ich nach 6 Wochen die Tür zum Garten aufgemacht und Patches hat sich umgedreht und ist geflüchtet um nicht nach draussen zu müssen.
Vielleicht wurde er mal ausgesetzt.
Wenn deine Katzen nicht nach draussen drängen, lass sie einfach drin. Vielleicht kannst du auch einen kleinen Bereich des Garten so einzäunen, dass sie nach draussen können.
Dann können deine Katzen raus ohne Gefahr durch z. B. Autos oder Fremdfütterer.
 
K

KatzeK

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  • #24
Also habe ich nach 6 Wochen die Tür zum Garten aufgemacht und Patches hat sich umgedreht und ist geflüchtet um nicht nach draussen zu müssen.

Aus einer einmaligen Reaktion würde ich da nicht so viel ableiten. Tür aufmachen bedeutet auch: Wahnsinnig viele Reize auf einmal. Das kann auch für eine spontane Flucht sorgen.

Madame ist Freigängerin aus Leidenschaft aber als ich nach knapp 2 Wochen hier das erste Mal die Tür aufgemacht habe ist sie auch in den Tiefen der Wohnung verschwunden. Das war dann wohl zu viel Info auf einmal, vor allem da es draußen noch so einige andere Katzen gibt und sie da eh eher ein unterwürfiges Tier ist.

Durch die offene Tür ist sie anfangs auch nicht raus gegangen, nur durch ihre Katzenklappe. Das erschien ihr wohl "sicherer". Mittlerweile hat sich das gelegt, aber am Anfang fand sie offene Türen auch eher spooky, raus ist sie aber trotzdem so dass es nicht an einem Widerwillen gegen draußen gelegen haben kann.

Ich vermute dass sie die Klappe einfach bereits als etwas "von ihr beherrschbares" kannte und dabei eben auch weniger Reize auf einmal auf sie eingeprasselt sind. Bei der Tür hätte es ja sein können dass ich die wieder hinter ihr zumache oder so...und es kommen halt dann auch echt viele Reize auf einmal an, mehr als bei der Klappe wo sie das selbst dosieren kann.
 
Jimmys Mom

Jimmys Mom

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  • #25
. :(
Eine der beiden hat zur Zeit heftige Verdauungsprobleme (starke Verstopfung, mit ausgelöst durch Haarballen, wie es scheint) und auch der Magen
will nicht so, wie er soll.



Hat jemand die Erfahrung gemacht, dass es einer bisherigen Hauskatze seit Freigang psychisch und physisch evtl. besser ging?

Lieben Dank im Voraus.
Auf deine Frage habe ich keine Erfahrung, nein, aber ein paar Denkanstöße:

Das Krankheitsbild "Verdauungsbeschwerden" könnte tatsächlich mit Bewegung draußen und Grasfressen besser werden.
Allerdings würde ich, solange noch eine Tierärztliche Abklärung läuft, keinen Freigang gewähren. Einmal Freigang, meist immer Freigang, und dann wird die Medikamentengabe sehr viel komplizierter.

Nicht jeder Katze tut Freigang gleich gut. Ein Beispiel: Mein schwarzer Kater Jimmy aus dem Tierschutz ist hardcore Freigänger, selbst im Schnee wird er zum Schneeleopard und hat immer Hummeln im Hintern. Zu Beginn war er selbstbewusst und normal ängstlich. Leider wurde er jetzt ängstlicher und hat vor meinen Mann, wenn dieser steht und geht, Angst. Es muss draußen etwas oder mehrmals etaas vorgefallen sein, was ihn jetzt ängstlicher macht. Wenn ich dran denke, werd ich sehr wütend (anderes Thema).

Wenn deine beiden drinnen nicht den Anschein machen, raus zu wollen, würde ich mir den Freigang sehr gut überlegen... immerhin führt man auch ein kleines Raubtier mehr in die Kulturlandschaft ein.
 
redandyellow

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  • #26
Vorteile im Freigang: Ausgelastete Katzen, die genügend input bekommen und ihre Sinne einsetzen können. Bestenfalls spart man sich viel Klo saubermachen.

Nachteile: Bisswunden und Abszesse durch Kämpfe, Zecken, Würmer. Tote Amseln und Ratten, Maulwürfe und sonstiges Getier. Verschwundene Katzen :cry:
 
Linnet

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  • #27
Grad bei Verdauungsbeschwerden bei Freigang ist es halt auch oft so, dass die dann draußen kotzen oder Durchfall haben und man das ggf. einfach nur seltener merkt. Nicht jede Verdauungssache braucht zwingend ärztliche Behandlung - manches wird auch so wieder oder Katze frisst draussen was sie braucht um das selbst zu regeln
Soll heißen Freigänger haben ggf. nur gefühlt weniger mit der Verdauung
 

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