Fragen zu Kastration von Kätzchen

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Rickie

Rickie

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  • #41
Als Frühkastra würde ich auch alles bis zur 12. Lebenswoche bezeichnen.
Und man kann nicht sagen, ok, in 2 Wochen fängt der Kater an zu markieren und in 2 Wochen wird die Katze rollig.

Als jemand, die einige Tausend Kastras von Streunern betreut hat, rede ich mal aus Erfahrung, daß trächtige Katzen im Alter von 4 bis 4 einhalb Monaten keine so große Seltenheit mehr sind. Sie wurden also im Alter von 3 einhalb bis 4 Monaten gedeckt, das soll man sich mal durch den Kopf gehen lassen. Und ich beziehe mich da nicht auf Wohnungskatzen, sondern Streuner. Wie schon erwähnt, und das hatte ich auch schon oft hier geschrieben, die Geschlechtsreife setzt immer früher ein, weil Futter, Wärme und Licht quasi rund ums Jahr zur Verfügung stehen, auch für Streuner. Lebensmittel im Müll, Lichtverschmutzung in Städten, Wärmeschächte und dgl., gerade Städte und Großstädte sind doch ein wahres Paradies für frühreife Katzen.

Eigentlich kenne ich nur Nachteile für späte Kastra, und da beziehe ich mich halt nicht nur auf eine Handvoll Katzen.
Und wie auch schon geschrieben, Literatur und Langzeitstudien gibt es dazu inzwischen in Hülle und Fülle.
 
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Cats maid

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  • #42
Mit diesem Erfahrungshorizont von Rickie kann ich definitiv nicht mithalten. Wenn sie sagt das ist so, dann ist das so.

Im Tierheim hatten wir tatsächlich noch nie, in meiner ganzen Zeit ein 4 Monate altes trächtiges Kitten und auch bei meinen mir bekannten Züchtern gab' es das bisher nie, das ein Kitten mit 4 Monaten rollig war, in sofern kann ich nicht behaupten das ich eine Häufung solcher Fälle wahrnehmen könnte. Ich habe aber auch noch nicht Tausende von Kitten erlebt und meine Wahrnehmung ist hier sicher nicht maßgeblich.

Die Studien die ich kenne sagen auch tatsächlich alle eine Frühkastration hat - zusammengefasst gesprochen - keine körperlichen Nachteile und keine Verhaltenstechnische Nachteile.

Körperlich scheint mir korrekt belegt. Die Steinneigung hat vermutlich ganz andere Ursachen.

Verhaltenstechnische Nachteile ... das ist halt genau die Frage ... das ist schwer zu messen und es ist halt auch eine Frage der persönlichen Meinung dazu. Was ist den ein verhaltenstechnischer Nachteil? Nicht Kastrierte Katzen gelten gemeinhin als aggressiver und weniger anhänglich. Eine für Menschen sicher nicht schätzenswerte Eigenschaft.

Bei sehr früh kastrierte Katzen (leider finde ich das Studienergebnis dazu nicht mehr), sind aber im Verhältnis zu normal kastrierten Tieren mehr schüchterne und ängstliche Tiere aufgefallen. Allerdings beziehen sich diese Studien auch fast ausschließlich auf Tierschutzkatzen bzw. auf Katzen in Tierheimen.

Letztlich ist aber gerade das Thema Verhalten, kognitive Fähigkeiten, soziale Interaktion usw. generell nicht ausreichend untersucht und schon mal gar nicht in Hinblick auf das Schaden-Nutzen-Verhältnis zwischen früher/später Kastration. Dafür ist schlicht mehr Forschung notwendig.

Da ich aber nun mal überzeugt davon bin das es, wenn man sicher stellen kann, das es nicht zur unerwünschten Schwangerschaft kommt und man es schafft sie vor der einsetzenden Potenz zu kastrieren, nicht schadet sie eben nicht mit 3 Monaten zu kastrieren sondern etwas später, werde ich es bis zum Beweis des Gegenteils weiter so handhaben. Vor Potenz aber nicht vor 5 bis 6 Monaten.

Meine ganz persönliche nicht bewiesene These dazu ist nämlich, das ich so etwas selbstbewusstere und stabilerer Katzenpersönlichkeiten bekomme.
 
Krähe

Krähe

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  • #43
Unsere Lilly damals wurde mit knapp 3-4 Monaten kastriert. Sie war eine Hofkatze und wir haben sie von dort mitgenommen, weil sie uns nicht mehr in Ruhe lassen wollte.
Verhaltenstechnisch war sie verdammt willensstark. Ihre Kastration scheint sie da nicht beeinträchtigt zu haben. Sie war verdammt winzig (wir wissen bis heute nicht, warum) und wog wohlgenährt nur 2kg, aber das hielt sie nicht davon ab, sich mit den anderen Katzen im Freigang zu prügeln, Kaninchen und Co. anzuschleppen und auch Hunden ins Gesicht zu springen, wenn sie ihr zu nahe kamen.
Schüchtern sah da anders aus.

Shiva wurde auch sehr früh kastriert vom Vorbesitzer, ebenfalls Hofkater. Sein Verhalten ist ebenfalls null schüchtern oder verängstigt, er ist ein richtiger Draufgeher und testet seine Grenzen mit unserer anderen Katze gerne aus. Auch ist er verdammt frech.
Wie das bei Minze ist, kann ich nicht ganz beurteilen. Sie wurde erst mit 4 Jahren kastriert, da sie auf der Straße gelebt hat und schwanger gefunden worden ist. Aber trotz Kastration keinerlei Scheu oder Ängste, ähnlich wie Lilly hat sie einen starken Willen und ist mehr Kater als Katze im Verhalten.

Ich denke mal, dass Verhaltensveränderungen unterschiedlich sind und nicht 100% verglichen werden kann, da jede Katze und jeder Kater anders reagieren kann und wird. Aber eine Studie dazu wäre sehr interessant zu lesen. Manche Katzen werden wohl auch aggressiv nach der Kastra, manche nicht, es ist ziemlich interessant zu beobachten, wie die individuellen Tiere auf die Hormonveränderung reagieren.
 
Julia01

Julia01

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  • #44
Nicht Kastrierte Katzen gelten gemeinhin als aggressiver und weniger anhänglich. Eine für Menschen sicher nicht schätzenswerte Eigenschaft.
Ich würde sagen, in Haushalten mit zwei oder mehr Katzen (was ja hier im Forum ebenfalls stets angestrebt wird) ist das erstere definitiv ein verhaltenstechnischer Nachteil.
 
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Cats maid

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  • #45
Für mich ist es ein wirklich spannendes Thema, ganz besonders einen in Bezig auf Verhalten, lernen und soziale Interaktion.

Ich muss aber auch gestehen...die Diskussion gehört eigentlich gar nicht in diesen Thread.

Für die TE gilt sicherlich zu sagen... eher früher als später Kastrieren lassen. Körperliche Langzeitfolgen sind nach jetzigem Stand der Dinge nicht zu befürchten.

Beide Katzen zusammen Kastrieren lassen, aber nicht in ein und der selben Box.

Die ältere Katze setzt den Zeitpunkt der Kastration....
 
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  • #46
Meine ganz persönliche nicht bewiesene These dazu ist nämlich, das ich so etwas selbstbewusstere und stabilerer Katzenpersönlichkeiten bekomme.
Meine TÄ kastriert auch nicht VOR sechs Monaten.
Bei ihr hat das nichts damit zu tun, dass sie es nicht könnte, blablabla Gewicht und so, sondern nach ihrer Erfahrung, hat die Narkose in so jungem Alter den Effekt, dass die Kitten auch als erwachsene Katzen Kitten im Kopf bleiben. Wohlbemerkt, sie kastriert auch nur mit Monitoring und allem. Es kann also nicht an Sauerstoffunterversorgung liegen.

Ihrer Erfahrung nach, würde die Narkose das Hirn auf Pause stellen und dann könne es passieren, dass die Tiere eben Kinder im Kopf bleiben. Belegen kann sie das nicht, gibt keine Studie soweit ich weiß, weil das wohl kaum auffällt bei unseren Hauskatzen und sogar eher erwünscht ist, wenn sie weng kindlicher bleiben. Es is ein Erfahrungswert. Für mich klingt es logisch und nachvollziehbar - aber zum Glück werd ich nicht mehr in die Situation kommen, das abwägen zu müssen.
 
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  • #47
Beim Menschen ist es so, dass in der Pubertät die Hormone sehr viel mit der Gehirnreifung zu tun haben. Da werden die Synapsen nochmal ganz neu verschaltet. Beim Säugetier Katze wird das ähnlich sein. Vielleicht ist es eine Mischung aus beidem. Narkose und kürzerer Hormoneinfluss, der eine Änderung im Verhalten/der Reife bewirkt.
 
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Cats maid

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  • #48
Beim Menschen ist es so, dass in der Pubertät die Hormone sehr viel mit der Gehirnreifung zu tun haben. Da werden die Synapsen nochmal ganz neu verschaltet. Beim Säugetier Katze wird das ähnlich sein. Vielleicht ist es eine Mischung aus beidem. Narkose und kürzerer Hormoneinfluss, der eine Änderung im Verhalten/der Reife bewirkt.
Richtig und für mich eben ein Grund, sich die Katze bis kurz vor knapp normal entwickeln zu lassen.
 
MitMaske&Sombrero

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  • #49
Richtig und für mich eben ein Grund, sich die Katze bis kurz vor knapp normal entwickeln zu lassen.
Ich konnte damals einen guten Kompromiss finden und Zorro dann mit 5 Monaten (und das nur mit etwas Trickserei - "er fängt schon an zu markieren") kastrieren lassen, aber wenn ich Katze- und Katerkitten gehabt hätte, wäre ich da gewiss nicht so lange entspannt geblieben und kurz vor knapp kann dann auch zu spät sein!
 
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Cats maid

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  • #50
Ich konnte damals einen guten Kompromiss finden und Zorro dann mit 5 Monaten (und das nur mit etwas Trickserei - "er fängt schon an zu markieren") kastrieren lassen, aber wenn ich Katze- und Katerkitten gehabt hätte, wäre ich da gewiss nicht so lange entspannt geblieben und kurz vor knapp kann dann auch zu spät sein!
Natürlich...aber hier kommt zu meinen 5 lange Kastrieren sicher nicht noch ein gemischgeschlechtliches Kittenpaar dazu.😉
 

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