Eigenartiges Sehverhalten

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
lacroix

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Hallo,

hier mal eine Frage an Halter von "sehbehinderten" Katzen:

Eines meiner Tiere war schon immer etwas "anders": extrem scheu, aber durchaus gesprächig. Sie sucht den Dialog (mehr mit Katzen als Menschen), ist aber eigentlich durchaus verträglich (nie agressiv, aber halt sehr ängstlich bis panisch und zurückhaltend).

Sie zeigte schon immer einige Eigenheiten, die ich aber immer mit ihrer extremen Scheuheit assoziiert hatte: Wenn sie "ihre" Menschen kennt, kann man sie streicheln - aber nur, wenn man sie nicht direkt ansieht, sonst läuft sie weg. Sie kommt mit neuem Mobilar problemlos zurecht, kuschelt mit anderen Katzen - wird aber auch manchmal attackiert, wenn sie anderen - scheins unvermittelt zu nah kommt.

Sie reagiert auf Ansprache (Ton), aber starrt einem dann ins Gesicht; sie reagiert aber quasi GAR nicht auf Bewegungen:
- Spielangeln: null Reaktion auf Bewegung
- Handbewegung während Ansprache: keine Augenreaktion auf die Bewegung, nur Konzentration aufs Gesicht/die verbale An.sprache
- alle meine anderen Katzen reagieren auf Blinzeln, sie nie - sie starrt einen nur an.

Meine Vermutung ist, dass sie "sehgestört", wenn nicht sogar blind ist; wobei dagegen sprechen würde, dass sie sich mit neuen Möbeln, räumlichen Änderungen etc. sehr leicht tut.
Kann es nur eine Sozialisierungsstörung sein? (sie ist von kleinauf eine Angstkatze gewesen, und ist auch bis heute sehr scheu).

Bevor jemand auf die Idee kommt, mich zum TA zu schicken: Ja, ist klar - nur ist sie nicht einfang-/transporttauglich, wenn ich sie nicht sediere; und das unterläuft jedes Untersuchungsverfahren, es sei denn, ich leg sie schlafen und weise sile stationär ein zur längeren Beobachtung.

Und das tue ich nicht, ohne dass sie Leidensdruck hat. Sie ist aber so eigentlich happy und entspannt, halt nur "sonderbar" in der beschriebenen Weise.

Ich habe keine Erfahrungen mit blinden Katzen, daher meine Frage als "Indizienanalysye", ob ich mit meiner Vermutung ("Sehbeeinträchtigung bis zur Blindheit") recht haben könnte ...
 
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So wie du es beschreibst, würde ich auch vermuten, daß sie schlecht sehen kann. Gar nicht denke ich nicht, denn richtig blinde Katzen würden nicht darauf reagieren, wenn man sie anschaut und sie sich dabei unwohl fühlen (weil scheu o.ä.).
Wenn sie ein bestimmtes Objekt/Bewegung/andere Katze "erkennen" möchte auf Distanz, pendelt sie dann auch mit dem Kopf etwas hin und her? Weiß nicht wie ich es genau beschreiben soll, es ist so eine Bewegung aus der klar wird, sie versucht mit Hilfe von Gehör und anderen Sinnen etwas zu analysieren auf Distanz oder zu erkennen ohne es sehen zu können, die Kopfbewegung hilft dabei genauer zu orten. Genau das machen blinde Katzen, vermutlich auch die, die sehr schlecht sehen können oder nur hell/dunkel wahrnehmen.
Verändern sich eigentlich die Pupillen mit Lichtstärke? Manche Katzen können das nicht und so werden sie im sehen gestört, wenn es zu hell wird.

Liebe Grüße
Karen
 
C

catwell

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Nun, ich habe Erfahrungen mit blinden, sehgestörten Katzen und anderen Augenkrankheiten.

Leider muss ich dir sagen, dass ich immer zum Augen-TA fahre. Ich möchte doch einfach wissen, was dem Tier fehlt. Wenn dann Probleme wiederkehrend sind, weiß ich sie zu behandeln, bzw. lass nochmal einen Check machen.

PS.: Und ja, du solltest die Bewegung der Pupillen doch sehen!
 
lacroix

lacroix

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Erst mal danke für die Antworten.
Und ja, die Pupillen passen sich an und reagieren normal auf Lichteinfall. Kopfpendel als solches habe ich nicht bemerkt - nur, dass sie mehr auf Geräusche fokussiert als auf visuellen Input, zumindest, wenn ein Mensch involviert ist. (und da ich ja mit allen Katzen "spreche", gibt es meistens direkt akustische Reize für sie).

Wenn sie irgendwo hoch springt, scheint sie immer bedächtig "Maß" zu nehmen, springt aber sehr souverän und selbstbewusst, deshalb hatte ich nie das Gefühl, dass sie Sehprobleme haben könnte. Kratzbäume, Fensterbänke, selbst durch die Treppenstufen - kein Problem für sie.

Mir fehlt einfach die quasi unwillkürliche Kopf-/Blickreaktion auf visuelle Stimuli (wenn Mensch involviert ist).

Ich kann es am besten anhand einer Spielangel verdeutlichen: Bei einer Federange, wo auch wenig Luftzug und Geräusch ist, gibt's Null Reaktion. Bei einer etwas geräuschvolleren Variante gibt's die auch nicht, nicht mal im Sinne "was ist da los" - nicht mal unwillkürlich. Sie schaut weder auf die Angel noch auf die Hand, sie läuft entweder völlig ungerührt durch die Gegend oder schaut mir ins Gesicht.
Wenn ich damit umgeführ 5-10 cm vor ihrer Nase damit ein Gerüsch verursache (z.B. auf den Boden klopfe), schaut sie hin, aber fokussiert nicht die bewegte Angel, sondern schaut in Richtung Geräusch ... Es gibt einfach nicht diese reflexartige "Jäger-Blick-Reaktion, die sonst alle meine Katzen dabei haben.

Wie gesagt, ich hatte immer vermutet, dass ihre grundsätzliche "Menschenangst" alle anderen Stimuli überlagert, aber sie reagiert auch nicht auf Bewegungs-Trigger, wenn wir einfach irgendwo entspannt liegen (sie hält ja immer Distanz, kommt aber zwischendran immer mal Streicheinheiten abholen) ...

Nachtrag: Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein - jedenfalls kann sie prima und ohne Probleme Insekten jagen ... (wobei, ganz geräuschfrei sind diese ja auch nicht ;) )
 
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