Dritte Katze (Scheuchen) - Verhaltensänderungen im Rudel?

jeudyzaragossa

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Hallo zusammen!

Die Fragestellung ergibt sich aus einer Diskussion mit meiner Mama gestern, die gegen den Einzug von Lucy ist. Da wir nicht zusammen wohnen, ist die Entscheidung nicht von ihrer Zustimmung abhängig, aber sie kommt momentan einmal täglich, dreimal in der Woche nach den Katzen schauen, wenn ich auf der Arbeit bin. Sie macht dies absolut freiwillig und ich frage jede Woche, ob es in Ordnung ist, oder ob ich jemanden fragen soll. Deshalb respektiere ich ihre Ansicht, allerdings teile ich sie nicht und habe nun gesagt, dass ich Einschätzungen von aussen hole.

Vorgängig zu den Katzen, dann zu den Fragestellungen.

Zaragossa, Maine Coon, 7 Jahre alt. Oktober 2017 als ehemalige Zuchtkatze adoptiert, ruhig und ausgeglichen, sensibel (spiegelt vor allem meine Stimmung), gutes Sozialverhalten. Ist aufgrund Jeudys Krankheit immer ein wenig in ihrem Schatten gestanden und geniesst nun vermehrt die menschliche Aufmerksamkeit. Jeudy ist im April 2021 verstorben und es hat mir, ehrlich gesagt, das Herz gebrochen.

Zaragossa hat Jeudy resozialisiert und ging immer auf sie zu, hat den Kontakt gesucht, sie spielerisch angehüpft. Jeudy hat sich toll entwickelt, aber ich hatte den Eindruck, dass Zaragossas soziale Bedürfnisse nicht ganz erfüllt waren. Zaragossa ist nicht dominant, lässt sich aber auch nicht die Butter vom Brot nehmen, meistens ist sie einfach zu lieb. Auftritt Josie.

Josie, Europäische Hauskatze, 4 Jahre alt, wildgeborenes Scheuchen. Sie kam im Oktober 2019 und hat sich sofort in Zaragossa verliebt. Zaragossa ist den Sommer etwas ruhiger geworden und manchmal von Josies Zuneigung überfordert - z.B. köpfelt Josie Zaragossa manchmal die ganze Zeit an, wenn Zaragossa zum Napf laufen will. Zaragossa dreht sich einfach ab, kommt aber so in manchen Fällen kaum einen Schritt vorwärts. Selten gibt es einen sanften Pfotenhieb auf den Po. Josie respektiert Zaragossas Distanz oft non-verbal, ab und an kommt es zu einem Faucher.

Es ist sehr harmonisch, Streit gab es auch schon mit Jeudy nicht, auch nicht nach Tierarzt, Umzug, nächtliche Abwesenheit, Josies Kitten, Eindringlinge im Garten. Manchmal jagen sie sich spielerisch im Garten, es wird sich auch gegenseitig geputzt, sie fressen aus dem gleichen Napf, schlafen beieinander. Hier geht die Initiative jedoch meist von Josie aus. Deshalb ist meine Mama auch der Auffassung, dass Zaragossa Josie nicht brauche.

Lucy, Europäische Hauskatze, 4 Jahre alt, wildgeborenes Scheuchen. Lucy stammt aus derselben Streunerkolonie wie Josie und ist immer noch im Tierheim - nunmehr 4 Jahre (beide wurden als Jungtiere eingefangen). Für mich war eigentlich klar, sobald ein Platz frei wird, darf sie kommen und der einzige Grund, wieso ich damals Josie adoptiert habe, war, dass sie zugänglicher erschien und ich bis dahin keine Scheuchenerfahrung hattee. Josie und Lucy waren im Tierheim eng beieinander.

Alle Katzen haben ein gutes Sozialverhalten. Die Zusammenführung mache ich mit Gittertüre. Die Zusammenführung Josie mit Zaragossa und Jeudy war unspektakulär: Jede hat sich an der Gittertüre gesehen, gut war.

Die Fragestellungen​

1) Josie hat über die 2 Jahre an Selbstbewusstsein gewonnen und beginnt nach Jeudys Tod auch ganz langsam ihre grossen Fussstapfen zu füllen. Sie zeigt sich etwas dominanter, respektiert Zaragossa nach wie vor. Meiner Meinung nach hat ihr Selbstbewusstsein mehr Einfluss auf ihren Umgang mit der Umwelt, rudelsfremde Katzen (sie macht auf dicke Hose, aber ist nicht aggressiv oder provokativ und vertreibt auch Eindringlinge nur gerade so, wie nötig) und Menschen.

Meine Mama denkt jetzt, dass mit Lucy Josie sich noch stärker fühlt und die beiden beginnen Zaragossa zu mobben.
Gleichzeitig sagt sie aber auch, dass Josie und Lucy sich dann zusammentun und Zaragossa ausgrenzen und sie so keinen Sozialkontakt mehr hat.

2) Alles sind Freigänger. Josie und Zaragossa sind sehr zuverlässig, gehen nicht weit und sind grundsätzlich pünktlich. Lucy wird man nicht wissen, sie hatte seit Jahren keinen Freigang mehr, nunmehr seit 2 Jahren ein Aussengehege. Josie war am Mittwoch lange (geschätzt 16 Stunden) weg und womöglich hat sie sich verirrt. Sie ist wieder da und hat ihren Rhythmus am nächsten Tag normal aufgenommen.

Meine Mama macht sich Sorgen, dass sie, wenn sie mit Lucy eine Partnerin an der Seite hat und Lucy früher auch Streunerin war, Josie sich wieder auf alte Wege (Streunertage) begibt und durch Lucy animiert wird mit ihr zu streunen und somit die Bindung zum Haus verliert.
Während ich nicht weiss, wie Lucy den Freigang (den sie frühestens im Winter erleben wird), findet, kann ich mir das auch nicht vorstellen. Josie orientiert sich auch in beängstigenden Situationen immer öfter am Haus (Gewitter) oder Zaragossa, und immer weniger am Schuppen, der früher Zufluchtsort Nr. 1 war. Auch als Zaragossa im Mai 24 Stunden verschwunden war und ich sie gesucht habe, blieb Josie immer am Haus.

Ich würde sehr gerne von euch wissen, anhand eurer Erfahrungen oder der Einschätzung, wie ihr das seht? Ich bin für eure Meinung dankbar! 😊
 
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