2. Kater zu vorhandenem Katzenpärchen?

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Lukrezia

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Liebe Katzenprofis,

ich brauche Euren Rat, bevor ich irgendwas total falsch mache!

Ich habe seit knapp 3 Jahren ein Katzenpärchen aus dem Tierschutz, Sissi (ca. 6 Jahre) und Franz (ca. 7 Jahre). Sie kamen aus sehr schlechter Haltung, Katzenhoarder mit 32 Katzen auf 30 qm, sind dementsprechend auch extrem scheu. Es wird zwar in Minischritten besser (man kann näher an ihnen vorbeigehen, sie liegen auch mal mit im Bett) aber von zutraulich (anfassen) sind wir noch Lichtjahre entfernt.

Jetzt ist das eigentlich ein echtes Dreamteam, man dackelt gemeinsam zum Essen, kuschelt, putzt sich gegenseitig, lauert oder chillt auf dem Balkon aber wenn Franz Ambitionen zum Raufen bekommt ist es aus (so 2 - 3 Mal am Tag, soweit ich es mitbekomme). Anfangs hat sogar manchmal sie angefangen und sie haben sich gebalgt, sie hat ihn in den Schwitzkasten genommen und ihm richtig kalt-warm gegeben. Seit ca einem halben Jahr ist das aber anders. Er tatscht sie an (los! rauf mit mir!), es kommt von ihr keine Reaktion, dann springt er sie an und beißt gleich volle Kanne in's Genick oder sonst wo hin, ein Quieken von der Maus und schon zischt sie unter's Bett.

Franz ist im letzten halben Jahr ziemlich aufgetaut, er ist relativ häufig sichtbar (Scheukatzenbesitzer werden verstehen was ich meine), pennt gerne auf dem Esszimmersessel und nicht unter dem Bett, geht tagsüber auf Patrouille, liegt abends tiefenentspannt bei mir im Bett wenn ich lese, diese riesigen Panik-Augen habe ich seit langem nicht mehr gesehen. Allerdings ist er seitdem irgendwie ... "kateriger" geworden, er rast in der Früh und am Abend herum, brüllt und murrt in allen möglichen Tonlagen (also nicht "Schmerz" sondern eher so "waah, wohin mit meiner Energie!"). Sissi macht hin und wieder mit und ergänzt das Konzert um ein Zwitschern aber die chillt lieber auf dem Balkon und beobachtet Fledermäuse oder fängt Nachtfalter.

Laut dem Tierheim war Franz in der Katzengruppe der Rudelführer. Kann es sein, dass mit zunehmender Zutraulichkeit auch das Selbstbewusstsein wächst und er wieder diese Rolle einnimmt? Und er jemanden braucht den er hin und wieder dominieren kann? Mit Besteigen, Nackenbiss und allem pipapo...

Sonst ist er voll der Beschützer, lässt Sissi beim Essen den Vortritt (sogar bei den Leckerlies!!!) nur diese Raufereien machen mir Sorgen zudem Sissi seitdem wieder mehr Zeit unter dem Bett verbringt.

Jetzt ist meine Überlegung, ihm einen Raufkumpel zu besorgen (Hab' auch schon was im Auge :)) aber natürlich voll die Panik, dass ich mir dadurch womöglich mehr kaputt als ganz mache. Sollte die Sissi dann vielleicht auch ein Mädchen für sich bekommen? Aber bei 2 Neuzugängen gleichzeitig wird mir jetzt schon schwindlig...

Noch ein paar Fakten, wir ziehen demnächst in ein Haus mit 120 qm wo wir den Katzen auch gesicherten Freigang bieten werden (erst klein und später dann wahrscheinlich den ganzen Garten). Kurz nach dem Umzug hatte ich den Neuzugang geplant, da dann eh erst mal alles anders ist und auch noch keiner das Revier abgesteckt hat. Ist das eine Schnapsidee? Ich dachte halt, Mr. Zutraulich-Zweitkater könnte meinen Scheuchen auch die Eingewöhnung leichter machen wenn er sich beim Erkunden nicht auch noch vor den Menschen fürchtet. Da kann man sich ja was abgucken ;-).

Was meint Ihr?

Vielen Dank und liebe Grüße
Lukrezia
 
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rassekatze

rassekatze

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Guten Morgen,
deiner Beschreibung nach fehlt ihm wirklich ein Raufkumpel. Sicherlich wird den beiden der gesicherte Freigang gefallen.
Die Idee den Neuzugang gleichzeitig mit dem Umzug einziehen zu lassen finde ich gut.

Ich würde dir raten den neuen Kater von einer Pflegestelle zu nehmen, die können ihre Tiere gut einschätzen.
Wenn Franz einen Kumpel hat kann Sissi zuschauen oder mitmachen. Auf jeden Fall ist sie dann entlastet.

Viel Glück bei der Suche.:)
 
Vitellia

Vitellia

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Hallo Lukrezia,

ich kann deine Gedanken und Bedenken total verstehen. Wir haben hier eine ähnliche Konstellation - Kater-Katze-Pärchen, die sich blendend verstehen, aber beim Spielen nicht so wirklich auf einen Nenner kommen. Wobei bei uns die katerigen Raufattacken nicht wirklich heftig sind und unsere Kätzin dadurch zum Glück auch nicht allzu gestresst wirkt. Sie entschwindet zwar auch mal entnervt unterm Sofa, kommt aber nach einer halben Minute wieder hervor. Und sobald sie irgendwo auf eine erhöhte Position geflüchtet ist, lässt er eh ab. Madame hat nämlich eine Linke und eine Rechte , die es in sich haben. ;)

Trotzdem habe ich bisweilen das Gefühl, dass er ein bisschen unausgelastet ist und habe auch schon überlegt, ob unser Kater vielleicht einen Raufkumpel braucht; und habe gleichzeitig Angst, dass dadurch dann das an sich harmonische Gefüge zerstört wird.

Aber bei bei euch scheinen die Diskrepanzen ja schon etwas stärker zu sein. Da würde ich tatsächlich ernsthaft über einen Raufkumpel nachdenken.

Dass euer Kater mit steigendem Selbstbewusstsein wieder in alte, dominantere Rollenmuster verfällt, halte ich übrigens durchaus für plausibel.
 
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Lukrezia

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Naja, ich habe mich eh schon in einen Raufkumpel verguckt (Pflegestelle/Vermittlung, die hier auch aktiv ist - Details gibt's noch nicht ;-)). Der Kerl wäre ca. 2 Jahre jünger als mein Rabauke, wird als dominant und verfressen beschrieben (und absolut hinreißend... aus Menschensicht :pink-heart:).

Ist die Frage, wie dominant er wirklich ist. Franz kann durchaus eine Zurechtweisung vertragen (meiner Meinung nach und Sissi gibt mir sicher Recht), ein Weichei brauche ich nicht, ich hoffe nur, dass die Beiden sich dann in absehbarer Zeit ausschnapsen wer der echte Chef ist ^^
 
Grinch2112

Grinch2112

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Also bei uns hat ein weiterer Kater passend zu unserem Kater wirklich viel Angespanntheit zwischen den Geschlechtern gelockert. Und das Katerchen ist so perfekt sozialisiert, dass er auch manchmal einfach nur mit unserer Merle fangen spielt. Es muss nicht immer so perfekt passen wie bei uns jetzt, aber es könnte.
Leider löste der weitere Kater nicht das Problem mit unserer Mila, aber das ist eine andere Geschichte.
 

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