Zusammenführung gescheitert?

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Katkokos

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Hallo zusammen,

ich befinde mich gerade in einer sehr anstrengenden und traurigen Situation, vielleicht weiß einer einen guten Rat oder hat ein nettes Wort für mich.

Vor über 6 Monaten habe ich zu meinem 3 jährigen Kater einen kleinen Kater dazugeholt (Babykatze). Ich habe mich so viel darüber informiert und entschieden, dass mein großer Kater nicht mehr alleine sein soll. Er ist Freigänger (draußen hat er auch Kontakt zu anderen Katzen), aber das ersetzt ja keinen Freund zu Hause - vor allem wenn ich arbeiten bin etc.

Aber es funktioniert überhaupt nicht. Der kleine ist mitlerweile kastriert und will mit dem großen spielen oder sich an ihn kuscheln, wenn er schläft - aber der große lässt es alles nicht zu. Er knurrt nur noch (seit einem halben Jahr fast ständig, es wird immer schlimmer, habe ich das Gefühl), er faucht (auch mich an) und läuft nur noch geduckt durch die Wohnung.

Ich habe ihm Bachblüten Tropfen gegeben (Tipp vom Tierarzt), Raumsprays für Katzen verwendet, habe ihn mal mehrere Tage drinnen gelassen oder habe ihn rausgelassen, sobald es ihm zu viel wurde. Spreche viel mit ihm, bevorzuge ihn, lasse ihn in Ruhe, wenn er knurrt und faucht.

Alle sagen immer "das braucht Zeit". Aber ist über ein halbes Jahr nicht genug Zeit? Für mich ist die Zusammenführung gescheitert, ich kann mir nicht vorstellen, dass es besser wird und ich zwei miteinander spielende und schmusende Katzen zu Hause vorfinde.

Was soll ich also tun? Einen abgeben? Wie kann ich mich da richtig entscheiden? Ich liebe den kleinen nach seinen ersten sechs Monaten bei mir zu Hause natürlich genauso sehr wie den großen - und von ihm werde ich nicht angefaucht und angeknurrt :(
 
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JeLiGo

JeLiGo

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Hallöchen :)

Keine schöne Situation, das verstehe ich. Aber ich verstehe auch Deinen Kater: Du hast einem Jungerwachsenen ein Baby/Kleinkind vor die Nase gesetzt. Das passt meistens ganz und gar nicht, da Spiel- und Tobebedürfnis dann doch sehr unterschiedlich sein können. Leider wird es immer noch sehr oft von Seiten TH/TA empfohlen, aber wie in Deinem Fall leider fälschlicherweise. Besser wäre gewesen, einen etwa gleichaltrigen Kater mit ähnlichem Charakter dazuzusetzen.

Dein "Altkater" kann sich ja immerhin draußen mit Artgenossen austoben, wenn er dann reinkommt und sich ausruhen möchte, nervt ihn der Kleine mit seiner Spielwut vermutlich.

Wenn Dein "Altkater" nach 6 Monaten immer noch faucht und geduckt durch die Wohnung läuft, sehe ich persönlich die Zusammenführung als gescheitert an. In dem Fall bleibt nur, dem Jungkater ein neues Zuhause mit gleichaltrigem Kumpel zu suchen. Und wenn sich Dein "Altkater" wieder beruhigt hat, einen passenden Freund für ihn suchen. Dann aber eine langsame Zusammenführung starten - hier ist es gut erklärt:

http://www.katzen-forum.net/eine-ka...ie-langsame-zusammenfuehrung.html#post2102618

So schwer es Dir fallen mag, den Kleinen abzugeben, aber den "Altkater" abzugeben, wäre nicht fair. Er faucht Dich ja nicht aus Bösartigkeit an oder weil er Dich nicht leiden kann, sondern weil er total verunsichert ist.

Wichtige Frage für eine neue Vergesellschaftung wäre, wie der "Altkater" (hat er auch einen Namen? :)) bisher gelebt hat. War er von klein auf bei Dir? Wie alt war er bei Einzug? Hat er die 3 Jahre allein bei Dir gelebt? Kennt er außer den Katzen draußen im Freigang Katzengesellschaft?
 
abraka

abraka

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Ich schließe mich JeLiGo an. Das war ein schlechter Rat.

Auf Menschen übertragen hast du ein agiles Kleinkind mit einem jungen Menschen zusammengesetzt. Der junge Mensch geht arbeiten und auf die Piste und will seine Ruhe, wenn er zu Hause ist. Das Kleinkind will aber Aufmerksamkeit und spielen und unterhalten werden.
Würde bei Menschen so einfach ja auch nicht funktionieren.

Da der Altkater sehr gestresst zu sein scheint, würd ich entweder
- einen zweiten jungen (!) Kater passend zum kleine Kater dazu holen . kann funktionieren, kann aber auch schiefgehen, wenn beide dann deinen "Altkater" nerven
oder
- den kleinen Kater abgeben und den älteren Kater langsam mit einem passenden gleichaltrigen Kumpel zusammenführen.

So seh ich das auch als gescheitert an.
 
K

Katkokos

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Wir überlegen, ob wir eine Tier/Katzenpsychologin kommen lassen sollen. Glaubt ihr das könnte was bringen? Also dass sie eine neue Idee hat?

Hab auch überlegt, ob ich noch mal Clicker Training mit dem großen (nox) anfangen soll. Das hatte ich beim Einzug auch gemacht, aber es hat gar nicht geholfen. Aber vielleicht, wenn ich zuerst mit ihm alleine trainiere und später ihn bestärke (also klicke) wenn der Kleine in der Nähe ist?

Es ist so schade, aber dieses genkurrer halte ich auch lange nicht mehr aus. Das zerrt wirklich auch an meinen Nerven.
 
abraka

abraka

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Eine gute Tierpsychologin wird dir wohl genau die zwei Tipps geben, die du hier auch bekommen hast.
Aber du kannst es ja versuchen.
 
JeLiGo

JeLiGo

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Versuchen kannst Du es, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht an einen Erfolg.
Bedenken sollte man m. M. nach auch, dass es für das Jungtier besser ist, wenn es zeitnah umzieht, denn noch ist es jung genug, um sich schnell an ein neues Zuhause zu gewöhnen. Damit will ich Dich nicht zu irgendwas drängen, aber wie gesagt, sollte mit berücksichtigt werden.
 

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