Vergesellschaftung - was ist das Ziel?

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TineMandarine

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Hallo zusammen,
Ich wende mich an euch, weil ich nicht mehr weiter weiß was die Vergesellschaftung meiner zwei Kater angeht. Ich habe das Ziel aus den Augen verloren bzw. tue mir gerade so schwer damit einzuordnen mit welchem Ergebnis ich zufrieden sein kann/muss/soll.

Zu den Katern:
Unser erster Kater ist 2015 geboren, lebt seit November bei uns. Er kommt aus dem Tierheim, hat dort in einer Gruppe mit 3 weiteren Katzen und Katern gelebt. Vorher bei einem Mann, vermutlich als Einzelkatze. Der Mann ist verstorben, deshalb kam er uns Tierheim. Er ist mein Katerchen.
Unser neuer Kater ist 2019 geboren, in Deutschland als Straßenkatze geboren. Er wurde an einer Futterstelle zusammen mit ander n Katzen gefüttert und dort im März per Lebendfalle eingefangen, kastriert und war 3 Wochen im Tierheim , bis er zu uns kam. Bei uns lebt er seit 10 Wochen. Er ist mein Stiefelchen.

Der Hintergrund:
Ich möchte schon ganz lange eine Katze haben, bisher haben wir aber so gelebt, dass Freigang nicht möglich war. Wir sind 2020 in ein Eigentumswohnung gezogen, Feldrandlage, ruhige Umgebung, Möglichkeit zum Freigang. Da war dann klar, dass wir eine Katze aufnehmen :)
Unser Kater ist dann also eingezogen, hat sich von Anfang an sehr an uns gebunden, kam abends auf die Couch, war aber insgesamt noch nie eine Klette. Er ist vor allem abends und nachts draußen und verbringt die Tage schlafend auf unserem Bett.
Als wir ihn adoptiert haben, hätten wir gerne noch ein n zweiten Kater aus seiner Gruppe adoptiert, der war aber schon "versprochen", sodass er erstmal alleine eingezogen ist.

Der zweite Kater:
Ich arbeite seit über einem Jahr Zuhause. Das wird sich aber irgendwann wieder ändern und wir haben uns nach einem halben Jahr entschlossen einen zweiten Kater als Gesellschaft aufzunehmen. Ich habe Monate Zeit , in denen ich noch im Home Office bin, um die beiden zu betreuen und zu vergesellschaften und wenn ich wieder im Büros bin, haben sie sich alle Gesellschaft, so der Plan.
Wir haben uns viel informiert, hatten ein Gespräch mit einer Katzenpsychologin über die Partnerwahl und die Vergesellschaftung und haben uns irgendwann auf die Suche gemacht nach einem zweiten Kater.
Was mir da schon klar war: "den" richtigen Weg der Vergesellschaftung gibt es nicht, jeder sieht es irgendwie anders und hat auch andere Erfahrungen gemacht.
Die Katzenpsychologin hat uns dazu geraten die Katzen über Wochen getrennt zu halten und dann mit Hilfe eines Gitters nach und nach aneinander zu gewöhnen.
Wir haben uns dann ein Katze aus dem Tierschutz auf ihrer Pflegestelle abgesehen , diese Pflegestelle hat das komplett anders gesehen. Karten ein paar Stunden trennen, dann zusammen lassen, nachts noch getrennt halten. Nur, wenn wirklich die Fetzen fliegen mit Blut und Urin , dann trennen und die Gittervariante machen. In zehn Jahren hätte es bei ihr nur 2 Fälle gegeben, in denen das nötig gewesen wäre. Verunsicherung bei uns und am Ende ist es diese Katze auch nicht geworden.
Wir haben uns weiter umgeschaut und mit einem Tierheim Kontakt aufgenommen, die 2 Wochen vorher unseren zweiten Kater eingefangen hatten.
Wir haben ihn dort besucht und er war ein panischen Bündel. Während seines Aufenthalts im Tierheim hat er 23,5 Stunden auf einem Rohr an der Wand, das durch sein Zimmer verkaufen ist, verbracht, mit riesigen Augen, weggeklappten Ohren und Panik.
Das heißt man wusste nichts über sein Wesen und seinen Charakter.
Er ist 4 Jahren jünger als unser erster Kater, darüber haben wir mit dem TH gesprochen, weil die Kater ja am besten im gleichen Alter sein sollen. Das TH hat die Altersdifferenz als absolut ok eingeschätzt.
Wir haben auch über die Zusammenführung gesprochen, das TH meinte, dass es ausreichend ist, dem neuen Kater 2 Tage in seinem Raum zu halten und dann langsam mit unserem alten Kater in Kontakt zu bringen, mal zusammen in seinem Raum zu gehen, dabei zu bleiben , dann mal die Tür offen zu lassen über Tag usw.

Stiefelchen ist also eingezogen. Er kannte Menschen ja nahezu nicht und war in seiner Transportbox und in seinem Zimmer nicht zu sehen und nicht zu hören.
Wir haben ihn einen Tag komplett angkommen lassen, in de Zeit danach habe ich stundenweise in seinem Zimmer gesessen und vorlegelesen oder gearbeitet.
Nach zwei Tagen durfte unser Katerchen das erste mal mit. Er hat gerochen, dass jemand neues da ist, hat sich umgesehen, hat ihn aber nicht gefunden^^
In dem Tagen danach waren wir immer öfter zu zweit bei Stiefelchen und nach ungefähr einer Woche ist er zum ersten Mal aus seinem Versteck gekommenen, Katerchen und er haben sich einen Nasenstupser gegeben und Stiefelchen ist aus dem Zimmer gehuscht, die Treppe runter und unter unsere Couch.
Von da an hat er unsere Couch als seinen Safe Place ausgesucht. Er hat die Tag dort drunter verbracht und nachts gefressen und die Toilette benutzt.
Das war dann ein paar Wochen so, es gab aber immer mehr Momente, in denen er sich kurz gezeigt hat. Und das war immer dann, wenn unser alter Kater im Wohnzimmer war, es schon langsam dunkel wurde und wir ruhig auf der Couch saßen. Und Katerchen ist nie wirklich gegen Stiefelchen gegangen. Die beiden haben zusammen die Küchenzeile (verbotenerweise) erkundet, und er hat es geduldet, dass Stiefelchen zu ihm kam zum Kontakt aufnehmen. Von sich aus hat er das nicht gemacht.
Es gab dann aber schon Situationen in denen er gefaucht Bund ihm eine gebretzelt hat, wenn der Kleine zu stürmisch auf ihn zu kam.
Je mehr der Kleine aufgetaut ist, desto öfter wollte er spielen, ist auf Katerchen zugerannt, wenn der von draußen kam , und hat einfach immer Kontakt gesucht, sobald der alte Kater da war. Und das war dem zu viel.
Dann gab es ein paar Situationen, es gab zb Futter, Katerchen ist um meine Beine, Stiefelchen kam vorsichtig an, ich habe mich ganz normal bewegt und umgedreht und Stiefelchen ist panisch unter die Couch. Mein großer Kater hat sich jedes Mal riesig erschreckt, hat nicht verstanden wo das Problem liegt (er hat ja keine Angst vor uns) und hat vielleicht negativ mit dem Kleinen verbunden.

Long Story short: Katerchen hat keinen Bock auf Stiefelchen. Stiefelchen freut sich jedes Mal über Katechechen, geht auf ihn zu, verdiht zu spielen, schnuppert an ihm, wenn er irgendwo liegt und steckt jedes Mal tapfer die Tatzenhiebe ein, hält dann auch Abstand, aber versucht es jedes Mal wieder.
Mittlerweile könne wir den Kleinen auch streicheln, er spielt mit uns, liegt mit uns auf der Couch, kommt morgens zum Frühstück, und wird immer mutiger.
Und je sichtbarer er hier wird, desto unsichtbarer wird unser alter Kater . Er kommt nicht mehr abends auf die Couch, er kommt noch selten nachts rein und über Tag liegt er mittlerweile im warmem Büro anstatt bin Bett, weil der Kleine seinen Safe Place mittlerweile unter unserem Bett im Bettkasten hat.
Immer wenn der Kleine kommt, geht der Große spätestens 5 Minuten später.
Ich achte mittlerweile darauf,dass er sich morgens einen Schlafplatz in Ruhe suchen kann und wenigstens über Tag bei uns ist.

Und ich bin unglücklich. Wir haben und hatten nie offenen Streit hier, aber ich möchte mein Katerchen nicht verlieren. Ich möchte, dass sich beide wohlfühlen. Der Kleine geht sich mittlerweile raus, aber nur nachst und selten über mehrere Stunden.
Mit meinem Katerchen gehe ich mehrmals die Woche abends oder morgens spazieren, dh wir streifen hier über die Wiese, damit wir trotzdem Zeit zu zweit haben. Mit Stiefelchen spiele ich abends auf der Couch , damit er noch mehr Zutrauen fassen kann.

Aber ich verzweifle an der Frage, welches Ergebnis einer Vergesellschaftung akzeptabel ist. Bloße Koexistenz, dh keine offene Feindschaft? Das kommt mir nicht richtig vor.
Dem Kleinen Wünsche ich einem zugewandten Partner, dem Großen ein entspanntes Leben mit uns, aus dem er sich nicht ausgeschlossen fühlt. Wisst ihr was ich meine?
Wenn ich im Internet lese, finde ich ganz giel Quellen zur richtigen Partnerwahl, zur Vorbereitung, zum Prozess und zu den Phase einer Vergesellschaftung.
Aber nichts zum anzustrebenden Ergebnis.

Was denkt ihr darüber? Braucht es noch Zeit? Was kann ich noch tun?

Danke für's Lesen,
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Razielle

Razielle

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Eigentlich ist friedliche Koexistenz ein zufriedenstellendes Ergebnis. Zuneigung kann man schlecht erzwingen, und auch gegenseitiges Beobachten stellt eine Abwechslung für die Tiere dar.
Ich habe hier 2 Katzen wo es bei der Zusammenführung nie richtig Stress gab, das Verhältnis zumindest dem äußeren Anschein nach aber auch nicht sooo eng ist. Erst wollte die Zweitkatze Kontakt und die Erstkatze ihre Ruhe, dann wars andersrum, jetzt sind beide sehr entspannt. Sie kuscheln nicht und putzen sich nicht, aber hängen ganz viel zusammen rum, jagen sich mal, und wenn eine länger unterwegs ist wird die andere unruhig und sucht. Neuerdings schlafen sie sogar lieber in einem Raum statt eine bei uns im Schlafzimmer. Es hat ca 1 Jahr gedauert diesen Status zu erreichen. Mal hat sich eine mehr zurückgezogen und bestimmte Orte und Situationen gemieden, mal die andere. Ich merke aber ganz deutlich den positiven Effekt auf die Erstkatze. Gelassener, aktiver, kommunikativer, selbstsicherer. Wie die Zweitkatze wirklich war bevor sie einzog weiß ich leider nicht.
Will sagen - vielleicht musst du noch ein bisschen abwarten ob sich da noch was zurechtruckeln muss. Du kannst versuchen beiden gemeinsame positive Erlebnisse zu verschaffen, wobei falls sie nicht zusammen spielen nur Leckerlirunden bleiben. Und clickern könntest Du auch noch und damit jede gut gelaufene Begegnung verstärken. Wenn Du mittelfristig nicht zufrieden bist dann geht der Trend zum Drittkater. Einem der im Wesen zwischen beiden steht und als Bindeglied dienen kann. Vielleicht ist der Kleine doch etwas jung und zu aktiv für den 6jährigen. Bei @Taskali findest Du da bestimmt was passendes. Aber ein paar Monate würd ich dem ganzen noch geben.
 
GroCha

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Boah, wie geil!!! Endlich hat sich jemand mal wirklich informiert!!! Super!! (y)

Ja, das Problem der perfekten Zusammenführung… ich bin Zusammenführungsgeplagte und bei uns ist es schon erfreulich, wenn die Katzen sich nicht zerfleischen. Das hatten wir bei unserer ersten Zusammenführung, die deswegen auch gescheitert ist.

Dein Ziel kenne ich auch so gut: einfach nur ein Kumpel, damit der Uri (also der Ureinwohner, die/der bereits vorhandene Katze/Kater) glücklich is.

Für mich klingt Eure Zusammenführung eigentlich ganz gut, nur dass das Alter anscheinend nicht passt. Der Große is ausm Gröbsten raus und is glücklich mit seinem Freigang, der Kleine braucht einfach mehr Action.

Wie ist das zur Zeit bei Euch? Darf Stiefelchen auch schon raus?
Er ist jetzt etwa 2? Wie lange ist er schon bei Euch?
Gibts Probleme bei Klogang oder Futter? Also wird einer belauert, gestalkt oder gestört dabei?

Meine größte Angst bei Freigängerzusammenführungen wäre, dass einer abwandert. Aber danach klingt es bei Euch noch nicht.
 
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TineMandarine

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Eigentlich ist friedliche Koexistenz ein zufriedenstellendes Ergebnis. Zuneigung kann man schlecht erzwingen, und auch gegenseitiges Beobachten stellt eine Abwechslung für die Tiere dar.
Ich habe hier 2 Katzen wo es bei der Zusammenführung nie richtig Stress gab, das Verhältnis zumindest dem äußeren Anschein nach aber auch nicht sooo eng ist. Erst wollte die Zweitkatze Kontakt und die Erstkatze ihre Ruhe, dann wars andersrum, jetzt sind beide sehr entspannt. Sie kuscheln nicht und putzen sich nicht, aber hängen ganz viel zusammen rum, jagen sich mal, und wenn eine länger unterwegs ist wird die andere unruhig und sucht. Neuerdings schlafen sie sogar lieber in einem Raum statt eine bei uns im Schlafzimmer. Es hat ca 1 Jahr gedauert diesen Status zu erreichen. Mal hat sich eine mehr zurückgezogen und bestimmte Orte und Situationen gemieden, mal die andere. Ich merke aber ganz deutlich den positiven Effekt auf die Erstkatze. Gelassener, aktiver, kommunikativer, selbstsicherer. Wie die Zweitkatze wirklich war bevor sie einzog weiß ich leider nicht.
Will sagen - vielleicht musst du noch ein bisschen abwarten ob sich da noch was zurechtruckeln muss. Du kannst versuchen beiden gemeinsame positive Erlebnisse zu verschaffen, wobei falls sie nicht zusammen spielen nur Leckerlirunden bleiben. Und clickern könntest Du auch noch und damit jede gut gelaufene Begegnung verstärken. Wenn Du mittelfristig nicht zufrieden bist dann geht der Trend zum Drittkater. Einem der im Wesen zwischen beiden steht und als Bindeglied dienen kann. Vielleicht ist der Kleine doch etwas jung und zu aktiv für den 6jährigen. Bei @Taskali findest Du da bestimmt was passendes. Aber ein paar Monate würd ich dem ganzen noch geben.
Danke für deine Rückmeldung.

Wenn die beiden friedlich nebeneinander leben, wäre ich zufrieden. Womit ich gerade nicht gut klarkommen ist die Veränderung, die mein erster Kater durchmacht. Und der Eindruck, dass er eben nicht zufrieden ist mit der Situation.
Aber wenn das bei dir ein Jahr gedauert hat, haben wir noch Zeit, um das zu erreichen. Dh es kann auch nach Monaten noch Veränderungen in der Beziehung geben. Das beruhigt mich etwas.

Wie meinst du das mit dem Clickern? Wie machst du das mit beiden gemeinsam?
Ich clickere mit beiden (wobei mein Katerchen dabei sehr faul ist^^) jeweils einzeln. Wie mache ich das zu dritt? In die Mitte setzen und abwechselnd Clickern?

Danke,
T
 
Razielle

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Hab mich doof ausgedrückt. Kann auch nur mit einem clickern im Sinne von bewusst üben. Manchmal guckt die andere dabei zu.
ABER was du machen kannst ist positive Begegnungen, z.B. Nasenküsschen, sich im gleichen Zimmer aufhalten belohnen, mit oder ohne Click. Oder wenn Katerchen auf die Couch kommt. Erwünschtes Verhalten eben. Ermutigung für ihn.
Unsere Erstkatze wurde als Einzelkatze vermittelt und ist zwar nicht unsozial, aber definitiv introvertiert. Mag nicht immer angefasst werden, braucht ihre Ruhezeiten und Rückzugsräume. Klingt Katerchen auch ein bisschen nach einem introvertierten Charakter ? Ich hatte halt auch Sorge sie zieht sich zurück, wandert womöglich ab. Ich hab versucht sie zwar nicht zu bedrängen, aber auch nicht zu kurz kommen zu lassen. Jetzt in der Nachschau kommt es mir so vor, als hätte sie mit der Situation erstmal klarkommen, sich aus der Entfernung alles angucken müssen, und nachdem offensichtlich mit Katze 2 immer noch genug Mensch/Futter/Spielzeug/Leckerli/KUschelbettchen/Fensterplätze/etc.pp da waren UND ein Artgenosse zum Beobachten, Spielen, Auflauern, Nachschnüffeln, da hat sie ihren Frieden damit gemacht und sich entspannt. Die Beziehung ist immer noch dynamisch, wer weiß wie es sich noch entwickelt. Mit dem aktuellen Stand bin ich zufrieden. Mehr ist reines Glück, oder man findet tatsächlich ein erwachsenes Duo was sich bereits mag. Aber wenn davon eine/r stirbt hat man das gleiche Problem wenn nicht sogar ein größeres.
 
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TineMandarine

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Boah, wie geil!!! Endlich hat sich jemand mal wirklich informiert!!! Super!! (y)

Ja, das Problem der perfekten Zusammenführung… ich bin Zusammenführungsgeplagte und bei uns ist es schon erfreulich, wenn die Katzen sich nicht zerfleischen. Das hatten wir bei unserer ersten Zusammenführung, die deswegen auch gescheitert ist.

Dein Ziel kenne ich auch so gut: einfach nur ein Kumpel, damit der Uri (also der Ureinwohner, die/der bereits vorhandene Katze/Kater) glücklich is.

Für mich klingt Eure Zusammenführung eigentlich ganz gut, nur dass das Alter anscheinend nicht passt. Der Große is ausm Gröbsten raus und is glücklich mit seinem Freigang, der Kleine braucht einfach mehr Action.

Wie ist das zur Zeit bei Euch? Darf Stiefelchen auch schon raus?
Er ist jetzt etwa 2? Wie lange ist er schon bei Euch?
Gibts Probleme bei Klogang oder Futter? Also wird einer belauert, gestalkt oder gestört dabei?

Meine größte Angst bei Freigängerzusammenführungen wäre, dass einer abwandert. Aber danach klingt es bei Euch noch nicht.
Stiefelchen ist jetzt seit 10 Wochen bei uns.
Und er darf seit ca. 1 Woche raus.
Ich dachte, dass es nochmal deutlich entspannter wird sobald er raus geht. Das ist bisher noch nicht so, weil er wirklich nur nachts raus geht und glaube ich auch nicht weit, weil dazu die Unsicherheit noch zu groß ist. Da braucht er wahrscheinlich noch eine Weile.

Toilette ist gar kein Problem, Stiefelchen macht das von Anfang an super. Und Katerchen geht immer raus in die Büsche, er nutzt die Toilette gar nicht mehr seit er in dem Freigang darf.

Zum Füttern. Der Große war immer ein entspannter Esser, kein Staubsauger^^
Am Anfang, als der Kleine noch nicht so gut gegessen hat, hat er immer die Näpfe vom Kleinen geleert, sobald der weg war. Ich hab nie beobachtet, dass er den Kleinen weggejagt hat.
Der Kleine lässt das Futter von Katerchen eigentlich in Ruhe, morgens beim Füttern freut er sich aber so, dass er sehr viel um unsere Beine und um Katerchen streicht. Aber ich habe auch hier beobachtet, dass er ihn dabei wegjagt. Er will seine Gesellschaft, nicht sein Futter.

Ja, wie du sagst, die größte Angst ist, dass er abwandert. Ich bemühe mich deshalb auch ganz ganz viel um Katerchen, damit die Bindung zu mir stark bleibt.

Du hattest schon mehrere Zusammenführungen? Das würden meine Nerven nicht mitmachen ^^
Mein Harmonie-Bedürfnis scheint zu groß dafür zu sein 😂
 
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TineMandarine

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Hab mich doof ausgedrückt. Kann auch nur mit einem clickern im Sinne von bewusst üben. Manchmal guckt die andere dabei zu.
ABER was du machen kannst ist positive Begegnungen, z.B. Nasenküsschen, sich im gleichen Zimmer aufhalten belohnen, mit oder ohne Click. Oder wenn Katerchen auf die Couch kommt. Erwünschtes Verhalten eben. Ermutigung für ihn.
Unsere Erstkatze wurde als Einzelkatze vermittelt und ist zwar nicht unsozial, aber definitiv introvertiert. Mag nicht immer angefasst werden, braucht ihre Ruhezeiten und Rückzugsräume. Klingt Katerchen auch ein bisschen nach einem introvertierten Charakter ? Ich hatte halt auch Sorge sie zieht sich zurück, wandert womöglich ab. Ich hab versucht sie zwar nicht zu bedrängen, aber auch nicht zu kurz kommen zu lassen. Jetzt in der Nachschau kommt es mir so vor, als hätte sie mit der Situation erstmal klarkommen, sich aus der Entfernung alles angucken müssen, und nachdem offensichtlich mit Katze 2 immer noch genug Mensch/Futter/Spielzeug/Leckerli/KUschelbettchen/Fensterplätze/etc.pp da waren UND ein Artgenosse zum Beobachten, Spielen, Auflauern, Nachschnüffeln, da hat sie ihren Frieden damit gemacht und sich entspannt. Die Beziehung ist immer noch dynamisch, wer weiß wie es sich noch entwickelt. Mit dem aktuellen Stand bin ich zufrieden. Mehr ist reines Glück, oder man findet tatsächlich ein erwachsenes Duo was sich bereits mag. Aber wenn davon eine/r stirbt hat man das gleiche Problem wenn nicht sogar ein größeres.
Ok. Ich werde versuchen mehr gemeinsame positive Momente zu schaffen.
Zu den Großen richtig anfeiern sobald er rein kommt oder auf die Couch ^^
 
Thora1978

Thora1978

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Ich denke auch, friedliche Koexistenz ist schon mal ein sehr gutes Ergebnis.
Klar hat man immer irgendwie diese Bilder von innig miteinander kuschelnden und spielenden Katzen im Kopf, wenn man sich eine geglückte Zusammenführung vorstellt, aber ich glaube, nicht jede Katze will und braucht das. Oft ist es auch schon eine Bereicherung, einfach einen Artgenossen um sich zu haben, mit dem man mit etwas Abstand zusammenleben kann. Und du schreibst ja, dass ihr davon ausgeht, dass dein Großer wohl jahrelang als Einzelkater gelebt hat - da finde ich friedliche Koexistenz schon eine gute Sache.

Ich habe hier letztes Jahr zu meinem langjährigen Einzelkater Tom einen zweiten Kater (Bruno) dazugeholt. Ich hatte vorher lange hin- und herüberlegt, ob ich es riskieren soll oder ob ich Tom lieber weiterhin als Freigänger-Einzeltier leben lasse. Am Ende habe ich mich entschieden, es zu versuchen und hatte seither immer wieder Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war. Es gab wie bei euch nie den wirklich großen Krieg zwischen den beiden. Am Anfang lief es sogar überraschend harmonisch ab. Dann (als Tom wohl kapiert hat, dass dieses komische Tier nun für immer bleibt) wurde es etwas angespannt mit viel Gefauche und Ohrfeigenverteilen von Toms Seite und Beschnupper- und spielerischen Raufversuchen von Brunos Seite (die von Tom wohl häufig mal fehlinterpretiert wurden). Es war (und ist) immer ein auf und ab und zwischenzeitlich habe ich mich öfter gefragt, ob ich Tom damit wirklich einen Gefallen getan habe.
Im großen und ganzen leben sie friedlich miteinander, man kann nebeneinander fressen, sich im selben Raum aufhalten, mit etwas Abstand zueinander entspannt schlafen und es gab auch nie Klo- oder ähnliches Mobbing. Nur die wechselseitigen Kontaktwünsche passen halt nicht so ganz zusammen (Bruno möchte manchmal etwas mehr Nähe, Tom ist das dann zu viel).

Aber ich habe auch jetzt nach knapp einen Jahr noch den Eindruck, dass die Dynamik zwischen den beiden immer noch in Veränderung ist. Es gibt immer wieder ein auf und ab, aber von der großen Richtung her wird es so ganz langsam immer noch ein bisschen entspannter. Von daher denke ich, dass die Zusammenführung auch nach einem Jahr eigentlich nicht wirklich abgeschlossen ist und sich da immer noch was ändert.

Lange Rede, kurzer Sinn;): gib Ihnen Zeit! So schlecht hört sich der aktuelle Zustand für mich nicht an, der Freigang nimmt sowieso einiges an Druck raus, weil beide damit besser ausgelastet sind und Veränderungen können auch nach längerer Zeit noch kommen.

Was mir noch so durch den Kopf gegangen ist, weil du schreibst, dass du den Eindruck hast, dass dein Großer nicht mehr so viel zu euch kommt, Nachts draußen verbringt, allgemein nicht mehr so viel eure Nähe sucht: das muss nicht zwangsläufig am Neuzugang liegen. Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist der Große auch erst seit November letzten Jahres bei euch (?), ihr habt mit ihm also noch keinen Sommer erlebt, oder? Tom ist hier so ein Fall, bei dem das Nähe- und Kuschelbedürfnis zwischen Winter und Sommer total variiert. Im Winter verbringt er die Nächte gerne drinnen, es wird generell gerne bei mir auf dem Schoß gelegen und gekuschelt. Im Sommer (gerade wenn es so warm ist wie momentan) will er davon nichts wissen. Dann gilt eher "ihh, fass mich nicht an, du bist zu warm" und "nachts drinnen bleiben? nö, draußen ist viel interessanter". Momentan sehe ich ihn meistens nur ein paarmal am Tag zum Futtern im Haus. Ansonsten liegt er draußen rum oder streunt durch die Nachbarschaft. Das war aber auch in den vergangenen Jahren, als Bruno noch nicht hier gelebt hat, ganz genauso. Wenn die ersten kalten Herbstnächte kommen, habe ich dann auf einmal wieder einen Kuschelkater.
 
basco09

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Das stimmt. Unsere Luna ist im Winter auch viel anhänglicher, geht mir kaum vom Bein und will ständig beschäftigt werden. Im Sommer ist draußen viel interessanter, da muss ich sie schon regelmäßig einsammeln gehen, wenn ich sie mal im Haus haben will.
Und ja, die Bestandskatze muss total verwöhnt werden und ganz viel Aufmerksamkeit bekommen. Nach 2 Monaten fängt es sich bei uns an zu normalisieren, aber die ganz große Liebe wird das wohl eher auch nicht.
Aber auch wenn ich hauptsächlich mit Caro spiele, Luna hat es nicht so damit, sitzt Luna oft dabei und schaut es sich interessiert an, das ist ja auch Beschäftigung für sie, ich stell mir das für Luna vor wie TV gucken... und sie schnüffeln viel aneinander...
 
Thora1978

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  • #10
Aber auch wenn ich hauptsächlich mit Caro spiele, Luna hat es nicht so damit, sitzt Luna oft dabei und schaut es sich interessiert an, das ist ja auch Beschäftigung für sie, ich stell mir das für Luna vor wie TV gucken... und sie schnüffeln viel aneinander...
Das ist hier auch so, dass viel interessiertes beobachten stattfindet und aneinander schnüffeln, wenn man sich begegnet (okay, manchmal faucht Tom dann oder ohrfeigt Bruno, aber nicht mehr so häufig wie am Anfang).

Heute morgen habe ich übrigens zum allerersten Mal (nach fast einem Jahr Zusammenleben) beobachtet, dass Tom von sich aus einen Rauf-/Spielversuch initiiert hat.
Die beiden sind dann kurz spielerisch in einander verkeilt über die Couch gekullert bis Tom anscheinend Angst vor der eigenen Courage gekriegt und sich mit einem kurzen Fauchen nach draußen verabschiedet hat - mein kleiner sozialer Analphabet:love:.
 
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