Vergesellschaftung einer bisherigen Einzelkatze

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Anseba

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Hallo,

aktuell wohnen zwei Katzen bei mir, an deren Vergesellschaftung ich irgendwie scheitere.

Abby, 7 Jahre alt, bisher immer alleine und seit einem Jahr bei mir. Sie ist kastriert und dominant, gleichzeitig aber auch sehr unsicher und wird dann aggressiv (auch Menschen gegenüber).

Maze, 2 Jahre alt, vor zwei Wochen hier eingezogen. Sie wurde letzten Freitag kastriert, ist super ruhig und lieb, kommt gut mit anderen Katzen aus und ordnet sich einfach unter, somit stellt sie für Abby eigentlich keine Konkurrenz da.

Meine Wohnung ist nur 40m² groß, deswegen würde ich sie gerne möglichst bald frei zusammen lassen können. Maze wohnt aktuell in Bad und Flur, Abby im Rest, getrennt mit einer Gittertür.
Am Gitter sind beide freundlich, beschnuppern sich und 'sprechen' miteinander, beide eher neugierig anstatt abweisend.

Am allerersten Tag hier ist Maze mir leider in die Wohnung entwischt, das lief nicht so freundlich ab, seitdem hat sie Angst das Bad zu verlassen, was sich in den letzten zwei Wochen aber wieder gebessert hat, wo ich die beiden ja ganz getrennt hatte.

Gestern habe ich dann, nach den freundlichen Begegnungen am Gitter, die Tür offen gelassen und sie beide gemeinsam mit Leckerlis gefüttert - nebeneinander. Sie haben sich beschnuppert, gefressen, alles gut.
Dann ist Maze zurück in die Höhle in ihrem Kratzbaum, Abby hat danach auch langsam den ganzen Kratzbaum erkundet und dann ging's los..

Abby oben auf einer der Plattformen, Maze drunter in der Höhle. Abby hat dann von oben runtergeguckt, Maze ganz böse angefaucht und mit den Pfoten nach ihr geschlagen.
Da Maze so ängstlich ist und sich nicht wehrt hat sie sich nur in die hinterste Ecke der Höhle zurückgezogen und nichts gemacht, bis ich Abby dann wieder rausgeschafft habe, weil mir dieses kleine Häufchen Elend viel zu Leid getan hat..

Wie soll ich weiter machen? Das Fauchen etc. von Abby auf Maze' Kratzbaum einfach ignorieren und die beiden machen lassen? Finde es halt kritisch, dass Abby in Maze Revier so feindlich wird, eigentlich sollte das ja Maze' Rückzugsort sein..
 
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Starfairy

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Und weil das Mazes Rückzugsort sein soll, war es auch nicht gut, das du Abby überhaupt dort reingelassen hast.

Ich glaube, das die Kombination nicht sonderlich gut gewählt ist. Das Denken, eine Katze, die sich unterordnet, ist keine Konkurrenz, ist falsch.
Katzen wie Maze sind die idealen Mobbingopfer. Solche Katzen brauchen als Partner ebenfalls sanfte, liebe und freundliche Katzen. Weil sie sich gegen Übergriffe einfach nicht wehren (können).
Während Abby wohl eher jemanden braucht, der sie auflaufen läßt. Also keinen Raufbold, aber eben ein Gegenüber, welches auch Grenzen setzen kann.
Und gerade bei Katzen, die lange alleine waren, ist das wichtig. Weil diese Katzen eben die normalen Grenzen nicht (mehr) kennen und deshalb auch auf Beschwichtigungsgesten nicht reagieren.

Bei dieser Vergesellschaftung mußt du dich auf eine sehr lange Zeit einstellen. Maze muß sich in ihrem Revier erst vollkommen sicher fühlen, und du solltest vielleicht mit ihr klickern oder so, um ihr Selbstbewußtsein zu stärken.
Und Abby sollte am Gitter wirklich über längere Zeit freundlich sein oder absolut neutral reagieren. Dein Wunsch auf eine schnelle Zusammenführung muß dabei komplett in den Hintergrund treten.

Und noch ein Ansatz, den du bedenken solltest: Wenn Maze normalerweise so gut mit Katzen auskommt und ihre Gesellschaft genießt, wird ihr das Zusammenleben mit Abby eher nicht gerecht. Weil bei Abby ist es unwahrscheinlich, das sie zu mehr als zu friedlichem Nebeneinander zu bewegen ist.
Für sie ist das schon viel, aber für eine Katze wie Maze könnte das sehr schnell zu wenig sein.
Bitte denk darüber noch mal nach, bevor du die beiden wochenlang zum vergesellschaften probierst.
 
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Anseba

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Vielen Dank für deine Antwort.

Ja, um Maze' Rückzugsort wahren zu können hatte ich jetzt die Idee, eine chipgesteuerte Katzenklappe in die Gittertür einzubauen, sodass Maze zwar in die Wohnung kann wenn sie das möchte, Abby aber nicht ins Bad.

Habe auch schon drüber nach gedacht, eine passende Partnerin für Maze zu holen, sodass sie nicht alleine ist, das wäre allerdings erst nach einem (eh geplanten) Umzug in eine größere Wohnung möglich, zwei Katzen in Bad und Flur zu halten (selbst nur zeitweise) würde an Tierquälerei grenzen.

Würdest du es für eine Möglichkeit halten, eine 3. Katze zu holen, die sich charakterlich gegen Abby beweisen kann, gleichzeitig aber sozial zu Maze ist? Sodass Abby ihre Grenzen aufgezeigt bekommt und Maze endlich eine richtige Freundin hat? Oder wären dafür insgesamt zwei weitere Katzen nötig?

Ich möchte für beide Katzen nur das Beste, und Maze noch über längere Zeit alleine im Bad einsperren zu müssen ist weder das was ich je wollte, noch das was ihr gerecht wird, trotz dem, dass ich so viel Zeit wie möglich bei ihr verbringe, deswegen ja auch der schnellstmögliche Umzug..
 
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Starfairy

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Nein, dafür wären keine 2 Katzen nötig. Es gibt durchaus immer wieder Katzen, die sich als "Bindeglied" zwischen 2 nicht ganz passenden Katzen gut einfügen können.
Es ist ja kein Widerspruch, wenn eine Katze sozial ist und trotzdem Grenzen ziehen kann. Das können eigentlich sehr viele Katzen.

Die Frage ist eher, akzeptiert Abby das dann für beide Katzen oder geht sie zwar der Katze aus dem Weg, die ihr was dagegensetzt und jagt Maze trotzdem.
Und das wird man jetzt auch nicht im Voraus sicher sagen können. Da kommt es einfach darauf an, wieviel "soziale Ader" in ihr steckt, wenn sie sich erst einmal daran gewöhnt hat, das sie jetzt nun mal nicht mehr Alleinherrscher ist.

Das mit der Klappe, hm, vom Prinzip her schon eine gute Idee. Nur ist es so, wenn eine Katze wirklich gejagt wird, machen die Klappen a) zu langsam auf, umd die flüchtende Katze schnell genug durchzulassen und b) zu langsam zu, um der verfolgenden Katze den Weg zu versperren.

Schade, das du nicht vorher gefragt hast. Wir hätten dir dann geraten, bis nach dem Umzug zu warten. Da sie schon so lange alleine war, wäre das auch noch bis dahin gegangen. Und mit mehr Platz kann man sowas halt schon viel entspannter angehen. 40 m² ist halt nicht viel Platz, auch ausweichen und sich aus dem Weg gehen ist da kaum möglich.

Vorerst mußt du auf jeden Fall die Tür zu lassen. Wie gewöhnst du sie aneinander? Verteilst du Leckerlis an der Tür? Hast du die Futterschalen so aufgestellt, das sie sich beim Fressen sehen können? Achtung, keine Nähe erzwingen. Nur sehen, aber so weit voneinander entfernt, das beide entspannt fressen können.
Was du noch tun kannst, du kannst auf beiden Seiten je einen Karton reinlegen, mit der offenen Seite schräg von der Türe weg. Dann können sie sich da drin verstecken, aber eben doch mal um die Ecke lugen und nach der anderen Katze gucken.
 
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Anseba

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Zum Glück jagt Abby nicht wirklich, sie faucht und geht schon auf Maze los, bleibt aber stehen sobald Maze flüchtet, deswegen die Hoffnng, dass das mit der Klappe funktionieren könnte.

Das mit der sozialen Ader lässt sich schwer einschätzen, aber ich denke da besteht Potential, da sie sich im Umgang mit Menschen auf im 180 Grad geändert hatte - von einem fauchenden und kratzenden Haufen der sich nicht anfassen lassen wollte zu dem Tier das grade neben mir liegt und am liebsten 24/7 gestreichelt werden würde, was ich nie für möglich gehalten hätte.

In einer größeren Wohnung gäbe es aber auch die Möglichkeit Abby und Maze dauerhaft zu trennnen, der 3. Katze aber die Wahl zu lassen wo sie sein möchte..

Habe mittlerweile ein richtig schlechtes Gewissen Maze so überstürzt geholt zu haben und möchte zukünftig alles richtig machen.

Abby kann die Tür von ihrem Futterplatz aus sehen, Maze nicht, das ließe sich aber einrichten. Ansonsten ist Maze grundsätzlich sehr neugierig und geht immer an die Tür gucken, wenn Abby wieder davor sitzt und ununterbrochen heult, weil ich ohne sie im Bad bin, so als würde sich mal nachsehen wollen ob alles in Ordnung ist.
Maze sitzt oft in sicherer Entfernung zur Tür, sodass sie noch durchsehen kann und putzt sich dann meistens, während Abby in Lauerstellung davor hockt..
 
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Starfairy

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Und wenn die in Lauerstellung vor der Tür hockt, heult sie dann auch? Oder guckt sie dann nur?

Das mit dem ständigen Getrennthalten würde ich ganz weit nach hinten verbannen.
Klar wäre es vielleicht möglich, aber so ist praktisch immer eine Katze vom normalen Familienleben ausgesperrt. Das kostet auf Dauer unheimlich Zeit (merkst du ja jetzt schon) und auch Nerven. Und ob die 3. Katze da so mitspielt, ist auch noch fraglich.

Nee, ganz ehrlich, mach dir jetzt keinen allzu großen Stress wegen der Zeit, die braucht es jetzt eben, hilft alles nichts.
Aber wenn es wirklich nicht gehen sollte, dann such für Maze ein anderes gutes Zuhause und für Abby eine passende Partnerin.
Selbst in einer großen Wohnung hätte dann jede Katze ja wieder nur wenig Platz.
Und du kannst auf Dauer durchaus damit rechnen, das du dann immer eine heulende Katze am Gitter sitzen hast, weil sie eben dabei sein möchten.

Laß ihnen noch etwas Zeit, wenn sie entspannt fressen, schieb die Näpfe langsam! immer näher zusammen und guck erst einmal, was dann passiert.

Übrigens, wenn Abby Maze sehr anstarrt, versuch das ein bisschen zu unterbrechen. Anstarren ist schon eine massive Drohung.
In dem Augenblick darfst du sie schon mal von der Tür wegschicken. Und aufpassen, das du sie dann nicht lobst oder Leckerlis verteilst.

Deine Maze ist ja eine Fold. Weißt du eigentlich, das speziell diese Katzen oft massive gesundheitliche Probleme mitbringen?
 
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Anseba

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Sie guckt dann nur, heult nicht, aber macht manchmal solche 'Gurr-Laute', wie wenn sie Vögel durchs Fenster sieht - mich persönlich beunruhigt das Verhalten im Bezug auf Maze.

In der Wohnung, in die ich vermutlich ziehen werde, wäre eine Trennung trotz doppelter Fläche kaum möglich, einfach aufgrund des sehr seltsamen Grundrisses, auch würde ich das nicht mit einem guten Gewissen verantworten können - somit wäre es eh nur die allerletzte Lösung vor Abgabe von Maze gewesen. (Abby kann nicht abgegeben werden, sie ist absolut unvermittelbar.)
Bis zum Umzug dauert es noch mindestens drei Monate (weil Kündigungsfrist), also genug Zeit um alles mögliche zu versuchen, um die beiden aneinander zu gewöhnen.
Sollte mir damit wahrscheinlich wirklich nicht so einen Stress machen, da hast du Recht, vielen Dank!

Alles klar, das werde ich so machen, sowohl mit den Näpfen, als auch mit dem Unterbrechen des Starrens, sie wird das wahrscheinlich sehr schnell lernen, da sie unheimlich schlau ist.

Ja das weiß ich, vor allem bei Maze wird das Risiko besonders hoch sein, da sie wohl aus irgendeiner Vermehrerzucht aus Polen stammt und dort sicher nicht auf eventuelle Probleme geachtet wurde. Wollte eigentlich auch nie eine Katze dieser Rasse haben (oder allgemein eine Rassekatze), aber bei Maze was es einfach Liebe auf den ersten Blick. :oops:

Wirklich herzlichen Dank, dass du mir hilfst, auch wenn ich da wohl einen massiven Fehler gemacht habe..
 
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Starfairy

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Gurrlaute sind gut! Die sagen jetzt erst einmal, das prinzipiell durchaus Interesse vorhanden ist.
Und die zeigen keine Feindschaft.

Fauchen ist auch noch ok, das heißt, komm mir nicht zu nah, das geht zu schnell.

Wirklich schlecht wäre so ein kehliges Singen, das ist eine absolute Kampfansage.

Die beiden sind aber auch hübsche Mädels.
 
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Anseba

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Oh, wirklich? Hab das bisher für Anzeichen gehalten, dass Abby Maze als 'Beute' sieht, aber das beruhigt mich jetzt!

Werde es einfach mit viel Geduld und deinen Tipps weiter versuchen, vielen Dank :)
 

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