So denken Katzen ........

Selaiha84

Selaiha84

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"Prima! Da ist die Einkaufstasche!"
Ich erwarte, dass der Dosenöffner mir was zu fressen gibt.
Dass ich eine Art innere Uhr habe, ist Euch bestimmt aufgefallen. Aber was denke ich von Dosenöffnern, wenn sie beim Einkaufen etwas länger ausbleiben? Ungefähr so etwas: "Mmmm, wann kommen die Dosenöffner nach Hause? Ich habe Hunger!" Diesen Denkvorgang nennt man Antizipation. Ich bin sehr gut darin, ich habe auch eine Art visuelles Gedächtnis. Bestimmt habt Ihr Eurer Katze auch schon oft etwas Gutes gegeben, wenn Ihr mit den Einkäufen nach Hause gekommen seid, oder habt ihr sofort eine Dose Katzenfutter geöffnet. Vielleicht liegt es daran, dass die Dosenöffner mich gleich beim Nachhausekommen füttern oder an meiner endlosen Geduld. Ich finde es toll, auf sie zu warten. Ich weiss genau, wann die Dosenöffner nach Hause kommen. Ich höre es an dem einzigartigen Geräusch ihrer Schritte (sie sind anders als die des Nachbarn) oder sogar am Motorengeräusch ihres Autos (auch das hört sich anders an als das von Nachbars Auto, selbst wenn er dasselbe Modell fährt!)
Fazit: Ich denke in solchen Situationen mit grosser Zuneigung an die Dosenöffner. Schliesslich bringen sie mir mein Futter oder kleine Leckereien mit.

"Wenn ich maunze, machen sie mir die Tür auf."
Ich erwarte, dass die Dosenöffner mich hinauslassen.
Im täglichen Leben denke ich oft an die Dosenöffner und erwarte dann etwas von ihnen, etwa Freiheit. Wer kennt nicht das Maunzen meiner Art vor der Balkon- oder Gartentür (schmeichelnd, bittend oder geradezu fordernd), wenn ich nach draussen will? In diesem Fall weiss ich, dass die Dosenöffner mir die Freiheit geben können. Wenn die Dosenöffner mir die Tür öffnen, denke ich, dass die Dosenöffner freundlich und mächtig sind. Die hingegen denken aber wahrscheinlich: "Wir sind doch nur der Sklave der Katze, gerade gut genug, um Futter heranzuschaffen und die Tür zu öffnen." Aber damit unterschätzen die Dosenöffner sich. Wer dem anderen Freiheit geben kann, übt grosse Macht aus. Übrigens bedanke ich mich ja auch, allerdings auf meine Weise, also nicht hinterher wie die Dosenöffner, sondern vorher. In dem speziellen Maunzen oder Schnurren, mit dem ich sage, dass der Dosenöffner was für mich tun kann, ist der Dank schon eingeschlossen. Achtet auf die Intonation; Bitte-Danke-Schnurren klingt ganz anders als das Schnurren, wenn ich auf dem Schoss der Dosenöffner liege.
Fazit: Ich bin mit den Dosenöffern zufrieden, sie geben mir schliesslich - zumindest zeitweise - Freiheit.

"Lass mich in Ruhe! Finger weg!"
Ich fühle mich bedroht.
Wenn sich mir ein Dosenöffner gegen meinen Willen nähert, denke ich: "Was will dieses Ungeheuer von mir?" Meine erste Reaktion ist die Flucht: Ich werde zurückschrecken und versuchen, mich aus dem Staub zu machen. Wenn ich keine Möglichkeit dazu habe und der Dosenöffner seine unerwünschten Annäherungsversuche fortsetzt, fauche ich ihn zur Warnung an. Wird dies auch nicht beachtet, knurre ich nochmal, schlage mit den Krallen zu oder beisse schliesslich.
Fazit: Ich denke in diesem Fall: "Hände weg! Diesem Dosenöffner traue ich nicht."

"Was will er nur von mir?"
Ärgern verstehe ich nicht.
Es gibt Dosenöffner, die andere gern ärgern. Das geht von mehr oder weniger harmlosen Streichen (die unter Dosenöffnern vielleicht sogar Spass machen) bis zu eindeutigen Quälereien oder (möglicherweise schmerzhaften) Handgreiflichkeiten. Auch Tiere machen sich gut als Opfer. Ich schätze es in der Regel nicht, an den Ohren, am Schwanz oder an den Haaren gezogen zu werden. Ich mag es auch nicht, wenn jemand gegen meinen Willen in meine Privatsphäre eindringt. Ich finde das sogar ausgesprochen widerlich. Kleine Gemeinheiten, wie ein Leckerli hinzuhalten, aber immer wieder zurückzuziehen und am Ende doch nicht geben, finde ich auch nicht gerade amüsant, aber ich lasse es über mich ergehen, weil ich doch nicht verstehe, was Ärgern ist. Ich habe kein Gefühl dafür.
Fazit: Ich denke etwas zwischen "Das kapier ich überhaupt nicht!" und "Das ist ein gefährlicher Verrückter, dem muss ich in Zukunft aus dem Weg gehen!"

"Er will bestimmt mit mir spielen."
Ich erwarte, dass die Dosenöffner mit mir spielen.
Im Spiel kann ich mich austoben und alles tun, was mir Spass macht: wegrennen, verfolgen, spielerisch mit eingezogenen Krallen schlagen, lauern, schleichen, mich hinter Türen und Möbeln verstecken, in einer bestimmten Haltung erstarren (einfrieren), geduldig abwarten, und noch viel mehr. Die Dosenöffner haben wahrscheinlich früher genug davon als ich. Findet heraus, womit Eure Katze am liebsten spielt (Ball, Angel mit Federn, Lichtstrahl der Taschenlampe). Wenn die Dosenöffner mit mir spielen, denke ich garantiert nicht: "Was für ein kindischer Mensch, er spielt mit mir."
Fazit: Ich denke wahrscheinlich von den Dosenöffern: "Was für ein netter Spielkamerad; wir könnten stundenlang so weitermachen."

"Streichle mich! Ich finde es schön, wenn Du mich berührst."
Ich glaube, dass ich von den Dosenöffnern gut versorgt werde (die Dosenöffner erinnern mich an meine Mutti, die mich auch liebevoll berührte.) Ich bin sehr sinnlich und geniesse es, sanft angefasst zu werden. Rau angepackt zu werden verabscheue ich dagegen. Manche meiner Artgenossen werden am liebsten gar nicht berührt, aber die sind wahrscheinlich nicht gut sozialisiert oder haben unangenehme Erfahrungen gemacht. Aber die meisten lassen sich gern streicheln, kämmen oder bürsten. An letzteres muss ich allerdings von klein auf gewöhnt sein. Mir gefällt es sogar, wenn ich für eine Ausstellung herausgeputzt werde. Bei Langhaarkollegen kann das immerhin Stunden dauern. weil ich mich selbst sehr sauber halte, stellen die Dosenöffner fest, dass ich nach einer Runde Körperpflege viel besser gelaunt bin.
Fazit: Nach dem Streicheln, Kämmen oder Bürsten denke ich: "Was für ein netter Dosenöffner; das können wir öfter machen!"

"Da habe ich wohl etwas falsch gemacht."
Ich denke, dass die Dosenöffner gute Erzieher sind.
Wenn die Dosenöffner mit mir nicht konsequent umgehen, kann ich keinen Respekt für sie aufbringen. Ich glaube dann, dass ich etwas falsch mache. An dem Verhalten der Dosenöffner merke ich dann zwar, dass etwas nicht in Ordnung ist und das Verhältnis zur Zeit etwas gespannt ist, aber ich kann nicht nachvollziehen, was nicht stimmt. Ich schätze es, wenn ich konsequent erzogen und behandelt werde, wenn die Dosenöffner mir deutlich mitteilen, was sie von mir wollen. Ich mache mir sehr viele Gedanken über Dinge, die auf kurzfristigen Zusammenhängen beruhen. Ich kenne keine Langzeit - Überlegungen wie Reue oder Rachsucht. Ich kann nur frisch von der Leber weg reagieren. Daher bin ich geradeheraus und ehrlich. Wenn die Dosenöffner konsequent mit mir umgehen, steigen sie in meiner Achtung.
Fazit: Wenn ich getadelt werde, denke ich: "Oh, das stimmt natürlich, das darf ich nicht. Gut, dass ich daran erinnert werde."



Gruss Jandra Polly & Zilly
 
Maggie

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:D Jandra - wo haste das denn her?:D Super!!!;) :)
 
Selaiha84

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:D
das habe ich von der Seite www.lollobollo.de/

ganz lustig ;)

Kannst ja mal reinschauen

Gruss Jandra Polly & Zilly
 
Selaiha84

Selaiha84

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Wie spreche ich:

Augen
Die Mimik wird grösstenteils durch den Ausdruck der Augen bestimmt. Aber natürlich spielen auch noch weitere Dinge eine Rolle, etwa Stirnrunzeln oder Naserümpfen. Wusstet Ihr schon, dass ich erstaunt oder ärgerlich aussehen kann? Einige Rassekollegen müssen sogar einen bestimmten Gesichtsausdruck haben (etwa träumerisch oder gemein), der eng mit der Form, Grösse und Stellung ihrer Augen zusammenhängt. Weit geöffnete Augen bedeuten Interesse und Erstaunen. Halb geöffnete Augen Entspannung und Ruhe. Zugekniffene Augen zeugen von Angst, Zwinkern drückt Freude und Wohlbefinden aus. Natürlich gibt es auch noch allerlei Zwischenformen, die in Kombination mit bestimmten Muskelspannungen, Lippenbewegungen und Ohrhaltungen entstehen.

Anstarren
Unter Unseresgleichen ist Anstarren tabu. Die Höflichkeit gegenüber Kollegen verbietet, dass ich einen Kollegen anstarre. Dieses Verhalten ist nur als Imponiergehabe zulässig und wird am ehesten kurz vor einem Kampf eingesetzt. Wenn ich dagegen wegschaue und meinen Blick auf etwas anderes richte, an meinem Gegenüber vorbei, ist dies eine Art, dem anderen Freundschaft zu signalisieren.
Pupillen
Die meisten von uns haben schlitzförmige, vertikale Pupillen. Bei einigen Kollegen wie dem Manul und dem Schneeleoparden sind sie allerdings eher rund. Je nach Lichteinfall sind die Pupillen mehr oder weniger erweitert, aber auch die Stimmung hat Einfluss darauf. Erweiterte Pupillen können einerseits ein Zeichen von Aggressivität, andererseits auch von Angst oder Liebe sein.

Ohren

Ich kann meine beweglichen Ohrmuscheln in alle Richtungen drehen, damit ich kein Geräusch verpasse, das für mich wichtig sein könnte. Ausser Geräuschempfänger sind die Ohren aber auch Stimmungsbarometer. Normal nach vorn gerichtet bedeuten sie Entspannung und neutrale Haltung. Aufmerksam nach oben gerichtet zeugen sie von äusserster Wachsamkeit. Leicht zur Seite gedreht: Ich fühle mich gestört. Sind die Ohren so weit nach hinten gedreht, dass sie in der Umrisslinie des Kopfes verschwinden kann ich jeden Moment aus der Kauerhaltung angreifen. Ich kann auch Unschlüssigkeit ausdrücken: Wenn das eine Ohr zur Seite gedreht ist und das andere (noch) nach oben steht, frage ich mich, wie ich in der betreffenden Situation reagieren soll.
Schnurrhaare
Bin ich erregt strecke ich mich meine Schnurrhaare weit nach vorn. Bin ich meiner Sache sicher kann ich die Schnurrhaare wieder in die normale gespreizte Position zurückziehen. Habe ich Angst lege ich die Schnurrhaare glatt nach hinten an die Wangen.
Schwanzsprache
Der Schwanz gehört zu meinen ausdrucksstärksten sprachlichen Mitteln. Rufen die Dosenöffner nach mir, um mir ein Leckerli zu geben komme ich garantiert mit hocherhobenem Schwanz angetrabt. Bin ich schon etwas älter und gesetzter, hängt der Schwanz auf auf halber Höhe. Wenn die Dosenöffner mir nun über den Rücken streicheln und der Schwanz sich trotzdem nicht aufrichtet, stimmt etwas nicht. Dann bin ich entweder schlecht gelaunt, bedrückt, ausser Kondition oder sogar krank.

Herunterhängender Schwanz
In neutraler Stimmung lasse ich meinen Schwanz einfach herunterhängen. An der Tatsache, dass sofort Spannung in den Schwanz kommt, wenn ich mich strecke oder ich mir beim Strecken die Krallen schärfe, kann man erkennen, dass zum Strecken ein geistiger Vorgang gehört. Die hintere Hälfte des Schwanzes hängt noch immer herab, während die erste Hälfte ab der Schwanzwurzel schon etwas aufgerichtet wird. Ich bereite mich auf eine Aktivität vor.
"Ich bin wach, was soll ich jetzt anstellen?"


Aufgerichteter Schwanz
Ein aufgerichteter Schwanz ist meist ein Zeichen von grosser Freude. Ich lade den Dosenöffner oder Kollegen ein, meine Visitenkarte zu beschnuppern. Die gegenseitige Analkontrolle (so identifizieren wir uns untereinander, wenn wir uns treffen) ist viel einfacher, wenn man den Schwanz nach oben streckt. Frei nach dem Motto:
"Ich finde dich nett, Du mich auch?"


Flaschenbürste
Nicht immer herrscht jedoch Friede, Freude, Eierkuchen, wenn ich meinen Schwanz aufrichte. So ist die Flaschenbürste eine drastische Unmutsäusserung. Der Schwanz steht senkrecht in der Luft, alle Haare sind gesträubt. Ich mache mich so grösser, eindrucksvoller und furchterregender. Diesen Ausdrucksmittel dient der aggressiv-bedrohlichen und verteidigenden Abschreckung. Es heisst:
"Vorsicht: Ich habe wirklich keine Angst!"


Schwanzwedeln
Auch ich wedele hin und wieder mit dem Schwanz, manchmal sogar in fliessenden Bewegungen. Wie ein Fragezeichen, in der meine freundliche Spielstimmung mitschwingt. Auch hier zeige ich meine Individualität: Der eine Kollege wedelt mehr mit dem Schwanz als der andere. Diese Bewegung kommt übrigens dem Schwanzwedeln der Hunde am nächsten und bedeutet:
"Ich habe gute Laune".


Der Schwanz als Erziehungsmittel
Als Baby habe ich früher oder später begonnen, wie wild mit dem Schwanz meiner Mutti zu spielen. Ich habe ihn als Beute betrachtet und habe ihn belauert, beschlichen und gefangen. Meine Mutti hat mir mit ihrem wild schlagenden Schwanz gedeutet:
"Komm, Kind, Zeit für die nächste Jagdlektion".


Schwanzschlagen

Wenn ich mit dem Schwanz schlage (außer Kollegenmuttis bei ihren Jungen), drücke ich damit Ärger aus. Ich tue das, wenn ich gegen meinen Willen festgehalten werde, aber auch wenn ich mich nicht wohlfühle: "Vorsicht, ich werde wütend!"

Ablenkungsmanöver

Der Schwanz kann auch als Ablenkung bei der Jagd gebraucht werden. Wenn nur seine Spitze hin und her schlägt, richtet sich die Aufmerksamkeit des Beutetiers ganz auf diese Bewegung. So merkt es nicht, dass mein Kopf und meine gefährlichen Krallen viel näher bei ihm sind...
 
Howea

Howea

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Super!

Mal was über Katzen was ich noch nicht kannte!

Dankesehr, kann man gut als Übersicht verwenden.

LG Howea
 
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