neue Katze kommt nach 3 Monaten immer noch nicht raus

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jojo_1

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Hallo Zusammen, ich bin extrem verunsichert, deswegen versuch ich mir mal auf diesem Wege ein paar Tipps, Ratschläge oder Mutmacher zu holen.
Also:
ich habe vor 3 Monaten (bald 12 Wochen) eine Katze zu mir nach Hause geholt. Ich habe sie auf einer Tierheimseite gefunden, aber sie wurde Privat vermittelt, wie sich später herausstellte von einer Frau, die Katzen vom Bauernhof einfängt und diese "sozialisiert". (Ich weiß selbst dass das fragwürdig ist, und hätte ich eher gewusst, wie sie an diese Katzen kommt, hätte ich es mir wahrscheinlich noch mal überlegt)
In ihrer Beschreibung wurde meine Katze (Stella heißt sie), als "neugierig" beschrieben, "reagiert gut auf Annäherungsversuch" und dass man sie schnell mit Leckerlies und Spielen rumkriegt.

Der Tag des Einzugs kam, und sie versteckte sich erstmal hinter dem Sofa. Total normal natürlich und sie hat auch gleich in der zweiten Nacht normal gefressen und die Toilette benutzt.
Nach zwei Tagen war sie dann allerdings verschwunden, und nach langem Suchen sind wir darauf gekommen, dass sie sich hinter unserer Küchenverkleidung versteckt. Dort saß sie ungefähr für 3 Wochen. Nachts kam sie zum Fressen raus, Tagsüber war sie ihrem Küchenversteck.
Eines Tages flitze sie (warum auch immer) aus ihrem Versteck unter der Küche, und wir nutzen die Chance und verbauten ihr den Eingang.
Dann versteckte sie sich entweder hinter dem Sofa, oder hinter dem Klavier, oder in ihrer selbstgebastelten Karton-Höhle.

Mit ihr zu interagieren ging gar nicht, sie fauchte wenn man ihr auf 3m zu nahe kam, und zeigte eben die typischen Angst und Paniksymptome einer Katze.

Nach weiteren 4 Wochen haben wir uns einen Federwedel gekauft, und mal ausprobiert, sie damit zu streicheln. Sie hat das sooo genossen, geschnurrt, Milchtritt gemacht, und man hat richtig gesehen, wie es ihr gefällt, mal wieder ein wenig Berührung zu spüren.


Das machen wir jetzt seit dem täglich.

Tagsüber aus ihrem Versteck kommt sie trotzdem nicht, höchstens wenn wir mal mehrere Stunden weg sind. Nachts miaut sie sehr, sehr viel, kratzt an unserem Teppich etc.
Wenn man sich ihrem Versteck nähert, dann faucht sie mittlerweile nur noch selten, dafür miaut sie sehr viel und fängt an zu schnurren und zu treteln. Das habe ich allerdings nicht als gutes Zeichen gewertet, da ich gelesen habe, dass Katzen auch in Stress oder Angstsituationen schnurren um sich zu beruhigen.

Vor einigen Tagen habe ich dann mal versucht, ihr meine Hand hinzustrecken zum beschnuppern, da ich dachte, mit dem Federwedel klappt es doch so gut, vielleicht könnte ich mich einen Schritt weiterwagen. Doch sobald sie meine Hand gesehen hat, ist sie ausgerastet (angelegte Ohren, große Pupillen, teilweise fauchen). Meine Vermutung ist, dass sie traumatische Erfahrungen mit Händen gehabt haben muss...und das wundert mich etwas, da ihre frühere "Besitzerin" uns ein Video geschickt hatte, auf der Stella gestreichelt wurde, ganz normal, ohne Angst.


Noch etwas: sie steht scheinbar nicht wirklich auf Leckerlis (obwohl in ihrer Beschreibung stand, dass sie total auf Leckerlis abfährt). Wir haben es schon mit den verschiedensten Sorte probiert (mindestens 7 Stück, von teuer bis Discounter-Preis), auch mit frischem Thunfisch... die meisten ignoriert sie einfach, ab und zu probiert sie mal ein Paar. Allerdings erschrickt sie sich beim hinwerfen immer so sehr, dass sie sich umdreht und mich ignoriert. Ich kenne das von Katzen eigentlich gar nicht, die Katze meiner Eltern würde morden für ein paar Leckerlies.


Jetzt ist meine Frage: Hat jemand ähnliche Erfahrungen und könnte diese mit mir teilen? (ich habe bisher noch keinen Forumsbeitrag mit meinem konkreten Problem gefunden) Hat jemand einen Tipp? Beruhigende Worte?

Ich bin wirklich dankbar für alles!!!!!!!
 
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Schade, wieder jemand der im guten Glauben etwas Gutes zu tun, so richtig veräppelt wurde....sowas macht mich traurig und ärgerlich zu gleich....mal davon abgesehen,dass es schon falsch ist eine Katze in "Einzelhaft" zu entlassen,das Ganze geht gar nicht...wie du merkst....Katze zurück und zu einem seriösen Züchter oder PS/TH gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
bohemian muse

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Herzlich Willkommen im Forum!

ich habe vor 3 Monaten (bald 12 Wochen) eine Katze zu mir nach Hause geholt. Ich habe sie auf einer Tierheimseite gefunden, aber sie wurde Privat vermittelt, wie sich später herausstellte von einer Frau, die Katzen vom Bauernhof einfängt und diese "sozialisiert". (Ich weiß selbst dass das fragwürdig ist, und hätte ich eher gewusst, wie sie an diese Katzen kommt, hätte ich es mir wahrscheinlich noch mal überlegt)

Darf ich nachhaken, was du an dieser Tatsache so "fragwürdig" findest?

Es ist im Tierschutz absolut keine Seltenheit, dass man bei Kastra-Aktionen auf Bauernhöfen nicht alle Katzen wieder zurücksetzt (was auch oft nicht gewünscht ist von den Bauern), sondern versucht sie auf Pflegestellen an das Leben mit Menschen zu gewöhnen und dann zu vermitteln.

Wir hatten letztes Jahr auch eine junge Katzendame (ca. 1-2 Jahre) in Pflege, die aus einer großen Hof-Kolonie stammte, dort aber nicht länger bleiben durfte, weil die Zahl der Katzen auf über 50 Stück angewachsen war.

Im Gegensatz zu Stella war unsere Pflegekatze Runa zwar allgemein nicht scheu, aber sie hat ebenfalls panische Angst vor Händen gezeigt. Es war unter gar keinen Umständen möglich sie festzuhalten oder gar hochzuheben.
In den vier Monaten bei uns hat sie, trotz vier notwendigen Tierarztbesuchen, die für sie die Hölle waren, sehr große Fortschritte gemacht. Am Ende konnten wir sie sogar streicheln obwohl sie unsere Hände gesehen hat. Es liegt aber trotzdem noch ein langer Weg vor ihr. Zum Glück haben wir ein wunderbares Zuhause für sie gefunden, in dem man ihr mit sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen entgegenkommt und an ihren Problemen arbeitet.

Geduld ist im Endeffekt der Schlüssel zu allem. Du solltest sie nie drängen, sondern sie das Tempo selbst bestimmen lassen. Mit dem Federwedel machst du es auf jeden Fall schon mal ganz richtig.

Wie alt ist Stella denn? Wurde sie als Wohnungskatze oder Freigängerin vermittelt?

Wovon scheue Katzen in der Regel sehr stark profitieren ist eine aufgeschlossene und mutige Zweitkatze. Dabei können sie sich sehr viel abschauen. Außerdem sind gerade Katzen, die aus großen Hof-Kolonien in der Regel hochsozial und brauchen deswegen auch unbedingt den Kontakt zu ihren Artgenossen.
 
16+4 Pfoten

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Deine Katze (ist ein Mädchen, oder?) braucht unbedingt eine Gefährtin. Falls es ein Kater ist, dann einen Katerkumpel holen.

Hierbei bitte auf den Charakter achten und eine gut sozialisierte Partnerkatze aufnehmen. Keinesfalls eine dominante Katze, aber auch keine schüchterne. Eine beherzte Katze mit einem offenen freundlichen Wesen.

Katzen sind KEINE Einzelgänger! Sie brauchen unbedingt kätzische Gesellschaft.

Und gerade eine scheue Katze braucht eine zutrauliche Partnerkatze, von deren Verhalten Menschen gegenüber sie lernen kann. Wenn sie erkennt, dass die zweite Katze Menschen vertraut, sich gern von ihnen streicheln lässt, mit ihnen freiwillig interagiert, dann hilft ihr das sehr, ihre eigenen Ängste zu überwinden.
 
Verosch

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auch ich kann nur raten dringend eine zweite Katze dazuzuholen. lies doch mal ein bisschen hier im Forum, es ist einfach nicht mehr zeitgemäß eine Katze alleine zu halten.
deine arme ängstliche Katze erinnert mich sehr an unseren Kater am Anfang bei uns zu Hause...
wir haben beide aus dem Tierheim, sie haben sie nur zusammen vermittelt, weil sie so aneinander hängen, er ist ja ein Langhaarig-Mix und wäre schon mehrfach vermittelt gewesen, nur die Schwester dazu wollte niemand...
wir haben beide genommen und haben dem Tierheim schon gedankt für ihr Engagement.
Unsere beiden kamen hier an, der Kater hinter die Couch, die Katze erkundigt neugierig die ganze Wohnung... am Abend großes gemaunze vom Kater, die Schwester kommt angerannt und führt ihn rum :love: jeden Tag ein bisschen mehr. Tagsüber hat er lange unter der Couch gelebt und sicher wären wir ohne seine Schwester nicht da wo wir jetzt sind. Sie sind jetzt ein halbes Jahr bei uns...
aber Kater und Katze könnte auch eine problematische Konstellation sein, von daher lieber eine Katze gleichen Geschlechts dazu!
 
Polayuki

Polayuki

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(Ich weiß selbst dass das fragwürdig ist, und hätte ich eher gewusst, wie sie an diese Katzen kommt, hätte ich es mir wahrscheinlich noch mal überlegt)
Daran ist überhaupt nichts fragwürdig ;)

Meines Erachtens nach habt ihr der Katze zuviel Raum gegeben. Meine bisherigen Pflegis waren Anfangs auch total scheu und ängstlich und haben sich sofort versteckt. Deshalb kommen sie in einem seperaten Raum an, in welchem es eine begrenze Anzahl an Versteckmöglichkeiten gibt. Ganz wichtig: Verstecke wie hinter das Sofa, unter das Bett oder hinter die Küche usw usf sind zugebaut/nicht vorhanden. Denn es ist wichtig, dass du die Katze sehen kannst und die Katze dich sehen kann. So kannst du im Zimmer sitzen, ihr vorlesen, ihr Leckerlis hinlegen und mit ihr blinzeln. Und sie merkt, dass du gar nix tust, kann zurückblinzeln und entspannen. Wenn sie nur deine Füße sieht oder dich nur hören kann, dann dauert das alles sehr viel länger.
Mein Ratschlag wäre tatsächlich ihren Raum nochmal zu begrenzen und dann aktiv mit ihr zu arbeiten. Vorlesen, blinzeln, Leckerlis hinlegen, einfach mit ihr Reden und dabei demonstrativ weggucken. Wenn sie dann sicherer wird und sich auch trotz deiner Anwesenheit im Raum bewegt, kannst du auch ne Gittertür reinmachen. Dann sieht sie die restliche Wohnung, hört alles (bei uns z.b. ist die Gittertür zur Küche, d.h. Pflegekatze hört Kaffeemaschine, Wasserkocher und Staubsauger und Co). Hinter der sicheren Gittertür kann sie sich dann an alles gewöhnen und langsam mutiger werden. In die gesamte Wohnung lasse ich meine Pflegis immer erst dann, wenn sie schon einigermaßen entspannt sind. Dann werden erstmal alle Verstecke zugebaut und Tag für Tag, Woche für woche darf sie stundenweise Raum für Raum erkunden. Bis die Gittertür dann irgendwann ganz offen bleibt. So schleicht sich das ein und Katze ist stressfrei und relaxed in der Wohnung =) Natürlich klingt das nach viel Arbeit, aber es lohnt sich! Wenn meine Pflegis vermittelt werden, achte ich auch stets darauf, dass sie in einem seperaten Raum ankommen dürfen, von welchen sie aus langsam ankommen können.

Dann empfehle ich auch eine weitere Katze, die sozial ist. Meinen Pflegis hilft das immer extrem zu sehen, dass ich die anderen Katzen streichel und lieb habe und diese Katzen danach noch leben und nicht von mir aufgefressen wurden.

EInfangen würde ich die Katze erstmal nur mit Decke. Mit den Händen sollen nur positive Dinge verknüpft werden. Führt zwar dazu, dass Katze Angst vor Decken hat, aber völlig entspannt ist wenn ich ohne Decke auf sie zugehe, sie streichel oder ihr meine Hand hinhalte. Das ist mir persönlich wichtiger.

Wenn ihr noch Fragen habt ruhig raus damit =)

lg
 
L

Lenny86

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Oh, deine Beschreibung erinnert mich so so stark an unsere kleine Maus, die erst nach ganzen 12 Monaten freiwillig ,,ihren“ Raum verlassen hat. Dann hat es nochmals 3 Monate gedauert, bis wir sie normal streicheln durften. Sie wurde ebenfalls wild gefangen, lebte in einer Katzenkolonie auf einem Industriegelände. Sie war allerdings damals erst 1/2 Jahr alt, aber natürlich trotzdem überhaupt nicht an den Menschen gewöhnt. Sie wurde vom Tierschutz dann zweimal vermittelt und wieder zurückgegeben😤, da sie sooo scheu ist. Wir waren dann die 3. Stelle und sie kam mit 2 Jahren zu uns.
Das erste Jahr hat Fine bei uns im Gästezimmer verbracht. Genau wie bei euch, wurde nur Nachts gefressen.
Die ganzen Tipps die du bekommen hast, kann ich 1 zu 1 unterschreiben. Wir haben irgendwann auch eine Gittertür eingebaut, die erst zu war und dann permanent offen stand. Mein Mann und ich waren täglich mindestens eine Stunde bei ihr, haben gezwinkert, haben beruhigend mit ihr geredet, saßen einfach nur da. Nachts hat ganz oft einer von uns bei ihr geschlafen, da uns geraten wurde, dass Katzen es Nachts mögen den ruhigen Atem zu hören und sich so eher raustrauen und den schlafenden Menschen dann auch neugierig beschnuppern können.
Allerdings muss ich auch schreiben, dass es insgesamt sehr, sehr anstrengend war. Man ganz selten Erfolgserlebnisse sah und es oft auch Rückschritte gab, man deswegen wirklich auch oft verzweifelte. Mir und meinem Mann hat es dann immer geholfen, wenn wir uns sagten, wir geben unser Bestes und der kleinen Maus wird es überall so gehen, wir haben einfach keine Wahl und begleiten sie jetzt durch diese schwere Zeit.
Irgendwann ging es dann tatsächlich Schlag auf Schlag. Geholfen hat ihr am Ende am meisten unser Kater, der irgendwann tagsüber nur noch bei ihr im Zimmer geschlafen hat, bei ihm ist sie stets rausgekommen und ist ihm dann irgendwann einfach hinterhergelaufen und ab da war das Eis gebrochen. Insgesamt ist es wirklich ein Marathonlauf mit vielen Hürden, aber es lohnt sich ungemein. Und heute gibt uns Fine so viel zurück, mit ihrer Liebe und unbändigen Lebensfreude die sie draußen und drinnen beim toben und spielen zeigt. Übrigens: Das mit dem Fauchen hat sie auch extrem und es ist auch nur minimal besser geworden. Sie faucht uns selbst an, wenn wir sie nicht schnell genug reinlassen 😅
Ich wünsche Die viel Kraft und einen langen Atem.
 
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