Katze auf ungesichertem Balkon in Nachbarschaft entdeckt

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Schnake

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Hallo,

gestern entdeckte ich in der Nähe eine Katze auf einem ungesicherten Balkon im 1. Stock. Sie saß auf der Außenkante.
Die Wohnungen sind neu gebaut, in bester Lage und soweit ich weiß Eigentumswohnungen. Man kann davon ausgehen, dass die Halter nicht die ärmsten sind und dass die auch ein Netz anbringen dürften.

Wie geh ich nun am besten vor? Ich könnte den Namen der Halter rausbekommen indem ich vor dem Wohnblock rumlungere und hoffe, dass jemand rauskommt und mich in den Block lässt. Könnte dann schauen wie besagter Name für die Wohnung im 1. Stock lautet.

Soll ich dann klingeln oder soll ich das ganze schriftlich machen indem ich einen Brief mit Infos einwerfe?
Und was für Infos soll ich geben, wärs gut Produktbeschreibungen für Katzennetze auszudrucken?
Ich bin nicht der große Redner. Finde es allerdings nicht tolerabel eine 'Katze auf einem ungesicherten Balkon rumbalancieren zu lassen.
 
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Kiu

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Auch bei Eigentumswohnungen ist es keineswegs gesagt, dass Netze erlaubt, das entscheidet die Eigentümerversammlung.

Ansprechen oder Handzettel einwerfen ist eine gute Idee. Aber bereite dich schon einmal auf eine Enttäuschung vor; den meisten Leuten ist es einfach egal.
 
Ayleen

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Schliesse mich Kiu an.

Entweder sind die Leute dankbar für den Tipp, mit dem du sie auf Katzennetzshops und -Installateure hinweisen kannst - oder du bekommst den oft gehörten, dämlichen Spruch "meine Katze fällt nicht runter".

Schön wärs, die Katzenbesitzer sind echt an der Sicherheit ihrer Katze interessiert und mögen ihr etwas frische Luft gönnen. Da könnte man sie auf die Gefahren hinweisen, wie Katze würde sich irgendwo aus Angst verkriechen, wird von einem Auto erfasst, bricht sich durch den Sturz ein Bein oder das Genick (widerspricht dem Irrglauben: Katzen fallen immer sanft auf die Pfoten!)
 
doppelpack

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Ich würde eine Geschichte vorschieben.... Die Katze einer guten Freundin sei erst vor 2 Wochen aus dem Fenster gestürzt - so oder so ähnlich. Und wenn dann eben nur persönlich.
 
Ayleen

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Edit zu meinem vorherigen Beitrag: Doppelpack hat recht, und im persönlichen Gespräch oft wirkungsvoller - sofern die Katzenhalter nicht "erziehungsresistent" ;)
 
ottilie

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Im persönlichen Gespräch kann man sich ganz allgemein über Katzen unterhalten. Das geht bei allen, die Katzen haben recht gut
Dann eben erzählen, dass Katzen schon vom Balkon gefallen sind Und sich böse verletzt haben und dass das für dich der absolute Horror wäre.
Den gegenüber seine eigene Meinung bilden lassen. Auch nicht drängen, keine Vorschläge machen. Der andere muss einen erst mal kennen lernen
Wenn der andere nachfragt, hat man schon fast gewonnen.
Auch ohne direktes Ergebnis ist der Samen gelegt und das Thema ist auf dem Tisch
 
Al27

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Finde ein persönliches Gespräch auch besser. alles andere könnte als Werbung für eine Firma missverstanden werden.
Würde auch die Geschichte vorschieben von der Katze einer Freundin, die rausgefallen ist. Ausserdem ist eine kürzere "Fallstrecke" sowieso immer gefährlicher als eine höhere, da die Katzen die "Zeit" nicht haben, mit ihrem Schwanz auszubalancieren.
 
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Eifelkater

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Finde ein persönliches Gespräch auch besser. alles andere könnte als Werbung für eine Firma missverstanden werden.
Würde auch die Geschichte vorschieben von der Katze einer Freundin, die rausgefallen ist. Ausserdem ist eine kürzere "Fallstrecke" sowieso immer gefährlicher als eine höhere, da die Katzen die "Zeit" nicht haben, mit ihrem Schwanz auszubalancieren.

Man hat mittlerweile herausgefunden, dass der Schwanz beim Fallen gar keine so große Rolle spielt....er hat einfach zu wenig Gewicht um den Körper im Fall zu beeinflussen.

Außerdem dürften dann Katezn ja auch nicht auf Catwalks und so herumbalancieren. Die sind in Altbauten ja nicht wirklich niedriger als 3m deckenhöhe. Wegen einer Fallhöhe ca. 3,5m würde ich mir keine große Gedanken machen.
 
Margitsina

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Viel schlimmer finde ich, dass du nur 1 Katze gesehen hast.
Wieder so ein armer katzinger, der in Einzelhaltung und wohnungsknast verbannt wird?
 
xkrice

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  • #10
Viel schlimmer finde ich, dass du nur 1 Katze gesehen hast.
Wieder so ein armer katzinger, der in Einzelhaltung und wohnungsknast verbannt wird?

Offtopic aber; meine Eltern hatten damals auch zwei Katzen. Tiger und Dicker.. Tiger LIEBTE es auf dem Balkon zu sein, Dicker war davon überhaupt nicht angetan :rolleyes: Ist also nicht gesagt, dass der Kater/die Katze alleine dort lebt ;)
 
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Tigerjungsdosine

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  • #11
Also ich persönlich würde es absolut nicht gut finden und auch sauer werden, wenn mir jemand unbekanntes einen Brief in den BK wirft und meint, er müsse mich jetzt mal belehren wie ich meine Katzen zu halten haben. :eek:

Ohne meine Katzen, mich und meine Situation überhaupt auch nur ansatzweise zu kennen..:rolleyes:

Anders sieht für mich die Sache aus, wenn das ganze im Rahmen eines zufällig entstandenen netten Gespräches mit der nötigen Sensibilität angesprochen werden würde. Also nicht einfach mal kurz geklingelt und dann: "Ihre Katze läuft da auf der Brüstung...", sondern es sollte meiner Meinung nach auch einfach ein grundstätzliches Interesse bestehen die Besitzer, wenn auch nur flüchtig, kennenlernen zu wollen. Ala man sieht mal eine Person mit der Katze auf dem Balkon und dann: "Oh, das ist ja eine süße Katze. Ich wusste ja gar nicht dass hier noch jemand Katzen hält. Ich bin x und wohne dort drüben und habe selber auch x Wohnungskatzen/Freigänger..Katze oder ein Kater? Wie heißt er/sie denn?...meine dann ja nicht die einzigen Katzen in der Nachbarschaft...Darf ich fragen seit wann Sie schon hier wohnen? Ist ja toll, dass die Wohnungen nach der langen Bauphase jetzt endlich bezugsfertig sind...Sind Sie Mieter oder sind das alles Eigentumswohnungen? Ich hatte gehört Eigentumswohnungen....ist hier ja auch eine schöne Wohngegend..."
Wenn das ganz normale Menschen sind, lernt man so ruck zuck vieleicht die nettesten Leute kenne....

Und dann kann man vielleicht auch mal im passenden Moment sagen: "Also ich hatte ja damals bei mir in der Wohnung solche Probleme ein Katzennetz anzubringen...aber meine sind auch immer auf die Brüstung gesprungen/würden wie Ihre Katze auch auf die Brüstung springen...genau wie ein Mensch alle Jubeljahre auch mal über seine eigenen Füße stolpert, obwohl er eigentlich gehen kann..da hatte ich halt einfach zu große Angst und deshalb..meinen Sie nicht auch es wäre vielleicht nicht doch besser...."
Oder auch mal das Thema Einzelhaltung ansprechen wenn die Katze wirklich alleine als reine Wohnungskatze gehalten wird...

Es kann sooo viele Gründe geben warum die Katze auf den Balkon darf obwohl kein Netz angebracht ist.

Sicher, ein unvernetzter Balkon ist eine große Gefahrenquelle und es wäre wirklich besser ihn abzusichern. In manchen Situationen ist dies aber einfach nicht oder nur sehr schwer möglich. Hatte ja vor Monaten selbst mal so einen Fall angesprochen.
Da erlaubte die Eigentümergemeinschaft auch kein Netz, obwohl der Vermieter sich sehr dafür eingesetzt hatte.
Mieter wollen unbedingt in der Wohnung bleiben, da tolle Nachbarn und netter Vermieter, der Lage direkt am Bahnhof... (Pendler, Geld ist auch nicht unbegrenzt verfügbar und ein Thema, aber die Katzen sind von Tierarzt über Beschäftigung bis hochwertigem Futter sehr gut versorgt..)
Nach sehr langem Abwägen hat man sich dort halt ganz bewusst dazu entschlossen den Katzen trotzdem auch den Balkon zur Verfügung zu stellen, um den Katzen ein bisschen mehr Lebensqualität zu bieten.
Die Katzen fordern mehr als ein vernetztes Fenster und die Alternative zum nicht gewollten Umzug wäre nur der Freigang oder eine Abgabe gewesen. Der Freigang würde noch viel mehr Gefahrenquellen bedeuten und eine Abgabe wäre zumindest bei einer Katze undenkbar, da sie eine sehr enge Bindung zu ihren Halter hat und bei Abwesenheit sehr schnell das Fressen einstellt, sich aus Unsicherheit nicht anfassen lassen und fauchen würde..erst Recht bei völlig Fremden...ist Dosi dabei, sind Tierarzt und Streicheleinheiten von Besuchern überhaupt kein Problem....halt so eine Katze die lieber mit Dosi in den Urlaub fährt, als Zuhause nur zwei Mal täglich versorgt zu werden. Von völlig Fremden undenkbar, bei von ihr sehr gut bekannten Personen nur mit ganz viel Einfühlvermögen und Betüddelung möglich. Sie würde trotzdem "trauern" und ganz schön durcheinander sein...

Es ist halt wie mit dem ungesicherten Freigang. Jeder Halter muss selber wissen was für seine Katze am besten ist und was er seinen Katzen zutraut. Ich habe z.B schon seit 8 Jahren im Wohnzimmerfenster nur so ein Fliegengittern von Tesa. Die Katzen dürfen bei geöffnetem Fenster trotzdem auch mal unter Aufsicht dort auf der Fensterbank liegen/sitzen. Sie akzeptieren diese Grenze und haben nie versucht hochzuklettern oder das Netz durchzubeißen oder sonst was. Noch kein einziges Loch im Netz.. Auch wenn da auf der anderen Seite eine Fliege sitzt wird da höchstens Mal sanft die Nase oder die Pfote rangehalten und bei einem Vogel mal kurz gekeckert..

Mich ärgert es immer wenn Leute meinen ungesicherter Freigang ist okay, aber sobald eine Wohnung mal nicht komplett katzensicher ist....
 
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Schnake

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  • #12
Wegen einer Fallhöhe ca. 3,5m würde ich mir keine große Gedanken machen.

:confused:Ist das wirklich so? Ich hab noch nie eine Katze aus 3,5 m fallen sehen.
Ich bräuchte jetzt wirklich eindeutige Aussagen dazu, bevor ich dahingehe, denn höher als 3,5 m wars nicht. Die Katze würde dort in einem Vorgarten auf Rasen landen.
 
Al27

Al27

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  • #13
@Eifelkater
Ich meinte natürlich den gesamten Stellreflex ;)



Und hier noch einige Links :

*Wann erleidet eine Katze die wenigsten Knochenbrüche?*

Und ... :
"Fallen Katzen wirklich immer auf die Füße?

Welt der Katzen: Katzen fallen beim Fall oder Sprung aus großer Höhe tatsächlich oft auf ihre Füße. Zunächst einmal besitzen Katzen den sogenannten Stellreflex. Dieser Reflex bewirkt, dass eine Katze, die aus großer Höhe stürzt, sich automatisch dreht und dadurch in die richtige Landeposition bringt. Darüber hinaus verfügt das Katzenskelett über eine nahezu perfekte Federung, die zusammen mit der flexiblen Wirbelsäule, gepolsterten Pfoten und dehnbaren Gelenken die Möglichkeit eröffnet, im Falle eines Sturzes die Aufprallenenergie zu absorbieren. Zusammengenommen bedeutet dies, dass Katzen bei einem Sturz aus größerer Höhe (etwa ab der 7. Etage eines Gebäudes) oft kaum oder gar unverletzt landen können. Wissenschaftlichen Untersuchungen zur Folge spielt es ab der genannten Höhe übrigens keine Rolle mehr, ob der Sturz aus der 7. oder der 28. Etage stattfindet. Die maximale Fallgeschwindigkeit wird nämlich bereits nach etwa 30 Metern Höhe erreicht.

Bei einem Sturz aus niedriger Höhe allerdings steigt die Zahl der Verletzungen und auch tödlichen Abstürze erheblich was trotz Stellreflex und Federung daran liegt, dass der Katze in diesen Fällen nicht genugt Zeit bleibt um die erforderliche Körperdrehung zu vollenden."

*Quelle *


Und ... :

"Fall-Studien unserer Stubentiger
Ab welcher Höhe ist der Fall einer Katze am sichersten und ab welcher am gefährlichsten? Können Katzen Stürze aus großen Höhen überleben? Warum verletzen sich viele Katzen schon beim Fall aus geringen Höhen? Fragen über Fragen, die es hier zu beantworten gilt.

Die sieben Leben der Katzen
Unsere Stubentiger waren im Mittelalter gefürchtet wie der Teufel selbst. Eine weit verbreitete Strafe für die verfluchten Tiere war es, sie von einem hohen Kirchturm in den Tod zu werfen. Dass viele diesen Sturz überlebten, war für die ungebildete Bevölkerung dieser Zeit ein Zeichen dafür, dass Katzen von Dämonen besessen wären, welche ihnen sieben Leben garantierten. Doch heute, nach aussagekräftigen Studien zum Thema Fall, wissen wir, dass unsere Lieblinge auch ohne satanische Unterstützung besonders große Höhen überleben können. Doch warum ist das so?

Das Paradoxon Katze
Stürze aus geringen Höhen sind für Katzen äußerst gefährlich, da sie sich dabei schwere Verletzungen im Gesicht oder am Kopf zuziehen können. Fällt ein Stubentiger allerdings aus dem 7., 8., oder höheren Stockwerk vom Balkon, sinkt die Todesrate und die Verletzungen sind weit weniger ausgeprägt als bei einem Sturz aus geringer Höhe. Das klingt erst paradox, doch mithilfe der physikalischen Grundsätze, des physiologischen Aufbaus der Katze und des zeitlichen Faktors lassen sich diese Erkenntnisse genauer belegen.

Die Physiologie
Fällt eine Katze, so dreht sich ihr Körper automatisch gen Boden. Dieser Umdrehreflex ist ihnen angeboren und bereits in den ersten Lebenswochen fest verankert. Sie schafft es, die Physik zu umgehen, indem sie im perfekten Zusammenspiel des Vorder- und Hinterleibs und des Schwanzes ein komplettes Umdrehmanöver durchzieht. Zur Stabilisierung nutzt sie erst den gestreckten Schwanz und dreht gleichzeitig den Kopf. Der abrupte Ruck bringt den Vorderkörper in eine Drehung, der hintere Teil wird gegenläufig gedreht. Durch die ausgestreckten Beine und die Navigation mit dem Schwanz wird die Drehung ausgeglichen, bis ihre Füße nach unten zeigen und sich der Fall stabilisiert.

Auch das Skelett der Katze ist perfekt auf Stürze ausgerichtet. Die Wirbelsäule ist so flexibel, dass sie auch einen Aufprall aus großen Höhen abfangen kann, ohne Schaden zu erleiden. Die Gelenke, Sehnen und Muskeln sind dabei besonders dehnbar und elastisch, während die Knochen äußerst stabil sind. Auch die Fußballen helfen dabei, einen Aufprall abzufedern, sodass möglichst wenig Erschütterung vom Körperbau aufgefangen werden muss. Hat die Katze also die Möglichkeit, sich komplett zu drehen und dem Aufprall mit allen vier Pfoten voran zu begegnen, hat sie hervorragende Chancen, mit kleinen Blessuren zu überleben. Allerdings benötigt sie für dieses komplizierte Manöver Zeit.

Die Zeit
Das Umdrehen ist schon eine komplizierte Sache, doch mit ausreichend Zeit zur Verfügung absolut machbar. Um die perfekte Stabilität zu erreichen braucht die Katze nur bis zu einer halben Sekunde. Fällt also ein Tier vom Tisch oder von der Couch und trifft im ungünstigen Winkel auf dem Boden auf, ist es gut möglich, dass sie sich eine blutige Nase holt oder sogar stärker verletzt, da sie das Umdrehmanöver nicht ausführen konnte. Je größer die Fallhöhe ist, desto mehr Zeit hat sie, sich in die Auffangposition auszurichten und den Körper auf den Aufprall vorzubereiten.

Physikalische Faktoren
Wie schon beschrieben, ist der Fall aus einer geringen Höhe für Katzen aufgrund der kurzen Fallzeit gefährlich. Doch besonders mittlere Höhen, vergleichbar mit dem dritten bis fünften Stockwerk eines Hochhauses, sind für Katzen oft tödlich oder von starken Verletzungen begleitet, während ab dem siebten Stockwerk die Sterberate und die Häufigkeit der schweren Verletzungen deutlich abnimmt. Wie erklärt sich das?

Hier spielt die Physik eine große Rolle. Die Fallgeschwindigkeit steigert sich nicht potentiell mit der Höhe, sondern erreicht je nach Größe des Objektes einen gewissen Grenzwert, nämlich dann, wenn der Luftwiderstand und die Erdanziehung einander aufwiegen. Ab diesem Grenzwert bleibt die Fallgeschwindigkeit immer gleich, egal, aus welcher Höhe. Kleine Körper erreichen nach diesen Grundsätzen eine geringe Grenzgeschwindigkeit, bei Katzen ist das etwa 80 – 100 km/h, was einer Falltiefe von ca. 30 Metern entspricht. Das Gefühl der Beschleunigung verschwindet, die Katze kann sich optimal entspannen und hat genügend Zeit, sich während des Falles zu drehen, mit ihrem Körper den Fall zu stabilisieren und den Aufprall optimal abzufangen.

Verletzungsgefahr nicht unterschätzen!
Auch wenn ein Fall von diesen außergewöhnlichen Tieren ausgesprochen gut gehandhabt werden kann, so sind kleinere und auch größere Verletzungen nie auszuschließen. Wer sich nun bemüßigt fühlt, seinem Stubentiger aus Demonstrationszwecken einen freien Fall vom Balkon zu erlauben, der sei gewarnt, dass dies trotz aller biologischer und physikalischer Zusammenarbeit sehr leicht zum Tode oder zu extremen Brüchen und inneren Verletzungen der Katze führen kann, selbst wenn sie mit allen vier Pfoten gleichzeitig den Boden berührt. Auch die Füllmenge der Blase entscheidet oft über Leben oder Tod des gefallenen Engels. Ist die Blase prall gefüllt, kann sie bei einem Fall leicht bersten und damit innere Verletzungen hervorrufen, die zum Tod der Fellnase führen.

„Das Hochhaussyndrom der Katzen“: Eine Fall-Studie

Die beiden Tierärzte Wayne Whitney und Cheryl Mehlhaff aus New York haben diese Thesen bereits 1987 aufgestellt, nachdem sie über einen längeren Zeitraum 132 Stürze von Katzen dokumentierten. Sie untersuchten hier die unterschiedlichen Fallhöhen, die Schwere der Verletzungen und die Todesfälle. Aufgrund dieser Studie konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Allerdings sei hier gesagt, dass die Anzahl der Todesfälle vermutlich nicht korrekt dokumentiert wurde, da die Tierärzte lediglich die in die Tierklinik eingelieferten Tiere berücksichtigten, während anzunehmen ist, dass bereits tote Tiere nie in der Klinik eingetroffen sind. Interessant ist, dass die größte dokumentierte Fallhöhe 32 Stockwerken entsprach, diese Kamikatze überlebte den Fall mit einer leichten Verletzung der Lunge sowie einem abgebrochenen Zahn und konnte bereits nach zwei Tagen wieder nach Hause.

Was tun beim Fenstersturz?
Ganz egal, aus welcher Höhe deine Katze gefallen ist, eine genaue Beobachtung des Tieres sollte selbstverständlich sein. Auch wenn die Katze nur einen Schrecken davongetragen hat, nichts ist einfacher, als ihren Bauch auf blaue Flecken und ihre Augen und Schleimhäute auf eine schlechte Durchblutung zu untersuchen. Beides können Hinweise auf innere Blutungen sein. Knochenbrüche sind meist schnell erkennbar, doch schon ein leichtes Humpeln weist auf Verstauchungen hin. Nie vergessen: Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen, es liegt also an uns Katzenliebhabern, Probleme zu erkennen und entsprechend zu handeln.

*Quelle*
 
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Tigerjungsdosine

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  • #14
Ich habe es auch so gehört dass Stürze aus geringer Höhe, wie der ersten Etage, in der Regel glimpflich ausgehen.
Die 3-5 Etage soll die sogenannte Todeszone sein, wo es oft zu sehr schweren Verletzungen kommt und 10% der Katzen nicht überleben.
Ab der 7. Etage nimmt das Verletzungsrisiko dann wieder ab...

Ich kenne bisher nur eine Katze die vermutlich vom Balkon aus dem 2. Stock auf den Gartenrasen gefallen ist. (hat keiner gesehen aber Kater saß unten im Garten)

Dieser Kater hat sich zum ganz großen Glück kaum verletzt. Der Ta konnte jedenfalls nichts festellen. (es wurde aber natürlich nicht geröngt :rolleyes:) Allerdings ist der Besitzerin dann aufgefallen, dass der Kater wohl die ersten Tage nach dem Sturz an der Brust etwas empfindlich war. Der TA meinte dazu, dass die Vorderpfoten dann vermutlich aber doch ganz schön eingeknickt sind und er Kater sich darum leicht das Brustbein angehauen hat. Aber höchstens ein blauer Fleck...

Wenn ich mir jetzt vorstelle das wäre eine Etage mehr gewesen und er wäre dann noch heftiger mit dem Brustbereich auf dem Rasen gelandet....Da können böse Verletzungen auch z.b im Bereich des Kiefers entstehen....
 
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Eifelkater

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  • #15
:confused:Ist das wirklich so? Ich hab noch nie eine Katze aus 3,5 m fallen sehen.
Ich bräuchte jetzt wirklich eindeutige Aussagen dazu, bevor ich dahingehe, denn höher als 3,5 m wars nicht. Die Katze würde dort in einem Vorgarten auf Rasen landen.

Fallen gesehen hab ich aus 3,5 auch noch keine. :) In unserem Altbau gab es damals keine Catwalks und hier plumpsen Katzen höchstens mal von 2m hohen Schränken, wenn sie sich verschätzt haben. Wobei uns ist mal eine aus etwa 4 m von der Drehleiter gesprungen (undankbares Vieh :massaker:), aber gewollt springen kann man mit stürzen nicht vergleichen.....wobei so ganz gewollt war das auch nicht...sie fand uns eben völlig unsympathisch....

Edit: Rasen unterndrunter muss nichts bedeuten....der kann auch hart wie Beton sein.
 
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doppelpack

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  • #16
Es sind auch schon Katzen vom Kratzbaum gefallen und haben sich das Genick gebrochen...;)
Hier gab es mal einen Sturz aus 2,50m Höhe (in der Wohnung). Die Katze ist abgerutscht und segelte wie ein Stein zu Boden, weil auch ihr Rettungsversuch sich an die Bettebene festzukrallen, leider schief ging. Gab einen ganz schönen Aufprall und letztlich eine Verstauchung/Prellung.
Wenn die Katzen bewusst aus solchen Höhen springen, springen sie ja nicht wirklich die volle Höhe, sondern "laufen" erstmal noch an dem Gegenstand (Wand, KB, Schrank..) entlang. Die tatsächliche Sprunghöhe ist also deutlich kleiner. Habt ihr bestimmt alle schon beobachtet.

Ich würde 3,50m für einen (unbewussten) Sturz also nicht als harmlos abtun. Zumal die Katzen eben erstmal versuchen sich noch irgendwie zu "retten" und sich dabei leider häufig ungeschickt drehen.
 
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Eifelkater

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  • #17
Es sind auch schon Katzen vom Kratzbaum gefallen und haben sich das Genick gebrochen...;)
Hier gab es mal einen Sturz aus 2,50m Höhe (in der Wohnung). Die Katze ist abgerutscht und segelte wie ein Stein zu Boden, weil auch ihr Rettungsversuch sich an die Bettebene festzukrallen, leider schief ging. Gab einen ganz schönen Aufprall und letztlich eine Verstauchung/Prellung.

Eben, und wenn man dann solche Kratzbäume sieht

http://www.zooplus.de/shop/katzen/k...zbaum_gross/kratzbaum_gross_ueber180cm/375842

http://www.zooplus.de/shop/katzen/kratzbaum_katzenbaum/deckenspanner/deckenspanner_ueber180cm/76453

http://www.zooplus.de/shop/katzen/kratzbaum_katzenbaum/deckenspanner/deckenspanner_180cm/433779

Dieser Catwalk dürfte gut drei Meter haben
http://www.google.de/imgres?imgurl=...=0CHcQrQMwJjhkahUKEwj7ldPT2Y_GAhWHkiwKHQVbAOE

halte ich die Fallhöhe von schlafenden Katzen dort bedenklicher als von einem balkon im 1. Stock

Edit: Ich will das nicht verharmlosen, aber ich würde definitv zumindets schrög gucken, wenn mich jemand auf meine Katze auf dem Balkon anspricht....
 
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Schnake

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  • #18
Der Unterschied zwischen einem Kratzbaum und dem Balkon ist doch, dass die Katze auf ersteren erstmal hochklettert. Insofern realisiert sie, dass da noch eine andere Möglichkeit besteht runter zu kommen als sich kopflos runterzustürzen. Sie wird dann hoch- und runterklettern verinnerlichen.
Währenddessen besteht beim Balkon gar keine andere Möglichkeit runterzukommen, als sich runterzustürzen.
Sprich, sieht die Katze da unten was interessantes wird sie einfach runterspringen.

Nun, ich hatte vor zu erzählen, dass mal eine Katze runtersprang, einen Beckenbruch bekam und dann lebenslang inkontinent war. Ist so ein Szenario einigermassen realistisch? (besonders die aussicht auf Inkontinenz dürfte wohl abschrecken...)
 
doppelpack

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  • #19
Eben, und wenn man dann solche Kratzbäume sieht

http://www.zooplus.de/shop/katzen/k...zbaum_gross/kratzbaum_gross_ueber180cm/375842

http://www.zooplus.de/shop/katzen/kratzbaum_katzenbaum/deckenspanner/deckenspanner_ueber180cm/76453

http://www.zooplus.de/shop/katzen/kratzbaum_katzenbaum/deckenspanner/deckenspanner_180cm/433779

Dieser Catwalk dürfte gut drei Meter haben
http://www.google.de/imgres?imgurl=...=0CHcQrQMwJjhkahUKEwj7ldPT2Y_GAhWHkiwKHQVbAOE

halte ich die Fallhöhe von schlafenden Katzen dort bedenklicher als von einem balkon im 1. Stock

Edit: Ich will das nicht verharmlosen, aber ich würde definitv zumindets schrög gucken, wenn mich jemand auf meine Katze auf dem Balkon anspricht....

Ich habe auch Deckenspanner. So wie viele Leute hier. Aber im Schlaf fällt eine Katze normalerweise nicht runter, sie haben da einen sehr ausgeklügelten Gleichgewichtssinn. Und wenn, dann wird reflexartig reagiert, ein KB bietet oft (eben oft, nicht immer) eine Haltemöglichkeit. Von daher sind Deckenspanner grundsätzlich erstmal nicht gefährlich.

Und wer sagt denn, dass die Katze vom Fenster bewusst springt? Sie kann doch auch einfach abrutschen und stürzen. Im Gegensatz zum KB kann sie sich dann aber nichtmehr festhalten.

Und wie viele schrieben, wenn dann muss man versuchen, das Gespräch unauffällig in diese Richtung zu lenken und nicht mit der Tür ins Haus fallen.
 
Zaubermäuse

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  • #20
Wenn ich manche Einträge hier lese, kann ich wirklich nur noch den Kopf schütteln.

Wie man überhaupt drüber nachdenken kann ob man seinen Balkon oder Fenster absichert, ist mir ein absolutes Rätsel.

Ich habe viel mit behinderten Tieren zu tun und kenne daher die Folgen von solcher Unverantwortlichkeit.

Selbst wenn die Katzen mit den Pfoten aufkommen, können die Pfoten oft das Gewicht gar nicht halten und es kommt zu schwersten Verletzungen.

Ich finde es gut, dass du deine Nachbarin überzeugen willst und ich hätte da genug Geschichten für dich.
Such dir eine aus:

Die der teilgelähmten, inkontinenten Katze oder
die, der Katze, die sich beide Vorderpfoten gebrochen hat und nun mit halbamputierten Pfötchen läuft.
Oder der Kater, der sich alle Pfoten gebrochen hat.
Die Katze, die vom Zaun aufgespießt wurde.
Kieferbrüche hätte ich gleich mehrere im Angebot.
Auch schwere neurologische Verletzungen sind nicht selten.

Und wisst ihr, warum man so selten von diesen Fällen hört?
Weil keiner anschließend damit prahlen geht.
 
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