Calici-Viren, Herpes oder Chlamydien???

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
B&R

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Ich weiß gar nicht, ob ich hier im richtigen Unterforum bin... Ich schreibe trotzdem mal unsere Geschichte auf und hoffe, jemand kann uns weiterhelfen.
Seit zwei Tagen drückt Depsi ständig beide Augen zu und niest. Gefressen hat er heute morgen nicht. Mittlerweile ein bisschen. Wir sind dann heute morgen mit ihm beim TA gewesen. Er hat Depsi aus dem Kennel geholt und gleich gesagt "DAs sieht nicht gut aus". Ich hatte da natürlich gleich große Sorgen. Letztendlich hat er gesagt, es können Calici-Viren, Herpes oder Chlamydien sein, auf jeden Fall ist es viral. Er wird jetzt mit Tabletten, Tropfen und Pulver behandelt: Ecolicin, Zylexis und Clavaseptin, zusätzlich bekommt er noch L-Lysin. Bin jetzt sehr besorgt und wir sollen am Freitag zur Kontrolle wiederkommen, oder eben, wenn es schlimmer wird, bzw. er Fieber bekommt. Hatte er heute nicht. Er ist ansonsten auchetwas ruhiger als sonst.
Kennt ihr dieses Krankheitsbild? Wie ist es bei euch verlaufen, oder habt ihr Erfahrungen mit den Medikamenten? Wäre lieb, wenn ihr mir eure Erfahrungen mitteilen würdet...
 
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Jubo

Jubo

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Hallo,

mein Bolle hat Herpes, ebenfalls mit den Symptomen Augentränen und Niesen, weiterhin verrotzte Nase. Sein Herpestest war negativ, trotzdem ist es sehr sicher, daß er Herpes hat. Dieser Virus läßt sich nur sehr schwer nachweisen.

Ecolicin und Clavaseptin sind Antibiotika. Die wirken NICHT gegen Viren, nur gegen Bakterien. Viele TÄ geben sie prophylaktisch, um einer Sekundärinfektion entgegenzuwirken. Hat dein TA einen Augenabstrich gemacht und/oder Blut abgenommen? Es sollte in jedem Fall ein Antibiogramm erstellt werden, um den genauen Erreger zu bestimmen und somit gezielt ein AB geben zu können, falls nötig. Dies sollte unbedingt parallel erfolgen. AB in den luftleeren Raum zu geben, ist sinnlos. Vor allem, wenn dein TA eine Virusinfektion vermutet.

Zylexis ist ein Immunpusher. L-Lysin fungiert als Virenblocker. Sehr zu empfehlen, wirkt allerdings NUR bei Herpes. Richtet aber sonst auch keinen Schaden an. Streß ist ein absoluter Immunkiller und kann neue Schübe auslösen. Auch Impfungen sollten bei derartigen Erkrankungen gut überlegt und mit dem TA genauestens besprochen werden!

Hier mal ein paar Links:

http://www.spadiut.at/htmls/HerpesMerkblatt.htm

http://www.katzen-lexikon.de/Katzenschnupfen

http://www.vu-wien.ac.at/i123/SPEZVIR/Calicikatz.html

http://www.von-silver-sikala.de/katzenkrankheiten/katzenkrankheiten-chlamydien-bei-katzen.html

Herpes und Calici sind ein Teil des Katzenschnupfenkomplexes und virale Infektionen. Dennoch kann auch eine bakterielle Infektion wie Chlamydien als Mischinfektion beim Katzenschnupfen auftreten. Es ist nicht immer leicht, den richtigen Erreger zu bestimmen und es gibt unterschiedliche Behandlungsmethoden.

Alles Gute
Jubo
 
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B&R

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Wow. vielen dank für die ganzen Informationen. Es wurde kein Abtsrich gemacht und auch kein Blut abgenommen. Ich denke, das wird der Arzt dann wohl am nächsten Freitag machen. Hoffentlich schlagen die Medis jetzt erstmal an...
 
Jubo

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Ich drück' die Daumen, daß es deiner Katze bald besser geht.

Trotzdem würde ich tiefergehende Untersuchungen nicht aus den Augen verlieren. Diese Erreger treten oftmals in Schüben auf und ziehen sich dazwischen in die Nervenbahnen zurück. Das macht ihren Nachweis so eklig schwierig. Dennoch sind die betroffenen Katzen weiterhin infiziert und u.U. auch Ausscheider. Gerade in Mehrkatzenhaushalten sollte man wissen, womit man es zu tun hat, um evtl. Ansteckungsrisiken zu begegnen.

Gruß
Jubo
 
racoonie

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Also ich finde es wie schon sehr suspekt was der TA da erzählt und macht. Erst meint er es sei auf jeden Fall viral und dann sagt er es sollen chlamydien vielleicht sein? das passt doch nicht zusammen. Zudem gibt er einfach irgendwas ohne eine ausführlich untersuchung und ohne zu wissen was es wirklich ist ... also für mich klingt das eher nach Abzocke von unbedarften Katzenbesitzern
... wir werden dem jetzt wie versprochen gemeinsam auf die Spur gehen :rolleyes:
 
bea1982

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Also ich finde es wie schon sehr suspekt was der TA da erzählt und macht. Erst meint er es sei auf jeden Fall viral und dann sagt er es sollen chlamydien vielleicht sein? das passt doch nicht zusammen. Zudem gibt er einfach irgendwas ohne eine ausführlich untersuchung und ohne zu wissen was es wirklich ist ...
Sehe ich auch so!

Ich würde auf jeden Fall einen Abstrich machen lassen um gezielter behandeln zu können.
 
Glasherz_2002

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Bei solchen Aussagen vom TA ist es unabdingbar, einen Abstrich zu
machen, verstehe ich gerade nicht. Er behandelt und weiß nicht, was
es ist. Lass bitte einen Abstrich machen, damit ihr wisst, gegen was ihr
angehen müsst.
 
Z

Zugvogel

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Jedenfalls macht es auch keinen Sinn mehr jetzt ein Antibiogramm zu erstellen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis verfälscht ist durch die AB Gabe rel. hoch ist.
Ichweiß es nicht genau, aber müßten bei einem jetzigen Antibiogramm (nach der AB-Behandlung) nicht die Bakterien nachweisbar sind, die gegen das AB bereits resistent sind? DAS wäre doch der Sinn einer solchen Diagnose :confused:



Und ehrlich gesagt, auch wenn er ein Antibiogramm früher erstellt hätte, kann ich mir vorstellen, dass die Behandlung nicht anders ausgesehen hätte, ausser der Wahrscheinlichkeit, dass er sofort ein orales AB mit dem Wirkstoff Doxicyclin gegeben hätte.
Ich finde es schlimm, daß bei jedem gleichartigen Symptom auch gleich behandelt werden sollte, auch wenn die Ursache nicht immer identisch ist.
Wozu gibts denn dann diese ganzen Diagnoseverfahren? :confused:


Zugvogel
 
birgitdoll

birgitdoll

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Ichweiß es nicht genau, aber müßten bei einem jetzigen Antibiogramm (nach der AB-Behandlung) nicht die Bakterien nachweisbar sind, die gegen das AB bereits resistent sind? DAS wäre doch der Sinn einer solchen Diagnose :confused:

Wenn bereits AB gegeben wurde, ist ein Antibiogramm sinnlos,
das wächst nichts mehr,auch keine resistenten Bakterien
 
V

valentinery

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Bärlin
  • #10
Das sind ja Krankheiten, die weh tun oder auch schlimmeren Schaden anrichten können, was soll der TA sonst erst mal tun?
Gut, dass bei einem großangelegten Verdacht nun kein Abstrich genommen wurde, war unglücklich...

Ein Tipp noch aus eigener schmerzlichen Erfahrung: Beobachte die Augen gut, Herpes (in Verbindung mit einer Infektion) kann auch Schäden an der Hornhaut anrichten! Also guck dir immer schön die Äuglein an!
 
Z

Zugvogel

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  • #11
Wenn bereits AB gegeben wurde, ist ein Antibiogramm sinnlos,
das wächst nichts mehr,auch keine resistenten Bakterien
Das verstehe ich aber nun nicht ganz: wie kann ein resistenter Keim dennoch von AB zum Verschwinden gebracht werden??? :confused:

Ich weiß von einem Fall, daß nach 4 Wochen ungezielter Behandlung (nur nach Symptomen, leider ohne jede nähere Diagnose) doch ein Antibiogramm gemacht wurde und es wurden meines Wissens dann Chlamydien exakt festgestellt nach etlichen AB-Gaben verschiedener Produkte. :confused:


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Peikko

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  • #12
Ein Antibiogramm wird normalerweise erst gemacht, wenn die übliche Therapie nicht anschlägt.
Ein Abstrich ändert nicht wirklich was an der Therapie, die nun begonnen wurde, er leert nur den Geldbeutel des Besitzers (ein "Katzenschnupfenprofil" eines Rachen- und Konjunktivalabstriches kostet bei IDEXX immerhin roundabout 80 Euro, zuzüglich Probenentnahme und Einsendung). Daß ein Antibiotikum gegeben wird, ist ebenfalls total normal und üblich, da sich auf virale Infekte meist noch bakterielle Sekundärinfektionen drauf setzen.
Abzocke sieht anders aus. Abzocke wären meiner Meinung nach in diesem Stadium allerlei Tests. Die klingen zwar immer unheimlich wichtig, und es ist auch sehr einfach, sie den Beistzern "anzudrehen", aber sie ändern einfach nichts an der Behandlung, die in geschätzten 95% der Fälle ganz hervorragend wirkt.
 
B&R

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  • #13
Daß ein Antibiotikum gegeben wird, ist ebenfalls total normal und üblich, da sich auf virale Infekte meist noch bakterielle Sekundärinfektionen drauf setzen.

So hat unser TA das auch gerechtfertigt. Ich muss sagen, ich bin einfach sehr unerfahren, was so etwas betrifft und deswegen werde ich mit Depsis Züchterin zusammen am Dienstag eine 2. Meinung einholen, was zu tun ist (Danke dafür, Anja :pink-heart:) Gefressen hat er heute morgen schon wie ein Scheunendrescher. Jetzt heißt es erstmal abwarten bis am Dienstag.
 
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anja87

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  • #14
Also ich finde auch dass gerade wenn solche Symptome ein erstes Mal auftreten solch ein Test nicht unbedingt gemacht werden muss, somal man die Virusinfektionen an recht typischen Verläufen gut erkennen kann. Dies wäre bei Calici die Läsionen im Maul & Rachen, und bei Herpes die Augensymptomatik, wobei fast immer nur ein Auge betroffen ist.

In einem solchen Zustand ist in beiden Fällen ein AB angebracht - man sollte keinesfalls so lange mit der Medikation warten bis ein Abstrich untersucht wurde.
 
birgitdoll

birgitdoll

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  • #15
Dies wäre bei Calici die Läsionen im Maul & Rachen, und bei Herpes die Augensymptomatik, wobei fast immer nur ein Auge betroffen ist.
Calici kann genauso auf die Augen gehen und Herpes macht unter Umständen große Läsionen im Mäulchen.
Ohne Abstrich kann man nicht sagen, was es ist


In einem solchen Zustand ist in beiden Fällen ein AB angebracht - man sollte keinesfalls so lange mit der Medikation warten bis ein Abstrich untersucht wurde.
Ein AB ist immer wegen der Sekundärinfektionen angebracht
 
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anja87

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  • #16
Calici kann genauso auf die Augen gehen und Herpes macht unter Umständen große Läsionen im Mäulchen.

Das ist aber recht selten. Darüber gibt es sehr interessante Artikel & Studien mit prozentualen Abgaben der Symptome bei diesen Infektionen welche mit meinen Erfahrungen übereinstimmen.


Ein AB ist immer wegen der Sekundärinfektionen angebracht

So pauschal wollte ich das nicht sagen. Es gibt viele Katzen mit chronischem Katzenschnupfen, da ist dann auch keine dauerhafte AB-Gabe angebracht.
 
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valentinery

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  • #17
Viel wichtiger: Wie schauts aus? Schlägt die Behandlung an? :)
 
Barbarossa

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  • #19
Sobald feststeht, daß es eine 'Sekundärinfektion' gibt, wird man AB einsetzen, doch vorbeugend AB ist dem Sinn nach genauso kritisch zu sehen, wie vorbeugende Wurmbehandlung.

Nicht vorbeugend, sondern im Sinne vom "im Keim erstickend", also lebensbedrohliche Eventualitäten ausschließend. Oder meinst du wirklich, es ist besser, den Ausbruch einer Lungenentzündung erst mal seelenruhig abzuwarten, um dann mit AB zu beginnen? Dann ist es zu spät.
 
B&R

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  • #20
Ja, die Behandlung schlägt auf jeden Fall an. Ihm geht es vom Allgemeinbefinden her auf jeden Fall schon besser. Sein linkes Auge ( mit dem wir ja schon vor ein paar wenigen Wochen wegen der Bindehautentzündung zu tun hatten) trieft allerdings noch ziemlich stark. Er frisst aber sehr gut, nimmt brav die Tabletten und auch die Augentropfen lässt er sich gut verabreichen. Ansosnten ist er wie immer. Er macht auch keinen allzu müden Eindruck mehr. Ich freue mich sehr:pink-heart:
 
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