Verhalten richtig deuten, bitte um Hilfe!

Kimmycat

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Hallo,

wir sind gerade dabei langsam unseren Golemann (13 J.) mit Teddy (fast 8 J.) zu vergesellschaften. Zuerst haben beide sich einige Tage durch die Gittertür gesehen und seit diesen Montag ist die Gittertür ist offen und soweit scheint es gut zu laufen. Ich allerdings bin unsicher im Verhalten von Teddy. Gestern Abend gab es eine Situation die ich vielleicht falsch gedeutet habe. Golemann saß neben der Tür im Wohnzimmer und Teddy wollte auch ins Wohnzimmer. Ich merkte das Teddy plötzlich steifer wurde, einen buschigen Schwanz bekam und auf Golemann mit starrem Blick langsam zulief sich dabei die Lippen leckte. Was hat das zu bedeuten? Ich habe dann Teddy zur Sicherheit vorsichtig zurück in die Küche gedrängt, wobei drängen musste ich ihn nicht. Ich kann das jetzt nur nicht besser beschreiben. Ich möchte bei der Vergesellschaftung nichts falsch machen, merke aber das ich unsicher und ängstlich bin. Ich würde mich sehr über Antworten freuen. Vielen Dank.
 

Kimmycat

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Soeben gab es noch eine Situation die mir nicht gefällt. Teddy ging auf das Klo von Golemann und hat gepinkelt. Ca. 1 Stunde später, nachdem beide gefressen haben wollte Golemann auch mal auf's Klo. Teddy ist ihm dicht gefolgt, Golemann hat ihn kurz anmiaut, doch Teddy ist nicht weggegangen sondern hat zurück miaut und Golemann ist vom Klo gegangen. Weshalb ich Teddy dann erstmal aus dem Raum gebracht habe, damit Golemann erstmal auf's Klo gehen kann. Was hat das zu bedeuten? Ich weiß nicht wie ich mich richtig verhalten soll. Doch wir hatten es damals mal mit Klo Mobbing zu tun, was dazu führte das aus der Not heraus auf den Teppich gepinkelt wurde. Es gibt 4 Klo's für beide Katzen. Was wir auch damals schon hatten.
 

tiha

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Es tut mir echt leid, dass dir hier keiner weiterhilft. Zusammenführung sind nicht wirklich meins.

Grundsätzlich finde ich Vorsicht immer besser, als das Kind direkt mal in den Brunnen fallen zu lassen. Insofern hätte ich beide Male genauso wie du reagiert. Das mit dem (friedlichen?) Folgen aufs Klo finde ich jetzt nicht schlimm, wenn es nicht regelmäßig passiert, keine Wege versperrt werden und auch nicht gestiert wird.

Die Situation mit dem Puschelschwanz hätte ich auch unterbrochen. Hier passiert das auch ab und an mal, wenn mein Joah seine Omnipotzenzphantasie hat, aber sie kennen sich seit Jahren und können da ganz gut mit umgehen (wobei ich aber trotzdem einschreite, wenn ich es mitbekomme, weil ich weiß, dass er dann sehr grob wird). Bei Lissy mache ich gar nichts, weil es im Spiel passiert und sie nie heftig und böse wird. Ich denke, du solltest das beobachten, u.U. auch ein bisschen weiterlaufen lassen ohne direkt zu unterbrechen, damit du es besser einzuschätzen lernst.

Ansonsten klingt das alles aber sehr gut und ich drück fest die Daumen, dass alles so rund weiter läuft :)
 

Kimmycat

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Vielen Dank für deine Antwort. Doch es gab heute noch einen Vorfall und ich konnte dazwischen gehen. Unser Neuzugang musste aus gesundheitlichen Gründen vorerst separat bei uns auf der oberen Etage gehalten werden, denn wir hatten erst ein paar Tage später den Eingangscheck für ihn. Dabei kam heraus das er Flöhe und eine frische nicht rasierte, aber leicht verklebte Kastrationswunden hatte. Für uns erstmal ein Schreck. Man riet uns ein paar Wochen mit der Vergesellschaftung zu warten, wegen seiner Hormone, weil potente Kater ein anderes Dominanzverhalten haben. So musste er nun gut 6 Wochen oben leben. Nun haben wir den Eindruck das er die obere Etage als sein Territorium betrachtet und Golemann als Eindringling empfindet. Die Situation war heute diese das Golemann vor der Treppe nach oben saß und Teddy ging steif mit Bürste auf ihn zu und Golemann ergriff die Flucht nach oben auf die obere Etage wo es dann knallte. Also Teddy hinterher und auf Golemann rauf. Zum Glück war ich flott genug und konnte beide schnell trennen.

Teddy ist auf der oberen Etage total sicher und fühlt sich wohl. Hier unten bei uns schleicht er nur herum. Hat viel Golemann im Auge und kommt kaum zur Ruhe und kann Streicheln nicht wirklich zulassen, was oben aber alles möglich ist. Seit diesem Vorfall heute Nachmittag ist aber jetzt Schluß bei Golemann, er hat Angst vor Teddy. Das gemeinsame im Zimmer sein ist für ihn jetzt nicht mehr entspannt. Einfach laufen lassen geht nicht, denn Golemann ist Lungenkrank und das macht mir Sorge. Das er sich vielleicht nicht so wehren kann, wie er gerne wollen würde. Bzw. habe ich auch vielleicht ein Stück zuviel Angst.

Im Moment habe ich kein gutes Gefühl mehr, denn ich habe jetzt Null Vertrauen.
 

tiha

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Wie lange hatten sie denn die Möglichkeit, sich durch die Gittertüre kennenzulernen?
War die Gittertüre auf der unteren Ebene?
Und wie lange laufen sie jetzt schon frei?
 

Neris

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trennst du nachts die Katzen wieder, damit nichts eskaliert?
seit Montag ist noch nicht lange und ich (auch wenn ich keine Erfahrung bei Zusammenführungen habe) würde auch erst noch mal die "Territorien" tauschen, so dass jeder erst mal ein paar Stunden die Gerüche des anderen wahrnimmt und teils auch überschrieben darf/kann..erst dann paar Tage später hätte ich sie zusammengelassen

dann wären dein Beobachtungen vermutlich jetzt nicht so krass, dass sich der eine in einem Bereich, den er ja auch gar nicht kennt, total verunsichert fühlt

falls du sie nachts trennst, was ich ja auch vernünftig finde, wäre evtl. dann für die Nacht ein Tausch der Bereiche denkbar?
 

Kimmycat

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Guten Morgen,

getrennt werden beide im Notfall durch die Gittertür. Teddy muss deswegen nicht zwingend oben bleiben. Allerdings war Teddy gestern die ganze Nacht auf der oberen Etage, weil er heute morgen zum Tierarzt muss. Er wird heute in Narkose gelegt, weil er neben den Flöhen und der frischen Kastration auch noch einen sehr schlechten Backenzahn mitgebracht hat.

Die beiden Jungs haben sich zuerst auf der oberen Etage durch die Gittertür gesehen. Das war vor ca. 3 Wochen. Dann wurde uns geraten die Vergesellschaftung nach unten zu verlegen, weil Golemann kein Verlangen hatte nach oben zu gehen. Das haben wir dann vor 14 so gemacht und geöffnet ist die Gittertür seit diesem Dienstag. Doch jetzt ist die Gittertür erstmal wieder zu, zur Sicherheit.

Hätten wir diese gesundheitlichen Überraschungen mit Teddy nicht gehabt, wären wir schon früher angefangen. Im Moment habe ich das Gefühl das hier alles falsch läuft.
 

Gnocchilli

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Hallo Kimmycat ,

ich kann deine Sorge gut verstehen, vor allem aufgrund der Lungenkrankheit.

Aber auf den ersten Blick klingt es für mich so, als wäre alles im Bereich des Normalen. Sie scheinen sich ja noch nicht richtig gefetzt zu haben. Das machen meine Beiden zum Beispiel ständig. Überall liegt Fell herum. Recherchen im Internet zufolge ist alle in Ordnung, solang kein Blut fließt :omg: Ich gehe manchmal auch dazwischen, wenn sie richtig laut quietschen. Was meine aber nicht tun, ist fauchen oder knurren. Das wäre sicher ein Anhaltspunkt, dass etwas bei der Vergesellschaftung schief geht. Ich habe erst lernen müssen, mit diesen "extremen" Revierkämpen umzugehen. So gut kenne ich mich leider auch nicht mit Vergesellschaftung aus. Aber deine Nervosität kann sicher auf die Katzen übergehen.

ich würde auch die Beiden in der Nacht ins jeweils andere "Revier" stecken. Somit können sie den anderen Teil der Wohnung inspizieren und fühlen sich dort auch gleich sicherer. Und sie können gleichzeitig den Geruch des jeweils anderen aufnehmen.

LG
 

balulutiti

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Ich würde zuerst Teddys gesundheitliche Baustellen in Ordnung bringen lassen und dann noch einmal von vorne beginnen. Die Hormonumstellung und ein böser Zahn machen ihn wahrscheinlich nicht gerade freundlich ;)
Also zurück zur Gittertüre und beiden bei der Gittertüre Gutes zukommen lassen, also Futter und Spielen an der Türe. Deckchen der beiden tauschen, damit sie sich an den Geruch das Anderen gewöhnen können.

Und: Aufs Klo folgen unterbinde ich hier auch, auch wenn keine Aggression sichtbar ist, fühlt sich der Verfolgte meistens doch belästigt.
 

Kimmycat

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Hallo,

die Vergesellschaftung werden wir jetzt erstmal unterbrechen, denn die Zähne waren schlechter als gedacht. Es mussten gleich 6 Zähne gezogen werden, davon ein Reißzahn. Wir sind sehr traurig, denn es sieht alles ganz nach FORL aus. D.h. das Teddy dann bald zu einem Dentalröntgen muss, denn unsere Haustieräztin hat nur normales Röntgen. Schon vorab habe ich darum gebeten das ein Abstrich aus Augen, Maul und Rachen gemacht wird. Dieser Abstrich wird heute auch gleich noch weg geschickt. Wir haben ihn auch einmal Röntgen lassen und sein Herz sieht etwas rundlich aus. Das müssen wir dann auch einmal kardiologisch abklären lassen. Ein dickes Päckchen hat der kleine Mann mit gebracht obwohl er uns als "gesund" verkauft wurde.

17:45 Uhr können wir Teddy wieder abholen und dann soll er sich erst einmal erholen. So macht es jetzt keinen Sinn. Erst dann werden wir noch einmal langsam von vorne beginnen.
 

Gnocchilli

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Der Arme :( Alles Gute für den kleinen Kerl. Ich hoffe, es ist nicht FORL und es geht ihm bald besser...

LG
 
A

Alphabetti

Gast
Hallo,

es ist wirklich sinnvoll, erst mal abzuwarten, bis die Zahnprozedur verheilt ist.

Bei uns hat eine Vergesellschaftung leider nicht geklappt, trotz zweimaliger Versuche, weil unser Kater Rambo partout keinen anderen Artgenossen neben sich duldet. Bis jetzt zumindest. Bei ihm liegt es wohl an seiner Vorgeschichte, dass er so ablehnend reagiert. Aber gerade weil er ein Problemtier ist (besser gesagt war, denn inzwischen läuft es mit ihm viel besser), bekam ich viele Tipps von unserer Tierärztin, die selbst BKHs züchtet und sich wirklich gut auskennt. Ich erzähle dir einfach mal, was sie mir damals erklärt hat.

Sie riet, die Kater zur Vorbereitung auf eine Zusammenführung mit einem Stück Papier abzureiben. Dieses Stück dann in Streifen zu schneiden und diese jeweils im Raum des anderen Katers zu verteilen. Nach einiger Zeit sollte ich dasselbe mit einem Stück Stoff machen, weil am Stoff der Geruch des jeweiligen Katers noch besser haften bleibt.

Nach einer gewissen Zeit wechselt man die Positionen der Kater für ein paar Stunden. Man lässt sie also in den Raum des anderen und schließt wieder die Gittertür, damit sie eine Weile den Raum erkunden können. Danach wechselt man wieder um, so dass die Kater wieder in ihrem anfänglichen Zimmer sind. Das kann man jeden Tag ein paar mal machen, bis sie sich an den Geruch ihres Kollegen gewöhnt haben.

Ist bisher alles friedlich verlaufen, lässt man eines Tages die Gittertür wie zufällig offen, so dass die Tiere erste Kontakte knüpfen können.
Zuvor solltest du beide Tiere füttern, denn satt sind sie in der Regel ruhiger. Du solltest auch versuchen, selbst nicht nervös zu sein, sondern möglichst gelassen bleiben, auch wenn sich die Kater anknurren. Am besten sprichst du in sanftem Tonfall mit beiden. Mit Fauchen und ein paar Pfotenhieben muss man rechnen. Das gehört zur Klärung der Rangordnung dazu. Solange sich die Kater nicht ernsthaft verletzen wollen, greift man als Mensch nicht ein. Entscheidend ist laut meiner Ärztin, dass man kein großes Tamtam um diese Erstbegegnung macht, sondern die Tür zwischen den Katern wirklich ganz beiläufig öffnet.
Trennen solltest du die Kater nur, wenn es richtig schlimmes Geschrei gibt und sie sich wüst prügeln.
Ach ja: Wichtig ist auch, dass man für jeden seine eigene Katzentoilette und sein Schlafkörbchen in dem angestammten Zimmer stehen lässt, denn das wird noch eine ganze Zeitlang die Heimbasis für jeden Kater bleiben. Also bitte nicht zu schnell alles umräumen. Das macht man erst später, wenn alles gut läuft und der Zweitkater anfängt, die Kiste vom Erstkater mitzubenutzen, ohne dass es dadurch zu Terror zwischen den beiden kommt. Das kann aber dauern.
Wichtig ist Geduld, den Katern viel Zeit lassen und zwischendurch mit beiden Katzen viel spielen, ihnen also viele positive, verbindende Erlebnisse zu schenken.
Füttere die beiden in der ersten Zeit auch weiterhin in ihrem angestammten Zimmer. Erst wenn sonst alles gut läuft, kannst du versuchen, die Futterschüsseln nach und nach immer ein paar Zentimeter näher dahin zu stellen, wo du sie irgendwann haben möchtest. Aber auch nichts überstürzen, damit sich kein Kater bedroht fühlt. Wenn du es eines Tages schaffen solltest, dass sie beide in einem Raum fressen, hast du gewonnen.

Ich drücke die ganz fest die Daumen, dass dir das gelingt und deine beiden noch viele schöne Jahre miteinander verbringen können.

Liebe Grüße - Nina
 
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