Püppi und irgendwas ist falsch in ihrem Kopf

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Yash

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Ich muß es mir einfach mal von der Seele schreiben. Verzeiht, wenn mein erster Post in diesem Forum derart den Rahmen sprengt.

Vor über 10 Jahren bin ich aus meinem Elternhaus ausgezogen – einem Elternhaus, in dem Haustiere immer zur Familie gehörten. Zum ersten Mal war ich vollkommen allein. Das Studium, die ersten Arbeitsjahre, all das fordert Zeit und Flexibilität, bringt Vergnügen und Stress mit sich. So viel, an dem man wachsen und sich ausprobieren kann. Doch immer blieb da die Sehnsucht, mein Leben wieder mit einem Tier zu teilen. Träume und Wünsche, für mehr reichte es nicht. Denn ein Tier bedeutet Verantwortung, Zeit und Geld.

Nun, 10 Jahre später, war ich bereit. Die Träume wurden zu Plänen und die Pläne zu Taten. Im November waren wir im Tierheim auf der Suche nach zwei Katzen, die es sich vorstellen könnten mit sich und uns zusammenzuleben. All das Maunzen, die süßen Felle, die Zurückgelassenen, die Hoffnungsvollen und die Verzweifelten. Es war schwer. Aber die Wahl fiel auf zwei recht junge Tiger im Alter von sieben Monaten, die in ihrer kurzen Vergangenheit schon so einiges mitgemacht hatten. Sie stammten aus einem sogenannten „Messihaushalt“ und brachten an Krankheiten mit, was sich so fand. Alles war erfolgreich behandelt worden, die zwei waren zu diesem Zeitpunkt wieder munter, mopsfidel und so schön.
Zwei Tage später zogen sie bei uns ein. Ich konnte es tagelang nicht fassen. Ich war so glücklich. Blumentöpfe gingen kaputt, Couch ist prima zum Kratzen, nachts um vier ist Frühstückszeit, danach kann man bis um acht spielen... Gott ja, ich hab die zwei nicht umsonst Terrorkrümel genannt, manchmal sage ich sogar Arschlochkatze zu meinem Katerchen mit den buntesten Flausen im Kopf, der morgens gern mal in meinem Mantel spazieren klettert. Aber ich habe sie von Anfang an geliebt. Sie sind so süß und so schön und so flauschig und sie riechen so lecker.
Das Katerchen wuchs rasend schnell, bald sah er nicht nur so aus, als wäre er doppelt so groß wie mein Kätzchen, er ist auch doppelt so schwer.
Das Kätzchen dagegen blieb klein, behielt ihr Babyfell und so ein winziges Stimmchen, dass man manchmal nur an der Bewegung der Schnute sah, dass sie etwas zu sagen hatte. Und gerade dieses winzige kleine zerbrechliche Wesen sollte nun unser Problemfall werden.

Anfangs machte ich nur mir Gedanken, dass sie doch sehr mager ist. Gut, der Tierarzt meinte, sie könne ruhig ein wenig mehr auf den Hüften haben, würde ihr sicherlich gut tun. Aber solange sie weiter munter ist, das Fell gut aussieht und sie durch die Bude rast wie der Große, sind auch 1,8 kg Katze in Ordnung. Dann fing es an, harmlos. Hier ein Zucken im Hinterbeinchen, da ein Zucken im Vorderbeinchen. „Du hast dich nur verguckt“. Wenige Minuten später ist die Mietz wieder ganz normal, hüpft durch die Gegend, verpasst dem Kater einen mal mehr, mal weniger verdienten Satz heiße Ohren. Ich behielt das im Hinterkopf, aber ich sah doch darüber hinweg. Bis mich eines Nachts das Grauen dann einholte.

Freitag (26.01.):
Dieses Schreien reißt mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf. Erst verdächtige ich den Kater, die Kleene zu ärgern, aber es ist doch zu alarmierend. Den tatsächlich unschuldigen Kater finde ich im Schein meiner Nachttischlampe verwirrt in der Zimmertür. Auch, wenn ich menschliche Gefühle in ihn hineininterpretiere, schaut er meiner Meinung nach das Häufchen Elend, das ich mein Kätzchen nenne, genauso verwirrt und verängstigt an, wie ich in dem Augenblick.
Meine kleine Maus hockt in der Ecke hinterm Staubsauger und findet den Ausgang nicht. In wilder Panik versucht sie, die Wand hochzukrabbeln. Ich schnappe mir mein Mäuschen, trage sie auf das große Bett und drehe mich nur um, um das große Licht einzuschalten.
Die Zeit nutzt die kleine Katze, um loszukriechen – laufen kann man das wirklich nicht nennen – und vom Bett zu fallen. Anschließend kriecht sie orientierungslos unter dem Bett umher. Stößt hier mal an die Bettpfosten, dort mal an die Wand – in Zeitlupe. Jetzt erst sehe ich, dass sie ihre Augen so fest zukneift, dass sie nichts mehr sieht. Ich liege eine Weile mit ihr auf dem Fußboden, versuche sie zu beruhigen, zu trösten, ohne selbst in Panik auszubrechen. Bis ich es nicht mehr aushalte.
Sicher, der eine oder andere wird sich wundern, warum ich keinen Nottierarzt anrufe. Nun, ich wusste nicht einmal, dass es so etwas gibt. Für mich war das etwas aus dem Fernsehen, nicht aus dem Leben. Vor 10 Jahren auf dem Land gab es so etwas nicht.

Schließlich ziehe ich mich an, nehme einen Karton mit Altkleidern, stopfte ihn oben mit meinem kuschelweichen, von der Püppi heiß geliebten Bademantel aus und lege die Maus vorsichtig hinein. Dann ziehen wir alle drei vom Schlaf- ins Wohnzimmer um. Das Internet soll mir helfen, wenn schon nicht bei der Diagnose, dann doch bei der Suche nach Hilfe. Nur, noch gibt Püppi sich nicht geschlagen. Keine Chance, dass sie in ihrem provisorischen Bettchen bleibt. Kriecht wiederum umher, so dass ich sie immer im Auge behalten muss.

Abwechselnd versucht das Katerchen seine Schwester zu putzen und zum Spielen aufzufordern. Beides stößt nicht auf Gegenliebe. Er versteht die Welt nicht mehr.
Dann wundere ich mich über Wassertropfen auf dem Boden. Da noch einer... oh, da eine ganze Pfütze. Nun, in der Ecke steht normal die Gießkanne, bzw. stand. Im Moment liegt sie. Also gehe ich einen Augenblick davon aus, dass das Wasser dort her stammt. Aber ich irre mich, wie der Geruchstest zeigt. Die Püppi hat Wasser gelassen und liegt noch immer mitten drin. Nach dem Saubermachen lasse ich meine beiden kurz aus den Augen. Die menschlichen Bedürfnisse lassen sich nicht ewig verdrängen, ich bin nur kurz auf der Toilette.
Zurück ruft mich das klägliche Schreien, dass mich schon geweckt hatte. Das Katerchen versucht es mal wieder mit Bespielen. Nur mein Kätzchen hat dem so gar nichts entgegen zu setzen, liegt auf dem Boden unter ihm völlig wehr- und kraftlos. Ich „rette“ die Kleine, bringe sie zurück zum Karton. Sie bleibt liegen, wie ich sie gelegt habe. Sie rührt sich keinen Zentimeter, als ich ihr Fell ein wenig vom Urin säubere. So ein winziges Wesen. Ich habe solche Angst. Dann telefoniere ich umher. Der Notdienst will mich zu einem Augenspezialisten schicken. Aber ich bin sicher, dass das Blind-Umherkriechen nicht an den Augen liegt. Letztlich packe ich mein Häufchen Elend ein und bringe es zur Tierklinik. Hier Tests, da Tests, Blutabnahme, abtasten, Fiebermessen, nichts interessiert die Kleine.
Mit den schlimmsten Befürchtungen lasse ich die Püppi in der Obhut der Fachleute und mache mich auf den Heimweg zu meinem hungrigen verwirrten Kater. Ich rede ihm den ganzen Tag ein, alles würde wieder gut. Weder er noch ich glauben daran.
Am Abend dann heißt es, ich kann die Kleine wieder abholen. Mehr sagt man mir am Telefon nicht. Aber Abholen, abholen hieße… Daran halte ich mich fest, aber ich befürchte das Schlimmste. Dort angekommen, bekomme ich ein Kätzchen zurück. Ein munteres waches Kätzchen. Am liebsten hätte ich sie geknuddelt, aber ich bleibe vorsichtig. Ich will sie nicht kaputt machen. Erste Bluttests zeigten nichts Auffälliges. Die Labortests wären erst morgen da. Nun gut, fahren wir wieder heim. Etwas erleichtert und weit hoffnungsvoller.

Samstag (27.01.):
Die kommende Nacht ist die erste von vielen, die ich kaum schlafe. Immer wieder schaue ich nach meinem Kätzchen, achte darauf, dass der Kater es nicht zu bunt treibt, dass sie immer etwas zu trinken in der Nähe hat. Alles ist in Ordnung, bis ich morgens gegen acht einschlafe. Um 10 bin ich wieder wach und bereue sofort die Zeit, als ich neben mir in Kauerhaltung das Kätzchen vorfinde. Zurück zur Klinik. Irgendwelche Medis, mein Kopf kann nichts Genaues mehr behalten. Dann wird es besser... nicht gut, aber besser.

Sonntag (28.01.):
Die Anspannung bleibt, die Angst auch. Der Maus geht es mal besser, mal schlechter, aber sie frisst ein wenig und trinkt. Sie bleibt nur auf dem Boden, kein Kratzbaum, kein Schrank, keine Couch. Dafür ist endlich der Kleiderkarton mit dem kuscheligen Bademantel annehmbar. Es folgt wieder eine Nacht in einem rundumgepolsterten Bett. Gefühlt alle paar Minuten schaue ich nach dem Rechten. Müdigkeit und Angst kämpfen gegeneinander. Noch gewinnt die Angst.

Montag (29.01.):
Als aller erstes nehme ich für diese Woche Urlaub. Beim besten Willen kann und will ich meine Zwerge jetzt nicht allein zu Hause lassen.
Heute sollen die Ergebnisse der Labortests kommen. Es wurden lauter Virenkrankheiten getestet, die das Gehirn angreifen. Toxoplasmose ist das einzige, was mein Kopf behält und anschließend auch googlet. Man sollte Krankheiten nicht im Internet suchen, ist gar nicht gut für die Psyche.

Während ich mit Tränen in den Augen die Leidensgeschichten anderer Tiere lese, geht es meiner Maus wieder besser. Gegen Abend erfolgt der ebenso ersehnte wie befürchtete Anruf aus der Tierklinik: Alle Test sind negativ. Das Aufatmen währt nur kurz. Negativ bedeutet nicht, dass die Maus nicht krank ist. Denn das ist sie unzweifelhaft. Aber ohne Diagnose keine (spezifische) Behandlung.

Weiter kommen wir nur mit einem CT. Kurz denke ich über die Kosten nach. Man möge es mir verzeihen, aber das sind nun mal nicht unerhebliche Kosten. Doch ein Blick in diese Katzenaugen… Ich rufe eine andere Klinik an, die entsprechend ausgerüstet ist und mache einen Termin zum CT aus. Am nächsten Tag wäre es möglich.
 
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Yash

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Dienstag (30.01.):
Ab um 21:00 Uhrmontags abends gibt nichts mehr zu futtern. Püppi soll nüchtern sein zum CT bzw. zur Narkose. Dem Katerchen schmeckt das schon abends nicht. Nach einer weiteren dieser On-Off-Schlafmodus-Nächte sind morgens zur Frühstückszeit die Beschwerden umso ausgeprägter. Aber da müssen wir alle durch. Wir bringen die Kleine in die andere Klinik und sind unser Kätzchen erst einmal los. Der erste Eindruck der Klinik ist nicht unbedingt herzlich. Umso schlimmer ist es, sie dort zu lassen.
Abends dann können wir die Maus abholen. Sie ist noch sehr angeschlagen. Also belassen wie sie in ihrer Tasche, so wie wir sie präsentiert bekommen, sprechen kurz mit einer anderen Ärztin, weil der Fachmann noch keine Zeit hat… Nicht herzlich... und unkoordiniert. Wir hätten wirklich gern gewartet, direkt alles zu klären, als uns ein Haufen Fachbegriffe anzuhören und nächsten Tag das alles nochmal telefonisch klären zu müssen.

Da man uns aber mehr oder minder hinaus komplimentierte, überwiegt erst einmal die Freude, die Maus wiederzuhaben. Ich gestalte die Couch absturzsicher. Geplant ist eigentlich, dass ich mit der Püppi auf der Couch schlafe, Katerchen und Freund im Schlafzimmer. Aber wie sagte ein Freund mal: kein Plan überlegt den Erstkontakt mit dem „Feind“. Die Maus erholt sich schnell. Es stört sie aber tierisch etwas an ihrer Pfote, das sich bei genauer Betrachtung als ein vergessener Venenkatheter entpuppt.

Entgegen ärztlichem Rat verlangt sie piepsend aber energisch etwas zu fressen. Ihr Appetit freut mich. Das Leben scheint zurückzukehren. Aber dann wird alles wieder schlimmer. Die ganze Nacht kriecht sie von einer Ecke der Couch zur anderen. Hockt zusammengekauert an den Kanten und reagiert auf nichts mehr. Der Kater steht heulend auf dem Flur, bis ich ihn doch einlasse und er selig auf meinen Füßen einschläft. Wenigstens einer von uns.

Mittwoch (31.01.):
Gegen Morgen wird es wieder besser. Dann geht das Rumtelefonieren los. Erst mit unserer Tierklinik, die die Behandlung fortführen soll. Dort hat man leider noch keine Informationen bekommen. Dann mit der anderen Klinik, um zu erfahren, dass der Fachmann Spätdienst hat. Wir sind zum Warten verdammt. Aber die Maus bleibt stabil. Abends wieder telefonieren.
Nun werden wir endlich schlauer. Das CT hat eine recht deutliche Veränderung im vorderen Hirnbereich gezeigt, für die es letztlich drei mögliche Ursachen mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit gibt. Da wäre ein Hirntumor, den man aufgrund des jungen Katzenalters ausschließen wolle. Blieben noch eine Entzündung oder eine angeborene Veränderung. Ganz genau wüsste man es wohl erst, wenn man den Kopf aufmachen und nachschauen würde. Was allerdings nicht allzu empfehlenswert sein solle.

Nun… Juhuu… wir haben eine Diagnose. Das war schon mal ein Anfang. Bei der Therapie gibt es letztlich zwei Möglichkeiten. Es hilft oder es hilft nicht. Am kommenden Tag sollen wir uns also wieder in unserer Klinik einfinden, um alles weitere zu besprechen und die Medikamente abzuholen. Bei jedem einzelnen Anruf in dieser Klinik, fragt man, wie es der Katze geht. Meinen Namen kennen die Damen und Herren dort noch nicht alle. Aber alle kennen meine Miez und ihre Geschichte. Hier fühlen zumindest wir uns gut aufgehoben. Die folgende Nacht bleibt ereignislos, aber schlafen kann ich noch immer nicht.

Donnerstag (01.02.):
Zig verschiedene Medikamente und kaum eines davon verdient das Attribut „Lecker“. Antibiotika, Traumel, Vitamin B… wenn es schlimm wird, noch ein stärkeres Schmerzmittel.. und viel viel Hoffnung. Keiner weiß, wie viel Hirngewebe schon kaputt ist und wie viel mein kleines Kätzchen kompensieren kann. Wieder daheim, erlaube ich mir das erste Mal seit Freitag, ein paar Stunden am Stück zu schlafen. Püppi hat Medikamente bekommen. Freund passt auf alle auf. Ich bin inzwischen völlig überdreht, dabei hab ich am Freitag ein Vorstellungsgespräch. Erstaunlicherweise dauert es nicht lange, bis ich zur Ruhe komme. Drei Stunden Schlaf. Das ist ein Anfang.

Ab Freitag:
Meine Maus bekommt zweimal am Tag Medikamente. Das Zeug schmeckt eklig. Mein Kätzchen riecht auch so. Sie tut mir so leid, aber es ist wichtig. Ihr Verhältnis zu mir ist angeschlagen. Sie mag mich, will von mir gestreichelt werden, lieb gehabt werden, aber sie traut mir nicht. Ich bin die böse, die sie festhält und das Zeugs einflößt. Wild mit dem Schwanz rudernd läuft sie zwischen mir und ihrer Kuschelhöhle hin und her, hin und her, immer wieder. Ein kurzes Streicheln ist ok, auf den Arm nehmen nicht.

Aber sonst geht es ihr besser. Sie hat den Kratzbaum zurück erobert, spielt wieder, frisst, trinkt, verpasst Backpfeifen. Ab und an versagt ein Hinterbein für ein paar Minuten seinen Dienst. Wenn das das einzige Problem bleibt, können wir – sie und ich – damit leben. Jetzt habe ich die Hoffnung, dass es so bleibt und nicht nur eine kurzfristige Phase ist. Die Angst bleibt.

Letzte Woche:
In den vergangenen Tagen bekam die Kleine Durchfall – anfangs nur sehr weicher Kot, bis zu einer Phase, in der wir jeden Tag zweimal den halben Flur wischen müssen. Für ihre Spritzen muss die Maus sowieso in die Klinik, also sprechen wir das Problem auch da an. Das Antibiotikum wird (endlich) abgesetzt, damit fällt die Quälerei beim Verabreichen weg und das Verhältnis zwischen uns entspannt sich langsam. Allerdings bringen die darmsanierenden Medis erst einmal keine Besserung. Auch habe ich den Eindruck, dass die Ausfälle wieder häufiger werden. Mal zuckt eine Pfote für ein paar Minuten aus, mal läuft die Kleine wie ein Model über den Laufsteg. Nein, nicht so elegant, sondern mit genauso schwingendem Hintern. Im Ganzen ist sie allerdings viel wacher und aktiver, piepsender, fordernder. Ich schwanke immer wieder zwischen Verzweiflung und Hoffnung.

Heute:
Die gesammelten Kotproben der vergangenen Tage wurden im Labor auf Giardien (übernehme keine Gewähr für korrekte Rechtschreibung) getestet. Negativ. Nun wird ein sogenanntes großes Kotprofil erstellt. Was mich dieser Winzling schon Geld gekostet hat in der kurzen Zeit… Sorry, wenn das herzlos klingt, aber mein Geldbeutel ist begrenzt. Mein Konto inzwischen ordentlich im Minus.

Aber ich kann nicht aufgeben, noch nicht, nicht, wenn ich sie so sehe… Ihren Bruder durch die Wohnung jagend, meine TaTü-Packung vom Tisch spielend, schnurrend in meiner neuen kuscheligen Bettwäsche liegend und sich kraulen lassen. Jetzt hockt sie wieder vor mir auf dem Tisch, piepst mich an, ihr Hinterteil sackt immer mal wieder weg, mit dem Schwanz peitscht sie vom Tisch, was im Weg liegt. Wie weit kann ich gehen? Wie lange kann ich gehen? Wie lange kann sie es? Ich weiß es nicht. Hoffnung… und Angst.
 
S

SILKCHEN

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Ach Du liebe Güte...ich kann Deine Angst und Sorgen verstehen....tut mir leid, daß es der Süßen immer wieder so schlecht geht :(

Ich kann Dir wirklich gaaar keinen Rat oder Tipp geben...aber Dein Bericht hat mich so sehr berührt, daß ich Dir sagen möchte, daß ich Euch ganz fest die Daumen drücke, daß es besser wird.

Und... daß Ihr das ganz toll macht...und daß ich es richtig finde, daß Ihr so kämpft....

Alles Liebe !
 
Jaqueca

Jaqueca

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Hallo,

deine Ängste und Sorgen kann ich sehr gut nachvollziehen.

Ganz blöde Frage, vieleicht habe ioch es überlesen, denn es ist schon spät für mich.
Wogegen bekommt sie das Antibiotika ?
Wegen dem Verdacht auf eine Entzündung im Gehirn: Was wies darauf hin ? Ein Blutbild ?

Traumeel ist gegen Schmerzen- Hat sie welche ?

Und wurde mal versucht mit Cortison , falls eine Entzündung oder Schwellung da ist zu arbeiten ?

Waren mal Luminaletten angedacht , um Anfallsgeschehen zu hemmen oder ganz zu unterdrücken ?

Kannst du die Veränderung im Gehirn genauer beschreiben ?

Entschuldige die vielen Fragen, aber ich versuche einfach ein genaueres Bild zu bekommen.

Zu der Frage, wie lange ihr noch durchhaltet, kann ich nur sagen daß es jeder für sich entscheiden muss. Du kennst die Katze genauer und kannst es besser beurteilen als ich.

Man kann eine Menge tragen, doch es geht darum was geht für deine Maus.

Ich drücke jedenfalls die Daumen.

LG Silke
 
Yash

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Hallo,

deine Ängste und Sorgen kann ich sehr gut nachvollziehen.

Ganz blöde Frage, vieleicht habe ioch es überlesen, denn es ist schon spät für mich.
Wogegen bekommt sie das Antibiotika ?
Wegen dem Verdacht auf eine Entzündung im Gehirn: Was wies darauf hin ? Ein Blutbild ?

Traumeel ist gegen Schmerzen- Hat sie welche ?

Und wurde mal versucht mit Cortison , falls eine Entzündung oder Schwellung da ist zu arbeiten ?

Waren mal Luminaletten angedacht , um Anfallsgeschehen zu hemmen oder ganz zu unterdrücken ?

Kannst du die Veränderung im Gehirn genauer beschreiben ?

Entschuldige die vielen Fragen, aber ich versuche einfach ein genaueres Bild zu bekommen.

Zu der Frage, wie lange ihr noch durchhaltet, kann ich nur sagen daß es jeder für sich entscheiden muss. Du kennst die Katze genauer und kannst es besser beurteilen als ich.

Man kann eine Menge tragen, doch es geht darum was geht für deine Maus.

Ich drücke jedenfalls die Daumen.

LG Silke

Alles in allem ist nicht so viel der Fachausdrücke und Erklärungen hängen geblieben. Das CT zeigte im Bereich der Stirn deutliche Unterschiede zwischen Links und Rechts - soweit konnte ich das als Laie nachvollziehen. Es fehlten "Strukturen", die auf der jeweils anderen Seite ganz oder zumindest teilweise vorhanden sind. Ein paar schlechte Bilder habe ich hier - nur sagen sie mir eben nichts.
Mit größter Wahrscheinlichkeit - laut dem Facharzt - eine Entzündung in dem Bereich ggf mit bakterieller Beteiligung. Daher bekam sie ein Antibiotikum, dass auch ins Hirn geht. Zusätzlich zu den Medis hier, gab es noch zwei Spritzen im Abstand einer Woche. Was diese beinhalteten, ist mir entfallen. Cortison und Luminal war es aber wohl nicht.

Schmerzen scheint sie derzeit keine zu haben. So zumindest mein Eindruck. Aber es gibt Phasen, da verstehe ich meine Kleine überhaupt nicht. Wir haben die zwei Katzen ja auch erst seit November. Zeitweise ist sie so unruhig und irgendwie unzufrieden. Aber ich kenne sie einfach noch nciht lang und gut genug, um das alles zu verstehen.
 
Jaqueca

Jaqueca

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Wenn Bakterien im Spiel sind ist das AB unbedingt notwendig. Hoffentlich schlägt es an.
Du hast ja geschildert, daß es mit dem AB eine Besserung gab.

Durch die Veränderung des Gehirns fehlt ihr eventuell die emotionale Sicherheit. Es kann sein, daß sie Erregungszustände hat. U.u. können die Veränderungen im Gehirn und die Erregbarkeit, epileptische Anfälle auslösen.
Daher die Frage nach Luminaletten. Frag mal den Tierarzt danach, ob es Sinn macht. Es kann auch sein, daß er ein anderes Medikament vorschlägt.

Auch die Motorik wird ruckartik, verlangsamt, zittrig oder staksig. Gleichgewichtsstörungen, Drehen sind möglich.

Ebenso können die Sinneswahrnehmungen gestört sein.

Von verringerter Wahrnehmung, bis hin zu übersteuerter Wahrnehmung.

Abby konnte vor ihrer OP nur sehr schlecht hören und nicht gut riechen. Dies hat sich verbessert. Blind wird sie bleiben. Ihr Tastsinn ist übersteuert. Jede Fluse an den Pfoten stört sie, kein Körnchen darf dran sein.

Wasser hat sich aber nicht im Gehirn gebildet ?



Kot- und Urinabsatz sind normal ? Jat sie Probleme beim Fressen ?
 
Rana

Rana

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Hallo,
wurde denn eine Liquorpunktion gemacht? Das kann, wenn Erreger beteiligt sein sollen, wichtige auskünfte geben. Wenn man weiß, welcher Erreger am Geschehen beteiligt ist, kann man gezielter behandeln.

Entschuldige, wenn ichs bei dem langen Text überlesen hab.
 
neko

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Hi du,

da hast du wirklich eine ungewöhnliche Katze...

Was mir noch durch den Kopf schiesst: Wurde denn Liquor entnommen (Punktion der Wirbelsäule) und das untersucht?
Anhand daran kann man eigentlich sehr gut feststellen, ob eine Entzündung im Hirn stattfindet und auch durch was die hervorgerufen wird.

So wie du erzählst hat das Antibiotikum ja Besserung gebracht, wenn es jetzt wieder schlimmer wir, kann es sein, dass die eventuell Vorhandenen Bakterien nicht endgültig beseitigt wurden?

Es gibt auch verschiedene Antibiotika die die Blut-Hirn-Schranke im Hirn überwinden und dort wirken können, lass dir also keine Angst machen, sollte noch einmal eine Antibiose nötig sein.

Du kannst nochmal nachfragen, ob eine Liquorprobe bei der Kleinen möglich ist. Die Flüssigkeit kann man dann eventuell auch dazu nutzen um mehr Infos über den Erreger zu bekommen. (Ich kenne das zumindest beim Menschen, die Enzephalitis entwickeln, dass man per Liquoruntersuchung den Erreger rausfinden kann)

Natürlich musst du eventuell auch damit rechnen, dass du das was im Gehirn der kleinen Maus vorgeht nur noch verlangsambar sein wird :(

Ich hoffe aber inständig, was auch immer das ist, dass es geplättet werden kann und deine Katze noch ein schönes, langes Leben haben wird. Solange sie Freude und Lebenswillen zeigt ist eine Behinderung kein Grund zum Einschläfern lassen.

Zur Verabreichung von Medikamenten fällt mir noch ein, dass es Leerkapseln gibt. Bei Lillys Bar zb. extra für Katzen mit "Hühnchengeschmack" :oops: vielleicht kannst du die kleinste Grösse dieser Kapseln hernehmen und bäh-Medis in sie reinzubekommen, ohne dass sie es schmeckt?

Was die Darmsanierung betrifft: Du kannst um den Kot etwas fester zu machen rohes Hackfleisch füttern (nur Rind, kein Schwein!), das kann zumindest kurzfristig helfen. Da die Kleine nicht gesund ist, würde ich jetzt nicht zu viel unsupplementiertes Fleisch geben, wer weiss wie die Nährstoffe bei ihr ankommen bzw was passiert, wenn sie zu lange fehlen.
(Faustregel bei gesunden Katzen ist übrigens bis zu 20% der Ernährung darf unsupplementiert Fleisch gegeben werden. Unsupplementiert heisst, ohne die ganzen Zutaten, wie Taurin, Vitamine und Co, die sonst im Alleinfuttermittel drin sind)
Ansonsten gibt es zB. noch Bactisel, ein Pulver mit Darmbakterien und Co, was helfen soll die Darmflora wieder richtig zu besiedeln. Das kann man einfach übers Futter geben.

Alles Gute und auch wenn dein Konto schon schreit, habt ihr euch schon mal an einen auf Hirnschäden spezialisierten Neurologen gewandt? Ich bin mal so dreist und sag: Silke/Jaqueca kennt bestimmt gute Docs, die Ahnung von der Materie haben :oops: Die ist nämlich eine gute Seele und kennt sich mit solchen Katzen gut aus :pink-heart:

Grüsse
neko
 
V

valentinery

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Leider habe ich keine Ratschläge für dich - aber deine Geschichte berührt mich sehr. Ich wünsche euch einfach nur das Beste und Durchhaltevermögen!
 
Yash

Yash

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323
  • #10
Nun, wie ging es weiter? Es ging weiter und heute habe ich ein riesen Grinsen im Gesicht, wenn ich an meinem zwei Krümel denke. Aber zu dem Zeitpunkt braucht ich nochmal ein wenig Ruhe. Es gibt Menschen, die würden "nur für eine Katze" nie so viel Aufwand betreiben. Es gab zum Glück aber auch welche, die meine Sorgen und mein Handeln verstanden haben.

Die letzte Kotuntersuchung im Februar zeigte Trichomonaden. Wir hatten überlegt, ob wir sie entsprechend behandeln oder darauf verzichten. Zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich einer Behandlung zugestimmt habe. Dummerweise hatte das entsprechende Medikament (und da gibt es ja nciht so viel Auswahl) das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen. Es kam, wie ich es mir in meinen damaligen Alpträumen ausgemalt hatte. Zwei Tage nach Beginn der Therapie fand ich ein schreiendes, orientierungslos umherkriechendes Kätzchen unterm Bett.
Eine Stunde später brachten wir die Maus wieder in die Tierklinik und mußten sie erst einmal dort lassen. Jaro für seinen Teil vertrug die Medis - wenn er sie denn nahm. Er wurde mit jeder Kapsel panischer, so dass er teilweise nicht einmal mehr Luft bekam, wenn es wieder so weit war. Ich war mit den Nerven am Ende, und meine Krümel auch. Und mein Freund stand da wie ein kleiner Junge mit großen Kulleraugen und wußte nicht, wen er nun wie trösten sollte. Kira versteckt im Kratzbaum, Jaro panisch unterm Schreibtisch oder mich heulend auf dem Flurboden. An genau dem Abend hab ich entschieden - wir lassen das. Lieber täglich wischen, als diese Quälerei.

Laut den Informationen vom TA und auch hier aus dem Forum regulieren sich die ungebetenen Untermieter selbst. Darauf hoffte ich, hoffe ich immernoch. Der Kot normalisierte sich relativ schnell mit ein wenig Unterstützung.

Was dann blieb und immernoch bleibt, ist der lange Weg zurück ins Vertrauen meiner Minimaus. Beim Kater war es viel einfacher - ich hab ihn das Festhalte-Handtuch "töten" lassen und dann war alles wieder gut. Kira machte es mir deutlich schwerer. Sie war so im Zwiespalt, zwischen gestreichelt werden wollen und Angst haben, dass sie immer wieder hin und weg lief. Hin und weg, hin und weg, jeden Abend stundenlang, tagelang, wochenlang.
Ich war und bin für jeden Moment dankbar, in dem ich sie streicheln durfte. Und ja, ich war immer wieder neidisch, wenn sie bei "anderen" - meinem Freund oder gar "fremder Besuch" - viel entspannter war, als bei mir. Aber ich hatte Zeit, so denn das Schicksal es will, noch viele Jahre.

In den letzten Tagen macht meine Maus zu meiner Freunde aber kleine Sprünge, statt kleine Schritte. Ich hab sie schnurren gehört. Sie kommt wieder zu mir, um sich kraueln zu lassen... ok, auch, um mir in die Finger zu beißen... aber das hab ich wohl davon, dass ich ihr gezeigt hab, wie lecker Frischfleisch ist. Wie auch immer, Schnitzel hin, Herz her, die kleene kommt zu mir, gibt Köpfchen (oder besser, rammt Köpfchen), lässt sich kraueln und schmeißt sich dann ein paar Minuten hin und genießt. Irgendwann vielleicht hab ich sie auch wieder schnurr-schlafen in meinem Arm. Aber bis dahin genieße ich einfach, wie weit die Maus mit wieder entgegen gekommen ist.
 
H

Hannibal

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  • #11
Alles in allem ist nicht so viel der Fachausdrücke und Erklärungen hängen geblieben. Das CT zeigte im Bereich der Stirn deutliche Unterschiede zwischen Links und Rechts - soweit konnte ich das als Laie nachvollziehen. Es fehlten "Strukturen", die auf der jeweils anderen Seite ganz oder zumindest teilweise vorhanden sind. Ein paar schlechte Bilder habe ich hier - nur sagen sie mir eben nichts.
Mit größter Wahrscheinlichkeit - laut dem Facharzt - eine Entzündung in dem Bereich ggf mit bakterieller Beteiligung. Daher bekam sie ein Antibiotikum, dass auch ins Hirn geht. Zusätzlich zu den Medis hier, gab es noch zwei Spritzen im Abstand einer Woche. Was diese beinhalteten, ist mir entfallen. Cortison und Luminal war es aber wohl nicht.
Das erinnert mich sehr an einen Kater, den wir vermittelt haben. Er hatte plötzlich ganz heftige Anfälle und beim CT wurde festgestellt, dass Teile seines Hirns gar nicht ausgebildet sind. Die Anfälle stellten sich erst nach der Kastration ein. Ich vermute deshalb, dass die Narkose der Auslöser war.

Der erste grosse Anfall wurde mit Cortison behandelt, da sich seine Verkrampfungen nicht richtig lösen wollten. Das wirkte sehr gut. Jetzt bekommt er als Langzeittherapie Phenobarbital (Mittel gegen Epilepsie) und damit geht es ihm wieder sehr gut.

Versuch doch mal noch rauszubekommen, was sie damals alles an Medikamenten erhalten hat. Ich vermute stark, dass sie auch Cortison bekam und vielleicht hat somit nicht das AB, sondern das Cortison geholfen.
 
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