Kampf nach Impfung!

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Baghira89

Baghira89

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Hallo liebe Katzenfreunde,

Ich bin neu hier im Forum. Ich habe mich hier angemeldet, um euch meine/ unsere Geschichte zu erzählen. Warum? Weil wir die letzten Wochen total verzweifelten und ich in vielen Foren nach hilfreichen Tipps und Antworten gesucht habe, aber nichts fand bzw nichts vergleichbares. Hier gibt es viele und wohl die meisten Katzenfreunde und viele interessanten Themen.
Vielleicht hilft dieser Beitrag dem ein oder anderen weiter.

Aber fangen wir von vorne an:

An einem Dienstag vor ein paar Wochen sind wir mit unsere beiden Katzen Simba und Nala zum Impfen, weil wir uns entschieden haben, sie rauszulassen. Beide ( Geschwister) jetzt bald 2 Jahre alt.
Gesagt - getan. Alles war in Ordnung. Nach ca. 2 Tagen fiel uns auf, dass unser Kater Simba einen Knubbel an der Einstichstelle hat und relativ schlapp war. Ich habe viel im Internet recherchiert und gelesen, dass dies eine normale Impfreaktion sein kann. Also warteten wir ab und beobachteten ihn. Als er aber donnerstags und freitags nichts mehr fraß haben wir uns freitags abends dazu entschieden, in eine Tierklinik zu fahren. Dort sagte man uns, dass er einen Infekt habe. Ich deutete auf den Knubbel hin. Antwort: Impfreaktion . Er bekam Spritzen und wir sind wieder nach Hause. "Wenn er wieder frisst, dann ist alles in Ordnung"

Dies war aber leider nicht der Fall. Unserem armen Kater ging es immer schlechter... Ab und an hat er sich einen kleinen Bissen genommen. Also sind wir montags wieder in der Klinik (Natürlich beide Tage Feiertage ^^ ) Dort haben wir wieder mehrmals auf den Knubbel hingewiesen ( " Ja, das ist eine Impfreaktion, der Knubbel müsste hart .... oh der ist ja garnicht hart, der ist ja weich" ) Dazu hatte er eine Körpertemperatur von 41 °C. Er musste dort bleiben. Zu Hause sind wir durch die Hölle gegangen. Mittwochs durften wir ihn abholen. Abszess-Bildung. Wir bekamen Antibiotikum (Beytril) und Schmerzmittel ( Metacam). "Wenn er wieder frisst, gehts ihm besser"

Wir also wieder heim. Freitags morgens hatte er ein wenig gefressen. Ich war so glücklich. Samstag morgens ging es ihm dann noch schlechter. Wir haben ihn direkt eingepackt und in die Klinik. Dort bekam er wieder ein paar Spritzen und einen Appetitanreger und wir wurden wieder heimgeschickt.

Aber stündlich gings ihm schlechter und schlechter. wir bemerkten, dass er im Bauch-Bereich auch 2 Knubbel gebildet hat. Er hatte sichtlich Schmerzen beim Streicheln.
Also wieder eine stressvolle Fahrt in Kauf nehmen und in die Klinik. Dort kamen wir bei einen Arzt der meinte, dass das ja alles nicht normal ist. Er machte eine Blutuntersuchung. Nach einer gefühlten halben Ewigkeit kam er zurück und teilte uns mit, dass die Werte nicht gut aussehen. Der Leberwert war erhöht und einige andere waren auch nicht okay. Er spekulierte auf FIP...
Ab da an fühlten wir uns wie in einem falschen Film.. Er machte Ultraschall um zu sehen, ob Flüssigkeit im Bauchraum war. Fehlanzeige. Aber wie denn, wenn er nicht frisst oder trinkt. Sie behielten ihn wieder für 2 Nächte. Welch 2 Horror-Nächte für uns . Ein Wechselbad der Gefühle. Es fließen etliche Tränen.
Als wir ihn wieder abholen durften, sagte man uns, dass der Abszess nach innen gewandert und aufgegangen ist. Er hat jetzt eine offene Wunde am Rücken und wir sollen probieren, den Eiter rauszudrücken. Dazu neues Antibiotikum und Schmerzmittel.
Ihr könnt euch nicht vorstellen wie erschrocken ich zu Hause war, als ich meinen Kater mal richtig betrachten konnte. Das Gesicht total abgemagert und der Körper aufgequollen. Ihr könnt euch auch nicht vorstellen, wie viel Eiter wir da raus bekommen haben ( Ja unser Kater lässt sehr viel mit sich machen und hat noch nie gekratzt und gebissen, obwohl er von den Ärzten so "gequält" worden ist).
Wir haben uns dazu entschlossen unseren Kater zwangsweise zu ernähren. Mittwochs sind wir zur Kontrolle zu unserem Haus-Tierarzt, der endlich aus seinem Urlaub war. Neue Hiobs-Botschaft. Er hat , wahrscheinlich durch die ganzen Medikamente und wenig Nahrung, eine Gelbsucht entwickelt.
Aber gewundert haben wir uns im Nachhinein nicht. Umso mehr Motivation um ihm genügend Nahrung zu zufüttern. Wir haben uns von unserem Tierarzt eine Homöopathin empfehlen lassen, die uns sehr schnell half ( und mit der ich die ganze Zeit in Kontakt bin). Unser Tierarzt gab uns spezielle Nahrung zu Zufüttern.
Die nächsten Tage fraß er nicht von alleine. Also rein was geht war unsere Devise. 50/50 Wasser und Futter, homöopatische Mittel und die Medikamente. Nach ein paar Tagen viel uns auf, dass er keinen Stuhl mehr absetzte. Weitere Besorgnis. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt bekam er einen Einlauf, der glücklicherweise Abhilfe schaffte....und Erleichterung.
Eine weitere Öffnung in der Bauchgegend entstand von selbst, wo der Eiter ablaufen kann. Ich rief direkt bei unserem TA an, der mich aber beruhigte und mir sagte, dass das eigentlich gut wäre, da der Weg zu der anderen Öffnung zu weit ist.

Es wurde besser, aber fressen wollte er nicht. Aber er fing an zu schnurren und sich etwas entspannter hinzulegen. Er verkroch sich in "seinem" Zimmer.
Sonntags morgens schleckte er dann etwas an seinem Katzenfutter.Ich hätte heulen können vor Glück!! Als ich die Haare um die neue Wunde etwas schneiden wollte, fiel mir auf, dass die Haut etwas schwärzlich war. Ich rief in einer anderen Klinik an. Eine, die mir meine Mutter und zig andere Leute empfohlen haben, mit denen ich mich über unseren Fall ausgetauscht haben. Die Ärztin, die Notdienst hatte, meinte wir sollen ihn beobachten und wenn es schlechter wird, direkt vorbeikommen.
Mittags bekamen wir Besuch und als wir abends nach ihm schauten lag er ganz geschwächt auf dem Boden. Wir direkt Fieber gemessen: 39,9 °C. Katzen-Transportbox und weg.

ABER DIESMAL IN DIE ANDERE KLINIK!!



Dort angekommen, betrachtete sie die Wunde. Sie nahm Blut und untersuchte es. Als sie wieder zurückkam, teilte sie uns mit, dass der Entzündungswert 4 (!) mal so hoch sei und die roten Blutkörperchen zu gering 2,34 (normalwert liegt bei etwa 5) und 40,5 °C Fieber
Sie tippte auf FIV...Katzenaids. Außerdem meinte sie durch die Blume, dass er nicht viele Chancen hätte dies zu überstehen. Sie gab ihm Antibiotikum, Fiebersenker.
Er musste dort bleiben, weil er auch eine Infusion bekam.
Wir fuhren heim. Im Auto habe ich einen Heul / Schrei-Anfall bekommen.
Im Bett beteten wir gemeinsam für ihn.
Nach einer recht schlaflosen Nacht rief ich morgens an. Der Entzündungswert halbierte sich und die roten Blutkörperchen wurden besser aber noch nicht gut. Es stand eine Bluttransfusion im Raum. Jetzt mussten wir auf die Testergebnisse vom Blut warten, die ins Labor gingen.
Am nächsten Tag wurde uns mitgeteilt, dass unser Simba kein FIV hat!! Gott sei dank!
Also warteten wir noch, ob es Parasiten sein könnten...aber auch dieser Test fiel negativ aus.
Wir fühlten uns in dieser Klinik sehr gut aufgehoben. Wir durften jeden Tag unseren Kater besuchen und wir wurden regelmäßig über den Gesundheitszustand informiert. Unser Katerchen hat dort sogar angefangen zu fressen. Ja, er hat ihnen fast die Haare vom Kopf gefressen : DAS IST UNSER TIGER :aetschbaetsch1: !!!

Heute durften wir ihn abholen. der Entzündsungswert ist nochmal gefallen. Er frisst und wirkt viel entspannter. Ja er braucht noch seine Medikamente und er muss wahrscheinlich noch an seinen offenen Wunden operiert werden, weil diese sich nicht alleine schließen werden.
Wir haben gekämpft für unseren Kater! Es grenzt laut Tierärztin an ein Wunder! Aber wir sind glücklich.
In ein paar Tagen geht's zu einem Kontrolltermin, aber wir sind voller Hoffnung.
Er ist etwas stinkig mit uns, aber das nehmen wir auf Grund seiner Gesundheit in Kauf.
Was er jetzt genau hatte wissen wir leider nicht. Vielleicht die Summe des Ganzen. Vllt einfach hartnäckige Viren....

Liebe Katzenfreunde, ich möchte euch eines mit auf den Weg geben.

Gebt niemals auf, kämpft für euer Tier und sucht euch eine Tierklinik mit Bedacht aus!

Herzliche Pfotengrüße

Baghira
 
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Baghira89

Baghira89

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Anscheinend entwickelt sich auf der anderen Seite, wo.sich einer der knubbel befand auch noch eine Öffnung.... Die Haut ist dort auch schon schwarz. Aber er hat heute Gott sei dank immernoch gefuttert.
 
ottilie

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Du meine Güte, ihr habt schon was durch!

Zuerst einmal herzlich Willkommen hier im Forum!
Falls ihr mal Fragen habt: hier sitzen Leute die sich gut auskennen, die haben mir auch schon sehr geholfen
 
Zuletzt bearbeitet:
Baghira89

Baghira89

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Vielen Dank!

Ja, ich wollte unsere Geschichte veröffentlichen, damit, wenn jemand mal so ein Problem hat, weiß,dass er nicht alleine ist..
Deshalb haben wir uns hier angemeldet. Vielleicht können wir ja auch mal helfen. :)

Leider haben wir es ja noch nicht überstanden! :(
 
ottilie

ottilie

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Vielleicht kann man mit Homöopathie da noch etwas unterstützen.
Sprecht die Tierärztin doch einfach darauf an.
Heutzutage sind sogar manche Schulmediziner offen dafür.
 
Q

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Der Tierarzt hat doch eine Homöopathin empfohlen, mit der sie die ganze Zeit in Kontakt sind!
Du könntest evtl. die Userin Barbarossa anschreiben, ihr Kater hatte quasi einen "innerlichen Abszess mit Eiteransammlungen", wenn ich mich richtig erinnere. Es war sehr schwierig, das richtige Antibiotikum zu finden.
Habt ihr ein Antibiogramm und ein dazu passendes Antibiotikum?
 
Baghira89

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Er wurde ja in der ersten klinik zuerst total falsch beh a ndelt. Mittlerweile haben wir das 3. Antibiotikum, das endlich greift. Wir sitzen nun gerade im Wartezimmer zur Nachuntersuchung. Ich bin mal gespannt was sie zu der neuen hautstelle sagen. Ich denke.Dass diese noch aufgeht und er heute rasiert wird.

Das erste mal saß er wieder auf seinem geliebten kratzbaum in der Mulde an der Decke. Und ich musste ihn da herausholen.

Ja bei Simba war es auch eine eiteransammlung.
 
Q

Quartett

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Dann drücke ich euch die Daumen für gute Neuigkeiten.
Ein Antibiogramm wäre schon wichtig, auch wenn parallel dazu erst einmal "blind" therapiert wird, damit sich der Zustand nicht womöglich verschlimmert. Wenn das 1.Antibiotikum nicht richtig greift, kann man dann auf die Antibiotika wechseln, die angezeigt werden.
 
doppelpack

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  • #10
Bedeutet schwarz an einer Wunde nicht schon nekrotisches Gewebe??
 
Q

Quartett

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  • #11
Denke ich auch, deshalb bin ich nicht sicher, dass das optimale Antibiotikum gegeben wird.
 
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Baghira89

Baghira89

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  • #12
Genau. Aber durch die ganzen Bakterien kein Wunder...

Ich bin so froh wenn wir das überstanden haben.

Hat denn noch jemand eine solche Erfahrung gemacht?
 
Baghira89

Baghira89

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  • #13
Ich lese mir die Geschichte von moritz direkt durch wenn ich zu hause bin!
Am Handy ist es doch schwierig. Hab mir gerade die ersten Seiten mit dem Handy angeschaut. Es rührt mich wie viel Anteilnahme hier herscht !!
 
Q

Quartett

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  • #14
Vielleicht würden durch einen anderen Threadtitel mehr "Experten" auf euer Problem aufmerksam, vielleicht "Langwierige und immer wiederkehrende Abszesse" oder so ähnlich.
Wenn du auf das rote Dreieck klickst, meldest du deinen Thread einem Moderator mit der Bitte um Titeländerung, selbst kannst du ihn nicht mehr ändern.
 
Rana

Rana

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  • #15
Bedeutet schwarz an einer Wunde nicht schon nekrotisches Gewebe??

Ja, klingt sehr danach. Und das sollte auch entfernt werden, wenn sonst der Zustand stabil ist.

Erregerbestimmung mit Antibiogramm ist bei solch extremen und langwierigen Geschichten essentiell. Selbst wenn das aktuelle zu greifen scheint.
Weißt du welche Antibiotika gegeben wurden?
Werden die Wundhölen auch gespült, Abszesse gespalten? ...
 
Baghira89

Baghira89

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  • #16
Es ist ja durch die Impfung entstanden. Aber warum ihn dass so umhaut ist ja so ne sache.

Wäre zu überlegen ob man impfung mit Abszess verbindet. Also in der Überschrift.
Die Medikation ist marbocyl, clavaseptin und prednisdon (kortison)
Ich muss sagen, dass dies jetzt echt super anschlägt. Unser Tierarzt ist guter Dinge. Ich denke es geht jetzt aufwärts!
 
Baghira89

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  • #17
Achso. Es sind insgesamt 3 Abszesse. Einer würde gespalten und ein anderer ist von alleine aufgegangen. Der letzte bleibt wohl zu. Sollen wir gut fetten (die schwazen stellen), spülen ssollen wir in simbas Fall nicht. Das würde mehr schlimm machen wie gut. Der Eiter ist mittlerweile ganz weg.
 
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