Die dämlichsten Sprüche der lieben Mitmenschen

  • Themenstarter littlesun
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  • #6.161
Ein unpersönliches "Mein Beileid" kann auch warm klingen, kann aber auch nach einem "ich bin meiner Pflicht nachgekommen, weil man das so macht" klingen.
Die kurze Version: Das was der Mensch dabei ausstrahlt, tröstet mich oder auch nicht.
So habe ich das auch immer empfunden.
 
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  • #6.162
Hier war ja lange nichts mehr los😅

Gestern hat mir ein Mensch, dessen Meinung mir einmal viel bedeutet hat, hingeworfen:" Wie alt ist er denn? Lohnt sich das überhaupt noch?" Gemeint war die kostenspielige Operation meines Katers...und das ist selber ein Katzenhalter.
Das kenne ich sogar von 1 mir bekannten Arzt,wenn er wegen 1 Altenheimbewohner angerufen wurde.Von wann(Geburtsjahr)ist der/die denn?nee da machen wir nix mehr
 
  • #6.163
Ja, es fehlen die Worte und darum wird auf altbekannte Worte zurück gegriffen.
Es ist Hilflosigkeit, denke ich. Jemand möchte trösten und weiß nicht, wie.

Sehe ich genauso und es steht einem ja auch nicht jeder Mensch so nah, dass man ihn einfach tröstend in den Arm nehmen würde.

Würde mir dann jemand sagen, dass er zwar weiss, dass das stimmt, dass es aber leider trotzdem gerade kein Trost ist das zu wissen, würde ich zB. antworten, dass ich das weiss und dass mir das sehr leid tut und gegebenenfalls fragen, ob ich irgendetwas (anderes) tun kann.

Es kommt halt immer auf das "Zusammenspiel" an.

Würde mir aber jemand unterstellen, dass ich mich übergriffig verhalte, nur weil ich versuche zu trösten, dann würde ich die Person stehen lassen. Denn das wäre für mich dann übergriffig, da ich ja nicht die Absicht hatte die Person zu verletzen. Unterstellt die Person mir also eine solche, dann wäre ich raus aus der "Nummer" und zwar ganz und gar.
 
  • #6.164
Würde mir aber jemand unterstellen, dass ich mich übergriffig verhalte, nur weil ich versuche zu trösten, dann würde ich die Person stehen lassen. Denn das wäre für mich dann übergriffig, da ich ja nicht die Absicht hatte die Person zu verletzen. Unterstellt die Person mir also eine solche, dann wäre ich raus aus der "Nummer" und zwar ganz und gar.

Hier wäre es glaube ich, auch angebracht, Verständnis für die Emotionen des Trauernden aufzubringen. Trauer kann von Lachen bis Weinen auch Wut an den Tag bringen. Es ist ein Ausnahmezustand.

Es ist für mich auch heute noch schwierig, tröstende Worte zu finden bzw. nicht sehr Nahestehenden Menschen Beileid zu bekunden, da jeder Mensch seinen eigenen Weg hat, mit Trauer umzugehen und in diesen Momenten auch jeder seine eigenen Bedürfnisse hat.
 
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  • #6.165
Hier wäre es glaube ich, auch angebracht, Verständnis für die Emotionen des Trauernden aufzubringen. Trauer kann von Lachen bis Weinen auch Wut an den Tag bringen. Es ist ein Ausnahmezustand.

Das stimmt und ich habe für vieles in einer solchen Situation Verständnis. Aber wenn sich jemand in seiner Trauer gegen mich richtet, dann hört es auf mit dem Verständnis. Ausgenommen den ersten Moment in dem der Betroffene es erfährt, da verbuche ich es unter Schockreaktion, aber wenn die dann nicht im Nachgang als falsch antizipiert wird, sondern vielleicht sogar noch fortgeführt, dann bin ich raus und trage das nicht mit.
 
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  • #6.166
Aber wenn sich jemand in seiner Trauer gegen mich richtet, dann hört es auf mit dem Verständnis

Die Wut richtet sich nicht gegen dich, sondern gegen die Aussage, mit der der Trauernde überfordert ist.
Trauer und Schock dauern doch nicht nur ein paar Tage an!
Das ist ein langer Prozess.
 
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  • #6.167
Die Wut richtet sich nicht gegen dich, sondern gegen die Aussage, mit der der Trauernde überfordert ist.
Trauer und Schock dauern doch nicht nur ein paar Tage an!

Klar, die Wut kommt aus der Person selbst. Aber ich bin nicht der "Blitzableiter" für diese Wut und stehe für sowas nicht zur Verfügung.

Wenn jemand seine Wut einfach nur äußert, sie aber korrekt adressiert und verortet (nämlich an sich selbst und bei sich selbst) dann macht mir die Wut nix aus und ich sehe sie als normale Reaktion an. Wird die Wut aber nach außen gerichtet und nicht reflektiert, dann eben nicht.
 
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  • #6.168
Eine Umarmung hat mir am besten geholfen. Da brauch ich gar keine Worte ❣️
Jein .... das kommt bei drauf an, wer das ist. Wenn z.B. "Tante Trude aus Buxtehude", die sonst immer nur negativ über den Verstorbenen gesprochen hat oder ich sie aus irgendeinem anderen Grund nicht mag oder es geheucheltes Mitgefühl ist, müsste ich das dann auch nicht haben.
 
  • #6.169
Würde mir aber jemand unterstellen, dass ich mich übergriffig verhalte, nur weil ich versuche zu trösten, dann würde ich die Person stehen lassen. Denn das wäre für mich dann übergriffig, da ich ja nicht die Absicht hatte die Person zu verletzen. Unterstellt die Person mir also eine solche, dann wäre ich raus aus der "Nummer" und zwar ganz und gar.
Das würde dich ja nicht jeder wissen lassen. Ich würde in diesem Fall auch nicht sagen, ich finde das übergriffig, aber ich kann mir meinen Teil denken. Viellicht ist "übergriffig" auch nicht der richtige Ausdruck dafür ... nur weil ich das so empfinden würde, ist es ja nicht unbedingt so. Aber ich finde, man sollte eben sowas nicht sagen. Es kommt vielleicht auch darauf an, wer sowas sagt. Ist es eine nahestehende Person, ist es evtl. nicht so schlimm ...keine Ahnung.
 
  • #6.170
Klar, die Wut kommt aus der Person selbst. Aber ich bin nicht der "Blitzableiter" für diese Wut und stehe für sowas nicht zur Verfügung.

Wenn jemand seine Wut einfach nur äußert, sie aber korrekt adressiert und verortet (nämlich an sich selbst und bei sich selbst) dann macht mir die Wut nix aus und ich sehe sie als normale Reaktion an. Wird die Wut aber nach außen gerichtet und nicht reflektiert, dann eben nicht.

Eine friedfertige Möglickeit zu antworten wäre auch: "Es war mir nicht bewusst, dass ich hier eine Grenze überschritten habe. Das tut mir aufrichtig leid".
Fühlt sich vlt. für beide Seiten dann besser an.
 
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  • #6.171
Manchmal sind solche Sätze aber auch die Wahrheit.
Mein Vater starb an Himmelfahrt letztes Jahr.
Er hatte nachts 2 große Schlaganfälle. Notarzt hat über 30min gebraucht. Wertvolle Zeit die er gebraucht hätte.
Er hatte lt Arzt in jeder hirnhälfte 1 der Anfälle. Die Schädigung lag insgesamt bei über 75% der Hirn Masse.

Er konnte nicht mal selber sitzen. Er konnte seine Muskeln nicht mehr kontrollieren. Nicht selber essen. Aufs Klo, die eigene spucken schlucken, reden. Hören, sehen.

Alles weg. Er hatte einen Luftröhrenschnitt, Katheter, magensonde....das volle Programm.

Und weil er keine Verfügung hatte musste er an Maschinen gehängt werden und dahin siechen.

Als er dann doch sterben durfte, war es tatsächlich Erlösung. Für alle. Für ihn, meine Mutter, und uns Kinder.

Es ist also nicht immer eine blöde Floskel....

Geht mir auch so. Mein Vater war 57 und meine Mutter war 75 und ohne jede Frage hätte ich sie heute noch gerne bei mir. Aber in der Situation, wie sie war, war es für uns alle, so schmerzlich es war, das beste. Sie haben sich nur noch gequält, meiner Mutter konnte selbst das Morphium nicht mehr die Schmerzen nehmen.
 
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  • #6.172
Eine friedfertige Möglickeit zu antworten wäre auch: "Es war mir nicht bewusst, dass ich hier eine Grenze überschritten habe. Das tut mir aufrichtig leid".
Fühlt sich vlt. für beide Seiten dann besser an.

Wenn mir jemand einfach nur sagen würde: "Du, Danke, aber Deine Worte helfen mir gerade leider nicht." hätte ich damit gar kein Problem.

Aber wenn mir jemand vorwerfen würde, dass ich gesagt habe, was ich gesagt habe und mich deshalb als übergriffig bezeichnen würde, schon. Und dann würde ich lügen, wenn ich so tun würde, als hätte ich damit kein Problem.

Man überschreitet halt keine Grenze, wenn man sagt, dass der Mensch schon alt oder sehr krank war und nun von seinen Leiden erlöst ist bzw. ihm weiteres Leid erspart bleibt, sondern man spricht nur aus wie es ist.

Dass der andere das gerade nicht hören will kann man ja weder ahnen noch hat der andere das Recht einem vorzuschreiben was man dann sagt, also "Passgenauigkeit" zu fordern. Tut jemand das bin ich nicht daran interessiert ihn darin (auf meine Kosten) auch noch zu unterstützen.
 
  • #6.173
Aber ich finde, man sollte eben sowas nicht sagen.

Und warum nicht?

Ich finde solche Aussagen durchaus tröstlich, denn es stimmt ja.

Das ändert nix daran, dass ich unter dem Verlust leide, aber es tröstet mich dahingehend, dass es dem geliebten Menschen jetzt nicht mehr schlecht geht und er von seinem Leiden erlöst ist oder aber dass ihm einen lange Leidensphase erspart blieb (wenn ein sehr alter Mensch ohne lange Krankheit und Schmerzen sterben darf).

Mich tröstet es, wenn ich dann daran denke, was dem geliebten Menschen erspart geblieben ist durch den Tod. Das passt natürlich nicht immer, wenn ein kerngesunder 20jähriger bei einem Autounfall ums Leben kommt würde es zB. nicht passen, aber bei Menschen die an einer schweren, unheilbaren Krankheit leiden oder bei Menschen die schon sehr alt sind passt es halt schon.
 
  • #6.174
Man überschreitet halt keine Grenze, wenn man sagt, dass der Mensch schon alt oder sehr krank war und nun von seinen Leiden erlöst ist bzw. ihm weiteres Leid erspart bleibt, sondern man spricht nur aus wie es ist.
Man kann aber auch einfach nichts sagen 🤷🏻‍♀️

So wie du schreibst, warst du noch nicht in der Lage, einen der wichtigsten Menschen in deinem Leben zu verlieren.
Denn nur so kann man den Schmerz wirklich verstehen, den solche Floskeln verursachen.
Klar weiß man, dass der andere es „nur gut“ meint, aber in der Situation hilft es einfach nicht.
Der Trauernde ist voller Schmerz, voller Trauer, vielleicht noch voller Selbstvorwürfe, weil noch nicht alles gesagt wurde, weil der letzte Moment eventuell doof war.

Wenn mir da jemand kommen würde und mich dann blöd anpampen würde, weil ich seine Trauerbekundung nicht so würdige, wie derjenige es möchte.. Sorry.. dann muss diese Person mein Leben verlassen. Denn gerade in der Situation der Trauer kann man keine Kleinlichkeiten anderer brauchen. Da ist man in einer Art Tunnel, man sieht nicht links oder rechts.
 
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  • #6.175
So wie du schreibst, warst du noch nicht in der Lage, einen der wichtigsten Menschen in deinem Leben zu verlieren.

Mein geliebter Vater ist tödlich verunglückt als ich gerade mal fünf Jahre alt war.

Meine geliebte Oma ist gestorben, da war ich 10 Jahre alt.

Als ich zwölf war ist meine Tante abends tot im Bad umgefallen (die mochte ich aber tatsächlich nicht so sehr, sie war aber fester Bestandteil meines täglichen Lebens) und zwei Wochen später hat sich mein Onkel, den ich geliebt habe, deshalb erschossen.

Ich könnte die Liste fortsetzen und verbitte mir Deine Unterstellungen.
 
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  • #6.176
Ich empfinde es ja als einen der dämlichsten Sprüche - und zudem extrem übergriffig - wenn ein Mensch sich herausnimmt für andere Menschen einfach so zu bestimmen, was sie empfinden dürfen und wo ihre Grenzen zu haben seien....
 
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  • #6.177
Man kann sich das aber einem trauernden Verwandten gegenüber sparen. Vor allem, wenn man als Außenstehender und Laie Null Ahnung hat.

Da spricht man sein Bedauern aus und hält dann den Mund.

Solche Gedanken und Äußerungen - über meinen Vater - stehen einzig und alleine mir zu. Niemand anderem.

Ich bin gelernte Krankenschwester, Schwerpunkt Altenpflege und habe in Heim und Hospiz gearbeitet. Und meinen Vater gepflegt. Alle wissen das. Und darum verbitte ich mir derartige Sprüche.
Mich hätten solche Aussagen nach dem Tod meiner Eltern nicht gestört, denn ich habe auch so empfunden und sehe das bis heute so. Und wenn man im privaten Umfeld sein Beileid ausspricht, ist es meiner Meinung nach total egal, welchen Beruf man ausübt.
 
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  • #6.178
So wie du schreibst, warst du noch nicht in der Lage, einen der wichtigsten Menschen in deinem Leben zu verlieren.
Denn nur so kann man den Schmerz wirklich verstehen, den solche Floskeln verursachen.

Womit wir auf andere Weise beim Thema blöde Sprüche wären, denn jemand, der es anders sieht und empfindet, kann ja nur einfach keine Ahnung haben.

Vielleicht kann man einfach mal akzeptieren, dass wir völlig unterschiedliche Menschen mit ebenso unterschiedlichen Empfindungen und Gefühlen sind und es kein allgemeines richtig oder falsch gibt. Was der eine als übergriffig und verletzend empfindet, ist für den anderen tröstlich. Und sei es deshalb, weil jemand ausspricht, was man fühlt, aber selbst (noch) nicht zu denken traut. Ich weiß rückblickend, dass meine Mutter weit über ihre Kraft hinaus für uns gekämpft hat. Ich hätte mit ihr bis zum sprichwörtlichen Ende der Welt gekämpft, wenn sie das gewollt hätte, aber mir ist der Gedanke schier unerträglich, dass sie sich uns zuliebe noch länger gequält hätte, obwohl sie längst nicht mehr konnte.
 
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  • #6.179
Ich empfinde es ja als einen der dämlichsten Sprüche - und zudem extrem übergriffig - wenn ein Mensch sich herausnimmt für andere Menschen einfach so zu bestimmen, was sie empfinden dürfen und wo ihre Grenzen zu haben seien....
Mein Ex war Meister darin..."Du brauchst deswegen nicht traurig/wütend/böse sein!" Oder: "Freu dich doch mal darüber!"
 
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  • #6.180
Mal was lustiges um die Stimmung zu heben, geht aber nicht um Katzen:

Ich kaufen im Tierladen eine Futterpflanze (Golliwoog) für meine Meerschweinchen und sage glücklich zu meinem Mann:
Die werden sich freuen, wenn ich das Ding reinstelle!

Die Verkäuferin guckt ganz panisch und sagt, ich darf die Pflanze auf gar keinen Fall ins Gehege geben!

Wieso nicht?

Na weil die Meerschweinchen eine Kolik auf das ganze nasse Futzer bekommen werden! Die bekommen ja sonst nur TroFu?!

Entschuldigung? Meine Meerschweinchen bekommen nur Nassfutter, so nen Dreck wie TroFu gibt es bei und weder für Katzen, noch Meeris oder Fische.

Die Verkäuferin war ganz schockiert, dass man Tiere auch anders ernähren kann, aber auch bisschen beeindruckt. :)
 
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