Hinteres Bein amputiert was nun

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Ratir

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Hallo am Freitag wurde bei meinem Kater das hintere Bein amputiert es geht ihm soweit ganz gut. Aber wer hat Erfahrungen damit? Wie wird es sein wenn es verheilt ist?
Wir wollen auch einen neuen Kratzbaum kaufen sollten wir da auf etwas achten?
 
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nicker

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Wichtig ist erstmal, dass dein Kater nach Möglichkeit nicht springt (= rauf oder runter springt; er ist frisch operiert und sollte seine Gliedmaßen noch schonen), dass er nicht an der Naht zuppelt (= Kragen um den Kopf so dass er an die Naht nicht rankommt) und dass er ein gutes Schmerzmanagement hat.

Am besten wäre es, wenn du deinen Kater in einem Raum separieren könntest, in dem vermieden werden kann, dass er höher springt als maximal Betthöhe (Sitzhöhe). Er muss sich bewegungstechnisch noch etwas sortieren, obwohl eigentlich alle Dreirädchen sehr schnell sehr gut zu Pfote sind und sich an die neuen Gegebenheiten schnell anpassen.

Wenn alles gut läuft, werden nach ca. 1 Woche die Fäden gezogen, und dein Kater kann sich - Sport in Maßen! - auch wieder freier bewegen.

Da dein Kater beinamputiert ist, benötigt er auf absehbare Zeit (vorausgesetzt, er ist kein älteres oder altes Tier) keine Einschränkungen bzw. Besonderheiten bei den Kratzmöbeln. Klar er muss viele Bewegungsabläufe neu lernen, aber generell gelten für die Beinamputierten nicht so sehr die Einschränkungen wie für die Armamputierten, die - wenn sie runterspringen - auf dem verbliebenen Arm landen müssen und dadurch Gefahr laufen, dass die Gelenke sehr überlastet werden.

Wichtig: der Zustand der Gelenke (sowohl Schultern als auch Becken) sollte vom TA regelmäßig überwacht werden, da natürlich durch die einseitige Belastung früher oder später Arthrose auftauchen wird. Also Gelenkverschleiß.

Man kann dagegen mit Physiotherapie was machen, aber mir ist bisher kein wirklich empfehlenswertes Konzept dazu, das man zuhause machen könnte, bekannt geworden (meine Katze, Pfötchen, ist seit 3,5 Jahren als Dreirad unterwegs, ihr rechtes Bein wurde über dem Knie amputiert).

Die Beinamputierten sollten, das möchte ich noch dazu sagen, einen Kratzbaum haben, der eine möglichst durchgehende Strecke zum Hochklettern hat. Also eher Klettern als Springen. Kratzsäulen sind da klasse, aber auch Tonnen. Pfötchen hat beispielsweise richtig starke Arme und einen Stiernacken und erklimmt kletternd (= sie zieht sich mit den Armen hoch und tritt mit dem einen Bein geschwinde nach) die Kratzbäume fast genauso schnell wie die vierbeinige Fraktion in den wilden 5 Minuten.
Zum Runterspringen sind allerdings Zwischenstationen schon wünschenswert. Ein Kratzbaum sollte daher nicht verbaut sein und wenigstens eine gut erklimmbare Möglichkeit bieten. Man kann beispielsweise auch einen "normalen" Kratzbaum mit einer Kratzsäule kombinieren, also daneben stellen. Oder eine Kratzsäule mit einem Catwalk/Wandbrettern, mit deren Hilfe Katz absteigen kann.

Einer amputierten Katze tut es häufig gut, wenn sie einen vierbeinigen Partner hat, von dem sie sich was an Traute abgucken kann. Mit ihrer Herzensschwester Mercy hat Pfötchen beispielsweise viel mehr Orte erklommen und erobert, als sie sich je allein zugetraut hätte.

Falls dein Kater Freigänger sein sollte, wäre es aus meiner persönlichen Sicht sinnvoll, wenn er gesicherten Freigang bekommen könnte, also gesicherter Garten oder Freigehege. Der Grund liegt darin, dass ich wahrnehme, wie Pfötchen, bevor sie startet, wenn sie "im Wege ist", sich erstmal dreht und wendet, also ähnlich einer Schrecksekunde sich erstmal orientieren muss. Im Straßenverkehr kann das ohne weiteres tödlich sein, denn da sind die Dreirädchen einfach ein Stück langsamer als die Vierbeiner.

Zuerst ist es aber wichtig, dass dein Kater die Naht (Fäden) in Ruhe lässt und sich an die neue Situation anpassen kann. Incl. eines guten Schmerzmanagements, das ist ganz wichtig, denn zuviel des Guten kann zur Überanstrenung führen, zuwenig dazu, dass Katz nicht hinreichend die Bewegungsabläufe übt.

Bitte denk daran, dass dein Kater sich am linken Ohr nicht mehr richtig putzen kann (= die Hinterkrallen fehlen). Er wird es sicherlich zu schätzen wissen, wenn du ihn dort öfter als früher kraulst, also sehr gern hinter dem Ohr, auch mit etwas Fingernageleinsatz (= Fell aufpuscheln).
Du solltest beobachten, ob er das toleriert bzw. liebt.

Alles Gute für deinen Kater!

LG
 
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Ratir

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Ja super danke schön für die ausführlichen Informationen. War echt toll.
 
Birgitt

Birgitt

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Magst du mal ein bischen mehr über deinen Kater erzählen?

Wie alt ist er?
Ist er Freigänger?
Ist er noch in der Tierklinik/beim Tierarzt?

Wie geht es ihm den jetzt?
 
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Lillebo

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Kann dir nur aus Erfahrung sagen, Katzen kommen mit diesem Handicap super zurecht. Habe meinem Kater kleine Hocker an die Fensterbänke gestellt um so den Aufstieg zu erleichtern sowie eine xxl Säule für den Schrank. Natürlich wird er dir hin und wieder Kratzspuren hinterlassen weil er sich irgendwo hochzieht. Bei Phantomschmerzen habe ich ihm ein Rotlicht angemacht und bei längeren Schmerzphasen hat er Hypericum C 200 (Globuli) bekommen.
Hoffe es geht deinem Kater nach der Op schon besser und die Fäden wurden gezogen.
Alles Liebe
 
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Ratir

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Hallo sorry das ich mich solange nicht gemeldet habe war a bisal im Stress.
Also Buddy wird heuer im Juni 3 Jahre alt und ist mit Liebe Freigänger. Am 20.02 wurde er so gegen 10 Uhr operiert holen konnten wir ihn dann wieder um halb fünf da war er schon wieder relativ wach. Wir hatten Angst ihn nach der Operation wieder zusehen wie wird er wohl aussehen aber er war Gott sei Dank nicht schlimm nur eben ein bisschen Kahl.😁 Denn nächsten Tagen ging es ihm dementsprechend gut oftmals zu gut einen Tag später kam er nämlich schon wieder zu uns ins Bett. Am 2. März kammen dann die Fäden raus und alles war schön verheilt doch zwei Tage später bildete sich ein huppel der riesig war wir fuhren zum TA und er musste es aufstechen da hatte sich wundsekret gestaut das wir dann zuhause auch nochmal ein paar mal ausdrücken mussten. Aber mittlerweile ist alles schon gut verheilt. Doch was komisch ist seit zwei Tagen wenn er normal steht will er den nichtverhandenen Fuß heben und ein bisschen nach außen drehen und dann fällt er einfach um und schreit dabei furchtbar am Anfang war das nicht oft aber heute war es gut 20 mal. Weiß von euch jemand was das sein könnte!?!
Mfg
 

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Käfer

Käfer

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wenn es gefühlt schlechter wird, würde ich immer bei einer solchen Sache den Tierarzt befragen. Wenn er schreit hat er doch Schmerzen. Selbst wenn es normal ist, dass es schmerzt - dann muss er doch Schmerzmittel bekommen.

Alles Gute für den hübschen - drück Euch die Daumen - dass es ihm schon viel besser geht.
 
Bambus

Bambus

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Unser Paulchen ist auch ein Dreibein. Er ist so agil und hält locker mit seinen 3 Damen mit. Wenn ich ihn überreden will, rein zu kommen, rennt er davon. Schneller könnte er mit 4 Beinen auch nicht sein.

Mach dir nicht zu viele Sorgen. Er packt das schon.
 

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