Behinderte Kitten

racoonie

racoonie

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Hallo,

insbesondere an euch Züchter, ich muss hier mal ein Problem loswerden, dass mich schon eine Weile beschäftigt.
Hattet ihr schon einmal ein behindertes Kitten in einem Wurf? Hatte vor kurzem ein Gespräch mit einer Züchterin, welche mir erzählte, das sie ein Kitten einschliefern ließ, weil es körperlich behindert war (ansonsten war es wohl rundum gesund und hätte ein glückliches Leben führen können). Sie war wohl der Meinung es lohne sich nicht das Kleine aufzuziehen, weil es nur Kosten verursacht und letztlich nicht mehr zum normalen Kittenpreis verkauft werden könnte.:mad:
Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen und war wirklich total enttäuscht über diese Einstellung, wo es anscheinend nur ums Geld geht oder um den Ruf, das man ja kein behindertes Kitten abgeben kann, welches dann den Catterynamen trägt.:confused:

Traurige Grüße
 
P

Patches

Gast
Ich kenne das nicht aus der Katzenzucht, aber aus der Hundezucht - und ich denke es kommt ganz schwer auf die Behinderung an. Im Wurf unseres jüngsten Hundes war ein Welpe dabei, der nur ein Vorderbein hatte, aber auf der Seite wo das Vorderbein fehlte hat er auch kein Schultergelenk. Dieser Hund hätte nicht normal laufen lernen können, sondern dabei das andere Bein so belasten müssen, dass es zu Gelenksschäden gekommen wäre, verbunden mit großen Schmerzen. Dieser Welpe wurde vom Tierarzt noch ganz zu Beginn eingeschläfert, mit nur 1 Tag. Im selben Wurf war übrigens auch eine Hündin mit Verdacht auf Megaösophagus (Speiseröhrenerweiterung), sie wurde hochgepäppelt, ein guter Platz für sie gesucht, sie wurde nur zum halben Preis abgegeben und die anfallenden Nachuntersuchungen hat alle die Züchterin entlohnt. Zum Glück hat sich der Verdacht nicht bestätigt und die Hündin ist heute gesund.

Andere Behinderungen sind aber eventuell kein Thema (Taubheit, Blindheit...). Ich denke das kann man nicht verallgemeinern, sondern da muss man die Folgen für das Tier abwägen. Ich weiß, es ist grausig, denn alles in uns widerstrebt der Gedanke, über "unlebenswertes Leben" zu entscheiden... dennoch denke ich, dass wenn es wie im ersten Fall ist, dass der Welpe sein Leben lang mit schmerzen zu kämpfen gehabt hätte... dann kann ich es verstehen.

Dass Argument, dass das Kitten dann den Cattery-Namen tragen würde, kann ich nicht nachvollziehen. Die Natür lässt sich nicht planen. Für mich ginge es dabei um Schmerzen für das Tier, nicht aber um Prestige.
 
Raupenmama

Raupenmama

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Hallo,

insbesondere an euch Züchter, ich muss hier mal ein Problem loswerden, dass mich schon eine Weile beschäftigt.
Hattet ihr schon einmal ein behindertes Kitten in einem Wurf? Hatte vor kurzem ein Gespräch mit einer Züchterin, welche mir erzählte, das sie ein Kitten einschliefern ließ, weil es körperlich behindert war (ansonsten war es wohl rundum gesund und hätte ein glückliches Leben führen können). Sie war wohl der Meinung es lohne sich nicht das Kleine aufzuziehen, weil es nur Kosten verursacht und letztlich nicht mehr zum normalen Kittenpreis verkauft werden könnte.:mad:
Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen und war wirklich total enttäuscht über diese Einstellung, wo es anscheinend nur ums Geld geht oder um den Ruf, das man ja kein behindertes Kitten abgeben kann, welches dann den Catterynamen trägt.:confused:

Traurige Grüße


Ich hatte vor einigen Jahren mal ein Kitten mit Gaumenspalte (die Eltern waren völlig linienfremd udn dei TÄ ging von einer Unreife aus, weil die anderen Kitten des Wurfes absolut unauffällig waren und bis heute sind).

Damals hatte ich mich noch nciht mit der Problematik und den prognose beschäftigt, aber ich hätte ALLES dafür getan, diesem kleinen Kerlchen eine Chance zu geben...
Leider war die Behinderung so groß, dass er auch durch monatelange Sondenernährung den Zeitpunkt, zu dem er -theoretisch- alt genug für eine OP gewesen wäre , nicht erlebt hätte.
Ich habe mich damals zur Euthanasie noch am Tag der Diagnosestellung entschlossen, weil die Alternativen entweger ein langsames verhungern oder eine Lungenentzüngung (weil er ja nicht schlucken konnte) gewesen wären.

ICh würde niemals ein kitten aus Kostenerspranisgründen euthanasieren lassen- wohl aber dann, wenn (über)Leben für das mäuschen einen lebenslangen Kampf/lebenslanges leid bedeuten würde
 
racoonie

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Ja, ich denke auch, man sollte schon abwägen, wie es für das Tier am besten ist und ob die Behinderung so schwerwiegend ist, das es sich damit nur quält oder nicht.
Aber in diesem Fall fehlte dem Kitten nur ein Stück von der Pfote, also Schultergelenk und alles war da. Es hätte sich auf drei gesunden Beinen super fortbewegen können und auch keine weiteren Beeinträchtigungen gehabt.
Deshalb konnte ich es nicht verstehen, wie man der armen kleinen Maus keine Chance geben wollte.
 
Raupenmama

Raupenmama

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Aber in diesem Fall fehlte dem Kitten nur ein Stück von der Pfote, also Schultergelenk und alles war da. Es hätte sich auf drei gesunden Beinen super fortbewegen können und auch keine weiteren Beeinträchtigungen gehabt.
Deshalb konnte ich es nicht verstehen, wie man der armen kleinen Maus keine Chance geben wollte.
dafür habe ich acuh kein Verständnis....
 
Alannah

Alannah

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Ich denke, bei Züchtern gibt es auch gute und schlechte, und du hast wohl Kontakt mit einer schlechten Züchterin gehabt, die nur Geld und den guten Ruf ihrer Zucht im Auge hatte.
 
C

Calabrones

Gast
Ich kenne keine Züchter die so etwas tun und will auch keinen kennen :(

Eine Bekannte von mir bekommt demnächst ihren heißgeliebten dreibeinigen Maine Coon Kater, der mir der gleichen Liebe und Sorgfalt von der Züchterin aufgezogen wird wie seine vierbeinigen Geschwister.

Ich denke bei der Entscheidung ob einschläfern oder nicht redet der TA ein gewichtiges Wort mit und ein Kitten das später ein normales Leben führen kann darf er ja gar nicht einschläfern.
 
S

susemieke

Gast
Es is sicher eine schwere Entscheidung und kommt auf den Grad der Behinderung an.

Sicher, wenn nur ein Stück Pfote fehlt, muß man sicher nich gleich ans Einschläfern denken. Dafür bin ich auch nich:eek:

Man muß es wirklich ganz genau Abwägen, auch dem Tier gegenüber .... hm .... :oops:

Da fällt mir die Geschichte bei Tiere, Menschen un Doktoren ein. Der Schäferhund, bei dem die Speiseröhre deformiert war, und er deshalb nich vernünftig fressen konnte. Die Familie hatte auch alles getan und hat dem sogar eine Art Stuhl gabaut, in dem er aufrecht drin saß und sie ihn dann gefüttert haben mit Fleischbällchen, die dann direkt in Magen rutschen sollten ..... Hat leider nich funktioniert, der is immer dünner geworden und dann leider gestorben:(

Selbst wenn er nich gestorben wäre, die Chancen, dass sich die Speiseröhre während des Wachstums regeneriert hätte, standen nich gut. Auch eine OP hätte nich viel gebracht ..... In dem Fall wäre ich dann vermutlich auch für die endgültigere Lösung gewesen. So schwer wie es is. Aber manchmal isses für das Tier dann doch besser, so ein Leiden nich weiter in die Länge zu ziehen:oops::(

LG Kathi
 
W

winni

Gast
Ich kenne keine Züchter die so etwas tun und will auch keinen kennen :(

Eine Bekannte von mir bekommt demnächst ihren heißgeliebten dreibeinigen Maine Coon Kater, der mir der gleichen Liebe und Sorgfalt von der Züchterin aufgezogen wird wie seine vierbeinigen Geschwister.

Ich denke bei der Entscheidung ob einschläfern oder nicht redet der TA ein gewichtiges Wort mit und ein Kitten das später ein normales Leben führen kann darf er ja gar nicht einschläfern.

Ja, so sehe ich das auch!

Ein verantwortungsvoller Tierarzt wird niemals ein Tier einschläfern, dass mit Behinderung ein glückliches Leben führen kann und ein Züchter, der seine Katzen liebt, würde so etwas niemals zulassen.
 
racoonie

racoonie

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  • #10
Ich denke bei der Entscheidung ob einschläfern oder nicht redet der TA ein gewichtiges Wort mit und ein Kitten das später ein normales Leben führen kann darf er ja gar nicht einschläfern.

Keine Ahnung was sie da dem TA erzählt hat, damit er es einschläferte. Vielleicht hat sie es ja auch selbst getan und nur erzählt, das es vom TA gemacht wurde, wer weiss das schon so genau. Von anderen Krankheiten erzählte sie auch nix, die das Kitten noch hätte, es war wirklich nur die halbe Pfote. Ich glaube es ging hier nur um die Aufzuchtskosten, die sich für das Kleine nicht gelohnt haben, da es nicht für den vollen Preis zu verkaufen ist. Mit Liebe für seine Tiere hat das wohl nix mehr zu tun:mad:
Sie gehört dann auch wieder zu den Züchtern, die alle Kastraten verkauft, egal ob sie sich mit den anderen Katzen noch vertragen oder nicht und lieber viele neue Nachwuchstiere behält. :(
 

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