Clickern mit Angstkatze

Maureen

Maureen

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Ich möchte nun auch endlich mit dem Clickern beginnen, bzw. habe damit schon begonnen. Mit Lilly klappt das sehr gut, allerdings kann sie sich nicht recht lange konzentrieren, darum begrenze ich das Training auf jeweils 5 Minuten.

Mit Luna klappt es leider gar nicht. Sie ist eine sehr ängstliche, scheue Katze, die ständig auf der Flucht ist, wenn man ihr zu Nahe kommt. Nur ganz selten lässt sie es zu, dass man sie streichelt oder hochnimmt. Seltsamerweise streicht sie uns aber um die Beine und geht auch auf uns zu, nur um dann zu flüchten, wenn man sie ansieht oder ihr sonst irgendwie Aufmerksamkeit zukommen lässt.

Nun frage ich mich, ob das clickern ihr nicht sogar helfen könnte, Angst abzubauen und Selbstvertrauen zu entwickeln?

Nur wie fange ich an? Sie traut sich ja nicht mal, ein Leckerlie aus meiner Hand zu fressen.

Auf jeden Fall merkt man, dass sie durch Zusehen sehr viel lernt und es auch verarbeitet. Man kann richtig sehen, wie die Gehirnzellen in ihrem Köpfchen arbeiten. :D Sie sieht zu, wenn ich mit Lilly clickere und beobachtet alles ganz genau.

Soll ich sie erstmal ignorieren und nur mit Lilly trainieren? Vielleicht entwickelt sie ja auch irgendwann Neugier und will es selber ausprobieren?

Hat jemand Tipps für mich wie man mit einer Angstkatze clickert?
 
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Feuerkopf

Feuerkopf

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Also ich habe keine Erfahrungen mit einer echten Angstkatze. Mimi ist gemeinhin etwas schüchterner als Rusty und entweder ich habe sie zu doll verwirrt beim Clickern, oder sie ist einfach sehr unsicher, aber die Aufgaben macht sie eher zögerlich und immer mit einem Blick wie "Mach ich das jetzt richtig sooo???"

Generell: Lass Luna eher in Ruhe. Ansehen kann schon durchaus als Drohgebärde verstanden werden. (Anstarren bei Katzen ist so etwas, bei einem ängstlichen Tier könnte es reichen, wenn du sie nur relativ kurz anstarrst, bzw was sie eben als starren interpretieren würde) Lass sie um deine Beine streichen, vielleicht reicht ihr das für den Zeitpunkt als Fellkontakt.
Sprich aber lieb mit ihr, biete ihr immer wieder Leckerlies an, erstmal auch ohne dafür eine Gegenleistung wie eine Clickeraufgabe zu erwarten. Und wenn sie dir nicht aus der Hand frisst, leg die Leckerlies vor dich hin. (Geht vermutlich auch nicht so leicht, wenn Lilly eine verfressene Katze ist^^)

Sonst versuche auch mal, die beiden zu separieren für ein paar Minuten und kümmere dich die paar Minuten ausschließlich um Luna. Eben wie eben gesagt: Ansprache, Leckerlies anbieten, nicht viel ansehen, eher blinzeln dann und auch nicht versuchen zu streicheln.
Natürlich musst du dich anschließend genauso um Lilly kümmern, wobei dabei die Türe auf sein kann, da Luna ja eher nicht Lilly die Aufmerksamkeit stehlen würde =)

Und irgendwann kannst du dann anfangen, das Streicheln und Hochheben mit Leckerlies zu verbinden. Das geht auch ohne Clicker, weil das erstmal ja keine Aufgabe für die Katze ist, sie soll einfach lernen:"Oh, wenn man mich hochnimmt heißt das nichts schlimmes, sondern, dass ich was leckeres fressen kann"

Mag sein, dass das kein Patentrezept ist, bei Mimi hat es so geklappt, sie war anfangs sehr scheu, aber eben keine Angstkatze.
 
A

AnBiMi

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Clickertraining ist GERADE für Angstkatzen eine tolle Hilfe zu mehr Selbstsicherheit.

So oder so muss Dein Angstkätzchen ja erstmal klassisch auf den Clicker konditioniert werden. Das ist nicht unbedingt mit Zuschauen beim Training mit dem anderen Tier erledigt.

Aus der Hand fressen muss sie ja nicht. Es reicht aber, wenn Du ihr nach dem CLICK das Leckerchen über den Boden zuschubbelst. Ich würde mich dazu auch seitlich zu ihr setzen, sodass Du keine Frontalbedrohung darstellst.

Hat die klassische Konditionierung auf den Clicker geklappt, würde ich mit ihr mit Targettraining und einem laaaaangen Targetstab beginnen. So ist sie immer außerhalb der empfundenen, bedrohlichen Distanz aber nah genug um den Stab zu berühren und ein zugeschobenes / zugeschubbeltes Leckerchen anzunehmen.

Seitliche Körperhaltung Deinerseits zu ihr ist auch hier sicherlich hilfreich. Direktes ansehen oder anstarrten sollte nach Möglichkeit tunlichst unterbunden werden ( starren ist eine Drohnung ) und ihr Verhalten aus dem Augenwinkel beobachtet werden.

Hilfreich dabei ist sicherlich, dass Du schon Erfahrung als Clickertrainer mit Deiner anderen Mieze hast.

Für das Angstkätzchen eignen sich zu Beginn sicherlich noch andere Übungen, die auf recht große Entfernung machbar sind.

Ganz allmählig wirst Du den Targetstab verkürzen können und sie so immer näher an Dich heran bekommen, aber ohne, dass sie Angst bekommt. Mach dabei ganz langsam und übe am besten, sofern machbar, mit ihr allein, also ohne die andere Miez, damit diese nicht hemmt oder zwischendrängelt.

EDITH: ich würde auch auf einen besonders leisen Clicker achten!
 
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sunamun

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Wenn Du keinen Clicker findest, der leise genug ist, kannst Du z.B. auch einen Kugelschreiber nehmen. Weitere Möglichkeiten: Zunge schnalzen, kurzer Schmatzlaut, Finger-Schnipsen. Es sollte nur ein Geräusch sein, dass Du sonst nicht machst. Und es sollte immer relativ gleich klingen.
 
P

PyraLan

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Ich hoffe es ist ok, wenn ich das thema noch mal nach oben schiebe. Ich finde es nämlich total gut und interessant. Ich habe auch eine kleine Angstkatze - allerdings nur im Bezug auf Menschen (sonst eher kleine Draufgängerkröte :D :D )

Ihr macht klickern großen Spaß allerdings nur Übungen bei denen ich mich nicht bewegen muss. Also ruhige Übungen wie: Sitz, platz, nimms, dreh dich, männchen usw...

Jetzt würde ich gerne zu beweglichen übungen übergehen. Hat jemand gute Einstiegsübungen, mit denen ich sie nicht zu sehr erschrecke ?!

Würde mich sehr freuen :)
 
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