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Züchterbereich Hier können sich etablierte und angehende Züchter austauschen

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Alt 21.07.2019, 07:54
  #121
biveli john
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biveli john
 
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Danke für die ausführlichen Erklärungen. Mein Motto heute: Willst du recht haben oder glücklich sein? So ein schöner Sonntag morgen, jetzt lass ich mich ein wenig beschallen(musikalisch meine ich). Liebe Grüße Biveli
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Alt 22.07.2019, 18:53
  #122
saurier
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Zitat:
Zitat von biveli john Beitrag anzeigen
Danke für die ausführlichen Erklärungen. Mein Motto heute: Willst du recht haben oder glücklich sein? So ein schöner Sonntag morgen, jetzt lass ich mich ein wenig beschallen(musikalisch meine ich). Liebe Grüße Biveli
Puh, so früh am Sonntagmorgen schon unterwegs... Es geht in meinen Augen weder ums Rechthaben noch ums Glücklichsein (Zweiteres schon gar nicht, was hat das mit dem Ganzen zu tun?), sondern ums (möglichs umfassende) Informieren.

Schade, dass du die Fragen, die dir u.a. von mir gestellt wurden, nicht beantworten magst, aber es steht dir natürlich frei, das nicht zu tun (nehme ich mit ja durchaus auch raus ).

Hoffe, die Musik hat dich beschwingt durchs WE gebracht.

Zu einer OT-Sache möchte ich noch etwas sagen. Ich habe, weil du, A (nett), es angesprochen hast,
Zitat:
Zitat von A (nett) Beitrag anzeigen
[...] Was das Thema Fachkenntnis anbelangt, so unterstelle ich mal, dass Du dich mit dem Thema Homöopathie ähnlich rudimentär beschäftigt hast, wie ich mich mit dem Thema Genetik.
Das hat dich allerdings nicht davon abgehalten fleissig im HP-Faden mit zu diskutieren und einzelne Post s in Lächerliche zu ziehen. [...]
noch einmal in dem bewussten Thread nachgelesen. Ich nehme an, du meinst diesen: tierarzt meint homöopathie wäre aberglaube......, denn in einem anderen habe ich mich dazu nicht geäußert, zumindest habe ich keinen anderen im Kopf.

Da ich mich tatsächlich nicht erinnern konnte, irgendwas "ins Lächerliche" gezogen zu haben, habe ich mir die Mühe gemacht, alles noch einmal nachgelesen (ab hier habe ich mitgeschrieben) und denke, es kann sich jeder sein eigenes Bild davon machen, ob dem so ist, wie du hier behauptest.
In meinen Augen habe ich meine Argumente sachlich, keineswegs respektlos und mit den entsprechenden Belegen dargelegt. Zudem wurde ich auch nicht aufgeordert, meine Posts zu ändern, weil sie offensichtlich nicht gegen die Netiquette verstießen.
Ich habe nichts gegen sachliche/fachlich begründete Kritik, aber sie sollte schon den Tatsachen entsprechen. Wir machen alle mal Fehler und ich finde es auch völlig in Ordnung, darauf hingewiesen zu werden, schließlich kann man daraus nur lernen, aber das Ganze sollte dann eben auch den Tatsachen entsprechen.

So, bis die Tage, liebe ☼-Grüße vom Strand
__________________


und Dosenöffner saurier (aller Rechtschreibung zum Trotz kleingeschrieben) .
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Alt 23.07.2019, 08:54
  #123
A (nett)
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A (nett)
 
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Egal wie oft und wie lange hier geschwallt und geschwafelt wird mit "hätte", "vielleicht", "eventuell" bleibe ich dabei:

Eine Obduktion ist eine Angelegenheit, die man jeden Menschen tunlichst selbst überlassen sollte und ihm nicht irgendeinen Unsinn im Sinne "dem Züchter was schuldig zu sein" suggerieren sollte.
Solange nicht zweifelsfrei durch die Obduktion festgestellt werden kann, ob es eine angezüchtete Erkrankung oder eine erworbene Erkrankung ist, sehe ich persönlich keinen Sinn darin.

Und gerne an der Stelle nochmal:
"In der (landwirtschaftlichen) Tierzucht versucht man immer noch (auf tierquälende Weise), "reine Rassen" zu züchten, obwohl wir schon lange wissen, daß mit der Zucht nicht nur "positive", sondern auch negative Eigenschaften angezüchtet werden und daß mit dieser Praxis auf Dauer Degeneration und Unfruchtbarkeit erzeugt wird."

Für diese Erkenntnis brauche ich keine Obduktion!
__________________
A (nett), Frohnatur Nepomuk *12.10.12, Labori Bini (Korbinian) *14.07.14, KasiHasi *05_2015 und für immer im Herzen Sternchen Cocsi*30.03.1997 + 06.06.2012 und Pümi *04.06.1997 + 17.04.2015, Hummi *12.02.2010 + 19.01.17

Aufgemerkt: Gefahr von wechselnden Avatarbildern
Schade, dass man manchen Leuten nicht auf s Profil kotzen kann!

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Alt 23.07.2019, 09:32
  #124
Polayuki
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Mein coon ist alles andere als ein statussymbol für mich... Und meinen feld-wald-wiesen Kater ist mir ganz genauso wichtig.
Ich fand das Thema hier sehr interessant. Habe mich mal bei der Züchterin meines coons gemeldet und auf das Thema angesprochen. Sie fände es hilfreich und lieb wenn ich eine obduktion im Falle eines ungeklärten frühen Todes durchführen lassen würde, stellt aber keine Ansprüche und Erwartungen.
Finde es gut wenn auch mal so was angesprochen wird und man dadurch erst überhaupt mal über solche Thematik nachdenkt.
Lg
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Alt 23.07.2019, 09:47
  #125
Gnocchilli
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Zitat:
Zitat von Polayuki Beitrag anzeigen
Mein coon ist alles andere als ein statussymbol für mich... Und meinen feld-wald-wiesen Kater ist mir ganz genauso wichtig.
Ich fand das Thema hier sehr interessant. Habe mich mal bei der Züchterin meines coons gemeldet und auf das Thema angesprochen. Sie fände es hilfreich und lieb wenn ich eine obduktion im Falle eines ungeklärten frühen Todes durchführen lassen würde, stellt aber keine Ansprüche und Erwartungen.
Finde es gut wenn auch mal so was angesprochen wird und man dadurch erst überhaupt mal über solche Thematik nachdenkt.
Lg
Dem schließe ich mich an.

Ich kenne auch eine Züchterin die eine Obduktion sogar bezahlt, da ihr ihre Linie wichtig ist und sie wissen will, was los ist. Sie bezahlt sogar z.B. den Herzschall alle zwei Jahre von Elterntieren, die sie abgeben musste, um zu wissen, dass da auch weiterhin alles in Ordnung ist.

Prinzipiell würde ich immer beim Züchter erfragen, ob er es für Sinnvoll erachtet. Es bringt ja auch nicht viel, wenn es ihm egal ist.

Sie meinte eine Obduktion kostet etwa 160 Euro. Das wäre es mir wert, wenn man evtl. dadurch anderen Katzen aus der Linie helfen kann (das weiß man vermutlich erst nach dem Ergebnis der Obduktion).

Ich finde es aber auch in Ordnung, wenn man sein geliebtes Tier nicht aufschneiden lassen will. Das muss jeder selber entscheiden.
__________________

°Mein Herz gehört euch°
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Alt 23.07.2019, 11:04
  #126
kymaha
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Zitat:
Zitat von Gnocchilli Beitrag anzeigen

Sie meinte eine Obduktion kostet etwa 160 Euro. Das wäre es mir wert, wenn man evtl. dadurch anderen Katzen aus der Linie helfen kann (das weiß man vermutlich erst nach dem Ergebnis der Obduktion).

.
das wäre es mir wert , wenn ich dadurch vielleicht erfahre , woran das Tier gestorben ist . Denn diese Frage ist mir wichtig . Wenn für den Züchter dann noch wichtige Infos zu tage kommen , ist das natürlich eine schöne Sache , die anderen Katzen und somit auch ihren Besitzern vielleicht viel Leid erspart
__________________
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Alt 01.08.2019, 18:25
  #127
christinem
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christinem
 
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Sehr interessantes Thema, hier wurde aber teils viel vermischt.
Also eine Obduktion dient in der Regel nicht dazu, um in der Forschung weiterzukommen und irgendwelche Gentests zu entwickeln, das ist ein anderes Thema auf das ich gerne auch noch separat eingehe.
Die Obduktion dient dazu abzuklären, ob eine Todesursache feststellbar ist und wenn ja, ob es etwas ist das vererblich ist oder eben nicht. Das hilft mir als Züchter zu entscheiden, ob ich mit dieser Linie weiterzüchten kann oder ob ich die Linie aufgebe und die noch aktiven Zuchttiere daraus kastrieren lassen. Und im Endeffekt hilft das den zukünftigen Käufern, wenn durch solche Entscheidungen vermieden werden kann, dass Kitten mit vererbbaren Krankheiten geboren und verkauft werden.
Ich als Züchter sehe das halt als meine Verantwortung, alles zu tun um möglichst Erbkrankheiten auszuschließen, leider gibt es eben nicht für alles Gentests.

Ich hab in den Kaufverträgen drinnen stehen:
„…Ebenfalls können Gewährleistungsansprüche im Todesfall nur dann anerkannt werden, wenn diese durch eine Obduktion und einer einwandfreien Identifikation (Microchipnummer) des Tieres gestützt werden.
Im Todesfall außerhalb der gesetzlichen Gewährleistungspflicht, mit Ausnahme von Unfällen oder nachweislicher Fremdeinwirkung, ist bis zum 8. Lebensjahr eine Obduktion wünschenswert. Diese dient zum Wohle der Zuchtkatzen des Züchters und wird bis zu einem Betrag von 100,- Euro vom Züchter getragen…“

Beispiele (ich denke dann wird es verständlicher um was es geht):
Das erste mal wurde ich 2016 damit konfrontiert dass ein junges Tier bei den neuen Besitzern schwer erkrankt ist. Die Katze war zu dem Zeitpunkt 8 Monate alt und, als mich die Besitzer kontaktierten, schon 3-4 Wochen schwer krank, appetitlos, matt. Sie hatten bereits mit ihrem Tierarzt und in einer Tierklinik viele Tests und Therapieversuche gestartet und die Ärzte sind im Dunklen getappt was die Katze haben könnte, unter anderem ging ein Verdacht in Richtung angeborener Herzfehler. Sie hatte Wasser im Bauch (FIP wurde bereits durch Bauchpunktat eher ausgeschlossen), die Nieren haben begonnen zu versagen und sie hatte hochgradige Anämie. Die Besitzer haben wirklich alles versucht, ich bin dann auch noch hin und hab die Katze „ausborgt“ und bin zum Kardiologen gefahren und hab Herz und Nieren noch schallen lassen, und so zumindest mal Herzfehler und Nierenzysten ausschließen können, letztendlich wurde sie dann wenige Tage danach wegen Multiorganversagen eingeschläfert. Ihr Tierarzt meinte vielleicht doch ein Tumor (obwohl so jung), und ich wollte auch noch abklären ob es Amyloidose war (war das einzige erbliche was mir zu den Symptomen gepasst hat.
Die Obduktion hat natürlich die unmittelbare Tordesursache festgestellt (Nierenversagen), dazu noch Lungenentzündung, aber letztlich stand im Befund nicht das warum. Amyloidose wurde jedenfalls ausgeschlossen, ebenso wie erbliche Herzkrankheiten oder PKD.
Ich hab dann dort angerufen und mit der Pathologin lange geredet, sie meinte letztlich ists es schwer zu sagen aber sie geht von irgendeiner Infektion aus die die Katze Wochen davor gehabt hatte, und die dann generalisiert hat und so die Organe geschädigt hat, aber das kann man nicht mehr feststellen wie es begonnen hat.
Einerseits war das Ergebnis natürlich unbefriedigend, andererseits hat es mir die Frage beantwortet ob es was erbliches ist oder nicht.

Die Besitzer haben mir so leid getan, sie hatten alles versucht und mir in keiner Sekunde irgendeinen Vorwurf gemacht, mich mit eingebunden, hatten hohe Ausgaben.. ich hab ihnen dann ein anderes Kätzchen geschenkt. Hätte ich nicht müssen aber in so einem Fall ist das für mich keine Frage.

Der nächste Fall war dann 1 Jahr später und etwas anders… da bekam ich von 2 Katzen (Geschwister) nach einigen Jahren immer weniger Infos oder Fotos, und dann irgendwann die Nachricht per email: zur Information in Hinblick auf meine Zuchtpläne, die Katze ist vor einem halben Jahr an Nierenversagen gestorben (war damals knapp 5 Jahre alt) und „der Arzt sagt es war sicher was angeborenes“, der Bruder hat aber keine Nierenprobleme, das wurde getestet.
Ich muss sagen ich war echt platt nach dies Nachricht.. ohne mich miteinzubinden, im Nachhinein, ohne irgendwelche Befunde, ohne Obduktion, die Behauptung es wäre angeboren gewesen ohne es irgendwie getestet zu haben.. und dann die Info erst nach Monaten..
Ich war damals sehr traurig dass die Besitzer mir nicht rechtzeitig Bescheid gegeben hatten, vom Bruder hab ich dann auch nie wieder Fotos oder irgendwelche Infos bekommen. Er müsste jetzt knapp 7 Jahre alt sein.
Mit so einer Info kann ich wenig anfangen. Hab dann bei Leuten nachgefragt die verwandte haben, Vorfahren Geschwister.. alle waren ok, mehr kann ich in dem fall dann auch nicht machen.

Dann kam 2018, kein so tolles Jahr.
Anfang des Jahres hatte ich Kitten, eines hatte eine Nabelinfektion und ist wenige Stunden später bereits tot gewesen, dann bald darauf 3 weitere mit Nabelinfektion.. eines starb, das hab ich auf die Patho gebracht um den Keim zu bestimmen und auch bestimmen zu lassen auf welche Antibiotika die keime empfindlich sind, gelichzeitig um das Leben der 2 Geschwister gekämpft, die haben es zum Glück geschafft, und dann mit dem Ergebnis der Patho mit dem richtigen Antibiotikum die ganze Gruppe, alle Kitten, Katzen, Kastraten behandelt und seither keine Probleme mehr gehabt.

Im Sommer kam die Nachricht eines meiner ehemaligen Kitten, Kater 2 Jahre alt, ist sehr dünn, matt, appetitlos, leichte Anämie. Ich bin damals glaub ich übertrieben nervös geworden und hab die arme Besitzerin in weiß Gott was für Tests reintheatert.. der Kater wurde auf den Kopf gestellt, aber nix ist rausgekommen. Nach einigen Wochen gings ihm wieder besser und nun ist alles gut. Ich frag in regelmäßigen Abständen, aber es passt wieder alles. Ich denke der hatte mit irgendeiner Infektion zu kämpfen die man halt nicht testen kann.

Und dann im Dezember kam die sehr traurige Nachricht dass eine Katze die ich in die Zucht verkauft habe, mit 1,5 jahre schwer krank geworden ist, mager, matt, appetitlos, anämisch, beginnendes Nierenversagen, der Arzt will einschläfern, und „es sei wohl was angeborenes“.. naja da hab ich dann darum gebeten dass die Katze zu mir gebracht wird und ich habs dann auf der Uniklinik untersuchen lassen, sie wurde dort stationär aufgenommen, leider konnten die auch nur zum einschläfern raten weil die Nieren bereits komplett versagt haben. Bin dann hingefahren und sie ist in meinen Armen eingeschlafen.. es war wirklich furchtbar.
Nachdem die Ursache völlig unklar war hab ich sie auch Obduzieren lassen du engen Kontakt zum Arzt gehabt der mich regelmäßig informiert hat und sich wirklich viel Mühe gegeben hat.
Ergebis war: „Funny ist an einer Niereninsuffizienz erkrankt die durch das Immunsystem
ausgelöst wurde (immunmediierte Glomerulonephritis). Die Ursachen einer
solchen Erkrankung können verschiedene Erreger sein (Bakterien,Viren). Eine
genetische Ursache für die Nierenerkrankung schließt der Pathologe aus.
Leider konnte kein Erreger isoliert werden.“
Wiederum frustrierend dass nicht konkret herausgekommen ist was die definitive ursache war, aber für mich trotzdem eine sehr wichtige Info, denn ich hab diese Linie noch in der Zucht.

Wer bis jetzt mitgelesen hat, danke 😊 ich weiß es wurde ein Roman.
Kurz zusammen gefasst: auch wenn viele Tierärzte, wenn sie nicht weiterwissen, oft in den raum stellen es sein „etwas angeborenes“.. ist das Ergebnis der Patho dann oft doch anders, und ohne diese Pathoergebnisse könnte ich nicht ruhigen Gewissens mit diesen Linien weiterarbeiten.

(OT: alles meine Zuchttiere werden regelmäßig untersucht, Herz und Nieren geschallt, Gentests die man halt machen kann, usw…). Gesundheit ist mir eben sehr wichtig.
__________________
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Alt 01.08.2019, 19:23
  #128
Polayuki
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Zitat:
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Sehr interessantes Thema, hier wurde aber teils viel vermischt.
Also eine Obduktion dient in der Regel nicht dazu, um in der Forschung weiterzukommen und irgendwelche Gentests zu entwickeln, das ist ein anderes Thema auf das ich gerne auch noch separat eingehe.
Die Obduktion dient dazu abzuklären, ob eine Todesursache feststellbar ist und wenn ja, ob es etwas ist das vererblich ist oder eben nicht. Das hilft mir als Züchter zu entscheiden, ob ich mit dieser Linie weiterzüchten kann oder ob ich die Linie aufgebe und die noch aktiven Zuchttiere daraus kastrieren lassen. Und im Endeffekt hilft das den zukünftigen Käufern, wenn durch solche Entscheidungen vermieden werden kann, dass Kitten mit vererbbaren Krankheiten geboren und verkauft werden.
Ich als Züchter sehe das halt als meine Verantwortung, alles zu tun um möglichst Erbkrankheiten auszuschließen, leider gibt es eben nicht für alles Gentests.

Ich hab in den Kaufverträgen drinnen stehen:
„…Ebenfalls können Gewährleistungsansprüche im Todesfall nur dann anerkannt werden, wenn diese durch eine Obduktion und einer einwandfreien Identifikation (Microchipnummer) des Tieres gestützt werden.
Im Todesfall außerhalb der gesetzlichen Gewährleistungspflicht, mit Ausnahme von Unfällen oder nachweislicher Fremdeinwirkung, ist bis zum 8. Lebensjahr eine Obduktion wünschenswert. Diese dient zum Wohle der Zuchtkatzen des Züchters und wird bis zu einem Betrag von 100,- Euro vom Züchter getragen…“

Beispiele (ich denke dann wird es verständlicher um was es geht):
Das erste mal wurde ich 2016 damit konfrontiert dass ein junges Tier bei den neuen Besitzern schwer erkrankt ist. Die Katze war zu dem Zeitpunkt 8 Monate alt und, als mich die Besitzer kontaktierten, schon 3-4 Wochen schwer krank, appetitlos, matt. Sie hatten bereits mit ihrem Tierarzt und in einer Tierklinik viele Tests und Therapieversuche gestartet und die Ärzte sind im Dunklen getappt was die Katze haben könnte, unter anderem ging ein Verdacht in Richtung angeborener Herzfehler. Sie hatte Wasser im Bauch (FIP wurde bereits durch Bauchpunktat eher ausgeschlossen), die Nieren haben begonnen zu versagen und sie hatte hochgradige Anämie. Die Besitzer haben wirklich alles versucht, ich bin dann auch noch hin und hab die Katze „ausborgt“ und bin zum Kardiologen gefahren und hab Herz und Nieren noch schallen lassen, und so zumindest mal Herzfehler und Nierenzysten ausschließen können, letztendlich wurde sie dann wenige Tage danach wegen Multiorganversagen eingeschläfert. Ihr Tierarzt meinte vielleicht doch ein Tumor (obwohl so jung), und ich wollte auch noch abklären ob es Amyloidose war (war das einzige erbliche was mir zu den Symptomen gepasst hat.
Die Obduktion hat natürlich die unmittelbare Tordesursache festgestellt (Nierenversagen), dazu noch Lungenentzündung, aber letztlich stand im Befund nicht das warum. Amyloidose wurde jedenfalls ausgeschlossen, ebenso wie erbliche Herzkrankheiten oder PKD.
Ich hab dann dort angerufen und mit der Pathologin lange geredet, sie meinte letztlich ists es schwer zu sagen aber sie geht von irgendeiner Infektion aus die die Katze Wochen davor gehabt hatte, und die dann generalisiert hat und so die Organe geschädigt hat, aber das kann man nicht mehr feststellen wie es begonnen hat.
Einerseits war das Ergebnis natürlich unbefriedigend, andererseits hat es mir die Frage beantwortet ob es was erbliches ist oder nicht.

Die Besitzer haben mir so leid getan, sie hatten alles versucht und mir in keiner Sekunde irgendeinen Vorwurf gemacht, mich mit eingebunden, hatten hohe Ausgaben.. ich hab ihnen dann ein anderes Kätzchen geschenkt. Hätte ich nicht müssen aber in so einem Fall ist das für mich keine Frage.

Der nächste Fall war dann 1 Jahr später und etwas anders… da bekam ich von 2 Katzen (Geschwister) nach einigen Jahren immer weniger Infos oder Fotos, und dann irgendwann die Nachricht per email: zur Information in Hinblick auf meine Zuchtpläne, die Katze ist vor einem halben Jahr an Nierenversagen gestorben (war damals knapp 5 Jahre alt) und „der Arzt sagt es war sicher was angeborenes“, der Bruder hat aber keine Nierenprobleme, das wurde getestet.
Ich muss sagen ich war echt platt nach dies Nachricht.. ohne mich miteinzubinden, im Nachhinein, ohne irgendwelche Befunde, ohne Obduktion, die Behauptung es wäre angeboren gewesen ohne es irgendwie getestet zu haben.. und dann die Info erst nach Monaten..
Ich war damals sehr traurig dass die Besitzer mir nicht rechtzeitig Bescheid gegeben hatten, vom Bruder hab ich dann auch nie wieder Fotos oder irgendwelche Infos bekommen. Er müsste jetzt knapp 7 Jahre alt sein.
Mit so einer Info kann ich wenig anfangen. Hab dann bei Leuten nachgefragt die verwandte haben, Vorfahren Geschwister.. alle waren ok, mehr kann ich in dem fall dann auch nicht machen.

Dann kam 2018, kein so tolles Jahr.
Anfang des Jahres hatte ich Kitten, eines hatte eine Nabelinfektion und ist wenige Stunden später bereits tot gewesen, dann bald darauf 3 weitere mit Nabelinfektion.. eines starb, das hab ich auf die Patho gebracht um den Keim zu bestimmen und auch bestimmen zu lassen auf welche Antibiotika die keime empfindlich sind, gelichzeitig um das Leben der 2 Geschwister gekämpft, die haben es zum Glück geschafft, und dann mit dem Ergebnis der Patho mit dem richtigen Antibiotikum die ganze Gruppe, alle Kitten, Katzen, Kastraten behandelt und seither keine Probleme mehr gehabt.

Im Sommer kam die Nachricht eines meiner ehemaligen Kitten, Kater 2 Jahre alt, ist sehr dünn, matt, appetitlos, leichte Anämie. Ich bin damals glaub ich übertrieben nervös geworden und hab die arme Besitzerin in weiß Gott was für Tests reintheatert.. der Kater wurde auf den Kopf gestellt, aber nix ist rausgekommen. Nach einigen Wochen gings ihm wieder besser und nun ist alles gut. Ich frag in regelmäßigen Abständen, aber es passt wieder alles. Ich denke der hatte mit irgendeiner Infektion zu kämpfen die man halt nicht testen kann.

Und dann im Dezember kam die sehr traurige Nachricht dass eine Katze die ich in die Zucht verkauft habe, mit 1,5 jahre schwer krank geworden ist, mager, matt, appetitlos, anämisch, beginnendes Nierenversagen, der Arzt will einschläfern, und „es sei wohl was angeborenes“.. naja da hab ich dann darum gebeten dass die Katze zu mir gebracht wird und ich habs dann auf der Uniklinik untersuchen lassen, sie wurde dort stationär aufgenommen, leider konnten die auch nur zum einschläfern raten weil die Nieren bereits komplett versagt haben. Bin dann hingefahren und sie ist in meinen Armen eingeschlafen.. es war wirklich furchtbar.
Nachdem die Ursache völlig unklar war hab ich sie auch Obduzieren lassen du engen Kontakt zum Arzt gehabt der mich regelmäßig informiert hat und sich wirklich viel Mühe gegeben hat.
Ergebis war: „Funny ist an einer Niereninsuffizienz erkrankt die durch das Immunsystem
ausgelöst wurde (immunmediierte Glomerulonephritis). Die Ursachen einer
solchen Erkrankung können verschiedene Erreger sein (Bakterien,Viren). Eine
genetische Ursache für die Nierenerkrankung schließt der Pathologe aus.
Leider konnte kein Erreger isoliert werden.“
Wiederum frustrierend dass nicht konkret herausgekommen ist was die definitive ursache war, aber für mich trotzdem eine sehr wichtige Info, denn ich hab diese Linie noch in der Zucht.

Wer bis jetzt mitgelesen hat, danke 😊 ich weiß es wurde ein Roman.
Kurz zusammen gefasst: auch wenn viele Tierärzte, wenn sie nicht weiterwissen, oft in den raum stellen es sein „etwas angeborenes“.. ist das Ergebnis der Patho dann oft doch anders, und ohne diese Pathoergebnisse könnte ich nicht ruhigen Gewissens mit diesen Linien weiterarbeiten.

(OT: alles meine Zuchttiere werden regelmäßig untersucht, Herz und Nieren geschallt, Gentests die man halt machen kann, usw…). Gesundheit ist mir eben sehr wichtig.
Danke für deine Schilderungen, fand ich sehr interessant und stärkt mich im Beschluss beim etwaigen frühen Todes eines Rassetieres eine Obduktion vornehmen zu lassen und den Züchter zu kontaktieren.
Lg
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Alt 01.08.2019, 23:51
  #129
saurier
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[...] Also eine Obduktion dient in der Regel nicht dazu, um in der Forschung weiterzukommen und irgendwelche Gentests zu entwickeln, das ist ein anderes Thema auf das ich gerne auch noch separat eingehe. [...]
Muss nicht, kann aber . Wenn z.B. ein Genetik-Projekt schon angeleiert ist, man aber noch weitere Informationen braucht, kann es eben mehr bringen als "nur" (das bitte ich wirklich in Anführungszeichen zu sehen und nicht misszuverstehen) zu erfahren, woran das Tier gestorben ist. Denn wenn man z.B. schon von 30 oder 40 Katzen "genetische Fingerabdrücke" hat und dann von diesen auch Gewissheit erhält, welches Tier woran verstorben ist, kann man ggf. eben doch recht viel mit den Informationen anfangen.

Sicher ist das nicht zwingend die Regel, aber es gibt es nun mal, daher eben auch die Nachfrage, denn nicht jeder LH weiß, dass 'sein' Züchter so etwas verfolgt, angeleiert hat, mit jemandem zusammenarbeitet, der... etc.

Ansonsten: DANKE für den umfangreichen und interessanten Einblick auch noch einmal von Züchterseite .
__________________


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Alt 02.08.2019, 08:08
  #130
christinem
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Zitat:
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Muss nicht, kann aber . Wenn z.B. ein Genetik-Projekt schon angeleiert ist, man aber noch weitere Informationen braucht, kann es eben mehr bringen als "nur" (das bitte ich wirklich in Anführungszeichen zu sehen und nicht misszuverstehen) zu erfahren, woran das Tier gestorben ist...:.
naja das ist aber wirklich nur eine klitzekleine Ausnahme und alles andere als die Regel
Für solche Forschungsprojekte brauchst du in der Regel eher nur einen Wangenabstrich und nicht gleich eine Obduktion. Aber selbst da zeigt mir die Erfahrung dass die Leute nicht zu motivieren sind mitzumachen.. nichtmal wenns nix kostet außer Porto zum Labor für den Abstrich.
zB Blutgruppen Gentest bei meiner Rasse: der herkömmliche gentest hat da nicht funktioniert, weil die Mutation für b an einem anderen ort liegt als bei anderen rassen. Ein Labor hat begonnen da weiter zu forschen und ich hab von meinen Katzen wo ich bereits durch einen Blut Test wusste, ob sie A oder B haben,Wangenabstriche geschickt. Es war damals wirklich schwer Züchter zu motivieren da mitzumachen, obwohl gratis, und Liebhaber hat kein einziger mitgemacht, obwohl ich die Werbetrommel gerühr habe.. denken alle "brauch ich nicht, geht mich nix an". Naja wir habens dann doch geschafft genug Katzen zusammen zu bringen und nun gibts in dem Labor den validierten test für meine Rasse, ein zweites Labor hab ich dann angeschrieben und die haben das dann auch so gemacht, also 2 Labore können es inzwischen richtig testen, die anderen nicht, da kommt immer noch nur A raus auch wenn die Katze B hat..
__________________
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Alt 02.08.2019, 12:37
  #131
saurier
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Ich weiß, wie schwer das ist... glaub' mir, ich weiß aber eben auch, dass es Züchter gibt, die sich die Mühe (ähnlich wie du) machen und immer wieder hinterher sind, alle ihre Liebhaber anschreiben und mit bereits rückfrankierten Umschlägen die Wattestäbchen verschicken und sich wirklich dahinterklemmen. Und wenn man Glück hat, findet sich eben auch etwas Generelles, was nicht nur auf eine Rasse bezogen eingesetzt werden kann oder man kann es daraus dann entwickeln.

Umso wichtiger ist es, einfach grundsätzlich einmal auf das Thema aufmerksam zu machen, denn vielen ist eben gar nicht bewusst, dass die Erkenntnisse z.B. durch eine Obduktion solche gesammelten Ergebnisse eben untermauert, unterstützt oder eben leider auch einmal wieder über den Haufen geworfen werden können.

Und wenn ich nur ein oder zwei Leute erreicht haben, die es zumindest in Erwägung ziehen, hat sich dieser Thread in meinen Augen bereits gelohnt .

Dir für dich, deine Tiere und deine Zucht alles Gute!
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