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Alt 10.06.2018, 09:57   #1
OMalley2
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Standard Vermehrer statt Züchter - Kätzchenschwemme

Weil grad in der Anfängerbox oben so ein Thema tobt, dass nämlich ein BKH-Katerchen wg einer ererbten Herzerkrankung mit 9 Monaten sterben musste:

Ich brauch ja keine Kätzchen, gucke aber gern mal in Annoncen. Es ist seit vielen Jahren das Gleiche. Ja es gibt statt den "Bauerhofkatzen" von früher neuerdings vermehrt preiswerte "bildschöne Rassekätzchen". Und zwar massenhaft. Es gibt "Rassemixe" - gaaanz toll... unten gleich ein Beispiel. Und allein im 50km-Umkreis meines Wohnortes könnte ich mich mit Main Coons, Persern, BKH, Scottish Folded geradezu eindecken. Ab - festhalten - 150 bis knapp 450 Euro. Im Schnitt so 350.
Bengalen kosten natürlich allesamt 1000 oder mehr. Da frage ich mich nur, bei einer so extremen Moderasse lässt sich womöglich am Preis allein nicht mal mehr unbedingt ablesen, ob da jemand seriös gezüchtet oder nur irgendeinen Kater auf irgendeine Katze gelassen hat...

Ein BKH-Beispiel mit Kätzchen unter 500, aber: "Elterntiere sind auf Krankheiten(PKD,HCM,FIV,FeLV) Negativ getestet. Beide Elterntiere sind Reinrassig und besitze ein Stammbaum." Ah, ok, das geht ja an, vielleicht sind das wirklich totale Idealisten.

Und weil hier immer so gewütet wird gegen die Käufer: Bei dieser Angebots-Schwemme wird es echt kompliziert. Da braucht es viel mehr Aufklärung, um auch von der anderen Seite her das Wasser abzugraben, finde ich.

Beispielsweise wirklich beim Kennenlernen drauf bestehen, dass die genannten Tests durchgeführt und DOKUMENTIERT wurden. Mancher wird einen dann hochkant aus dem Haus werfen und auf den nächsten Dummen hoffen, aber ja, mei, das ist dann halt so. Und ja, auch Kinder und Eltern müssten drauf vorbereitet werden, sowas dann auch auszuhalten.

Krasses Beispiel:

Hallo Katzenfreunde

wir suchen auf diesem Weg ein schönes Zuhause für unsere Kitten.

Vater ist ein reinrassiger silber shaded Langnasenperser. Die Mutter ist eine Bengal mit schöner Zeichnung.

Tja und raus gekommen sind, am 29.04.2018, super nette wuschelige Kitten.

Die zwei Katerchen sind toll gezeichnet und sind richtige Wollknödel! Einfach zum verlieben. Einfach mal die Bilder ansehen, wir glauben die sprechen für sich!

Natürlich werden die Kleinen regelmäßig entwurmt – tierärztlich untersucht und geimpft. Pass hat natürlich auch jedes. Unsere Tierärztin war begeistert, die Kleinen sind top fit und kerngesund. Sie sind stubenrein und an Trockenfutter gewöhnt. Auch Kinder und Alltagsgeräusche kennen die Kleinen. Sie wachsen in einer guten Umgebung auf, auch wenn sie mittlerweile das halbe Haus belagern.

Gerne können die Hübschen auch nach Terminvereinbarung besichtigt werden. Abgabe ab der 12. Lebenswoche, also ab Ende Juli – Anfang August.

Ok, wenigstens das Abgabealter ist ok und ein Tierarzt war "dran".

Geändert von OMalley2 (10.06.2018 um 10:36 Uhr)
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Alt 10.06.2018, 11:27   #2
FreddysChris
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Perser x Bengale?! Was soll da denn rauskommen? Im Pferdebereich wäre das Vollblutaraber x Schwarzwälder Kaltblut

Gezieltes Züchten finde ich für den Erhalt der Rassen schon richtig und wichtig. Aber es gibt halt Züchter..... und es gibt Züchter. Als Interessent hat mans dann wirklich schwer. Man kann sich noch so sehr informieren, letztlich muss man dem Züchter/Verkäufer auch einfach glauben. Wer besch***** will wird das auch tun
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Alt 10.06.2018, 11:36   #3
OMalley2
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Ich sags ja, das ist krass.
Man muss die Leut halt noch viel viel mehr dafür sensibilisieren, nicht nur nach den putzigen Kätzchenfotos und dem "günstigen" Preis zu gucken.
Die Puppy Mills gedeihen ja auch weiterhin.
Mitleidskäufe, "Er-ist-doch-so-niedlich"-Käufe, und Schnäppchenjagd bestimmen den Markt.
Viel zu wenige Menschen wissen Bescheid, was eine unkontrollierte Zucht für Folgen haben kann. Und was für Tierarztrechnungen.

Es läuft ja auch zum Teil so mit den Tier-Rettungsaktionen. Schlachtpferd gerettet? Der Verkäufer lacht sich tot und holt die nächste Wagenladung 'ran. Hunde gerettet? Eine Hundemafia fängt alles von der Straße, auch die, die ein Zuhause haben. Dann wird inseriert und teilweise geht richtig Geld übern Tisch, um Tiere "aus der Tötungsstation" zu retten. Seid mir nicht bös, aber immer geht das nicht mit rechten Dingen zu. Das eigentliche Problem (Die Notwendigkeit, Straßentiere zu kastrieren) bleibt unberührt.

Und eben diese Züchterei.... früher überwogen noch die Bauernhof-Kätzchen. Die sind jetzt "out", scheints. Jetzt trägt man Rassekatze, oder "Edel-Mix"....

Es gibt ja nicht nur schwarze, sondern auch eine Menge GRAUER Schafe und da wird es dann wirklich knifflig für den Katzen-Neuling.

Geändert von OMalley2 (10.06.2018 um 11:45 Uhr)
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Alt 10.06.2018, 11:41   #4
Nebelkraehe
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Ja, ich find's auch schwierig. Hier in der Gegend ist ein Züchter, der in hoher Stückzahl mit Stammbaum und allem drum und dran relativ teuer verkauft. Aber die Kater leben einzeln in so einer Art großer Voliere und die Kitten sind alle ängstlich.

Eine andere Züchterin, die mit Stammbaum verkauft, hält alle Katzen auf einem Dachboden und die Tiere sehen nicht sehr glücklich und gesund aus.
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Alt 10.06.2018, 11:47   #5
OMalley2
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Der Stammbaum allein reißt es eben nicht raus, richtig.

Sozialisierung, Tests auf Erbkrankheiten, wie viele Würfe im Jahr und pro Katze? Das alles entscheidet, ob da gesunde Kätzchen 'rauskommen, an denen sich jemand lange erfreut.

Die Interessenten müssen sich bohrende Fragen stellen trauen.
Und wirklich den A*** in der Hose haben und wieder gehen, wenn eine Besichtigung ihnen seltsame Eindrücke übermittelt.

Bei Pferden wüsste ich jetzt bei einigen Rassen einige Blutlinien, von denen ich die Finger lassen würde. Hundefreaks könnten da sicher auch einiges dazu erzählen. Nur bei Katzen wirds richtig schwierig, glaube ich.

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Alt 10.06.2018, 12:53   #6
October
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Hi,

das gleiche beobachte ich auch.

Es reicht ein Scottish Fold Deckkater in den Kleinanzeigen, der jede Katze deckt, für die 100-150 Euro Deckgebühr bezahlt wird - und schon findet man jede Menge Fold-Mixe in den Kleinanzeigen

Und ein solcher Kater wird gerne "genutzt", da die SF beliebt ist aber immer noch als etwas besonderes gilt.

Es ist absolut erschreckend, wie wenig Gedanken sich da einige machen...
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Alt 10.06.2018, 15:00   #7
nicker
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Ob die Tierchen nun Stammbaum haben oder direkt vom vereinslosen Vermehrer stammen: wenn erkennbar ist, dass ein Vereinszüchter immer wieder dieselben Verpaarungen vornimmt, bleibt das für mich ein Vermehrer, selbst wenn er eine Vereinsmitgliedschaft hat!

Und ja: Briten mit Stammbaum und 12 Wochen für 400 Euro das Stück ---- das ist ein absoluter Dumpingpreis, mit dem sich der Vereinszüchter selbst und auch seinen Vereinskollegen keinen Gefallen tut! Denn für einen Kaufinteressenten, der sich bisher nicht intensiv mit dem Thema Vermehrerei auseinandergesetzt hat, ist der Kaufpreis schon ein wichtiger Indikator für die Frage seriöser Züchter oder nicht.

Ich habe mich selbst im Grunde auch erst nach der Anschaffung unserer ersten Katzen (alle aus dem TS, auch das ausgebeutete Mütterchen mit Stammbaum) mit dem Thema Vereinszucht auseinander gesetzt. Mir gefielen die modernen Siamesen und Orientalen besonders gut, und ich interessierte mich einfach für die Rasse, habe daher auch viele Vereinshomepages durchgesehen und mich auf ungezählten Züchterhomepages rumgetrieben - einfach aus Interesse. Teilweise auch via Ebay-Kleinanzeigen, in etwa wie früher das Blättern im Versandhauskatalog oder im Werbeprospekt der Tageszeitung.

Man lernt die Unterschiede! Allerdings muss man wirklich genau lesen, teilweise auch die Homepages genau durchwühlen, bevor man den Informationen entnehmen kann, dass es sich um einen Vermehrer handelt!
Das ist genauso wie im Reisekatalog mit den Synonymen: "zentral gelegen" = laut. "Strandnah" = vom Strand mindestens durch die stark befahrene Uferstraße getrennt. "Familienfreundlich" = endloses Kindergeschrei rund um die Uhr. "bei jungem Publikum beliebt" = 24/7 lautstarke Animation, Parties bis 3 Uhr nachts und andere Lärmereien. "kurzer Transfer vom Flughafen" = in der Einflugschneise. Usw.
Oder wie bei Immobilienanzeigen: "Architektenhaus" = unbrauchbarer Grundriss mit zwei Schlafzimmern und fünf Bädern. "für Handwerker geeignet" = abrissreife Bruchbude, vorzugsweise unter Denkmalschutz, so dass die Sanierungskosten das Dreifache vom Kaufpreis ausmachen. "zentral gelegen" = mitten in der Partymeile oder auf der größten Ampelkreuzung der Stadt. "ruhige Grünlage" = in der Mitte vom Nirgendwo und ohne Öffis.

Ich erinnere mich an eine Anzeige, die mich extrem neugierig machte, weil da Orientalenbabys für einen absoluten Kampfpreis angeboten wurden. Gleichzeitig gab es noch Kitten einer anderen Rasse. Auf der HP wurden die beiden Mütterchen vorgestellt; beide hatten einen Kuschelnamen wie "Mieze" oder "Lunchen". Kein Hinweis auf die Cattery, aus der die Damen stammten, und die Würfe hießen auch bunt durcheinander. Die Oris sowas wie "Gandalf", "Schneeweißchen", "Chery Lady" und "Anton", die beiden Perser "Lolita" und Sammy".
Also:
- keine alphabetischen Namen ("A-Wurf")
- keine Mottonamen ("Harry-Potter-wurf")

Die zweite Rasse war ein weiteres Indiz (obwohl es natürlich auch seriöse Vereinszüchter gibt, die zwei Rassen züchten - oder gerade in der Umstellungsphase von Rasse 1 auf Rasse 2 sind); dazu kam, dass von "Papieren des Bayerischen Edelkatzenstammbuchs" (erfundener Begriff!) die Rede war und ich beim Googlen dann herausfand, dass das mit Zuchtbuch gar nichts zu tun hat.
Es gab auf der Homepage viele Bilder, wie sie auch bei Vereinszüchtern auf den Kittenseiten zu sehen sind: jede Woche ein Bild jedes Babys, eine Liste mit den Namen der Kitten und dem Status (reserviert, frei, bleibt), es gab niedliche Videos und blumige Texte, wie liebevoll die Kleinen aufgezogen werden und blablabla, und es gab einen klingenden "Familiennamen": Schneeweißchen vom Kunterbunten Pippihaus (ebenfalls ausgedacht) und Lolita von den Schnurrepersern.
Ein Link zum Zuchtverein (oder wenigstens dessen Banner) fehlte allerdings, genauso jeder sonstige Hinweis auf einen Verein.
Es gab keinen Namen und keine Bilder vom Papa der Würfe.

Sammy von den Schnurrepersern war ein recht auffälliges Katerchen, und er wurde iwie nicht verkauft, sondern stand Woche um Woche wieder bei den Kleinanzeigen, und irgendwann fiel mir auf, dass er als Decker angeboten wurde für alle Arten von Katzendamen. Für 100 Euro je Deckakt oder in der Richtung.
Die damalige HP war nicht mehr verlinkt, sondern eine neue, wo Sammy als Vater eines neuen Perserwurfs angepriesen wurde - natürlich wieder mit Papieren vom Bayerischen Edelkatzendingsbums - und die Tierchen wieder zu Kampfpreisen angeboten wurden. Diesmal stand eine Emailadresse dabei.
Noch später sah ich wieder einmal Orikitten bei den Kleinanzeigen, selber Ort wie sintemalen, und welch Wunder - dieselbe Emailadresse wie bei Sammy und seinen Perserkindern.
Die Oris wurden diesmal als Stammbaumkitten vom Wondercat-Hintertupfingen Katzenzuchtverein e.V. beworben, und es gab eine neue HP - nur für die Oris - mit tadellosen Stammbäumen, mit rührenden Fotos der Kitten und mit einer Galerie der Zuchtkatzen in der Cattery "von Binas Lotosträumchen" (ausgedacht! ). Und wer guckte mich da mit großen Fledermausohren an? "Zuchtkatze Flöckchen (Schneeweißchen vom Kunterbunten Pippihaus), unsere Chefin des Rudels". Ah ja!
Flöckchen war auch die Mutter des vorletzten Wurfs, der auf der HP benannt war als "ausgezogen: unsere vergangenen Würfe - die Kinder von Flöckchen und Anton".

Merkt ihr was?

Es gab dann noch eine Homepage des "Züchters" mit einem dritten Catterynamen und einer Mitgliedschaft in einem tatsächlich seriösen Verein - mit Anton als Zuchtkater auf der HP und einer Oridame, die ich beim Googlen auf drei unterschiedlichen Züchterhomepages fand.... auch auf diese Weise kann man die Mütterchen ausbeuten - Catteryhopping....


Ja, vieles von diesen Erkenntnissen war wirklich reiner Zufall, aber ich hatte mir die (realiter natürlich ganz anders lautenden) Katzennamen gemerkt, weil ich sie so ungewöhnlich fand, und da klingelte dann etwas, als ich den Anton wieder entdeckte.

Hätte ich allein die dritte Homepage gekannt, hätte ich vielleicht gar nicht das Wandermütterchen gegooglet und die Wanderschaft entdeckt, aber so war ich von Anfang an der Meinung, dass sowas auch im Verein keine seriöse Zucht sein kann, und fing an zu graben.


Jemand, der als Vermehrer eine HP aufbaut, die einer Vereinszüchter-HP zum Verwechseln ähnlich sieht, ist mir von vornherein suspekt. Warum dieser Aufwand, wenn man die Kitten im Grunde auch mit weitaus weniger "Werbung" verticken kann? Und warum die Mitgliedschaft in dem Hintertupfinger Verein, wenn es seriöse Zucht sein soll? Warum nach mehreren Jahren die Mitgliedschaft in dem wirklich seriösen Verein, aber mit dem Wandermütterchen und dem Vermehrerkater?

Ich kenne bei weitem nicht alle Tricks in der Züchterszene, mit denen Vereinsregeln gebeugt oder umgangen werden, und ich mag auch gar nicht alle kennen! Aber schon das, was ich aus diesen Kleinanzeigen und Homepages an Verhalten entnommen hatte, macht mich unglaublich traurig und wütend zugleich.
Aus meiner Sicht wurde unter keinen der betreffenden Umstände verantwortungsvoll und seriös gezüchtet:

- vom Kunterbunten Pippihaus usw. war eindeutig vereinslose Vermehrerei

- der Hintertupfinger Verein war schlicht unseriös (ich hatte mir mal die Zuchtrichtlinien angesehen, und da standen mir die Haare zu Berge, weil z. B. die getrennte Haltung des Katers ohne Kumpel und in einem kleinen Kabäuschen gestattet wurde, ebenso die Anerkennung stammbaumloser Katzen als Zuchtkatzen, die in das Vereinszuchtbuch eingetragen werden konnten.... so war wohl Anton zu seinen Papieren gekommen, vermute ich)

- bei dem seriösen Verein dann die Zucht mit dem Wandermütterchen.


Sicherlich ist das ein Einzelfall. Aber es ist wirklich eine Wissenschaft für sich, wenn ein Katzenanfänger einen gewieften Vermehrer, der einen auf Vereinszucht macht (Bayerisches Edelkatzendings! ^^), vermeiden will!
Ganz zu schweigen von den Vereinsvermehrern.

Ich will sicherlich keine Lanze für den Vermehrerkauf brechen!!!!

Aber es wird dem interessierten Katzenkäufer schon nicht leicht gemacht, die richtig aalglatten Vermehrer zu erkennen und zu vermeiden.
Von den berüchtigten puppy mills rede ich schon gar nicht, denn es sind ja auch viele Stammbaumkitten dabei, die sozusagen aus dem Kofferraum verkauft werden. Halt in erster Linie osteuropäische Stammbäume (und EU-Heimtierausweise usw.), genau wie bei den Hundewelpen.
Wobei bei den illegalen Importtierchen die Rahmenbedingungen meist weitaus schlimmer sind als bei Vermehrern der Art, die ich oben beschrieben habe ("Pippihaus").

Man kann kaufwilligen Rassekatzeninteressenten immer wieder nur raten, sich die Elterntiere vor Ort anzusehen, nach dem Namen des Zuchtvereins zu fragen - und diesen auch zu googlen und sich die Zuchtrichtlinien anzusehen und mit denen eines bekanntermaßen seriösen Vereins (z. B. 1. DEKZV) zu vergleichen. Und dann, wenn auch nur eine Kleinigkeit nicht passt oder es bauchtechnisch ein Grummeln gibt, vom Kauf abzusehen.
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tini & das Ori-Konzert

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Alt 15.06.2018, 15:04   #8
easy57
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Das ist wirklich ein interssantes Thema.
Ich suche für meinen Sohn mit Familie zwei BKH, sie sollten schon ein paar Jahre alt sein. Natürlich muss man sich z.B. bei ebay Kleinanzeigen erstmal durch die Schwemme der Babykatzen wühlen, die mit süßen Bildern locken. Nur merkwürdig, dass, wenn man auf seriöse Züchterseiten geht, dort selten Kitten frei sind. Man kann die Vermehrertiere auch am Preis kaum noch unterscheiden.
Ich denke, wenn man eine spezielle Rasse sucht, sollte man auf eine Ausstellung gehen und dort mit einem Züchter persönlich Kontakt aufnehmen.
__________________
Gruß easy


Geändert von easy57 (15.06.2018 um 15:06 Uhr)
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Alt 15.06.2018, 16:39   #9
nicker
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Du kannst dich bei bekannten Katzenzuchtvereinen nach dort organisierten BKH-Züchtern erkundigen (manche Vereine stellen auch Züchterlisten mit Kontaktdaten ins Web). Oder eben umgekehrt in den einschlägigen Anzeigenportalen nach BKH-Katzen suchen und dort dann die potentiellen Verkäufer abklappern - eine der ersten Fragen kann sein, in welchem Zuchtverein der Verkäufer Mitglied ist. Nennt er keinen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um einen Vermehrer handelt. Nennt er einen, solltest du nach der Vereinshomepage googlen und dir die Zuchtrichtlinien, die Vereinssatzung etc. angucken.

Schau dir einmal beispielhaft diese Zuchtrichtlinien an:
http://www.huderkatzenverein.de/richtlinien.html

Es handelt sich um einen eingetragenen Zuchtverein, der also auch Stammbäume ausstellt, aber mir persönlich gefallen verschiedene Regelungen aus den Zuchtrichtlinien gar nicht.

Z. B. ist davon die Rede, dass die Zuchtkatze nur zwei Würfe im Jahr haben soll. Gängig ist bei den meisten und bei den seriösen Zuchtvereinen eine maximale Wurfzahl von drei Würfen innerhalb von zwei Jahren.

Die Regelungen zur Qualzucht gefallen mir gar nicht - die Verbote beschränken sich auf Weißzucht und Fold, aber auch da sind mir die Mindestanforderungen zu gering.

Der Kater darf getrennt gehalten werden: es muss nur Menschenkontakt vorhanden sein, und die gemeinsame Haltung mit einem Kumpel ist kein Muss. Im Umkehrschluss: der Katerkeller darf besetzt werden mit einem Tier, dem ein- oder zweimal am Tag Futter und Wasser gebracht und das Klo ausgeräumt wird ("Menschenkontakt").

Auch die Regeln zur Mixverpaarung sind aus meiner Sicht watteweich (gewissermaßen: ist erlaubt, wenn man ein gutes Zuchtziel hat *hust*). Verpaarung von Eltern/Kind und anderen Verwandten - außer Vollgeschwistern - ist bei den meisten Vereinen genehmigungspflichtig; in den hier vorliegenden Zuchtrichtlinien ist solcher Inzest ohne weiteres gestattet.

Bei der Deckung sind vorhergehende Tests der Tiere auf sexuell übertragbare Krankheiten nicht vorgeschrieben. Finde ich persönlich auch nicht gut und ist mir eine zu weiche Regelung.



Bei diesen ganzen Regeln - die sich an sich erstmal sinnvoll anhören - muss man vielfach weiter denken. Eigentlich gehört schon ganz schön Katzenverstand und Hintergrundwissen dazu, solche Regeln beurteilen zu können, weil man gerade als Anfänger vieles einfach nicht wissen kann. Z. B. die genetischen Probleme verschiedener Rassen (Scottish Fold als Beispiel) oder welche ansteckenden und oft tödlichen Krankheiten durch den Sexualakt übertragen werden können.
Aber wenn man sich so eine Zuchtrichtlinie genau anguckt und der eines großen seriösen Vereins gegenüber stellt, sieht man schon Unterschiede und kann dann auch weiterdenken und hinterfragen, was den seriösen Verein bewogen haben mag, seinen Mitgliedern vier Würfe in zwei Jahren zu untersagen und die Zahl auf drei Würfe zu beschränken. Sicherlich nicht, weil der Vereinsvorstand den Mitgliedern die zusätzlichen Einnahmen nicht gönnt..... ^^


Ich sage mal so:
Es ist schon etwas gewonnen, wenn ein Kaufinteressent auf den Vermehrerkauf verzichtet und ein Stammbaumtier kauft!
Aber aus meiner Sicht besser ist eben doch die genaue und umfassende Recherche über den Standard, den man an einen seriösen Züchter anlegt und wie man selbst sich vorstellt, dass die Elterntiere gehalten und die Jungtiere gezüchtet werden sollten.

Soweit ich weiß, sind viele Vereinszüchter in den vergangenen Jahren auf Facebook umgestiegen für die Darstellung ihrer Cattery und die Verkaufsangebote ihrer Katzen. Manche firmieren unter ihrem Zwingernamen, manche aber auch unter ihrem privaten Namen. Ich kann da leider nichts weiter beitragen, da ich nicht bei FB aktiv bin. Aber wenn jemand via FB sucht, wird er sicherlich reichlich Vereinszüchter dort ausfindig machen können.

Kastraten, also die "Rentner" unter den Zuchtkatzen, werden nach meinem Kenntnisstand meist in den Anzeigenportalen angeboten. Aber man kann natürlich bei den Züchtern, für die man sich interessiert, auch direkt nachfragen. Kastraten sind ehemalige Zuchtkatzen, die selbst überwiegend erst zwei, drei Jahre alt sind und nach einem Jahr als Decker bzw. zwei bis drei Würfen als Mütterchen nicht mehr eingesetzt, sondern kastriert werden. Oft werden diese Tiere dann - und vergleichsweise günstig! - an Liebhaber abgegeben, weil sonst der Tierbestand in der Zucht zu groß werden würde. Mit Herzlosigkeit hat das nichts zu tun, sondern ist aus meiner Sicht eine gute Maßnahme auch gegen die Vermehrerei von Stammbaumkatzen (= unnötige und aus züchterischer Sicht sinnlose Wiederholung von vorangegangenen Verpaarungen).
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Alt 18.06.2018, 19:46   #10
Sidala
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Ich persönlich hab ein ganz einfaches KO Kriterium-

gibt der Züchter die Kitten frühkastriert ab?

Natürlich sollte alles andere, was oben schon beschrieben wurde, auch stimmen- Elterntiere auf Erbkrankheiten überprüft, Haltung der Tiere- besonders des Katers, nur ein Wurf im Jahr - Gesundheitszeugnis vom Tierarzt, geimpft, entwurmt etc.

Ich hab allerdings noch von keinem Vermehrer gelesen, der seine Kitten frühkastriert abgibt :-)
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