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Verhalten und Erziehung Alles über die Eigenarten unserer Samtpfoten

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Alt 05.07.2019, 12:40
  #1
BeaBenjamin
Neuling
 
Registriert seit: 2016
Beiträge: 10
Standard Adoption von scheuen Katzen-vorab einige Fragen

Hallo,

nachdem ich meinen Kater vor drei Monaten einschläfern lassen musste, suche ich momentan nach neuen Mitbewohnern.

Fest steht für mich, dass es (möglichst zwei) Katzen aus zweiter Hand sein sollen.
Ein Tierheim in der Nähe beherbergt momentan ein Katzenpärchen, welches sich sehr gut untereinander versteht.
Da die Beiden wohl von draußen kommen, waren sie sehr scheu, jetzt sind sie immer noch scheu, verstecken sich aber nicht mehr und entspannen auch, wenn man sich den Beiden nicht nähert oder sich groß bewegt.
Sie werden wohl auf 4 und 6 Jahre geschätzt.

Da ich noch keine Erfahrung mit schüchternen Katzen habe, stelle ich mir jetzt einige Fragen.

Vorab: es wäre kein Problem für mich, wenn die Beiden keine Schmusekatzen werden.
Ich frage mich aber generell, wie sich das Zusammenleben mit scheueren Katzen gestaltet. Gewöhnen sich solche Katzen generell daran, dass da auch Menschen rumrennen? Es wäre blöd, wenn jede Bewegung Panik bei den Beiden auslöst.
Wie sieht das mit Freigang aus? Wir haben eine Katzenklappe, kann man ängstliche Katzen überhaupt in den Freigang lassen?
Die Eignung für Freigang wäre bei mir aber zwingend notwendig, da die Terassentür im Sommer ständig offen steht.

Gibt es Tipps, wie man die Beiden am Besten eingewöhnen könnte?


Noch steht nichts fest, ich möchte aber solche Fragen klären, bevor ich Interesse bekunde und dann zurückrudern muss.

Ich bedanke mich schon im Voraus für euren Rat.

Viele Grüße,
Bea
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Alt 05.07.2019, 13:15
  #2
Irmi_
Forenprofi
 
Irmi_
 
Registriert seit: 2017
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Beiträge: 4.198
Standard

Hallo Bea.

Ich bin noch auf der Arbeit, darum nur kurz:

Alles, was Du angesprochen hast ist möglich.

Die wichtigste Frage, die Du für Dich und eventuelle menschliche Mitbewohner klären musst ist: Kann und will ich mich auf scheue Katzen und ihre Bedürfnisse einlassen?

Wenn Du das mit Ja beantworten kannst, dann kannst Du die beiden adoptieren.
__________________
Grüße,
Magdalena mit dem Plüschübel Irmi, ihrer Komplizin Gesa, der mutigen Patenkatze GroCha's Irmi und meinem Sternchen Ihrer Piepsigkeit Ebony.


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Alt 05.07.2019, 14:36
  #3
Amalie
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Amalie
 
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Beiträge: 2.804
Standard

Meine Hauptbedenken wären gewesen, wenn die Katzen nicht nach draußen könnten. Ansonsten sind scheue Katzen ziemlich unproblematisch. Ich glaube auch nicht, dass sie auf immer und ewig scheu bleiben. Das legen so gut wie alle Katzen mit der Zeit ab.

Dass ihr eine Katzenklappe habt, ist sogar sehr gut. Die Katzen können dann rein und raus - sozusagen unbemerkt, wenn sie das wollen. Katzen sind auch nicht blöd. Die wissen genau, wo ihr Futternapf steht.

Empfohlen wird natürlich immer, die Katzen mindestens 4 Wochen im Haus zu halten. Je mehr Zusammenführungen ich hatte, desto kürzer wurden bei mir die Zeiten. Mir sind auch schon Katzen ungeplant entwischt und keine davon ist abgewandert. Halte sie solange drinnen, wie es möglich ist ohne dass sie randalieren. Beim Entwischen IMMER Futter nach draußen stellen, damit sie sich auch draußen an den Platz gewöhnen.

Faustregel für den Freigang: Sobald sie bei mir im Bett liegen, dürfen sie auch nach draußen. Bei zutraulichen Katzen dauert das höchstens 5-7 Tage, scheue Katzen dürften bei mir auch nach 2 bis spätestens 3 Wochen raus.

Ich habe bisher fast immer scheue bis extrem scheue Katzen genommen, zutraulich wurde noch jede.
__________________
Viele Grüße von Lisa mit ihren Katzen Julchen, Wendelin, Mira und Trixi.
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Alt 05.07.2019, 14:49
  #4
Irmi_
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Irmi_
 
Registriert seit: 2017
Ort: Vorarlberg
Beiträge: 4.198
Standard

So, jetzt ausführlicher.

Zitat:
Zitat von BeaBenjamin Beitrag anzeigen
Vorab: es wäre kein Problem für mich, wenn die Beiden keine Schmusekatzen werden.
Das ist eine super Herangehensweise!

Zitat:
Zitat von BeaBenjamin Beitrag anzeigen
Ich frage mich aber generell, wie sich das Zusammenleben mit scheueren Katzen gestaltet. Gewöhnen sich solche Katzen generell daran, dass da auch Menschen rumrennen? Es wäre blöd, wenn jede Bewegung Panik bei den Beiden auslöst.
Grundsätzlich können Katzen unterschiedlich scheu sein und sich unterschiedlich entwickeln. So, wie Du die beiden beschreibst haben sie Potential, dass sie sehr weit auftauen, denke ich mir.
So gut wie alle Katzen haben im Haushalt früher oder später kein Problem mehr mit sich normal verhaltenden Menschen. Wenn jemand aber plötzlich außergewöhnlich laut wird oder sich plötzlich ungewöhnlich schnell bewegt haben sehr viele auch sehr zahme Katzen auch mal Angst. Beispiel: Staubsauger.

Zitat:
Zitat von BeaBenjamin Beitrag anzeigen
Wie sieht das mit Freigang aus? Wir haben eine Katzenklappe, kann man ängstliche Katzen überhaupt in den Freigang lassen?
Die Eignung für Freigang wäre bei mir aber zwingend notwendig, da die Terassentür im Sommer ständig offen steht.
Katzen, die Angst vor Menschen haben sind nicht per se ängstlich. Sie wissen nur nicht, wie sie das Verhalten von diesen merkwürdigen Zweibeinern deuten sollen und sind seeehr vorsichtig im Umgang mit unsereins. Viele dieser scheueren Katzen empfinden es als ein großes Stück Lebensqualität auch raus zu dürfen.

Zitat:
Zitat von BeaBenjamin Beitrag anzeigen
Gibt es Tipps, wie man die Beiden am Besten eingewöhnen könnte?
Klar:
Erst mal Katz ankommen lassen und nicht beachten. Futter, Wasser und Katzenklo nahe des Versteckes bereitstellen und erst mal warten, bis dass Katz so nach anderthalb Tagen wieder mit fressen anfängt. (Bei hat bisher jede Katze erst nach anderthalb Tagen wieder gefressen.)
Manche lassen die Katzen nur in einem Raum zu Eingewöhnung, ich hab ihnen die ganze Wohnung zur verfügung gestellt. Ich glaube, das ist Geschmackssache.

Wichtig ist immer: Warten, bis dass die Katze auf Dich zu kommt. Wenn Du auf Katz zugehst rennt sie weg. Erst wenn sie dich besser kennt ist es für sie ok wenn Du zu ihr hin gehst.
Ein super Tipp ist, Katzingers vorzulesen. Dann können sie sich an Deine Stimme und Deine Anwesenheit gewöhnen.

Hier noch ein Paar Threads mit unterschiedlich scheuen Katzen, wenn Du mal querlesen magst. Teilweise muss man aber etwas graben:
Die Herren des Hauses
Meine Keinohrkatze
Charles erobert sein Revier! - Irmi auch?!...
Irmi......
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Grüße,
Magdalena mit dem Plüschübel Irmi, ihrer Komplizin Gesa, der mutigen Patenkatze GroCha's Irmi und meinem Sternchen Ihrer Piepsigkeit Ebony.


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Alt 05.07.2019, 14:54
  #5
GroCha
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GroCha
 
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Beiträge: 3.736
Standard

Wir haben auch ein richtiges Scheumiez hier

Und das erste, was ich Dir sagen kann ist: es ist was ganz anderes als mit einer zutraulichen Katze!
Natürlich! Denkst Du jetzt Aber ich meine nicht das anfassen und kuscheln und spielen. Ich meine die Beziehung, die man aufbaut.
Das Gefühl, sich Stück für Stück das Vertrauen eines Tieres erarbeiten zu müssen, dass nichts selbstverständlich ist, das mein ich.
Es ist eine völlig andere Art der Bindung.

Unsere Irmi kann man auch nach über einem Jahr nicht anfassen. Ob wir das jemals dürfen, weiß ich nicht.
Und ganz ehrlich: ich komm damit nur klar, weil hier noch ein sehr, sehr schmusiger Kater lebt

Das Zusammenleben ist bei uns im Endeffekt kein Problem, weil unser Scheuchen ein eigenes Zimmer hat. Das ist ihr Reich, da fühlt sie sich sicher. Sie macht Erkundungstouren, aber ohne gleich zu erschrecken, bewegt sie sich nur in ihrem Reich.
Es ist ein sehr großer Unterschied, ob man ihr in ihrem Zimmer oder außerhalb begegnet.

Ein eigener Bereich ist gerade zum Ankommen sehr wichtig. Scheuchen sollten nicht einfach ins Wohnzimmer gesetzt werden und mit dem Alltag konfrontiert werden. Sie brauchen mindestens ein paar Tage, um überhaupt drauf klar zu kommen, dass sie jetzt ein neues Heim haben.
Da gibt es sehr viele verschiedene Grade von „Scheuer Katze“.

Wir haben uns weitestgehend hieran http://haustierwir.blogspot.com/2011...eeehr.html?m=1 gehalten.

Wir haben hier im Forum, da ist auch meine Katze her, eine Dame, die sich auf das Zähmen genau solcher Tiere spezialisiert hat: Taskali. Das ist ihr Thread Pflegis by Taskali. Dort kannst Du mal querlesen, der Thread is perfekt für alle Fragen, die Du hast.
Dort findest Du auch immer mal wieder Leute, die eine Taskali-Katze haben und kannst wiederum in deren Threads stöbern, wie es läuft und der Umgang gehandhabt wird.

Freigang ist auch sehr unterschiedlich. Unser Irmchen gehört zu der häufig vorkommenden Art der „ich will nicht mehr raus“-Katzen. Sie hat genug vom Überlebenskampf, Hunger, schlechtem Wetter, Schutz suchen. Sie genießt ihr trockenes, sicheres Heim und den immer gefüllten Napf.
Und es gibt diejenigen, die man nicht drinnen halten kann
Freigang ist aber, soweit ich mitbekommen hab, kein Problem, wenn sie eingewöhnt sind. Katzen sind nicht blöd und verstehen, wo es immer Futter gibt und kommen da Normalerweise regelmäßig hin, Stichwort: Futterplatz für Streuner.

Das einzige was sich durch das nicht anfassen können problematisch gestaltet sind TA-Besuche. Es geht, ein Scheuchen einzufangen, aber angenehm ist es für beide Seiten selten. Bei Freigängern kommt dann erschwerend dazu, dass man schwer einschätzen kann, wie sie reagieren, sollten sie es einem übel nehmen. Sie könnten es falsch verstehen, wenn sie danach eine Zeit drinnen verbringen müssen. Wie groß dann der Vertrauensverlust ist, ob es ihn überhaupt gibt: Wundertüte.

Ich musste Irmi schon zu zwei OP‘s bringen. Beide Male hat sie es mir nicht übel genommen, sondern verstanden, dass ich ihr helfen wollte. Sie schläft auch in ihrem Transportkorb - immer noch

Ich freue mich sehr, dass Du zwei Seelechen ein Zuhause geben möchtest. Hier im Forum sind noch mehr Leute mit Scheuchen in jeder Version der Haltung.
Frag ruhig drauf los, wenn Dich der Wissensdurst überkommt
__________________

Geändert von GroCha (05.07.2019 um 15:00 Uhr) Grund: Autokorrektur
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Alt 05.07.2019, 15:59
  #6
Paty
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Paty
 
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Wir haben nachdem unser Samson gestorben ist auch im Januar ein Scheuchen von Taskali aufgenommen.

Ich muss GroCha auf jeden Fall recht geben - ich weiß nicht ob ich es gemacht hätte wenn ich hier nicht auch noch 2 Schmuser hätte.

Ich sag dir ganz ehrlich - es kann sehr frustrierend sein wenn eine Katze bei dir lebt die einen riesen Bogen um dich macht und die du nicht anfassen kannst.

Morgen sind es 7 Monate das Benji bei uns ist und wir haben nur ein paar kleine Fortschritte gemacht. Mein Mann ist schon ziemlich frustriert das er immer noch absolut scheu ist

Er ist der 7. Kater der bei uns lebt, unter den anderen waren auch schon Ex Streuner, alle Tiere aus dem Tierschutz aber sowas hatte ich noch nie.

Fremde Katzen die bei uns in den Garten kommen sind zutraulicher als er.

Er schafft es einfach nicht uns zu vertrauen und ich bin mir auch nicht sicher ob sich das jemals ändern wird.

Die ersten Wochen hat er nur im Bad gelebt da er auch eine Panikkater ist.

Dann durfte er in der Gruppe mitlaufen was auch super klappt.

Wir waren auf einem sehr guten Weg, er kam zu mir und hat sich ganz vorsichtig meinen Beinen genähert wenn ich gesessen bin und bei den Leckerlis hat er die auch aus der Hand genommen.

Allerdings hatte er dann einen Infekt und ich mußte ihn 2 mal einfangen und mit ihm zum TA, glaub mir das war der Horror total für den Kater und für mich.

Das war im Mai, langsam kommen wir wieder auf den Stand den wir vor den TA Besuchen hatten was bedeutet er spielt wieder wenn wir im Raum sind, kommt für die Leckerlis in meine Nähe, nimmt die auch aus der Hand und dann aber auch nur dann darf ich ihn kurz streicheln.

Allerdings hört er so gut wie nicht auf seinen Namen und da Merlin und Domi Teilzeitfreigänger sind die ich jederzeit rein rufen kann darf er immer noch nicht mit raus.
Paty ist offline  
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Alt 05.07.2019, 17:45
  #7
BeaBenjamin
Neuling
 
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Standard

Vielen Dank erst mal für die ganzen Antworten. (:

Das mit dem Freigang ist gut, das war mit meine größte Sorge.

Ich habe vor, das Wohnzimmer die ersten 1-2 Monate für die Beiden zu sperren.
Wenn sie sich dort eingewöhnt haben, wollte ich sie in den Rest der Wohnung lassen und wenn sie sich da eingewöhnt haben, wollte ich die Katzenklappe aufmachen.
Ich dachte, wenn sie zuerst nur in einem Raum sind, ist die Kontaktaufnahme leichter, auch weil man dann nicht so schnell Gefahr läuft, einen von Beiden unabsichtlich zu erschrecken.


Im Tierheim kommen wir bisher sehr gut aus, ich laber die Beiden voll und sie dösen auf ihren Plätzen.
Für Leckerlies nähert zumindest der Kater sich auch auf einen Meter, fressen tut er seine Leckerlies dann aber in sicherer Entfernung.

Was mir auch noch Sorge bereitet: Es handelt sich um Katze und Kater. Momentan im Tierheim verstehen sich die Beiden toll, liegen immer recht nah beeinander und köpfeln sich gegenseitig an.
Ich habe gelesen, dass Katze und Kater eine schwierige Kombi sind, weil sie unterschiedlich spielen.
Ich weiß nicht, wie die Beiden spielen, bisher zeigen Sie kein Interesse daran.
Wie wahrscheinlich ist es, dass sich später herausstellt, dass es da zu Problemen kommt?
BeaBenjamin ist offline  
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Alt 05.07.2019, 18:56
  #8
Vitellia
Erfahrener Benutzer
 
Vitellia
 
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Hallo BeaBenjamin,

wir haben seit April auch ein Kater-Katze-Pärchen aus dem Tierschutz (beide ca. 4), die bereits auf der Pflegestelle befreundet waren und auch nur zusammen vermittelt wurden. Bisher vertragen sie sich immer noch ziemlich gut. Manchmal hab ich zwar schon den Eindruck, dass er hin und wieder doch ein bisschen raufen möchte (aber bloß nicht zu doll!) und sie schon mal ein bisschen genervt von ihm ist und ihre Ruhe möchte, aber ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sie trotzdem ohne den anderen nicht sein wollten.

Übrigens sind/waren beides auch, moderate Scheuchen, nenne ich es mal. Die Anfängerversion quasi (Nicht komplett menschenscheu, aber sie haben schon etwas gebraucht, Vertrauen aufzubauen und Schoßkatzen sind es beide (noch?) nicht; es ist aber in der Tat wirklich schön mit anzusehen, wie es immer noch Tag für Tag besser wird.)


So aus dem Bauch heraus (ich hab da bisher auch keine Erfahrungswerte) würde ich also sagen: Wenn sie sich bereits im Tierheim so gut verstehen und die Nähe des anderen suchen, würde ich diese Freundschaft nicht unbedingt auseinander reißen. Es sind ja keine Kitten mehr, bei denen sich der Charakter und alles noch erst herausstellen muss.
__________________

Viele Grüße vom Willy und dem Bienchen!

Sternchen Thaleia (2001 - 2019) für immer im Herzen


Vitellia ist offline  
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Alt 08.07.2019, 18:27
  #9
BeaBenjamin
Neuling
 
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Hallo,

da soweit jetzt alle Familienmitglieder eingeweiht sind, habe ich am Sonntag mal ernsthaft Interesse bekundet und erwarte jetzt die Vorkontrolle.

Wenn die Vorkontrolle positiv verläuft, wie mache ich das am Besten mit dem Umsiedeln?
Ist es notwendig, direkt beim Tierarzt vorbeizufahren? Bekannte haben mir das empfohlen, damit man das Vertrauen dann nicht später schädigt, rein vom Gefühl her würde ich aber sagen, dass ein Umzug schon genug Stress verursacht und ein Tierarztbesuch auf dem Heimweg eher schadet als nützt. Was sagt ihr dazu?

Wenn die Beiden hier sind, muss ich sie erst trennen oder kann ich einfach beide rauslassen?

Wie macht man das mit dem Futter? Bei meinem Kater stand immer Nassfutter herum und er konnte sich bedienen, wann er wollte.
Jetzt habe ich aber auch Gegenteiliges gelesen. Ist es für schüchterne Katzen besser, wenn es nur Futter zu festen Zeiten gibt?

Einen schönen Abend.
BeaBenjamin ist offline  
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Alt 08.07.2019, 19:20
  #10
Amalie
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Amalie
 
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Normalerweise werden TH-Katzen vor der Abgabe nochmal vom TH-Tierarzt durchgecheckt. Bei scheuen Katzen würde ich deshalb nicht nochmal beim TA vorbeifahren. Falls sich irgendwas rausstellt, dann musst du eben später fahren.

Da sich die beiden Katzen schon kennen, kannst du sie direkt rauslassen. Es ist aber günstig, die Katzen für den Anfang nur auf ein Zimmer zu beschränken, ruhig und mit allem was die Katze braucht, Futter und Katzenklo. Einige zusätzliche Versteckmöglichkeiten sind immer gut, Kartons etc.

Wenn sich die Katzen verstecken, ist es besonders wichtig, dass sie nicht überall hinkönnen. Wenn du ein gut geeignetes Zimmer wählst, dann musst du nicht befürchten, dass sie irgendwie aus der Wohnung entwischen können, weil das Zimmer auch als Schleuse dient. Wenn sie Katzen gleich von Anfang an alles in Beschlag nehmen können, dann weißt du nie, wo sie gerade stecken könnten, neben der Eingangstüre .... Katzen können sich unsichtbar machen.

Dann lass die Katzen in Ruhe ankommen. Wichtig ist, dass die Katzen nicht bedrängt werden oder mit Gewalt wieder aus einem Versteck gezerrt werden. Das Katzenklo stellst du am besten in nächster Nähe zum Versteck auf und schirmst das ein bißchen ab. Mir ist schon mal passiert, dass ich das Katzenklo direkt neben die Türe gestellt habe und als ich das Zimmer betrat, ist die Katze in Panik mitten im Geschäft zu einem Versteck gerannt. Seitdem stelle ich das Katzenklo in eine entfernte Ecke und daneben einen Stuhl, über den ich eine Decke hänge. Du kannst das Katzenklo auch in den ersten Tagen im Zimmer verstellen. Die Katzen finden das Klo, auch wenn es mal ein paar Meter woanders steht.

Futter würde ich anfangs immer stehen lassen. Normalerweise werden die Katzen sowieso 1-3 Tage schlecht futtern. Das ist kein Grund zur Beunruhigung sondern normal.

Es kann natürlich auch ganz anders sein und die Katzen werden auf Anhieb Schmuser. Dann auch die Katzen kommen lassen und nicht bedrängen oder nachlaufen. Dann lieber mit einer Angel spielen oder vorlesen etc.
__________________
Viele Grüße von Lisa mit ihren Katzen Julchen, Wendelin, Mira und Trixi.

Geändert von Amalie (08.07.2019 um 19:22 Uhr)
Amalie ist offline  
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Alt 08.07.2019, 19:21
  #11
Polayuki
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Polayuki
 
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Also ich persönlich würde sofort zum TA, dann ist erstmal alles in einem Abwasch erledigt und du hast nachher nicht den Kampf zwei Scheuchen in den Kennel zu bekommen sondern sie können ganz in Ruhe bei dir ankommen.
Stressig ist es sowieso, da macht das in meinen Augen keinen großen Unterschied mehr, aber das sehen andere bestimmt anders =)
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Alt 09.07.2019, 14:35
  #12
Ladyhexe
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Zitat:
Zitat von BeaBenjamin Beitrag anzeigen
Hallo,

da soweit jetzt alle Familienmitglieder eingeweiht sind, habe ich am Sonntag mal ernsthaft Interesse bekundet und erwarte jetzt die Vorkontrolle.

Wenn die Vorkontrolle positiv verläuft, wie mache ich das am Besten mit dem Umsiedeln?
Ist es notwendig, direkt beim Tierarzt vorbeizufahren? Bekannte haben mir das empfohlen, damit man das Vertrauen dann nicht später schädigt, rein vom Gefühl her würde ich aber sagen, dass ein Umzug schon genug Stress verursacht und ein Tierarztbesuch auf dem Heimweg eher schadet als nützt. Was sagt ihr dazu?

Wenn die Beiden hier sind, muss ich sie erst trennen oder kann ich einfach beide rauslassen?



Ich freue mich für die Scheuen und drücke die Daumen für die Vorkontrolle.

Gebe ihnen ruhig ein eigenes Zimmer mit Gittertüre, dann bekommen sie genug im Haushalt mit, das ist für die Alltagsgeräusche wichtig.

Außerdem achte darauf, daß sie sich nicht zu sehr verschanzen können, es ist nicht witzig eine wild geborene Katze aus einer mißlichen Lage zu befreien und zieht normalerweise für den Menschen den Arztbesuch nach sich. Das sind jetzt Erfahrungswerte von mir. Seitdem bin ich Besitzerin von bißfesten Handschuhen.
Verstecke sind auch mal ein leerer Karton.

Ich setze beim Tierheim voraus, daß beide bereits kastriert sind. Wenn es euch wichtig ist, laßt noch im Tierheim einen Giardientest, ebenso FiV und FelV Testung, dann habt ihr wenigstens diesen Streß nicht mehr. Impfstatus ist auch nicht verkehrt.

Wundertüten bekommt ihr sowieso ins Haus, möglicherweise auch ein Ausbruch einer bislang versteckt schlummernden Krankheit. Das Einfangen in einem kleineren Raum ohne Verstecke ist leichter zu bewerkstelligen.
Die Scheumiezen finden euch dann zwar doof, verzeihen in der Regel auch wieder.

Zitat:
Zitat von BeaBenjamin Beitrag anzeigen
Wie macht man das mit dem Futter? Bei meinem Kater stand immer Nassfutter herum und er konnte sich bedienen, wann er wollte.
Jetzt habe ich aber auch Gegenteiliges gelesen. Ist es für schüchterne Katzen besser, wenn es nur Futter zu festen Zeiten gibt?

Einen schönen Abend.
Wenn die Vorgeschichte unbekannt ist, das all you can eat Eck für die zwei.
Denn jedes Gefühl von hungrig sein sollen sie ja vergessen können. Futter ist der beste Weg Vertrauen zu bekommen. Außerdem braucht man als guter Katzenhalter eine Sorte "DafürVerzeiheIchDirAlles", mit dem wir uns wieder einschleimen können oder Medikamente unterschmuggeln.


Zeitrituale kannst du beim Putzen, nachfüllen und ignorieren beim Vorlesen einbauen.

Wenn ihr eine Katzenklappe habt, könntet ihr auch ein Leckerli-Klappen-Boxen-Übungsteil bauen, das dann schon vorher ins Ankunftzimmer kommen kann.


Es gibt übrigens auch Katzen die 3 Tage oder länger hungern nach dem Umzug. In der Zeit ist alles erlaubt, was sie gerne haben. Gesund füttern kann später angegangen werden.

Wir wünschen euch alles Gute.

Liebe Grüße
__________________
Ela und Glücksschmied

____________________________________
Kinder und Katzen bereiten die gleichen Glücks- wie Sorgenmomente.
Ladyhexe ist offline  
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Alt 14.07.2019, 13:33
  #13
BeaBenjamin
Neuling
 
Registriert seit: 2016
Beiträge: 10
Standard

Die Beiden sind am Freitag Abend eingezogen. (:

Ich habe mich gegen einen Tierarztbesuch auf der Rückfahrt entschieden, ich wollte dann den Gesundheitscheck machen, wenn wir langsam in Richtung Freigang kommen, dann sollten die beiden ja noch gegen Tollwut geimpft werden.
Ansonsten sind die Beiden natürlich geimoft, kastriert, gechipt und gegen Parasiten behandelt worden, ich sehe also erst mal keinen direkten Handlungsbedarf.

Im Laufe des Abends ist schon Futter verschwunden, wobei das auch die Katze allein gewesen sein könnte.

Sie war von Anfang an entspannter und ist schon am Abend vorsichtig rausgekommen, um sich umzuschauen.
Der Kater ist raus aus dem Korb und unters Sofa, seit gestern erkunden aber beide den Raum, wenn wir nicht drin sind. Über Nacht hat sogar ein Bällchen den Platz gewechselt.
Heute Morgen habe ich sogar auf der Fensterbank Streu gefunden, mindestens einer traut sich also schon auf höher gelegene Plätze.
Gefuttert wird gut, jetzt auch in Mengen, die ich nicht unbedingt nur der Katze zuschreiben kann, die Toiletten werden auch benutzt.

Wenn man in den Raum kommt, sieht man natürlich niemanden mehr, ich bin aber schon sehr zufrieden damit, dass gefressen wird.


Ich wollte das jetzt so laufen lassen, bis beide sich soweit eingelebt haben, dass man sie auch sieht, während man im Raum ist.
Dann wollte ich anfangen, mehr Zeit im Raum zu verbringen und vorzulesen.

Passt das so oder sollte ich schon früher damit anfangen?

Bis dahin versuche ich, die Beiden nicht ständig durchs Fenster zu beobachten, damit sie sich in Ruhe eingewöhnen können.


Wie würdet ihr das mit dem Futter machen?
Ich habe für den Anfang die 200g Dosen von Aldi Süd gewählt, weil beide im Tierheim wohl vor allem Felix und Co. bekommen haben.
Auf Dauer möchte ich auch hochwertigeres Futter verfüttern, sollte ich direkt mit dem Durchwechseln anfangen oder jetzt nach dem Wechsel erst mal eine Woche oder sowas warten?


Liebe Grüße,

Bea
BeaBenjamin ist offline  
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Alt 14.07.2019, 16:15
  #14
tiha
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Wenn es möglich ist, würde ich im selben Raum schlafen. Das ist bei scheueren Tiere eine gute Variante, so können sie einfacher Erstkontakt aufzunehmen

Zum Futter ... ich habe immer direkt das Futter gefüttert, das ich für gut hielt. Andere machen es anders. Versuch es einfach, du wirst wahrscheinlich eh einiges durchprobieren müssen, bis du was gefunden hast, was ihnen schmeckt.

Alles Gute für euch und dass sie bald entspannter sein können
__________________
.
Tina + die 5 tapferen Kämpferlein
( und Muffy ❤ und Julius ❤ )



Traurig und nur der eine Wunsch ... ein eigenes Zuhause!
tiha ist offline  
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Alt 14.07.2019, 18:55
  #15
Schnurr13
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Schnurr13
 
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Glückwünsche zu den neuen Familienmitgliedern.

Auch ich würde reichlich von dem Futter anbieten, dass es auch in Zukunft geben soll. Das kann bei ehemaligen "Selbstversorgern" schon mal etwas mehr werden. Wenn die süßen dann aber irgendwann verstanden haben, dass du immer ordentlich nachfüllst, wird der Verbrauch auch wieder sinken.

Vorlesen ist eine super Sache.

Wir haben uns damals abgewechselt und das Kind war dann auch die erste die den kleinen Rabauken anfassen durfte.
__________________
Über uns: Die Herren des Hauses
Sonnenkönig Elmo, Herr von und zu Fluff, Sir Lemmy von Katz


"In früheren Zeiten wurden Katzen als Götter verehrt; das haben sie nicht vergessen."
Terry Pratchett
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