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Verhalten und Erziehung Alles über die Eigenarten unserer Samtpfoten

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Alt 06.05.2015, 09:30   #1
pfotenseele
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Standard INFO: Umgeleitete Aggression

DAS PROBLEM:
Eines der häufigsten Probleme in einem Mehrkatzenhaushalt ist die sog. "Umgeleitete Aggression oder Territoriale Aggression".
Die Folgen eines solchen Vorfalls können fatal sein für die Harmonie eines bis anhin befreundeten Katzenpaares. Es sollte so schnell wie möglich reagiert werden, denn sonst kann es sein, dass sich die Katzen nicht mehr verstehen. Ein heftiger Angriff eines Katzenpartners kann für Tiere so schockierend sein, dass mit gravierenden Langzeitfolgen zu rechnen ist (sog. schockinduzierte Aggressionen).

URSACHE:
Auslöser ist ein Vorfall, gegen den sich Katzen nicht wehren können, wobei sie sehr erregt sind und, wie die Bezeichnung schon sagt, sie die Aggression umleiten (verknüpfen) auf den befreundeten Katzenkumpel. Meist gehen die Katzen sofort aufeinander los, bekämpfen sich sehr heftig und benehmen sich, als ob sie sich nicht mehr kennen. Meistens sind beide Katzen zugegen, wenn so etwas Unvorhergesehenes passiert.
Mögliche Auslöser sind z.B.:
- der Anblick einer fremden Katze im eigenen Revier, die nicht erreichbar ist
- heftiges Erschrecken, z.B. durch einen zu Boden fallenden Gegenstand
- ein plötzliches Schmerzerlebnis, z.B. ein Gegenstand, der auf eine Katze fällt
- Tierarztbesuch; v.a. mit Narkose verbundener Eingriff

WAS IST ZU TUN:
Um zu verhindern, dass sich das aggressive Verhalten dauerhaft manifestiert, sind folgende Massnahmen sofort zu ergreifen:
- Die Katzen sofort trennen und unbedingt verhindern, dass weitere Kämpfe stattfinden.
- Feliway-Stecker einsetzen
- Neue positive Verknüpfungen schaffen; zusammen füttern, aber nur unter Aufsicht. Die Näpfe müssen einen grossem Abstand zueinander haben (2-3 Meter). Starren sollte unterbunden werden, indem man ganz ruhig den Sichtkontakt der beiden Kontrahenten unterbricht und sich zwischen die beiden stellt/setzt. Während dem Fressen beide mit etwas Thunfischsaft/Sahne einreiben, damit sie sich sofort putzen nach dem Fressen (Putzen beruhigt und signalisiert dem anderen "ich bin friedlich, ich tu dir nichts"). Danach wieder trennen, denn es sollte durchweg positiv bleiben, bis sie wieder getrennt werden.
- Die temporären Reviere, die durch die momentane Trennung entstehen, immer wechseln, damit keine festen Territorien entstehen, die dann erbittert verteidigt werden.
- Gerüche austauschen; mit einem weichen Lappen den Katzen v.a. unterm Kinn streichen und dann auf die andere Katze übertragen.
- Zusätzliche Versteckmöglichkeiten schaffen; Kartons, Höhlen, gerne höher gelegene Plätze etc.
- Feste Spielzeiten zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zur Entspannung. Zuerst einzeln mit jeder Katze, v.a. mit der Unterlegenen.
- Wenn die Katzen ohne Konflikte zusammen fressen, die Zeit langsam verlängern, in der sie zusammen sind. Langsam (Centimeterweise!) die Näpfchen wieder näher zusammenrücken, aber immer noch unter Aufsicht.
- Beim ersten Versuch, die Katzen ausserhalb der Fresszeit wieder zusammenzulassen, mit viel Lob und Leckerchen arbeiten. Starren unterbinden. Falls sich die Spannung wieder aufbaut, in Ruhe trennen. Es kann versucht werden, etwas zu spielen. Besser zunächst einer Katze und die andere kann zuschauen, ohne bedroht zu werden (also besser zuerst mit der dominanten Katze spielen und sie so auch ablenken).
- Falls die Konfliktsituation bei direktem Zusammensein zu heftig bleibt, sollten die Katzen getrennt bleiben mit Sichtkontakt, also z.B. mit einem Gitter oder Netz (in schweren Fällen kann auch so die gemeinsame Fütterung stattfinden). Wenn sie sich sehen, ohne zu fauchen oder knurren oder drohen, kann die Trennung abgebaut werden und die Katzen unter Aufsicht direkt miteinander zusammengelassen werden.

Wirklich wichtig ist, geduldig zu sein und nichts zu forcieren! Im besten Falle ist das eine Frage von wenigen Tagen, in gravierenden Fällen kann das 1-2 Monate dauern.
Der begletende Einsatz von Zylkene ist durchaus eine sehr gute Option. Auf jeden Fall für die ängstlichere, schüchterne Katze, optional auch bei beiden.
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Liebe Grüsse
Sabina mit Morpheus und Aragon
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Geändert von pfotenseele (06.05.2015 um 09:34 Uhr)
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Alt 07.05.2015, 09:29   #2
pfotenseele
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schnell hochschieb aus aktuellem anlass
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Alt 07.05.2015, 09:48   #3
Opticat
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Danke!
Ich glaube, wir haben den langen Weg vor uns
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Alt 14.05.2015, 11:40   #4
pfotenseele
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hochschieb...
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Alt 07.06.2015, 10:51   #5
pfotenseele
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hochschieb...
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Alt 07.06.2015, 11:09   #6
Miss_Katie
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Frag doch mal die Admins, ob man das oben anpinnen kann. Dann musst du nicht dauernd schieben.
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Alt 07.06.2015, 15:34   #7
pfotenseele
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hab die admins ja schon vor einem Monat angeschrieben....keine antwort ihrerseits....
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Alt 08.06.2015, 08:09   #8
Sue-Suki
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ich hab hier mal Abo gesetzt!
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Manchmal sitzt er zu deinen Füßen und schaut dich an, mit einem Bick so schmeichelnd und zart, dass man überrascht ist über die Tiefe seines Ausdrucks. Wer kann nur glauben dass hinter solchen strahlenden Augen, keine Seele wohnt! *Theophile Gautier
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Alt 08.06.2015, 19:16   #9
rlm
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Zitat:
Zitat von pfotenseele Beitrag anzeigen
hab die admins ja schon vor einem Monat angeschrieben....keine antwort ihrerseits....
Keine Antwort ist natürlich auch eine.

(Ich hatte den Thread auch mit der Frage ums Anpinnen gemeldet.)
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Alt 17.08.2015, 13:10   #10
Mikesch1
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Schieb. Ist ein guter Beitrag
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Darum bitte keine Einzelhaltung! ............. Tierleid-/quälerei melden - So gehts!
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Alt 11.09.2015, 14:13   #11
thunder88
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Bei meinen beiden Katzen (kastriert, 2 und 3 Jahre) gab es auch ganz plötzlich dicke Luft. Teilweise war es heftig, näheres dazu kann am besten in meinem entsprechenden Thread nachgelesen werden.

Ich habe alles, was hier als Handlungshinweise aufgeführt wurde, umgesetzt. Außerdem hab ich eine Katzenklappe einbauen lassen, so dass sich durch längeres Warten vor der Haustür kein Frust mehr aufbauen kann.
Beide Katzen sind im Haus nur noch unter Aufsicht zusammen, nach draußen kommen sie nur noch getrennt.

Um die Gesamtzufriedenheit der Katzen zu steigern, wäre es sicherlich super, wenn beide so oft und lange über die Katzen klappte rauskönnten, wie sie wollten. Ich weiß nur leider nicht, wie wir dahin kommen sollen. Es stagniert einfach.

Wir arbeiten nun seit etwa 2 Wochen aktiv mit den Katzen. Situation vorher:

- Die Kleine (territorial unterdrückte) wollte nach dem Fressen SOFORT wieder raus. Im Haus hatte sie Angst. Sie lag immer in einer bestimmten Stelle im Kratzbaum, schreckte bei jedem Geräusch im Haus zusammen. In die obere Etage traute sie sich gar nicht mehr (obschon sie dort zuvor nachts IMMER hinter unserem Bett lag).
Sah sie die Große (territorial Aggressive) knurrte und fauchte sie und hielt größt möglichen Abstand.

- Die Große starrte ihrerseits bei jeder sich gebenden Gelegenheit. Sie näherte sich der Kleinen IMMER an, so dass diese immer vor ihr flüchtete. Kam die Kleine die Treppe hinauf, war sie kaum zu halten und wollte sofort zu ihr hin (Vermutung: Oben gehört mir?).


Wir haben sehr lange Zylkene gegeben, ich würde schätzen so 4 Wochen. Das hat auf jeden Fall einiges geändert. Nach Anraten von einer Katzenpsychologin haben wir dies vor einer Woche von jetzt auf gleich abgesetzt und stattdessen Telizen gegeben. Ich hatte mich auf riesen Krawalle eingestellt, die blieben aber bislang aus.
Dadurch dass die Katzen sich beim "Ausgang" quasi die Klinke in die Hand geben, ist die jeweilige Katze fast immer alleine im Haus.

Situation jetzt:

- Die Kleine ist deutlich mutiger geworden. Sie geht wieder komplett ungezwungen durch die untere Etage, wenn die Große nicht da ist. Seit ein paar Tagen erkundet sie auch vorsichtig wieder die obere Etage. Heute Nacht schaute sie kurz in unser Schlafzimmer. Die Große war zu der Zeit draußen, da hab ich einfach die Tür zugemacht und sie so quasi zum Bleiben und Schlafen "genötigt". Nach kurzer Zeit des Miauens hat dies auch gut geklappt denke ich.

Wenn die eine Katze wieder von außen reinkommt und die andere nun mit Ausgang dran ist, nutzen wir diese "Übergabezeit" immer für die aktive Arbeit mit den Katzen. Leckerlis, Einschmieren mit Leberwurst etc. Mittlerweile ist es so, dass die Kleine "ohne Grund" nicht mehr knurrt oder faucht. Nur wenn es zu Engpässen kommt (sie steht im Hauswirtschaftsraum und die Große läuft Richtung Tür - sie hat keinen Ausweg / sie kommt aus der Küche und die Große sitzt auf der Treppe - Distanz unter 1m) knurrt sie noch, ganz ganz selten faucht sie.

- Die Große zeigt sich immer uninteressierter an der Kleinen. Manchmal ist sie nicht ausgelastet (weil sie zB sehr lange auf ihren Ausgang warten musste), dann will sie unbedingt zu der Kleinen hin (um sie zu ärgern nehme ich an). Meistens geht sie ihr nun jedoch komplett aus dem Weg. Starren tritt ab und an (sehr selten) noch auf, wird aber jedes Mal sofort unterbunden von uns.

Geändert von thunder88 (12.09.2015 um 08:35 Uhr)
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Alt 11.09.2015, 14:22   #12
thunder88
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Ups, da war der Beitrag weg.

Wie gesagt, nun geht es aber leider nicht weiter. Anstatt dass die Große sich nun friedlich verhält und in der Nähe bleibt, meidet sie die Kleine. Hat sie sich früher extra nahe zu ihr gelegt, verschwindet sie jetzt in die obere Etage, wenn die Kleine und wir im Wohnzimmer sitzen.
Andersherum, die Große und wir sitzen im Wohnzimmer, dann liegt die Kleine meist unten im Flur (viele Fluchtmöglichkeiten).

Gestern gab es die Situation, da lag die Große auf dem Bett und mein Freund hat die Kleine nach oben gelockt. Da ist sie dann auch freiwillig auf dad Bett gesprungen (hatte die Große nicht gesehen). Beide haben Leckerlis bekommen und die Situation war relativ entspannt. Dann gehen wir mit beiden nacheinander nach unten und die Kleine liegt wieder im Flur, die Große im Wohnzimmer.

Heute war ich mir der Großen vor dem großen Terrassenfenster im Wohnzimmer. Da kommt die Kleine von der Seite an und stellt sich neben mich. Läuft dann hinter mich (Abstand zur großen ca 20cm). Nichts passiert. Sie schnurrt. Ich habe dann die Wohnzimmertür geschlossen, um die beiden quasi dazu zu nötigen sich auszuhalten. Konsequenz: Unsicherheit auf beiden Seiten. Ich auf dem Sofa. Die Große unter dem Esstisch. Die Kleine an der geschlossenen Tür. Die Große schläft und ignoriert die Kleine komplett. Die Kleine döst in Hab-acht-stellung. Die Große bewegt sich. Die Kleine knurrt.

Macht es Sinn die Katzen zusammen in einen Raum zu sperren? Unter Aufsicht natürlich! Momentan entwickelt es sich eher in ein Meideverhalten, was durch die unterschiedlichen Ausgangszeiten natürlich begünstigt wird.
Da die Kleine draußen von der Großen jedoch schon mehrfach ins Maisfeld gejagt wurde, gibt es da keine andere Option.
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Alt 11.09.2015, 16:47   #13
pfotenseele
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nein, ich würde da nichts erzwingen
das ignorieren ist ja schon mal sehr gut
wenn keine angst mehr da ist, wird es sich ergeben, ob die beiden wieder mehr nähe zulassen
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Liebe Grüsse
Sabina mit Morpheus und Aragon
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Alt 12.09.2015, 08:34   #14
thunder88
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Mir ist jetzt zum wiederholten Male aufgefallen, dass die Territorial Aggressive quasi wild wird, wenn die Kleine anfängt n Lauten zu machen. Sprich wenn sie in einer Tour miaut oder sehr laut an der Katzenklappe von innen kratzt.

Kann mir das jmd erklären bzw hat jmd ähnliches beobachtet?
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Alt 27.06.2016, 16:02   #15
Luna2005
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Hatten wir auch am Anfang! Anton ist häufig mit voller Wucht auf Nanouk los. Ich habe ihn dann weggescheucht und erstmal ignoriert. Leider ist dieses Tier echt hartnäckig. So stand ich einmal dazwischen, er hat sich nicht scheuchen lassen, Sondern hat mich richtig angefallen, er ist an mir hochgesprungen wie ein abgerichteter Hund und hat mich mehrmals in den Arm gebissen.. vielleicht hätte ich dieses Thema damals schon lesen sollen. Fehler lag bestimmt bei mir. Heute kann Nanouk hervorragend mit ihm ungehen. Aber mich hat er gerade am Samstag wieder, aus für mich heiterem Himmel, attackiert.. ich verstehe ihn leider noch nicht so gut.. :/ und muss da nochmal dran arbeiten..
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