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Verdauungserkrankungen Pankreatitis, Gastritis ...

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Alt 11.10.2018, 23:15   #1
K-Syd
Neuling
 
Registriert seit: 2018
Beiträge: 2
Standard Chronische Pankreatitis mit akuten Schüben

Hallo ihr lieben.

Ich schildere mal kurz den Krankheitsverlauf von Jonny, der jetzt 12 Jahre wird.

Seit seinem 5 Lebensjahr hatte er immer wieder auftretende Beschwerden wie Durchfall, erbrechen, Bauchschmerzen. Dies passierte in Intervallen. Er hatte immer Untergewicht trotz guten Appetit in "beschwerdefreien" Phasen. Verschiedene Tierärzte diagnostizierten immer wieder einen Magen-Darm-Infekt, einer vermutete mal AIDS, negativ.

Vor rund 1 Jahr musste ich wieder mit Katerle zum Notdienst, da erbrechen, Fieber und offensichtlich starke Bauchschmerzen. Die TÄ vermutete aufgrund des Verlaufs eine chronische Pankreatitis mit akuten Schüben. Es erfolgte Blutentnahme mit dem Ergebnis, dass der fpli Wert stark erhöht ist, Verdachtsdiagnose also richtig.

Er wurde umgestellt auf Spezialfutter (Digestive Care i/d) und erhielt Pankreas Comp. über 10 Tage, neben Medikamente gegen Übelkeit und Schmerzen. Für ca. 6 Monate ging es ihm sichtlich besser, aber nun hat er bereits seinen 3 Schub innerhalb von 2 Monaten. Er erhält weiterhin das Spezialfutter, TA spritzt bei akuter Phase weiterhin Medikamente gegen die Schmerzen und Übelkeit, ich gebe dann wieder das Pankreas Comp., das ihm offensichtlich sehr gut hilft, er ist nach einigen Tagen wieder "der alte". Allerdings nimmt Jonny Stück für Stück weiter ab und die kürzer werdenden Schübe bereiten mir große Sorgen. Er hat immense Schmerzen in solch akuten Schüben, das jaulen ist dann echt...schwer zu ertragen, ich rase dann jedesmal zum TA oder Notdienst, aber ich sehe immer mehr, wie er so richtig die Schnauze voll hat.

Jemand Erfahrung damit? Gibt`s andere Ansätze? Wann ist genug?

Geändert von K-Syd (11.10.2018 um 23:19 Uhr) Grund: Korrektur
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Alt 25.10.2018, 23:23   #2
TanteGräte
Neuling
 
Registriert seit: 2018
Beiträge: 6
Standard

Hallo K-Syd,

dein Beitrag ist ja schon ein paar Tage alt, ich möchte dir trotzdem antworten. Vielleicht liest du hier ja noch.

Ich habe einen Diabeteskater mit chronischer Pankreatitis, was 3 Jahre lang nicht diagnostiziert wurde. Als ich endlich einen kompetenten TA gefunden habe, war das Pankreasgewebe aktuell nicht nur hochgradig entzündet, sondern bereits vernarbt.

Ist bei euch schon mal ein Ultraschall gemacht worden? Welches Schmerzmittel bekommt dein Kater bei den akuten Schüben?
Mein Kater bekommt in solchen Fällen ein Opioid gespritzt, was auch laut eigenen Recherchen bei Pankreatitiden am Besten geeignet ist. Wenn dein Kater solche Schmerzen hat, würde ich ohnehin dazu raten. GGf. mal den TA darauf ansprechen.

Ein bisschen stutzig macht mich der Durchfall. Der kann zwar bei einer Pankreatitis auftreten, der ist bei Katzen aber - im Gegensatz zu bei Hunden- wohl eher selten. Ich vermute, dass zusätzlich eine exokrine Pankreasinsuffizienz vorliegt, also nicht ausreichend Verdauungsenzyme gebildet werden. Dazu würde auch der Gewichtsverlust passen.
Du kannst ihm versuchsweise Verdauungsenzyme geben, einfach unters Futter mischen. Bitte verzichte aber darauf, dies während eines akuten Schubs zu tun; das soll die Pankreatitis verschlimmern.

Was mir noch einfällt, ist, dass es sich bei deinen Kater auch um eine IBD handeln könnte, die Symptome passen alle; auch eine sogenannte "Triaditis" käme in Frage. Das ist eine "Kombinationserkrankung" aus Pankreatitis, Leber-Gallen-Entzündung und IDB. Ich kenne mich selbst nicht so gut damit aus, bin damals auch nur bei meinen Recherchen darauf gestoßen.
Wichtig wäre hier, dass du einen wirklich kompetenten TA hast, der die nötigen Untersuchungen durchführen und die Ergebnisse deuten kann.

Das Futter, das du fütterst, kenne ich nicht, scheint aber von Hill´s zu sein. Persönlich halte ich von der Firma gar nichts und würde empfehlen, auf hochwertiges Futter umzustellen, falls du das nicht ohnehin schon verfütterst. Vielleicht mal eine Reinsorte ausprobieren. Ich selbst habe zwar keinen Zusammenhang zwischen Futter und auftretender Pankreatitis feststellen können- zumal ich schon immer hochwertig gefüttert habe- aber wenn bei deinem Kater möglicherweise noch eine Darmentzündung vorliegt, wäre es ein Versuch wert.

Ich hoffe, deinem Kater kann bald geholfen werden. Und bitte nicht aufgeben, auch wenn du manchmal schier verzweifelst, ich kenne das. Ich habe auch oft überlegt, wie viel ich meinem Salem noch zumuten kann, er hatte zwischendurch echt schlimme Phasen. Aber wenn man eine Diagnose hat und die für sich richtige Behandlung gefunden hat - leider gibt es da scheinbar kein Patentrezept, da muss man halt ausprobieren- kommen die Tiere recht gut klar.
Bei Salem sind die akuten Schübe deutlich seltener und milder im Verlauf geworden, er ist jetzt schon über ein halbes Jahr beschwerdefrei *auf Holz klopf* Aber die erste Zeit hatte er ungelogen jeden Monat einen Schub, ich konnte die Uhr danach stellen. Kaum ging es ihm besser, fing das Spiel von vorne an...

Alles Gute euch und vielleicht meldest du dich ja nochmal.

LG
Annika
TanteGräte ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2018, 22:29   #3
K-Syd
Neuling
 
Registriert seit: 2018
Beiträge: 2
Standard

Hallo,

Danke für deine Antwort.

Jonny hat die Regenbogenbrücke letzten Dienstag überquert.
Er lag nur noch fast apathisch in meinem Bett, fraß kaum noch und schlief auch nicht mehr, er schien durchgehend Bauchschmerzen zu haben.
Ich wägte mit dem TA alles ab. Weitere Untersuchungen (Ultraschall, erneute Blutentnahme etc) wollten wir ihm aufgrund des auch schlechten Allgemeinzustandes mit entsprechend schlechter Prognose nicht mehr zumuten. Hinzu kam, dass er zuletzt unter immensen Stress litt, sobald er die Transportbox sah. Es war davon auszugehen, dass die Pankreas bereits stark vernarbt war, zusammen mit einer vermuteten exokrinen Pankreatitis und beginnenden Diabetes. Jonny hat mir klar vermittelt, dass er einfach keine Lust mehr hat. Man kennt seine Fellnase ja nach 11 Jahren gut genug, um das zu spüren. Also sind wir letzten Dienstag diesen Weg gegangen und er ist friedlich eingeschlafen.

Hochwertiges Futter hat Jonny nicht vertragen in späteren Jahren. Egal welche Sorte, egal wie langsam ich versuchte, neue Sorten anzugewöhnen. Er reagierte darauf mit erbrechen.

Das Hills digestive hat er hingegen sehr gut vertragen und nahm darunter zumindest nicht weiter ab, anfangs sogar zu.

Enzyme wurden mittels dem Pankreas comp. hinzugefügt, dies zeigte Anfangs seht gute Wirkung, allerdings empfahlen mir zwei Tierärzte, dies VORALLEM in akuten Phasen zu geben. Da von Antibiotika in akuten Phasen abgeraten wird, bekam ich immer vom Haustierarzt als auch vom Notdienst das Pankreas comp. zum geben über mindestens 10 Tage. Es ging ihm Anfangs damit immer schnell wieder besser, bis es eben nun plötzlich steil bergab ging. Von daher ist es interessant, dass du in dieser Hinsicht einen anderen Infostand hast.

Zum Thema Durchfall bei chronischer Pankreatitis: Eine der vielen Notdienste erklärte mir ganz wunderbar, dass es ein Irrglaube ist, dass Katzen selten Durchfall haben bei einer Chronischen Pankreatitis. Sie erklärte dies Fachmännisch, ich kriege es leider so nicht mehr zusammen, es klang aber sehr schlüssig (kurze Verbindung von Pankreas zum Darm Laienhaft ausgedrückt) Und da dieser Irrglaube besteht, wird dieses Krankheitsbild eben auch oft nicht rechtzeitig diagnostiziert und DANN entsteht das typische IBD oder Triaditis. Da sie mit ihrer Diagnose richtig lag, zweifel ich das mal nicht an. Als ich vorletzten Samstag wieder bei ihr im Notdienst landete, war sie sogar eher überrascht, dass kein Durchfall mehr vorlag seid Monaten. Jonny neigte zum Ende eher zu Verstopfung mit sehr harten Stuhlgang.

Alles in einem, ich bin in Zukunft gewappnet, sobald eins meiner Neuen Katzen auch nur Ansatzweise ähnliche Symptome zeigt, werde ich alle möglichen Blutuntersuchungen etc. mit Nachdruck verlangen. Jonny würde noch leben, hätte man es früh genug diagnostiziert.
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