Katzen Forum Fotowettbewerb Pets Nature

  Katzen Forum > Wartezimmer > Ungewöhnliche Beobachtungen

Ungewöhnliche Beobachtungen ... was könnte das sein?

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen
Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 24.10.2006, 09:35
  #16
Amaryllis
Erfahrener Benutzer
 
Amaryllis
 
Registriert seit: 2006
Ort: An der Waterkant
Alter: 42
Beiträge: 229
Standard

Naja, per se verteufeln muss man Cortison auch nicht gleich - so von wegen schlimme Nebenwirkungen... Allerdings würde ich den Einsatz in Eurem Fall tatsächlich genau hinterfragen... Sehr genau .
Amaryllis ist offline  
Mit Zitat antworten
Werbung
Alt 24.10.2006, 10:13
  #17
catlady
Erfahrener Benutzer
 
catlady
 
Registriert seit: 2006
Beiträge: 901
Standard

Hallo Dorothee,

hier werden alle Daumen und Pfoten gedrückt. Wir wünschen Medea alles Gute und das sie schnell gesund wird.
Bitte halte uns auf dem Laufenden.
catlady ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2006, 10:19
  #18
Ela
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Also unsere TÄ ist bei Cortison aber auch sehr vorsichtig. Als Maly so krank wurde, sagte sie, Cortison KANN helfen. Es kann sich aber auch ins Gegenteil wandeln und das Immunsystem so runterfahren, dass alles schlimmer wird
 
Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2006, 10:31
  #19
Amaryllis
Erfahrener Benutzer
 
Amaryllis
 
Registriert seit: 2006
Ort: An der Waterkant
Alter: 42
Beiträge: 229
Standard

Ja natürlich, denn es kommt ja auch darauf an, bei welcher Erkrankung man Cortison anwendet!
Amaryllis ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2006, 10:34
  #20
Barbarossa
Forenprofi
 
Barbarossa
 
Registriert seit: 2006
Beiträge: 20.674
Standard

Wenn Cortison lebensrettend ist und das Entstehen von Diabetes z. B. das kleinere Übel ist, dann bin ich sofort für die mehrfache bzw. dauerhafte Gabe.

Aber Cortison ist nunmal nicht mit bunten Bonbons gleichzusetzen. Es heilt nichts, es unterdrückt nur.

Moritz sollte es bereits vor 3 Jahren dauerhaft zur Besserung einer (nun doch nicht vorhandenen) Allergie bekommen. Das habe ich abgelehnt und siehe da, es wäre auch nicht nötig gewesen.

Ich möchte Cortison nicht verteufeln, nur erreichen, dass man nicht alles kritiklos mit seinen Katzen machen läßt.
Barbarossa ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2006, 10:43
  #21
Amaryllis
Erfahrener Benutzer
 
Amaryllis
 
Registriert seit: 2006
Ort: An der Waterkant
Alter: 42
Beiträge: 229
Standard

Ich hab mir vor einiger Zeit mal ziemlich viel Mühe gemacht, um etwas zu erarbeiten, das ein wenig die Angst vor Cortison nehmen und zum besseren Verständnis der Präparate beitragen soll.

Zitat:
Ich möchte Cortison nicht verteufeln, nur erreichen, dass man nicht alles kritiklos mit seinen Katzen machen läßt.
Das muss man dringend unterstreichen ;-) .


Cortison - ein Teufelszeug?

Alle Cortisonpräparate ("Steroide" ), die es auf dem Markt gibt, sind chemisch hergestellte Analogsubstanzen zu einer Substanz, die es im Körper natürlicherweise gibt, das Cortisol.

Was ist Cortisol?

Cortisol ist ein Hormon, das in der Nebennierenrinde hergestellt wird. Es ist der Hauptvertreter einer Gruppe von Hormonen, die man als Glucocorticosteroide bezeichnet. Diese Substanzen, auch das Cortisol, werden pulsatil ausgeschüttet. D.h. man hat eine basale, grundlegende Cortisolaussschüttung, die zu bestimmten Zeitpunkten gesteigert wird. Unter anderem folgt die Cortisolaussschüttung einer Tagesrhythmik, mit einem Peak in den frühen Morgenstunden.

Der wichtigste Stimulus für die Ausschüttung (und damit der auch Wirkung) von Cortisol ist Streß. Unter Streß für den Körper versteht man z.B. schwere Arbeit, Krankheit/Infektionen, wie auch psychischen Streß in Form von Angst, bei Schmerzen etc.

Welche Wirkungen hat Cortisol?
Cortisol stellt dem Körper Energiesubstrate bereit. Aus dem Fettgewebe werden Fette wieder mobilisiert und dem Körper als Energie zur Verfügung gestellt, die Aufnahme von Glucose in Fettzellen wird unterbunden, damit den anderen Körperzellen ausreichend Glucose für die Streßsituation zur Verfügung steht, es erfolgt also eine Erhöhung des Blutzuckers. Außerdem werden auch Proteine abgebaut, um dem Körper Aminosäuren zur Verfügung zu stellen.
Cortisol steigert die Bildung bestimmter Blutbestandteile, die Bildung anderer hingegen wird gehemmt. Gehemmt wird die Bildung derjenigen Blutbestandteile, die eine entzündungsfördernde Wirkung zeigen. Das betrifft nicht nur die Blutzellen, sondern auch bestimmte andere sog. Entzündungsmediatoren, die im entzündeten Gewebe selbst wirken und die Entzündung fördern. Im Klartext unterdrücken die Glucocorticosteroide also eine Immunantwort.
Außerdem beeinflussen sie den Knochenstoffwechsel im Sinne eines Knochenabbaus, der Herzmuskel wird sensibilisiert für die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin, einfach ausgdrückt resultiert dadurch eine Steigerung des Blutdrucks.
Darüberhinaus haben sie eine geringe mineralocorticoide Wirkungsweise, d.h. sie lagern Wasser ein.

Zum Verständnis: Beim o.G. handelt es sich um die Wirkungsweise der natürlichen, im Körper vorhandenen Corticoide. Natürlich gibt es Hormone, die diesen Wirkungen entgegensteuern und das Gleichgewicht im Körper erhalten.

Die Cortisonpräparate aus der Medizin sind in ihrer Wirkung absolut vergleichbar mit dem natürlichen Cortisol. Sie werden eingesetzt, wenn Entzündungsvorgänge verhindert werden sollen. Klassischerweise sind das nichtinfektiöse Entzündungsvorgänge, wie sie im Rahmen von Asthma, autoimmuner Erkrankungen oder auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen auftreten (um hier nur einige Beispiele zu nennen).

Die Nebenwirkungen erklären sich aus den o.g. Wirkungen des Cortisols: Nebennierenrindeninsuffizienz (vorübergehend, s.u.), Aktivierung von Ulzera im Magen-Darm-Trakt, Osteoporose, Stammfettsucht, Ödeme, Blutdruckanstieg, Stimmungsveränderungen (meist im Sinne einer Aufhellung und gesteigerter Aktivität - die Tiere werden nicht müde!), Blutzuckeranstieg u.a.
Insgesamt können diese Nebenwirkungen zwar auftreten, sie müssen es aber nicht. Gerade die schwerwiegenden Nebenwirkungen sieht man am ehesten (aber auch nicht regelmäßig) bei langanhaltenden hochdosierten Cortisongaben. Kurzfristige Gaben, um z.B. einen akuten Entzündungsschub zu bannen, gehen meist ohne Nebenwirkungen über die Bühne.

Cortisol wird in der Nebennierenrinde produziert und unterliegt als Hormon einem komplizierten Regelmechanismus. Da nun bei Cortisontherapie in höheren Dosen (als die natürlich produzierten Mengen) das chemische Analogon zugeführt wird, reduziert die Nebennierenrinde ihre Eigenproduktion. Daher kann man das Cortison nicht einfach so absetzen. Täte man das, dann hätte der Körper auf einmal viel zu wenig, denn die natürliche Cortisolproduktion ist ja noch ganz weit heruntergefahren. Aus dem Grund wird der TA darauf hinweisen, daß man das Medikament langsam ausschleichen muß, indem man die Dosis immer weiter reduziert. Denn so kommt die körpereigene Cortisolproduktion langsam wieder in den Gang, ohne daß ein größeres Cortisolminus entsteht. Von einer Abhängigkeit/Sucht kann man dabei aber nicht sprechen.

Konkret zur Frage, ob Cortison die Lebenserwartung verkürzt:
Nein, das kann man so nicht sagen. Es ist eher die Grunderkrankung, die die Lebenserwartung deutlich verkürzt. Solange die Cortisongabe kontrolliert erfolgt, d.h. auch mit Blutkontrollen, und man ggfs. das Cortison bei starken Nebenwirkungen oder Nichtvertragen absetzt, ist durch das Cortison selbst die Lebenserwartung nicht verändert.

Steroiddiabetes:
Der Steroiddiabetes ist ein echtes Thema bei langer und hochdosierter Therapie. Durch die Blutzuckererhöhung im Blut kommt es zur Steigerung der Insulinproduktion. Das vermehrt im Blut zu findende Insulin kann dann seinerseits zu einer Abnahme der Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren in den Geweben führen. D.h., daß in der Folge trotz ausreichender Glucosemengen und eigentlich ausreichenden Insulinmengen wird nicht genug Glucose in die Gewebe aufgenommen, die Gewebe werden glucoseminderversorgt. Was dann entsteht, ist also ein Typ-II-Diabetes. Und wird der nicht entdeckt und eingestellt, ist tatsächlich die Lebenserwartung deutlich eingeschränkt. Bei kurzzeitiger Therapie ist diese Nebenwirkung aber nur sehr selten zu erwarten.

Geändert von Amaryllis (24.10.2006 um 10:45 Uhr)
Amaryllis ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2006, 10:51
  #22
Barbarossa
Forenprofi
 
Barbarossa
 
Registriert seit: 2006
Beiträge: 20.674
Standard

Habe trotzdem auch was vom TA gelernt : Menschen, die immer - auch bei Schmuddelwetter - schön braun und "gesund" aussehen, haben oftmals noch unentdeckte Probleme mit der Cortus, als der Nebennierenrinde. Seither überlege ich immer: Solarium oder Cortus?

PS: Danke Meike!!! Das ist sehr interessant!

Geändert von Barbarossa (24.10.2006 um 11:02 Uhr)
Barbarossa ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2006, 11:17
  #23
Amaryllis
Erfahrener Benutzer
 
Amaryllis
 
Registriert seit: 2006
Ort: An der Waterkant
Alter: 42
Beiträge: 229
Standard

Du kannst in der Regel davon ausgehen, dass es das Solarium ist . Die Nebenniereninsuffizienz ist selten.
Amaryllis ist offline  
Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2006, 21:02
  #24
Coonie Trio
Forenprofi
 
Coonie Trio
 
Registriert seit: 2006
Ort: Braunschweig
Alter: 61
Beiträge: 2.591
Standard

Ich wollte nur kurz berichten, Medea geht es wieder schlechter. Seit gestern Abend hat sie angefangen zu niesen und ich war heute gleich mit ihr beim TA. Sie hat einen sehr hartnäckigen Infekt und der TA meint, das sie sich bei meinem Göga und mir angesteckt hat, da wir beide sehr stark erkältet sind.
Erstmal bekommt sie weiterhin AB und wenn es bis Donnerstag nicht merklich besser ist, muß ich auf jeden Fall noch mal hin und mal sehen was er dann macht.
Ich bin richtig traurig, denn so kenne ich meine Maus überhaupt nicht. Sie ist sonst für jeden Unfug zu haben und jetzt liegt sie nur rum und kommt auch nur noch für kurze Zeit ins Bett. Sonst hat sie jede Nacht bei mir gelegen. Hoffentlich gibt sich das wieder.
Coonie Trio ist offline  
Mit Zitat antworten

Antwort

appetit, nacht

« Vorheriges Thema: Dicker Bauch und ergrautes Fell bei jungem Kater | Nächstes Thema: Tiefschlaf »
Themen-Optionen
Ansicht

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Katze röchelt Baggilein12 Sonstige Krankheiten 6 15.08.2013 09:19
Unsere Katze röchelt/würgt .... Wer kennt das? romina88 Ungewöhnliche Beobachtungen 12 15.12.2012 00:43
Katze röchelt Asiane Ungewöhnliche Beobachtungen 4 20.06.2012 17:31
Katze röchelt-Tierärzte sind sich uneinig Portugal Sonstige Krankheiten 9 05.11.2011 20:19
Katze röchelt - was würdet ihr davon halten? Yupik Die Anfänger 10 25.02.2009 19:36

Werbung:
Lucky Kitty Pets Nature

Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 11:18 Uhr.

Über uns
Seit 2006 stehen dir in unserem großen Katzen Forum erfahrene Katzenhalter bei Notfällen, Fragen oder Problemen mit deinem Tier zur Verfügung und unterstützen dich mit ihrem umfangreichen Wissen und wertvollen Ratschlägen.