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Tierschutz - Allgemein Alles rund um den Schutz unserer Lieblinge

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Alt 13.11.2018, 18:09   #31
OMalley2
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Schön beschrieben, Nicker.

Also ich hab wie ACK einen Schrecken gekriegt bei den Bildern.
Trotzdem glaube ich, dass die meisten Kerlchen so weit ganz fit sind, allenfalls werden sie ein bisschen lauter schlafen als andere, wenn alles gut geht.

Wer Katzenbedarf hat: Hinfahren, kennenlernen. Mitnehmen.

Und natürlich findet man alles schön, was man liebt, und liebt nicht, weil was oder wer "schön" ist sondern weil es das Herz berührt.
Ich drücke den kleinen Plattnäschen alle Pfoten äh Daumen. Wird schon.
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Alt 13.11.2018, 18:20   #32
nicker
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Zitat:
Zitat von OMalley2 Beitrag anzeigen

Ich frag mich nur immer noch, offenbar werden diese Qualzuchten noch immer auf Zuchtshows hoch bewertet oder es gibt große Nachfrage für die "Produkte"? DAS macht mir mehr Kopfweh.
Die Rassestandards, also der Grund, warum Perser leider immer noch dieses Peke-face haben sollen, werden international festgesetzt. Es gibt ja unterschiedliche internationale Dachorganisationen, die die Standards festlegen, und bis zu einem gewissen Grad werden sie sich sicherlich auch untereinander absprechen.
Natürlich sind die Oberen der Orgas auch nicht hinterm Mond, und natürlich wird dort auch über Tierschutz, Qualzucht und ähnliches gesprochen, aber der Tierschutz hat teilweise einfach nicht den Stellenwert wie hier in Mitteleuropa.

Einige dieser extremen Trends kommen ganz klar auch aus Osteuropa und Asien (u. a. Russland), und das betrifft nicht allein die Perser, sondern auch etliche andere Katzenrassen. Bzw. auch die neu gezüchteten Rassen, seien es die Folds, seien es schwanzlose oder nackte Katzen. Auch in den USA gibt es da "Moderassen", die um die Anerkennung der internationalen Zuchtorganisationen ringen - man denke nur an die Hybridzucht.

Wieweit diese Szene korrupt bzw. nur am Gewinn orientiert ist, ob und welche integren Figuren es dort gibt oder auch nicht, dazu weiß ich zu wenig über das Thema. Aber wenn man sich ein bisschen mit dem Thema Rassezucht befasst, bekommt man schon mit, dass sich die Orgas untereinander auch nicht so einig sind und dass die Europäer (FiFé) da doch deutlich strengere Standards zugrundelegen als andere Orgas.

Und was auch eine Rolle spielt: Veränderungen dauern Jahre in der Rassekatzenzucht!
Beispielsweise ist die Thaikatze (rundköpfige Siamkatzen) daraus entstanden, dass viele Züchter angewidert waren von dem Trend zu immer dünneren, spitzköpfigeren Typen in der Siamzucht, und die neuen Standards mit der extrem schlanken großohrigen sog. modernen Siamkatze nicht unterstützen wollten. So fanden sich Siamzüchter zusammen, die den alten, stämmigeren, Siamtyp erhalten wollten und züchteten weiter oder wieder nach diesem Standard.
International fanden sie erst im Lauf der Zeit Anerkennung und dann auch nicht als Siamzüchter, sondern die Rundköpfe bekamen einen neuen Namen: Thaikatze.

Das Problem ist generell, dass es schwierig ist, sich gegen Trends in der Rassekatzenzucht zu stemmen, wenn die Optik immer extremer wird. Es gibt genug Züchter, auch genug Richter, die die extrem kurznasigen Perser total ablehnen, aber leider gibt es eben auch immer wieder Züchter, die diesen Standard einhalten und noch vertiefen wollen.
Die Dachverbände modifizieren ihre Standards durchaus im Sinne des Tierschutzes, also dass zu extreme Typen mit Gesundheitsproblemen nicht gezüchtet werden sollen, aber aus meiner Sicht greifen sie nicht hart genug durch. Die nasenlosen Perser sollten - genauso wie z. B. zu kurznasige Möpse - komplett disqualifiziert und der Standard radikal geändert werden.

Und auch wenn ich persönlich die Thais optisch weitaus weniger schön finde als die modernen Siamesen, kann ich mich für die am Kinn angesetzten Dumboohren und die immer kleineren Köpfe der osteuropäischen Ori-Linien gar nicht begeistern und bin froh, dass meine beiden Siamesen eher moderat modern unterwegs sind und meine Peterbald ebenfalls (zusätzlich zum Fell ) nicht so extrem im Typ ist!

Das Problem ist nur: obwohl es ja wirklich genug Züchter und Käufer und andere Tierfreunde gibt, die massiv gegen Qualzuchten protestieren, gibt es eben auch Käufer, die eine immer extremere Optik bevorzugen. Und Märkte, die das bedienen und bei verschiedenen Dachverbänden vermutlich schlicht die bessere Lobbyarbeit machen.

Und wenn wir die Dachverbände abgeabeitet haben, sind wir wieder bei dem riesigen Markt, dem schwarzen Loch, das "Vermehrer" heißt!
Wir wissen ja nicht, wo die Perser herkommen: eine aus dem Ruder gelaufene Vereinszucht (obwohl man sich das bei einer Zweizimmerwohnung eigentlich gar nicht vorstellen könnte!) - oder vielleicht Vermehrerkatzen aus dunklen Quellen?
In der Beschreibung des Tierheims ist nur von "Mixen" die Rede; aber man kann auch nicht ausschließen, dass eine Menge Reinrassigkeit in den Elterntieren gesteckt haben mag.

Auch wenn die Zuchtvereine überwiegend Qualzuchten ächten (jedenfalls in Deutschland) und die FiFé sich ja auch gegen diese Auswüchse wendet, können Vermehrer fröhlich und unbelastet die Qualzuchtmerkmale weiter produzieren. Es gibt ja kaum Kontrollen, und solange nicht grobe Gesetzesverstöße bei der Haltung vorliegen, fliegen die Vermehrer weiterhin unterhalb des Radars und können ihrem unguten Treiben weiter nachgehen.
Da wünsche ich mir wirklich schärfere Waffen für die Behörden und auch die notwendige personelle Ausstattung, damit man diese Sümpfe irgendwann einmal richtig trocken legen kann!

Mich würde da auch einmal ein Vergleich mit der Pferdeszene interessieren, Barbara. Wie sieht es da mit den Barbie-Arabern aus bzw. wie sehr ist rasselose Vermehrerei ein Thema bei der Pferdezucht... wie ist die Zucht eigentlich organisiert? Kann ich einfach ein Hengstfohlen großziehen und bei Ebay-Kleinanzeigen als Decker anbieten? Oder muss ein Deckhengst immer angekört werden und die Leistungsprüfungen bestehen?
Oder ist das von Rasse zu Rasse verschieden?
Pferde haben ja ihren Equidenpass; gibt es da zentrale Register, wo die Tiere behördlich erfasst sind?
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Alt 13.11.2018, 19:23   #33
OMalley2
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Puh, da fragst Du mich Sachen... nein, weder blinde Vermehrung noch Erfassung per Equidenpass spielen wirklich eine Rolle bei der Zucht.

Ich geb Dir gern mal eine etwas pessimistische Zusammenfassung des Ganzen. Achtung, festhalten, wir lang.

Ja, im Prinzip darf heute jeder 'nen Hengst halten und auf alles hüpfen lassen, was nicht bei 3 auf dem Baum ist. Dran ändert auch der Equidenpass nix.
Andererseits ist der Pferdemarkt "zu", und übersättigt, u. a. durch "Schlachtabfälle" aus diversen Nachbarländern. Da haben Mixe ohne Papiere ganz miese Karten, in sachkundige Hände zu kommen. Und kaum jemand tut sich hierzulande noch so eine blindwütige Fohlenaufzucht an, wenn er keine 5 Hektar Wiese vom Opa geerbt hat. Ein Glück.

Denn wer gut Geld hat, kauft sich junges, nachweislich gesundes Pferd aus kontrollierter Zucht mit Eltern, die gute Blutlinien und auch Leistungsnachweise mitbringen.

Wer weniger Geld und /oder keine Ahnung hat, kauft sich ein ausrangiertes Tier oder eins ohne Papiere.... Fortsetzung siehe Kapitel "Vermehrerkätzchen", nur im 500-Kilo-Bereich bzw. umgerechnet in Tierarztkosten oder im Fall Pferd, in Kosten für Extra-Ausbildung & Gefahrenminimierung gleich mal ein paar Stellen mehr vorm Komma.

Wobei auch bei den gut durchgezüchteten Rössern viel Schlimmes passiert: Eine Stute kann z. B. immer noch Fohlen kriegen, auch wenn sie nicht reitbar ist.... *Hust*. Also tut man sie halt zum Hengscht, wenn sie nach 5 Jahren Reitversuchen auf allen Vieren platt ist. Nicht gesund auf den Füßen zu sein heißt im Erbgedächtnis des Herden-Lauftiers: DU BIST FUTTER! Katzen oder Hunde können da viel kompensieren, mehrere 100 Kilo Pferd nicht....

Meterlange Sportpferdepapiere und ein paar große Namen im Stammbaum? Passt. Auch wenn das Tier kaum reitbar war wg. körperlicher oder auch charakterlicher Macken. Viele Schwächen sind leider genetisch verankert. Zumindest teilweise. Neigung zu EMS, Hufrollenerkrankung, Kissing Spines, Sommerekzem beispielsweise: Da gibts einfach Blutlinien, die disponiert sind.

Schlimm ist nur: Der ahnungslose Käufer kauft ein äußerlich gesundes Pferd, mit dem er Spaß haben möchte. Programmiertes Leid für alle Beteiligten.

Bei den Quarter Horses gibts einen erblich bedingten Letalfaktor, da sterben die Viecher mit 5, 6 Jahren weg. Eine andere gruselige Erkrankung tritt schon beim Fohlen auf. Ich kenne die Fachbegriffe dafür gar nicht alle auswendig.

Oder der Wahn, eine Linie mit bullenmässigen Muskeln und Kaffeetassenhüfchen drunter zu züchten. Die werden nur in den Ring geführt und müssen da muskulös aussehen. 4 Hufabszesse pro Jahr bei einem Dreijährigen? Komplett normal.... Gewicht vom Tier passt nicht zum Minihuf. Macht nix, sieht gut aus.

Eine Bekannte hat eine wunderschöne Appalosa-Stute, Traumpapiere, Traum-Bewegungen, super lieb und gutwillig, leider schon im besten Alter stockblind - genetisch bedingt. Sie wollten mal mit ihr züchten... bis sie um mehrere Klinikrechnungen schlauer waren. Stutchen orientiert sich am Oldie-Pferd und kommt so in der Gruppe klar.

Typische Araber-Macken: Bei ihnen gibts diese extremen Köpfe, mit dem Knick in der Nase, "Dish" genannt, drüber ein Melonenkopp, riesige Kulleraugen, ein winziges Mäulchen. Oft extrem schwache "weiche" Rücken.
Nun gut, zurück zur veganen Tierhaltung, Reiten war gestern, ausbeuterischer Sport, sagt Ihr jetzt? Da muss ich Euch streckenweise leider recht geben.
Aber wenn ein Pferd schon im mittleren Lebensalter sein Grundnahrungsmittel Heu & Gras nicht mehr kauen können, weil die Zähne im zu schmalen Kiefer vorzeitig abgenutzt und entzündet sind, ist das schon auch tierschutzrelevant, finde ich. Ebenso wie die Warmblut-Sportrasse-Stute mit der chronisch entzündeten Hufrolle, die Jahr um Jahr mit ihrem "vielversprechenden" Fohlen bei Fuß über die Weide hinkt

Die ganz "Großen" paaren einfach konsequent "Leistungspferde" und große Namen. Die Sportpferde von ganz oben gehen für sechsstellige Beträge weg oder werden von Konsortien gekauft. Die "Kleinen" hoffen auf einen großen Wurf. Die unkomplizierten, gesunden soliden Pferde für den Hausgebrauch gibts fast nur noch unter den unmodischen Exoten, hab ich oft das Gefühl, oder man kennt einen totalen Idealisten und Spinner, der züchtet...

Momentan gräbt sich die gesamte Pferdeszene selber das Wasser ab bis auf die Wurzeln und führt sich ad absurdum, u. a. dank der vielen Toten und Verletzten oder auch der zweifelhaften "Dressurpraktiken". Ich kanns verstehen.

Und wohin mit all den armen ausgenutzten oder per Zucht "unbrauchbaren" Krüppeln? Man kann sie nicht alle retten, die meisten von uns können sich grad mal ein Pferd leisten. Auf meinen Oldie wird auch kein Pferd mehr folgen. Schlachtpferde retten ist auch keine Lösung, kurbelt nur einen finsteren Markt an. U.s.w. u.s.w.

Ich bin im Übrigen auch organisierten Züchtern gegenüber von gesundem Misstrauen erfüllt.
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Geändert von OMalley2 (13.11.2018 um 19:56 Uhr)
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Alt 13.11.2018, 20:20   #34
nicker
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Danke für die Info!
Das sieht wirklich traurig aus bei den Pferdis, oh Mann!
Ich hatte mir iwie vorgestellt, dass es da doch mehr Steuerung und Kontrolle gibt.

Aber ich hoffe, dass da dann auch iwie mal Grund reinkommt!

Sowas wie die zu kleinen Hufe für die Masse Tier sollte doch eigentlich auch zum Thema Qualzucht zählen, stelle ich mir vor. Oder zumindest von den TÄen kritisch bewertet werden (und von den Rassezuchtverbänden - sowas muss es ja auch in der Pferdeszene geben).


Meine Freundin im Wendland mit ihren Hannoveranern achtet, soweit ich weiß, schon sehr darauf, dass Hengstlinien und Stutenlinien gut zusammenpassen, wenn sie alle paar Jahre ein Fohlen hat; meiner Erinnerung nach nimmt sie vor allem die Hengste vom Landgestüt in die engere Wahl, also eher den "klassischen" Genpool.
Das letzte Fohlen ist aber auch schon einige Jahre her; ob aktuell eines in Planung ist, kann ich gar nicht sagen.
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Alt 13.11.2018, 20:57   #35
OMalley2
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Zitat:
Zitat von nicker Beitrag anzeigen
Danke für die Info!
Ich hatte mir iwie vorgestellt, dass es da doch mehr Steuerung und Kontrolle gibt..
Das von oben her nützt gar nichts, wenn nicht an der Basis UND bei den entsprechenden Organisationen Vernunft einkehrt.
Auf den Abreiteplätzen stehen ja auch Stewards, die aufpassen sollen, dass keine Pferde schikaniert werden. Nur: Bei großen Namen sagen die nix, auch wenn der sein Pferd 10 min lang rückwärts galoppieren lässt mit Kandare und Sporen auf Anschlag oder "Rollkur" praktiziert.
Ich kenne selbst Tierärzte, die nixxx mehr sagen, weil Ansagen wie "Da ist ein Sporenloch im Pferd" oder "Der kriegt keine Luft mit DEM Nasenriemen" oder "Der lahmt hinten links, schon gemerkt?" ignoriert oder abgewimmelt werden. Oder sie Kundschaft kosten.

Und zur Zucht:Bei Pferden gibts ein paar Selbstkontroll-Mechanismen. Man will sie reiten oder fahren. GUTE Papiere gibts vielfach nur auf den Nachweis entsprechender Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit hin. Kann man jetzt sehen wie man will... hilft aber, allzu bunte Versuche einzudämmen.
Niemand kann Pferde so halten und vermehren wie unsere Kleintiere... außer ein paar Messies vielleicht. Dafür sind sie zu groß und zu teuer.

Deine Freundin wird Dir sicher mal auflisten, was alles dazugehört, um ein gesundes solides Fohlen in die Welt zu setzen. VIEL Platz, Weiden und Wiesen satt. Hengst aussuchen, Rosse-Termin bestimmen, TA-Checks, zum Hengst fahren, Geld da lassen, hoffen, noch mehr TA-Checks - und -rechnungen, gutes Futter, Impfungen, Aufzucht in der Gruppe und auch Gleichaltrige dabei, denn ohne genug Bewegung entwickeln sich Lunge und Bewegungsapparat nicht und Sozialisierung ist ja auch wichtig.
Also gleich noch einen Absetzer zukaufen u.s.w. u.s.w. Ein Zuschußgeschäft auf der ganzen Linie, es sei denn, Schockemöhle & Co entdecken Deinen Kracher auf der Weide, überspitzt ausgedrückt.
De facto passiert das nicht, wenn Du nicht Teil des Zuchtvorstellungs- und Turnierzirkus bist, der der Promotion dient. Und da machst Du evt. nicht mit, weil DEIN Pferd schon im Fohlenalter antrainieren, anreiten, verheizen? NO WAY! Ich täts nicht, beispielsweise. Denn da wird zu früh zu viel gefordert. Eben weils um Kohle geht. Was nützt ein 2jähriger Musterschüler, der schon mit 10 auf allen Vieren platt ist und mit dem Leben fertig? Weil er aufm Viereck ackern musste wie ein Irrer, bevor seine Wachstumsfugen geschlossen waren? Richtig, der Produktionszyklus bleibt am Laufen.

Und, Gewissensfrage - was wird z. B. aus dem Polen-Pony, das jede Kutsche panisch kieloben in den Graben befördert, und kein Training hilft? Die Besitzerin war 2x im Krankenhaus deswegen... jetzt hat sie ein anderes Fahrpony, knuffig und 100%. Nur, was wurde aus dem vorigen Stutchen? 300 Kilo Angst und Trauma? Endet das in der Katzenfutterdose? Und wenn ja, ist das evt. besser als Leiden ohne Ende?

Da haben unsere Plattnasen-Perserchen irgendwie glatt wieder die besseren Karten. Oder so.... naja...
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Alt 13.11.2018, 22:26   #36
dieMiffy
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In Ergänzung zur Frage, warum es immer noch solche Perser gibt: Weil der Standard das vorschreibt, leider

Hier, gleich auf der ersten Seite der Fifé-Standard:
"Der Stop muss zwischen den Augen sein, er darf weder oberhalb des oberen Augenlides, noch unterhalb des unteren Augenlides platziert sein."
http://www1.fifeweb.org/dnld/std/EXO-PER.pdf

Gruselig, ja Aber so gesehen sind die Perser im Link voll nach Standard gezüchtet und würden demnach auch prämiert werden, während die "mit Nase" nicht prämiert werden (können) bzw. auf Shows disqualifiziert, da am Standard vorbei gezüchtet. Deshalb sieht man sie auch selten auf Katzenausstellungen, da die Züchter eh keinen Preis gewinnen können.
Das, also dieser furchtbare Standard, ist denke ich das Problem Nummer 1.

Problem Nummer 2 ist sicher, dass man aus den Plattnasen nicht einfach so wieder Perser mit Nase züchten kann, selbst wenn man es wollte. Damit Nachwuchs mit Nase entsteht, muss schon 'ne Katze mit Nase da sein und die Gene weitergeben, um es mal pauschal zu sagen. Man kann also die Nase nicht einfach wieder "anzüchten".
Hat man es ernsthaft (und langfristig) vor, Perser mit Nase zu züchten, gibt es vermutlich nur 3 Wege: Den vorhandenen Genpool der Perser mit Nase nutzen (sofern überhaupt entsprechend vorhanden) oder mittels (geplanter und genehmigter) Rasseeinkreuzung wieder "mehr Nase" reinholen oder aus "Foundation"-Katzen, die der Optik der Nasenperser entsprechen, eine neue alternative Rasse gründen.

Im Prinzip fehlt bei den Persern ein bisschen das, was bei den Orientalen die Thaikatzen sind. Diese gibt es mittlerweile als anerkannte Rasse und Züchter können sich eben für das eine oder das andere entscheiden und entsprechend ihrer Rasseklassen prämiert werden. Das geht halt leider bei Persern bisher nicht, da es eben keine 2 anerkannten Rassen á la alter und neuer Typ gibt.

Zu den 3 Wegen: Dass eine Rasseeinkreuzung aus diesem Grund jemals genehmigt wird, denke ich nicht. Sowas wird ja eher gemacht, um einen zu engen Genpool zu erweitern der neue Farbmerkmale reinzuholen.

Eine neue Rassegründung über Foundation? Das ist richtig Arbeit und vielleicht hat man nach Jahren oder Jahrzehnten mal eine Anerkennung der Rasse, aber auch nur, wenn es genug Züchter gibt, die da mitmachen und letztendlich auch genug Tiere.
Dieser Weg war bei den DLH auch sehr lang und sehr mühsam.
Ist also eher unwahrscheinlich, dass sich jemand dieses Weges annimmt

Es ist dann vermutlich einfacher, DLH oder BLH zu züchten, wenn man auf diesen alten Persertyp steht.

Warum nun also nicht einfach die vorhandenen reinrassigen Nasenperser nutzen? Tja, ich bin nun kein Experte, aber mein Eindruck ist tatsächlich, dass es diese kaum mehr gibt Keine Ahnung, wie viele reinrassige, potente Nasenperser es z. B. noch in DE gibt, aber googelt man mal nach Perser mit Nase, sind viele dieser Züchterhomepages sehr veraltet respektive jahrelang nicht aktualisiert oder existieren gar nicht mehr. Auch die Interessensgemeinschaft Perser mit Nase (Zusammenschluss von Züchtern) scheint nicht mehr zu existieren. 5 Catterys hab ich gefunden, die scheinbar noch aktiv sind. Irgendwie nicht sehr viel.

Hier wär mal ein Beispiel wo es aktuell Nachwuchs gibt:
http://www.persermitnase.com/index.html

Ansonsten gibts als Alternative noch die Tradional Longhair (wobei ich gar nicht weiß, ob sie noch so heißt oder schon wieder anders, anerkannt aber glaube auch nur bei WCF). Und mir sind nur 2 Züchter bekannt, einer in den USA und einer in Südafrika, wobei letzterer glaube mittlerweile nicht mehr züchtet. Aber der eine Kater der Südafrika-Cattery ist natürlich berühmt
https://sites.google.com/site/cherie...efinesseangelo
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Alt 13.11.2018, 22:37   #37
OMalley2
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Uaaaah, dann sind diese armen Teile im TH absolute Standard-Rassekatzen comme il faut, sozusagen. Geschmackssache, aber total i. O. wie sie sind? Laut Rassestandard?

Dann waren die Nasen-Perser, die ich letztes Jahr mal bei ebay inseriert sah, wohl "Vermehrerkätzchen"? Oder eher von einem Züchter, der den Zuchtverbands-Quatsch einfach nicht mitmachen mag? Schwer zu sagen, Grauzone.

Naja, es gibt ja auch immer noch Abnehmer für Chihuahuas, die nur aus der Handtasche rausgucken und vor sich hin zittern können... und und und.

Und andere sind auch "konform", die aus dem starken Wüsten-Kriegspony (s. alte Fotos von Crabbet Park beispielsweise) zerbrechliche Barbiepuppenpferde gezüchtet haben, mit einem Rücken, der bis Timbuktu durchhängt, aber Hauptsach' das Schwänzchen steht steil hoch und der Knick in der Nasenlinie deformiert bereits den Kiefer...

Es gibt Menschen, die finden "schön", was deformiert und lebensuntüchtig bzw. richtig krank "produziert" wurde.
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Alt 13.11.2018, 23:01   #38
consti
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Danke für deine Aufklärung Miffy. Das erklärt ja leider so einiges.
Aber ich frage mich, wann und warum der Standard so geändert wurde?

Ich hatte ein altes Buch über Katzenrassen (aus den 90ern), da war der Standard ein ganz anderer.
Und ich erinnere mal an den berühmten Lord Myron vom Brettachtal, den schönen und preisgekrönten Perserkater aus der Alpinaweiss Werbung.
Und wenn ich sehe, was die jetzt für Katzen auf der Homepage haben, dann macht mich das echt traurig.
Vor allem ja auch weil es einen Absatzmarkt dafür gibt. Aber gibt es ja auch für total kranke Möpse
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Alt 13.11.2018, 23:08   #39
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... oder für die hinten tiefer gelegten Schäfis. Das waren mal "Gebrauchshunde" für Polizei, zum Schutz, als Spurenleser, als Man Trailer sogar unter Lawinen oder als Blindenhunde, also wollte man die mit stabilen gesunden Knochen haben, die brauchten sie, um nach einer langen Ausbildung noch viele Jahre einsatzfähig zu sein. Wann und warum hat man das gesunde, belastbare Gebäude zugunsten einer Wahnvorstellung weggezüchtet? Da gibts auch viele Fotos von früher und heute. ARGH.

Nun ja, diese Perserchen wurden im TS jedenfalls alle gnadenlos kastriert. Das schrumpft den Plattnasen-Genpool schon mal etwas. Bin ich ja gar nicht schadenfroh drüber.
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Geändert von OMalley2 (13.11.2018 um 23:13 Uhr)
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Alt 13.11.2018, 23:20   #40
nicker
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Solche Nasenperser waren vor ca. 20 Jahren noch relativ weit verbreitet, so meine Einbildung. Jedenfalls meine ich, solche auf Ausstellungsfotos vom Berliner ProKat gesehen haben, bevor die Homepage mal wieder überholt wurde *seufz*.
Richtig ist aber, dass diese schlimmen Rassestandards bedeuten, dass traditionellere Tiere (wie eben die Nasenperser) immer mehr ins Hintertreffen geraten, denn das, was vielfach sinnvoll ist, um Stammbaum-Vermehrerei zu begrenzen, geht hier zu Lasten der Tiere: Vorschriften in (leider nicht allen) Vereinen, wonach die Katzen auf einer Ausstellung V1 erreichen müssen, bevor sie zur Zucht eingesetzt werden dürfen.
Beim Nasenperser bedeutet dies: keines der Tiere wäre für die Zucht geeignet, weil nicht (mehr) dem Rassestandard entsprechend.

Und bei den Siamesen muss die Schere bereits vor mindestens 30 Jahren oder so auseinander gegangen sein, also dass die traditionellen Siamesen (Thai) gesondert gezüchtet wurden.
Aus meiner Kindheit kenne ich noch (ca. 1970er Jahre) "rundköpfige" Siamesen, die als reinrassig galten; schlanker und graziler als normale Hauskatzen und auch spitzeres Kinn und größere Ohren, aber weit weniger ausgeprägte "Ecken und Kanten" als die modernen Siamesen.
Das "Mittelding" wären Katzen wie die Bezaubernde Jeannie gewesen, also zwar schon modern vom Typ her, aber trotzdem noch nicht so eckig, wie z. b. auch Pfötchen und Moody daher kommen.
Zwischen Moody und Jeannie liegen fast 20 Jahre, und Moody ist - für heutige Verhältnisse - auch noch vergleichsweise gemäßigt; da machen sich m. E. die englischen Linien bemerkbar (im Vergleich zu den schlimmen Osteuropäern).

Soweit ich es beurteilen kann, spielen die Thais bei den Ausstellungen aber immer noch keine große Rolle; jedenfalls nicht im Vergleich zu den modernen Siamesen und Orientalen.

Bei den Persern müsste, wie Steffi ja schon richtig schreibt, genau diese Arbeit, die vor über 30 Jahren hinsichtlich der Thaikatze losging, erst noch geleistet werden. Insofern ist auf eine neue Rasse "Nasenperser" noch lange nicht zu hoffen. Eher, stelle ich mir vor, würde man den Rassestandard bei den großen internationalen Verbänden zu verändern hoffen können.
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Alt 13.11.2018, 23:30   #41
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Was glaubt Ihr, bei wie vielen Englischen Bulldoggen und Möpsen unser Tierhein schon für teuer Geld das Gaumensegel kürzen lassen mußte?
Von künstlichen Hüftgelenken mal ganz abgesehen...
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Alt 13.11.2018, 23:54   #42
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Zitat:
Zitat von Birkenreh Beitrag anzeigen
Ich würde gerne eine Kollegin, die vor kurzem ihren Kater verloren hat, auf diese Perser aufmerksam machen. Sie arbeitet allerdings Vollzeit, Abwesenheit also 8-9 Stunden. Sind Perser in Haltung zu zweit dafür geeignet oder sind sie zu sehr auf ihre Menschen fixiert? Es wäre natürlich reine Wohnungshaltung mit Balkon.
Das sind überaus komplikationslose Katzen. Meine vertreiben sich sicher schön den Tag, während Dosi schuftet.

Zitat:
Zitat von ACK Beitrag anzeigen
Ich wollte helfen aber ich kann nicht......
So ein Kätzchen könnte ich lieben aber ich könnte nicht ertragen, jeden Tag zu sehen, was Menschen Tieren antun können...
Das sieht man mit der Zeit nicht mehr bewusst. Man erlebt ja das ganze Wesen und die Katze ist ja im Ganzen knuddelig. Wenigstens bei mir ist das so. Obwohl ich auch manchmal- wenn ich so bewusst denke- meine, das hätte man nicht so züchten sollen. Aber wie gesagt,Nico ist total lustig und hat keine Atemprobleme.

Zitat:
Zitat von Birkenreh Beitrag anzeigen
Es tut mir immer weh, so etwas zu lesen. In einem Fall wie dem der Leipziger Katzen, wo Tieren so ein Leid zugefügt wurde, dürfen andere Menschen doch nicht wegsehen. Wer sonst soll denn den Tieren das Leben erträglich machen und für sie sorgen? Im Klartext: ich finde, man sollte sich zusammenreißen und sich kümmern. Es geht nicht um einen selbst, sondern um die Tiere!
Finde ich auch.

Zitat:
Zitat von OMalley2 Beitrag anzeigen
Gab vor Jahren mal eine ganze Wagenladung voll in einem süddt. Tierheim. Ich war da noch in meiner Allergie-Testphase und noch in der alten, nicht katzenkompatiblen Whg, von daher.... (hatte ich eine gute Ausrede ). Mir fiel auf, wie die meisten der kleinen Plattnäschen eilfertig immer auf die Menschen zugerannt kamen und Kontakt suchten. Ganz anders als andere Katzen, die da misstrauisch auf ihren Borden lagerten und da auch blieben.
Ich fand diese Wesensart schon nett. Wem das kosequent notwendige Gebürste nicht auf den Zwirn geht, der wird mit zwei solch zutraulichen Knuddelbärchen sicher glücklich. Egal wie grimmig sie gucken.

Klar: Schön ist anders. .
Das stimmt wirklich. Wer möchte kann bei mir nachlesen: Drei Flauschkugeln kamen, sahen und siegten. So zu allen Menschen zutrauliche Katzen habe ich vorher noch nie gesehen bzw. gehabt. Und ja, Bürsten muss man mögen. Das dauert bei mir pro Kater drei Minuten.

Ich wünsche den Flauschis ein ganz wunderbares Zuhause!
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LG
cindy mit
den drei Flauschkugeln Chino (*01.04.14), Nico(*ca.2010) u. Charlie (*20.01.14)

unvergessen, tief im Herzen die Sternchen Cindy (07/98 - 06.04.15) und Sandy (07/98 - 23.02.16)
und die Hundesternchen Candy (18.4.74 - 10.01.86) Jacky (17.08.86 - 21.04.05)




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Katzen nehmen das Leben von der entspannten Seite
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Alt 13.11.2018, 23:58   #43
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Zitat von coinean Beitrag anzeigen
Was glaubt Ihr, bei wie vielen Englischen Bulldoggen und Möpsen unser Tierhein schon für teuer Geld das Gaumensegel kürzen lassen mußte?
Von künstlichen Hüftgelenken mal ganz abgesehen...
Und ich verstehe das eben nicht. Auch Tierärzte laufen dagegen Amok, obwohls ihr Geschäft ist: WAS BITTE IST AN KRANKEN TIEREN "schön" oder standardgemäß? Die multiplizieren doch nur Leid - und sowas steht in einer Vereins-Satzung oder in Zuchtrichtlinien?

Hut ab vor einem Araberzüchter, bin vor Jahren öfter mal an seinem Hof vorbeigeritten, ein Tier hatte immer die Ekzemerdecke drauf, diese großen blauen Ganzkörpertüten, kennt Ihr die? Eines Tages traf ich ihn im Vorgarten und quatschte ihn glatt an. Er sagte, das sei eine Stute, das Sommer-Ekzem hätten sie jetzt im Griff, ja, es sei teils genetisch bedingt und nein, never ever ginge diese Stute je zum Hengst oder vom Hof, denn es sei weder anderen Haltern zuzumuten noch wäre es verantwortlich, mit diesem Tier zu züchten. Mit Sicherheit hatte er diese Stute teuer und gezielt erworben. Also Respekt vor seinem Entschluss.
Ekzem tritt bei Pferden erst so ab 5 Jahren etwa auf, und ist eine Höllenqual. Ich kenne auch Fälle, wo mit guten, hochprämiierten Tieren noch fleissig gezüchtet wurde, Ekzem verschwiegen bzw. per Haltungs-Management unterdrückbar bis zu einem gewissen Punkt. Bis die ersten Nachkommen 5 sind, läuft da eine schöne Summe Decktaxe etc. auf.... Und nein, offenbar wurde das damals von keinem Verband kontrolliert oder geahndet. Ich weiß nicht, obs mittlerweile schlagkräftige Mittel zur Ekzem-Kontrolle gibt. Besser wäre, das konsequent "rauszuzüchten" wie bei den Isländern gelungen, beispielsweise. Bedeutet halt immer einen herben Verlust, ein ansonsten spitzenmässiges Tier aus der Zucht zu nehmen.

Cindy hab ich überlesen, witzig, dass Du meinen Eindruck von damals bestätigst. Ich kam da 'rein und sah diese faltigen grantigen platten Gesicher und die wie gerupft aussehenden weil kurz davor geschorenen Katzen. Dann machte ein anderer Besucher die Tür auf und zack, kamen die kleinen Knutschkugeln angerannt. Die waren in schlechtem Zustand, aus Messie-Haltung damals. Das Scheren etc. haben sie offenbar alles nicht übel genommen.
Ich hab mich damals nur gefragt.... die brauchen doch extra flache Futterschälchen, weil sie sonst nicht ans Essen drankommen? Nun gut, so lang sie keine Atemprobleme haben oder die unter Kontrolle zu bringen sind, so dass die Tiere sich wohl fühlen, ists ja ok.
__________________
Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen.

Geändert von OMalley2 (14.11.2018 um 11:09 Uhr)
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Alt 14.11.2018, 11:06   #44
dieMiffy
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Zitat:
Zitat von OMalley2 Beitrag anzeigen
Uaaaah, dann sind diese armen Teile im TH absolute Standard-Rassekatzen comme il faut, sozusagen. Geschmackssache, aber total i. O. wie sie sind? Laut Rassestandard?
Ganz genau, so ist es leider
Ein Fifé-Worldwinner z. B. aus 2005
https://klassisk-perser.smugmug.com/...ns/i-7p58nd4/A

Zitat:
Dann waren die Nasen-Perser, die ich letztes Jahr mal bei ebay inseriert sah, wohl "Vermehrerkätzchen"? Oder eher von einem Züchter, der den Zuchtverbands-Quatsch einfach nicht mitmachen mag? Schwer zu sagen, Grauzone.
Müssen keine Vermehrerkätzchen sein, wie gesagt, 5 Catterys mit Nasenpersern in DE hab ich auf die Schnelle gefunden, aber die können eben nicht unter dem Verein Fifé züchten. Ich weiß nicht, wie die Standards z. B. bei TICA oder CFA lauten, aber ich fürchte, da ist der Standard wie in der Fifé.

Zitat:
Zitat von consti Beitrag anzeigen
Danke für deine Aufklärung Miffy. Das erklärt ja leider so einiges.
Aber ich frage mich, wann und warum der Standard so geändert wurde?
Ich weiß nicht genau, wann und warum er geändert wurde, aber ich denke das liegt schon weiter zurück als Du denkst.

Zitat:
Ich hatte ein altes Buch über Katzenrassen (aus den 90ern), da war der Standard ein ganz anderer.
Ich habe ein Katzenrassebuch von 1988 und da sind sowohl Nasenperser abgebildet (allerdings Chinchilla), als auch schon totale Plattnasen ("farbige"). Ich denke, es ging schon in den 70ern los mit weniger Nase und war in den 80ern auf jeden Fall schon Standard.
Ich kannte als Kind in den 90ern zwar auch nur Nasenperser, aber man muss bedenken, dass dieser Trend aus den USA kam und in der ehemaligen DDR vermutlich keine Auslandskatzen importiert werden konnten, daher haben sich die Nasenperser dort länger gehalten.
Hier hast du mal eine historische Galerie:
https://klassisk-perser.smugmug.com/...pion-Persians/

Dieser Perser z. B. aus der Galerie ist 1970 geboren und hat schon echt nur noch ein Stupsnäschen:
https://klassisk-perser.smugmug.com/...ns/i-TqTVJxQ/A

Großer Champion aus den USA, geboren 1985, da ist es schon deutlich Peak-Face:
https://klassisk-perser.smugmug.com/...ns/i-rXznNLV/A


Aus meinem Buch von 1988:

Der ist einfach


Den weißen Perser dort fand ich aber auch zum schmachten, bei dem tollen Näschen



Und hier, quasi meine Sissi farblich: Red-Shell-Cameo



Aber auch da, 1988, gab es schon Abbildungen von Persern mit den schlimmen Nasen




Und die, die ich noch richtig toll fand, fallen eher so in die 50er Jahre Das waren auch noch echt kräftige, große Tiere, daher steht z. B. bei Wikipedia auch noch, dass Perser-Kater so groß werden.
http://www.pandecats.com/x-pe/silver...ong_way1.shtml

Zitat:
Und ich erinnere mal an den berühmten Lord Myron vom Brettachtal, den schönen und preisgekrönten Perserkater aus der Alpinaweiss Werbung.
Und wenn ich sehe, was die jetzt für Katzen auf der Homepage haben, dann macht mich das echt traurig.
Oh ja, der Alpina-Weiß-Kater war auch immer mein Traum schon als Kind Lord Myron ist 1995 geboren.
Brettachtal ist da ein kurioses Beispiel von tollen Nasenpersern zu ganz schlimmen Plattnasen heute. Die Brettachtals haben sogar mit einem Perser der Tradional Longhair Cattery aus den USA angefangen, die ich anfangs mit genannt habe. Das ist Cattery L'Dearheart aus den USA:
http://www.dearheartpersians.com/

Die sind alle aus den Original Dearheart Katzen von Jeanne & Phillip Ramsdale gezogen, also seit 1970, und da passierte ja schon die Abspaltung der Nasenperser. Wobei ich dazusagen muss, ich hab mich nur mit den Silberlinien beschäftigt, nie mit den "vollfarbenen" Persern.
Und auf der Dearheart-Seite gibts den Link mit Bildern "Kittens arrived from Germany", das sind Brettachtals:
http://www.dearheartpersians.com/id11.html

Damals noch wunderschöne Tiere. Da steht zwar kein Jahr dabei, aber es muss Anfang oder Mitte 70er sein. Da diese abgebildeten Brettachtals aus Dearheart Jennifer gezogen sind, kann man das annehmen, denn wenn man z. B. den Stammbaum dieses Persers, der 1977 geboren ist, anschaut, hat der Dearheart Jennifer schon 4 Generationen weiter hinten:
http://www.brettachtal.com/pedigree-nonstop.htm

Heutige Brettachtals sind so gruselig-grausam, dass man es kaum erträgt, sie anzuschauen
http://www.brettachtal.com/start.htm

Zitat:
Zitat von nicker Beitrag anzeigen
Und bei den Siamesen muss die Schere bereits vor mindestens 30 Jahren oder so auseinander gegangen sein, also dass die traditionellen Siamesen (Thai) gesondert gezüchtet wurden.
Aus meiner Kindheit kenne ich noch (ca. 1970er Jahre) "rundköpfige" Siamesen, die als reinrassig galten; schlanker und graziler als normale Hauskatzen und auch spitzeres Kinn und größere Ohren, aber weit weniger ausgeprägte "Ecken und Kanten" als die modernen Siamesen.
Das dürfte ungefähr in den gleichen Zeitraum fallen wie bei den Persern. Letztendlich gut, dass dort gleich der Weg gewählt wurde, eine zweite Rasse anerkennen zu lassen. Weißt Du, wie lang das gedauert hat, bis es dann offiziell auch die Thaikatzen gab?

Zitat:
Zwischen Moody und Jeannie liegen fast 20 Jahre, und Moody ist - für heutige Verhältnisse - auch noch vergleichsweise gemäßigt; da machen sich m. E. die englischen Linien bemerkbar (im Vergleich zu den schlimmen Osteuropäern).
Ich glaub, den einen Link, den ihr mal im Siam-Thread gepostet hattet, der war auch aus Osteuropa. Da war ich auch echt entsetzt über die Ohren Ich glaub die hießen Onkonor oder so?

Zitat:
Soweit ich es beurteilen kann, spielen die Thais bei den Ausstellungen aber immer noch keine große Rolle; jedenfalls nicht im Vergleich zu den modernen Siamesen und Orientalen.
Habe ich auch noch nie auf einer Ausstellung gesehen

Zitat:
Bei den Persern müsste, wie Steffi ja schon richtig schreibt, genau diese Arbeit, die vor über 30 Jahren hinsichtlich der Thaikatze losging, erst noch geleistet werden. Insofern ist auf eine neue Rasse "Nasenperser" noch lange nicht zu hoffen. Eher, stelle ich mir vor, würde man den Rassestandard bei den großen internationalen Verbänden zu verändern hoffen können.
Dass der Standard geändert wird, daran gleube ich auch nicht wirklich, der ist ja schon so lange so schlimm. Schwierig ist es auf alle Fälle, wenn man jetzt mal eben so Nasenperser züchten möchte.

Geändert von dieMiffy (14.11.2018 um 11:10 Uhr)
dieMiffy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2018, 11:35   #45
OMalley2
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Die älteren "Modelle" sind wirklich schön. Schöne liebe Gesichter, große Augen, aber einfach noch "Katze" dabei. Die späteren Bilder mit diesen nach vorn geschraubten Augen und dem komplett nach HINTEN versetzen Nasen/Schnäuzchenteil - ohne Worte.

Gefunden: https://www.blick.ch/news/ausland/fuer-seine-zuechter-ist-el-rey-magnum-ein-voller-erfolg-tieraerzte-sind-entsetzt-id7467868.html

Guckt Euch auch mal den Kieferbereich an: Da müssten 2 lange Reihen kräftiger Mahlzähne Platz haben, für lebenslanges Heu- und Graskauen, so als Steppentier. Diese Zähne schieben ein halbes Pferdeleben nach aus dem Kiefer nach. Hört das auf, fangen sie an, auszufallen oder nutzen sich vollständig ab. Ab wann wollen die so ein Pferdchen mit Brei (Mash, aufgeweichte Cobs etc) ernähren? Ab 12 vielleicht?
Und nein, ich finde das arme Geschöpf einfach deformiert.
Zum Vergleich: Ein schnöder Normalaraber aus dem Landgestüt Marbach aus alten Blutlinien Schönheit PLUS normale robuste "Pferdigkeit", sprich genug Puste, Zähne, Beine, Rücken, damit er bis ins hohe Alter über die Weide spacken, Stuten beglücken oder als Reitpferd alt werden kann, und es ihm dabei gut geht, vor allem!!!
Persönlich mag ich Pferde mit geradem Profil, für mich brauchen die keinen Knick in der Schnüss.
Könnte Euch jetzt noch jede Menge Bilder der alten Original-Wüstenimportponies 'raussuchen, ist im Katzenforum aber OT. Der Unterschied ist KRASS.

Nichtsdesto trotz müssen die kleinen Nichtnasenbärchen unterkommen. Sie können ja nichts dafür und es bringt nix, jetzt über ihr Aussehen zu hadern.
Nochmal: 40 Stück davon KASTRIERT, halleluja. (und bitte, 40 Katzen auf einen Sitz zu halten ist per se schon krank. Da kann man sich in keiner Weise vernünftig drum kümmern )
__________________
Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen.

Geändert von OMalley2 (14.11.2018 um 11:52 Uhr)
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